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Donnerstag, 9. März 2006, 19:45

[url=http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5313378_TYP6_THE_NAV_REF1_BAB,00.html]Link[/url]


Zitat



Skandal um Pillenschwindel
Den "Bolzplatz in Kapseln" schlucken
Es war einer der erfolgreichsten Börsengänge der vergangenen Jahre. Am ersten Handelstag Anfang Januar schoss die Aktie der Neosino AG sofort in die Höhe. Innerhalb von zwei Wochen hatte sich der Kurs verdreifacht. Der Wert des Unternehmens: über 200 Millionen Euro. Neosino verkauft unter anderem Nahrungsergänzungsmittel, die in ganz besonderer Weise wirken sollen. Denn sie enthalten angeblich so genannte Nano-Mineralien - Mineralien, die winzig klein gemahlen sind. Der Deutsche Sportbund hat diese Mittel empfohlen. Und unter anderem verkauft sie der FC Bayern München als Lizenzpartner. Aber Recherchen von NDR Info und Panorama zeigen: offenbar ein Schwindel.

Von Christian Baars, NDR


"Zaubersaft gibt Roy Kraft" - "Roque verletzt, jetzt hilft ihm Nano-Technik!" So titelten im vergangenen August Münchener Zeitungen als der neueste Deal des FC Bayern München bekannt gegeben wurde - die Partnerschaft mit der Neosino AG. Vermittelt hat das Geschäft Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der Vereinsarzt von Bayern München arbeitet auch als Berater für Neosino. Nach seinen Angaben schlucken die Profi-Kicker seit einigen Monaten regelmäßig Mittel der Firma. Seitdem sei die Zahl der Muskelverletzungen zurückgegangen, so Müller-Wohlfahrt.

Davon ließ sich auch der Deutsche Sportbund überzeugen. In einem Schreiben an 26.000 Vereine wurden Neosino-Produkte zu Sonderpreisen angeboten und als unbedenklich beschrieben. Warum sollen die Mittel so gut wirken? Wir fragen nach beim Chef von Neosino, Edmund Krix: "Das entscheidende ist eigentlich, dass wir Materialien, die wir heute auf der Erde haben, in ihre einzelnen Atome im Prinzip zerlegen können. Und damit komplett neue Eigenschaft erreichen", erläutert Krix. Bei diesen Materialien handelt es sich vor allem um Silizium, Kalzium und Magnesium.

Die Stoffe würden in einer Mühle winzig klein gemahlen, bis auf die Größe von drei bis zehn Nanometer, sagt Krix. Zum Vergleich: ein menschliches Haar ist etliche tausendmal dicker. Und weil die Mineralstoffe so klein wären, würden sie vom Körper viel besser aufgenommen, sagt Krix. Sie könnten sogar gegen eine Reihe von Krankheiten helfen.

Weltweit einmaliges Verfahren?Gewonnen würden die Nano-Mineralien mit einem weltweit einmaligen Verfahren. Der Erfinder dieses Verfahrens heißt Gerd Thöne. Er erklärt: "Wenn Sie sich es einfach vorstellen: wir nehmen einen Eimer, schütten in die Maschine Wasser und dann nehmen wir Sand, schütten den hinten rein in einem bestimmten Verhältnis und lassen die Maschine laufen." Heraus komme Nano-Silizium im Bereich von drei bis zehn Nanometern, so Thöne.

Da diese Größe entscheidend für die Wirkung der Neosino-Produkte sein soll, bitten wir Professor Markus Antonietti vom Max-Planck-Institut in Potsdam, einen der renommiertesten Nano-Forscher in Deutschland, die Produkte zu untersuchen. Das Ergebnis ist eindeutig: "Wir haben tatsächlich sehr sorgfältig mit einer Reihe von Verfahren nachgeschaut und der experimentelle Befund ist eigentlich überwältigend: das ist ganz und gar nicht wahr. Die untersuchten Proben - es waren fünf verschiedene - sind aus Mikrometer-großen Objekten, also 1000-mal so großen Objekten, zusammengesetzt. Wir haben auch in keinem Fall eine Gruppe von Teilchen gefunden, die so groß ist wie auf der Packung angegeben."

"Der Staub vom Bolzplatz hat die gleiche Wirkung"

Statt die teuren Pillen zu schlucken, könnten die Fußballer von Bayern München auch auf eine günstigere Möglichkeit zurückgreifen, so Antonietti. "Sie könnten auf einen ganz normalen Bolzplatz gehen und den Staub, den sie dort aufwirbeln würden, aufnehmen, das hätte genau die gleiche Wirkung, wie die Dinge, die in diesen Kapseln enthalten sind. Die Leute schlucken sozusagen Bolzplatz in Kapseln."

Neosino bestreitet die Vorwürfe
Die Neosino AG bestreitet die Vorwürfe. Das Max-Planck-Institut habe nicht richtig gemessen, sagt der Vorstandschef Krix. Der Deutsche Sportbund allerdings geht jetzt auf Abstand zu den Neosino-Produkten. Generalsekretär Andreas Eichler: "Wir haben den Fehler gemacht, dass wir den Vereinen suggeriert haben, es sei ein unbedenkliches Produkt, was wir mit unserem Segen als Dachorganisation nach draußen geben. Dies war in dieser Eindeutigkeit falsch." Der Vertrag mit Neosino werde nicht verlängert, sagte Eichler dem NDR. Bayern München sagt, sie würden sich auf ihren Arzt Müller-Wohlfahrt verlassen. Der hatte aber keine Zeit für ein Interview.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (12. Dezember 2010, 18:20)


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Donnerstag, 9. März 2006, 20:59

Natürlich nicht.

Wenn ich über den was schreibe,habe ich eine Klage am Hals.

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Freitag, 10. März 2006, 10:59

Wenn ein esoterisch verblödetes Volk Aktien kauft, sieht das so aus:

Link

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Freitag, 10. März 2006, 15:43

000
Heute, 13:53
hvs


SPIEGEL ONLINE - 10. März 2006, 11:42
URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,405269,00.html

Nach kritischem TV-Bericht

Neosino-Aktie bricht ein

Mit einem Nahrungsergänzungsmittel wollte Neosino große Kasse machen. Sogar Bayern München und der Nationalmannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt empfahlen das Produkt - das laut Wissenschaftlern keine Wirkung hat. Nach einem "Panorama"-Bericht brach der Kurs um 50 Prozent ein.

Frankfurt am Main - Nanotechnologie steht für Fortschritt und Hightech. Den guten Ruf der winzigen Teilchen hatte sich auch der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, Neosino , zunutze machen wollen. Sie hatten ein Pulver bestehend aus Silizium, Magnesium und Calcium zusammengemischt, das Muskel-Verletzungen verhindern soll. So steht es jedenfalls im Prospekt.

Sogar Bayern München und der bekannte Sportmediziner Müller-Wohlfahrt hatten sich von dem Mittel überzeugen und sich als Werbepartner einspannen lassen, Bayern-Stürmer Roy Makaay spielt in einen TV-Spot mit. Auch der Deutsche Sportbund war Feuer und Flamme.

Zunächst jedenfalls - denn inzwischen hat das Max-Planck-Institut in Potsdam im Auftrag des NDR das Produkt Sport Nano Liquid untersucht. Diesen Angaben zufolge sind die Kapseln weitgehend wirkungslos. "Die Leute schlucken Bolzplatz in Kapseln! Sie können dort Staub einatmen, das hätte die gleiche Wirkung wie die Dinge in diesen Kapseln", sagte Nanoforscher Markus Antonetti dem Politmagazin "Panorama".

Die Firma wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe und kündigte rechtliche Schritte an - auch gegen die "Panorama"-Redaktion. "Das Institut hat nicht richtig gemessen", sagte Neosino-Chef Edmund Krix gegenüber NDR-Info. Damit konnte er jedoch nicht verhindern, dass die Aktien der Anfang des Jahres an die Börse gegangenen Technologiefirma mit Sitz in Griesheim bei Darmstadt um knapp 50 Prozent einbrachen.

Auch die Werbepartner wenden sich bereits ab. Der Generalsekretär des Deutschen Sportbundes, Andreas Eichler, hat den Medienberichten zufolge angekündigt, den Vertrag mit Neosino nicht zu verlängern. Bayern und Müller-Wohlfahrt wollten keine Stellungnahme abgeben.

Im Rahmen einer Privatplatzierung hatte Neosino 50.000 Aktien zu einem Festpreis von je 55,55 Euro bei internationalen Investoren platziert. Innerhalb weniger Wochen stiegen die Papiere bis auf 167 Euro, womit die Gesellschaft an der Börse mit 220 Millionen Euro bewertet wurde. Nach einem Kursrutsch am Donnerstag stabilisierten sich die Titel zum Wochenschluss bei 77 Euro.

mik/reuters

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (22. November 2010, 16:51)


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Freitag, 10. März 2006, 16:05

Aber da steht noch mehr Ärger in's Haus. Müller Wohlfahrt verspricht in einem Neosino-Werbeprospekt, daß es bei Osteoporose, Pilzerkrankungen, Entzündungen und Hämorrhoiden helfe.

http://neosino.com/uploads/media/neosino_flyer_mw_01.pdf
(Seite 3)

Entsprechende Schritte wurden bereits eingeleitet.
Dazu auch:

http://www.oekotest.de/cgi/yabb2/YaBB.pl?num=1141942447/9#9

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Freitag, 10. März 2006, 19:21

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Freitag, 10. März 2006, 22:00

Über Müller-Wohlfahrt in einer Report-Sendung von 2002:

http://www.swr.de/report/archiv/sendunge…5/04/index.html

Freilich jammert da die bayerische Ärztekammer herum, aber Konsequenzen hat das überhaupt keine.
Im Gegenteil. Der Schwachsinn hat sich in den vier Jahren nur ausgebreitet und mehr und mehr Ärzte verdienen sich mit Unfug eine goldene Nase.
Nun werden auch noch Anleger verarscht und ein Arzt ist nicht ganz unbeteiligt an dieser Geldvernichtung im großen Stil.

Wir werden sehen, wieviel Quacksalberei Anleger vertragen können, die man um ihr Geld brachte.

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Freitag, 10. März 2006, 22:30

Man sollte den obigen Link lesen.Es ist widerlich mitanzusehen,wie sich die Bonzen alle drumherum labern.

Und es sind genau diese Figuren,die Scharlatane schützen mit ihrem flauen Gefasel.

Sie sind es,die etwas dagegen tun könnten,aber nicht tun.

Man redet sich immer raus - vor allem die sogenannten Ärztekammern,die Scharlatanerie-Betrug im großen Stil dulden und damit fördern.

Die Beweise dafür liegen massenhaft vor.
Die Bayrische Landesärztekammer ist da Vorreiter.

Man vernachlässigt seine gesetzlichen Aufgaben aufs Allergröbste.

Der Typ wirbt überall mit seinem Bild und seinem Namen und dann soll es eine unangreifbare Firma sein und nicht der Arzt???

Da gehts um massivste Gesetzesverstöße.

Man befasse sich mit dem Betrugsparagraphen 263 BGB:

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

KOMMENTAR:

Wohl gemerkt: schon der Versuch ist strafbar.

9

Mittwoch, 15. März 2006, 15:20

Eingeseift.

Neosino und seine Hundeshampoo-Geschichte:

http://www.oekotest.de/cgi/yabb2/YaBB.pl…141942447/19#19

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10

Mittwoch, 15. März 2006, 18:50

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11

Mittwoch, 29. März 2006, 16:43

Gestern hatte neosino eine Pressekonferenz, und hat im Zuge dieser zwei Gutachten vorgelegt.

http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_155446

Zitat


29.03.2006 11:01Neosino rehabilitiert?
von Thomas Godt
Nach der Pressekonferenz der Neosino AG im Hotel Frankfurter Hof war Vorstandschef Edmund Krix zufrieden. Die wenigen Fragen der Journalisten hatte er routiniert abgehakt und zerredet, so dass am Ende niemand mehr wusste: Hat er nun geantwortet?
Man könnte einen alten Witz über Radio Eriwan rauskramen und sagen: Im Prinzip ja - aber nicht überzeugend. Obwohl Neosino es anders darstellt und eine vorbereitete Presseerklärung gleichzeitig über die Agenturen verbreiten ließ und unter den anwesenden Journalisten verteilte. Darin heißt es: "Die Neosino Nanotechnologies AG hat Vorwürfe des ARD-Magazins Panorama vom 9.März widerlegt, Produkte von Neosino würden nicht wie angegeben Mineralien in Nanogröße enthalten."

Aufgeboten hatte das Unternehmen zwei Gutachter. Vertreten waren das Gefahrstofflabor Physik der Uni Gießen, vertreten durch Professor Klaus Rödelsperger, und das Zentrum für Werkstoffanalytik Lauf, vertreten durch Dr. Jürgen Göske und Werner G.Kachler.


Fragen bleiben
Während die Herren vom ZWL bereits früher für die Neosino tätig gewesen waren, hatten die Wissenschaftler um Klaus Rödelsperger zum ersten Mal mit Neosino zu tun. Entsprechend irritiert war der Professor ob des großen Medieninteresses. Bislang hatte er eher in aller Stille geforscht, nun wollten mindestens drei Fernsehsender ein Interview mit ihm. In dem ganzen Rummel ging unter, dass der Analysebericht, den die Neosino AG vorgelegt hatte, einige Fragen offen ließ.

Wo ist das Silicium hin?
Um die Vorwürfe von Panorama zu entkräften, hatte Neosino fünf Produkte untersuchen lassen. Darunter war auch eine Probe von Nanosiliceokapseln. Im Untersuchungsbericht heißt es auf Seite fünf in der Beschreibung einer Abbildung, "Ultrafeine Aggregate aus Partikeln <100nm, die kein SI erkennen lassen." SI steht dabei für Silicium und auch der Professor ist im Gespräch eher erstaunt, dass in dieser Probe kein Silicium zu finden war: "Eigentlich sollte man schon was finden."

In den anderen Proben war Silicium allerdings zu finden. Auffällig ist auch, dass Nanopartikel, die deutlich kleiner als 10 nm sind, offenbar nicht zu identifizieren sind. Doch genau darum geht es. Die Existenz dieser Partikel ist auch nach der Vorlage der Gutachten nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden. Nanopartikel ja, keine Frage, ob aber kleiner als 10nm, darüber kann man spekulieren. Doch diese Details gingen in der Konferenz etwas unter.

Munter wurde allerdings unter den Kollegen diskutiert, welchen Eindruck man denn nun gewonnen habe. Misstrauisch sind die meisten Journalisten auch nach der Konferenz. Das ist auch den Wissenschaftlern aufgefallen, sie versuchen sehr vorsichtig zu formulieren, auch am Tag danach.

Eine weitere Frage blieb auch am Tag nach der PK offen. Edmund Krix hatte auf der PK angekündigt, noch im zweiten oder dritten Quartal die Zulassung für ein weiteres Produkt zu erhalten. Dabei soll es sich um ein Wundspray handeln. Doch die Frage, wo er die Zulassung beantragt hat, konnte er nicht beantworten. Er sicherte die Lieferung der Information bis Dienstagabend zu, doch das Handy blieb stumm. Bis zum späten Vormittag war Neosino nicht in der Lage, auf die Frage zu antworten.



Auffällige Handelsaktivitäten?
Breiten Raum nimmt in der Presseerklärung auch eine Passage ein, in welcher es um die Handelsaktivitäten vor dem Panorama-Bericht geht. Dabei hat die Neosino AG wohl übersehen, dass bereits am Vormittag auf der Seite tagesschau.de über den Panorama-Bericht vorab berichtet worden war. Erst nachdem er von Tradern gefunden worden und in einschlägigen Börsenforen verbreitet worden war, kam es zu heftigen Kursreaktionen. Daher dürfte sich die Vermutung, hier könne es möglicherweise um „Insiderhandel“ gehen, in Luft auflösen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (22. November 2010, 16:53)


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Mittwoch, 29. März 2006, 16:56

Über einen der Verantwortlichen, der dieser Firma auf das Parkett geholfen hat, liest man heute Folgendes in der Financial Times:

Zitat


Das beim Börsenlisting federführende Geldinstitut hat der Mangel eines Geschäftsberichts nicht gestört: Die VEM Aktienbank steht nach wie vor zu seinem Kunden: "Neosino ist für uns eine spannende Geschichte", sagt Vorstandssprecher Andreas Beyer. Den Banker faszinierte dabei nicht einmal so sehr die zukunftsweisende Technik. "Was wir interessant fanden, war die Kooperation mit dem FC Bayern."

Beyer räumt ein, dass Neosino aufgrund der Geschäftszahlen tatsächlich nicht zu bewerten gewesen sei. "Wir haben das ganze als Konzept-IPO angeboten und die Schnapszahl von 55,55 Euro gewählt", sagte Beyer. "Wir haben gesagt, das wir das dem Markt überlassen. Wer da reingeht, hat selber Schuld." Die Aktien fanden reißenden Absatz, am Tag der Erstnotiz war das Unternehmen 75 Mio. Euro wert.


[color="#CC3399"]Quelle: Financial Times, 29.März 2006 "Großes Risiko Nanotech"; von Mark Böschen, Frankfurt, und Martin Virtel, Hamburg [/color]

Tatsache ist, daß von einer Firma, die gerade mal um die 400.000 Euro Umsatz im ersten Halbjahr 2005 hatte, und eine Verlust von c.a 600.000 Euro erwirtschafte, 100.000 Aktien zum Stückpreis von 55,55 auf den Markt geworfen wurden. Was suggeriert, dieses Unternehmen im Pommesbudenformat habe einen Wert von 55 Mio Euro.
Das ist keine Schnapszahl, sondern eine Zahl die bestenfalls unter Schnapseinwirkung zustandegekommen sein kann, schlechtestenfalls wurde dies absichtlich gemacht. Das auch noch frech "Konzept-IPO" zu nennen, schlägt dem Faß entgültig den Boden aus.

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Mittwoch, 29. März 2006, 17:26

Einigermaßen durchschlagenden Erfolg hatte wohl auch meine Intervention gegen diese unsäglichen Osteoporose- und Hämorrhoiden-Geschichten des Herrn Müller-Wohlfahrt aus Text 004:

Auf der Neosino-Seite ist zu diesem Text kein Link mehr zu finden.

Höchst praktisch ist der Umstand, daß Neosino nicht etwa das Werbeschreiben entfernte, sondern nur den eigenen Link dahin auf der Seite entfernte. Das liegt also immer noch auf dem Server und ist nach wie vor aufrufbar, wenn man die Adresse kennt:

http://neosino.com/uploads/media/neosino_flyer_mw_01.pdf

Da kann man dann gleich nochmal nachlegen, wenn Bedarf besteht. Und bei solchen Firmen besteht da immer Bedarf.

Letztlich bleibt noch anzumerken, daß nun auch die Staatsanwaltschaft Darmstadt Ermittlungen wegen Kapitalanlagen- und Prospektbetruges aufgenommen hat.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (22. November 2010, 16:54)


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Mittwoch, 29. März 2006, 18:26

Man greife sich vor allem mal den dies alles unterstützenden Scharlatan Müller-Wohlfahrt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (22. November 2010, 16:54)


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Donnerstag, 30. März 2006, 20:38

Nachdem Neosino dem NDR eine einstweilige Verfügung verpaßt hat, wird jetzt alles für Neosino immer noch schlimmer:

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldung…EF1_BAB,00.html

Zitat


Wirbel um angebliches Wundermittel
Neosino: Das Nano-Wunder bleibt geheim
Der FC Bayern München verkauft sie über seinen Shop und wirbt für sie - denn es sollen wahre Wundermittel sein, die Präparate der Firma Neosino. Ihr angeblich wichtigster Bestandteil sind winzig klein gemahlene Mineralien, so genannte Nano-Mineralien. Sie sollen sogar gegen eine Reihe von Krankheiten helfen. Doch in Untersuchungen, die der NDR in Auftrag gegeben hatte, fanden die Wissenschaftler diese Nano-Wunder nicht. Nun hat Neosino eigene Gutachten vorgelegt und bleibt bei der Behauptung: Die Mineralien in der winzigen Größe von drei bis zehn Nanometern sind in ihren Produkten drin. NDR Info und Panorama haben sich erneut auf die Suche nach dem Nano-Wunder gemacht.

Von Christian Baars, NDR Info, und Dietmar Schiffermüller, Panorama.

Ein Industriegebiet auf Malta. Hierher führt eine erste Spur. Auf der Mittelmeerinsel soll der Hersteller einiger Neosino-Produkte seinen Sitz haben. So steht es jedenfalls auf manchen Packungen. Dort wird die Firma Sanalife, ein Tochterunternehmen der Neosino AG, als Hersteller genannt - mit genauer Anschrift. Auch im maltesischen Handelsregister findet sich diese Adresse. Doch hier im Industriegebiet endet die Spur. Es ist nichts zu sehen von Sanalife oder Neosino, kein Büro, keine Maschinen, noch nicht mal ein Briefkasten. Nur ein verwunderter Mitarbeiter einer ganz anderen Firma namens Infratec. Er sagt: "Ich bin kein Hersteller von Medizin-Produkten. Ich bin Hersteller von Elektronik-Produkten. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe."

Alles geheim - sogar für ehemalige GeschäftspartnerEine andere Spur: Hunderte Kilometer weiter nördlich, in dem Ort Lage bei Bielefeld. Hier soll das Know-How für die Neosino-Produkte herkommen. Hier arbeitet der Erfinder Gerd Thöne, entwickelt die Mittel. Doch von dem Nano-Wunder ist auch hier nichts zu finden. Die Maschine, mit der Gerd Thöne die Mineralien angeblich so winzig klein mahlen möchte, steht nicht in seinem Labor. Wo sie ist, sei geheim, sagt Thöne.

So geheim, dass sogar ehemalige Geschäftspartner nichts genaues wissen. Wie zum Beispiel Professor Karl Hecht. Er hat zweieinhalb Jahre lang als medizinischer Berater für Thöne gearbeitet. Doch auch er hat die Mühle nie zu Gesicht bekommen. Hecht: "Er hat einmal gesagt, sie steht in Frankreich. Und ein anderes Mal, als ich ihn gefragt habe, hat er gesagt, die stehe bei ihm zu Hause und ich könne sie aus Geheimhaltungsgründen nicht sehen." Und auch keine Belege dafür, dass tatsächlich Nano-Mineralien in den Produkten von Thöne enthalten sind. "Derartige Belege habe ich nicht. Er hat nur teilweise mit Belegen argumentiert. Aber ich habe nie diese Belege gesehen", sagt der ehemalige Geschäftspartner.

[Bildunterschrift: Bilder aus dem ersten Panorama-Bericht: Im Labor...]
[Bildunterschrift: ...wird das "weltweit einmalige" Verfahren mit einem Pürierstab demonstriert.]

"Die Leute schlucken sozusagen Bolzplatz in Kapseln"Nun soll es aber endlich Belege für die Existenz der winzigen Mineralien geben, behauptet zumindest Neosino. Die Produkte der Firma stehen mittlerweile stark in der Kritik. Nach einem Gutachten des Max-Planck-Instituts hieß es, dass die Mittel nicht halten, was sie versprechen. Die Wissenschaftler fanden keine Mineralien in der Größe von unter zehn Nanometern - auch nicht an der TU Braunschweig, wo ebenfalls Proben untersucht wurden.


[Bildunterschrift: Professor Markus Antonietti vom Max-Planck-Institut in Potsdam analysiert eine Probe der "Nano-Pillen".]
Und das Urteil von Professor Markus Antonietti vom Max-Planck-Institut war ernüchternd. Statt die teuren Neosino-Mittel aus dem Bayern-München-Shop zu kaufen, gäbe es auch eine günstigere Möglichkeit für Fußballer, erklärte Antonietti: "Sie könnten auf einen ganz normalen Bolzplatz gehen. Und wenn sie den Staub, den sie dort aufwirbeln würden, aufnehmen, hätte das genau die gleiche Wirkung, wie die Dinge, die in diesen Kapseln enthalten sind. Die Leute schlucken sozusagen Bolzplatz in Kapseln."

In Sand "würden ähnliche Bereiche auftreten"Die neuen Gutachten, die Neosino jetzt präsentierte, sollten das widerlegen, die verheißungsvollen Werbeversprechen stützen und das Nano-Wunder endlich belegen. Doch die versprochenen Nano-Mineralien kann ein neutraler Begutachter auch hier, in den neuen Gutachten, nicht entdecken. Professor Horst Weller vom Centrum für angewandte Nanotechnologie erklärt, er habe "in keinem dieser Gutachten" Belege für die drei bis zehn Nanometer großen Einzelteilchen gesehen.

Was er dort sehe, sei "nichts sonderlich Besonderes", sagt Weller - jedenfalls keine Wunderteilchen: "Wenn man sich zum Beispiel Sand nehmen würde und würde den im Mikroskop anschauen, würde man auch Stellen finden, wo ähnliche Bereiche auftreten."

Die Spuren verlaufen also im Sand. Das Nano-Wunder bleibt geheim.



Panorama läßt sich das auch nicht bieten und sendet heute ab 21.45 Uhr "Neosino - Teil 2" im Ersten.

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Freitag, 31. März 2006, 00:05

Sehr schön. Die Aktien-Spezies geben alles. Ich lese gerne in diesem Thread:

Link

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Freitag, 31. März 2006, 02:36

Und WER sagt denn,daß irgendwelche Nano-Partikel,die es überall gibt,was für die Gesundheit brächten?

Womit wir wieder bei Müller-Wohlfahrt wären.

Ich acker da in meiner Praxis rum,anstatt daß ich Aktien für Sand verkaufte.

Man ist blöd.

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Freitag, 31. März 2006, 10:48

Du mußt Aktien für unverkäuflichen Sand verkaufen. Dann bist Du der King, denn nicht der unverkäufliche Sand ist das Produkt, sondern die Aktie:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/19/0…3919347,00.html

Zitat


"Neosino-Produkt fehlt Genehmigung"
Bundesamt: Mittel sei nicht "verkehrsfähig"
Das Nahrungsergänzungsmittel Neosino des in die Schlagzeilen geratenen Unternehmens Neosino Nanotechnologies dürfte gar nicht verkauft werden. Nach Angaben des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit fehlt die Genehmigung. Eine Prüfung habe ergeben, dass das Mittel überhaupt nicht verkehrsfähig sei, sagte des Sprecher des Amtes, Jochen Heimberg. "Das vom Hersteller eingesetzte Silizium steht nicht auf dieser Liste, und eine Verwendung ist damit unzulässig", sagte er.

31.03.2006

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Freitag, 31. März 2006, 12:01

Dieser Schwindel geht nicht gut aus. Heute haben sich bei der Google-Suche "neosino" bereits Spezial-Anwälte für Kapitalanlage-Betrug die exponierten Werbeflächen gesichert:

http://www.google.de/search?hl=de&q=neos…F-8&sa=N&tab=nw

Zitat


Neosino AG
www.anwalt-a.de Auskünfte erteilen RA Robert, Kempas, Segelken.

Rotter Rechtsanwälte
www.rotter-rechtsanwaelte.info "Die führende Kanzlei für Anleger- klagen in Deutschland." Die Welt

NDR-Bericht zu Neosino
Sie fühlen sich getäuscht?
KTAG-Rechtsanwälte - Anlegerschutz
www.dasAnwaltsbuero.de

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Freitag, 31. März 2006, 20:01

Das Sendungsprotokoll von Panorama:

Link

Da gibt es eine angebliche Firma Sanalife auf Malta, die unter angegebener Adresse nicht zu finden ist. Wenn man sich aber den Wertpapierprospekt zum Börsengang ansieht, müßte das eigentlich ein ganz doller Schuppen sein, den man bei einer Recherche nicht übersehen kann:

http://neosino.com/uploads/media/Wertpapierprospekt_02.pdf

Ein weiteres Freitagsgebet ertönte soeben vom Firmenmuezzin Neosinos.
Dieser äußert sich zu den Vorwürfen, man habe keine Genehmigung für den Vertrieb der feilgebotenen Waren. Urplötzlich verkauft man Dolormit, Siliziumdioxyd und Zeolith, nicht etwa elementares Silizium, mit welchem man die ganze Zeit geworben hatte:

=14&tx_ttnews[backPid]=147&cHash=099ce3c745"]Link

Zitat


[...]
Die von uns vertriebenen Nahrungsergänzungsmittel enthalten u. a. als Nährstoffe gemahlenen Zeolith und Dolomit im wesentlich bestehend aus Siliziumdioxyd, Calcium- und Magnesiumcarbonat. Diese Nährstoffe sind in der Natur vorkommende Stoffe ähnlich der ebenfalls natürlich vorkommenden, bekannten Kieselerde, jedoch keine isolierten Vitamine oder Mineralstoffe.
[...]



Von Kinderarzt :

Die Kriminellen haben die meisten belastenden Links gelöscht.

Weitere information :

http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Neosino

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