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Nachdem gestern der SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Spiegel-Online forderte, Homöopathie dürfe nicht länger von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, geht es rund. Die Apologeten dieses unmedizinischen Schwachsinns führen allerlei unsinnige Argumente zu Felde um ihre Irrlehre zu verteidigen. Eines davon lautet, die Homöopathie sei besonders preiswert.

Mal abgesehen davon, daß wirkungslose Methoden niemals preiswert sind, wird keine medizinische Kassenleistung so fürstlich vergütet wie die Homöopathie. Nicht umsonst titelte die Ärztezeitung bereits 2007 Homöopathie wird für Kollegen immer attraktiver.

Sieht man sich die Vergütung an, kommt einem ehrlichen Arzt, der keine Pfuschmedizin betreibt, die Galle hoch. 90 € Erstanamnese, 20 € Repertorisation, 20 € Analyse, 45 € Folgeanamnese. Für diese 175 € versorgt ein niedergelassener Facharzt sage und schreibe 5 Patienten ein ganzes Quartal lang, egal wie oft diese in der Praxis erscheinen. Schlechter bezahlte Fachgruppen sogar mehr. Ein einziger homöopathischer Irrsinn nimmt also 5 Patienten das Geld für die ambulante medizinische Grundversorgung weg. Wobei man davon ausgehen kann, daß die Pauschale für die Grundversorgung von diesem Esoterikanbieter – Arzt kann man das nicht nennen – auch noch abgerechnet wird, denn das passiert automatisch, wenn der Patient seine Krankenkassenkarte über den Tresen reicht.

Von preiswert kann keine Rede sein. Das ist Diebstahl an den Versicherten und an ehrlich arbeitenden Ärzten.

Die Indikationen, für die man als Kassenpatient homöopathische Leistungen in Anspruch nehmen darf, sind so idiotisch wie die Homöopathie selbst und beim DZVhÄ einsehbar. Dort heißt es

Die Anwendung einer homöopathischen Therapie ist grundsätzlich bei solchen Erkrankungen indiziert, bei denen eine Heilung oder Linderung durch spezifisches therapeutisches Ansprechen von potenziell noch vorhandenen Selbstheilungskräften zu erwarten ist.

Mit anderen Worten: Diese Wellness-Auswüchse für 175 € kann sich jeder abholen, dem die Darmgase quer stehen und der auch von alleine wieder gesund werden würde.

Daß so etwas für windige Pfuscherärzte immer attraktiver wird glauben wir gern. An Amoralität mangelt es Teilen der Ärzteschaft nicht. Karl Lauterbach und Jürgen Windeler werden Oropax brauchen um das Geschrei der Pfuscher zu überstehen.

14 Responses to “Homöopathie ist nicht nur nutzlos, sondern auch teuer”

  1. Reader

    Ich finde man sollte sich nicht so aufregen. Schließlich haben wir uns auch damit abgefunden, daß der Staat die Kirchensteuer kassiert. Die Homöopathie ist nichts anderes als eine moderne Religion. In Zeiten, in denen die soziale Gemeinschaft, Moral und Hilfsbereitschaft immer mehr abnehmen, flüchtet man sich mit seinen Ängsten in die Homöopathie. Wie wissenschaftlich belegt ist, nützen aber schaden die Medikamente ja auch nicht ;-)

  2. admin

    Ich habe mich keinesfalls mit der Kirchensteuer abgefunden und man muß sie auch nicht bezahlen, wenn man aus der Kirche austritt. In gesetzlichen Krankenkassen ist man dagegen pflichtversichert und trägt diesen Hokuspokus zwangsweise mit. Wer Hokuspokus haben will, soll ihn gefälligst selbst bezahlen.

  3. ulf_der_freak

    Entsetzlich, wie viele GKVen das bezahlen! http://gn.cx/tgr

    Andererseits werden wirklich wichtige Leistungen gestrichen. Wollen die uns etwa umbringen?

  4. » Wenn diese »medizinische« Behandlung schon nut … Nachtwächter-Blah

    [...] Wenn diese »medizinische« Behandlung schon nutzlos ist, denn soll sie wenigstens überteuert sein. [...]

  5. .·. wend.de .·. » Blog Archive » Tweets der Woche

    [...] @kidmed_de: Homöopathie ist nicht nur nutzlos, sondern auch teuer http://kidmed.org/?p=316 [...]

  6. Syntronica

    @ “Reader”
    Wieso sich mit dem Quatsch abfinden?
    Es geht hier u.a. nicht um Religion, sondern um Verdummdeubeln der Leute mit nutzlosem Quatsch.
    Man wundert sich, warum die KK immer teurer und werden und so gut wie pleite sind. Jetzt isset klar!

    Aber du scheinst ja zu dem Typus “Toter Fisch” zu gehören.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

  7. Elke

    Es wird spannend, jetzt auch die CDU :-D

    [...] Die Union will ein Verbot von Homöopathie auf Kassenkosten prüfen. CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagte der Berliner Zeitung vom Montag, seine Fraktion sei offen für die Forderung von SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, gesetzlichen Kassen die Finanzierung von Homöopathie zu verbieten. „Wir haben Wahltarife für Homöopathie seinerzeit auf Wunsch von SPD und Grünen eingeführt“, sagte Spahn. „Sollte die SPD veränderungsbereit sein, können wir sofort darüber reden.“[...]

  8. gruene mauer

    Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen, sagte der „Berliner Zeitung“: „Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.“

    Renate Künast möchte ja auch gerne Berliner Bürgermeisterin werden … geeigneter als sie ist da sicher niemand, ausser vielleicht noch Walter Ulbricht: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu schlucken …“

    „Murus berlinensis – Murus-berl – Energetic Fields of Places“

    Die Berliner Mauer in homöopathischer Dosierung.

  9. admin

    Der DZVhÄ hat noch gar nicht gequiekt. Sonst schießt der Christoph Trapp doch sofort unzählige Entrüstungsschreiben in Netz.

    Vor Schreck erstarrt?

  10. excanwahn

    Der DZVHÄ hat gequiekt.

    Zitat: Dass homöopathische Mittel in ihrer Wirkung deutlich über Placebo hinausgehen, zeigt sich auch bei der Behandlung schwerer, akuter Erkrankungen; wie z. B. Lungenentzündung und eitrige Mandelentzündungen. Homöopathische Ärzte behandeln diese ebenfalls. Im Vergleich zu konventionellen Kollegen haben sie dabei zwischen 0,1 und 1% der Antibiotikaverschreibungen

    http://www.dzvhae.com/portal/loader.php?org=1113&query=1113/

  11. Elke

    Um nochmal auf die Kosten zurückzukommen, nach den genannten 175 Euro geht es beim HÖ doch erst richtig los. Alle 6 Wochen folgt auf unabsehbare Zeit ein neuer Termin (45 Euro) So eine “Behandlung” kann sich ganz schön in die Länge ziehen.

  12. Hugo

    Homöopsychopathie ist definitiv kriminell.

    Dazu lese man bitte dies :

    http://kidmed.org/forum/index.php?page=Thread&threadID=7499&pageNo=1

  13. Walli

    Dieser Beitrag ist zwar schon älter, dennoch möchte ich dazu etwas schreiben…

    Es gibt kaum eine gesetzliche Krankenkasse, die die Homöopathie und andere Naturheilverfahren bezahlen, zumindest nicht ohne freiwilluge Zusatzsversicherung. Es wäre besser wenn man sich vorher etwas mehr damit befasst, Fakten sammelt, vernüftigt recherchiert und sich nicht auf ein zwei Berichte bezieht die auch ohne fakten sind!

    Meine Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht, dennoch gehe ich zum Heilpraktiker und ich zahle es selber, wie Krankenkasse spart sogar an mich denn ich kann Dank der Homöopathie auf viele kostspielige Untersuchungen nun verzichten.

    Bleibt alle schön gesund!

  14. admin

    > Es gibt kaum eine gesetzliche Krankenkasse, die
    > die Homöopathie und andere Naturheilverfahren bezahlen

    Diese Behauptung ist Humbug:

    http://bit.ly/aILxnv

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  • Teresa: Irgendwann muss man seine Konsequenzen ziehen und in diesem Fall hat es Weleda damals auch getan.
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