Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Kidmed. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Sonntag, 6. Juni 2004, 18:21

Neurolingustisches Programmieren (NLP)
Ursprünglich erfunden wurde diese angeblich hochwirksame Technik in den 1970iger Jahren durch den Linguisten und Psychologen John Grinder und dem Psychologen und Mathematiker Richard Bandler. Sie behaupteten (dafür gibt es bis heute keinen glaubhaften Beweis), dass sie führende Psychologen bestimmter Therapierichtungen (z.B. Hypnotherapie, Familientherapie, Gestalttherapie) beobachtet hätten und die diesen Systemen zugrunde liegenden Prinzipien und Techniken herausgearbeitet hätten. Sie veröffentlichten ihre Ansichten in Die Struktur der Magie Mitte der 1970iger Jahre.

Bei dieser Art von psychologischer Technik handelt es sich aber eher um Pseudolinguistik als um Psycholinguistik. Der Kerngedanke der NLP ist, dass der Mensch beim Denken verschiedene (visuelle, auditive, olfaktorische) Repräsentationssysteme benutze und man demzufolge vorrangig unter Zuhilfenahme nur einer Art von Sinneswahrnehmung denke. Welches dieser Systeme benutzt würde, könne man an der Art verwendeter Wörter erkennen. Auch an den Augenbewegungen würde man erkennen können, wie jemand denken würde.

Als Beispiel mag das Ankern dienen. NLP-Therapeut und Klient konzentrieren sich auf ein Problem und verbinden es dann beispielsweise mit der Bewegung einer Hand, die auf die linke Schulter des Klienten drückt. Der Klient soll sich nun vorstellen, dass er alle zur Problemlösung notwendigen Fähigkeiten besitzt und der Therapeut drückt nun die rechte Schulter. Zuletzt drückt der Therapeut beide Schultern, wodurch das Problem integriert wird. Durch diese simple Ablenkungstechnik, die an Pawlow'sche Konditioniserungsversuche mit Hunden erinnert, soll man Probleme lösen können - ein Umstand, der schon dem psychologischen Laien als abstrus auffällt.

Die wissenschaftliche Grundlage der NLP ist ausgesprochen dürftig. Es gibt keine verbindende Theorie der NLP-Anbieter. Es gibt lediglich pseudowissenschaftlich klingende Allgemeinsätze wie Geist und Körper sind Teile des gleichen kybernetischen Systems und beeinflussen sich wechselseitig. Für die Wirksamkeit der NLP-Methoden gibt es bis heute keine glaubwürdigen Hinweise.

Am häufigsten wird in der NLP-Szene eine Studie von Allen (1982) als Erfolgsnachweis zitiert, in der Personen mit einer Schlangenphobie nach einer NLP-Behandlung häufiger behaupteten, über ihre Ängste hinweggekommen zu sein, als Kontrollpersonen. In allen anderen untersuchten Parametern jedoch fand sich kein Unterschied zwischen den Gruppen. Es gibt auch noch andere Studien (z.B. Schütz 1996), die Erfolge propagieren. Prüft man diese Studien jedoch kritisch nach (Börderlein 2002), so zeigen sich massive methodische Fehler, die die Studie alles andere als glaubhaft machen.

DIe NLP wirkt deshalb scheinbar im Einzelfall, weil sie in einen Gruppenkontext eingebunden ist. NLP bietet den Anhängern eine einfache, technische Lösung und propagiert unbeirrbaren Optimismus, der gelegentlich als positives Denken bezeichnet wird. Die Überbetonung des Individuellen in Verbindung mit der Ansicht, dass alle Probleme nur Missverständnisse zwischen Menschen seien, die jedoch alle das gleiche wollen würden, scheint gerade erfolgsorientierte, selbständige Menschen anzusprechen.

Viele NLP-Anhänger sind Lehrer, Sozialpädagogen und im Personalsektor beschäftige Personen, die im täglichen Umgang mit Dritten problematischem Verhalten ausgesetzt sind und dieses kontrollieren wollen. Eine entsprechende Ausbildung wurde jedoch an der Universität nicht gelehrt, so dass man in der Praxis auf handgestrickte Systeme ausweicht. Dazu bietet sich die NLP geradezu an. Dies erklärt auch den anhaltenden Erfolg der NLP, der sich wahrscheinlich auch nicht durch die spektakulären Pleiten diverser 'Motivationstrainer' beeinflussen lässt. Wirklich nützlich ist die NLP nicht, denn sie dient primär zur Selbsttäuschung und Verdrängung von Problemen, jedoch nicht zu ihrer Lösung.

Zu bedenken ist, dass eine Reihe von Psychogruppen und Sekten sich der NLP als Filterinstrument zur Aquise neuer Anhänger bedienen. Da sich eine bestimmte Sorte Mensch für diese Technik interessiert, besehen hier je nach Geschick der Psycho-Propagandisten gute Chancen, weitere Opfer zu finden.

Quellenverzeichnis

Allen KL: an investigation of the effectiveness of Neurolinguistic Programming procedures in treating snake phobics. Diss. Abstract INter, 43, 861B, 1982
Börderlein C: Gefärbtes Wasser in neuen Schläuchen. Das 'neurolingustische Programmieren' (NLP). Skeptiker, 15, 99-104, 2002
Schütz P: Wissenschaftliche Studie beweist: Neuro-Lingustische Psychotherapie (NLPt) wirkt. NLP aktuell, 5, Nr.4, 52-54, 1996

Zu dem Autoren des Textes: http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=5398 1086539225

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. Juli 2010, 17:44)


2

Sonntag, 6. Juni 2004, 18:28

Steckbrief NLP (neurolinguistisches Programmieren)

Psychomethode die Anfang der 70er Jahre von John Grinder und Richard Brandler entwickelt wurde


1. Grundidee:

Grinder/Brandler arbeiteten eine Kommunikationstechnik aus, die sie auf Grund von Beobachtungen an anderen für besonders erfolgreich hielten. Diese basieren auf der banalen Feststellung, daß Sprache, Denken und Gestik in Bezug zueinander stehen. Diese Bezüge seien erlernt (konditioniert) und könnten neu aufgebaut und zusammengesetzt die „Potentiale“ des NLP-Practitioners erweitern. Dies wird als „Programmierung“ bezeichnet.


2. Techniken:

2.1 Ankern (Anchoring)
Die beliebtesten Techniken des NLP ist eine Art Konditionierung, die sich auf die Theorien von Pawlow (1849-1936) beziehen soll: Gewisse Reize von außen lösen ein bestimmtes Gefühl, Verhalten oder körperliche Reaktionen aus. Diese Reaktionen sind erlernt ( Zu Pawlows Versuchen siehe http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/…RNEN/klassi.htm )
Reaktionen/Emotionen sollen für den „Practitioner“ gezielt abrufbar gemacht werden indem sie an ein äußeres Signal gekoppelt werden.

2.2 Angleiche (Pacing)
Durch Anpassung von Körperhaltung, Sprache und Verhalten des „Practitioners“ an die Person, mit der kommuniziert wird, soll beim Gegenüber ein Gefühl von Vertrauen geschaffen werden. Ist dies erreicht so kann der „Practitioner“ die Richtung des Gesprächs beeinflussen und lenken (Gleichklang, Rapport)

2.3 Hypnosetherapie/Hypnotische Sprache:
Der/die Zuhörer sollen durch positive Suggestiv-Formeln beeinflußt werden, wie z.B. „Sie stellen doch was dar“, „Sie sind doch wirklich klasse“.

2.4 Umdeuten (Reframing)
Negative Situationen/Erfahrungen werden sprachlich positiv umgewandelt und somit entschärft.


3. Was soll nun das Ganze?

Wer jemals NLPlern begegnet ist, und einigermaßen aufmerksam war, der wird mit Sicherheit die Manipulationsversuche seines Gegenübers bemerkt haben. Dies hat eine besonderen Grund: Vielfach wird NLP im Bereich der Verkaufs-Schulungen eingesetzt. Häufig ist NLP bei schlechten Versicherungsvertretern oder im MLM-Bereich zu finden. Die vollmundig beworbenen Kommunikationstechniken entpuppen sich schnell als Kaffeefahrten-Gewäsch.
Menschen die NLP-Techniken gelernt haben und diese praktizieren, werden Ihnen immer wieder erzählen, wie erfolgreich sie damit sind. Und in der Tat, selbst große Firmen und Parteien scheuen nicht, sich dieser Methodik zu bedienen. Aber was bedeutet dies für den einzelnen Anwender:

Gleichschaltung
Als Anwender eines starren Systems, fallen NLPler immer wieder durch ihre Gleichartigkeit auf. Die Regeln sind fix. Emotionen werden bis auf die Gewünschten herunter geschaltet. Sprache folgt einem festen Schema.
Mehrfach stellte ich mir schon die Frage, was wohl passiert, wenn zwei NLPler aufeinandertreffen und „Pacing“ versuchen.... Sie haben sicherlich die Phantasie, sich das vorzustellen.

Beeinflussung
Was, wenn Sie immer und überall versuchten Ihren Gegenüber zu beeinflussen? Was wenn Ihnen das auch gelänge? Ihre Gesprächswelt würde verarmen. Sie lenken das Gespräch und eigentlich erfahren Sie nichts über Ihren Gegenüber. Und was noch schlimmer ist: Er erfährt nichts über Sie. Eine völlig verarmte Kommunikation durch eine Methode, die sich „Kommunikationstheorie“ schimpft.


Prädikat: NLP ist unerträglich und formt unangenehme Zeitgenossen. Hohe Gefahr von Ausnutzung der Methode durch Sekten und Psychogruppen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. Juli 2010, 17:45)


3

Mittwoch, 9. Februar 2005, 14:04

hier ist noch ein wesentlicher beitrag von einem dr. christoph bördlein zur differenziert-kritischen ächtung des nlp und der stringente nachweis bezüglich ihrer unwirksamkeit in therapeutischen kontexten. entlarvt werden ebenso scheinbar vielbeweisende humbugstudien. sehr sehr lesenswert...
http://www.boerdlein.gmxhome.de/nlpmemo.html

gruss,
viraleffect

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. Juli 2010, 17:45)


4

Freitag, 7. Dezember 2007, 12:07

Zitat

Kinderarzt.Kinderarzt postete

Börderlein C: Gefärbtes Wasser in neuen Schläuchen. Das 'neurolingustische Programmieren' (NLP). Skeptiker, 15, 99-104, 2002


ich will nicht kleinkrämerisch sein, aber der typ heisst Bördlein, so wie im post vor diesem benannt.

ich war gerade etwas verwundert, und dachte es gibt ev. einen c. bördlein, und einen c. börderlein.
es ist aber bördlein gemeint. börderlein gibt es in diesem zusammenhang nicht.

KOMENTAR von Kinderarzt:

Meine Freudschen Versprecher und Verschreiber machen meisten Sinn.

In diesem Sinn habe ich da wohl die psychopathischen NPL-Ideologen für Borderlein-Erkrankte gehalten,was wohl zum Teil auch stimmt.

Es ist wie immer im Scharlatanerie-Betrug:

Psychopathie und Kriminalität.

5

Freitag, 7. Dezember 2007, 12:25

nicht speziell über nlp, aber insgesamt sehr empfehlenswert:


"das sockenfressende Monster in der Waschmaschine - eine Einführung ins skeptische Denken"

Autor: Christoph Bördlein
Alibri Verlag, Aschaffenburg 2002

Umschlagrückseite:

" `Skeptisches Denken`findet sich nicht nur in Universitäten und Forschungseinrichtungen, auch im Alltag bedienen wir uns sehr erfolgreich dieser Methode.
Christoph Bördlein führt uns anhand vieler Beispiele in das Verfahren, Behauptungen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen, ein.
Besonders ausführlich werden Möglichkeiten, sich zu täuschen vorgestellt und Strategien, nicht in solche Fallen zu tappen, aufgezeigt.

Christoph Bördlein beschäftigt sich als wissenschaftlich arbeitender Psychologe vor allem mit Fragen der Lernpsychologie und kognitiven Täuschungen; er publiziert regelmässig populärwissenschaftliche Beiträge in der Zeitschrift Skeptiker."

6

Freitag, 7. Dezember 2007, 22:30

Eine ganz plumpe und perfide Scharlatanerie-Masche,die die Leute gar nicht verstehen.

7

Samstag, 8. Dezember 2007, 00:01

ich meine mich zu erinnern, dass es bei mir an der Fachhochschule auch mal eine Prof gab, die das angeboten hat.
ich bin mir allerdings nicht sicher, aber das werde ich nach der Abgabe herausfinden.

Damals dachte ich es handele sich um eine der vielen Fortbildungen, die angeboten werden und teilweise wichtig sind, und zum Teil überflüssig. Habe mich damals nicht näher damit befasst.

8

Samstag, 8. Dezember 2007, 00:07

Es gibt jede Menge Scharlatane,die sich "Professoren" nennen.

9

Samstag, 8. Dezember 2007, 00:30

ebenfalls eine gute Geschichte (hat aber nichts mit NLP zu tun):
in meiner Praktikumsauswertungswoche mussten wir eine Veranstaltung besuchen. Diese wurde von einer Frau gehalten, die vorher aus dem Sozialamt rausgeflogen war und dann quasi bei uns zwischengeparkt wurde.

Es ging um Qualitätsmanagement.
Kurz zusammengefasst: wir bekamen die Aufgabe, uns zu überlegen, welche Stellen wir in unserer Einrichtung am besten wie kürzen und streichen könnten. Also sowas wie: die volle Psychologenstelle auf eine halbe kürzen, oder so ähnlich.

Ich habe mich ziemlich aufgeregt.
Es hat keiner sonst den Mund aufgemacht, ausser dazu mich aufzufordern, ich solle mal nicht vom Thema ablenken und die Veranstaltung stören.

*ÄCHTZ*

10

Samstag, 8. Dezember 2007, 00:33

Ich denke,daß es in Ihrem Fachhochschulbereich eine Menge Idioten gibt.

was ist Ihr Fach?

11

Samstag, 8. Dezember 2007, 00:50

Sozialwesen = Sozialarbeit + Sozialpädagogik

12

Samstag, 8. Dezember 2007, 13:59

..... wenn mit der methode nur staubsauger verkauft würden, wärs noch zum schmunzeln...
is ja aber leider nicht so...
ich glaube, in den soz.berufsfeldern beginntlangsam ein anderer wind zu wehen...
nicht mehr so viele ökos und jünger...
ich halt von der masche nix!

13

Samstag, 8. Dezember 2007, 23:19

Monika.S. macht:

Sozialwesen = Sozialarbeit + Sozialpädagogik

Es wäre schön,wenn gerade aus der Ecke mal eine richtig gute Arbeit käme - gerade zu dem Thema Scharlatanerieberug im Gesundheitsbereich.

Da scheint es üble Leute und üble "Fachhochschulen" zu geben.

14

Sonntag, 9. Dezember 2007, 08:48

die " heilpädagogik" hat sich schon besonnen und nennt sich seit längerem schon
" sonderpädagogik" weil sie nicht heilen kann und behinderung nicht mit krankheit zu verwechseln ist...
die schulen tragen namen wie z.b.
" schule mit dem förderschwerpunkt emotionale entwicklung" oder
" schule mit dem schwerpumkt lernen"
ein anfang, wie ich finde!
und, es gibt auch fachleute die bei klarem menschenverstand geblieben sind...
wir begegnen sehr vielen therapeuten und auch verschiedenen therapieansätzen..
wir beraten und sprechen empfehlungen aus und da kommt noch lange nicht alles,was es gibt, gut weg...

15

Sonntag, 9. Dezember 2007, 18:03

Es ist Sprachzerstörung und Scharlatanerie.

Die Macht der Sprache:

Macht der Sprache

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. Juli 2010, 17:45)


16

Sonntag, 9. Dezember 2007, 18:28

.....oh,
ich hab mit scharlatanerie nix am hut!
ich liebe meine arbeit und ich nehm sie ernst, ähnlich dürfte es ihnen gehen...
und es ist so, sonderpäd ist für menschen die anders sind und sie kann nicht heilen!
und, menschen die anders sind dürfen auch anders bleiben.sie müssen nicht übertherapiert werden und eltern solcher kinder müssen lernen das hinzunehmen und anzunehmen...
diese menschenkinder sind in den meisten fällen völlig gesund und brauchen keine heilung. in manchen fällen kommt zum anders/behindert sein auch noch krank sein, das ist aber bei uns nicht behinderten auch so...
für mich inakzeptabel mich in diese kiste stecken zu lassen, da gehöre ich nicht hin!
von scharlatanen und dem ganzen zeug distanziere ich mich!

17

Sonntag, 9. Dezember 2007, 18:41

nochmal ich,
sie hauen hier auf die falsche drauf!
ich find sie, mit ihren standpunkten und klaren äusserungen klasse!!!
tät mich gerne auch mal mit ihnen unterhalten ,nicht schriftlich...
stell ich mir spannend vor...
könnt mir vorstellen, dass sie als mensch eine echte berreicherung sind...

18

Sonntag, 9. Dezember 2007, 18:42

Das wird und sehr viel weiterhelfen.

19

Montag, 18. Januar 2010, 19:10

Oh Schreck!

Ein Bekannter macht z.Z. eine NLP-"Ausbildung" und läßt sich das nicht ausreden.

Er ist angehender Jurist und hochintelligent, aber auch das schützt vor dem Mist nicht.

Muß da nochmal ein wenig Basisarbeit leisten...

20

Mittwoch, 28. Juli 2010, 17:48

Von 40_Fieber :


NLP ist die Lehre von der Kunst, allen auf die Nerven zu gehen
July 28th, 2010

In der letzten Zeit tauchte ab und an die Frage im Netz auf, was denn eigentlich NLP (neurolinguistisches Programmieren) genau sei. Man könnte diese Frage nun beantworten, indem man NLP-Techniken auseinander nimmt und einzeln betrachtet. Man kann sich aber auch einfach nur die Wirkung von NLP ansehen. Die GWUP vertritt die Meinung, es gebe keine Wirksamkeit, bzw. es sei keine nachgewiesen. Ich meine es wirkt schon, wobei es sich in der Hauptsache um unerwünschte Wirkungen handelt.

NLP-Trainer versprechen ihren Kursteilnehmern vollmundig eine erfolgreichere Kommunikation. Häufig gepaart mit Managementkursen oder sogenanntem “Coaching” soll die Methode die Karriere positiv beeinflussen und den Umgang und vor Allem die Führung von Menschen erleichtern. Tatsächlich lernt man zum Beispiel, wie man zwei Minuten Hohlheiten über Krawatten erzählt:

http://www.youtube.com/watch?v=h3bTZztPL8c

Krawattenprobleme, schlechte Frisuren und witzlose Witzchen im Schülerzeitungsstil – kurzum stundenlanges Geschwafel ohne Inhalt – wird vor Allem von einem Teil unserer Gesellschaft benötigt, den man nur ungern in seine Wohnung läßt:

So wird NLP von Vertretern aller Art genutzt und soll diese befähigen den Eskimos Kühlschränke zu verkaufen. In der Tat klappt das auch, sofern der Käufer einigermaßen schlicht ist und unvorbereitet in derartige Verhandlungen eintritt. Organisatoren von Kaffeefahrten, Betreiber von Pyramidensystemen und ganze Drückerkolonnen bedienen sich dieser Methode. NLP befähigt solche Finsterlinge zu einem gigantischen verlogenen Wortschwall, Verwirrung des Gegenübers und letztlich, wenn dieser entnervt aufgibt, dessen Abzocke. NLP ist die Sprache des Betruges, der Rheumadeckenmafia und anderer Heilschwindler, welche sich die Zuneigung ihrer Opfer erschleichen wollen.

Nun hat sicher nicht jeder, der einen NLP-Kurs besucht, wirklich vor ein Betrüger zu werden. Viele versprechen sich mehr Erfolg in ihrer Firma, mehr Durchsetzungsvermögen, schlicht Vorwärtskommen. Wer das für möglich hält, sollte sich überlegen, ob der Chef, die Kundschaft und der Rest der Belegschaft diesen Sprechdurchfall über männliche Halsaccessoires und andere Nichtigkeiten wirklich verdient haben. Sonst wird der Kurs schnell zum Karriereknick, weil die Menschen einen meiden, als habe man morgens vergessen sich die Achseln zu waschen.

Obschon NLP-Trainer immer wieder das Gegenteil behaupten: Unechte Klebrigkeiten, Manipulationsversuche und Demagogie werden von vielen Menschen sehr wohl wahrgenommen. Schwafeln bis der Rest aufgibt funktioniert in einem Betrieb nur einmal, maximal zweimal. Danach kann man froh sein, wenn man zur nächsten Besprechung nicht auf die Toilette verbannt wird.

Warum?

Ist doch logisch: Weil es dumm ist, anderen so lange auf die Nerven zu gehen, bis man sich entweder durchgesetzt hat oder aus dem Haus fliegt.

suche auf Kidmed