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Montag, 4. Februar 2008, 18:27

Da finden Sie eine aufrechte und logische Erklärung,warum der Scharlatanerie-Betrug im Gesundheitsbereich so massiv um sich greift.

3

Montag, 11. Februar 2008, 17:30

Daraus:

Angesichts der verzerrten Darstellung der wissenschaftlichen Medizin in der Öffentlichkeit ist es kaum verwunderlich, daß Angebote vermeintlich menschlicherer Alternativen breite Resonanz finden, und daß hierin eine Lösung für verschiedene Probleme der Medizin gesehen wird. Dieser Auffassung muß aber entschieden widersprochen werden. Ganz im Gegenteil zu den verbreiteten Vorstellungen wird eine gute, menschliche Medizin nur durch die Wissenschaft in der Medizin sichergestellt. Unwissenschaftlichkeit ist dagegen der Boden der Inhumanität.

4

Montag, 11. Februar 2008, 21:11

Das ist wirklich so,wenn man sich diese Scharlataneriebetrüger und das Abzockerzeug,das sie den Leiten andrehen,anschaut.

Die Kunden werden nur zwecks Geldgewinns in irrster Manier beschwätzt und ansonsten völlig vernachlässigt und geschädigt.

Eine gefährliche Sache!

6

Samstag, 23. Oktober 2010, 18:28

BITTE WEITERGEBEN :


Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde ;


Ein Kinderarzt schreibt im Internet :


Ich bin als Staatsbürger und fachkompetenter (Kinder-)Arzt in der Pflicht,Mitbürger vor Schaden zu bewahren und sie vor mir bekannt gewordenen Schädigern zu warnen.

Mitbürger mit ihren Kindern und ihren Kranken werden durch massivst zunehmenden Scharlatanerie- und Sektenbetrug aufs Schwerste und jeden Tag aufs Neue physisch,psychisch und finanziell geschädigt.

Es ist Gefahr und Lebensgefahr im Verzug.

Im Angesicht von verlogener Desinformation,Idiotie,verkommenen Ideologen,Sekten,Gewalt,Terror,Menschenverachtung,Gefährdung von Gesundheit und Leben,Betrug,weitergehender Kriminalität und Faschismus ist Höflichkeit gegenstandslos.

Man muß die Dinge klar beim Namen nennen.

Es ist immer die erste Plumpitüde von schamlosen Betrügern und ihren ebenso schamlosen Nachbetern von Kritikern und Gegnern Höflichkeit einzufordern.-Dabei sind sie es,die jegliche gesellschaftliche Normen und Moralbegriffe längst verlassen haben.

Eine absurde Hobby-Demagogen-Pseudostrategie für den Müll.


Die Gesetze sind alle da; gegen:

Berufsordnungsverstöße
Betrug
Nötigung
Volksverhetzung
Unterlassene Hilfeleistung
Körperverletzung
Schwere Körperverletzung
Körperverletzung mit Todesfolge
Totschlag und Versuch
Mord und Versuch

Man muß sie nur endlich anwenden.

In anderen Bereichen als dem der Scharlatanerie im Gesundheitsbereich klappt das auch einwandfrei.


Der Kreis schließt sich.

Oder besser gesagt:

DIE SCHLINGE ZIEHT SICH ZU.

ALLE Scharlatane benutzen völlig identische und stereotype Methoden zwecks schamlosester Abzockerei und Volksverblödung.


Völlig egal,ob Homöopathie,Anthroposophie,Unheilpraktikertum,"Germanische neue Medizin",Kinesiologie,Osteopathie,Weltverschwörungsparanoia,Bioresonanz und anderer "Geräte"- und Pseudophysik-Unfug,Impfgegnertum,Hausgeburtsbefürworterei,universitärer Scharlatanerie,bestimmten Seiten für(gegen)Krebspatienten und sogenannte Naturheilkunde.

ALLES ein Brei,gerührt und unters Volk gebracht von Scharlatanen,Psychopathen und Nachbeter-Vollidioten.

ALLE haben satte Querverbindungen.

Kidmed hat das nachgewiesen.

Umfangreiches Material liegt vor.

Übersicht in den Links in:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=3845

Auch Massenmörder wie z.B. Hitler und Komplizen sind mit schamloser Volksverblödung und dank Millionen von egomanen,debilen und psychopathischen Amoralisten zum katastrophalen "Erfolg" gekommen.

Es geht um Kriminelle,Psychopathen,Vollidioten und deren Dulder und Förderer.

Zur weiteren Differenzierung und Definition von Anthropopsychopathie,Homoeopsychopathie,Esoterik & Co:

Über Anthroposophie, Homöopathie und andere Sekten


Sekten-Definition:

Eine Sekte ist eine Gruppe,die sich in irrationalen und menschenfeindlichen Ideologien und Aktionen ergeht und Menschen psychisch,physisch und finanziell massivst schädigt.

All dies wird mit Gehirnwäsche,Terror,Lügen und Betrug bewerkstelligt und aufrecht erhalten.

Psychopathie und Kriminalität sind an der Tagesordnung.

Meine Gegner sind ja so höflich:

Zu meinen Gegnern

Ich habe jahrelang butterweich und sowieso immer sehr argumentativ und belegend geschrieben.Damit wird man genauso massiv von Scharlatanerie-Betrügern und ihren Nachbetern angegriffen und diffamiert.-Die lachen sich kaputt.

Das macht keinen Sinn.


Man muß Betrüger Betrüger nennen und Idioten Idioten.

Verbreitete Betrügermethoden:

Verbreitete Betrügermethoden

ICH BIN ALS STAATSBÜRGER UND ARZT IN DER PFLICHT,MITBÜRGER AUFKLÄREND UND WARNEND VOR SCHADEN ZU BEWAHREN.

DURCH DEN ZUNEHMENDEN BETRUG IM GESUNDHEITSBEREICH WERDEN MITBÜRGER MIT IHREN KRANKEN UND KINDERN ALLTÄGLICH AUFS NEUE MASSIVST PHYSISCH,PSYCHISCH UND FINANZIELL GESCHÄDIGT.

DIE SCHAMLOS IRREFÜHRENDE PANIKMACHE VON SCHARLATANERIE-BETRÜGERN FÜHRT OFT GENUG ZUR ABHÄNGIGKEIT VON DEM BETRUG,ZU PSYCHISCHEN STÖRUNGEN UND PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN.

DAS IST SCHWERE KÖRPERVERLETZUNG.

SCHARLATANERIE IST DAS VORTÄUSCHEN FALSCHER TATSACHEN UND DIE ABGABE FALSCHER HEILUNGSVERSPRECHEN(GESETZESWIDRIG) ZUM SCHADEN VON MITBÜRGERN.

MEDIZINISCHE EINGRIFFE UND BEHANDLUNGEN SIND KÖRPERVERLETZUNG,WENN DER BEHANDELTE NICHT EINWILLIGT ODER MANGELS KORREKTER AUFKLÄRUNG NICHT EINWILLIGEN KANN.


UNTER ANDEREM SEI AUF HIER RELEVANTE GESETZESTEXTE WIE INSBESONDERE DEN BETRUGSPARAGRAPHEN UND DEN PARAGRAPHEN ZUR KÖRPERVERLETZUNG HINGEWIESEN.


ES HANDELT SICH HIER JEWEILS NACHWEISLICH AUSSCHLIESSLICH UM SCHARLATANERIE-METHODEN ,DIE N A C H W E I S L I C H OHNE JEGLICHEN MEDIZINISCHEN SINN UND WERT;UND OHNE JEGLICHEN WIRKSAMKEITSNACHWEIS SIND.

SIE SIND NACHWEISLICH BETRÜGERISCH UND SCHÄDLICH.


Ich stehe für eine patientenorientierte und wissenschaftsfundierte seriöse Medizin,die den Eltern unnötige Sorgen nehmen will und Sie gleichzeitig auf echte Probleme aufmerksam machen will.
Daher auch die klare Position gegen Scharlatan-Pseudo-Medizin.

Meine Hauptgedankeninhalte kommen aus ganz anderen Fächern als der Medizin. Nichts naturwissenschaftliches, sondern Sprach- und Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie/Psychologie.

Ich habe von dieser Warte aus die Medizin immer kritisch und patientenorientiert gesehen, habe in Klinik und Praxis entsprechend Menschen-orientiert gearbeitet und nehme die naturwissenschaftlichen Errungenschaften der Medizin als absolut wichtige Gabe und als sinnvolles Handwerkszeug.

In meinen ehemaligen Fächern habe ich aber auch viel über Interpretation, Deutung und Wahrheitsfindung gelernt... und da fällt ein System wie das der Homöopathie nun mal vollends auf den Bauch. Es ist verlogen und von vorgestern.

Ich habe viele dicke Homöopathie- und Anthroposophie-Bücher gelesen; inzwischen schaffe ich keine 3 Seiten mehr, ohne dass mir schlecht wird.

Es ist ein völlig absurdes und psychopathisches System,welches mit dem gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehbar ist.
Reiner volksverblödender Betrug und eine widerliche Beleidigung des menschlichen Geistes - sofern man den welchen hat.

Die selbsternannten Pseudo-Gutmenschen,die dem Scharlatanerie-Betrug Tür und Tor öffnen:

Die selbsternannten Pseudo-gutmenschen


Die Sprachzerstörung:

Macht der Sprache


Verbreitete Pseudomethoden ohne Sinn und Wert:

Verbreitete Pseudomethoden ohne WirksamkeitsnachweisDas Folgende bitte lesen und weitergeben.


ICH FORDERE DRINGLICHST DIE ABSCHAFFUNG DES FATALEN HEILPRAKTIKER-GESETZES AUS DER NAZIZEIT,WO MAN EIN FASCHISTISCH-RASSISTISCH- VÖLKISCHES PSEUDO-GESUNDHEITSSYSTEM INSTALLIEREN WOLLTE.

DES WEITEREN FORDERE ICH DIE VERFOLGUNG VON BETRUG AN DEN UND GEFÄHRDUNG DER MITBÜRGER DURCH DIESE KRIMINELLEN,INCLUSIVE ANDERER INFAMER UND SCHAMLOSER SCHARLATANERIE-BETRÜGER WIE HOMÖOPATHEN,OSTEOPATHEN,IMPFGEGNER, ANTHROPOSOPHEN,ESOTERIKER,BESTIMMTER ÄRZTE UND BESTIMMTER PARAMEDIZINISCHER BERUFE USW..

DIE GESETZE DAGEGEN SIND ALLE LÄNGST DA:

Die Gesetze gegen Scharlatanerie-betrug sind alle da

SIE MÜSSEN NUR ENDLICH ANGEWANDT WERDEN.

BITTE SCHREIBEN AUCH SIE AN BUNDESKANZLERIN,JUSTIZMINISTERIN UND GESUNDHEITSMINISTER.

POLITIK,GERICHTE,MEDIEN,BEHÖRDEN,UNIVERSITÄTEN,KRANKENKASSEN,VOLKSHOCHSCHULEN,GESUNDHEITSÄMTER UND ÄRZTEKAMMERN DULDEN DEN SCHARLATANERIE-BETRUG NICHT NUR,SONDERN FÖRDERN IHN NACH KRÄFTEN,WAS STRAFTATEN BEDEUTET.

NÄMLICH BEIHILFE ZU KRIMINELLEM.

BETRUG,LEBENSGEFÄHRLICHE FEHLBEHANDLUNG,UNTERLASSENE HILFELEISTUNG,NÖTIGUNG,KÖRPERVERLETZUNG,TOTSCHLAG UND MORD DURCH KRIMINELLE IDEOLOGEN MÜSSEN DRINGENDST UNTERBUNDEN WERDEN.

KEIN ANDERES LAND LEISTET SICH SOLCH EINE LEBENSBEDROHLICHE MISERE.


Zur betrügerischen sogenannten "Naturheilkunde":

Zur sogenannten Naturheilkunde und Ganzheitsmedizin

Zur betrügerischen Homöopsychopathie:

Homöopathie ist blanke Willkür und Beliebigkeit.

Zur betrügerischen chinesischen Pseudomedizin:

"Chinesische Medizin" ist gefährlicher Betrug

Zur betrügerischen Akupunktur:

Wie Akupunktur funktioniert

Wo die Politik zugunsten der Patienten auch dringendst eingreifen muß,ist der Milliarden-Betrug mit Pseudomedikamenten.

Dazu dies:

Wobenzym ist Scharlatanerie-betrugs-schrott

Da muß es Produktions-Verbote hageln.

Betrüger,die sich "Ärzte" nennen:

Leute,die sich "Ärzte" nennen

Die betrügerischen Unheilpraktiker:

Wozu "Heil"-Praktiker ?

"Akademien","Institute","Heilzentren" und andere kriminelle Hochstapelei von Betrügern:

"Akademien", "Institute" und "Zentren"

Zu alledem gehört auch dieser perfide Scharlatanerie-Sekten-Betrugs-Dreck,der sich völlig fälschlicher Weise "Anthroposophie" nennt:

Scharlatanerie und gefährliche Sekte an Darmstädter Kliniken

Das betrügerische und egoistisch deformierende NLP:

Die Scharlatanerie mit dem Nlp

Das Geschwätz der Scharlatane ist immer dasselbe:

http://www.nlp-trainings-tille.de/naturh…n-main-335.html

Infam gegenüber den armen Krebspatienten!

Und infam gegenüber an Depression erkrankten Mitbürgern:

Zur Depression

Noch ein Scharlatanerie-Betrugsdreck,mit dem man reichlichst Verblödete abzocken kann,nennt sich "Bioresonanz":

Zur sogenannten Bioresonanz

Zum betrügerischen Trick mit der verlogenen Pseudo-Zuwendung der volksverblödenden Abzocker:

Der üble Trick mit der Pseudozuwendung

Zum Betrug mit der sogenannten Osteopathie:

Zum Unfug mit der "Osteopathie"

Zum Betrug mit der sogenannten Orthomolekular-"Medizin":

Der üble Trick mit der Pseudozuwendung

Was auch lebensgefährlich/tödlich ist,sind die verkommenen Impfgegner,die sich immer aus Scharlatanerie-Kreisen rekrutieren,die ihre Kunden in perfider Manier verblöden.

Dazu lese man bitte dies:

Impfgegner haben außer Lügen nichts zu bieten.

Die Enzyklopädie der Betrugsmethoden:

Scharlatanalarm!!!

Zur Gefährlichkeit der Haus- und Geburtshausgeburten,die von verantwortungslosen Alternaiven so sehr propagiert werden:

Zur Problematik von Haus- und Geburtshausgeburten

Alles reine und schamlose kriminelle Abzockerei.


Zum Wissenschaftsbegriff in der Medizin:

Ein sehr wichtiger Text:

Die Sache mit dem Glauben ist das Problem:

Die Sache mit dem Glauben ist das Problem.


Ich stehe für eine patientenorientierte und wissenschaftsfundierte seriöse Medizin,die den Eltern unnötige Sorgen nehmen will und Sie gleichzeitig auf echte Probleme aufmerksam machen will.
Daher auch die klare Position gegen Scharlatan-Pseudo-Medizin.

Zu den Gegnern seriöser Aufklärung:

Zu meinen Gegnern

Meinungen von durchblickenden Normalbürgern:

Meinungen zu kidmed

Über seriöse Kindermedizin,die den Eltern überflüssige Sorgen wegnehmen und sie gleichzeitig für echte Probleme sensibilisieren soll:

Über sinnvolle Kindermedizin



Unheilpraktiker und anderes Betrügerpack verstoßen in infamster Weise gegen menschliche,soziale und gesetzliche Normen.

Alles total primitives Dreckszeugs.



Die Misere der Hochschulmedizin durch infame und kriecherische,korrupte und kriminelle Vollidioten :

http://www.academics.de/wissenschaft/weh…ml?unpaged=true


Wehe! Wehe! Von HARRO ALBRECHT

Homöopathie, Akupunktur, Ayurveda - der Aberglaube frisst die moderne Medizin. Zunehmend lehren deutsche Hochschulen alternative Verfahren. Ein Irrweg, findet Harro Albrecht.
Wehe! Wehe!© Gemmi - Photocase.comDie Ausbildung an Medizinischen Hochschulen - ein Irrweg?
Made in Germany«, trotz der Pannenserie unserer Hochgeschwindigkeitszüge zählt dieses Qualitätssiegel in der Welt noch etwas. Produkte aus Deutschland sind für gewöhnlich gut, die internationale Kundschaft reißt sich darum. Einst genoss auch »Med. in Germany« den besten Ruf. Mitte des 19. Jahrhunderts pilgerten Ärzte aus aller Welt nach Deutschland, um eine neue, systematische und vor allem naturwissenschaftlich verankerte Medizin kennenzulernen. Selbst das berühmte Johns Hopkins Hospital in Baltimore ließ sich vom Können deutscher Ärzte inspirieren.

Vorbei. Das einstige Vorbild zerstört sich selbst. An den Medizinischen Hochschulen unseres Landes floriert, was seit den Tagen Rudolf Virchows, Robert Kochs und Paul Ehrlichs endlich überwunden schien: magischmystische Lehren, Konzepte der antiken Viersäftelehre und allerlei esoterische Therapieideen, die keiner Überprüfung standhalten. In einem Wort: Paramedizin. Die Liste der Medizinischen Hochschulen, an denen wissenschaftlich ungesicherte Außenseitermethoden gelehrt und praktiziert werden, wächst zusehends. An einem Drittel der 36 Fakultäten lässt sich Homöopathie als Wahlpflichtfach studieren. Fertig ausgebildete Ärzte, die mehr davon wollen, können sich im Wintersemester in Magdeburg erstmals für einen »Weiterbildungsmasterstudiengang Homöopathie« einschreiben. Überall entstehen neue Lehrstühle für Komplementärmedizin - und auch die Therapie zieht nach. Mit indischem Ayurveda lassen sich Patienten in Essen die drei »Doshas« ausbalancieren - diese sollen, individuell gemischt, in jedem Menschen die geistigen und körperlichen Funktionen steuern. In München schlucken Kranke homöopathische Kügelchen, in Marburg lassen sie sich akupunktieren. Die deutsche Hochschulmedizin, einst für vorbildliche Wissenschaft gepriesen, verrät ihre Ideale.

»Naturheilverfahren« steht auch auf dem Praxisschild des niedergelassenen Arztes Michael Jansky in Böhl-Iggelheim bei Mainz. Der Allgemeinmediziner ist nebenbei Leiter des Lehrbereichs Medizin an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Seit 2003 gehören Naturheilverfahren zum offiziellen Unterrichts- und Prüfungsstoff für angehende Mediziner. Deshalb bringt Jansky den Studierenden mitunter Seltsames nahe. Halbwegs nachvollziehbar mag da noch die Exkursion in urdeutsche Wasserheilkunst anmuten: Am eigenen Leib lässt der Arzt die Nachwuchsmediziner spüren, wie ein Kneippscher Guss auf der Haut prickelt.

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Doch dann wird es befremdlich. Auf Janskys universitärem Lehrplan finden sich Methoden aus der Mottenkiste vorwissenschaftlicher Heilungslehren: Ein Nadelgerät dient dem »Baunscheidtieren«. Carl Baunscheidt, Ackerbaugerätehersteller und Muttermilchpumpenerfinder, hatte im 19. Jahrhundert einen Nadelstichapparat konstruiert. Dieser »Lebenswecker« soll gegen Entzündungen aller Art helfen und ebenso bei Magen-Darm-Beschwerden. Kontrollierte Studien, die eine Wirksamkeit belegen könnten, gibt es bis heute nicht. Das gilt ebenso für das Cantharidenpflaster. »Das ist ein getrockneter und gemahlener Käfer, der als Paste auf die Haut aufgetragen wird«, sagt Jansky. Und was bewirkt die Käferpaste? »Es bildet sich eine Lymphblase, und das soll Entzündungsstoffe nach außen führen.«

Heilen mit der Käferpaste und dem Nadelstichgerät
Der Arzt drückt sich vorsichtig aus. Er ist in heikler Mission unterwegs. Mittelalterliche Therapien zu unterrichten - das passt nicht in eine Zeit, in der medizinische Behandlungen ihren Effekt zweifelsfrei nachweisen müssen. Die Studierenden, findet Jansky, sollten von den Außenseitermethoden zumindest etwas gehört haben: »Es gibt meines Erachtens nichts Schlimmeres, als wenn der Arzt bei jeder zweiten Frage dem Patienten antworten muss: 'Davon habe ich noch nie gehört.'«


Dass ein deutscher Mediziner in seinem Berufsleben mit Patienten konfrontiert sein wird, die auf vermeintlich sanfte Alternativen schwören, ist sicher. Je nach Umfrage haben bis zu zwei Drittel aller erwachsenen Bundesbürger schon einmal solche Verfahren in Anspruch genommen. Jansky betont zwar, dass er versuche, »den Stoff möglichst wertfrei darzustellen« - wenn er dies sagt, klingt es fast wie eine Entschuldigung. Die Universitätsmedizin beugt sich indes bereitwillig dem Wunsch des Publikums. Im ganzen Land werden passende Lehrstühle zu diesen Therapierichtungen installiert. Vor zwei Jahren entstand die erste deutsche Professur zur Erforschung der Komplementärmedizin in Berlin. Seit Anfang des Jahres gibt es an der Technischen Universität München ein Kompetenzzentrum für Komplementärmedizin und Naturheilkunde. Komplementär heißen Angebote wie Naturheilkunde, Homöopathie, Osteopathie und Akupunktur, weil sie die naturwissenschaftliche Medizin, die Biomedizin, nicht verdrängen, sondern ergänzen wollen. Der jüngste Zugang im komplementärmedizinischen Kreis ist das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Anfang Juli eröffnete dort das erste Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Es ist ein Paradebeispiel für die ambivalente Motivation der Hochschulen, die eben nicht nur Forschungsneugier befriedigen möchten, sondern auch die Kundschaft im Blick haben.

»Die Hälfte der Deutschen wollen alternative Medizinangebote, und TCM steht an ganz vorderer Stelle«, begründet der ärztliche Direktor des UKE, Jörg Debatin, sein Engagement im fernöstlichen Segment. Bisher habe sich die wissenschaftliche Medizin kaum durch kontrollierte Studien mit TCM auseinandergesetzt. Debatin will dies ändern: »Wenn jeder zweite Patient meint, TCM sei eine gute Idee, dann muss die Universitätsmedizin irgendwann aufhören, das zu ignorieren.« Sein Zentrum will nun herausfinden, was sinnvoll ist und was nicht. Der normale Gang der Dinge wäre, dass erst Studienergebnisse abgewartet - und danach die Therapien begonnen würden. Im UKE muss der willige Patient indes nicht jahrelang auf Forschungsergebnisse warten. Er kann sich auf dem Unigelände (Pavillon O55) sogleich mit geheimnisvollen Tinkturen behandeln lassen.

Geboten werden chinesische Diätetik, Heilpflanzen, Akupunktur oder Tuina, eine spezielle Massage- und Grifftechnik. »Das ist natürlich zu früh«, sagt der Berliner Medizinhistoriker und Sinologe Paul Unschuld, »wir wissen gar nicht, ob es wirkt, wie es wirkt, dass es wirkt - aber wir therapieren schon mal drauflos.« Dieser Diskrepanz war sich offenbar auch der ärztliche Direktor des UKE bewusst - und man bemühte sich vorsorglich um eine gewisse Abgrenzung: »Der krankenversorgerische Teil ist privat organisiert«, sagt Debatin, »daran hält das UKE keine Anteile, das ist wie eine normale Praxis. « Für den Patienten ist dieser feine, aber wichtige Unterschied zwischen universitärer Forschung und privater Behandlung von außen nicht erkennbar.

Und ob er gut bedient wird, steht dahin. Paul Unschuld erforscht alle Spielarten der chinesischen Medizin. Er berät die chinesische Regierung und kennt die Entwicklung der TCM in Deutschland. Zwar gäbe es in China »sicher sehr viele gut wirksame Arzneidrogen«, die zu Recht den Weg nach Europa gefunden hätten - das starke Abführmittel Semen Crotonis, die Rhabarberwurzel, die je nach Aufbereitung abführend oder stopfend wirken kann, oder Ephedra, das die Bronchien weitet. Aber erstens seien diese längst erschöpfend erforscht, und zweitens gäbe es kaum eine Lücke im Repertoire der wissenschaftlichen Medizin, die ein aus einem Kraut gewonnener Bestandteil füllen könne. Im Übrigen, sagt Unschuld, sei an der Traditionellen Chinesischen Medizin fast nichts traditionell. Das meiste sei »ein Kunstprodukt«. Erfunden oder erfinden lassen hat es Mao Tse-tung in den 1950er Jahren. Dem großen Vorsitzenden ging es darum, den traditionellen Kanon dem marxistischen Ideengut anzupassen. Dann stellte sich heraus, dass sich das Produkt TCM gut in den Westen exportieren ließ. Der Medizinhistoriker Unschuld hält den Direktor Jörg Debatin daher für einen »cleveren Geschäftsmann, der diese chinesische Medizin nutzt, um sein Klinikum zu füllen«.

In den Hotels gibt es Wellness, in den Kliniken "sanfte Medizin"
Eine Geschäftsidee braucht allerdings immer ein Kundenumfeld. Das UKE liegt im namensgebenden Stadtteil Eppendorf - und damit Tür an Tür mit der Zielgruppe seiner Fernostsparte. Denn die dort wohnenden Gutbetuchten sind alternativen medizinischen Ideen besonders zugeneigt. Den Kreißsaal, Visitenkarte jeder Klinik, richtete das UKE schon vor Jahren nach den Prinzipien der chinesischen Wohnphilosophie Feng-Shui ein.


Kooperationspartner für das neue TCM-Zentrum ist eine Krankenversicherung. »HanseMerkur Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin« steht daher auf dem Praxisschild am Pavillon O55 - in etwa so, wie das Hamburger Volksparkstadion derzeit gerade Imtech-Arena heißt. Für die kommerziellen Umtriebe gibt es einen guten Grund. Universitätskliniken hatten lange eine Sonderstellung. Seit rund zehn Jahren jedoch müssen sie Forschung, Lehre und Krankenversorgung separat abrechnen. Die Landeszuschüsse für den Wissenschaftsbetrieb dürfen nicht mehr die Krankenversorgung quersubventionieren. Als 2001, mit der Einführung der Fallpauschalen, die Bettenzahl schrumpfte und die Universitätskrankenhäuser plötzlich nur noch Kliniken wie alle anderen auch waren, traf es sich gut, dass Jörg Debatin nicht nur ärztlicher Direktor des UKE ist, sondern gleichzeitig Präsident der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft für Medizin. Dessen Generalsekretär, Mathias Goyen, ist gleichzeitig Geschäftsführer der UKE Consult und Management GmbH. Die wiederum hilft den medizinischen Kollegen in Wuhan mit deutschem Know-how Hospitäler aufzubauen. »Eine Hand wäscht die andere«, kommentiert Paul Unschuld.

Die Komplementärmedizin ist offenbar für die deutschen Kliniken das naheliegendste Rezept, um auf dem Markt bestehen zu können. Die Hotelgastronomie hatte ihre Lukrativität mit Angeboten im Wellnesssegment verstärkt - nun versuchen die Krankenhäuser mit »sanfter Medizin « den Turn around zu schaffen. Für diese Neuausrichtung in der Therapie und der klinischen Forschung gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Grund. Die Homöopathie versucht seit 150 Jahren vergeblich den Nachweis zu erbringen, dass ihre Wirkung über Placeboeffekte hinausgeht. »Je sauberer die Studienbedingungen waren, desto enttäuschender waren letztendlich die Ergebnisse«, sagt sogar Dieter Melchart, Leiter des Kompetenzzentrums für Komplementärmedizin und Naturheilkunde an der TU München. Genauso die Akupunktur. Sie wirkt offenbar - allerdings ist es egal, wo man hineinsticht. Die Cochrane Collaboration, die höchste Instanz zur wissenschaftlichen Bewertung von medizinischen Therapien, hat auch die übrigen Verfahren im Kanon der TCM unter die Lupe genommen. Ihr trauriger Befund: Es gibt »nicht genug qualitativ gute Studien, um irgendeine Aussage über die Effizienz der jeweiligen Behandlungen zu treffen«.

Sicher, viele fühlen sich nach der Behandlung mit alternativmedizinischen Therapieformen besser. Das aber habe nicht viel zu bedeuten, sagt der Essener Mediziner Klaus-Dietrich Bock: »Die Patienten verwechseln meist Heilung einer Krankheit mit der Beseitigung eines Symptoms.« Der Emeritus für Innere Medizin führt seit Jahrzehnten einen Kampf gegen diese Methoden. Die meisten alternativen Therapieformen, so hat Bock festgestellt, aktivieren den Placeboeffekt, also unspezifische psychologische Wirkungen, die Bestandteil fast jeder wirksamen Therapie sind. Wer als Heiler ausschließlich auf diese Methoden setze, den vergleicht Bock mit einem windigen Verkäufer: »Er dreht uns Autos ohne Fahrwerk an, in denen man sich zwar wohlfühlen kann, die uns aber nicht von A nach B bringen.«

Doch für die Universitätskliniken zahlt es sich aus, solche Mogelpackungen im Angebot zu haben. Zurzeit funktioniert das Sponsoring im Alternativsektor phänomenal: Endlich haben die bisher von den Kliniken verschmähten Lobbygruppen eine Chance, sich Gehör zu verschaffen - mit gesponserten alternativmedizinischen Lehrstühlen. Die Firma Heel, Hersteller homöopathischer Mittel, unterstützt eine Stiftungsprofessur an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder mit jährlich 100 000 Euro. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung finanziert eine Professur für Naturheilkunde in Duisburg-Essen, die homöopathisch-naturheilkundliche Karl und Veronica Carstens-Stiftung eine an der Charité in Berlin. Der Psychosomatiker und Prodekan der TU München, Peter Henningsen, räumt ein, dass es das dortige naturheilkundliche Kompetenzzentrum nur gibt, weil ein reicher Gönner eine Million Euro lockergemacht hat. Geld plus Stiftungsprofessur, das hilft außerdem, die Uni im Ranking der Medizinischen Hochschulen ganz nach oben zu hieven. Wer kann da noch Nein sagen?

Während Chinas Regierung das Heil in der Molekularbiologie sucht, schlittert die deutsche Medizin in die Identitätskrise. Nirgendwo wird dies deutlicher als in der thematischen Gewichtung beim zweiten Staatsexamen: Wurden dort die angehenden Ärzte in den vergangenen zehn Jahren mit 150 Fragen zu Naturheilverfahren und Homöopathie konfrontiert, gab es zu medizinischer Statistik und Informatik (den Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens) nur halb so viele Aufgaben. Mit Aspekten der Ethik - hier geht es immerhin um Sterbehilfe, vorgeburtliche Gendiagnostik und Menschenklonen - wurden Prüflinge im selben Zeitraum gar nicht behelligt.


Gutachter beklagen die zunehmende "Entakademisierung" der Ausbildung
Jürgen Schölmerich, Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), konstatiert eine erschreckende Abkehr von der Wissenschaft an deutschen Universitätskliniken und beklagt eine »Deprofessionalisierung« und »Entakademisierung « der medizinischen Ausbildung. Eine Senatskommission der DFG zeichnete im April dieses Jahres ein genauso finsteres Bild vom Zustand der medizinischen Forschung: Ein großer Teil der Dissertationen sei »wenig ergiebig«, eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung nicht gewährleistet. Das Fazit der Kommission: »Ein trauriger Befund!«

Rund 150 Jahre ist es her, dass Rudolf Virchow, naturwissenschaftlicher Arzt und Revolutionär, sich darüber entsetzte, dass an jeder Ecke andere Erklärungen über Entzündungen feilgeboten wurden. Erst die Methoden der reproduzierbaren Versuche und systematischen Studien verhalf zu jenen Erkenntnissen, die Millionen das Leben retteten. Die wichtigste Lehre: Wissenschaft ist ein ständiger Prozess des Zweifelns und der Verbesserung. Jede Therapieform muss sich daran messen lassen, ob sie reproduzierbar gute Ergebnisse liefert, in sich widerspruchsfrei und prinzipiell widerlegbar ist. Festgeschriebene Wahrheiten, wie sie magisch-mystischen Therapieformen zugrunde liegen, gibt es nicht.

Dieses Prinzip hat sich die Astronomie zu Eigen gemacht und die einstige Schwester Astrologie fallen gelassen - obwohl Millionen Deutsche gerne Horoskope lesen. In der Chemie versucht niemand mehr alchimistisch aus Blei Gold zu gewinnen - obwohl Fantasyleser davon träumen. Die deutsche Medizin jedoch schreitet auf dem Weg zurück zur Beliebigkeitsheilkunde. Ohne ihr Wissenschaftsverständnis zu hinterfragen. »Nach meiner Wahrnehmung wird das nicht diskutiert«, sagt Volker Hildebrandt, Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages. So bestimmen Laienwünsche neuerdings die Richtung der Medizin. Was kommt als Nächstes: Pendeln? Geistheilen?

Dabei gibt es längst eine sanfte Richtung in der Medizin, die es schafft, den Menschen ganzheitlich zu erfassen, inklusive Geist: die Psychosomatik. Doch gerade dieses Fach, das die Wechselwirkungen von Physis und Psyche wissenschaftlich ergründet, wird marginalisiert - zugunsten von Zauberkünsten im Dunstkreis von Yin und Yang. Die Hokuspokus-Welle rollt. Die Hochschulmedizin ist drauf und dran zu kapitulieren.

Aus DIE ZEIT :: 09.09.2010



Man sollte wachsam sein, wenn

ï‚· behauptet wird, das Gerät nutze wenig bekannte "Energien", "Felder" oder "Schwingungen", die von normalen Wissenschaftlern nicht nachgewiesen werden können

ï‚· behauptet wird, das Gerät könne Personen heilen, die Kilometer entfernt sind

ï‚· das Gerät einen verquasten, aber trotzdem irgendwie wissenschaftlich klingenden Namen hat

ï‚· das Gerät angeblich von einem "weltbekannten" Doktor oder Professor erfunden wurde, der aber nicht wirklich bekannt ist

ï‚· das Gerät blinkende Lichtchen aufweist, die keinen erkennbaren Nutzen haben

ï‚· das Gerät Regler und Anzeigen hat, die keinen praktischen Nutzen haben

ï‚· das Gerät Ihren Körper schüttelt, rüttelt, ansaugt, kleine Schläge verpasst oder erwärmt

ï‚· das Gerät angeblich so gut wie alles heilen kann

ï‚· das Gerät nur per Mail, Post oder in speziellen Geschäften erhältlich ist

ï‚· Sie das Gerät bei einem normalen Arzt nicht sehen

ï‚· der Hersteller selber nicht sicher ist, wie oder warum es funktioniert

ï‚· Sie, um das Gerät einzusetzen, sich in eine bestimmte Richtung drehen oder Sie es nur zu bestimmten, ungewöhnlichen Zeiten gebrauchen sollen

ï‚· Sie es auch benutzen sollen, wenn Sie sich wohlfühlen und gesund sind

ï‚· es von seriösen Quellen als sinn- und nutzlos bezeichnet wird

(Von Quackwatch, aus dem Buch: Quack! Tales of Medical Fraud von Bob McCoy, aus dem Englischen, leicht verändert)

Einige weitere Dinge, die Sie beachten sollten:

ï‚· Seien Sie skeptisch bei Gegenständen oder Gerätschaften, die im Internet massiv beworben werden. Seien Sie wachsam, wenn Geräte bei vielen verschiedenen Internet-Adressen, die selbständigen Beratern zugeordnet werden können, bezogen werden können. Schauen Sie sich die Seite des Herstellers genau an. Wenn sehr viele verschiedene Heilwirkungen angegeben sind, besteht der Verdacht, dass das Gerät bestenfalls nutzlos ist.

Beispiele: Gerätschaften zur Herstellung von "kolloidalem Silber", "Zapper"-Geräte, Geräte zur "Wasser-Levitation" und anderes.

ï‚· Nicht immer ist jedoch eine Werbung auch als solche erkennbar. Einige Firmen, vor allem diejenigen, die eigens selbständige Berater beschäftigen, gehen dazu über, in Gesundheitsforen fingierte Erfahrungsberichte einzustellen. Über eine Mail-Adresse wird dann der vermeintlich private Kontakt zum potentiellen Kunden hergestellt.

Beispiele: Gegenstände, die angeblich über Magnete wirken sollen, viele Gegenstände, die angeblich "Elektro-Smog" abschirmen sollen, manche Gerätschaften zur Wasser-Aufbereitung und anderes.

ï‚· Lassen Sie sich nicht auf Kaffee-Fahrten zum Kauf von teuren Dingen verleiten, die angebliche Heilwirkungen haben. Ein seriöser Hersteller hat es nicht nötig, diesen Vertriebsweg zu wählen. Wenn Sie an dem Gerät oder Gegenstand interessiert sind, aber den Nutzen oder Ihren Bedarf nicht wirklich einschätzen können, lassen Sie sich die Adresse des Herstellers geben. Sie können dann in Ruhe zuhause weitere Informationen (z. B. bei Ihrer Krankenkasse) einholen. Lassen Sie sich nicht durch Aussagen wie "gibt es nur hier und heute", "einmalige Gelegenheit" und fingierte Preisnachlässe in einen vermeintlichen Kaufzwang treiben. Diese Maschen sind ebenso wie ein geplanter Gruppendruck Merkmal unseriöser Vertreiber.

Beispiele: Gegenstände, die angeblich über Magnete wirken sollen, Gegenstände, die angeblich "Elektro-Smog" abschirmen sollen, und anderes.

ï‚· Seien Sie wachsam, wenn Ihnen Bekannte oder Freunde plötzlich teure Gerätschaften oder Gegenstände als unentbehrlich für die Gesundheit anpreisen. Unsinnige Gegenstände und Gerätschaften werden auch oft über Strukturvertriebe verkauft, die zunehmend die Empfehlung im privaten Kreis propagieren. Wenn es ein wirklich guter Freund oder Bekannter ist, wird er/sie Verständnis dafür haben, dass Sie weitere Informationen einholen wollen. Wenn nicht, wissen Sie, zumindest was die Bekanntschaft betrifft, woran Sie sind.

Beispiele: verschiedene Geräte zur Wasser-Aufbereitung, Gegenstände, die angeblich über Magnete wirken sollen und anderes.

ï‚· Achten Sie auch beim Arzt auf einige Geräte. Manche Ärzte haben sich unnütze Geräte angeschafft, die sich amortisieren müssen. Diese Leistungen müssen privat bezahlt werden. In diesem Fall können Sie z. B. über die "Checkliste IGel" im Bereich Gesundheitswesen dieses Informationsmoduls eine erste Orientierung gewinnen, ob das sinnvoll ist. Fragen Sie bei Zweifeln z. B. bei Ihrer Krankenkasse nach.

Beispiele: Bioresonanz-Geräte, Elektroakupunktur-Geräte, Singulett-Sauerstoff-Geräte, "System-Informations-Geräte", Geräte zur Darmspülung, die nicht im Zusammenhang mit radiologischen oder endoskopischen Untersuchungen stehen, sondern der "Entschlackung" dienen sollen, und anderes.



Wenn Sie Fragen oder Zweifel haben, erkundigen Sie sich zum Beispiel bei den Verbraucherberatungen oder Ihrer Krankenkasse. Bei den Verbraucherberatungen können Sie sich auch Hinweise holen, wie Sie vorgehen können, wenn Sie bereits einen solchen Gegenstand erstanden haben und diesen Kauf bereuen.

Informationen zu einzelnen Geräten auch unter:

http://www.devicewatch.org


Wogegen dies ganze Betrügerpack auch ständig verstößt,ist das Heilmittelwerbegesetz:

§ 3

Unzulässig ist eine irreführende Werbung. Eine Irreführung liegt insbesondere dann vor,

1. wenn Arzneimitteln, Medizinprodukten, Verfahren, Behandlungen, Gegenständen oder anderen Mitteln eine therapeutische Wirksamkeit oder Wirkungen beigelegt werden, die sie nicht haben,

2. wenn fälschlich der Eindruck erweckt wird, daß

a) ein Erfolg mit Sicherheit erwartet werden kann,
b) bei bestimmungsgemäßem oder längerem Gebrauch keine schädlichen Wirkungen eintreten,
c) die Werbung nicht zu Zwecken des Wettbewerbs veranstaltet wird,

3. wenn unwahre oder zur Täuschung geeignete Angaben

a) über die Zusammensetzung oder Beschaffenheit von Arzneimitteln, Medizinprodukten, Gegenständen oder anderen Mitteln oder über die Art und Weise der Verfahren oder Behandlungen oder
b) über die Person, Vorbildung, Befähigung oder Erfolge des Herstellers, Erfinders oder der für sie tätigen oder tätig gewesenen Personen gemacht werden.


§ 6

Unzulässig ist eine Werbung, wenn

1. Gutachten oder Zeugnisse veröffentlicht oder erwähnt werden, die nicht von wissenschaftlich oder fachlich hierzu berufenen Personen erstattet worden sind und nicht die Angabe des Namens, Berufes und Wohnortes der Person, die das Gutachten erstellt oder das Zeugnis ausgestellt hat, sowie den Zeitpunkt der Ausstellung des Gutachtens oder Zeugnisses enthalten,

2. auf wissenschaftliche, fachliche oder sonstige Veröffentlichungen Bezug genommen wird, ohne daß aus der Werbung hervorgeht, ob die Veröffentlichung das Arzneimittel, das Verfahren, die Behandlung, den Gegenstand oder ein anderes Mittel selbst betrifft, für die geworben wird, und ohne daß der Name des Verfassers, der Zeitpunkt der Veröffentlichung und die Fundstelle genannt werden,

3. aus der Fachliteratur entnommene Zitate, Tabellen oder sonstige Darstellungen nicht wortgetreu übernommen werden.


§ 11

(1) Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel nicht geworben werden

1. mit Gutachten, Zeugnissen, wissenschaftlichen oder fachlichen Veröffentlichungen sowie mit Hinweisen darauf,

2. mit Angaben, daß das Arzneimittel, das Verfahren, die Behandlung, der Gegenstand oder das andere Mittel ärztlich, zahnärztlich, tierärztlich oder anderweitig fachlich empfohlen oder geprüft ist oder angewendet wird,

3. mit der Wiedergabe von Krankengeschichten sowie mit Hinweisen darauf,

4. mit der bildlichen Darstellung von Personen in der Berufskleidung oder bei der Ausübung der Tätigkeit von Angehörigen der Heilberufe, des Heilgewerbes oder des Arzneimittelhandels,

5. mit der bildlichen Darstellung

a) von Veränderungen des menschlichen Körpers oder seiner Teile durch Krankheiten, Leiden oder Körperschäden,
b) der Wirkung eines Arzneimittels, eines Verfahrens, einer Behandlung, eines Gegenstandes oder eines anderen Mittels durch vergleichende Darstellung des Körperzustandes oder des Aussehens vor und nach der Anwendung,
c) des Wirkungsvorganges eines Arzneimittels, eines Verfahrens, einer Behandlung, eines Gegenstandes oder eines anderen Mittels am menschlichen Körper oder an seinen Teilen,

6. mit fremd- oder fachsprachlichen Bezeichnungen, soweit sie nicht in den allgemeinen deutschen Sprachgebrauch eingegangen sind,

7. mit einer Werbeaussage, die geeignet ist, Angstgefühle hervorzurufen oder auszunutzen,

8. durch Werbevorträge, mit denen ein Feilbieten oder eine Entgegennahme von Anschriften verbunden ist,

9. mit Veröffentlichungen, deren Werbezweck mißverständlich oder nicht deutlich erkennbar ist,

10. mit Veröffentlichungen, die dazu anleiten, bestimmte Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden beim Menschen selbst zu erkennen und mit den in der Werbung bezeichneten Arzneimitteln, Gegenständen, Verfahren, Behandlungen oder anderen Mitteln zu behandeln, sowie mit entsprechenden Anleitungen in audiovisuellen Medien,

11. mit Äußerungen Dritter, insbesondere mit Dank-, Anerkennungs- oder Empfehlungsschreiben, oder mit Hinweisen auf solche Äußerungen,

12. mit Werbemaßnahmen, die sich ausschließlich oder überwiegend an Kinder unter 14 Jahren richten,

13. mit Preisausschreiben, Verlosungen oder anderen Verfahren, deren Ergebnis vom Zufall abhängig ist,

14. durch die Abgabe von Mustern oder Proben von Arzneimitteln oder durch Gutscheine dafür,

15. durch die nicht verlangte Abgabe von Mustern oder Proben von anderen Mitteln oder Gegenständen oder durch Gutscheine dafür.

Für Medizinprodukte gilt Satz 1 Nr. 6 bis 9, 11 und 12 entsprechend.

(2) Außerhalb der Fachkreise darf für Arzneimittel zur Anwendung bei Menschen nicht mit Angaben geworben werden, die nahe legen, dass die Wirkung des Arzneimittels einem anderen Arzneimittel oder einer anderen Behandlung entspricht oder überlegen ist.



Relativ neu:

Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch

BGBl I 2005, 2618, (3007)


LFGB Par.11 Vorschriften zum Schutz vor Täuschung

(1) Es ist verboten, Lebensmittel unter irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung gewerbsmäßig in den Verkehr zu bringen oder für Lebensmittel allgemein oder im Einzelfall mit irreführenden Darstellungen oder sonstigen Aussagen zu werben.
Eine Irreführung liegt insbesondere dann vor, wenn
1. bei einem Lebensmittel zur Täuschung geeignete Bezeichnungen, Angaben, Aufmachungen, Darstellungen oder sonstige Aussagen über Eigenschaften, insbesondere über Art, Beschaffenheit, Zusammensetzung, Menge, Haltbarkeit, Ursprung, Herkunft oder Art der herstellung oder Gewinnung verwendet werden,
2. einem Lebensmittel Wirkungen beigelegt werden, die ihm nach den Erkenntnissen der Wissenschaft nicht zukommen oder die wissenschaftlich nicht hinreichend gesichert sind,
3. zu verstehen gegeben wird, dass ein Lebensmittel besondere Eigenschaften hat, obwohl alle vergleichbaren Lebensmittel dieselben Eigenschaften haben,
4. einem Lebensmittel der Anschein eines Arzneimittels gegeben wird.




LFGB Par. 12 Verbot der krankheitsbezogenen Werbung

(1) Es ist verboten, beim Verkehr mit Lebensmitteln oder in der Werbung für Lebensmittel allgemein oder im Einzelfall
1. Aussagen, die sich auf die Beseitigung, Linderung oder Verhütung von Krankheiten beziehen,
2. Hinweise auf ärztliche Empfehlungen oder ärztliche Gutachten,
3. Krankengeschichten oder Hinweise auf solche,
4. Äußerungen Dritter, insbesondere Dank-, Anerkennungs- oder Empfehlungsschreiben, soweit sie sich auf die Beseitigung oder Linderung von Krankheiten beziehen, sowie Hinweise auf solche Äußerungen,
5. bildliche Darstellungen von Personen in der Berufskleidung oder bei der Ausübung der Tätigkeit von Angehörigen der Heilberufe, des Heilgewerbes oder des Arzneimittelhandels,
6. Aussagen, die geeignet sind, Angstgefühle hervorzurufen oder auszunutzen,
7. Schriften oder schriftliche Angaben, die dazu anleiten, Krankheiten mit Lebensmitteln zu behandeln, zu verwenden.


Antragsdelikt/Offizialdelikt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Strafantrag

Zur Erstattung einer Strafanzeige immer auch Strafantrag stellen.


Courage is contagious.


DAS GANZE IN DIESEM THREAD IST NUR DIE SPITZE EINES RIESEN-EISBERGS EINES IMMENSEN MILLIARDENBETRUGES,DER VIEL LEID VERURSACHT.


234 weitere Threads (!) mit weiterere Informationen zum Thema Scharlatanerie-Kriminalität und totale Unfähigkeit :


http://kidmed.info/forum/index.php?page=Board&boardID=5

Und :

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Board&boardID=10

Und :

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Board&boardID=17

Und :

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Board&boardID=3

Und :

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Board&boardID=7

Und:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Board&boardID=14

Und:

Zum Unfug mit der "Osteopathie"


Und noch viel mehr in den anderen Foren.


Das könnte man bitte mal weitergeben.



Zu dem debilen und aggressiven hilflosen Lall-Gepöbel unserer Feinde :


Zu meinen Gegnern

Darunter sind 83 % Alkoholiker und Kiffer,sowie anderweitig zerstörte Resthire(Null-Linien EEG).

Da funktionieren nur noch Atmung und Stuhlgang;Letzteres ständig.

Die haben es immer noch nicht gelernt,dahin zu scheißen,wo auch ein Klo ist.

Es stinkt erbärmlich.


Es schlug jemand von der Uni-Klinik Aachen vor ,eine Studie über Alternaive und Impfgegner zu machen.
Es ist wirklich die Frage,ob man da noch eine Studie braucht.
Nach meinen nun jahrelangen Interneterfahrungen in diesem Bereich kristallisiert sich ein ziemlich klares Bild heraus:

Da sind massive Intelligenz- und Selbstwertprobleme von völlig selbstüberschätzen Spießer-Egos,zum Teil bis nicht nur an den Rand der Psychopathie.

Das Folgende ist definitiv KEINE Glosse:

13 oder mehr Typen,die im Internet der Scharlatanerie das Wort reden:

1.)die reinen inhaltslosen Pöbler.
2.)die Militanten,die sich nicht in den einfachsten Dingen auskennen.
3.)die Grübler und Endlosschwätzer,die niemals zu Potte kommen,aber die Foren vollmüllen.
4.)die halbwissenden Schwafler,die es allen ein bißchen recht machen wollen.
5.)die Feiglinge,die in Abschottungsforen Speichel lecken und auch von anderen Körperflüssigkeiten begeistert sind.
6.)vom Leben durch eigene Insuffizienz Vernachlässigte.
7.)Primitivlinge aller Art.
8.)echte Psychopathen,schwere Psychopathen
9.)einfache Lügner.
10.)Wichtigtuer,Angeber,Abzocker und Händler.
11.)Sekten
12.)die ganzen Selbstunsicheren,denen das klägliche Ego mit der schmalen Erkenntnis-Bandbreite ihr Ein- und Alles ist.
13.)Kriminelle

Allesamt armselig.

Homöopsychopathen,Anthropopschopathen,Unheilpraktiker,sonstige Schwerstkrimionelle und deren auch völlig verkommene Nachbieter fallen da unter mehrere Kategorien.



Ein vorzüglicher Text,den sie lesen und breitflächig weitergeben sollten :

Aus www.zahnfilm.de :

http://www.zahnfilm.de/af/index.php?opti…5&Itemid=100014

(Besser Original-Kopie lesen - wegen der Links).


Die einzig wahre Ursache aller Krankheiten
Geschrieben von Dr. Harriet Hall

Anmerkungen: Dieses ist eine leicht veränderte Fassung des Artikels der im Magazin "Skeptical Inquirer", Volume 34, No. 1, Januar/Februar 2010 veröffentlicht wurde. Er wird nachgedruckt mit der freundlichen Genehmigung des Komitees des Skeptical Inquirers.


—————–

Chiropraktiker, Homöopathen, Heilpraktiker, Akupunkturisten und die anderen alternativen Medizin Praktizierer bekritteln ständig die Schulmedizin dafür, dass sie "nur die Symptome behandeln" würde, während die Alternativmedizin ihrer Meinung nach die "zugrunde liegenden Ursachen" der Erkrankungen anpackt.

Nö. Stimmt nicht. Genau andersherum. Denken Sie drüber nach. Wenn Sie zum Doktor gehen mit Fieber, behandelt er dann nur ein Symptom? Nein, er versucht herauszufinden, was dieses Fieber verursacht, und wenn es eine Lungenentzündung ist, stellt er fest, welche Mikrobe verantwortlich ist und gibt Ihnen das richtige Medikament um genau diese Infektion zu behandeln. Wenn Sie Bauchschmerzen haben, wird Ihnen der Doktor nur Schmerzmittel aufschreiben, um die Schmerzsymptome zu lindern? Nein, er versucht herauszufinden, was die Schmerzen hervorruft und wenn er feststellt, dass es eine akute Blinddarmentzündung ist, wird er Sie operieren und den Blinddarm entfernen.

Ich vermute, dass was sie uns versuchen zu sagen ist, dass etwas von vornherein falsch gelaufen sein muss, damit es überhaupt dazu kommt, dass sich eine Krankheit entwickelt hat. Aber sie haben keine bessere Einsicht in das, was das sein soll, als die wissenschaftliche Medizin. Alles was sie haben sind wilde fantastische Ideen. Und sie alle widersprechen sich gegenseitig. Der Chiropraktiker sagt, dass wenn Ihre Wirbelsäule richtig ausgerichtet ist, Sie nicht erkranken können. Akupunkturisten reden über den bestmöglichen Fluss von qi durch die Meridiane. Energie Medizin Praktiker machen sich Gedanken über die Störungen von Energiefeldern. Ernährungsberater behaupten, dass Menschen, die sich richtig ernähren, nicht krank werden. Nicht einer von ihnen kann irgendwelche Beweise für diese Behauptungen vorweisen. Kein Alternativ Mediziner hat wissenschaftlich gezeigt, dass er Krankheiten verhindert oder heilt. Wäre es so, dann würde die Methode in die Schulmedizin eingebaut worden sein und wäre nicht mehr länger "alternativ".

Behandeln diese Praktiker die zugrunde liegende Ursache, oder wenden sie mal wieder ihr eines gewähltes Werkzeug an, um alles zu behandeln? Chiropraktiker behandeln jeden Fall mit chiropraktischer Justierung. Was wäre, wenn der Doktor nur eine Behandlung für alle Krankheiten benutzt? Sie haben Lungenentzündung? Da haben Sie Penicillin. Sie haben ein gebrochenes Bein? Da haben Sie Penicillin. Sie haben Diabetes? Da haben Sie Penicillin. Akupunkturisten können nur Nadeln in Leute stecken. Homöopathen wissen nur Bescheid über die Ausgabe von lächerlich hohen Verdünnungen, die auf nichts weiter als Wasser hinauslaufen. Therapeutische Hand Aufleger (=Osteopathen) können nur die Verwerfungen in einem eingebildeten Energiefeld ausbügeln. Sie versuchen nicht die darunter liegende Ursache zu finden: sie wenden einfach eine einzige Behandlung an - überall.

Wie legen wir denn "die Ursache" fest? Wir wissen nicht, was die Schwerkraft "verursacht", aber wir verstehen genug davon wie sie funktioniert um sie mit Aufzügen, Flugzeugen und Raketen zu überwinden. Wir mögen auch nicht wissen, was letztlich Asthma "verursacht", aber wir wissen genug über die Ursachen der Luftwege Verengung und die Entzündung, um eine erfolgversprechende Behandlung durchzuführen.

Lasst uns eine einfaches Beispiel wählen: Streptokokken Infektion des Rachens. Das Symptom ist Schmerzen im Rachen. Die Mediziner werden nun nicht einfach nur die Schmerzen behandeln - sie legen eine Kultur eines Rachenabstrichs an, ermitteln, dass es Streptokokken sind, die die Schmerzen verursachen und behandeln die Infektion mit einem Antibiotikum. Aber was verursachte die Streptokokken Infektion? Der Körper muss dazu die Bakterien beherbergen und auf ihre Anwesenheit mit Symptomen reagieren; die Bakterien müssen in der Lage sein, sich im menschlichen Körper zu vermehren. Der Patient muss also mit einer anderen Person zusammen gewesen sein, die bereits eine Streptokokken Infektion hatte, die sie wiederum von einer weiteren Person aufgefangen hat - was eine Kette von sozialen und krankheitsbedingten Ursachen beinhaltet. Die Bakterien muss sich aus Ur-Bakterien entwickelt haben und der Mensch von seinen Vorgänger den Menschenähnlichen.

Damit sich das Leben entwickeln kann, müssen die Umstände auf der frühen Erde günstig sein. Machen Sie weiter. Die Erde muss sich geformt und abgekühlt haben. Machen Sie weiter und Sie werden damit enden, dass Sie die Worte des Titelsongs einer populären TV Show nachsprechen "Alles begann mit dem Big Bang". Wenn Sie richtig übel drauf sind, gehen Sie noch einen Schritt weiter und sagen, dass die wirkliche Ursache das ist, was den Big Bang verursachte. (Aber was verursachte diese Ursache? ...)

Sie sehen also "die Ursache" beinhaltet eine Kette von Ursachen und es können sogar mehrere gleichzeitige Ursachen sein. "Die Ursache" kann im Grunde alles sein, was Sie dazu machen wollen. Aber egal wie Sie es betrachten, behandeln Mediziner mit Sicherheit "nicht nur die Symptome".

Die Philosophie hat die Verursachung studiert. Aristoteles sagte, dass alles vier Ursachen hat: materiell, formbedingt, erfolgreich/los und endgültig. Und er führte Komplikationen ein: richtige Verursachung und zufällige Verursachung. Möglich oder tatsächlich, zugeschnitten oder allgemein. Reziprok oder Zirkel Verursachung als eine Beziehung auf gegenseitige Abhängigkeit oder Einfluß auf die Ursache auf den Effekt. Die gleiche Sache wie die Ursache von gegensätzlichen Effekten wenn ihr Vorhandensein und Abwesenheit in verschiedene Ergebnissen ausgeht. Er kam zum Schluß, dass der Betrachtungsgegenstand "Verursachung" kompliziert ist.

Alternative Gesundheitsleister sind "einfacher" gestrickt. Sie behaupten oft, den einen wahren Grund für alle Krankheiten zu kennen. Das ist erstaunlich, weil die medizinische Wissenschaft mehrere Kategorien von Ursachen festgelegt hat, die sich unter der Eselsbrücke VINDICATE finden:

V – Vascular = Gefäßbedingt
I – Infectious/inflammatory = Infektion/Entzündung
N – Neoplastic = Tumor / Krebs
D – Drugs/toxins = Medikamente / Gifte
I – Intervention/iatrogenic = auf (ärztliche) Eingriffe zurückzuführen
C – Congenital/developmental = angeboren
A – Autoimmune = Erkrankung des Immunsystems
T – Trauma = Unfall
E – Endocrine/metabolic. = Hormonbedingt

Und manchmal ist mehr als eine Ursache beteiligt: eine Unfallverletzung infiziert sich anschließend. Wo die Wissenschaft Komplexität findet, stellt sich die alternative Medizin Einfachheit vor. Wie H.L. Mencken sagt:

Für jedes komplizierte Problem gibt es eine Antwort: sie ist klar, einfach - und falsch.

Einige Homöopathen behaupten, sie würden Erbkrankheiten behandeln, die sie auf 6 Haupt Erbkrankheiten zurückführen: Tuberkulose, Syphilis, Gonorrhoea, Psora, Krebs und Lepra. Ich wette, Sie wußten nicht, dass Tuberkulose eine Erbkrankheit ist! Ich auch nicht. Die Wissenschaft klassifiziert alle diese Krankheiten als Infektionen, mit der Ausnahme von Krebs, welcher eine Neubildung ist. Die Homöopathie wischt die Wissenschaft zur Seite und legt "Erbkrankheiten" neu fest, damit es in die eigenen undurchsichtigen Zwecke paßt.


Die Wissenschaft findet viele Ursachen für Krankheiten und manchmal mehr als eine Ursache für eine bestimmte Erkrankung. Pseudowissenschaft hat die eine wahre Ursache für alle Krankheiten gefunden - viele Male. Ich führte eine Internet Suche durch und fand die folgenden 69 einen wahren Ursachen für alle Krankheiten. Die Liste ist nicht vollständig, weil ich beim Suchen kein Ende fand und müde wurde.

1. Toxemia = (Blut)Vergiftung
2. Subluxations = (Teil)Ausrenkung
3. Oxygen deficiency = Sauerstoff Mangel
4. Psora = Psora
5. “Fearful, tight and negative minds” = Furchtsamer, enger und negativer Geist
6. Obstruction of ch’i along the meridians = Verengung der Ch'i entlang der Meridiane
7. Refined sugar = Industrieller Zucker
8. “Fault of awareness” = Aufmerksamkeitsmangel
9. Grains in the diet = Körner im Essen
10. False beliefs and fears = Falscher Glaube und Ängste
11. “Imbalance” = Ungleichgewicht
12. Ama due to aggravated doshas = Ayurveda Zauber
13. Stress = Stress
14. Anger = Ärger
15. Modern medicine = moderne Medizin
16. Some morbid agent, producing irritation and inflammation = Ein schlimmes Teilchen, das Irritation und Entzündung verursacht
17. Arrogance = Arroganz
18. A “non-perceivable but very real attachment to the material aspect of creation” = Eine nicht fühlbare aber sehr reale Zugabe zur materiellen Seite der Schöpfung
19. Inadequate nutrition = Unzureichende Ernährung
20. A congested colon = Verstopfter Darm
21. “All disease is a learned experience which we can un-learn.” = Jede Krankheit ist eine erlernte Erfahrung, die wir weglernen können
22. “All illness is in our minds,” and we can cure it with faith in God, meditation, or whatever. = Jede Krankheit ist in unserem Kopf und wir können sie kurieren mit Gottesglaube, Meditation oder wasauchimmer
23. Spiritual vital force and its dynamic derangement = Geistliche Lebenskraft und ihre dynamische Unordnung
24. Holding on to energy within the physical, emotional and spiritual bodies that is not in harmony with us = Festhalten an der Energie in den realen, emotionalen und geistlichen Körpern, die nicht in Harmonie mit uns sind.
25. Impairment of movement of the bones of the skull = Behinderung der Bewegung der Knochen des Schädels
26. Bad health habits = schlechte Gesundheitsgewohnheiten
27. Nerves too tense or too slack = zu stark gespannte oder zu schlaffe Nerven
28. God = Gott
29. Lack of life = Abwesenheit von Leben
30. Witchcraft = Hexenzauber
31. Miasms = Miasmen
32. Poor sanitation = Schlechte Sanitärverhältnisse
33. A shock experience that catches us completely off guard = Ein Schock Ereignis, das uns komplett schutzlos erwischt hat
34. Cellular memories = Erinnerung auf der Zellebene
35. An excess or insufficiency of nervous tension = Zuviel oder zuwenig Nervenspannung
36. Poor digestion = Schlechte Verdauung
37. Weak digestive fire = schwaches Verdauungsfeuer
38. Exogenous toxins = Gifte von außen
39. Morbid matter = Krankmachendes Zeug
40. An unbalanced life style = ein unausgewogener Lifestyle
41. Disharmony in the equilibrium of Yin and Yang = Das Gleichgewicht von Yin und Yang ist nicht in Harmonie
42. A breakdown of the immune system = Der Zusammenbruch des Immunsystems
43. A weak “immine” system = ein schwaches "Imin" System
44. Malnutrition = Falsche Ernährung
45. Free radicals = Freie Radikale
46. An imbalance of electrons in the cellular atoms = Ein Ungleichgewicht der Elektronen in den Atomen der Zellen
47. Emotion = Gefühl
48. Sin = Sünde
49. Food abuse = Nahrungsmittel Mißbrauch
50. Allergies = Allergien
51. Ignorance of reality = Verleugnung der Wirklichkeit
52. Dis-ease on any level (physical, emotional, mental, soul or spiritual) is incorrect vibratory rate(s), patterns which are not appropriate, or blocked energy pathway(s) within or between the various levels of existence = Erkrankungen auf jeder Ebene ist fehlerhafte Vibrator Frequenz, nicht angepaßte Muster, oder blockierte Wege
53. Repletion = Übersättigung
54. The blood = das Blut
55. Morbid humors = krankmachende Körpersäfte
56. Poisonous chemicals = giftige Chemikalien
57. Emotional trauma = Gefühlsunfälle
58. “Allurement” of the mind by sense objects and its “willfulness” in gratifying these desires = Der Reiz auf den Geist durch Reizobjekte und dessen Willigkeit, den Wünschen nachzugeben
59. Toxic metals = Giftige Metalle
60. Cold = Erkältungen
61. Blocked nerves = Blockierte Nerven
62. Our inability to adapt = Unsere Unfähigkeit uns anzupassen
63. Overeating = Zuviel essen
64. Poverty = Armut
65. Food acidity = Säuregrad der Nahrung
66. Violation of natural law = Verletzung von Naturgesetzen
67. Liver flukes = Leberekel
68. Breaking taboos = Taboos brechen
69. *)


Und mein Favorit: "Die Vereinigten Ku Klux Klan Staaten von Amerika sind die Wurzel aller Krankheiten ..."

Es scheint sie nie zu stören, dass Andere verschiedene einzig wahre Ursachen gefunden haben. In seinem Buch "Voodoo Wissenschaft" beschreibt Bob Park eine Pressekonferenz nach einem Treffen zur Disskussion von öffentlichem Geld für die alternative Medizin Forschung.


Zitat
"Der vielleicht seltsamste Teil der Presse Konferenz bestand in kurzen Redebeiträgen von einzelnen Mitgliedern des Vorstands über das, was sie als die wichtigsten Punkte des Büros der Alternativen Medizin ansahen. Einer bestand darauf, dass das Nummer-eins Gesundheits Problem in den USA ein Magnesium Defizit Problem ist; der nächste war überzeugt, dass die weiter ausgebaute Nutzung der Akupunktur die Medizin revolutionieren wird; und so ging es um den ganzen Tisch, jeder warb für seine oder ihre bevorzugte Therapie. Aber es gab keinen Eindruck von Konflikt oder Rivalität. Während jeder sprach, nickten die anderen in Übereinstimmung. Die Aufgabe des Büros für Alternative Medizin (OAM), begann ich zu erkennen, ist zu zeigen, dass diese völlig verschiedenen Therapien alle funktionieren. Es war mein erster Blick auf das, was die Alternative Medizin zusammenhält: es gibt keinen inneren Widerspruch in einer Gemeinschaft, die sich selbst von der Welt außen belagert fühlt."

Wenn Wissenschaftler auf zwei sich gegenseitig ausschließende Behauptungen stossen, dann stört sie das. Sie erleben eine Verschiedenheit der Erkenntnis und versuchen minutiös die Beweise zu finden, um eine der beiden Behauptungen zurückzuweisen und einen Gewinner zu hinterlassen. Schlußendlich erreichen sie ein Übereinstimmen. Alternative Medizin Pseudowissenschaftler scheint die Verschiedenheit der Erkenntnis nicht zu stören.



Sie sind zufrieden damit nach Beweisen zu schauen, die die von ihnen gewählte Behandlungsart unterstützt, und schließen gleichzeitig beide Augen fest gegenüber konkurrierenden Behauptungen. Sie wollen keine Beweise sehen, dass etwas nicht funktioniert. Während jeder meint, die eine Ursache für alle Krankheiten zu kennen, sind sie anscheinend nicht interessiert nach der einen Wahrheit zu suchen.

Leben und leben lassen? Soll doch jeder seine eigene Wirklichkeit zimmern? Die Wahrheit ist sowieso nur relativ? Das gleiche Ding kann gleichzeitig für mich wahr und für dich falsch sein? Möglicherweise läuft alles auf eine gegenseitige Toleranz von schizophrenen Einstellungen hinaus: OK, ich glaube, dass du Jesus bist, wenn du glaubst, dass ich Napoleon bin. Für den Zyniker die materielle Variante: Ich werde mich nicht in deine Angelegenheiten einmischen, wenn du meine in Ruhe läßt.

Ich kann das Ursachen-Findungs-Spiel auch mitmachen. Ich habe den einen Grund für alle "die eine Ursache" Theorien gefunden: Ein Defizit im kritischen Denken kombiniert mit übertriebener Fantasie. Und natürlich dem Versäumnis, den Glauben mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden zu testen.

Ende des Artikels von Harriet Hall



Anmerkungen des Übersetzers Joachim Wagner, Zahnarzt

*) in Deutschland muss die Liste der einen wahren Ursache aller Krankheiten mindestens noch um folgende populäre Artikel erweitert werden:

* 70. Amalgam
* 71. Schwermetalle
* 72. Elektrosmog
* 73. (Anti)Oxidativer Stress
* 74. Candida
* 75. Borreliose
* 76. Histamin Intoleranz
* 77. Impfungen
* 78. Atlas Fehlstand
* 79. Beckenfehlstand
* 80. Beinlängendifferenz
* 81. CMD, nach der Definition von Osteopathen und ähnlichen Dauer"therapeuten"



Kommentar

Warum finde ich solche Artikel, geschrieben von einer schulmedizinischen Ärztin, selten oder nie in deutschen Zeitschriften u.ä.? Ich meine die Basiskritik an der Alternativen oder - wie sie sich selbst gerne nennt - ganzheitlichen Medizin. Warum fällt es zuerst immer nur den Briten, den Amerikanern oder den Australiern auf, wie sehr die Komplementärmedizin sich selbst widerspricht, oder welch unsägliche logischen Verrenkungen es braucht, um hanebüchenen Unsinn wie z.B. die Homöopathie doch irgendwie gängig zu reden. Das ist kein Zufall. Das System hat einen Namen und dieser heißt "Scepticism".

Ganz offenbar unterscheiden die Menschen in Deutschland sich von denen auf der britischen Insel dahingehend, dass wir hier insgesamt schneller und leichter auf Sprechblasen Redner hereinfallen. Wenn in Deutschland ein smarter Selbstdarsteller hingeht und ganz fest behauptet, dass eine Beinlängendifferenz von 1 cm schon ausreicht, um mit 30, spätestens 40 Jahren dem Siechtum einer schiefen Wirbelsäule, dem HWS Syndrom, der Atlasverschiebung, CMD und "hastdunichtgesehen" anheimzufallen, glauben das auf Anhieb 98% der Zuhörer. Denn sie erwärmen ihr Herz an vorhergesagten Katastrophen und lechzen nach den Voodoo Heilungen, die auf Glaube und Vertrauen in den Macher setzen.

Der Brite ist für die Märchenstunde nicht so leicht empfänglich, sondern bleibt skeptisch: das kann ich glauben, ich kann es aber auch sein lassen. Und Letzteres geschieht häufiger.

KOMMENTAR :

Das ist eine fatale Haltung,die daran erinnert :

Die selbsternannten Pseudo-gutmenschen

Das ist der enthirnte Abschaum,der die Werbetromel für die Kriminellen rührt - also DIE Mitursache für Massenverblödung und Massenbetrug.

7

Samstag, 23. Oktober 2010, 20:36

Das ist die Duldungs- und Förderungspraxis der kriminellen sogenannten Ärztekammern :


Sehr geehrte Frau Ministerin,

sehr geehrte Damen und Herren;


Sie sind Aufsichtsbehörde der Landesärztekammer Baden-Württemberg,die sich massivst rechtswidrig und lebensgefährlich verhält.

Ich bitte Sie um verantwortliche Prüfung des Vorganges und Einleitung der erforderlichen rechtlichen Schritte;außerdem um zeitnahe und zielführende Stellungnahme :




An die sogenannte Landesärztekammer Baden-Württemberg :


AN DAS PRÄSIDIUM UND DIE RECHTSABTEILUNG :


Sehr geehrte Damen und Herren;

Ich fordere Sie DRINGLICHST auf,sich endlich mit dem Fall der GNM-Massenmördersekten-Angehörigen,der "Ärztin" R o s e m a r i e B e r b u e r aus Waldkirch zu befassen,ihr die Apprpbation zu entziehen und sie - wie ich auch - vor Gericht zu bringen.

Es ist höchste Gefahr im Verzug und Sie haben sich längst strafbar gemacht,was auch vor Gericht kommt.


Material zu der Angelegenheit :

Eine fatale "Ärztin" - die Spitze des Eisbergs


Ich habe Ihre zeitnahe und zielführende Stellungnahme für den 27. Oktober 2010 vorgesehen.

Der Vorgang wird Medien,Politikern und Ihrer Aufsichtsbehörde en detail mitgeteilt.


Hochachtungsvoll

8

Mittwoch, 27. Oktober 2010, 19:53

Die kriminellen Schweine :

Homöopathie-Forschung No. 3 : Globuli-Pharmazeuten sind an Wissenschaft nicht interessiert

27/10/2010 von excanwahn

Bevor jetzt jemand schreit: „CAM-Bashing!“; diese Aussage stammt nicht von mir.

Sie ist zu lesen in einem Aufsatz von Rainer Lüdtke (Chef-Statistiker und Sprachrohr der KVC-Stiftung), der schon 2004 im Walach-Blättchen „Forschende Komplementärmedizin“ (1) erschien.

Lüdtke beklagte in diesem Essay, dass die Studie eines Herstellers von homöopathischen Arzneimitteln, die angeblich die Wirksamkeit eines homöopathischen Komplexmittels gegen Migräne belegt – und das auch noch im RCT-Design – nirgends aufzufinden sei. Denn eine solche Studie wäre es sicher wert, publiziert zu werden.

Über die Gründe der Nichtveröffentlichung spekuliert Lüdtke:

(…) Für Pharmafirmen aus dem komplementärmedizinischen Sektor ist es letztendlich überhaupt nicht interessant, wissenschaftlich zu veröffentlichen !

Nicht die Veröffentlichung zählt, sondern allein das Marketing, insbesondere, wenn die anzusprechende Klientel dem Begriff Wissenschaft eher skeptisch gegenübersteht.


Wäre es so, hätte Lüdtke schon einmal einen Volltreffer gelandet.

Denn so ein Verhalten würde in aller Deutlichkeit die Absurdität der gesetzlichen Ausnahme-Regelungen für die „besonderen Therapierichtungen“ demonstrieren, die es Homöopathen oder Anthroposophen bequemerweise ermöglicht, zwar alles behaupten zu können, aber eben nichts beweisen zu müssen.

Allerdings gibt es auch noch andere Gründe für die vornehme Zurückhaltung der Studie: Beispielsweise ein Mangel an statistischer Power, weil die Teilnehmerzahl in etwa der einer Fußballmannschaft mit Ersatzspielern entspricht, oder weil mit Hilfe diverser methodischer Kunstgriffe – wie von Frau Dr. Christina Werner mit ihrer Mastitis-Studie wunderbar demonstriert - das Ergebnis ideologieverträglich gestaltet wurde. Da aber Lüdtke weder Ross noch Reiter, also weder Mittel noch Produzent nennt, bleibt wir halt bei Lüdtkes Story, wie sie in der „Forschenden Komplementärmedizin“ nachzulesen ist.

Anlass für des Statistikers Klagegesänge war eine „Hochglanzbroschüre“ eines homöopathisch tätigen Pharma-Herstellers, in der ein homöopathisches Komplexmittel gegen Migräne beworben wurde.

Lüdtke dazu:

(…)Homöopathie und Migräne? Das lässt uns stutzen! Fast jeder wissenschaftlich an der Homöopathie Interessierte hat zu diesem Thema ein ungutes Gefühl. Es ist die Geschichte eines Forschungsmisserfolgs, der in der wissenschaftlichen Landschaft zur Homöopathie tiefe Narben hinterlassen hat.

Inspiriert von dramatisch guten Ergebnissen Ende der 80er Jahre hatten mehrere Forschergruppen die Migräne bzw. Spannungskopfschmerzen als das klinische Modell gewählt, an dem die Wirksamkeit der Homöopathie (insbesondere der Einzelmittelhomöopathie) exemplarisch bewiesen werden sollte.

Herausgekommen sind drei randomisierte klinische Studien, die neben der Tatsache, dass sie alle hohen Qualitätsansprüchen genügen, eines gemeinsam haben: Sie konnten keine Überlegenheit des homöopathischen Verums über Plazebo nachweisen. Allein die Literatur der Mutmassungen, wie es zu diesen Negativergebnissen kommen konnte, füllt Aktenordner.

Die Erkenntnis blieb dennoch: „Die vorhandenen Studiendaten deuten nicht darauf hin, dass die Homöopathie in der Migräne- oder Kopfschmerzprophylaxe einen über Plazebo hinausgehenden Effekt aufweist“.

Und schließlich kommt Lüdtke zu der Erkenntnis:

(…) Aus Sicht der Pharmafirma dürfte eine Hochglanzbroschüre das therapeutische Verhalten der interessierten Ärzte wesentlich mehr beeinflussen als eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift.

Der Impact der Publikation ist gleich Null.

Schließlich hat auch die bisherige Datenlage nicht dazu geführt, dass Homöopathen oder homöopathisch arbeitende Ärzte ihre Migräneprophylaxe umgestellt haben.

Präziser kann man das gestörte Verhältnis der Homöopathen, überhaupt der ganzen Komplementärmedizin, zu Wissenschaft und wissenschaftlicher Methodik kaum beschreiben.

Gläubige brauchen keine Daten, sondern viele bunte Bilder und ein paar kräftige Sprüche. Deshalb hat der Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte DZVhÄ wohl auch – anstelle eines wissenschaftlich gebildeten Journalisten – einen werbetextenden Chipkarten-Vertriebler als Blogwart engagiert.

Fassen wir kurz zusammen:

– Die homöopathischen Pharmaziehersteller haben kein Interesse an wissenschaftlichen Belegen, weil ihr Kundenkreis aus Gläubigen besteht, die ihrerseits nur Interesse an der Bestätigung ihres Glaubens haben.

– Homöopathische Therapeuten lassen sich durch wissenschaftliche Erkenntnisse nicht in ihrem Verhalten beeinflussen.

Soviel aufrichtige Aussagen habe ich bisher keinem Homöopathen zugetraut.

Schade ist nur, dass Lüdtke seine Erkenntnisse nicht auch mal in Medien veröffentlicht, die der Information des breiten Publikums dienen.

9

Montag, 1. November 2010, 16:56

Noch so ein Haufen krimineller Scheiße,der von der hessischen Landes-"Ärztekammer" nicht nur geduldet,sondern nach Kräften gefördert wird :

http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Juliane_Sacher

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Mittwoch, 3. November 2010, 05:25

Wichtige Texte von Physikprofessor Lambeck :

http://www.gwup.org/component/content/ar…-martin-lambeck


http://www.saez.ch/pdf_d/2008/2008-50/2008-50-1028.PDF


Esoterik und Physik
Prof. Dr. Martin Lambeck
1 Einleitung
Auf den ersten Blick scheinen Esoterik und Physik nichts miteinander zu tun zu haben. Warum sollte also ein Physiker über Esoterik sprechen? Auf den zweiten Blick ergibt sich ein anderes Bild. Betrachten wir ein einziges Heft der Zeitschrift Esotera (Januar 1996), und zwar nur den redaktionellen Teil, also ohne Berücksichtigung der Anzeigen. Dort werden die esoterischen Aussagen mit folgenden Fachausdrücken der Physik verbunden bzw. auf sie gestützt (die Zahlen in Klammern geben die Seitenzahlen an):

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Titelseite : Sternenkraft, Hyperwelt; (3):Gestirnkonstellation, "Zeitqualität"; (4):energetische Kraftpunkte, Energiezentren; (5): Kausalitäts-Verletzung, Zeittunnel, Zeitschock, Zeitmaschine, Zeitreisen; (10): Kosmobiologie, Orte der Kraft, Wasser-Kraft des Lebens; (16): Bioresonanz-Therapie, Quantenphysik, elektromagnetisches Schwingungsspektrum, Biophotonen; (19): plutonische Energien; (20): Die Kollektivplaneten. Uranus - der radikale Reformer. Neptun - der grenzenauflösende Verschmelzer. Pluto - der Transformator im Dienste der kollektiven Evolution; (40): rückwärtslaufende Zeit, Reflexwellen; (41): Relativitätstheorie, zyklische Zeit, Mehr-Welten-Realität; (42): Quantenphysik, Hologramm, Allgemeine Relativitätstheorie; (43): Hilbert-Raum; (46): Raum, Zeit, Materie; (48): Vierdimensionale Welt, Hyperwelt; (49): Gravitation, Quanten-Auffassung, Hyperwelt-Frequenz, paraphysikalisches Phänomen, Materialisation, Levitation, lokales Biogravitationsfeld, Schwarze Löcher, Weiße Löcher, materielle Raumzeit-Welt, "Interdimensionale" aus der Hyperwelt, subatomarer Quantenbereich; (50): Magnetometer, Tri-Feld-Meter, magnetische Felder, elektromagnetische Felder, Mikrowellenfelder, elektrostatische Feldanomalie, Infraschall, Ultraschall, spektrale Erscheinungen, anomale Feldfluktuationen; (65): energetische Präparate, Schwingungsenergie, energetische Planeten- und Edelsteinessenzen, Elektro-Smog; (66): energetische Ungleichgewichte, Planetenkonstellation, energetische Disharmonie, Element-Energie, Tierkreis- Planeten- oder Farbenergie, energetische Schwingungen, energetische Tropfen; (67): kosmische Energie, kosmische Kräfte, kosmo-zyklischer Zeitpunkt, kosmische Schwingungen, Energie aller Planeten als "Transzendentes Weiß"; (68): Energiekur.
Damit ist die Frage, warum ein Physiker über Esoterik sprechen sollte, beantwortet: Weil die Esoteriker über Physik sprechen!
2 Schulen der Esoterik
Mit „Esoterik" wurde ursprünglich eine Geheimlehre bezeichnet, die nur einem kleinen inneren (gr. esoteros = innen) Kreis von Eingeweihten zugänglich war. Im Gegensatz dazu gibt es im 20. Jahrhundert offene esoterische Lehren, wie sie z.B. in der Zeitschrift „esotera" zum Ausdruck kommen. Ich konzentriere mich im folgenden auf die zwei offenen Esoterik-Schulen des 20. Jahrhunderts, die heute in Deutschland die größte gesellschaftliche Wirksamkeit entfalten.
2.1 Dethlefsen/Dahlke
Ein Gang durch Esoterik-Buchhandlungen zeigt die Bestseller der Schule Dethlefsen/Dahlke. Die Bücher „Schicksal als Chance"[1] bzw. „Krankheit als Weg"[2] erfreuen sich seit Jahren stets neuer Auflagen. In der Zeit vom 30. Januar bis 2. März 1997 wurden zu Dahlkes Buch „Krankheit als Symbol"[3] unter dem Thema „Die Botschaft der Krankheit" 29 Vorträge und Seminare in 23 Städten gehalten; in der Zeit vom 8. - 25. Januar 1998 finden 18 Vorträge in 18 Städten und 6 Tagesseminare in 6 Städten statt.[4]. Allein diese Zahl macht die gesellschaftliche Bedeutung und die Nachfrage nach Esoterik dieser Schule deutlich.
2.2 Steiner
Rudolf Steiner (1861 - 1925) war der Begründer der Anthroposophie.[5] Nach seiner Lehre arbeiten allein in Berlin-Brandenburg 8 Waldorfschulen, zahlreiche Kindergärten und das anthroposophisch geleitete Krankenhaus Berlin - Havelhöhe. Die Weleda-Werke stellen Arzneien nach Rudolf Steiners Lehre her. Gemessen an seinem Erfolg dürfte Rudolf Steiner einer der wirkungsmächtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts sein. Seine Anhänger (weltweit ca. 50000, in Deutschland 20000) lassen weder einen Zweifel an ihrer Verehrung für den Gründer der Anthroposophie noch an ihrem Anspruch, weite Bereiche der Wissenschaft und Gesellschaft nach Rudolf Steiners Lehre gestalten zu wollen. (Die folgenden Zitate sind numeriert, um sie leichter kommentieren zu können).

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Zitat Nr. 1: „Der Österreicher Rudolf Steiner ist der größte Esoteriker des 20. Jahrhunderts, bahnbrechend auf dem Gebiet der Menschenkunde, der Karma-Forschung, der spirituellen Kosmologie sowie der okkulten Erforschung des Christentums und der europäischen Geistesgeschichte. Er verband größte Spannweite der geistigen Wahrnehmung mit klarster begrifflicher Durchdringung. In der Gesamtausgabe seiner Werke liegen vierzig Bände Schriften und ca. 270 Bände von Nachschriften seiner rund 6000 Vorträge vor. Seine künstlerische Arbeit begründete neue künstlerische Strömungen, u.a. in der Architektur (durch die Goetheanum-Bauten) und der Bewegungskunst (Eurythmie). ... Aus dem europäischen Kulturstrom eine solche Erkenntnisart zu entfalten, die in ihrer Gediegenheit der Naturwissenschaft verwandt ist, das war die Lebensleistung Rudolf Steiners. Die von ihm Anthroposophie (Bewußtsein des Menschentums) genannte erkenntnismäßige Erschließung der verschiedenen geistigen Seinsbereiche, mit denen das menschliche Leben verknüpft ist, kann nicht nur dem einzelnen Menschen bedeutende Lebensorientierung geben, sondern erschließt Impulse für alle Gebiete der Kultur. Sie hat vielen bedeutenden Persönlichkeiten ermöglicht, ihren Kulturleistungen und sozialen Impulsen neue, fruchtbare Dimensionen zu geben. Die aus der Anthroposophie hervorgehenden Leistungen auf den Gebieten von Pädagogik, Heilpädagogik, Medizin, Landbau und Architektur finden weltweite Beachtung."[6]
Diese Beschreibung der Anthroposophie durch ihre Anhänger stützt sich auf Steiners eigene programmatische Aussagen, wobei der Anthroposoph als Geheimwissenschafter bezeichnet wird:

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Zitat Nr. 2: „Der Geheimwissenschafter will den Wert der Naturwissenschaft nicht verkennen, sondern ihn noch besser anerkennen als der Naturwissenschafter selbst. Er weiß, daß er ohne die Strenge der Vorstellungsart, die in der Naturwissenschaft waltet, keine Wissenschaft begründen kann. Er weiß aber auch, daß, wenn diese Strenge durch ein echtes Eindringen in den Geist des naturwissenschaftlichen Denkens erworben ist, sie festgehalten werden kann durch die Kraft der Seele für andere Gebiete."[7]
3 Grundaussagen der Esoterik
Ich behandle im folgenden drei Grundaussagen der Esoterik, die sich in allen ihren Schulen - wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung - finden:
3.1 Wie oben so unten
Ausgangspunkt aller Esoterik ist die Lehre des Hermes Trismegistos. Hermes Trismegistos, zu deutsch der dreifach mächtige Hermes, war ein Priester, der etwa 300 v. Chr. lebte. Daher liest man auch den Begriff "hermetische Philosophie" als gleichbedeutend mit Esoterik. Nach Ansicht der Esoteriker wußte Hermes Trismegistos alles, was man überhaupt wissen kann. Dieses Universalwissen stellte er in 15 Sätzen dar, die er auf smaragdene Tafeln schrieb (tabula smaragdina). Diese 15 Sätze faßte er schließlich in einem einzigen Satz zusammen, der die Grundlage der Esoterik bildet. Der Satz lautet: "Wie oben so unten."
Der bekannte Esoteriker, Astrologe, Homöopath, Reinkarnationstherapeut und Bestsellerautor Thorwald Dethlefsen kommentiert diesen Satz so:

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Zitat Nr. 3:"In diesen fünfzehn Thesen [des Hermes Trismegistos] ist alles Wissen zusammengefaßt, das dem Menschen jemals zugänglich ist. Der Text beschreibt die Schöpfung dieses Universums und gleichzeitig die Herstellung des alchemistischen Steins der Weisen. Für den, der diesen Text ganz versteht, werden alle Bibliotheken überflüssig, denn er besitzt die ganze Weisheit, "daran fehlet nichts, es ist ganz vollkommen" [15. These]. Uns interessiert an dieser Stelle vorläufig nur die These 2: "Dasjenige, welches Unten ist, ist gleich demjenigen, welches Oben ist: Und dasjenige, welches Oben ist, ist gleich demjenigen, welches Unten ist, um zu vollbringen die Wunderwerke eines einzigen Dinges." Diese Aussage, die meist verkürzt mit den Worten "wie oben so unten" wiedergegeben wird, ist der Schlüssel zur hermetischen Philosophie. Dahinter steht die An­nahme, daß überall in diesem Universum, oben und unten, "im Himmel und auf Erden", im makroskopischen wie im mikroskopischen Bereich, auf allen Ebenen der Erscheinungsformen die gleichen Gesetze herrschen."[8]
Diese Aussagen werden von Dethlefsen auf die heutige Physik gestützt:

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Zitat Nr. 4: „Die Esoterik sieht seit altersher in der Trennung von innen und außen ein Kunstprodukt des polaren menschlichen Bewußtseins, das durch Bewußtseinserweiterung zu überwinden ist. Der Mensch (Mikrokosmos) entspricht nach ihrer Auffassung vollkommen der Welt (Makrokosmos), alle Prinzipien, die sich innen finden lassen, müssen auch außen wirken und umgekehrt. Dieses Gesetz, das in der Kurzform "Wie oben so unten, wie innen so außen" die Essenz esoterischen Denkens auf die kürzeste Formel bringt, eröffnet Zugang zu den verschiedensten scheinbar unerreichbaren Ebenen. Während die Wissenschaft alle Bereich und Ebenen für sich bearbeiten und erforschen muß, kann die Esoterik von jeder Ebene auf jede andere schließen. Solch analoges Denken bis vor kurzem von der Wissenschaft belächelt, zeigt sich seit neuestem eben dieser Wissenschaft als der Weisheit bisher letzter Schluß. Die der Wirklichkeit angemessensten Gesetze seien die Symmetriesätze, sagen die Atomphysiker. "Wie oben so unten" ist aber ein klassischer Symmetriesatz. Übrigens ist er auch im einzigen von Christus selbst überlieferten Gebet enthalten. Im Vaterunser beten wir "Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden". [Hervorhebung im Original M. L.] In einer ihrer Disziplinen, der Astrologie, schließt die Esoterik z.B. gerade vom Himmel auf die Erde und stellt die entsprechenden Analogbezüge her. An dieser Stelle kann man sehr leicht ein weit verbreitetes Mißverständnis durchschauen. Esoterisches Denken ist prinzipiell analoges Denken und niemals kausal. Zwischen den Planeten am Himmel und dem Geschehen auf Erden wird folglich von esoterischer Astrologie niemals ein ursächlicher Zusammenhang behauptet. Der Saturn beeinflußt die Menschen genau so wenig wie die Menschen den Saturn. Es handelt sich hier nicht um Kausalität, sondern um synchrones Analoggeschehen. Schon aus dem Wissen, daß Zeit eine Illusion ist, kann Esoterik nicht auf Kausalität setzen, bedarf diese doch immer einer linearen Zeitvorstellung mit einem Vorher und einem Nachher" [9]
Nachdem das esoterische Analogieprinzip auf die moderne Physik gestützt wurde, ermöglicht es dem Esoteriker, die gesamte Welt des Mikro- und Makrokosmos zu erforschen.

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Zitat Nr. 5:„Ähnlich wie ein Virus als eigenständiger Organismus für unser Vorstellungsvermögen zu klein ist, ist die Entfernung von 10 Millionen Lichtjahren für unsere Vorstellung zu groß. Wir sind in unserer Erkenntnis immer auf eine „mittlere", uns als Mensch angemessene Größenordnung angewiesen. Alles was darunter und darüber liegt, ist entweder uns nur noch durch Hilfsmittel oder meist überhaupt nicht mehr zugänglich. Hier hilft der geniale Schlüssel „wie oben, so unten" weiter. Denn dieser Satz erlaubt uns, unsere Betrachtungen und Erforschungen der Gesetze auf den uns zugänglichen Bereich zu beschränken, um dann die gemachten Erfahrungen auf die anderen, uns unzugänglichen Ebenen analog zu übertragen. Dieses Analogiedenken gestattet es dem Menschen, das gesamte Universum ohne Grenzen begreifen zu lernen. ... An einer späteren Stelle werden wir die Anwendung dieser Methode am Beispiel der Astrologie nochmals konkret behandeln."[10]

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Zitat Nr. 6:„Weiterhin sollten wir uns darüber im klaren sein, daß die Außenwelt aus den gleichen archetypischen Prinzipien aufgebaut ist wie die Innenwelt. Das Gesetz der Resonanz besagt, daß wir immer nur mit dem in Kontakt stehen können, zu dem wir in Resonanz stehen. Diese Überlegung, die in "Schicksal als Chance" ausführlicher dargestellt ist, führt zur Identität von Außenwelt und Innenwelt. In der hermetischen Philosophie wird diese Gleichheit von Außenwelt und Innenwelt bzw. von Mensch und Kosmos in die Worte gekleidet: Mikrokosmos = Makrokosmos."... „Fassen wir zusammen: Der Mensch als Mikrokosmos ist ein Abbild des Universums und enthält die Summe aller Seinsprinzipien latent in seinem Bewußtsein."[11]
Nach Margit und Rüdiger Dahlke sind Mikro- und Makrokosmos nicht nur analog zueinander aufgebaut, sondern auch auf eine physikalisch ganz reale Weise miteinander verbunden. Dies ergibt sich aus einem der wichtigsten quantenphysikalischen Experimente der letzten Jahrzehnte, dem Experiment nach Einstein-Podolsky-Rosen (EPR).

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Zitat Nr. 7: „Eines der Experimente, die die mechanistische Weltsicht widerlegten, sei hier kurz skizziert. Es geht in seiner Planung noch auf Einstein, Rosen und Podolsky zurück und wurde von dem englischen Physiker David Bohm durchgeführt. Dabei werden in einem Teilchenbeschleuniger subatomare Teilchen erzeugt. Diese treten jeweils als spiegelbildliche Zwillinge auf. Wenn etwa ein negativ geladenes linksdrehendes Elektron auftritt, muß als Gegenpol auch ein positiv geladenes rechtsdrehendes Positron entstehen. Die Atomphysiker haben nun gelernt, solche Teilchen durch besondere Felder zu beeinflussen. Dabei trat immer wieder folgendes unerklärliche Phänomen zu Tage: Wird eines der beiden Teilchen in seinen Eigenschaften von außen geändert, geschieht bei seinem Zwillingsteilchen automatisch eine gegensinnige Zustandsänderung, ohne daß dieses Teilchen von außen in irgendeiner Form beeinflußt worden wäre. Noch unerklärlicher war diese Tatsache, daß diese automatische Mitveränderung des Zwillingsteilchens im selben Moment stattfand, es also nicht die geringste Möglichkeit für eine Informationsübermittlung zwischen den beiden gab. Es war, also würde das Prinzip der spiegelbildlichen Gegensätzlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes unter allen Umständen und um jeden Preis aufrechterhalten. Der englische Physiker John Bell ging dem Phänomen mathematisch nach und belegte schließlich im sogenannten Bell'schen Theorem, daß es sich um eine Gesetzmäßigkeit handelt. Damit war das Kausalitätsprinzip wissenschaftlich beerdigt. Bell ging aber noch einen Schritt weiter, indem er aufzeigte, daß es sich nicht um ein auf den subatomaren Raum beschränktes, sondern um ein generell gültiges Gesetz handelt. Alle sogenannten phasenverriegelten Teilchen (Teilchen, die im selben Augenblick aus derselben Quelle hervorgegangen sind) hängen für immer zusammen. Geht man davon aus, daß unser Universum aus einem Urknall hervorgegangen ist, wie die Wissenschaft lehrt, dann sind auch alle an dieser Urexplosion beteiligten Materiephasen verriegelt bzw. auf immer miteinander verbunden; und zwar auf eine nicht kausale und uns bisher nicht verständliche Art."[12]
Aus dem quantenphysikalischen EPR-Experiment leiten Margit und Rüdiger Dahlke eine Verbindung zu Buddhismus, Hinduismus und New Age sowie den Allzusammenhang des Universums ab.

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Zitat Nr. 8:„Wenn aber alle Materie auf diesem Planeten und in diesem Sonnensystem aus dem Urknall stammt, hängt in diesem Universum alles mit allem zusammen. Das ist nun eine Aussage, die sich ganz identisch auch in den uralten Schriften buddhistischer und hinduistischer Tradition findet und eine der Grundlagen der Esoterik bildet. Hier ist auch der Punkt, an dem neuerdings Physiker auf die Esoterik stoßen, einfach weil sie erleben, daß viele ihrer allerneuesten Erkenntnisse bereits seit Jahrtausenden in der esoterischen Tradition überliefert werden. Diese Begegnung von moderner Physik und alter esoterischer Tradition hat nicht unwesentlich zur Entstehung jener als New-Age-Bewegung populär gewordenen Erscheinung beigetragen."[13]
Diese EPR-Verbindungen erklären auch Hellsehen und Telepathie.

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Zitat Nr. 9: „Synchronizität bezeichnet jenes unerklärliche Phänomen der Gleichzeitigkeit, wie es uns bei dem physikalischen Versuch mit den phasenverriegelten Zwillingsteilchen begegnet war. Die beiden Teilchen verhalten sich absolut synchron, wofür es keinerlei kausal-logische Ursache gibt. Für den Bereich der Psychologie hat C. G. Jung die Synchronizität ebenfalls als das der Wirklichkeit angemessenere Gesetz erkannt. Auch hier können wir es uns nicht erklären, haben aber eher die Möglichkeit, sein Wirken zu erfahren. Wenn wir etwa an einen Menschen denken müssen, den wir seit Monaten aus den Augen verloren hatten, und der Betreffende ruft im selben Moment an. Wir sprechen bei solchen Erlebnissen der Synchronizität gern von unerklärlichen Zufällen."[14]
Durch die Quantenphysik der Teilchen verschwindet auch die Subjekt-Objekt-Trennung und bestätigt die alte esoterische Lehre mit mathematischer Genauigkeit.

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Zitat Nr. 10: "Eines Tages wacht man aus dem Traum auf, den wir tagsüber träumen, um zu staunen, wie sich unsere für wirklich gehaltene Welt ins Nichts auflöst - Maja, Illusion, Schleier nur, der uns den Blick für die eigentliche Wirklichkeit verhängt. Wer unserer Argumentation folgte, mag einwenden, daß zwar die Umwelt nicht in der äußeren Form existiere, wie wir sie wahrnehmen, daß aber dennoch eine solche Außenwelt als solche existiere, eben aus Teilchen bestehend. Doch auch das trügt. Denn auf der Ebene der Teilchen läßt sich die Grenze zwischen Ich und Nicht-Ich, zwischen Innen und Außen nicht mehr finden. Einem Teilchen sieht man nicht mehr an, ob es noch zu mir oder schon zur Umwelt gehört. Hier gibt es keine Grenze. Hier ist alles eins. Genau das meint ja die alte esoterische Lehre "Mikroskosmos = Makrokosmos". Dieses "ist gleich" gilt hier mit mathematischer Genauigkeit." [15]
Die Aussage „wie außen, so innen" wird auch von Rudolf Steiner zur Deutung der kosmischen Entwicklung bis hin zur Verwendung der Nahrungsmittel herangezogen.
Zitat Nr. 11: "Also auf die Lebensweise, nicht in Bezug auf das Äußere, sondern in Bezug auf das, was vom Menschen verdaut und verarbeitet werden soll, kommt es an, und darüber kann überhaupt niemals jemand auf Grund einer bloß materialistischen Wissenschaft etwas wissen. Da muß man sich klar sein, daß alles, was um uns herum ist in der weiten Welt als Makrokosmos, einen Bezug hat zu unserem komplizierten Inneren, zu dem Mikrokosmos, daß also ein jedes Nahrungsmittel, das gefunden werden kann, in einem ganz bestimmten Zusammenhang steht mit dem, was in unserem Organismus ist. Wir haben es ja hinlänglich kennengelernt, wie der Mensch eine lange Evolution durchgemacht hat, wie die ganze äußere Natur als eine Ausstoßung des Menschen gebildet worden ist. Wir sind immer wieder in den verschiedenen Betrachtungen zurückgegangen bis zu alten Saturnzeit. Da haben wir gefunden, daß auf dem alten Saturn nichts anderes da war als bloß der Mensch, und daß gleichsam der Mensch, die menschliche Evolution, die anderen Naturreiche ausgeschieden hat, Pflanzenreich, Tierreich und so weiter." [16]
3.2 Urprinzipien, Vertikales Weltbild
Der Satz "Wie oben so unten" ist die erste Grundlage der Esoterik. Die einzelnen Schulen unterscheiden sich darin, wie weit sie in diesen Folgerungen gehen.
Die zweite Grundlage der Esoterik ist eine Aussage über die Welt selbst, sie ermöglicht die konkrete, wissenschaftlich - quantitative Anwendung des Analogieprinzips. Danach ist die Welt aus zehn Urprinzipien aufgebaut, die sich in allen Seinsschichten vom Makrokosmos bis hinab zum Mikrokosmos wiederfinden. Daher spricht man auch von einem vertikalen Weltbild. Diese Lehre wird ganz konkret in Beziehung gesetzt zum Periodischen System der Elemente, wie es in der Physik und Chemie gebraucht wird. Alle Materie ist aus den etwa 90 Elemente des Periodischen Systems aufgebaut, sonst wären es keine Elemente. Ebenso besteht jedes Fernsehbild, wie farbig es auch sein möge, aus nur drei Grundfarben, Rot, Grün, Blau, denn mehr Farben kann die Fernsehröhre nicht erzeugen. In gleicher Weise besteht auch alles in der Welt aus nur zehn Urprinzipien.

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Zitat Nr. 12: "Der Mensch löst seinen Blick von der waagerechten Einteilung der Welt in Ebenen und entdeckt, daß diese Ebenen von senkrechten Prinzipienketten durchzogen werden. Da jede Erscheinung lediglich ein bestimmter Ausdruck eines Urprinzips ist, wird die gesamte Erscheinungswelt auf einmal zum Gleichnis dieser höheren Wirklichkeit - und man beginnt zu verstehen, was Hermes Trismegistos mit den Worten ausdrücken wollte: "Das was oben ist, ist auch das, was unten ist""[17]
Die Analogie der Urprinzipienlehre mit dem Periodischen System der Elemente ermöglicht auch die Verbindung zur Astrologie.

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Zitat Nr. 13: „Letztlich ist das auf dem Atommodell aufbauende Periodensystem der Elemente, wie wir es aus der Chemie und Physik kennen, das gängigste Urprinzipiensystem der Welt, von allen Wissenschaftlern anerkannt und weltweit gelehrt. ... Der Schritt vom Periodensystem, den Urprinzipien der Naturwissenschaft, zu jenem noch umfassenderen, die neben der Materie auch noch die Welt des Geistigen und der Ideen umfassen, ist eigentlich naheliegend. Auch die Naturwissenschaft sucht seit jeher nach übergreifenden Prinzipien, die das Ganze unter einen Hut bringen könnten. Im Bereich der esoterischen Philosophie ist solch ein umfassendes System nicht eigentlich gefunden worden, sondern scheint von Anfang an vorhanden gewesen zu sein. Seit Menschengedenken und bereits in den ersten Spuren menschlicher Zivilisation finden sich Hinweise auf Urprinzipien, oft im Zusammenhang mit Astrologie. Auch heute noch ist die Astrologie jene Disziplin, die am offensten und ausdrücklichsten mit Urprinzipien umgeht und darauf aufbaut. Ursprünglich kannte man sieben Urprinzipien, die mit den Namen der klassischen Götter belegt wurden, oder zwölf im Zusammenhang mit den Tierkreiszeichen. Heute werden im allgemeinen zehn Urprinzipien genutzt, die die Namen der zehn heute bekannten Planeten tragen, welche wiederum mit Götternamen aus dem Pantheon der Antike bezeichnet sind. „[18]
Die auf der Urprinzipienlehre basierende Esoterik vereinigt einen weiten Bereich der Erkenntnisse und Lebenführungsregeln.

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Zitat Nr. 14: "Sie wurde oft totgesagt, dennoch boomt die Esoterik unvermindert und scheint das durch die etablierten Religionen, die einseitig materialistische Schulmedizin und eine an Statistiken orientierte Psychologie entstandenen Vakuum an Sinnfindung und praktischen Selbsterfahrungsmöglichkeiten auch weiterhin auszufüllen. Um so mehr muß es erstaunen, daß nur wenige Zugang zur Grundlage und gemeinsamen Basis aller esoterischen Disziplinen, der Urprinzipien- oder Archetypenlehre, finden. Dabei handelt es sich um jene Ursprache aus Symbolen, die sowohl dem Tarot wie auch der Alchemie, der Astrologie und allen mantischen[19] Systemen zugrunde liegt und die auch bei den Krankheitsbilder-Deutungen angewandt wird. Genaugenommen gibt es im Bereich der Esoterik nichts, was nicht auf dieser Urtypenlehre basiert oder doch zumindest erst durch sie Tiefe und Sinn bekommt."[20]
Das Urprinzipiensystem der Esoterik wird am Beispiel der Planeten konkretisiert.

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Zitat Nr. 15: „Wie für das Urprinzipiensystem der Physik und Chemie gilt auch für das noch umfassendere System der Esoterik, daß sich alles ohne Ausnahme aus diesen Bausteinen zusammensetzen muß, sonst wären es keine Urprinzipien. Gäbe es irgend etwas Materielles in dieser Schöpfung, das nicht aus den gut 100 bekannten Atomen bestünde, müßten sie ihren Anspruch, Urprinzipien zu sein, sogleich einbüßen. Ganz entsprechend kann es auch nichts in dieser Schöpfung geben, das nicht auf die zehn übergeordneten Urprinzipien Sonne und Mond, Jupiter und Saturn, Mars und Venus, Merkur, Uranus, Neptun und Pluto zurückgeht. In manchen Bereichen wie der Farbenlehre ist uns ein Urprinzipiendenken völlig vertraut. Unser Fernsehbild baut sich lediglich aus drei Grundfarben auf, die in unzähligen verschiedenen Mischungen die ganze Vielfalt der Farbigkeit auf den Bildschirm zaubern" [21]
Das Urprinzipiensystem kann experimentell geprüft werden, denn es umfaßt nicht nur Planeten, sondern auch ganz konkret Tiere, die menschliche Gesellschaft und Wirtschaftsgüter.

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Zitat Nr. 16: „Noch genauer heißt dies, daß zu unserer Uridee x in jeder Ebene der Wirklichkeit ein bestimmter Repräsentant von x gefunden werden kann. Wir werden also sowohl im Tiereich als auch bei den Pflanzen, im Mineralreich wie auf der Ebene des Menschen etwas Konkretes finden, das auf dieser Ebene der Wirklichkeit die Uridee x repräsentiert. Läßt sich das x nicht auf jeder beliebigen Ebene entdecken, so würde unser x nicht den Titel "Uridee" verdienen." ... Jedem Urprinzip muß auf der Ebene der Tierwelt ein bestimmtes Tier entsprechen. Ist mir diese Entsprechung bekannt, so kann ich von jedem Prinzip ein Tier nehmen und diese zusammen in einem Zoo vereinigen. Aus der Beobachtung, wie sich diese Tiere gegenseitig verhalten, müßte man Rückschlüsse sowohl auf die Ebene der Urprinzipien als auch auf andere konkreten Ebenen machen können, das heißt man schließt in der Analogie aus der Beobachtung einer Ebene auf eine andere Ebene. ... So könnte man rein theoretisch von der Beobachtung der Tiere auf Pflanzen, die sozialen Parallelen der Menschen oder das Verhalten der Brauereiaktien schließen. Ein solches Denken nennt man Analogieschluß, es hat mit Kausalität nicht das geringste zu tun. ... In der Praxis eignen sich aber nicht alle Ebenen gleich gut. So würde ich jedem von dem als Beispiel skizzierten "Urprinzipienzoo" für den täglichen Gebrauch abraten. ...[22]
Anstelle der Experimente im Zoo bietet sich jedoch der Himmel an.

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Zitat Nr. 17: „Auf der Suche nach einer idealen Beobachtungsebene bot sich jedoch der Sternenhimmel als besonders ergiebig an. Die Ebene des Himmels vermischt sich nicht mit anderen, und das mathematisch faßbare Verhalten der Himmelskörper macht eine Interpolation für Vergangenheit und für Zukunft möglich, ohne daß wir auf eine ständige Beobachtung angewiesen sind. Da der Himmel mit seinen Körpern genauso eine Wirklichkeitsebene wie jede andere ist, mußten auch in ihr Repräsentanten für alle Urprinzipien zu finden sein. ... Jenes System, das die 7 Urprinzipien lehrt und deren Auswirkungen auf die verschiedenen Ebenen der Wirklichkeit untersucht, heißt Astrologie. Wenn die Astrologie vom Saturn spricht, meint sie in Wirklichkeit das Urprinzip Saturn. Erst bei der rein praktischen Arbeit benützt die Astrologie zur Beobachtung dessen Repräsentanten, den Himmelskörper Saturn. Die Astrologie ist und bleibt die Lehre von den Urprinzipien, nicht von den Sternen. Die Planeten sind eine praktikable, jedoch ersetzbare Ebene. Wer Astrologie wirklich kann, braucht mit der Zeit diese Ebene kaum noch, weil er gelernt hat, die Prinzipien in allen Ebenen zu erkennen."[23]
Die Urprinzipienlehre ergibt nicht nur ein Ordnungsmuster für die Erscheinungen der Welt, sondern führt auch zu konkreten Handlungsanweisungen für einen einzelnen Menschen:

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Zitat Nr. 18: „Wir können beispielsweise errechnen, daß ein Mensch in den nächsten Monaten in eine "Saturnphase" kommt... Unsere Ratschläge lauten etwa wie folgt: Sie sollten in der nächsten Zeit alle expansiven Bemühungen einstellen, alle Gesellschaften und Parties meiden sowie alles, was mit Zerstreuung, Unterhaltung und Üppigkeit zu tun hat. Tragen Sie in der nächsten Zeit möglichst ausschließlich schwarze Kleidung und machen Sie häufige Spaziergänge über Friedhöfe. Wenn es Ihnen irgendwie möglich ist, richten Sie sich einen Raum ein, in den Sie sich allein zurückziehen können. Dieser Raum sollte karg sein und auf das Notwendigste beschränkt: ganz weiß oder schwarz gestrichen, als Wandschmuck eventuell die dreizehnte Tarotkarte (Tod). Auf Ihren Arbeitstisch eventuell einen Totenkopf oder eine Sanduhr stellen. Ziehen Sie sich so häufig wie möglich in diesen Meditationsraum zurück. Lesen Sie das tibetanische Totenbuch und bestimmte Stellen der Bibel. Vermeiden Sie üppige Kost - ernähren Sie sich beispielsweise makrobiotisch oder noch besser, fasten Sie. Bevorzugen Sie als Getränk Tee vom Zinnkraut, als Medikament kommt Blei oder Kalk in homöopathischer Form in hoher Potenz in einer einmaligen Gabe in Betracht. ... Es ist leicht ersichtlich, daß alle diese Empfehlungen aus der senkrechten Analogiekette des Saturnprinzips stammen: Struktur, Blei, Zinnkraut, schwarz, Friedhof, alle Todessymbole und so weiter. ... Befolgt er diese Empfehlungen nicht ...und setzt seinen bisherigen Lebensstil fort, so wird die Saturnkonstellation sehr bald für ihn "böse" werden. Sie holt sich dann ihr "Opfer" durch Zwang. ... So befördert beispielsweise ein Verkehrsunfall unseren Klienten in das Krankenhaus. Hier muß er nun auf so vieles verzichten, auf Parties, Gesellschaften, üppiges Essen, alle Vergnügungen - all das rieten wir ihm, freiwillig zu tun! Sein Krankenzimmer ist auf das Notwendigste beschränkt - ein solches Zimmer rieten wir ihm sich einzurichten. Alle paar Tage erlebt er, wie Tote durch die Gänge gefahren werden, ... wir rieten ihm auch, sich mit dem Sterben und dem Tod zu beschäftigen. ... Wir sehen: Der Endeffekt ist der gleiche. Denn wir sagten es bereits, das Lernziel ist determiniert. Der wählbare Unterschied besteht immer nur in dem "Wie" des Lernens, freiwillig oder durch Zwang."[24]
In ähnlicher Weise wenden Margit und Rüdiger Dahlke die Urprinzipienlehre auch auf die Gesellschaft als ganzes an und auf die heutige Situation der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes an:

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Zitat Nr. 19: „Wir Menschen zeichnen uns im allgemeinen eher durch unser gegenteiliges ständiges Bemühen aus, die Belehrungsmaßnahmen des Schicksals zu unterlaufen. So versichern wir uns gegen Unfälle und Krankheit und sogar gegen den Tod in Form der Lebensversicherung. Wenn wir einen Unfall erleiden, nähert sich uns das Uranusprinzip auf unerlöster Ebene, weil wir ihm freiwillig nicht gerecht wurden. Das Schicksal, das laut esoterischer Philosophie als das geschickte Heil (lat. salus = Heil) zu verstehen ist, läßt Uranus plötzlich und unerwartet - eben uranisch - in unser Leben einbrechen, damit wir lernen, uns mit diesem Prinzip auszusöhnen. Die Versicherung soll diesem Einbruch seine Schärfe und Brisanz nehmen. Folglich wird sich das Schicksal bei gut versicherten Leuten etwas mehr einfallen lassen müssen. Ähnlich wäre die Thematik bei Krankheitsbildern zu sehen. Durch Krankenversicherungen versuchen wir der Krankheit (Saturn) ihre Härte (Saturn) zu nehmen, und so wird sich auch hier das Schicksal darauf einstellen und mehr bieten, damit wir zu unserer saturninen Lektion kommen. ... Nun ist es verständlich, wenn Gewerkschaften versuchen, für ihre Mitglieder zu erkämpfen, daß Krankheiten keinerlei Einbußen in deren Leben hervorruft. Die Krankheitskosten zahlen die Kassen fast vollständig, und Lohnausfall darf nicht sein. Da wir in diesen Situationen aber von Saturn lernen müssen, wird sich das Schicksal auf anderen als materiellen Ebenen mehr einfallen lassen. Leider oder zum Glück - je nach Blickwinkel - hat das Schicksal beliebig viele Möglichkeiten, seine Lernaufgaben zu lancieren. Wer sich mit dem Wesen und der Bedeutung von Krankheitsbildern beschäftigt, kann keinen Zweifel hegen, daß das Schicksal am längeren Hebel sitzt und gar keine Probleme hat, unsere harmlosen Versicherungsmaßnahmen zu unterlaufen. „[25]

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Zitat Nr. 20: „Wenn man sich einem Urprinzip verweigert, wird es sich mit Nachdruck, und wenn es sein muß, auch mit Gewalt holen, was ihm vorenthalten wurde. In mancher Hinsicht können wir es in der gegenwärtigen Situation erleben, was es heißt, von Saturn heimgesucht zu werden. ... Auch wenn sich im gesellschaftlichen Rahmen Konzerne und Gewerkschaften stur stellen, erfüllen sie doch noch immer die Forderungen des Saturnprinzips, denn auch Sturheit gehört dazu - wenn auch zur unerlösten Bearbeitungsebene. Ernten werden sie dadurch Leid und Beschränkungen auf der unfreiwilligen Ebene. Wenn ein Urprinzip sich mit seinen Forderungen meldet, geht es nur noch um die Ebene der Einlösung, nicht mehr um die Frage, ob man ihm gehorcht oder nicht. Auch wenn die großen Gewerkschaften all ihre Forderungen durchbringen, werden sie Saturn für ihre Mitglieder ernten, etwa wenn Firmen wie Mercedes ihre neue Fabriken im Ausland bauen. Auch Reduzierung und Einschränkung der Arbeitsmöglichkeit gehört unter Saturn ... Wenn wir ihm freiwillig opfern, wird das Saturnprinzip uns auch wieder aus seinem Würgegriff entlassen. Wenn wir uns dagegen zwingen lassen, werden wir lediglich in Form von Leid und Beschränkung opfern und Saturn auf die lange und unerfreuliche Art und Weise kennen lernen, bis er fürs erste sein Recht erhalten hat und uns bis zu unserer nächsten Verweigerung wieder in Ruhe läßt".[26]
Das Analogiedenken führt bei Rudolf Steiner zu ganz konkreten Anwendung in der Medizin:

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Zitat Nr. 21: "Diese Dinge werden in der okkulten Medizin auch so bezeichnet, daß man auf die Konstellation der verschiedenen Organe die Bilder der Himmelskörper anwendet: Herz als Sonne, Gehirn als Mond, Milz als Saturn, Leber als Jupiter, Galle als Mars, Nieren als Venus, Lungen als Merkur (Anmerkung des Herausgebers Otto Wolff: "Bei dieser Zugehörigkeit von Planeten zu Organen handelt es sich um ein uraltes Mysterienwissen, das noch in vielen mittelalterlichen Bildern zur Darstellung kommt. Durch die moderne Geistesforschung Rudolf Steiners ist es möglich, diesen Zusammenhang exakt zu studieren und auch auf die einem Organ bzw. Planeten zugehörigen Metalle zu erweitern, was wiederum für die Therapie in der anthroposophisch orientierten Medizin nutzbar gemacht wird.")[27]
3.3 Platonisches Jahr
Die dritte Grundaussage der Esoterik basiert auf einem physikalischen Effekt. Wenn wir einen rotierenden Spielzeugkreisel schräg auf einen Tisch stellen, dann beobachten wir, daß er nicht umfällt, sondern um die vertikale Achse rotiert, so daß seine Rotationsachse auf einem Kegelmantel umläuft. Diese Bewegung der Kegelachse wird als Präzession bezeichnet. Auch die Erde ist infolge der Drehung um die eigene Achse ein Kreisel. Wesentlich ist, daß die Erde nicht kugelrund, sondern abgeplattet ist. Diese Abplattung können wir uns schematisch so vorstellen, als trage die kugelrunde Erde am Äquator einen Gürtel. Dieser Gürtel liegt nicht in der Umlaufebene der Erde um die Sonne, sondern ist um 23,5° dagegen geneigt. Die Sonne (und der Mond) „wollen" diesen Gürtel in die Umlaufebene ziehen. Wegen der Kreiseleigenschaft der Erde gelingt dies jedoch nicht, sondern die Erde weicht mit einer Präzessionsbewegung aus. Während bei einem Spielzeugkreisel ein Präzessionsumlauf wenige Sekunden dauert, währt ein Präzessionsumlauf der Erde 25850 Jahre. Diese Zeitdauer wird als platonisches Jahr bezeichnet. Aus diesem Grunde zeigt die Erdachse nicht immer zu dem uns heute bekannten Polarstern, sondern der Himmelspol durchläuft in einem platonischen Jahr einmal einen Kreis am Himmel. Im Jahre 14000 n. Chr. wird der Stern Wega in der Leier Polarstern sein. Ebenso wie der Himmelspol wandert auch ein anderer charakeristischer Punkt, der Frühlingspunkt. Das ist der Punkt, in dem von der Erde aus gesehen die Sonne beim Frühlingsanfang steht. Der Frühlingspunkt durchläuft während eines platonischen Jahres einmal den Tierkreis, rückt also in rund 2000 Jahren um ein Tierkreiszeichen vor. „Vorrücken" heißt lateinisch „precedere" - daher das Wort Präzession.
Rudolf Steiner beschreibt die Entwicklung der Welt in Zeiträumen, in dem der Frühlingspunkt in einem bestimmten Tierkreiszeichen stand. Beispielsweise ermittelt er für die Zeit, in dem der Frühlingspunkt im Zeichen des Krebses stand, folgende Entsprechungen zwischen Mikro- und Makrokosmos sowie dem menschlichen Körper:

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Zitat Nr. 22: „Als jene Zeit abgelaufen war, welche als die atlantische Überflutung, als Untergang der Atlantis, unsere nachantlantische Kultur von der atlantischen Kultur trennt, da war als erste nachatlantische Zeit, als erste nachatlantische Kulturepoche diejenige, welche ihre makroskosmischen Einflüsse dadurch empfing, daß die Kraft, die das Erdenleben durchflutete, diejenige war, welche entspricht dem Aufgang der Sonne im Frühlingspunkte im Zeichen des Krebses. Wir können also sagen, als die Sonne mit ihrem Frühlingspunkte in das Zeichen des Krebses eintrat, da begann die erste nachatlantische Kultur. Wir können sie geradezu - wenn der Ausdruck selbstverständlich nicht mißverstanden wird - die "Krebskultur" nennen. Wenn wir die Dinge in ihrem wirklichen Lichte begreifen, so können wir sagen, die Sonne stand mit ihrem Frühlingsaufgang im Zeichen des Krebses. ... „Wir haben davon gesprochen in diesen Betrachtungen, daß im Menschen immer etwas entspricht demjenigen, was da draußen im Makrokosmos ist. Der Krebs entspricht beim Menschen dem Brustkorb. So daß man, makroskosmisch gesprochen, diese erste, die urindische Kultur, dadurch charakterisieren kann, daß man sagt, sie verlief, während der Frühlingspunkt der Sonne im Krebs war. Wenn man sie mikrokosmisch charakterisieren will, kann man sagen, sie verlief damals, als der Mensch für seine Weltenerkenntnis unter dem Einfluß jener Kräfte stand, die zusammenhängen mit dem, was sich in der Umhüllung seiner Brust, im Brustpanzer im Krebs zum Ausdrucke bringt."[28]
Nach dem Analogieprinzip besteht eine Entsprechung des Mikro- und des Makrokosmos. Es kommt aber nicht nur darauf an, daß diese Analogie besteht, sondern auch darauf, daß ein Mensch diese Analogie erkennen kann. Somit ergibt sich die Frage, auf welche Weise ein Mensch seine Analogien im Kosmos erkennen und mit ihnen Verbindung aufnehmen kann. Rudolf Steiner beantwortet diese Frage, indem er konkret auf den Stickstoffgehalt des Menschen verweist:

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Zitat Nr. 23: „Von ganz besonderer Wichtigkeit ist dann, zu beachten, was als Stickstoffartiges in dem Menschen lebt, der Stickstoff und seine Verbindungen. Daß der Mensch Stickstoff in sich hat, das macht ihn dazu fähig, daß er immer gewissermaßen dem Weltall offenbleiben kann. ... Dadurch, daß der Mensch Stickstoff in sich hat oder Körper, die den Stickstoff enthalten, spart sich gewissermaßen die Gesetzmäßigkeit der Organisation überall aus: längs der Stickstofflinien hört der Körper auf, seine eigene Gesetzmäßigkeit geltend zu machen. Und dadurch kann die kosmische Gesetzmäßigkeit überall herein .... Längs der Stickstofflinie im menschlichen Körper macht sich das Kosmische im Körper geltend. Sie können sagen: So viel in mir der Stickstoff tätig ist, so viel arbeitet der Kosmos bis zu dem fernsten Stern in mir. Was in mir an Stickstoffkräften enthalten ist, das führt die Kräfte des ganzen Kosmos in mich herein. Wäre ich nicht ein stickstoffhaltiger Organismus, so würde ich mich gegen alles verschließen, was aus dem Kosmos hereinkommt. „[29]
Die kosmische Bindung ist direkt zuständig für die Grundsteinlegung des Goetheanums, für die menschliche Sprache, für Eurythmie und Theologie.

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Zitat Nr. 24: „Grundlage aller Gegenwartsastrologie ist nach wie vor das sogenannte Thema mundi. ..... Das Thema mundi formuliert die Zusammengehörigkeiten der Planeten zu den Tierkreiszeichen: also: Mond gehört in den Krebs, Sonne in den Löwen, Merkur in die Jungfrau, Venus in die Waage usf. Rudolf Steiner hat am 8. Januar 1918 das Thema mundi teilweise dargestellt. ... Nun sind die Hinweise Rudolf Steiners nicht allein derart, daß den astrologischen Elementen - also den Planeten und Tierkreiszeichen - ausschließlich seelische Ausdrucksgesten zugeordnet werden. Also: Löwe = flammende Begeisterung, oder Jungfrau: Ernüchterung. Vielmehr werden die einfachen eurythmischen Lautgebärden der Einzellaute den Tierkreiszeichen und den Planeten unterlegt: dabei werden die Planeten durch Vokale dargestellt: Sonne = AU, Mond = EI, Merkur = I, Venus = A, Mars = E und so fort. Den Tierkreiszeichen werden die Konsonanten zugeordnet: Schütze zeigt sich in G und K, Waage etwa in CH, zu Löwe gehört das T, das S zu Skorpion. So wird es prinzipiell möglich, auch Konstellationen eurythmisch darzustellen oder umgekehrt kosmische Konstellationen durch Laute zu "übersetzen". Als im September 1913 der Grundstein für das (erste) Goetheanum gelegt wurde, hielt Rudolf Steiner auf der Grundsteinurkunde das Datum fest mit dem Zusatz: "Als Merkurius in der Waage stand". Merkur entspricht real dem Laut I und für das Sternzeichen Waage tritt das CH ein, so daß die Konstellation von Merkur in der Waage dem Wort ICH entspricht. ... Es ist eine besondere Eigenschaft der deutschen Sprache, daß das Wort "Ich", mit dem ein Mensch sein innerstes Wesen bezeichnet, auch die Initialen des Jesus (J) Christus (CH) enthält. Daß hier ein realer [Hervorhebung im Original M.L.] Zusammenhang besteht, ist eine der zentralen Erkenntnisse der Anthroposophie, siehe dazu insbesondere die ... Schrift Rudolf Steiners Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit. ... Merkur stand an diesem Tage, dem 20. September 1913, mittags auf 0 Grad 9 Minuten Waage - Rudolf Steiner hatte offensichtlich diesen Tag abgewartet, an dem diese kosmische Rune am Himmel stehen würde. Von einer so gearteten Beziehung zwischen den Lautgesten einerseits sowie den Planeten und Tierkreiszeichen andererseits her wird es dann weiterhin denkbar, daß auch Sätze, ganze Verszeilen formuliert werden könnten, in denen dann "fast jede Silbe selbst in ihren Tönen darauf stilisiert ist" direkt kosmisch zu sein. [30]
Nach Ansicht der Esoteriker ist im Jahre 1960 der Frühlingspunkt aus dem Tierkreiszeichen „Fische" in den „Wassermann" vorgerückt. Daher findet man für das jetzige Zeitalter auch die Begriffe „New Age" oder „Wassermannzeitalter".
3.4 Mental-esoterische Fernwirkung
Die Aussage „Wie oben so unten, wie außen so innen" besteht bei genauer Betrachtung aus drei Aussagen mit zunehmendem Gültigkeits- und Wirksamkeitsanspruch:
1. Diese Ordnung existiert.
2. Der Esoteriker kennt diese Ordnung.
3. Auf Grund dieser Kenntnis kann der Esoteriker von innen nach außen in diese Ordnung aktiv eingreifen, d.h. durch Denken Veränderungen in der Welt hervorrufen.
Diese konkret anwendbare esoterische Fähigkeit, die Welt durch Gedanken zu beeinflussen, erfordert allerdings etwas Übung. Derartige Übungen kann man heute im Nathal - Institut durchführen, das von Frau Prof. Lathan gegründet wurde (Nathal = Lathan rückwärts gelesen).

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Zitat Nr. 25: „Bei Prof. Dr. Gertje Lathan in Remscheid kann man in kurzer Zeit lernen, mit kosmischen Energien, Engeln und anderen „überirdischen" Wesenheiten Verbindung aufzunehmen. ... Bakterienkolonien „explodieren", Bankbeamte unterhalten sich mit Engeln, ein Wissenschaftler zapft „kosmische Datenbanken" an. ... Ergebnis einer Studie im Institut von Wissenschaftsfotograf Manfred Kage über „mentale Beinflussung lebender Organismen durch Nathal-Geübte": „[Der Nathal-Geübte] Philippe konzentrierte sich auf zwei von einem Mikrobiologen vorbereitete und mikroskopisch kontrollierte Bierhefe- und Kolibakterien- Präparate mit der Intension „Wachstumszunahme und Vielfalt" und sendete entsprechende „mentale Impulse" aus. ... Die normale Wachstumsrate bei Laboruntersuchungen liegt zwischen 5 und 50 Prozent; das in den streng wissenschaftlich kontrollierten Nathal-Tests erzielte Resultat: eine Vermehrung um das 5000 fache. Dies impliziert, daß sich die behandelten Präparate um den Faktor 5000 multipliziert haben resp. eine quantitative Vermehrung um das 5000 fache stattgefunden hat."[31]
Esoterische Forscher berichten über direkte Einwirkung der Planeten auf irdische Vorgänge:

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Zitat Nr. 26: „Das vielleicht größte Rätsel des Wassers ist sein „Gedächtnis". Es ist in der Lage, energetische Informationen zu speichern. Nachweislich reagiert es sogar noch auf unbekannte Planeten-Energien und feinstoffliche Einflüsse. Das wird genutzt, um totes Leitungswasser wiederzubeleben. ... Der Einfluß kosmischer Konstellationen und damit verbundener unbekannter Kräfte auf Wasser konnte auch mit Hilfe von Schwenks „Tropfenbildmethode" belegt werden, durch die die physikalische und chemische Qualität der Flüssigkeit sichtbar gemacht werden kann. Entsprechende Experimente wurden am Goetheanum im schweizerischen Dornach, an der Forschungs- und Versuchsanstalt der Stadt Wien und an Schwenks Institut für Strömungswissenschaften in Herrischried, Schwarzwald, durchgeführt. So fertigten Johannes Schnorr, früherer Mitarbeiter von Schwenk, und Dr. Georg Unger, Physiker und langjähriger Leiter der mathematischen Sektion am Goetheanum, zum Beispiel bei einer Quadraturstellung des Jupiter zu Neptun (dabei stehen die Planeten im 90 - Grad - Winkel zueinander) fünf aufeinanderfolgende Tropfenbilder im Abstand von jeweils sechs Minuten an. Dabei zeigte der erste Tropfentest, der genau zum Zeitpunkt der astronomischen Konstellation stattfand, eine geringfügige Formveränderung - und zwar eine Gestalt, die sich in normalen Vergleichsbildern erst nach doppelt so vielen Tropfen herausbildet. Die „Gestaltbildungskräfte" wurden also durch die Planetenkonstellation verstärkt."[32]
Die Fähigkeit von Menschen, entsprechend ihrer kosmischen Konstellation durch Gedanken ihre Umwelt zu beeinflussen, hat praktische Auswirkungen auf die Ziehung der Lottozahlen. Nach 30 jähriger Tätigkeit übergab die „Lottofee" Karin Tietze-Ludwig diese Tätigkeit an ihre Nachfolgerin Franziska Reichenbacher. Deren kosmische Eigenschaften sind für alle Lottospieler wichtig. Wir werden hierüber gründlich informiert:

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Zitat Nr. 27: Franziska Reichenbacher (30) aus Berlin wird Nachfolgerin von Karin Tietze-Ludwig (56). Außergewöhnlich: Die Moderatorin steht unter einem besonderen Stern! Chefastrologe Kurt Allgeier ermittelte: „Als Schütze ist ihre Aura stark übersinnlich. Damit wirkt allein ihre Anwesenheit im TV-Studio auf die Lottotrommel." ...Chefastrologe Kurt Allgeier (Astro-Woche) hat ausgerechnet, welchen Einfluß die neue Lotto-Fee auf die Sternzeichen der Lotto-Spieler hat: „Frau Reichenbacher ist Schütze -Frau, ihre Ausstrahlung charismatisch und übersinnlich. Dadurch kann sie durch ihre Anwesenheit die Chancen für viele bei der Lottoziehung beeinflussen. Meine Berechnung ihrer Planetenkonstellationen ergaben für fünf Sternzeichen größere Gewinnchancen!" Diese fünf sind: Löwe, Widder, Waage, Schütze und Wassermann... Diese Sternzeichen können nämlich von der günstigen Sonne und vom starken Glücksplaneten Jupiter von Frau Reichenbacher profitieren." [33]
4 Grundaussagen der Physik
Die heutige Physik behauptet: Die Vorgänge in der Natur können durch nur vier Kräfte vollständig be­schrieben werden.

Starke Kraft
hält Atomkern zusammen - Reichweite ~ 10-15 m
Radioaktivität, Energiequelle der Sterne
Schwache Kraft
Umwandlung Neutron-Proton - Reichweite ~10-18 m
Radioaktivität, Energiequelle der Sterne
Elektrische Kraft
Bindung von Elektronen und Protonen, Reichweite ~10-10 m (Atom)
Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen, Chemie, Festigkeit der Materie, Maschinen statische elektrische und magnetische Felder, Reichweite ~ 1 m
hochfrequente elektromagnetische Wellen Röntgenstrahlen, Licht, Sehen, Radar, Radio
Reichweite sehr groß (unendlich)
Schwerkraft
Anziehungskraft aller Materie, Erdanziehung, Kosmos Reichweite sehr groß (unendlich)
1. Der Atomkern besteht aus Protonen und Neutronen. Auf Grund der elektrischen Abstoßung der Protonen würde er auseinanderfliegen, wenn nicht zwischen ihnen eine stärkere Kraft wirkte, die die Protonen und Neutronen zusammenhält und die daher als starke Kraft bezeichnet wird. Sie ist die stärkste Kraft, die wir kennen. Sie wirkt jedoch nur auf einer ganz kurzen Entfernung, sozusagen nur, wenn die Protonen sich fast berühren; sie verhält sich also eher wie ein Klebstoff. Sie wirkt nicht auf Elektronen. Aus diesem Grunde und wegen der geringen Reichweite spielt sie in der Chemie, damit also auch in der Biologie und Medizin keine Rolle.
2. Hat ein Kern mehr Neutronen als dem Gleichgewicht entspricht, so wandelt sich ein Neutron in ein Proton und ein Elektron (und ein elektronisches Antineutrino) um (dies geschieht auch im menschlichen Körper ständig, indem sich Kalium-40 in Kalzium-40 verwandelt). Die hierbei wir­kende Kraft wird als schwache Kraft bezeichnet; ihre Reichweite ist noch kürzer als die der starken Kraft. In der Chemie, damit auch in der Biologie und Medizin spielt sie keine Rolle.
Beide Kräfte regeln gemeinsam die Verhältnisse im Kern; sie sind maßgebend für die Radioaktivität, für die Energieerzeugung in den Sternen, also auch in unserer Sonne und damit entscheidend für das Leben auf der Erde überhaupt. Aber aufgrund ihrer kurzen Reichweite wirken sie nur im Kern; schon im Molekül sind sie zwischen den einzelnen Atomen nicht mehr wirksam. Auf die Chemie haben sie keinen Einfluß, daher auch nicht auf die Biologie, die Medizin und den Menschen. Der Mensch vermag sie durch alltägliche Handlungen nicht zu beinflussen. Deshalb kann ich im folgenden von diesen beiden Kräften völlig absehen.
3. Völlig anders steht es mit der elektrischen Kraft; ihre Wirkung läßt sich in drei Erscheinungsformen einteilen:
3.1 Der Atomkern ist von Elektronen umgeben; Kern und Elektronen ziehen sich durch die elektrische Kraft an. Die Reichweite dieser Bindung zwischen Kern und Elektronen erstreckt sich auf das Molekül, ist also maßgebend für die Chemie. Daher ist sie maßgebend für die Sinne des Menschen, die mit der Chemie zusammenhängen, das Schmecken und Riechen.
Und warum können wir uns hören? Wir versetzen beim Sprechen die Luftmoleküle in Schwingungen. Diese stoßen sich in der Luft gegenseitig an und geben den Stoß weiter wie Billardkugeln. Dieses Abstoßen der festen Moleküle ist wieder eine Folge der elektrischen Kraft. Das gleiche gilt für die Festigkeit der Materie. Warum hält das Holz, das Metall zusammen? Warum können wir die Festigkeit der Materie fühlen? Weil die Materie undurchdringlich ist und so unsere Tastnerven reizt. Auch das ist wieder eine Folge der elektrischen Eigenschaften der Materie.
3.2 In unserem elektrotechnischen Zeitalter können die elektrischen Ladungen auch in großer Zahl zusammengeführt werden; man kann sie in den Leitungen fließen lassen. Die elektrischen Geräte, mit denen wir ständig umgehen und die Leitungen, von denen wir uns versorgen lassen, erzeugen in ihrer Umgebung elektrische und magnetische Felder. Die praktische Reichweite dieser Felder liegt in der Größenordnung von einigen Metern.
3.3 Ganz neue Phänomene treten auf, wenn wir die elektrischen Ladungen sehr schnell bewegen, so daß sie hochfrequente Schwingungen ausführen. Dann senden die elektrischen Ladungen elektromagnetische Wellen aus, die sich mit Lichtgeschwindigkeit in den Raum aus­brei­ten. Je nach der Frequenz, mit der wir die elektrischen Ladungen bewegen, entstehen dabei die Radarwellen, die Röntgenstrahlen, die Radiowellen oder das Licht, mit dem die Sonne die Energie zur Erde schickt und mit dem wir uns gegenseitig sehen. Die Reichweite dieser elektromagnetischen Wellen ist enorm: Wir können über Tausende von Kilometern Radio hören; wir sehen die Sterne.Also sind die fünf Sinne des Menschen sowie der gesamte Bereich der Technik auf die elektrische Kraft zurückzuführen.
4. Die Schwerkraft (Gravitation) beeinflußt das gesamte Leben auf der Erde; sie ist verantwortlich für den Lauf der Planeten und die Entwicklung im Weltall. Alle Menschen sind der Schwerkraft unterworfen. Sie können sie jedoch praktisch nicht beeinflussen, weil alle Änderungen, die sie durch ihre Bewegungen hervorrufen, klein gegen die Wirkung der Erde sind.Alle Informations- und Energieübertragungen, die ein Mensch willentlich hervorrufen kann, beruhen somit auf optischen oder akustischen Reizen oder Materietransport, - letztlich also der elektrischen Kraft. Im Vergleich gesagt: Die elektrische Kraft hat ebenso ein Monopol auf weitreichende Wirkungen wie bis vor wenigen Jahren die Post das Fernmeldemonopol hatte.Die Erfahrung der Medizin aus der Messung der elektrischen Hirnaktivität lehrt, daß der Mensch beim Denken keine elektrischen Signale nach außen abgibt. Diese Erfahrung mit der Monopolstellung der elektrischen Kraft kombinierend, formuliere ich - solange keine fünfte Kraft entdeckt ist - meinen psychophysikalischen Hauptsatz:
5 Psychophysikalischer Hauptsatz
Kein Mensch kann allein durch Denken (mental) Wirkungen außerhalb des eigenen Körpers hervorbringen oder Informationen aus der Umwelt aufnehmen.
Wir wissen, daß die Planeten nicht elektrisch geladen sind. Also können sie auf dieser Grundlage keine Wirkungen auf die Erde ausüben. Die Tatsache, daß wir einige Planeten sehen und z.B. astronomische Navigation durchführen können, rettet die Astrologie nicht: Nach astrologischer Lehre wirken die Planeten auch wenn sie nicht gesehen werden, und auch wenn sie unter dem Horizont stehen. Uranus, Neptun und Pluto sind mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Die Gravitationswirkung der Planeten ist zu klein und könnte nicht minutengenau sein. Demnach stehen die von Esoterikern behaupteten Phänomene wie mentale Levitation, Teleportation, Telekinese, Telepathie, mentale Beein­flussung des Wachstums von Lebewesen, mentale Beeinflussung des radioaktiven Zerfalls, Gedankenlesen und -beeinflussung, Hellsehen, Materialisation von Gegenständen und verstorbenen Personen sowie jegliche Form von Astrologie im Gegensatz zur heute bekannten Physik. Die Esoteriker behaupten, durch reines Denken die Welt erkennen und sie verändern zu können. Dagegen behaupte ich mit meinem psychophysikalischen Hauptsatz: Reines Denken genügt nicht. Wer die Welt verändern will, muß reden, Bücher schreiben, singen, malen usw. Wer die Welt erkennen will, muß in die Welt gehen, sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen; er muß genau beobachten, möglichst Experimente durchführen. Wer seine Gedanken nur in seinem eigenen Kopf behält, kann die Welt nicht verändern. All dies gelingt nur unter Ausnutzung der vier Kräfte und ist gleichzeitig auf die Möglichkeiten dieser vier Kräfte beschränkt.
6 Auseinandersetzung und Bewertung
6.1 Verhältnis der esoterischen Aussagen zur Physik
Die esoterische These "wie oben so unten" ist wissenschaftlich, denn sie ist falsifizierbar. Sie ist falsifiziert. Nach allem was wir wissen, sind Makrokosmos und Mikrokosmos[34] prinzipiell anders als die Welt des Menschen. Sie werden von Gesetzen beherrscht, nämlich denen der Relativitäts- und Quantentheorie, die sich hinsichtlich Raum, Zeit, Materie und Kausalität fundamental von den Vorstellun­gen un­terscheiden, die wir von diesen Begriffen gebildet haben. Daher ist es - im Gegensatz zu Zitat Nr. 3 - nicht möglich, die in dem "uns zugänglichen Bereich" gemachten Erfahrungen mittels "Analogiedenkens" als „genialem Schlüssel" auf die uns "unzugänglichen Ebenen" zu extrapolieren. Dethlefsen/Dahlke nehmen die Falsifizierung ihrer Kernthesen nicht zur Kenntnis, weil sie untrennbar mit ihren anderen Tätigkeiten wie Astrologie und Ho­möopathie verbunden sind. Esoterisches Denken ist hier nicht Mittel zum Erkenntnisgewinn, sondern (vergebliche) Stützung der feststehenden Vorentscheidungen, weil es die Ergebnisse der Wissenschaft gar nicht zur Kenntnis nimmt.
Zum Zitat Nr.4: Den Kommentar zum Vaterunser überlasse ich den Theologen. Vom Standpunkt des Physikers ist zu sagen: Die Esoteriker suggerieren, in der Physik gelte ein Symmetriesatz der Form: „Was innerhalb des Menschen ist, ist analog zu dem, was außerhalb des Menschen ist." Dieser Schluß ist aus mindestens folgendem Grund falsch: Die Physik ist definitionsgemäß die Lehre von der unbelebten Natur; daher kommt der Begriff „Mensch" in der Physik nicht vor, somit kann er auch nicht die Basis des suggerierten Symmetriesatzes sein. Da der Mensch in der Physik nicht vorkommt, kann ein solcher Satz in der Physik überhaupt nicht formuliert werden. Bei den EPR-Experimenten (Zitate Nr. 7, 8, 9) handelt es sich um ausgeklügelte Prüfungen und Anwendungen der Quantenphysik und Relativitätstheorie. Diese Experimente wurden bereits von Fritjof Capra und seinen Nachfolgern in ähnlicher Weise fehlinterpretiert wie durch Dahlke.[35] Inzwischen ist das Buch von Murray Gell-Mann (Physik Nobel-Preis 1969) „Das Quark und der Jaguar"[36] erschienen. Gell-Mann widmet darin Ausführungen der Capra/Dahlke-Art Kapitelüberschriften wie „Quantenmechanik und unsinnige Behauptungen" und „Die Verdrehung der Tatsachen". Auch in den neuesten Experimenten[37] hat sich die Lehrbuch-Physik d.h. Relativitäts- und Quantentheorie bewährt. Danach gibt es weder eine Verbindung der Welt seit dem Urknall noch die Möglichkeit, die Welt durch reines Denken zu verändern.
Im Zitat Nr.10 glauben Dethlefsen/Dahlke durch die Betrachtung von „Teilchen", d.h. also aus Ausagen der Quantentheorie beweisen zu können, die von uns für wirklich gehaltene Welt sei eine Illusion und bestätige mit „mathematischer Genauigkeit" die esoterische Lehre „Mikrokosmos = Makrokosmos". Nichts dergleichen läßt sich aus der Physik ableiten; vielmehr geht die heutige Physik ebenso wie die klassische Physik davon aus, daß ein menschlicher Beobachter sehr wohl erkennen kann, ob ein Teilchen zu ihm selbst oder zur Außenwelt gehört. Eine Grundausage der heutigen Physik besteht vielmehr darin, daß - wie oben schon gesagt - Mikrokosmos und Makrokosmos sich gerade nicht wie die Welt des Menschen verhalten. Die mentale Beeinflußbarkeit des Hefewachstums oder von Lottokugeln sowie die Veränderung der Tropfenbildung durch eine Planetenkonstellation stehen im klaren Gegensatz zu den Aussagen der heutigen Physik. Die Reproduzierung dieser Erscheinungen würde die Physik stärker verändern als Relativitäts- und Quantentheorie im ersten Viertel dieses Jahrhunderts. Die Entwicklung bleibt abzuwarten.
6.2 Innere Logik der esoterischen Aussagen

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Zitat Nr. 28: „Die Analogie „wie oben so unten" hat nur dann eine Berechtigung, wenn wir bereit sind, dieses Universum in seiner Gesamtheit als einen Kosmos (griechisch: Kosmos = Ordnung) anzuerkennen. Ein Kosmos aber wird von Gesetzen beherrscht und hat keine Platz für einen Zufall. Der Zufall als ein nicht berechenbares und nicht gesetzmäßiges Geschehen würde jeden Kosmos in ein Chaos verwandeln. ... Bereits beim ersten zufälligen Ereignis würde unsere Welt aufhören zu existieren. Nochmals: Es gibt keinen Zufall. Hinter jedem Ereignis steht ein Gesetz. ... Es ist wohl wieder eine Ironie des Schicksals, daß jene professionellen Verfechter des Zufalls, die Statistiker, es sich nicht nehmen lassen, eigenhändig die Unhaltbarkeit ihres Zufallsbegriffs mit methodischer Akribie zu beweisen. Ein Statistiker glaubt nämlich, daß beim Werfen eines Würfels dieser nur zufällig die 3, die 5 oder eine andere Ziffer zeigen kann. Würfelt man jedoch lange genug, so ergibt die Summe aller Zahlen eine gesetzmäßige Kurve, genannt Normalverteilung. Welch Wunder offenbart sich hier! Die Summierung nichtgesetzmäßiger Einzelereignisse ergibt eine Gesetzmäßigkeit... Hätten die Statistiker recht, so müßte auch der Satz gelten: Je öfter man sich bei einer Rechnung verrechnet, um so richtiger wird das Ergebnis. ... Die Beobachtung dieser Welt zwingt uns, von einem Kosmos zu sprechen und jegliche Zufälligkeit auszuschließen. ... Wenn der Kosmos aber eine geordnete Einheit darstellt, dann muß auch überall die gleiche Gesetzmäßigkeit herrschen, im Großen wie im Kleinen. wie oben, so unten. Diese Analogie berechtigte Paracelsus, den Menschen als Mikrokosmos dem Makroskosmos gleichzustellen. Der Mensch ist das getreue Abbild des makrokosmischen Universums - wir können außen nichts finden, was nicht auch in der Analogie im Menschen zu finden ist und umgekehrt.[38]
Mit diesen Darlegungen bricht der Versuch der Schule Dethlefsen/Dahlke, ihre Auffassung von Esoterik auf die moderne Physik zu stützen, in sich zusammen. Alle ihre Ausführungen beziehen sich auf die Quantentheorie. Die Quantentheorie aber ist ganz wesentlich eine statistische Theorie; eine ihrer Kernaussagen besteht darin, daß der Zufall ein entscheidendes Element in der Entwicklung der Welt ist. Es hat zahlreiche Versuche gegeben, die Quantentheorie von dieser statistischen Deutung zu befreien, um sie wieder zu einer deterministischen Theorie wie die klassische Physik zu machen. Der bekannteste dieser Versuche ist das EPR-Experiment. Dahlke versucht, seine Aussage vom Allzusammenhang der Welt (Zitate Nr. 7 - 9) auf dieses EPR-Experiment zu stützen. Tatsächlich beweisen aber alle Versuche dieser Art bis hin zu den in jüngster Zeit durchgeführten, daß alle Versuche, aus der Quantentheorie eine deterministische Theorie zu machen, gescheitert sind. Margit und Rüdiger Dahlke stellen (Zitat Nr. 7) selbst fest, das EPR-Experiment habe „das Kausalitätsprinzip wissenschaftlich beerdigt". Dethlefsen/ Dahlke stützen also ihr esoterisches Weltbild auf eine Theorie, die nach ihrer eigenen Aussage (Zitat Nr. 28 „Bereits beim ersten zufälligen Ereignis würde unsere Welt aufhören zu existieren") die Existenz dieser Welt - und damit auch ihre eigene - unmöglich macht.
Allgemeiner argumentiert: Die EPR-Experimente gehören zu den Experimenten, die die Gültigkeit der heutigen Lehrbuchphysik am härtesten testen. Sie gehen davon aus, daß Quanten- und Relativitätstheorie sich bisher stets bewährt haben, also im physikalischen Sinne „richtig" sind. Sie setzen gleichzeitig voraus, daß - wie oben ausgeführt - alle Vorgänge in der Physik durch nur vier Kräfte vollständig beschrieben werden können. Wenn das aber so ist, dann ist jede Form von Astrologie unmöglich und eine Aussage der Art: „Was im Menschen ist, ist analog zu dem, was außerhalb des Menschen ist" ist im Rahmen der Physik überhaupt nicht formulierbar. Das vertikale Weltbild ist nicht im Einklang mit der Physik, wie Dahlke im Zitat Nr. 4 behaupten, sondern widerspricht sowohl ihren Methoden des Erkenntnisgewinns als auch ihren Ergebnissen. Aussagen über eine „senkrechte Analogiekette" (Zitat Nr.18), der „Saturn, Blei, Zinnkraut, schwarz, Tod ..." angehören, sind der Physik völlig fremd. Wer (Zitat Nr. 4) behauptet, daß „Zeit eine Illusion" sei und es ein „synchrones Analoggeschehen" gebe, darf sich nicht auf EPR-Experimente berufen, die diesen Annahmen fundamental zuwiderlaufen.
Daß die Anthroposophie „in der Gediegenheit und Strenge der Vorstellungsart der Naturwissenschaft verwandt (Zitat Nr. 1 u. 2)" sein soll, kann angesichts der in den Zitaten Nr. 11, 21, 22, 23, 24 zu erkennenden Denkweise und Ergebnisse günstigenfalls Erstaunen hervorrufen.
Zusamenfassend ist festzustellen, daß die Aussagen der Esoteriker - entgegen ihren Behauptungen - nicht auf die moderne Physik gestützt werden können.
6.3 Eigenschaften des vertikalen Weltbildes
Gesetzt den hypothetischen Fall, die Zuordnung der Urprinzipien zu Planeten und den Elementen aufgrund der „Ursprache" seit den „ersten Spuren menschlicher Zivilisation" (Zitate Nr. 13, 14) bzw. „uralten Mysterienwissens" (Zitat Nr. 21) sei korrekt, dann stellt sich mindestens folgende Frage: In der Natur gibt es 90 Elemente. Also müssen zusätzlich 80 Elemente den 10 Planeten zugeordnet werden. Wie und durch wen geschieht das? Konkret am Beispiel des von Rudolf Steiner genannten Stickstoffs: Hier kann kein uraltes Mysterienwissen vorliegen, denn der Stickstoff wurde erst vor rund 250 Jahren entdeckt. Woher also kennt Rudolf Steiner die esoterische Zuordnung des Stickstoffs? Das gleiche gilt für die von Dethlefsen/Dahlke genannte Zuordnung des Zinnkrauts zum Saturnprinzip. Wie ordnen sie die übrigen Tausende von Pflanzen, die in der Arzneikunde verwendet werden, den zehn Urprinzipien zu? Wer ein vertikales Weltbild propagiert, kann sich weder auf die klassische noch die moderne Physik berufen, denn er steht außerhalb des Argumentationsrahmens beider Theorien und ihrer Prüfverfahren.
6.4 Urprinzipienlehre und Dekatheismus
Das vertikale Weltbild und das wissenschaftliche Weltbild (von Dethlefsen/Dahlke fälschlich als horizontales Weltbild bezeichnet) erscheinen zunächst nur wie zwei verschiedene Ordnungsmuster für die Erscheinungen der Welt. Derartig unterschiedliche Ordnungsmuster sind uns durchaus geläufig: Man kann z. B. Tiere nach zoologischen Gesichtspunkten einteilen in Säugetiere, Vögel und Fische. Man kann sie aber auch nach ihrem Bezug zum Menschen einteilen in Haustiere, Bauernhoftiere und Freitiere. So sieht es hier zunächst aus, so ist es hier aber nicht. Ein Urprinzip, wie es Dethlefsen/Dahlke am Beispiel des Saturnprinzips erläutern (Zitate Nr. 18 - 20) , hat nach ihren Angaben mindestens folgende Eigenschaften:
1. Das Urprinzip existiert.
2. Es besitzt ein eigenes Wertsystem.
3. Es hat den Willen, dieses durchzusetzen.
4. Es hat die Macht, dies auch gegen den Willen einzelner Menschen oder gesellschaftlicher Gruppen durchzusetzen.
5. Einzelne Menschen und gesellschaftliche Gruppen haben die Möglichkeit, sich dem Würgegriff des Urprinzips durch freiwillige Opfer zu entziehen.
Derartige Eigenschaften bilden nach allgemeinem Verständnis die Merkmale eines Gottes. Demnach handelt es sich bei den Urprinzipien nicht um ein neuartiges Ordnungsmuster für die Erscheinungen der Welt, sondern um die Etablierung eines Zehn-Göttersystems, eines Dekatheismus. Damit dürfte diese Art von Esoterik für die christliche Lehre nicht akzeptabel sein. Der von Rudolf Steiner im Zitat Nr. 24 behauptete „reale Zusammenhang" zwischen dem deutschen Wort „Ich" und den Initialen „Jesus Christus" sei Theologen und Philologen überlassen.
6.5 Urprinzipienlehre und gesellschaftliche Wirkung
Die Deutung der heutigen wirtschaftlich-gesellschaftlichen Situation durch Margit und Rüdiger Dahlke (Zitate Nr. 19, 20) in ihrer Zuschreibung zum Saturnprinzip ist - im politischen Maßsystem betrachtet - ein Gutachten für „rechts". Es gehört aber nur wenig Phantasie dazu, sich entsprechend einer anderen Planetenkonstellation - etwa beim Mars oder Jupiter - und einer anderen Fragestellung ein Gutachten für „links" vorzustellen. Zitat Nr. 18 („Befolgt er diese Empfehlungen nicht ..., so wird die Saturnkonstellation sehr bald für ihn "böse" werden.") vermittelt eine Vorstellung des esoterischen Drohpotentials. Wer determiniert das „Lernziel" (Zitat Nr.18)? Formulierungen wie „ Unfall durch Uranusprinzip... saturnine Lektion ...Da wir von Saturn lernen müssen ... Das Schicksal sitzt am längeren Hebel (Zitat Nr. 19)" sowie „Von Saturn heimgesucht ... Würgegriff des Saturnprinzips ...werden wir Saturn kennen lernen ... Saturn erhält sein Recht (Zitat Nr. 20)" verdeutlichen den psychischen Druck, den die Esoteriker auf ihre Leser auszuüben vermögen.
Kein Leser von „esotera" kann diese Drohung übersehen, denn die Zeitschrift hebt (Zitat Nr. 18) in roten Großbuchstaben deutlich hervor:
Wenn man sich einem Urprinzip verweigert, wird es sich mit Nachdruck, wenn es sein muß, auch mit Gewalt holen, was ihm vorenthalten wurde. Wenn wir ihm freiwillig opfern, wird das Prinzip des Saturn uns auch wieder aus seinem Würgegriff entlassen.
Die Zuordnung innerhalb des vertikalen Weltbildes und seine Anwendung auf konkrete menschliche oder gesellschaftliche Fragen ist völlig beliebig und verleiht somit den Esoterikern, die die Definitionsmacht bzw. das Interpretationsmonopol hierfür beanspruchen, eine Machtstellung, die weder demokratisch legitimiert noch durch einen wissenschaftlichen Prüfprozeß kontrolliert ist.
6.6 Bewertung
Daß Steiner/Dethlefsen/Dahlke und weitere Esoteriker Behauptungen aufstellen, die aus der Sicht der heutigen Physik falsch sind, kann ich als Physiker ertragen. Ich kann in Ruhe abwarten, welche Lehre sich im Zuge des Erkenntnisfortschritts bewähren wird. Für mich als Staatsbürger und Forscher sind jedoch weitere Überlegungen maßgebend:
Es könnte zunächst erstaunen, daß die Esoteriker ihre Aussagen ausgerechnet auf ein so unesoterisches Gebiet wie die Physik zu stützen versuchen. Genauer betrachtet erweist sich jedoch die Physik als geradezu ideal zur Überzeugung der meisten Leser esoterischer Literatur, also Nichtphysikern: Einerseits genießt die Physik wegen ihrer großen Erfolge in der Erklärung der Natur und als Grundlage der Technik großes Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Andererseits sind ihre Aussagen und die Methoden ihres Kenntnisgewinns für einen Nichtphysiker, für den schon in der Schule die Physik das unbeliebteste Fach war, nicht zu durchschauen. Daher mag ein Nichtphysiker geneigt sein, eine Behauptung der Esoteriker nicht nur zu glauben, sondern sogar als wissenschaftlich gesichert anzusehen, wenn sie mit dem Zusatz „Und die moderne Physik sagt das auch" vorgetragen wird.
Diese Mischung von Glaubwürdigkeit und Undurchschaubarkeit erscheint mir als der Nebelschleier, hinter dem die Beliebigkeit des vertikalen Weltbildes den Esoterikern ein weder demokratisch noch wissenschaftlich legitimiertes Manipulations- und Drohpotential bereitstellt.
7 Literatur und Anmerkungen
[1] Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance - Das Urwissen zur Vollkom­menheit des Menschen. Goldmann Taschenbuchausgabe. C. Bertelsmann Verlag GmbH, München. 15. Auflage 1985
[2] Thorwald Dethlefsen, Rüdiger Dahlke: Krankheit als Weg. Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder. C. Bertelsmann Verlag München 1983
[3] Rüdiger Dahlke: Krankheit als Symbol. Handbuch der Psychosomatik. Symptome, Be-Deutung, Bearbeitung, Einlösung. Bertelsmann (München 1996)
[4] Anzeige In: esotera 2/97 S. 35 bzw. Plakatwerbung im Januar 1998.
[5] s. z. B. Ilas Körner-Wellershaus: Anthroposophie - eine esoterische Weltanschauung. EZW-Texte Information Nr. 119 (VIII/1992)
[6] Internet: www. goetheanum.ch/leute/rsteiner.htm Stand Januar 1998
[7] Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß. Fischer Taschenbuch Verlag. Frankfurt/Main 1985 S. 37
{8] Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance a.a.O. S. 30
[9] Margit u. Rüdiger Dahlke: Die spirituelle Herausforderung Eine Einführung in die zeitgenössische Esoterik. Wilhelm Heyne Verlag München. 4. Auflage 1997 (Durchgesehene Neuauflage, bisher unter dem Titel OKKULTISMUS als Heyne Sachbuch erschienen) S.77
[10] Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance a.a.O. S. 31,32
[11] Thorwald Dethlefsen u. Rüdiger Dahlke: Krankheit als Weg a.a.O. S. 58, 63
[12] Margit u. Rüdiger Dahlke: Die spirituelle Herausforderung a.a.O. S. 15,16
[13]Margit u. Rüdiger Dahlke: Die spirituelle Herausforderung a.a.O. S. 16,17
[14] Margit u. Rüdiger Dahlke: Die spirituelle Herausforderung a.a.O. S. 17
[15] Thorwald Dethlefsen u. Rüdiger Dahlke: Krankheit als Weg a.a.O. S. 204
[16] Rudolf Steiner: Gesundheit und Krankheit. Themen aus dem Gesamtwerk 10. Ausgewählt und herausgegeben von Otto Wolff. Verlag Freies Geistesleben Stuttgart 2. Auflage 1988 S. 61, 62
[17] Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance a.a.O. S. 265
[18] Margit u. Rüdiger Dahlke: Die Ursprache der Seele In: esotera 1/97 S. 18 Aufmacher des Artikels auf der Umschlagseite und im Inhaltsverzeichnis: „Was man über die Grundlagen der Esoterik wissen muß." „Sie sind das Fundament aller esoterischen Disziplinen und deshalb unerläßlich für das Verständnis von Krankheit und Schicksal, von Leben und Tod: die „Urprinzipien", das Archetypische, das allem zugrunde liegt." Im Editorial bedauert Chefredakteur Gert Geisler, daß die Archetypenlehre noch nie Gegenstand eines speziellen Beitrags seiner Zeitschrift war. „Aus dem Bemühen, das bedauerlicherweise Versäumte sofort nachzuholen, resultiert die Titelgeschichte dieser Ausgabe „Die Ursprache der Seele". Sie bietet einen Einblick in „jene Ursprache aus Symbolen, die sowohl dem Tarot wie auch der Alchemie, der Astrologie und allen mantischen Systemen zugrunde liegt und die auch bei den Krankheitsbilder-Deutungen angewandt wird", schreiben die Dahlkes, von ihren Buch- und früheren esotera- Veröffentlichungen her ausgewiesen als die kompetenten Autoren für dieses Gebiet."
[19] Mantik: Wahrsagekunst. Auf der Annahme einer Entsprechung zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos beruhen die astrologische Mantik und die Geomantik, die den Himmelsrichtungen Bedeutung für das menschliche Geschick beimessen. Chiromantie ist Wahrsagen aus der menschlichen Hand, Nekromantie Befragung von Toten. Auch Tiere und Naturerscheinungen dienen der Vermittlung mantischer Kenntnisse. Hierzu rechnen das Auspicium, die Vogelschau im alten Rom, sowie die Leberschau, die Beobachtung von Quellwaser, in das Gegenstände geworfen werden (Hydromantie), die Beobachtung des Opferfeuers zwecks Erlangung übersinnlicher Wissens (Pyromantie) und die Weissagung mit Hilfe von Lufterscheinungen (Aeromantie). (Meyers Enzyklopädisches Lexikon).
[20] Margit u. Rüdiger Dahlke: Die Ursprache der Seele In: esotera 1/97 S. 17,18
[21] Margit u. Rüdiger Dahlke: Die Ursprache der Seele In: esotera 1/97 S. 18, 19
[22] Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance a.a.O. S. 94, 97, 98
[23] Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance a.a.O. S. 98, 99, 100, 101
[24] Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance S. a.a.O. 132 - 135
[25] Margit u. Rüdiger Dahlke: Die Ursprache der Seele In: esotera 1/97 S. 22
[26] Margit u. Rüdiger Dahlke: Die Ursprache der Seele In: esotera 1/97 S. 21
[27] Rudolf Steiner: Gesundheit und Krankheit. a.a.O. 63, 64
[28] Rudolf Steiner: Mensch und Sterne. Themen aus dem Gesamtwerk 16 Ausgewählt und herausgegeben von Heinz Herbert Schöffler. Verlag Freies Geistesleben 1990 S 63, 64
[29] Rudolf Steiner: Erde und Naturreiche. Themen aus dem Gesamtwerk 5, Herausgegeben von H. Heinze. Verlag Freies Geistesleben (1980) Stuttgart S. 114-115
[30] Rudolf Steiner: Mensch und Sterne a.a.O. S. 13-15
[31] Lutz Berger: „Engelszungen" im EEG In: esotera 2/96 S. 25, 28, 29
[32] Ulrich Arndt: Geheimnis Wasser. Das elementare Gedächtnis In: esotera 9/96 S. 26 - 28
[33] Bild-Zeitung 12. Dezember 1997 S. 1, 9
[34] Man beachte, daß die Begriffe „Mikrokosmos und Makrokosmos" hier in unterschiedlicher Weise verwendet werden: Die Esoteriker bezeichnen als „Mikrokosmos" den Menschen, als Makrokosmos" die Welt außerhalb des Menschen, insbesondere die Planeten und Tierkreiszeichen. Die Physiker verstehen unter „Mikrokosmos" den Bereich der sehr kleinen Teilchen (Elektronen, Photonen, die z.B. auch in den EPR-Experimenten verwendet werden), unter „Makrokosmos" den Bereich der Astronomie. Der Mensch kommt in der Physik nicht vor. Wenn man von der Erfahrungswelt des Menschen spricht, wird hierfür häufig der Begriff „Mesokosmos" verwendet.
[35] Martin Lambeck: Physik im New Age. EZW -Texte Information Nr. 110 (XI/1989)
[36] Murray Gell-Mann: Das Quark und der Jaguar. Vom Einfachen zum Komplexen. Die Suche nach einer neuen Erklärung der Welt. Piper, München Zürich (1994)
[37] Dik Bouwmeester, Jian-Wei Pan, Klaus Mattle, Manfred Eibl, Harald Weinfurter, Anton Zeilinger: Experimental quantum teleportation In: Nature Vol 390/ 11. Dezember 1997. S. 575 - 579
[38] Thorwald Dethlefsen: Schicksal als Chance a.a.O. S. 32 - 34
Autor: Martin Lambeck ist Professor für Physik an der Technischen Universität Berlin. Arbeiten auf den Gebieten Magnetismus, Optik, Werkstoffprüfung, Grenzgebiete der Physik zur Medizin (Homöopathie, Radiästhesie, Radon), Einordnung der Physik in das geistesgeschichtliche Umfeld, Übersetzungen aus dem Englischen. Anschrift: Optisches Institut, Sekr. P1-1 ,Technische Universität, D 10623 Berlin. E-mail: Lambeck (at) gwup.org
Hinweis: Diese Arbeit wurde zuerst im Jahre 1998 von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen als EZW - TEXT Nr. 141 veröffentlicht. Wir danken der EZW für die freundliche Genehmigung, diesen Text an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen. Sie können den Text und weitere Informationsschriften auch bei der EZW bestellen. Dieser EZW-TEXT kann - ebenso wie alle Publikationen der EZW - in Studienkreisen, Seminaren, Tagungen und dergleichen angewendet werden. Die EZW-TEXTE können einzeln oder in größerer Menge bei der EZW angefordert werden. Für die Internetversion wurden die Adressen gegenüber der Druckversion aktualisiert. Um Beachtung wird gebeten.

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Mittwoch, 3. November 2010, 05:34

Köbberling :

Zum Wissenschaftsbegriff in der Medizin:

http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/MedFak…K_M/vortrag.htm


Der Wissenschaft verpflichtet


Eröffnungsvortrag des Vorsitzenden des 103. Kongresses der

Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin

Wiesbaden den 6.4.1997



Johannes Köbberling, Wuppertal



Meine Damen und Herren,

In den vergangenen Jahren wurden von dieser Stelle aus viele wichtige Erklärungen zu gesellschaftlichen Fragen abgegeben, wie der zunehmenden Ökonomisierung der Medizin, der ärztlichen Freiheit und Verantwortung, der Forschungsförderung und der Nachwuchspflege, der internistischen Identität, den ethischen Regeln in der Berufsausübung oder der Qualitätssicherung. Es gäbe viele gute Gründe, zu einzelnen dieser Fragen erneut Stellung zu nehmen. Ich möchte mich aber heute ganz auf unsere Verpflichtung zur Wissenschaft in der Medizin konzentrieren, auf ein Thema, das gerade uns als die eigentliche wissenschaftliche Gesellschaft in der Inneren Medizin besonders beschäftigen muß.



Der Wissenschaftsbegriff in der Medizin

Die Wissenschaft in der Medizin erfreut sich nicht einer hohen allgemeinen Wertschätzung. Sie wird von verschiedener Seite mißachtet und diskriminiert. Zu den übelsten Verleumdungen gehört die dialektische Gegenüberstellung von wissenschaftlicher Medizin einerseits und menschlicher Medizin andererseits, wie sie von vielen Vertretern sogenannter Alternativverfahren der Medizin konstruiert wird. Klischeehafte Vorstellungen über bestimmte Erscheinungen der modernen Medizin, die als unmenschliche Auswüchse empfunden werden, werden häufig mit der wissenschaftlichen Medizin assoziiert. Fehlentwicklungen in bestimmten Bereichen können aber nicht als Rechtfertigung für eine solche verallgemeinernde Fehlbeurteilung dienen. Schon Eugen Bleuler hat in seiner berühmten und noch heute lesenswerten Schrift von 1919 über "Das autistisch undisziplinierte Denken in der Medizin und seine Überwindung" massive Kritik an der damals praktizierten Medizin geäußert und doch gleichzeitig ein glänzendes Plädoyer für eine rationale und dennoch humane wissenschaftliche Medizin abgegeben. Sein Satz "Ich stecke selbst in den Fehlern, die ich rüge, mitten drin" gilt auch heute.



Angesichts der verzerrten Darstellung der wissenschaftlichen Medizin in der Öffentlichkeit ist es kaum verwunderlich, daß Angebote vermeintlich menschlicherer Alternativen breite Resonanz finden, und daß hierin eine Lösung für verschiedene Probleme der Medizin gesehen wird. Dieser Auffassung muß aber entschieden widersprochen werden. Ganz im Gegenteil zu den verbreiteten Vorstellungen wird eine gute, menschliche Medizin nur durch die Wissenschaft in der Medizin sichergestellt. Unwissenschaftlichkeit ist dagegen der Boden der Inhumanität. Ich habe hiermit ein wesentliches Fazit meiner Ausführungen vorweggenommen und ich hoffe, daß ich es überzeugend begründen kann.



Die grundlegenden philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Wissenschaftsbegriff in diesem Jahrhundert gehen auf Karl Popper zurück. Nach ihm ist Wissenschaft nicht Gewißheit, auch nicht Suche nach Gewißheit. Die wissenschaftliche Erkenntnis besteht vielmehr in der permanenten Suche nach objektiv wahren, erklärenden Theorien. Diese Suche besteht darin, den Fehler, den Irrtum zu bekämpfen und alles zu tun, um Unwahrheiten zu entdecken und auszuschließen. Ausgehend von der sokratischen Einsicht in unser Nichtwissen hat er seine Fehlbarkeitslehre begründet. Statt von Wissen im Sinne von Gewißheit redet er von Vermutungswissen oder Theorien. Manche Theorien können wahr sein, aber auch wenn sie wahr sind, so können wir das niemals sicher wissen, weil es kein objektives Kriterium der Wahrheit gibt. Es gibt aber ein Kriterium des wissenschaftlichen Fortschritts, nämlich die Bereitschaft zur ständigen kritischen Überprüfung und gegebenenfalls Verwerfung der Hypothesen. Der ständige Zweifel, der zu immer neuen Versuchen der Falsifikation führt, ist somit einer der wesentlichen Motoren für den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn. Wissenschaftlicher Fortschritt entsteht durch die Bemühung, immer feinere Siebe der Falsifikation zu konstruieren und dadurch zu immer richtigeren Aussagen über unsere Welt zu gelangen.



Die Theorien von Popper über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn sind auch auf die Medizin anwendbar. Wenn selbst für die exakte Naturwissenschaft gilt, daß alles Wissen nur Vermutungswissen ist, - Popper hat dies oft mit der Ablösung des Newton’schen Weltbildes durch Einsteins Theorien belegt, - dann gilt dies für die Medizin um so mehr. Uns fallen leicht Beispiele von vermeintlich gesichertem Wissen in der Medizin ein, das durch wissenschaftlichen Fortschritt, durch neue Methoden oder einfach durch eine vorurteilsfreie Überprüfung widerlegt wurde.



Erst relativ spät in der Wissenschaftsgeschichte wurden Zweifel und Falsifikation als Methoden des Erkenntnisgewinns erkannt und genutzt. Aristoteles' Behauptung, daß die Frau weniger Zähne als der Mann habe, war fast zwei Jahrtausende lang gültig, weil man der berühmten Autorität glaubte und nicht zweifelte. Folglich zählte man die Zähne garnicht erst nach. Mit dem Zählen allein ist es allerdings nicht getan. Für die Methode des Zweifels müssen zunächst überprüfbare, also widerlegbare Hypothesen entwickelt werden, etwa die Hypothese "Mann und Frau unterscheiden sich nicht in der Zahl ihrer Zähne". Eine solche Hypothese, in diesem Falle wäre es eine sogenannte Nullhypothese, ist gegebenfalls leicht widerlegbar. Da die Hypothese nicht falsifiziertist ist, muß akzeptiert werden, daß diesbezüglich kein Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht. Auch für viele andere Bereiche in der Medizin gilt, daß zunächst widerlegbare Hypothesen erstellt werden müssen, meistens auf der Basis von meßbaren Daten. Diese Hypothesen sind wissenschaftlich überprüfbar, nämlich falsifizierbar. Dagegen ist die Aussage: "Ich habe erlebt, daß dieses Medikament hilft, daß es also wirksam ist", nicht widerlegbar. Eine solche Aussage ist deshalb ohne wissenschaftliche Tiefe und eine daraus abgeleitete Verallgemeinerung ist unwissenschaftlich.



Keinesfalls darf die Wissenschaft in der Medizin allein als Naturwissenschaft verstanden werden. Der mit Abstand am häufigsten zitierte Satz in den Eröffnungsreden der Internistenkongresse stammt von Bernhard Naunyn, dem Vorsitzenden des Jahres 1902. Meistens wird dieser Satz zitiert als "Medizin wird Naturwissenschaft sein oder sie wird nicht sein". Rudolf Gross bemerkte aber schon im Jahre 1978, daß Naunyn falsch zitiert werde, - es müsse nicht Naturwissenschaft sondern Wissenschaft heißen. Eberhard Buchborn stellt 1980 fest, daß Naunyn zwar Wissenschaft gesagt aber Naturwissenschaft gemeint habe, während Wolfgang Gerok diese Frage genau umgekehrt sieht. Ich möchte mich an diesen Versuchen einer Naunyn-Exegese nicht weiter beteiligen, - entscheidend ist allein die Erkenntnis, daß Medizin nur Medizin bleibt, wenn sie Wissenschaft bleibt. Die Gleichsetzung von Wissenschaft und Naturwissenschaft in diesem Zusammenhang wäre nicht nur falsch sondern dem Wissenschaftsgedanken sogar abträglich. Die falsche Gleichsetzung von Medizin und Naturwissenschaft macht es den Gegnern der wissenschaftlichen Medizin zu leicht, diese zu diskriminieren und die unwissenschaftliche Medizin zu rechtfertigen.



Unbestreitbar hat die Naturwissenschaft Wesentliches zum Fortschritt der Medizin beigetragen. Die medizinische Wissenschaft ist aber mehr als Naturwissenschaft. Sie geht häufig nach anderen Methoden als die exakte Naturwissenschaft vor und sie bezieht z.B. auch Methoden der Psychologie oder der Sozialwissenschafte ein.



Unwissenschaftliche Verfahren in der Medizin

Neben der Medizin, wie sie als ernsthafte und wissenschaftlich überprüfbare Heilkunde an den Hochschulen gelehrt und überall von verantwortungsvollen Ärztinnen und Ärzten ausgeübt wird, gibt es eine Vielzahl diagnostischer und therapeutischer Verfahren, die unter verschiedenen Begriffen zusammengefaßt werden, um sie von der eigentlichen Medizin abzugrenzen. In früheren Jahren war der negativ besetzte Begriff "Kurpfuscherei" verbreitet, heute heißt es häufig vornehmer "unkonventionelle medizinische Verfahren". Zunehmend findet man die positiv besetzten Begriffe "Alternativmedizin" oder ganz modern und vermeintlich aufgeklärt "Komplementärmedizin". Aus verschiedenen Gründen verwende ich den Begriff Paramedizin, womit alle Verfahren zusammengefasst sein sollen, die außerhalb der wissenschaftlichen Medizin stehen.



Die Liste der unter Paramedizin zusammenzufassenden Verfahren ist groß. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit darf ich einige der therapeutischen Verfahren nennen: Zellulartherapie, Ozontherapie, Chelattherapie, Symbioselenkung, Magnetfeldtherapie, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Ganzheits-Zellregenerationstherapie, Bioresonanztherapie, Bach'sche Blütentherapie sowie Homöopathie und anthroposophische Medizin. Nicht weniger vielfältig sind die diagnostischen Verfahren wie Iris-, Zungen- oder Ohrmuscheldiagnostik, die verbreitete Elektroakupunktur nach Voll in verschiedenen Varianten, die sogenannte Decoderdermografie, die Anthroposkopie, die Thermoregulationsdiagnostik, der sogenannte Kristallisationstest, der kapillardynamische oder der holistische Bluttest, bis hin zur Anwendung von Detektoren für Erdstrahlen.



Zwischen den Verfahren gibt es eine Abstufung ihrer Plausibilität, aber allen genannten Verfahren ist gemeinsam, daß sie keine überprüfbaren diagnostischen Ergebnisse liefern und keine überprüfbare therapeutische Wirksamkeit besitzen. Drei therapeutische Verfahren, die Phytotherapie, die Homöopathie und die Anthroposophie, nehmen eine gewisse Sonderstellung ein. Die beiden letztgenannten unterscheiden sich nicht prinzipiell in ihrer Qualität von anderen paramedizinischen Verfahren. Sie haben aber die Ehre, gemeinsam mit der Phytotherapie im Arzneimittelgesetz als "besondere Therapierichtungen" genannt und bevorzugt behandelt zu werden. Im Gegensatz zu anderen Medikamenten bedürfen die Therapeutika dieser Verfahren keiner Zulassung mit Wirksamkeitsnachweis, zur Registrierung genügt die Vorlage von einfachem sogenannten Erkenntnismaterial nach der Art "wir haben nur Gutes gesehen". Wegen dieser herausgehobenen Stellung sollen die Besonderheiten paramedizinischer Therapieverfahren exemplarisch an ihnen dargelegt werden.



Die Phytotherapie ist die älteste unter den "besonderen Therapierichtungen" und es fällt etwas schwerer, sie der Paramedizin zuzuordnen, ist sie doch die Mutter der gesamten heutigen Pharmakotherapie. Sie selbst hat sich aber durch besondere Glaubenssätze zumindest in die Nähe zur Paramedizin gebracht. Es kann gar nicht genug betont werden, welch ein großer medizinischer Fortschritt in dem Wandel vom Naturprodukt zum definierten medizinischen Präparat liegt, auch wenn das eigentliche Wirkprinzip bereits im Naturprodukt vorhanden war. Was könnte es dann aber für Gründe geben, wieder mehrere Schritte zurückzugehen und neben der modernen Pharmakotherapie, die natürlich viele Pflanzenstoffe in ihr Repertoire aufgenommen hat, sich wieder der Phytotherapie zuzuwenden und diese als eigenständige Therapierichtung zu betreiben? Der Hauptgrund liegt darin, daß man eine Berechtigung sucht, auf übliche Prüfungen der Wirksamkeit und der Unbedenklichkeit verzichten zu dürfen. Man möchte ganz bewußt den Glauben bewahren, pflanzliche Substanzen seien immer gut. Man grenzt sich deswegen bewußt von der angstbesetzten Chemie ab und verwendet Begriffe wie "Apotheke Gottes". Gerade diese Ansicht ist aber falsch. Der Anteil schädlicher und möglicher krebserzeugender Substanzen unter den pflanzlichen Inhaltsstoffen ist nicht geringer als unter synthetisierten Chemikalien.



Noch eindeutiger ist die Situation bei der Homöopathie. Für die gläubigen Anhänger dieser Therapieform existiert eine Art Bibel der reinen Lehre, nämlich Hahnemanns Organon. Hahnemann hat vor 200 Jahren ein in sich geschlossenes und von ihm selbst als definitiv erachtetes Lehrgebäude errichtet. Solche geschlossenen Systeme, so unsinnig sie auch sind, üben eine gewisse Faszination auf manche Menschen aus. So haben es die Vertreter dieser Lehre geschafft, daß in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, hier sei eine ernsthafte Alternative zur Medizin zu finden, eine Auffassung die nicht selten auch von sonst kritischen und in anderen Bereichen vernünftigen Menschen geteilt wird. Weder der bekannte Ähnlichkeitssatz noch die Potenzierung durch extremes Verdünnen sind in irgendeiner Weise wissenschaftlich belegt. Erfolgsberichte über homöopathische Heilungen betreffen nie größere Patientengruppen mit bestimmten Krankheiten, sondern bestehen aus einzelnen Fallbeschreibungen. Fallbeschreibungen entziehen sich aber der Falsifikationsmöglichkeit, sie sind prinzipiell wahr.



Bei der dritten staatlich privilegierten paramedizinischen Therapieform, der Anthroposophie, nimmt Rudolf Steiner ungefähr die gleiche Stellung ein, wie Hahnemann bei den Homöopathen. Es handelt sich um ein Lehrgebäude mit einer Mischung verschiedener anderer Therapieverfahren und eigenständiger Ideen von Steiner. So finden sich Züge der Phytotherapie, etwa bei der Anwendung von Mistelextrakten, andererseits werden aber auch anorganische Stoffe angewendet, wie Quecksilber und Blei in z.T. erschreckend hohen Dosierungen. Alles wird durch die sogenannte anthroposophische Wesens- und Bedeutungslehre zusammengehalten, bei der auch Edelsteine und Gestirne in das Gesamtkonzept einbezogen werden.



Auch bei den sehr verbreiteten paramedizinischen Diagnoseverfahren gibt es keine systematischen Untersuchungen über die Richtigkeit der Hypothesen, die ihnen zugrundliegen. Man muß sich deshalb fragen, wie es kommt, daß solche häufig schon vom Primäreindruck völlig unplausible Methoden eine derartige Verbreitung erfahren haben. Die Methoden sind meistens so ausgelegt, daß die Erwartungen sich immer erfüllen müssen. Die diagnostizierenden Ärzte fühlen sich, da externe Qualitätsmerkmale fehlen, immer wieder selbst bestätigt.



Die Geschichte der Akzeptanz der Paramedizin

Im Zusammenhang mit dem Versuch, die große Verbreitung der Paramedizin zu verstehen, halte ich es für wichtig, sich auch daran zu erinnern, in welcher Zeit sie in Deutschland hoffähig wurde. Eine offizielle und staatliche Anerkennung erfuhren Kurpfuscher und Außenseiter in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Reichsärzteführer Dr. Wagner hatte die "Neue deutsche Heilkunde" begründet, die sich an der Pseudophilosophie von Blut und Boden ausrichtete. Rudolf Hess, der sog. Stellvertreter des Führers, hat bereits 1933 geschrieben, daß im Interesse der Volksgesundheit die Naturheilkunde einen ihr gebührenden Rang erhalten solle und daß sich Schulmedizin und Naturheilkunde gegenseitig befruchtend ergänzen müssen. Der Widerstand einiger Mediziner gegen das geplante Heilpraktikergesetz wurde als reaktionäre und staatsfeindliche Äußerung junger Mediziner aus "gewissen Hochschulkreisen" bezeichnet.



Dieses traurige Kapitel betrifft leider auch unsere Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin. Wir dürfen uns nicht darum drücken, diese Phase unserer eigenen Vergangenheit zur Kenntnis zu nehmen, in der der Geist der Unwissenschaftlichkeit akzeptiert wurde. Im Jahre 1936 begrüßte der Vorsitzende unserer Gesellschaft von dieser Stelle aus die Reichsarbeitsgemeinschaft für eine neue deutsche Heilkunde, deren Mitarbeit dem Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin die besondere Bedeutung gebe. Die Abhaltung des gemeinsamen Kongresses diene dem Ziel, "über Geist und Wesen einer neuen deutschen Heilkunde zu unterrichten". Dabei wurde sogar das Ziel einer Vereinigung mit dieser Gruppe genannt. Nach Meinung des Vorsitzenden sei eine Zeit neuen wissenschaftlichen Denkens in der Medizin angebrochen. Dies alles geschehe unter dem Einfluß des nationalen Umbruchs. Dabei wird darauf hingewiesen, daß die bis dahin praktizierte Medizin in Diagnostik und Therapie eine gewisse "Volksentfremdung" aufweise. Ein Jahr später rief der Vorsitzende zwar "zu ernster und gediegener Wissenschaft" auf, kommt zum Schluß seiner Eröffnungsrede aber auch zur Verherrlichung der "deutschen Medizin des neuen Aufbruches".



Grenzen und Unterschiede zwischen wissenschaftlicher Medizin und Paramedizin

Kehren wir zurück zur Gegenwart und fragen uns, was die paramedizinischen Verfahren gemeinsam haben. Nichts von den verschiedenen Begriffen, die landläufig zur Beschreibung und zur Grenzziehung verwandt werden, gibt den Sachverhalt richtig wieder. Begriffe werden hier bereits zu Programmen und es erfordert eine hohe Sensibilität um zu verhindern, daß mit diesen Begriffen allein Glaubwürdigkeit und Plausibilität geschaffen werden. Bei der "Enttarnung" dieser Begriffe folge ich meinem früheren Mitarbeiter Jürgen Windeler, der sich in mehreren hervorragenden Beiträgen mit den Argumentationsstrukturen der Vertreter nichtwissenschaftlicher Verfahren in der Medizin auseinandergesetzt hat.



Das Operieren mit falschen Begriffen beginnt bereits damit, daß die eigentliche Medizin als "Schulmedizin" bezeichnet wird. Wohlwollend könnte man den Begriff so interpretieren, daß dies die Medizin ist, die an den Hochschulen gelehrt wird. Der Begriff wurde aber bereits von Hahnemann verwandt, um die zu seiner Zeit etablierte Medizin abzuqualifizieren, übrigens nicht ganz zu Unrecht. Schule war in diesem Zusammenhang als starres, unflexibles System gemeint, das in festen Denkstrukturen verhaftet und unfähig zu Innovationen ist. Es entstand die Assoziation zwischen Schulmedizin und verstaubter, verkrusteter akademischer Medizin, die weit weg von der Wirklichkeit des kranken Menschen ist, weniger an Wahrheitsfindung interessiert als an Deutung, Systematisierung und Verteidigung ihrer eigenen Wahrheiten. Auf diese Weise gelingt es leicht, die wissenschaftliche Medizin als ideologisch geprägt herabzusetzen und verächtlich zu machen. Der Begriff Schulmedizin besagt also genau das Gegenteil von dem, was ausgedrückt werden müßte, denn die wissenschaftliche Medizin vertritt ja gerade nicht ein geschlossenes System, sondern ist dadurch gekennzeichnet, daß sie sich kontinuierlich in Frage stellt. Ich habe mir deshalb angewöhnt, den Begriff Schulmedizin konsequent zu vermeiden und von Medizin schlechthin zu sprechen bzw. von wissenschaftlicher Medizin, wenn die Abgrenzung zur unwissenschaftlichen Medizin oder Paramedizin beabsichtigt ist. Aus ähnlichen Gründen verwende ich für die Paramedizin auch nicht die im folgenden aufgeführten Begriffe, weil sie zu Unterstellungen gegenüber der wissenschaftlichen Medizin führen bei gleichzeitiger Ideologisierung der anderen Seite durch die Verwendung von Eigenkonstrukten, die dem wahren Sachverhalt nicht gerecht werden.



Sehr verbreitet ist der Begriff "Alternativmedizin", der suggeriert, daß neben der bestehenden und wissenschaftlich erprobten Medizin tatsächlich eine Alternative bestehe. Diese Alternative besteht aber nur in dem erklärten Verzicht auf wissenschaftliche Methodik und alle für die eigentliche Medizin gültigen Qualitätsstandards. Irreführend ist auch der Begriff "Ganzheitsmedizin", der suggeriert, daß die wissenschaftliche Medizin nicht ganzheitlich sei. Es soll zum Ausdruck gebracht werden, daß die Medizin unter der Faszination des technisch Machbaren die psychischen und sozialen Probleme der Patienten vernachlässige. Soweit derartige Defizite in der wissenschaftlichen Medizin bestehen, müssen sie aufgearbeitet und beseitigt werden. Hierfür bedarf es aber keiner neuen Definition.



Auch der Begriff "Erfahrungsmedizin" stellt eine tendenziöse Neudefinition dar. Zweifellos beruht die wissenschaftliche Medizin in weiten Teilen auf Erfahrung. Es darf aber nicht übersehen werden, daß es verschiedene Qualitäten der Erfahrung gibt. Dabei ist die strukturierte Erfahrung deutlich höher einzustufen als alle anderen Formen von Erfahrung. Die paramedizinischen Methoden haben sich aber bisher fast ausschließlich der unstrukturierten Erfahrung bedient. Mit der Verwendung des Begriffes Erfahrungsmedizin soll häufig ausgedrückt werden, warum die hier eingeordneten Methoden sich nicht mit den üblichen wissenschaftlichen Verfahren oder sogar überhaupt nicht prüfen lassen.



Nach einem ähnlichen Schema wurde der Begriff "Naturheilkunde" eingeführt. Die Verwendung des Wortes Natur dient allein zur Durchsetzung besonderer Rechte, z.B. in der Arzneimittelzulassung. In Wirklichkeit handelt es sich um einen inhaltlich leeren Begriff, der jedoch so erfolgreich verwendet werden kann, daß er schlichtweg auf den gesamten Bereich der Paramedizin erweitert wird. Dabei wird übersehen, daß gerade viele paramedizinische Therapieverfahren in hohem Maße "künstlich" und zum Teil technisch sehr aufwendig sind und sich weit von der Natur entfernt haben. Auch bei diagnostischen Verfahren der Paramedizin, die ebenfalls unter Naturheilkunde subsumiert werden, werden häufig besonders aufwendige technische Pseudovorrichtungen verwendet, offenbar weil neben dem Begriff "Natur" gleichzeitig die Faszination der Technik für den gewünschten Erfolg mit herangezogen werden soll. Ganz Analoges läßt sich zum Begriff "biologische Medizin" sagen. Begriffliche Unschärfe ähnlicher Qualität, die ausschließlich für ein bestimmtes Ziel instrumentalisiert wird, kommt auch in den Bezeichnungen "sanfte Medizin" und "humanistische Medizin" zum Ausdruck.



Etwas schwieriger durchschaubar wird die falsche Grenzziehung, wenn hochtrabende und wissenschaftlich anmutende Begriffe verwandt werden, die zum Teil speziell hierfür erfunden werden, wie z.B. "autonomie- versus heteronomieorientierte Medizin" oder "hygeogenetisch-salutogenetisch ausgerichtete Medizin". Mit der Verwendung solcher leeren Worthülsen wird nur die Eitelkeit derer befriedigt, die vom Inhalt her gern auf Wissenschaft verzichten möchten, sich aber das Renommée der Wissenschaftlichkeit nicht gerne entgehen lassen.



Der wirkliche, aber entscheidende Gegensatz zwischen Medizin und Paramedizin liegt darin, daß nur bei der wissenschaftlichen Medizin Methoden und Theorien grundsätzlich für eine Prüfung offen sind und daß deren Vertreter das Ergebnis dieser Prüfung akzeptieren. Nicht alles innerhalb der Medizin ist geprüft, und wir können sicher davon ausgehen, daß vieles, was heute für wahr und gültig angesehen wird, bei einer entsprechenden Überprüfung fallengelassen werden muß. Wenn aber bestimmte Bereiche der Medizin sich prinzipiell einer Prüfung widersetzen, gelangen sie in den Bereich der Paramedizin. Im Grunde ist also die Grenzziehung zwischen Medizin und Paramedizin ganz einfach. Das Erkennen der Grenzen kann im Einzelfall für medizinische Laien recht schwierig sein kann, - um so mehr müssen wir uns bemühen, die Grenzen klar zu markieren.



Es gibt aber auch für Laien erkennbare Merkmale der Paramedizin, die zur Unterscheidung von der wissenschaftlichen Medizin beitragen können. Ein wichtiges Merkmal der Paramedizin ist die Nennung sehr unspezifischer Wirkungen mit Listen möglichst breiter Indikationen. Sehr häufig findet sich ein fast allumfassender Anspruch solcher Therapieverfahren. Für die sogenannte hämatogene Oxidationstherapie wurden aus verschiedenen Mitteilungen 62 Indikationen zusammengestellt, die von Gefäßverschlüssen an der Netzhaut, über Säuremangel des Magens, Diabetes mellitus, Hepatitis, Lungenemphysem, Nierensteinen, Venenthrombosen bis zu Wundheilungsstörungen reichen. Ein anderes Merkmal ist die Weichheit der Formulierung bei Therapieberichten, die überwiegend auf kasuistischen Mitteilungen oder retrospektiven Studien beruhen. Ein weiteres Merkmal ist das Fehlen an Sachlichkeit und kritischer Distanz, das von einem Übermaß an Enthusiasmus, fanatischen Heilungsberichten und üppig ins Kraut schießenden Spekulationen übertüncht wird. Kasuistisch untermauerte Wirkbehauptungen werden dann als gesicherte Tatsachen behandelt, Kritik wird nicht akzeptiert, Zweifel werden als persönliche Anfeindung und böswillige Verleumdung empfunden. Dies alles sind Zeichen eines Sektiererverhaltens, die sich durch weite Teile des paramedizinischen Schrifttums ziehen. Viele paramedizinische Verfahren sind Teil eines geschlossenen Lehrgebäudes, z.T. eines Weltbildes. Nicht selten beruft man sich auf uralte Kulturen oder auf einen charismatischen Begründer der Lehre, der so sehr verehrt wird, daß Veränderungen an dem Lehrgebäude tabuisiert werden.



Die kampflose Hinnahme der falschen Begriffe, z.B. der immer wieder eingehämmerte Gleichsetzung von Naturheilmitteln mit sanfter Medizin und risikoarmer Medizin, zeigt bereits Folgen. Die gleiche Denkschiene, die für die Beurteilung der Arzneimittel der sogenannten "besonderen Therapieverfahren" noch eine gewisse Stringenz hat, wird unvermittelt auch auf die Beurteilung der übrigen Arzneimittel übertragen. Als der Bundesgesundheitsminister in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag die Nicht-Einführung der sog. Positivliste begründen wollte, erklärte er, daß der Verzicht auf die Präparate mit nicht vorhandener oder umstrittener Wirksamkeit dazu führen würde, daß die "sanfte Medizin durch chemisch harte Medizin" ersetzt würde. Nicht nachgewiesene Wirksamkeit wird einfach mit "sanft", nachgewiesene Wirksamkeit mit "chemisch hart" gleichgesetzt. Ohne Begründung werden die nicht für die Positivliste vorgeschlagenen Medikamente in seinem Referat auch als Naturheilmittel bezeichnet. Dabei wurde vom ministeriellen Redenschreiber übersehen, daß die sogenannten Naturheilmittel der besonderen Therapieverfahren ohnehin ungeprüft in die Liste aufgenommen werden mußten.



Gegen die Gewöhnung an die Missachtung der Wissenschaft

Aus vielerlei Gründen sind Mißbrauch und Mißachtung der Wissenschaft nicht wertneutral. Verantwortungsvolle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dürfen dieses nicht widerspruchslos hinnehmen. Hierzu hat sich Karl Jaspers geäußert, der wohl bedeutendste Philosoph diese Jahrhunderts, der aus der Medizin kam. Anläßlich der ersten Rektoratswahl in Heidelberg nach dem Kriege, noch im Jahre 1945 - übrigens an dem Tag, an dem dort auch die Medizinerausbildung wieder aufgenommen wurde - hielt Jaspers einen Vortrag über die Erneuerung der Universität. Er führte aus, daß der Einbruch des Nationalsozialismus in die Medizin nicht hätte stattfinden können, wenn die beiden Pfeiler Wissenschaft und Humanität fest gewesen wären. Ein Strom von Unwissenschaftlichkeit sei schon vorher durch den größeren Teil der wissenschaftlichen und auch der medizinischen Literatur hindurchgegangen. Dieser Geist der Unwissenschaftlichkeit erst habe dem Nationalsozialismus die Tore geöffnet. Der Vortrag von Jaspers zur Neugründung der Universität nach Krieg und Zusammenbruch endet mit den Worten, daß Wissenschaftlichkeit und Humanität unlösbar verbunden sind, und daß die Unwissenschaftlichkeit der Boden der Inhumanität ist.



Ein Jahr später, im Jahre 1946, hat Jaspers sich noch einmal mit der Wissenschaft im Hitlerstaat befaßt und versucht, die Hintergründe und Methoden zu durchschauen, mit denen die Wissenschaft derart schnell und konsequent ausgeschaltet wurde. Als ersten Grund führte er an, daß die Universitäten ihrer Selbstverwaltung beraubt wurden und daß Rektoren vom Minister und Dekane vom Rektor ernannt wurden. Als weiteren Grund nannte er, daß Studenten und Dozenten durch zeitraubende, zerstreuende und entnervende Dienste von Arbeit und Studium ferngehalten wurden. Als dritter Grund wurde von Jaspers genannt, daß Ernennungen von Wissenschaftlern über die Partei erfolgten, wobei die qualifizierenden Eigenschaften Redebegabung, forsches Auftreten, Lernfähigkeit, Rücksichtslosigkeit und Charakterlosigkeit waren. Wir wollen uns vor allzu vordergründigen Analogien zur Gegenwart hüten, aber so manche vorsichtige Assoziation drängt sich doch auf. Dies gilt insbesondere für den vierten und nach meiner Sicht wichtigsten der von Jaspers genannten Punkte. Er führt nämlich aus, daß der Zustand der Wissenschaftlichkeit schon vor 1933 sehr brüchig war. Selbstanklagend sagt er, daß "wir, die wir vor 1933 die Wissenschaft vertraten, nicht aus dem ganzen Ernst der Verantwortung die genügende Energie aufbrachten, für die Echtheit der Wissenschaften erziehend, anklagend, anspornend, mit durchschlagender Vehemenz uns einzusetzen". Auch an den Universitäten lebten die Wissenschaften schon vor 1933 in einem Strom von Unwissenschaftlichkeit. So wurde also der Sturz der Wissenschaften im nationalsozialistischen Staat erst durch die vorher verbreitete Unklarheit darüber, was Wissenschaft ist, ermöglicht, - durch die Unwissenschaft im alltäglichen Urteilen, durch die Gewöhnung an den Mißbrauch der Wissenschaft.



Meine Damen und Herren, an dieser Stelle zögere ich nicht, auf Analogien hinzuweisen. Die Gewöhnung an Mißbrauch und Mißachtung der Wissenschaft ist heute keineswegs geringer als in den Zeiten vor und während des Nationalsozialismus. Bevor ich hierzu Beispiele aus der Gegenwart nenne, möchte ich noch einmal aus einem Vortrag von Karl Jaspers zitieren, - nicht zuletzt, weil in diesem Vortrag aus dem Jahre 1950 unsere Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin genannt wird. Jaspers setzt sich in diesem Vortrag kritisch mit der Psychoanalyse und mit dem Dogmatismus dieser Lehre auseinander. Er nennt verschiedene Erscheinungen, die die Psychoanalyse als unwissenschaftlich erkennen lassen und führt dann aus: "Sieht man dann, wie etwa auf dem Wiesbadener Internistenkongress 1949 solche Dinge ernst genommen wurden, so kann man wohl ins Staunen geraten".



Daß Jaspers als Beispiel der Unwissenschaftlichkeit ausgerechnet die Psychoanalyse nennt, läßt aufhorchen. Blättert man aber den Kongreßband aus dem Jahre 1949 durch, dann wird dieses sehr schnell verständlich. Weite Teile des Kongreßberichtes erinnern in fataler Weise an die Schriften von Paramedizinern. Die Psychosomatik tritt mit einem bemerkenswerten Anspruch auf. Sie läßt an der Deutung über Pathogenese und Therapie vieler Erkrankungen keine Zweifel aufkommen. Immer wieder wird das Ulcus genannt und es werden apodiktisch gemeinsame Charaktereigenschaften aller Ulcuskranken genannt. Victor von Weizsäcker behauptet z.B. in einem Vortrag, daß Eheprobleme und andere Konflikte "zur Pathogenese des Ulkus gehören wie das Wasser zum Blut und das Eiweiß zur Zelle". Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang seine Aussage, daß die psychosomatische Forschung sich von den fragwürdigen Methoden statistisch nachgewiesener Erfolge fernhalten und stattdessen in der "anthropologischen Verantwortung" bleiben solle. Die psychosomatische Heilkunde wetteifere mit der "institutionell gewordenen Schulmedizin." Dies alles klingt völlig austauschbar mit heute noch geübten Argumentationsstrukturen der Paramedizin.



In Vorwegnahme dessen, was heute "Binnenanerkennung" genannt wird, hat von Weizsäcker der wissenschaftlichen Medizin das Recht bestritten, die Erfolge und die Heilmethoden der Psychotherapie zu beurteilen: "Die psychosomatische Medizin kritisiert sich selbst". Allein Paul Martini, einer der frühen Protagonisten der strukturierten klinischen Studie als Basis des Erkenntnisgewinns, erhebt auf dem Kongreß deutlichen Einspruch gegen den "Totalitätsanspruch der Psychotherapie" und erklärt: "Weder eine sogenannte naturwissenschaftliche noch die wissenschaftliche noch auch die psychosomatische Medizin können ihre eigenen Gesetze ihrer Methodologie und Kritik ihrer Heilerfolge selbst erlassen. Diese Gesetze sind präexistent und zwar sind es die für uns alle verbindlichen Gesetze der Logik und der Erkenntnis-theorie".



Das Staunen von Jaspers über die Vorgänge auf dem Internistenkongreß 1949 ist also durchaus nachvollziehbar. Sein Staunen bezieht sich nicht nur auf die Redner sondern auch auf die Zuhörer und Diskutanten, denn er schreibt: "Das Maß der Anerkennung in der Diskussion seitens der Nicht-Analytiker, die Vorsicht, als ob was dran sein könne, die Sorge, durch radikale Verwerfung von Unwissenschaft sich zu blamieren, zeigt, wie tief die Wirkung dieser Glaubensweisheit geht". Wenn wir hier anstatt Psychoanalyse Homöopathie oder Anthroposophie nennen, ist die Analogie unübersehbar. Es könnte ja etwas dran sein! Man könnte sich ja blamieren, wenn man die Homöopathie als unwissenschaftlich radikal verwirft! Wieviele Wissenschaftler haben denn den Mut, deutlich, womöglich in der Öffentlichkeit, zu sagen, daß an dem Lehrgebäude der Homöopathie nichts wissenschaftlich Überprüfbares dran ist? Die unheilvolle Gewöhnung an Mißachtung und Mißbrauch der Wissenschaft ist viel bequemer. Die bequeme aber folgenschwere Gewöhnung an die Mißachtung der Wissenschaft scheint in den fünfzig Jahren, in denen die Wissenschaftler alle Freiheiten genießen konnten, nicht geringer geworden zu sein.



Aufgrund eines Gutachtens, das sich mit der Frage der Erstattungspflicht von Leistungen für "besondere Therapierichtungen" aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung befaßte und in dem die Auffassung vertreten wird, daß der Begriff der "allgemein anerkannten Regeln" sich jeweils nur auf die einschlägigen Fachkreise zu beziehen habe, berufen sich Sozialgerichte in ihren Urteilen immer mehr auf diese sogenannte "Binnenanerkennung". Das Bundessozialgericht hat z.B. in einem Urteil folgendes ausgeführt: "Der maßgebende allgemeine Standard kann deshalb nur "therapieimmanent" ermittelt werden. Als Maßstab ist sowohl der Denkansatz der Schulmedizin als auch der der "besonderen Therapierichtungen" heranzuziehen. Dabei kommt es im Verhältnis zu den "besonderen Therapierichtungen" nicht darauf an, ob deren Denkansatz richtig oder falsch sei. Behandlungsmethoden der "besonderen Therapierichtungen" sind daher vom Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen dann nicht ausgeschlossen, wenn sie innerhalb der jeweiligen Therapierichtung anerkannt sind". Der hieraus abgeleitete Begriff der "Binnenanerkennung" ist in mehreren Sozialgerichtsurteilen wiederholt worden.



Sowohl Juristen als auch Mediziner sollten sich schämen, daß eine derartige geistige Verwirrung weitgehend unwidersprochen bleibt, ja fast auf dem Wege ist, zu einem Standard zu werden. Die Vertreter der unwissenschaftlichen Medizin maßen sich selbst die exklusive Befähigung zur Beurteilung und ggf. Anerkennung ihrer Therapieverfahren an, und diese Anmaßung wird vom Bundessozialgericht akzeptiert. Hier müßte ein Aufschrei durch die Wissenschaft gehen! Innerhalb der Medizin muß sich doch jedes Verfahren der Anerkennung sämtlicher anderer Gebiete erfreuen. Wer würde es denn akzeptieren, daß die Hormontherapie nur von Endokrinologen und die lebensrettende Appendektomie nur vom Visceralchirurgen anerkannt wird? Wenn wir es recht betrachten, ist dieser Anspruch auf "Binnenanerkennung", der ja die Überprüfbarkeit durch Nichtbeteiligte ausschließt, der endgültige Beweis der Nichtwissenschaftlichkeit. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an Martinis Worte: "Die verbindlichen Gesetze der Logik und des Erkenntnisgewinns sind präexistent".



Der Gesetzgeber hat bekanntlich unter erheblichem politischen Druck die besonderen Therapierichtungen ausdrücklich in die Leistungspflicht der Krankenversicherungen aufgenommen. Er hat aber, zumindest auf dem Papier, weder ihnen noch anderen Formen der Parawissenschaft eine Sonderstellung hinsichtlich der Anforderungen an die Messung von Qualität und Wirksamkeit am allgemeinen Stand der medizinischen Kenntnisse und dem medizinischen Fortschritt eingeräumt. Da Wirksamkeitsnachweise bisher nicht vorliegen, haben sich mehrere Innungs- und Betriebskrankenkassen in dem Bemühen, trotzdem auch Leistungen der besonderen Therapierichtungen erstatten zu können, auf eine sogenannte Erprobungsregelung berufen. Die von ihnen eingeführte wissenschaftliche Begleitung der Erprobung wurde aber dem Zentrum zur Dokumentation für Naturheilverfahren e.V. in Essen übertragen. Damit wurde die Binnenanerkennung quasi vorweggenommen. Diesen Schutz durch eine Binnenanerkennung sollen in diesem Zusammenhang nicht etwa nur Verfahren mit einem Rest an Plausibilität oder Seriosität genießen, sondern expressis verbis auch so obskure Verfahren wie Aurasskopie und Auratest, Blut-Kristall-Analyse, ein holistischer Bluttropfentest, elektromagnetische Bluttests, Bio-Elektronik und ähnliche Methoden mit wohlklingenden Namen aber ohne ernstzunehmenden Gehalt.



Wenn wir nicht laut und deutlich dieser Sprach- und Geistesverwirrung der sogenannten "Binnenanerkennung" widersprechen und dieser Tendenz Einhalt gebieten, kann sich jedes medizinische Sektierertum frei entfalten, und sogar in betrügerischer Absicht erfundene neue Verfahren könnten ungehemmt reüssieren.



Als vor einigen Jahren auf politischen Druck auch von prominenter Seite paramedizinische Verfahren an medizinischen Fakultäten im Lehrprogramm angeboten werden mußten, gab es nur vereinzelte Proteste. Der einmütige und massive Widerstand der Fakultäten wurde aber vermißt. Mühsam bemüht man sich, die vorgeschriebenen Fragen zur Phytotherapie im schriftlichen Staatsexamen so abzufassen, daß ein Restbezug zur wissenschaftlichen Medizin erkennbar bleibt. Das Ergebnis ist zugleich lächerlich und ärgerlich.



Soviel ich weiß, war die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin die einzige Gesellschaft, die widersprochen hat, als in der neuen Gebührenordnung für Ärzte die homöopathische Anamnese auftauchte und auch noch mit der höchsten Punktzahl aller sogenannten sprechenden Verfahren belohnt wurde. Geholfen hat unser Protest nicht, die Regelung ist so vollzogen, und alle haben sich damit abgefunden.



Defizite im wissenschaftlichen Medizinbetrieb

Die widerspruchslose Hinnahme der Unwissenschaft im alltäglichen Urteilen und die Gleichgültigkeit gegenüber Täuschung und Unwahrheit als Teil des medizinischen Alltags führen zwangsläufig auch zu Unsicherheiten im Umgang mit Wahrheiten. Dies kann der Medizin nicht guttun, und ich bin davon überzeugt, daß viele Fehlentwicklungen in der modernen Medizin, die im Sinne Bleulers als autistisch undiszipliniertes Denken bezeichnet werden können, mit dieser Akzeptanz der Unwissenschaftlichkeit zu erklären sind. So führt die widerstandslose Gewöhnung an die Nicht-Wissenschaft auch zur Trübung des Blicks im eigenen Bereich der wissenschaftlichen Medizin und damit zu einer schleichenden Verbreitung unwissenschaftlicher Denkstrukturen auch bei solchen Ärzten und Ärztinnen, die nicht zu den Anhängern der Paramedizin zählen. Ich möchte im folgenden einige Strukturfragen unseres Medizinbetriebes ansprechen, bei denen ich eine Gefahr für die Wissenschaft zu erkennen glaube.



Bei den Zielen und Inhalten klinischer Forschung wird häufig die Frage vermißt, welche Diagnose- oder Therapieverfahren tatsächlich dem Patienten nützen. Klinische Forschung, die diesen Zielen dient, steht leider nach wie vor in unserem akademischen Umfeld in geringerem Ansehen als die Grundlagenforschung. Popper hat in diesem Zusammenhang einmal von einem Mythos der sogenannten exakten Grundlagenforschung gesprochen, der keine wissenschaftliche Überlegenheit zukomme. Gerade die klinische Forschung darf aber nicht durch Vorurteile oder Ideologien befrachtet sein. Sie muß vielmehr methodisch sauber und unter Beachtung wissenschaftlicher Vorgehensweisen erfolgen, insbesondere also durch die Methode der immer wiederkehrenden Infragestellung. Eine verstärkte wissenschaftliche Beschäftigung mit der Methodologie der klinischen Forschung, bei der statt der vertrauten deterministischen Betrachtungsweise überwiegend Modelle mit stochastischen Komponenten gefordert sind, wäre sehr begrüßenswert. So sind bisher kaum Methoden entwickelt worden, mit denen die Wirksamkeit von Suggestivverfahren oder anderen Therapieansätzen für die Behandlung von Befindlichkeitsstörungen wissenschaftlich überprüft werden können.



Ein anderes Problem wird in vielen Publikationen erkennbar, auch in Zeitschriften mit einem hervorragenden Panel an Herausgebern und einem international renommierten advisory board. Es hängt möglicherweise mit dem Druck zusammen, aus Karrieregründen möglichst viel publizieren zu müssen. Hoch entwickelte Sekundärtugenden des Wissenschaftsbetriebes täuschen dabei nicht selten darüber hinweg, daß die gemachten Aussagen mit der Fragestellung der Arbeit kaum zusammenhängen und nicht durch die mitgeteilten Daten belegt sind. Es bedarf keiner Erläuterung, welche Risiken dadurch entstehen, daß solche unsinnigen Aussagen in wissenschaftlichen Zeitschriften erscheinen, wodurch sie sich mit dem Nimbus wissenschaftlicher Seriosität umgeben. Der Eindrück drängt sich auf, daß die Schamschwelle, auch schlechte Arbeiten zu publizieren, sowohl bei Autoren als auch bei Herausgebern von Zeitschriften abnimmt. Für den Wissenschaftler stellt es keinen Makel und kein Karrierehemmnis dar, auch schlechte Arbeiten unter seinem Namen veröffentlicht zu haben.



Ein weiteres Problem liegt in der ausgeprägten Ungeduld vieler Wissenschaftler, die leicht zur Mißachtung wissenschaftlicher Tugenden führen kann. Lassen Sie mich hierzu ein Zitat verlesen: "Die wissenschaftliche Medizin hat in dieser Zeit des hastigen Schaffens einen recht schweren Stand, denn die Ungeduld unserer Zeit verlangt eine schnelle Verwertung des Geschaffenen. Die Wissenschaft braucht aber zur kritischen Prüfung und Erfahrung Zeit. Der Laie ist schnell fertig mit dem Wort und mit dem Urteil. Der Sachverständige weiß, wie schwer in Sachen der Medizin und gerade der Therapie ein sicheres Urteil gewonnen wird. Daher ist nichts natürlicher, als daß die wissenschaftliche Kritik langsamer und bedächtiger vorgeht, als es den Heißspornen gefällt." Das Zitat, das so sehr auf unsere Gegenwart abgestimmt klingt, ist genau 100 Jahre alt, - es stammt von Ernst Victor von Leyden aus seiner Eröffnungsrede zum Internistenkongreß 1897.



Von Leyden äußerte sich auch schon zu einer anderen, wie er sich ausdrückte "wenig erfreulichen Seite der heutigen Medizin", nämlich Auswüchsen und Grenzüberschreitungen der Pharmaindustrie bei ihrer Werbung. Natürlich kann damals wie heute niemand der Pharmaindustrie das Recht zur Werbung absprechen, und der Wert einer guten Zusammenarbeit von Pharmaindustrie und medizinischer Wissenschaft kann nicht in Frage gestellt werden. Inwieweit aber die fast vollständige Abhängigkeit der ärztlichen Fortbildung von der Pharmaindustrie die konsequente Anwendung wissenschaftlicher Tugenden behindert, mag jeder selbst beantworten.



Nur andeutungsweise soll erwähnt werden, wie sehr die Wissenschaftlichkeit im ärztlichen Alltag durch den häufig beklagten ökonomischen Druck bedroht wird. EBM-gesteuertes ärztliches Handeln sollte aber nicht etwa als eine Orientierung an der Gebührenordnung, dem sog. einheitlichen Bewertungsmaßsstab mißverstanden werden. Entsprechend einer international gebräuchlichen Abkürzung ist hiermit vielmehr eine Orientierung an in Studien belegten Erkenntnissen gemeint, an evidence based medicine.



Eine ganz andere Bedrohung der wissenschaftlichen Denkweise in der Medizin entsteht aus der modischen Sucht nach "Konsensus-Konferenzen" bzw. "Konsensus-Statetments". Der Soziologe Karl Otto Hondrich hat kürzlich in einem Spiegel-Essay über die potentielle Wissenschaftsfeindlichkeit gesellschaftlicher Konsense geschrieben. Er führt aus, wie stabil ein sogenannter Wertekonsens sei, für den der Wahrheitssucher, also der Wissenschaftler, der schlimmste Feind sei. Dies gilt auch für die Medizin, wo bestimmte Konsense durchaus für den wissenschaftlichen Fortschritt hinderlich sein können. Einige solcher Konsense seien beispielhaft genannt: "Sport fördert die Gesundheit", "Übergewicht ist schädlich", "Screeningprogramme retten Leben", oder auch "möglichst umfangreiche und möglichst schnelle Informationen sind immer vorteilhaft". Wissenschaftliche Äußerungen, die einem dieser Konsense zuwiderlaufen, werden nicht selten mit einem Bann belegt und dem entsprechenden Autor werden manchmal sogar ethische Defizite unterstellt. Ähnliches gilt auch für manchen Konsens über bestimmte Therapieverfahren, obwohl längst nicht alle dieser Konsense durch wissenschaftliche Erkenntnisse gedeckt sind.



Die Erkenntnis über die Fehlbarkeit und Vorläufigkeit unseres Wissens muß zu einer intellektuellen Bescheidenheit führen. Sie schließt ein dogmatisches Denken aus. Einen unheilvollen Hang zum Dogmatismus finden wir ja sehr ausgeprägt im Bereich der nichtwissenschaftlichen Medizin. Wir finden ihn aber natürlich auch innerhalb des eigentlichen Medizinbetriebes. Hier sind Dogmatismus und autoritäre Wissensvermittlung immer ein Risiko dafür, daß der Boden der Wissenschaft verlassen wird. Durch Autoritäten und charismatische Meinungsbildner vermittelter Dogmatismus ist in unserem sehr hierarchisch strukturierten Medizinbetrieb nach wie vor verbreitet. Ein weniger autoritärer Umgang in den Kliniken würde wahrscheinlich die Verbreitung wissenschaftlicher Denkstrukturen fördern.



Gedanken zum Umgang mit Parawissenschaften

Wie schon betont, kann es keine Toleranz gegenüber dem Geist der Unwissenschaftlichkeit in der Medizin geben. Dies heißt nicht notwendigerweise, daß es nicht eine gewisse Toleranz gegenüber der Anwendung paramedizinischer Verfahren geben könnte, insbesondere in Fällen, bei denen die wissenschaftliche Medizin keine angemessene Hilfe bietet.



Wie steht es aber mit den Heilerfolgen, über die immer wieder so überzeugend berichtet wird? Die meisten diese Erfolgsberichte halten einer Nachprüfung, soweit eine solche überhaupt vorgenommen wird, nicht stand. Für Täuschung und Selbsttäuschung gibt es viele Gründe, die bei vorurteilsloser Betrachtung leicht erkennbar sind. Das wichtigste Phänomen, mit dem auch die moderne Medizin die Erfolge paramedizinischer Therapieverfahren erklären kann, ist der sogenannte Placeboeffekt. In der Arzneimittelforschung ist der Placeboeffekt vermutlich der am gründlichsten untersuchte Effekt überhaupt. Inzwischen sind sogar einige der körperlichen Vorgänge bekannt, die die Placebowirkung vermitteln. Der gut in der wissenschaftlichen Medizin ausgebildete Arzt nutzt insbesondere bei Störungen der Befindlichkeit gerne den Placeboeffekt aus, indem er den Patienten vom Segen seiner Therapie überzeugt. Er findet in der Roten Liste auch eine Vielzahl von Medikamenten, die wegen ihrer sehr geringen pharmakologischen Wirkung als Beinahe-Placebo bezeichnet werden könnten und die sich daher für eine solche Therapie eignen.



Wenn der Arzt oder die Ärztin davon überzeugt ist, daß bei einem Patienten ein Placebo genügt, und wenn eroder sie auf diese Placebowirkung nicht verzichten will, dann käme hierfür auch die Verwendung z.B. eines Homöopathikums infrage. Wenn auf diese Weise die überflüssige Gabe eines risikobehafteten Medikamentes vermieden würde, könnte hiermit, genau wie zu Hahnemanns Zeiten, sogar Gutes getan werden.



Der bewußte Verzicht auf die Gabe von Medikamenten mit gesicherter stofflicher Wirksamkeit und die Anwendung eines Plazebos sind nicht unwissenschaftlich und sollten nicht als Anerkennung einer Paramedizin verstanden werden. Der Arzt handelt in solchen Fällen aber auf einer anderen Ebene. Eine gewisse Analogie mag in der Religion gesehen werden. Wenn ein Patient davon überzeugt ist, daß Glaube und Gebet ihm bei der Überwindung einer Krankheit helfen, dann wird kein Arzt, auch kein eingefleischter Agnostiker, ihn davon abhalten wollen, zu beten. Der Arzt muß allerdings darauf achten, daß wichtige andere Therapieverfahren nicht wegen der Hoffnung auf die Heilung durch den Glauben unterbleiben. Da wir vom Gebet aber nur die subjektive Hilfe für den Gläubigen erwarten, werden wir die Wirksamkeit des Gebetes auch nicht in einem Doppelblindversuch überprüfen wollen, und wir können es gut hinnehmen, daß die meisten Glaubensaussagen nicht wissenschaftlich überprüfbar sind. In der Tat stellt die Paramedizin in mancher Hinsicht eine Art von Ersatzreligion in unserer Gesellschaft dar und statt Paramedizin wäre Glaubensmedizin ein durchaus passender Begriff.



Warum sollen wir die besonderen Therapieverfahren oder andere Erscheinungen der Paramedizin nicht ähnlich wie Religionen behandeln? Wer Bedürfnis verspürt, mag sie nutzen. Als Ärzte können wir dieses in bestimmten Fällen hinnehmen. Diese Toleranz gilt aber nicht für potentiell schädliche Verfahren und nicht für die Anwendung bei eigentlich behandlungsbedürftigen Erkrankungen. Sie gilt auch nicht für diagnostische Verfahren, bei denen es für die damit verbundene Täuschung keine Rechtfertigung gibt. Paramedizinische Diagnose- und Therapieverfahren sollten damit grundsätzlich keine Angelegenheit der Sozialversicherungen sein. So wie wir zwischen Medizin und Religion klare Grenzen kennen und beachten, so sollten wir sie auch zwischen Medizin und Paramedizin bzw. wissenschaftlicher Medizin und Glaubensmedizin

beachten. Wenn diese Grenzen klar sind, dann kann auch die Medizin wieder resistenter gegenüber den Einflüssen der Unwissenschaftlichkeit werden, und wir können, um mit Bleuler zu sprechen, das autistisch undisziplinierte Denken leichter überwinden.



Auch wenn wir neben der Medizin andere Umgangsebenen mit den Patienten akzeptieren, bleibt es bei der Feststellung, daß wir uneingeschränkt der Wissenschaft verpflichtet sind. Der Kampf gegen die unwissenschaftliche und dogmatische Medizin ist Pflicht eines jeden Wissenschaftlers und einer jeden Wissenschaftlerin. Ich erinnere an die Formulierung von Karl Jaspers unmittelbar nach dem Ende des Nationalsozialismus: "Die Unwissenschaftlichkeit ist der Boden der Inhumanität". Für diejenigen, die am Ende eines Vortrages gern ein Goethewort hören, möchte ich abschließend den Teufel zitieren:

"Verachte nur Vernunft und Wissenschaft,

Des Menschen allerhöchste Kraft,

Laß nur in Blend und Zauberwerken,

Dich von dem Lügengeist bestärken,

So hab ich dich schon unbedingt".

12

Montag, 8. November 2010, 03:04

WER NICHTS WEISS,MUSS ALLES GLAUBEN - IST JA AUCH BEQUEMER.

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Montag, 29. November 2010, 23:41

Zur Scharlatanerie-Misere im deutschsprachigen Raum

Wir brauchen endlich ein Gesetz,das schwere Desinformation und Volksverblödung bei Höchststrafen verbietet - analog zum Holocaust-Gesetz.

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Mittwoch, 23. März 2011, 16:44

Was nur kriminelle Deppen verordnen und debile "Eltern" bei mir vergeblich einfordern :

Was Sie in Sachen HNO und überhaupt schon mal total vergessen können :

Luivac und anderer sinnloser Abzocker-Dreck :


Lesen Sie bitte dies :

"Polypen" und Paukenröhrchen,Rachen- und Gaumenmandeln,Nasen-Nebenhöhlen,Mastoiditis u.a. :

18

Dienstag, 29. März 2011, 22:53

Die Irren,denen es zur ums Abzocken geht :

http://www.aura-basel.ch/Referenten2010A…20George%20Paul


Bitte hochscrollen.


Es sind armselige Versager-Wichtigtuer - Kriminelle,Debile und Psychopathen.


Völlig amoralisch schamlos und bruchdumm.

19

Sonntag, 3. April 2011, 04:32

Das sind strafbare kriminelle Vereinigungen !

20

Freitag, 8. April 2011, 18:01

Weltweit kein Beweis für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel...

Aber die ganzen Kriminellen behaupten ständig das Gegenteil,obwohl sie keinerlei Argumente haben.

Es ist Psychose !

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