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Samstag, 15. Mai 2004, 17:19

Warnung vor alternaiven "Zahnärzten"

DAS ist das Problem :

Zur Typologie der Alter-naiven



Der gefährliche und schamlose Abzockerschrott nimmt auch da gewaltig zu.
Die Zahnärztekammern unternehmen NICHTS.-Wie auch die Ärztekammern,die den patientenschädigenden Unfug nicht nur protegieren,sondern auch noch fördern.

Sie nennen sich "ganzheitlich","biologisch","naturheilkundlich " und alles bei Ihnen hat hat mit nicht existenten "Störfeldern" und ebenso nichtexistenten "Energieflüssen" zu tun:

: Biologe (---.anon-online.org)
Datum: 27.04.04 - 17:48

Als Beispiel ein Artikel aus dem SPIEGEL über "sanfte", "natürliche" und "ganzheitliche" Scharlatan-Zahn"ärzte":

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Störfelder im Gebiss

Mit obskuren Tests und Therapien richten alternative Zahnärzte oftmals schwere Schäden an: Im Kampf gegen schlechte Schwingungen oder giftige Plomben verstümmeln sie Zähne und Kieferknochen. Dennoch verzeichnen die vermeintlich sanften Biodoktoren regen Zulauf.

Nichts Gutes brachte das neue Jahr dem Hamburger Zahnarzt, der drei Jahrzehnte lang unbehelligt bohren konnte: Gleich zwei Gerichtsverfahren, ein berufsständisches und ein privates, warteten schon in den ersten Wochen auf ihn. Die Klage der eigenen Kammer trug ihm am vergangenen Donnerstag eine Geldstrafe von 15 000 Euro mitsamt Verweis ein. Die Privatklägerin, eine geschädigte Patientin, gab sich mit einem Vergleich zufrieden.

Dabei hatte er es angeblich nur gut gemeint: Sanft, schonend und alternativ wollte er seine Patientin behandeln. Um die Dame, die ein paar Amalgamfüllungen im Mund hatte, gründlich zu "entgiften", verordnete er ihr das Spurenelement Selen. Das modische Mittel, dem allerlei Schutzfunktionen nachgesagt werden, brachte die Patientin jedoch fast ums Leben.

Zwar hatte sie, zu ihrem Glück, nur die Hälfte der verschriebenen Menge eingenommen. Doch das war immer noch genug, um sie auf die Intensivstation zu bringen - mit einer beinahe tödlichen Selen-Vergiftung.

Von den Schäden durch unkonventionelle Behandlungsmethoden, die Helmut Pfeffer, Vizepräsident der Hamburger Zahnärztekammer, gemeldet werden, sei "dieser frische Fall derzeit der ärgste". "Da kann einem", sagt Mediziner Pfeffer, "angst und bange werden."

Immer häufiger erlebt er, dass Kollegen, die Heilung nach "biologischer", "natürlicher" oder "ganzheitlicher Methode" versprechen, "nicht das bringen, was gewünscht wird" - im Gegenteil: Mit der Therapie beginnen für viele erst die Probleme. Und anders als versprochen, ist die Vorgehensweise der Alternativen oft nicht sanft, sondern eher rabiat: Gleich mehrere Zähne oder gar Teile vom Kieferknochen müssen weichen, weil Naturheilkundler sie als Sitz mysteriöser Störstellen ausgemacht haben. Intakte, aber angeblich gefährliche Füllungen werden herausgebohrt und ersetzt - auch dabei geht Zahnsubstanz verloren.

Dass durch die alternativen Zahnbehandlungen "ärztlich verursachte Gebissdestruktionen" und "Kosten in Milliardenhöhe" entstehen, hat der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen in seinem Gutachten "Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit" gerade angeprangert. Zahnheilkundler an den Hochschulen schlagen Alarm, weil sie, wie der Heidelberger Professor Hans-Jörg Staehle, "vom Ausmaß der Zerstörung schockiert" sind.

Auch Deutschlands größte Krankenkasse, die "Barmer", sieht sich zur Warnung veranlasst: "Manch sanfte Diagnosemethode", so heißt es in der Mitglieder-Zeitschrift, "kann schmerzhafte Folgen haben" und ziehe "mitunter folgenschwere ,Gebiss-Sanierungen'" nach sich. Weil der Wirksamkeitsnachweis fehle, könne die Kasse die Kosten für diese Methode nicht übernehmen.

"Die alternativen Zahnärzte sind engagierte Leute", räumt Pfeffer ein, "die gewaltige emotionale Bindungen zu ihren Patienten aufbauen; sie erhalten Vertrauen, das uns nicht vorbehaltlos gewährt wird." Dass die Kollegen aus der Bioecke "mehr psychosoziale Kompetenz" haben, bescheinigt ihnen auch Kritiker Staehle. Der Vertrauensvorschuss werde aber zu häufig missbraucht. So nutzten die Biozahnärzte die Möglichkeit zur "außervertraglichen Liquidation" weidlich. Pfeffer: "Da wird erstaunlich viel Geld ausgegeben."

Der Bedarf an Unkonventionellem, aber auch der zahnärztliche Geschäftssinn spiegeln sich in dem Mitgliederzuwachs der "Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahn-Medizin" (GZM): Der Anstieg auf nunmehr 5000 Mitglieder sei "extrem", berichtet Wolfgang Koch, Sprecher der Vereinigung, stolz. Insgesamt sind in Deutschland 79 000 Zahnärzte zugelassen.

Es gebe "viele schwarze Schafe", besonders unter den älteren Biokollegen, räumt Koch ein. Dennoch sehen sich die Ganzheitsmediziner in ihrem Wirken mitunter sogar von schulmedizinischer Seite unterstützt: Die Zahnärztekammer Westfalen-Lippe hat in den letzten Jahren schon häufiger zu fragwürdigen Fortbildungskursen über "Störfelddiagnostik und -therapie" geladen.

Kein Wunder, dass Alternativzahnärzte unbeirrbar ihre obskuren bioenergetischen Tests verteidigen: Damit weist GZM-Mitglied Johann Lechner ("Projektgruppe Wissenschaftsressort") beispielsweise nach, ob Patienten eine gerade oder ungerade Zahl von Zahnkronen vertragen.

"Bei den ganzheitlichen Zahnärzten hängt immer alles mit allem zusammen"

Mit verheerenden Folgen: In manch alternativer Zahnarztpraxis müssen sogar vitale Zähne dran glauben, weil sie vermeintlich Ursache von Rückenproblemen sind. Oder es wird gleich der Kiefer gefräst, um Schulterschmerzen, Migräne oder sogar Unfruchtbarkeit zu heilen: Einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch wurde von der GZM ein Zahnarzt empfohlen, der in zwei oberen Schneidezähnen die Ursache der Kinderlosigkeit ermittelte, weil diese in negativer Beziehung zur Hypophyse stünden. Die wurzelbehandelten Zähne müssten gezogen und der umgebende Kieferknochen zur "Entgiftung" aufgemeißelt werden.

Dennoch rechnet GZM-Sprecher Koch weiterhin mit "immensem Zulauf" auch von Seiten der Patienten: "Alle müssen heute um Patienten kämpfen, aber wir haben lange Wartelisten", sagt der Zahnarzt, der in Herne praktiziert und mit Presse-Infos über angebliche Krebsrisiken durch Zahnversiegelungen Aufsehen erregte: "Ganz viele sind heute bereit, den Behandler zu wechseln."

Mit ihren Angstkampagnen treiben die Biodoktoren ihre Patienten dann oft zu "invasiven Eingriffen", beklagt Staehle. Die dafür erforderlichen "kostspieligen Selbstzahlerleistungen" sanierten jedoch eher den Geldbeutel des alternativen Heilers als das Gebiss ihres Patienten.

Ratlos und verzweifelt wandte sich beispielsweise eine Patientin an die Heidelberger Uniklinik, der ein alternativer Zahnarzt die Entfernung von gleich sechs wurzelbehandelten, klinisch und röntgenologisch völlig unauffälligen Zähnen empfohlen hatte: Nach einer erfolgreich behandelten Krebserkrankung, so warnte ein Ganzheitsdoktor, seien diese Zähne "eine Belastung für das System"; er schlug stattdessen Implantate und neue Brücken vor.

Heile Amalgamplomben, brauchbare wurzelgefüllte Zähne und nun auch Kunststofffüllungen gelten, wider wissenschaftliche Erkenntnis, "als Quelle fast aller Gebrechen, von Blutarmut bis Blasenentzündung", sagt Staehle: "Bei den Ganzheitlichen hängt immer alles mit allem zusammen."

Sind "regelrechte Gebissverstümmelungen durch die unkonventionelle Behandlung", wie sie der Professor gesehen hat, erst einmal geschehen, so gestaltet sich die Nachversorgung schwierig. Aufwendige Restaurationen müssen dann fehlende Pfeiler und ganze Zahnreihen ersetzen.

Den folgenschweren Eingriffen gehen Diagnosen voraus, die von Biozahnärzten mit Hilfe besonderer Testverfahren erstellt werden: Schlechte Schwingungen und toxische Belastungen könnten, so heißt es, beispielsweise durch Elektroakupunktur, durch Bioresonanz-Messungen oder auch "Kinesiologie" aufgespürt werden.

Dabei soll die von dem Arzt Reinhold Voll weiter entwickelte Elektroakupunktur den elektrischen Widerstand der Haut messen. Der Patient hält die negativ geladene Elektrode in der Hand, der Arzt berührt Körperstellen mit der positiv geladenen Elektrode. Zwischengeschaltet kann eine "Wabe" mit Substanzen sein, die für Zahnfüllstoffe verwendet werden.

Fällt der Zeiger auf niedrigere Werte ab, weise das angeblich auf eine "Herdbelastung" hin. Höhere Werte sollen "überschießende Energie" und daher Entzündungen anzeigen.

Das viel geschmähte Amalgam, sagt Staehle, sei jedoch nur in "extremen Ausnahmefällen" tatsächlich eine Belastung für den Organismus: "Klinisch relevant erhöhte Quecksilberwerte" seien bislang nur bei einzelnen Rauchern festgestellt worden, die sich durch exzessives Kaugummikauen (mit amalgamgefüllten Zähnen) entwöhnen wollten. Ordnungsgemäß gelegte Amalgamfüllungen, das hatte im vergangenen Jahr auch eine neue Risikobewertung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte ergeben, schaden der Gesundheit nicht.

Unverdrossen bietet dennoch das Münchner "Tox Center e. V." spezielle "Therapiepläne" mit Anschriften von Zahnärzten an, die "Metallentfernung mit Dreifachschutz" vornehmen und Herde ausfräsen. Giftpapst Max Daunderer, der in den achtziger Jahren die Amalgam-Debatte anheizte, gründete den Verein.

Die Rückschlüsse aus den alternativmedizinischen Tests seien "absolut lächerlich aus physikalischer Sicht", kommentiert Heiko Visser, Zahnmediziner und Physiker an der Universität Göttingen: Der elektrische Widerstand der Haut ändert sich permanent, je nach Luft- und Hautfeuchtigkeit. Aussagekräftige Werte mittels Elektroakupunktur seien schon deshalb unmöglich.

Wissenschaftlich nicht haltbar sind auch andere Messungen wie die Bioresonanz, die elektromagnetische Schwingungen erfassen und "gesunde" von "krank machenden" Wellen trennen soll. Doch Diskussionen mit den alternativen Kollegen, so Vissers Erfahrung, sind fast immer "unergiebig": Er habe eben "den falschen Ansatz", heißt es, und könne nicht "energetisch denken".

Intakte Zähne als Kandidaten für die Reißzange

Den geschädigten Patienten, die am Ende verzweifelt Rat an der Uniklinik suchen, ist ihre Gläubigkeit im Nachhinein meist peinlich. Visser selbst hat in Göttingen schon "bizarre Fälle" von biophysikalischen Diagnosen erlebt: So wurde einem Zahnpatienten eingeredet, er könnte wegen "Metalldepots", die angeblich in seinem Körper verborgen seien, erblinden. Das Vorhaben des alternativen Behandlers, zur Entgiftung sämtliche Zähne im Oberkiefer zu ziehen, konnte Visser "gerade noch abbiegen".

Derzeit sind nach Vissers Beobachtung besonders symptomfreie, wurzelbehandelte Zähne ins Visier der biologisch Praktizierenden geraten: Sie sind deshalb Kandidaten für die Reißzange, weil sie angeblich Leichengift in sich bergen.

Ihre Backenzähne 35 und 36 konnte Anneliese Homann aus Zwingenberg gerade noch retten, weil sie aus Widerwillen gegen das vom Biodoktor empfohlene Zähneziehen, wie sie sagt, "nach langer Irrfahrt wieder bei der Schulmedizin landete".

Die Odyssee der heute 55-jährigen Rechtspflegerin begann mit einer "Augendiagnose" durch einen Heilpraktiker. Anschließend riet ihr ein Alternativzahnarzt, sämtliche seit Jahrzehnten gut sitzenden Amalgamfüllungen gegen Keramik austauschen zu lassen. Auch Überkronungen seien nötig.

Seit diesem Eingriff litt sie an Schmerzen im Unterkiefer. Schuld daran, dass der Frau überdies alles auf Magen und Darm schlug, sollten nun die beiden Backenzähne sein: Es bestünden ungünstige "energetische Wechselbeziehungen" mit dem Verdauungstrakt, erklärte ihr ein anderer Ganzheitszahnarzt.

Doch Homann entschied sich wieder für die Schulmedizin. Nach einer gründlichen Untersuchung und Behandlung mit professioneller Zahnreinigung und einer neuen Füllung von Zahn 36 (mit Amalgam) sowie regelmäßiger Kontrolle an der Heidelberger Uniklinik ist die Patientin mittlerweile froh, ihre Zähne erhalten zu haben. Gelegentliche "Missempfindungen" sind noch da, aber, so Homann, "damit kann ich gut leben".

Ebenfalls glücklich darüber, dass sie vor der "Herdsanierung" noch eine Zweitmeinung an der Heidelberger Uniklinik einholte, ist die Patientin mit Kinderwunsch: Sie hat nicht nur die veranschlagten 10 000 Mark und ihre Schneidezähne behalten, die "völlig unauffällig waren" (Staehle): Trotz der düsteren Warnungen des Biodoktors ist die Frau nun auch ohne die "Entgiftung" im vierten Monat schwanger.

Widerworte gegen den alternativen Weißkittel selbst wagen indessen nur besonders beherzte Patientinnen - wie etwa eine Hamburger Steuerberaterin und Fotografin. Die 54-Jährige hatte wegen ihrer Parodontitis den Zahnarzt Peter H. in seiner Praxis aufgesucht. Dieser habe sich jedoch nur für ihre Amalgamfüllungen interessiert, die sogleich "kinesiologisch" getestet wurden.

Die Patientin musste den Finger auf eine Plombe legen und wurde aufgefordert, den anderen Arm seitwärts zu strecken. Das Gleiche musste sie mit einem unbehandelten Zahn wiederholen. Weil bei der Plombenprobe der Arm weniger Widerstand geboten habe, so H., sei damit der herabgesetzte Widerstand gegen Erkrankungen erwiesen. Die Diagnose löste bei der kerngesunden Frau "spontan einiges Befremden aus". Der Arzt empfahl, alle zwölf Amalgamfüllungen durch Goldinlays zu ersetzen. Sonst könnten Altersdemenz, Multiple Sklerose oder Autismus drohen.

Die Patientin dachte nicht daran. Ihr schriftlicher Protest gegen die Rechnung, mit Durchschrift an die Hanseatische Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft, zahlte sich aus: Die geforderten 173,70 Mark schmolzen auf den "erhöhten Untersuchungs- und Beratungsaufwand" von 47,20 Mark zusammen.

Den Vorwurf, dass sein Test wissenschaftlich nicht fundiert sei, mochte der Dentist indessen nicht auf sich sitzen lassen. Auf dem "Kongress für Erfahrungsheilkunde" sei außerdem gerade wieder auf die Gefahren von Amalgamfüllungen hingewiesen worden. Im Übrigen sei die Patientin nur "über Möglichkeiten der Behandlung aufgeklärt" worden. Biodoktor H.: "Das ist ein Service, der nicht überall geleistet wird."

Quelle: SPIEGEL 8/2002
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,183937,00.html

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Insbesondere in unseriösen Internet-"Foren" schüren Scharlatane und Hobby-Desinformanten ohne jeglichen wissenschaftlichen, geschweige denn medizinischen Hintergrund eine Amalgam-Hysterie und sind so mitverantwortlich für gesundheitliche und enorme wirtschaftliche Schäden, letztere in mehrstelliger Millionenhöhe.

Informationen über Amalgam:
http://www.schmerzselbsthilfe.de/schmerz…g/amalgam01.php

Mehrere Publikationen über irrationale Scharlatan-"Medizin":
Marburger Erklärung zur Homöopathie

Zum Thema auch: http://www.google.de/search?q=%22dirk+sc…F-8&hl=de&meta=

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. Mai 2010, 16:20)


3

Mittwoch, 19. Mai 2004, 17:52

Zur weiteren Information über den Abzocker-Schrott:

http://www.google.de/search?q=Ganzheitli…9-1&hl=de&meta=

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. Mai 2010, 16:21)


4

Montag, 3. Januar 2005, 23:03



Eine schrieb:

Ich hatte die Abszesse sehr, sehr lange, unter den Achseln, unter der Brust, im Schritt, war auch schon einge Male im Krankenhaus zum wegschneiden aber nur eine konnte mir helfen. Das war meine Zahnärztin. Die macht Störfeldsuche und hat mir mein ganzes Amalgan rausgenommen und dann mußte ich noch so Algentabletten nehmen für zwei Monate.

KOMMENTAR:

Die Scharlatane maßen sich alles an.

Nur die Zähne müssen dan halt dran glauben.

Kiefer ausfräsen machen sie besonders gern.

Man wird zum Wrack gemacht.

5

Dienstag, 4. Januar 2005, 00:07

Bitte weiterverbreiten.

Diese "Zahnärzte" sind hochgradig gefährlich.

Wie all die anderen Scharlatane auch beschädigen sie Mitbürger physisch,psychisch und finanziell hochgradigst.

6

Donnerstag, 24. März 2005, 20:41

Unglaubliches von einem Zahnarzt:

Ganzheitsmedizinische und psychosomatische Aspekte zur (Un-)Verträglichkeit

von exogenen und endogenen Stoffen am Beispiel der Problematik des

devitalen Zahns



Das MCS-Syndrom (Multiple Chemical Sensitivity ) bzw. CSD-Syndrom (Chemical Sensitivity

Disorder) stellt den Extremfall einer möglichen Unverträglichkeit von Stoffen

dar. Nach Braun-von Gladiß handelt es sich bei Krankheit um eine besondere Manifestationsform

der energetischen Dynamik von Kontakten: „ Ob es Viren sind, Bakterien,

Gifte, Energie (wie z.B. elektromagnetische Wellen), Nahrungsmittel oder einfach

andere Menschen - immer erfolgt die Begegnung zwischen einem Menschen

und einem Teil seiner Umgebung als Kontakt“(1).

Bei MCS handele es sich um eine Energie-Verfügbarkeits-Störung, welche sowohl

die Energieverwertung als auch die Energieabgabe beträfe (2). Es liege eine erhöhte

Sensibilität vor: „Verletzt-worden-sein, weiteres Verletztwerden sowie erhöhte Verletzlichkeit

sind die Themen.“ (3)

Bei gestörter Energieabgabe sei ein Problem des „Loslassens“ vorhanden, wodurch

der Zustrom neuer Energie gehemmt werde (4). Bei in ausreichendem Maße zur Verfügung

stehenden Energie sei sie nicht nutzbar mangels ausgereifter innerer Programme.

Die Symptome eines Patienten und die Form seiner Krankheit spiegelten oft das

gleiche Muster: „Immer gibt es Übereinstimmungen zwischen diesen verschiedenen

Ebenen des Kontaktes mit der Außen- und Innenwelt“ (5).

Therapeutisches Ziel ist nach Braun-von Gladiß, die alle Problemkreise betreffende

„Störung der inneren Mitte“ zu überwinden und einen Zustand energetischer Stabilität

zu erreichen. Wer in seine innere Mitte gelangt ist, der könne dort den nötigen

Energiestrom hinein leiten und aus dieser Mitte heraus die Abwehr unerwünschter

Energie gestalten (6).

Das von Braun-von Gladiß genannte Thema „erhöhte Sensibilität“ reflektiert auch

Reimar Banis in anderem Zusammenhang und kommt zu therapeutisch weitreichenden

Empfehlungen, die in letzter Konsequenz mit dem von Braun-von Gladiß

genannten Therapieziel „Finden der Mitte" kongruent gehen.

Grundsätzlich geht Banis davon aus, dass Krankheit als Hinweis auf eine ins Stocken

gekommene „Suche nach dem wahren Selbst“ gesehen werden könne: Unbewußte

seelische Konflikte führen zu psychoenergetischen Blockaden, die sich in den unterschiedlichsten

körperlichen Symptomen ziegen können. Nach Banis sind „ungefähr

ein Drittel aller Menschen durch Erdstrahlen krank, ein weiteres Drittel durch Krankheitsherde

wie schlechte Darmbakterien, Zahnherde und chronische Nebenhöhlenentzündungen,

aber rund 99% aller Mensche durch seelische Konflikte!“ (7)

Seiner Erfahrung zufolge „ist die wahre Ursache“ einer extremen Überempfindlichkeit

( Hypersensibilität) „oft in einer erheblichen vegetativen Dystonie ( auch >somatoforme

Störung<genannt) zu suchen. Dahinter verbergen sich sehr häufig unbewußte

seelische Probleme“ (8). Diese Menschen leiden „ überwiegend an sich selbst, indem

sie ein gestörtes Vegetativum und viel seelischeKonflikte haben. Das macht sie

unglücklich, extrem überreizt und zutiefst empfindlich. (...) Bei der Frage nach

Ursache und Wirkung zeigt meine Erfahrung, daß man im gestörten Nervensystem die

primäre Ursache solcher Störungen suchen muß ( der Patient sieht das häufig ganz

entgegengesetzt! ). Beruhigt man nämlich das Nervensystem und heilt die dahinter

liegenden seelischen Konflikte, können viele dieser Hypersensiblen auf einmal wieder viel mehr aushalten.

(...) Zu solchen Menschen mit Hypersensibilität rechne ich auch manche Menschen

mit einem überzogenen Leiden an chemischen Giften. Tragischerweise haben sie oft

eine starre Fixierung auf den ausschließlich ökologischen Faktor, der geradezu

dogmatische Züge trägt. Das innerseelisch Gestörte und Böse wird zur bösen

Chemie, die überall lauert und Hautausschläge macht, Kopfweh hervorruft oder einen

tagelang mit Erschöpfung ans Bett fesselt“ (9).

Zu Berichten über CSD-Patienten, die in unzulänglichen Wüstengebieten der USA

wohnen und „tagelang anhaltende fürchterliche Schmerzsyndrome entwickeln, wenn

beispielsweise ein 30 Meilen entfernt wohnender Farmer seine Felder mit Chemie

sprayt und der Wind ungünstig steht“ vermerkt er: „Solche Patienten sind nach meinen

Erfahrungen so gut wie immer erheblich seelisch gestört. Die minimalen Giftmengen

bringen das Faß nur zum Überlaufen, sind aber nicht die eigentliche Ursache“

(10).

Dies steht im diametralen Widerspruch zu gängigen medizinischen Therapiestrategien

und auch dem alltagspraktischen Empfinden, welches geprägt ist von „Kontakt-Vermeidungs-

Strategie“: „Vermeiden, Desinfizieren, Abtöten - so lautet ... die herkömmliche

Strategie in der Begegnung mit Mikroben und Allergenen“ (11).

Diese herkömmliche Strategie stößt an ihre Grenzen, weil sie symptomatisch orientiert

ist statt die Frage nach prioritären und kausalen Krankheitsdispositionen zum

Ausgangspunkt der Therapieplanung zu machen. „Alle möglichen Krankheitsursachen

können deshalb nach ihrer Aktualität und Wichtigkeit gestaffelt werden, wobei man

die aktuelle Krankheit natürlich zuerst behandelt, wenn das aus praktischen Gründen

notwendig ist, bevor man sich den tieferliegenden Ursachen zuwendet. (...) Sehr oft

verwechseln medizinische Laien dabei die Dringlichkeit, mit der bestimmte Krankheitsursachen

behandelt werden müssen, mit der Wichtigkeit dieser Ursache. Manches

ist dringlich, aber relativ unwichtig, einfach weil es den Betroffenen ganz akut

krank macht. (...) Das Erkennen und Behandeln der wahren Ursache einer Krankheit

bekommt oft ein verwirrendes und vielschichtiges Gesicht, je nachdem, auf welcher

Ebene man sich die Sache anschaut. (...) Die verblüffende Lösung des Rätsels besteht

darin, dass die Seele des Patienten den wahren Grund für seine Krankheit ahnt“

(12).

Speziell in der Planung einer zahnmedizinischen Behandlung löst die Frage nach

den therapeutischen Konsequenzen bei CSD-Patienten eine Gratwanderung aus. Oft

führt eine symptomenorientierte Therapie zu einer unterschwelligen zusätzlichen Belastung,

welche die Kompensationsmöglichkeiten eines Patienten überfordern kann.

Der Wunsch der meisten Patienten , z.B. Zähne mit chronischen Entzündungen zu

erhalten, kann an Grenzen stoßen, die individuell und /oder verfahrensbedingt vorliegen:

Eine ordnungsgemäße Behandlung eines toten Zahnes setzt den Einsatz einer Reihe

von chemischen Medikamenten zur Desinfektion ein ( Natrium-hypochlorit, EDTA, Zitronensäure,

Wasserstoffperoxid, Calciumhydroxid, Kupfer-II-hydroxid, Calciumsulfatdihydrat,

Hydroxocuprat) deren definierte lokale Wirkung unabdingbar ist, um

lokal eine Verringerung der bakteriellen Aktivität zu erreichen, die jedoch nicht immer

lang genug anhält. Gerade die Notwendigkeit einer antibakteriellen Wirkung, wie sie

z.B. mit Cupral erzielt werden soll, setzt ja voraus, dass eine Hemmung bakteriell

vitaler Stoffwechselfunktionen erzielt wird, die von der Funktionsweise jedoch auf

das Gewebe des Zahnes begrenzt bleibt.

Als Verschluß der Pulpakammer sind eine Reihe von Wurzelfüllmaterialien auf dem

Markt, deren biologische Verträglichkeit und Unbedenklichkeit gerade bei CSD-Patienten

eher zu verneinen ist. Selbst Propolis mit einer Häufigkeit von 1,7 % positiver

Reaktion bei Epikutanreaktionen im Allergielabor (13) und Eugenol als vergleichsweise

milde Wirkstoffe haben ein allergenes Potential, das unvereinbar mit

der Belassung eines wurzelgefüllten Zahnes sein kann, ganz zu schweigen von häufigen

Inhaltsstoffen wie Epoxiden, Vinylpolimerisaten, Formaldehyd, Corticosteroiden

oder Ethoxybenzoidsäure.

Die isolierte Testung solcher Desinfektions- oder Wurzelfüllstoffe im herkömmlichen

Sinne einer Medikamententestung , z. B. mit Methoden der Energiemedizin wie Elektroakupunktur,

Kinesiologie, Bioresonanz etc. gibt nur eine bedingt brauchbare Aussage,

in jedem Fall keine über den Zeitraum, den eine vielleicht gefundene Verträglichkeit

bestehen bleiben wird. Falls hier eine maximal sichere Lösung gesucht werden

soll, ist nur die kompromißlose Entfernung eines devitalen Zahnes anzuraten.

Alles andere kann nur eine Kompromißlösung darstellen, deren Zumutbarkeit im Einzelfall

zu einem langdauernden, mehrphasigen Abschied vom betreffenden Zahn

werden kann, dessen Länge zum Schluß allzu häufig schon bedauert worden ist.

Verglichen jedoch mit den Leichengiften eines schlecht oder gar nicht behandelten

toten Zahnes ist der Einsatz solcher Stoffe ein zu minimierendes, aber doch in jedem

Falle kleineres Übel.

Aus meiner Erfahrung als Zahnarzt, der sich seit 1999 auch mit der Psychosomatischen

Energetik beschäftigt, stelle ich fest, dass es viele Patienten mit psychoenergetischen

Konflikten und Zahnherden gibt, die teilweise röntgenologisch eindeutig zu

diagnostizieren sind und sogar immer wieder mal Beschwerden machen. Aber trotzdem

weigern sich diese Patienten, empfohlene therapeutische Konsequenzen zu ziehen,

wie sie jeder Schulzahnmediziner aufgrund seiner Sorgfaltspflicht empfehlen

würde.

Dies hängt m E. damit zusammen, dass, wie Banis schreibt, Zahnherde mit Aggressionen

zu tun haben (14).

Es kommt nicht gerade selten vor, dass Patienten sich weigern, diesen Schattenanteil

wahrzunehmen und von daher keine spezifische Maßnahmen erfolgen, ja sogar, dass

bei energetischen Testungen das Zahnherdproblem gerade nicht auftaucht, weil es

von noch gravierenderen Themen (z.B. Emvita-Konflikten) überlagert wird. Daraus

aber zu schließen, die Zahnherdbelastung vernachlässigen zu können, ist vorschnell

gedacht. Zwar ist der Zahnherd eher als Folge der unterbewußten Konflikte und Aggressionen

aufzufassen, also als Somatisierung eines unbewußten, unbewältigten

psychischen Erlebens (Zahnsymbolik: Zähne = Aggressionsorgan), er gewinnt jedoch

eine Eigendynamik, die, wie Banis schreibt, bis hin zur Mitauslösung einer Krebserkrankung

gehen kann : „Die körperliche Auswirkung solcher körpereigenen Dauer-

Giftspritzen sollte daher nicht unterschäzt werden“(15).

Auch die Erfahrung, dass z.B. bei Brustkrebs fast zu 100 Prozent Zähne des Magenmeridians

devital oder wurzelbehandelt sind, weist auf die Problematik endodontischer

Behandlungen hin (16). Es ist zweifellos ein qualitativer Fortschritt ist, wenn

ein Zahn nach US-Endontologen-Kriterien endodontisch versorgt wird oder mit

Depotphorese statt mit einer kassen-üblichen BEMA-Wurzelfüllung: Auch dieser Zahn

kann nicht wie eine erfrorene Zehe abgestoßen werden, sondern bleibt als autologes

jedoch nicht vitales Gewebe, -quasi zum Fremdmaterial mutiert- potentiell immunologisch und energetisch ein (Regulations-)Problem. Der verbleibende Anteil an abgestorbenem

organischem Gewebe kann zwar minimiert werden, aber nicht bis zum

Wert Null. Dies bedeutet zwangsläufig, dass Leichengifte entstehen und damit die

giftigsten bekannten organischen Verbindungen, die Merkaptane.

Hinsichtlich des "Erfolg" einer Wurzelbehandlung sind bislang hier in Deutschland

auch die Hinweise fast reaktionslos verpufft, die der Nestor der amerikanischen Endodontologen,

George Meinig, zur Klassifizierung des Röntgenbefundes nach einer Wurzelbehandlung

gegeben hat (17).

Nach seiner einleuchtenden Definition zeigt ein Granulom an einem wurzelbehandelten

Zahn, dass das Immunsystem des Patienten erfolgreich tätig geworden ist und

eine "Auffangstation" für die freiwerdenden Merkaptane gebildet hat. Wo das aber

nicht zu sehen ist, hat das Immunsystem versagt und der Patient ist schutzlos diesen

Toxinen ausgesetzt. Hierzulande werden aber gerade die Zähne noch oft (chirurgisch)

nachbehandelt, die Granulome aufweisen, dabei wäre Therapie bei den Zähnen ohne

Röntgenbefund viel wichtiger.

Erfahrungsgemäß hängen Patienten an ihren Zähnen (weswegen auch so viele Wurzelbehandlungen

erfolgen) und den dazugehörenden Konflikten, bis sie nicht mehr

kompensiert werden können. Das Maß der Leidensfähigkeit ist manchmal geradezu

übermenschlich groß. Therapeutischerseits wird mitunter abgewartet, bis der Leidensdruck

nach u. U. mehrfachen konservierenden und chirurgischen endodontischen

Maßnahmen so groß geworden ist, dass der Patient es nicht mehr aushält und

den Zahn entfernt haben möchte. Dies ist dann häufig eine chirurgische Behandlung,

die den denkbar schlechtesten Verlauf nimmt und eine Narbe hinterlässt, die zum

chronischen Schmerzsyndrom werden kann (18).

Bekannt ist auch, dass Patienten bei einer rein schulmedizinischen Zahnsanierung

häufig nach einem Zeitraum von 10-15 Jahren chronische Symptomenbilder entwickeln,

die dann therapeutisch schwer beherrschbar, bzw. nur unter Beachtung

konsequentester Sanierungprinzipien einer Symptomremission zugänglich sind (19).

Selbst wenn durch Therapie nach den Prinzipien der Psychosomatischen Energetik

(Emvita- und Chavita-Mittel) in oft unerwartetem Maß die Fähigkeit der Patienten

steigt, andere Störfeldbelastungen zu kompensieren, ist dies ein Vorgang, der keineswegs

ewig dauern wird, sondern mit der tendenziell zunehmenden reduzierten Funktionsfähigkeit

jedes alternden biologischen Systems im Zusammenhang gesehen

werden sollte. Irgendwann könnte dann der Punkt erreicht sein, dass sich der Eindruck

aufdrängt, der Patient sei zu alt und eine bestimmte Therapie lohne nicht mehr

bzw. sei wegen des Gesundheitszustandes des Patienten nicht mehr zu verantworten

( 20).

Wenn ich die Gesundheit eines Patienten mit dem Füllungszustand eines Autotanks

vergleiche, fahren zu viele Patienten auf Reserve und bleiben zu häufig auf der Strecke

liegen, weil sie aus vielen Gründen nicht für eine rechtzeitige Tankfüllung sorgen.

Diese Fahrlässigkeit therapeutischerseits noch zu unterstützen erscheint mir bedenklich.

In jedem Fall ist es der Patient, der als informierter, eigenverantwortlicher Bürger

selbst mitentscheiden muss, welche Art von Therapie durchgeführt werden soll.

Dazu ist es äußerst hilfreich, ja geradezu Voraussetzung, dass der Patient gelernt hat,

die fünf Prinzipien salutogenetischer Kraft für sich nutzbar zu machen (21).

Die in Materie gebündelte Energie ist enorm, eine ganzheitliche Betrachtungsweise

sollte auch diesen Aspekt erinnern und sich hüten vor einer Überbewertung genauso

wie vor einer Verharmlosung materieller Phänomene, wie sie in Zahnherden zum

Ausdruck kommen, gerade weil wir den materiellen wie auch den symbolischen und

psychosomatischen Charakter solcher Erkrankungen sogar bei intensiver Diagnostik

und Testungen mehr ahnen als vollständig fassen können.

Fußnoten:

(1) Braun-von Gladiß, Karl: Salutogenese- Lebensführung und Gesundheitskraft - Die Lehre vom Gesundwerden

und Gesundbleiben, Deutsch-Evern, 2003, S. 18

(2) ebd., s. 24

(3) ebd., s. 29

(4) ebd., s. 25

(5) ebd., s. 27

(6) ebd., S. 25

(7) Banis, Reimar: Durch Energieheilung zu neuem Leben - Atlas der Psychosomatischen Energetik, Petersberg

2004, S. 351

(8) ebd, S. 71f

(9) ebd., S. 72

(10) ebd.

(11) Braun-von Gladiß K., a.a.O., S. 34

(12) Banis, R., a.a.O., S.351 ff

(13) Marquardt/Schäfer: Lehrbuch der Toxikologie, Heidelberg, Berlin 1997, S. 282

(14) Banis, R., a.a.O., S.255

(15) Banis, R.: Lehrbuch der Psychosomatischen Energetik, Sulzbach 1998, S. 58

(16) mündliche Mitteilung von Dr. Thomas Rau, Chefarzt der Paracelsus-Klinik in St. Gallen/Schweiz

(17) Meinig, George E.: Root Canal Cover Up- A Founder of the Association of Root Canal Specialists Discovers Evidence that Root Canals Damage Your Health - Learn What to Do, Ojai 1998, ( nur in den USA publiziert)

(18) vgl.: Volkmer, Dietrich: Der wurzelresezierte Zahn, in: co’med 1/2005, S.22f

(19) wie FN 16

(20) vgl. Graf, Karlheinz: Der nervtote Zahn, in: co’med 1/2005, S. 12

(21) Braun-von Gladiß, K., a.a.O., S. 17. Diese sind: Sinn-Bildung statt Resignation und Angst, mentaler

Schutzschirm gegen äußere schädliche Einwirkungen, Kohärenz-ordnende Rahmenbedingungen, Mut zur

Unvernunft statt gedanklicher Fixierung von Sachzwanglogik, adäquate Reaktion auf Kontakt mit der Umwelt

7

Sonntag, 27. März 2005, 05:52

Verbreitet von einem ,der sich Arzt nennt:

Institut für ganzheitliche Medizin
und Gesundheitsförderung

Betrifft: Wurzelfüllungen, Zahnstörfelder, OPT(Röntgenaufnahme d. Gebisses)

Die sogenannte „Zahnpanorama-Aufnahme“ (OPT = Orthopantomogramm) wird zur Abklärung von entzündlichen und anderen Störfeldeinwirkungen des Gebisses angefertigt. In Wurzelfüllungen (Argumente der ganzheitlichen Zahnheilkunde gegen Wurzelfüllungen in: George Meinig, Root Canal Cover-Up, 1998. ISBN 0-945196-19-9) finden sich sehr häufig die gleichen Bakterien, die auch in Leichen den Verwesungsprozeß steuern. Diese belasten das Immunsystem durch eine chronische Entzündung (als „Slow-Bakterien“). In abgestorbenen Zähnen (jeder wurzelgefüllte Zahn ist abgestorben) wird die Zahnpulpa (Nerven, Gefäße, Lymphgewebe) nicht mehr ernährt, sie ist abgestorben und „verwest“. Insofern ist es gerechtfertigt, von „Leichengiften“ zu sprechen, die den Körper belasten und über toxische Reaktionen (Giftwirkung) verschiedene Funktionen beeinträchtigen.

Nich selten entsteht dadurch ein sog. „Wurzelspitzengranulom“, d.h. ein säckchenförmiges Entzündungsgebilde an der Wurzelspitze, der Verbindung der früheren Zahnpulpa zu dem den Zahn umgebenden Lymphraum. Dieses hat in besonderer Weise starke reflektorische Schädigungen auf die zugeordneten Meridiane / Organe zur Folge.



Die Pulpahöhle kann nie vollständig gefüllt werden; in der Regel gelingt technisch allenfalls eine komplette Füllung beider oder aller drei Hauptkanäle. Darüberhinaus existieren aber tausende von kleinen Seitenkanälchen, in denen sich im Zustand des lebendigen Zahnes ebenfalls lebendes Gewebe und Lymphe finden, welches aber abstirbt, wenn der Zahn nervtot ist.



Zusätzlich korrodieren die Wurzelfüllmaterialien, insbesondere Metallstifte, mit der Zeit und werden sie zum Teil resorbiert, obwohl die Hersteller der Wurzelfüllmaterialien das Gegenteil behaupten. So belasten sie die Nervenfunktionen, das Immun&#8209; und Hormon&#8209;System. Ferner wirken die Wurzelfüllmaterialien als potente Gegenelektroden zu anderen zahnheilkundlichen Werkstoffen (z.B. Amalgam). Im feuchten Milieu des Mundes entfalten sich dadurch wie in einer Batterie galvanische Ströme. Diese galvanische Elektrizität stellt eine dauerhafte krankmachende Reizung für das Abwehrsystem und das vegetative Nervensystem, die Schleimhäute des Kopfes und für die Nerven am Kopf dar.



Aus Sicht ganzheitlicher Zahnheilkunde stellen wurzelgefüllte Zähne also eine schwerwiegende Belastung des Körpers dar. Wohl können sie von einem gesunden Organismus eine Zeit lang kompensiert werden; sie müssen aber umso dringlicher entfernt werden, je schwerwiegender die Erkrankung ist. Oft fungieren solche Zähne als bedeutsame Therapiebremsen, und der Behandlungserfolg scheitert oft an der Kompromiss&#8209;Haltung diesem Problem gegenüber.



Das Zahnpanorama-Bild gibt auch Aufschluß über versteckte Kieferherde, z.B. eingewachsene Zähne, verlagerte Weisheitszähne, Zahnreste nach Zahnextraktion, versprengte Amalgamstücke. Alle diese Faktoren haben Wechselwirkungen mit dem jedem Zahn zugeordneten Meridiansystem und können neurologische und vegetative Störungen hervorrufen.



Ferner gibt es Entzündungen im Kieferknochen, welche von Zähnen ausgehen oder am Ort früher gezogener Zähne zurückbleiben können („Restostitis“), für deren Erkennung das Röntgenbild nötig ist. Eine Restostitis ist eine nicht sauber verheilte Zahn-Extraktionszone, weil das Zahnfach, in dem der frühere Zahn steckte, nicht sauber ausgeräumt - d. h. curettiert - wurde oder weil die Oberfläche des Knochens zu rasch zuwuchs und keine Knochenheilung von unten nach oben erfolgte. Diese Restostititiden haben die gleiche Störfeldwirkung auf die zugeordneten Meridiane wie Störfeld-belastete Zähne. Ein solcher Kieferknochenherd am Ort früher gezogener Zähne («Restostitis») ist nur auf dem Röntgenbild zu sehen; am Herdort selbst wird er nie bemerkt, kann aber starke Fernwirkungen haben. Um dies zu verhindern müssen Extraktionen von devitalen Zähnen aus meiner Sicht und Erfahrung mit sorgfältiger Currettage der Alveole (Zahnfach) durchgeführt werden. Die energetischen Störfeld-Engramme ebenso wie die bakterielle Kontamination und galvano-toxische Belastungen sind nämlich nicht auf die Pulpa und das Dentinbein beschränkt, sondern sind darüberhinaus im periradikulären-alveolären Kieferknochen imprägniert und müssen daher aus diesem Bereich durch Currettage entfernt werden. Ein bis zweimal, in manchen Fällen häufiger, muß eine neuraltherapeutische Nachbehandlung stattfinden, erstmals nach einigen Tagen, evtl. auch nach einer Woche, und zwar sowohl in die Alveole hinein als auch in die Umschlagsfalte. Eine Restostitis kann - weil der Knochen über der Entzündung Zone geschlossen ist - nur mit Stabident Technik behandelt werden. Dabei führt man unter Lokalanästhesie und schmerzlos eine winzige Kanüle in den Kieferknochen ein, nachdem zuvor ein ebenso kleines Bohrloch angebracht wurde. Durch diese Kanüle werden dann biologische Heilmittel in die Entzündung eingespritzt, welche milieutherapeutisch, entstörend, heilend und knochenaufbauend wirken. Meistens genügen 2-5 Behandlungen in 1-6 wöchigem Abstand, um die störfeldbedingten Symptome zum Abheilen zu bringen. Meist handelt es sich um homöopathische und isopathische Komplexpräparate; Einzelheiten werden vom behandelnden Zahnarzt oder Arzt je nach dem Fall des Patienten festgelegt. Es ist erstaunlich, wieviel Flüssigkeit dabei mühelos in den entzündeten Kieferknochen eingebracht werden kann, so gross sind die inneren Wundhöhlen dort; oft sind es 3-4 ml. Der Körper saugt diese Flüssigkeit innerlich auf (er resorbiert sie), dabei tritt der Heilungsprozess ein, und es entsteht wieder kompakter Knochen – die Entzündung heilt aus.



Zähne und Kieferherde fungieren also oft als bedeutsame Störherde oder Therapiebremsen. Aufgrund der Zahn-Panorama-Aufnahme kann ein auf ganzheitliche Zahnheilkunde spezialisierter Arzt oder Zahnarzt beurteilen, ob eine Zahnbehandlung nötig ist. Zahnherde zu vernachlässigen, führt sehr häufig zu Misserfolgen in der allgemeinmedizinischen Behandlung.



Wissenschaftliches Informationsmaterial zum Thema „Zahnstörfeld, Wurzelfüllungen, Antennenfunktion zahnärztlicher Materialversorgung, Zahn-Röntgenbefunde“ wird von Dr. med. dent. J. Lechner in den folgenden Websiten präsentiert:

www.zahnstoerfelder.de

KOMMENTAR auch zu dem Link:


Unfug,der nachweislich ohne jeglichen medizinischen Sinn und Wert ist.

Leute werden gequält und total verarscht.

8

Dienstag, 5. April 2005, 21:39

So reden sich die Verantwortlichen raus (so machen es alle "Ärzte"-Kammern und alle Polit-Figuren.

Betrug wird geduldet und gefördert.

Sehr geehrter Herr Kinderarzt,

wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass die Bundeszahnärztekammer nicht der richtige Ansprechpartner für Sie ist.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e. V., ist die Berufsvertretung der deutschen Zahnärzte auf Bundesebene und keine den (Landes-)Zahnärztekammern übergeordnete Behörde. Auch ist es uns nicht möglich, eine im Einzelfall erforderliche Sachverhaltsaufklärung durchzuführen.

Um eine schnellstmögliche Klärung Ihres Anliegens herbeizuführen möchten wir Sie bitten, sich an die für Sie zuständige (Landes-)Zahnärztekammer zu wenden. Eine Anschriftenliste liegt diesem Schreiben bei.

Mit freundlichen Grüßen
Janin Schimansky
Bundeszahnärztekammer
-Rechtsabteilung-
Chausseestraße 13

10115 Berlin

Tel.: 030-40005-111
Fax: 030-40005-119

j.schimansky@bzaek.de

9

Dienstag, 5. April 2005, 22:05

An: j.schimansky@bzaek.de

Von
Von Kinderarzt
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

5.4.2005

Werte Frau Schimansky;

Es geht um diese Materialsammlung über betrügerische "Zahnärzte":

Warnung vor alternaiven "zahnärzten" 1112726547

Ihre Antwort auf meinen Brief ist völlig unzutreffend und eine Unverschämtheit überdies.

Die Bundeszahnärztekammer ist voll und ganz für diese Betrugsdinge verantwortlich,wenn sie trotz Information darüber diese Dinge seit langen Jahren zulässt und damit Patienten massivst körperlich,psychisch und finanziell schädigen läßt.

Fakt ist also,daß Sie diese Dinge schamlos unterstützen,was ja auch nach Lage der Dinge schon eh klar war.

Ich kündige Ihnen massivste rechtliche Konsequenzen an,wenn von Ihnen weiterhin nichts Schlüssiges kommt und unternommen wird.

Es geht schließlich um Menschen und schwersten menschenverachtenden Betrug.

Ich habe Ihre Stellungnahme bis zum 22.4.2005 vorgesehen.

Anderenfalls erfolgt Klage.

Hochachtungsvoll

R.Kinderarzt,Kinderarzt

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10

Freitag, 15. April 2005, 17:27

Die sogenannte biologische Zahnmedizin kommt natürlich aus dem Faschismus:

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/vollt…mmenfassung.pdf

http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/18_04/pages2/hist1.htm

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11

Freitag, 15. April 2005, 17:43

Infames und debiles pseudowissenschaftliches Gelalle zur Rechtferigung von Scharlatanerie-Betrug:

http://www.holis.de/health/1.php

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Freitag, 15. April 2005, 17:53

Material zu dem ganzen schamlosen Abzocker-Schrott:

http://www.google.de/search?hl=de&ie=ISO…hnmedizin&meta=

Solche "Zahnärte" maßen sich Medizin an,die sie nie verstanden und nie gelernt haben.

Die humanmedizinische "Ausbildung" von Zahnärzten ist absolute Schmalstspur.

Und dann benennen Sie es mit dem allgegenwärtigen und völlig entwerteten falschen Betrugsbegriff "ganzheitlich".

Da ist aber auch nicht das Allergeringste "ganzheitlich",sondern immer das krasse Gegenteil;nämlich absolute verkommene ideologische und aberwitzig-spekulative Einseitigkeit zu Gunsten von volksverblödender Abzockerei.

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13

Freitag, 15. April 2005, 18:03

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14

Freitag, 15. April 2005, 18:22

Und man wirbt allseits mit angeblichen Materialunverträglichkeitstests,was meist(oder auch immer) mit der irrwitzigen Betrugsmethode der sogenannten Kinesiologie gemacht wird.

Dazu:

"kinesiologie"-angewandter Schwachsinn

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Freitag, 15. April 2005, 18:30

http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/18_04/pages2/hist1.htm

Neue deutsche Zahnheilkunde" - Teil 1
Alternative Zahnmedizin im Nationalsozialismus
Hans Jörg Staehle, Bettina Wündrich, Wolfgang U. Eckart
Unter dem Begriff "Neue deutsche Zahnheilkunde" versteht man eine Verflechtung zwischen nationalsozialistischer Ideologie und alternativzahnmedizinisch-ganzheitlichen

Reichstagssitzung nach dem Sieg über Frankreich am 19. 7. 1940: Hitler als siegreicher Feldherr.

Vorstellungen. Rassistische Tendenzen, moralische Wertungen von Krank- und Gesundsein, Verbreitung metaphysischer Vorstellungen und der Einsatz umstrittener Diagnose- und Therapieverfahren sind in gewissem Maß bis heute aktuell - treten sie auch in anderem Vokabular als zur NS-Zeit in Erscheinung. Der vorliegende Artikel soll dazu beitragen, den medizinhistorischen Bezug dieser Thematik nicht aus den Augen zu verlieren.


Entwicklung der "Neuen deutschen Heilkunde"
In der Anfangsphase der nationalsozialistischen Diktatur wurde mit politischer Unterstützung versucht, alternativmedizinischen Vorstellungen einen hohen Stellenwert innerhalb der Heilberufe einzuräumen. Dafür wurde der Begriff der "Neuen deutschen Heilkunde" geprägt [7,43,84,163].

Bereits 1933 verkündete der Reichsärzteführer Gerhard Wagner eine besondere Wertschätzung von "Heilmethoden, die nicht im Einklang mit der Schule" stehen [157]. Die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger des Nationalsozialismus wollten alternative Heilmethoden als gleichberechtigte Therapieformen neben die so genannte Schulmedizin stellen. Es wurde die Forderung erhoben, Naturheilmittel staatlich zu fördern, weiterzuentwickeln und als gleichwertige Methoden anzuerkennen. Ein wichtiger Aspekt einer radikalen nationalsozialistischen Gesundheitsreform war somit die Hinwendung zu einer alternativ-ganzheitlichen, "biologischen" Medizin.

Zunächst stand eine ideelle Unterstützung alternativmedizinischen Gedankenguts im Sinne einer besonderen deutschen Bewegung im Vordergrund. Um diesen Bestrebungen auch einen institutionellen Charakter zu verleihen, wurde 1935 die Reichsarbeitsgemeinschaft für eine "Neue deutsche Heilkunde" gebildet, die von Wagner auf der ersten Reichstagung der deutschen Volksheilbewegung proklamiert wurde. Dieser Arbeitsgemeinschaft schlossen sich verschiedene Ärzteverbände an.

In einem programmatischen Aufsatz charakterisierte Wagner den Umdenkungsprozess zu einer "Neuen deutschen Heilkunde" wie folgt: "Wenn wir heute eine neue Heilkunde aufbauen wollen, so kann das Fundament dieser Heilkunde niemals die exakte Naturwissenschaft sein, sondern das Fundament kann nur sein unsere nationalsozialistische Weltanschauung" [158].

Kritische Stimmen zu diesen Entwicklungen wurden bereits im Jahr der nationalsozialistischen Machtergreifung mithilfe entsprechender Drohungen unterdrückt. Dabei zielten die nationalsozialistischen Machthaber vor allem auf einzelne Vertreter von Universitäten ab. So sah sich Wagner 1933 veranlasst, in einem Kommentar zu einer Erklärung von Adolf Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß, dem die Unterstützung der "Neuen deutschen Heilkunde" ebenfalls ein großes Anliegen war, Folgendes auszuführen: "Und ich erkläre endlich, daß ... ich daher gegenüber weiteren Störungsversuchen mit aller Schärfe nach staatspolitischen Grundsätzen und Übungen vorgehen werde. Insbesondere sei dies gewissen Hochschullehrerkreisen gesagt, die es für nötig erachten, sogar die junge Medizinerschaft für ihre reaktionären und damit staatsfeindlichen Pläne vor ihren Wagen spannen zu wollen" [157].

Diese Drohungen führten dazu, dass von Universitätsseite nahezu keine kritischen Einwände gegenüber der "Neuen deutschen Heilkunde" mehr erhoben wurden.

Wie in einer medizinhistorischen Abhandlung vor kurzem aufgezeigt wurde, existierte neben der "Neuen deutschen Heilkunde" auch eine "Neue deutsche Zahnheilkunde" [162]. Deren Merkmale und Zielsetzungen sollen im Folgenden beschrieben werden.


Kennzeichen der "Neuen deutschen Zahnheilkunde"
Bereits unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten machten die Wortführer der alternativ-ganzheitlichen Zahnheilkunde deutlich, wie sie sich die künftigen Schwerpunkte einer nationalsozialistisch geprägten Zahnheilkunde vorstellten [44, 63, 75, 87, 129]. In den Zahnärztlichen Mitteilungen 1933 findet sich ein grundlegender Artikel von Erich Heinrich über die "Erziehung des Zahnarztes zum Nationalsozialismus" [44]. Schon anhand der Publikationen von 1933 lassen sich folgende Merkmale in ihren Grundzügen erkennen:

Leitgedanke: Biologische "Totalität" des deutschen Menschen, Anerkennung alternativ-ganzheitlicher Methoden in der Zahnmedizin
Politisierung der Zahnmedizin im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie, Betonung der Gemeinsamkeiten zwischen alternativmedizinischen und nationalsozialistischen Vorstellungen
Rassenhygiene als neue Aufgabe der Zahnmedizin, argumentative Unterstützung von Antisemitismus und Militarismus durch alternativmedizinisches Gedankengut
Moralische Wertung von Krank- und Gesundsein, Betonung der Eigenverantwortlichkeit bis hin zur Gesundheitspflicht, Sanktionen beim Auftreten selbstverschuldeter, vermeidbarer Krankheiten, andererseits Vorstellung von Krankheit als besonderem Weg zur "Heilwerdung"
Versuch der Kostendämpfung im Gesundheitswesen durch Propagierung von Gesundheitspflicht und einfachen naturgemäßen Lebens- und Heilweisen
Metaphysische Ausrichtung der Medizin, Abwehr "exakter" Wissenschaft
Aufhebung einer freien wissenschaftlichen Diskussion


Biologische "Totalität" des deutschen Menschen
Reichszahnärzteführer Ernst Stuck konnte bereits 1934 feststellen, dass es im Reich Adolf Hitlers keinen Streit mehr zwischen Schulmedizin und biologischen Heilmethoden gab [152]. In einer im gleichen Jahr propagierten nationalsozialistischen Standesordnung wurde dargelegt, dass die Zahnmedizin in den Dienst des Lebenskampfes des gesamten deutschen Volkes gestellt werden müsse [124].

Von den Vertretern der "Neuen deutschen Zahnheilkunde" wurde unter dem Stichwort "Totalität" in erster Linie eine Verbindung von alternativmedizinischen Vorstellungen - die unter Bezeichnungen wie Zahnärztliche Naturheilkunde, Biologische Zahnheilkunde, Ganzheitsbetrachtung in der Zahnheilkunde, holistische Zahnheilkunde und Ähnlichem rangierten - und nationalsozialistischer Ideologie gesehen.

Paul Neuhäußer bezeichnete den Nationalsozialismus in Anlehnung an Hans Schemm als "politisch angewandte Biologie" [91]. Friedrich Jummel schrieb 1940: "Biologische Heilkunde ist lebensmäßige Heilkunst, fast vielleicht eine Weltanschauung. Nur unter einem großen Totalitätsbegriff, der den ganzen Menschen in allen Phasen des Seins und der Umwelt umfaßt, können wir einer wirklich biologischen Heilkunst näherkommen" [69]. 1942 definierte Helmut Haase den Begriff der Totalität wie folgt: "Der Begriff ‚heil' - aus der deutschen Volksseele geboren - besagt sehr fein: werde wieder ganz, eine Ganzheit. So heißt also ‚Heilen' den Kranken zur Ganzheit führen, zur biologischen Totalität" [29]. "Heil" wurde zum gemeinsamen Element von Politik (im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie in Verbindung mit naturgemäßen Lebensweisen) und Medizin (im Sinne magisch-okkulter, irrationaler Heilslehren).

Zum Verständnis der "Neuen deutschen Zahnheilkunde" ist es somit wichtig zu wissen, dass das Wort Totalität (Ganzheitlichkeit) nicht nur in einem streng medizinischen Sinn, sondern von Anfang an auch in einem staatspolitischen Kontext verstanden wurde. Der medizinische Totalitätsgedanke wurde zum umfassenden Totalitätsanspruch, der alle Lebensbereiche einschloss.


Politisierung im Sinne der NS-Ideologie
Die Wortführer einer alternativ-ganzheitlichen Ausrichtung der Zahnheilkunde verlangten ausnahmslos eine bedingungslose Unterwerfung des Zahnarztes unter die nationalsozialistische Ideologie. Zur Förderung dieser Entwicklung hielten sie entsprechende Umerziehungsmaßnahmen für erforderlich.

Otto Steiner fasste im Jahr 1936 seine Forderungen zur Politisierung der Zahnmedizin im Sinne des Nationalsozialismus wie folgt zusammen: Der deutsche Arzt und Zahnarzt muss einerseits einen "ganzheitsbezogenen Leistungswillen" in die Tat umsetzen. Er erfüllt eine ärztliche Mission am deutschen Volkskörper und an der deutschen Volksseele. Andererseits muss der deutsche Arzt und Zahnarzt ein aus dem Instinkt geborenes "Bekenntnis an Raum und Zeit und Volk" abgeben, das mit einem kompromisslosen Bekenntnis zum Dritten Reich einhergeht [133].

Ähnlich äußerte sich Neuhäußer (1936), indem er besonders für den zahnärztlichen Nachwuchs eine stärkere Beschäftigung mit "biologischen Richtungen" und gleichzeitig eine Betonung der politischen Linientreue forderte: "Gerade aber für unseren Nachwuchs werden diese Fragen von größtem Werte sein, sollen die Ziele unserer Gesundheitsführung in Partei und Staat erreicht werden." Die neuen biologischen Vorstellungen waren nach Neuhäußer Ausdruck und Folge der nationalsozialistischen Weltanschauung auf medizinischem Gebiet [88].


"Rassenhygiene" als neue Aufgabe der Zahnmedizin
Die "Rassenhygiene" war unter den Wortführern der alternativ-ganzheitlichen Zahnheilkunde ein wichtiges Thema, das in vielen Beiträgen ausführlich bearbeitet wurde.

Zum einen war die Betonung des "Konstitutionsgefüges" ohnehin ein wesentlicher Inhalt alternativmedizinischer Vorstellungen. Zum anderen wurde durch die "Rassenlehre" eine Aufwertung der Zahnheilkunde innerhalb der Medizin erwartet, und letztlich war davon auszugehen, dass es auf diesem Wege gelingen würde, neue und vor allem staatspolitisch wichtige Aufgabenfelder für die "biologische" Zahnmedizin zu erschließen. So wurden von den Vertretern der "Neuen deutschen Zahnheilkunde" die nationalsozialistischen Vorstellungen von Anthropologie und Erbbiologie mit dem Ziel, "Untermenschen mit minderwertigem Erbgut" auszumerzen, vielfach aufgegriffen.

Bereits 1933 forderte Steiner, dass das Gebiss eines Menschen zu einem wichtigen Gradmesser für Artung und Entartung werden müsse. Auch Charaktereigenschaften wie das "Bedürfnis" eines Menschen, sich gesund zu erhalten, zum Beispiel das Mundhygienebedürfnis, seien in einer entsprechenden Beziehung zur Rassenzugehörigkeit zu sehen [129]. Mit eugenischen Maßnahmen und dem Zurückdrängen minderwertigen Erbgutes sollten die Ursachen von Zahnschäden behoben werden [63]. Neuhäußer sah besonders in den Nürnberger Gesetzen und dem Gesetz zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses Anlass für den Zahnarzt, sein "ärztliches Denken und Wirken" im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung neu zu formen [89,90].

Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses wurde am 14.7.1933 erlassen, das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre als Teil der Nürnberger Gesetze am 15.9.1935. In der Präambel des Gesetzes heißt es: "Durchdrungen von der Erkenntnis, daß die Reinheit des deutschen Blutes die Voraussetzung für den Fortbestand des deutschen Volkes ist, und beseelt von dem unbeugsamen Willen, die deutsche Nation für alle Zukunft zu sichern, hat der Reichstag einstimmig das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird." Ein wesentlicher Bestandteil dieses Gesetzes war das Verbot von "Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes".

Hermann Euler betonte im Zusammenhang mit der Rassenhygiene, es sei ohne Weiteres einleuchtend, "daß sich etwa eine Rassenvermischung auch im Hinblick auf die Gebißgesundheit nicht gleichgültig zu verhalten braucht", auch wenn bislang nur wenig wissenschaftliche Erkenntnisse dazu vorlägen [13]. Von Walther Klußmann wurde der Bezug der Rassenhygiene zur Zahnmedizin so weit getrieben, dass er eine Ausschaltung jeglicher jüdischer Einflüsse als wesentliche Voraussetzung für die Herstellung der Gebissgesundheit des deutschen Volkes forderte [80,81,82].

Die Vorstellungen über Zusammenhänge von Konstitution und oraler Gesundheit gingen innerhalb der Vertreter der "Neuen deutschen Zahnheilkunde" allerdings zum Teil weit auseinander. Während beispielsweise Steiner 1935 die Auffassung vertrat, Menschen pyknischen Typs mit "rundlich-untersetztem Körper, starker Entwicklung von Kopf, Bauch und Brust, breitem Gesicht auf kurzem Hals mit oft sehr breitem Kieferbogen", wären zwangsläufig und ausnahmslos von parodontalen Erkrankungen betroffen [131], wurde diese Einschätzung von Erich Heinrich zum Teil in Frage gestellt, indem er behauptete, dass "die Pykniker, also die Untersetzten, Kleinen und zu Fettansatz neigenden" nur "etwas häufiger" von parodontalen Erkrankungen befallen würden als andere Menschen. Für Heinrich war vielmehr eine "introvertierte" Konstitution das größte Risiko für die Entstehung einer parodontalen Erkrankung [47].

1941 wurde in der Führerschule der deutschen Ärzteschaft in Alt-Rhese der Rassegedanke ebenfalls als Mittelpunkt nationalsozialistischer Weltanschauung dargelegt und aus zahnärztlicher Sicht

An der "Heimatfront": Plakat zur Produktionssteigerung.

erörtert. Dabei wurde unter anderem ausgeführt, dass "die Vereinigung von Blutströmen weit voneinander entfernter Rassen" schädlich sei und dass solche Gesichtspunkte auch für die Vererbung von Eigenschaften des Gebisses ihre Bedeutung hätten [65, 66].

Diese und andere Behauptungen wurden allerdings von den Autoren nie durch wissenschaftlich objektivierbare Publikationen untermauert. Der "Konstitutionsaspekt" wurde auch nach 1945 von den Repräsentanten der "Neuen deutschen Zahnheilkunde" immer wieder aufgegriffen, allerdings befreit von nationalsozialistischem Vokabular [96, 101, 145].


Antisemitismus und "Neue deutsche Zahnheilkunde"
Neben den Ausführungen zur "Rassenhygiene" offenbaren insbesondere die antisemitischen Äußerungen der Vertreter der "Neuen deutschen Zahnheilkunde" ihre nationalsozialistische Grundhaltung. Dabei verknüpften die Wortführer der alternativ-ganzheitlichen Zahnheilkunde konkrete zahnmedizinische Fachfragen (zum Beispiel die Entstehung von Gebisserkrankungen) mit von ihnen postulierten Thesen zum schädigenden Einfluss durch "die Juden" oder "die Verjudung". Klußmann behauptete 1935, dass die Zahnmedizin wegen der Juden in einer tiefen Krise stecke. In der Zahnmedizin sei es unter jüdischem Einfluss zu einer "Überwucherung der schöpferischen Arbeit durch Händlergeist" gekommen. Der jüdische Geist wirke auf "Verflachung des kulturellen Lebens und die Unterdrückung der schöpferischen Arbeit hin, weil sie ihm nicht artgemäß und im Vorwalten schöpferischer Arbeit im Volksleben mit seiner Herrschaftsstellung nicht vereinbar" sei. Dies alles seien Untergangsvorboten einer Entwicklung "zur Herrschaft der Untermenschen". Der Nationalsozialismus könne dieser Gefahr wirkungsvoll begegnen [77, 78].

1937 begrüßte Neuhäußer die Nürnberger Gesetze, die unter anderem Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen und artverwandten Blutes verboten, als einen auch aus zahnmedizinischer Sicht richtungweisenden Schritt auf dem Weg zu einem "geistig und körperlich gesunden Volk" [89,90].
Heinrich stellte 1937 der von ihm favorisierten biologischen Richtung in der Heilkunde eine "chemische Richtung in der Heilkunde" gegenüber, die man allein schon deshalb verwerfen müsse, da sie jüdisch sei. Habe sich doch ein "ausgezeichneter Kenner der jüdischen Mentalität" dazu wie folgt geäußert: "Die bloß chemische Richtung in der Heilkunde - das ist Judentum". Dieser Hinweis müsse eigentlich genügen, um den von ihm vertretenen Vorstellungen zum Durchbruch zu verhelfen: "Muß ich mit noch gröberem Geschütz meine Meinung verteidigen?" [52].

1939 ließ Klußmann in seinem Buch "Der Gebißverfall als Ausdruck einer unorganischen Lebensordnung" seinen antisemitischen Vorstellungen wiederum freien Lauf. Er stellte "den Juden" als Ausgeburt des Bösen schlechthin dar. Die rigorose Ausmerzung jeglichen jüdischen Einflusses bezeichnete er - auch aus zahnmedizinischer Sicht - als "bitterste Notwehr" des deutschen Volkes, denn nur so könne einer unorganischen Lebensweise und Weltanschauung entgegengewirkt werden. Durch diese Argumentation versuchte er, einen Zusammenhang zwischen jüdischem Einfluss und Gebiss-Schäden herzustellen [81]. Dieses von einem radikalen Antisemitismus und Rassismus geprägte Buch hinterließ offenbar auch bei Euler, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), einen tiefgreifenden Eindruck. Euler ließ diesem "viel beachteten" Buch unter Hinzufügung des Untertitels "Eine ernste und dennoch optimistische Betrachtung über die Zivilisationskrankheiten in ihrem Zusammenhang" sogar in seinen späteren Lebenserinnerungen eine besondere Würdigung zuteil werden [16].

Steiner behauptete 1941 in einem Beitrag über Ernährung und Zahngesundheit, dass die vollwertige Ernährung des deutschen Volkes vor der Machtergreifung des Nationalsozialismus aufgrund jüdischer Einflüsse verhindert worden wäre. Dabei habe sich besonders "der Jude an der Börse" auf Kosten der arbeitenden deutschen Bevölkerung bereichert [144].

1942 vertrat Haase die Ansicht, dass die biologischen Heilmethoden vor 1933 nur deshalb nicht hätten zum Zuge kommen können, weil sie in der vornationalsozialistischen Staatsmedizin in Folge der "zunehmenden Verjudung" vernachlässigt worden seien [29].


Krieg und "Neue deutsche Zahnheilkunde"
Die in nationalistischen Kreisen bereits vor 1933 geprägte Formel vom "Krieg als dem einzigen Heilmittel für das deutschen Volk" wurde von Verfechtern einer alternativ-ganzheitlichen Zahnheilkunde während der Zeit des Zweiten Weltkriegs weiter ausgebaut.

So wies Gertrud Beuche 1941 auf enge Zusammenhänge zwischen Krieg und biologischer Heilkunde hin: "und wie der Arzt ein Fieber, eine Krankheit oft als reinigend und heilsam hinnehmen muß, so erscheint der Krieg im Leben der Völker ein biologisch notwendig gewordenes Gewitter" [6].

Im gleichen Jahr griff Wilhelm Keßler das bekannte Schlagwort von "Adolf Hitler als dem Arzt des deutschen Volkes" auch im Zusammenhang mit ganzheitlich-zahnärztlichen Fragestellungen auf. Begriffe wie "Heilen" oder "Heil" wurden im Sinne von Ganzheitlichkeit und Totalität fest mit dem den Krieg rechtfertigenden NS-Vokabular verbunden [72,73,74]. Klußmann hob 1943 wiederum den Krieg als eine zur Ordnung der Natur gehörende natürliche Lebenserscheinung hervor, die auch dem Gebissverfall des deutschen Volkes entgegenwirke [82].


Moralische Wertung von Gesundsein und Kranksein
Da Zahnschäden weitgehend vermeidbar seien, forderten die Vertreter der biologischen Zahnmedizin eine Stärkung der Selbst- und Eigenverantwortung, notfalls durch Sanktionen und Zwangsmaßnahmen.

Die Einführung des Selbstverschuldungsprinzips bei der Entstehung oraler Krankheiten mit einer entsprechenden Differenzierung in verantwortungsvolle und verantwortungslose Volksgenossen wurde von Vertretern der "Neuen deutschen Zahnheilkunde" mehrfach ins Spiel gebracht.

Die moralische Wertung von Gesundsein und Kranksein bezog sich dabei vornehmlich auf zwei Aspekte:

Betonung der Eigen- beziehungsweise Selbstverantwortlichkeit (Gesundheitspflicht)
Sanktionen beim Auftreten selbstverschuldeter, vermeidbarer Krankheiten


Die bereits 1933 geforderte Gesundheitspflicht, die notfalls durch Zwangsmaßnahmen in nationalen Verbänden und Arbeitslagern realisiert werden sollte, sah auch Konsequenzen für diejenigen vor, die ihre Eigenverantwortung zur Erhaltung der oralen Gesundheit nicht wahrnehmen konnten oder wollten. So wurde die Empfehlung ausgesprochen, dass bei "verantwortungslosen Menschen" künftig in der Regel nur noch eine Minimaltherapie in Form von Zahnextraktionen, ohne Rücksicht auf ästhetische Belange, durchzuführen sei [63].

Hans Fuchs entwickelte 1936 ebenfalls eine moralische Wertung oraler Erkrankungen, wobei er sich auf Parodontopathien bezog, die vor allem minderwertige Volksgenossen befalle: "Solche Menschen haben in der Regel einen weichen, oft an Feigheit grenzenden Charakter; jedenfalls sind sie nicht der Typ des heroischen Menschen" [26]. Andere Autoren charakterisierten Menschen mit ausgeprägten Parodontopathien in diesem Zusammenhang wie folgt: "Immer handelt es sich um Menschen, die mit ihrer personalen Erscheinung aus ihrer Umgebung andersgerichtet hervortreten; um labile Naturen, häufig ausgesprochen neurotisch, kinderlos in der Ehe, disharmonisch in ihrer Lebensauffassung und Daseinsführung" [18].
aSteiner dehnte die moralische Dimension von Gesundheit und Krankheit auch auf die Zahnärzte selbst in ihrer Funktion "als Gesundheitsführer" aus. Für einen Zahnarzt war es Steiner zufolge nicht damit getan, gewissenhafte Arbeit zu leisten, vielmehr müsse er durch eigenes positives Vorbild die "Gesundheit des Ganzen" über die "Krankheitsgeschehen in ihren Teilen" stellen. "Die Zahnheilkunde von gestern ist nur noch in den Gehirnen der Trägen, Interesselosen, die im alten Schlendrian weitervegetieren und nicht sehen wollen, daß eine neue Weltanschauung neue Menschen braucht und neue Pflichten bringt, die kompromißlos erfüllt werden müssen." Die "Gesundheit des Ganzen" sei aber wiederum "grundlegend abhängig von ihrer naturgemäßen Pflege". "Schlemmer, Nachtschwärmer, Genußsüchtige, Verweichlichte, Stubenhocker und solche, die sich im bräunenden Sonnenbad ihre Gesundheit erfaulenzen wollen" gingen am eigentlichen Sinn der vorbeugenden Hygiene vorbei oder ignorierten sie über-haupt [142].

Joachim Kämmerer (1940) betrachtete eine naturgemäße Ernährung auch aus gesamtstaatlicher Sicht als Verpflichtung für jeden deutschen Volksgenossen. Unter Berufung auf den Ernährungsbeauftragen des Reichsärzteführers, Franz Gerhard Maria Wirz, stellte er zum Beispiel fest: "So bedeutet dauerndes unmäßiges Essen nicht nur eine Schädigung der eigenen Gesundheit, sondern ebenso

NS-Rassenkunde:Die morphologischen Gesichtshöhe wird per Gleitzirkel vermessen (1937).

zwangsläufig eine Art Landesverrat" [70]. Klußmann vertrat 1943 die Auffassung, dass man eine einfache, naturgemäße Lebensführung zur Erhaltung der Gebissgesundheit durch die Gesetzgebung unterstützen müsse. Da Gebiss-Schäden als Folge einer unorganischen Lebensweise zu sehen seien, bei der "eigensüchtige Triebe die Oberhand gewinnen", müsse die "Hygiene im weitesten Sinne, auch in geistig-seelischer Hinsicht" gefördert werden. Zur Sicherstellung einer Fernhaltung von Schäden forderte er unter anderem eine "gesunde Strafgesetzgebung" [82].

Keiner der zitierten Autoren konnte allerdings schlüssige Nachweise liefern, ob es durch eine moralische Wertung von Gesund- und Kranksein tatsächlich gelang, das Verhalten zu verändern oder durch Sanktionen eine gesundheitsfördernde beziehungsweise krankheitsabwehrende Lebensweise zu realisieren.

Andererseits vertraten Verfechter der "Neuen deutschen Zahnheilkunde" die Auffassung, dass man orale Krankheiten auch als besonderen, schicksalhaften Weg zur Heilwerdung sehen könne. Über das von der Vorsehung vermittelte Kranksein könne aus Sicht der Totalität eine höhere Stufe der Selbsterkenntnis gewonnen werden.
aSo diskutierte Steiner 1935 die Vorstellung von oralen Krankheiten als einen besonderen Weg der Reifung und stellte in diesem Zusammenhang die Frage, inwieweit "Parodontose als Krankheit ein positiver Vorgang des Lebens ist" [131]. 1936 führte er diesen Gedanken weiter und verwies darauf, dass Krankheit aus biologischer Sicht einen positiven Beitrag zur Heilwerdung leiste (Krankheitsvorgang als Heilungsvorgang): "Die biologisch eingestellte Klinik und der biologisch denkende Praktiker kennt jedoch keinen Krankheitsvorgang, der - noch so unbedeutend von Ansehen - uns nicht steuernde und heilende Kräfte sehen ließe, die alle ihre Quelle im gesamtorganismischen Lebensgeschehen haben." Der Zahnarzt als Führer, Erzieher und Heiler könne orale Erkrankungen in positiver Weise dazu nutzen, die Eigenverantwortung des Patienten zu steigern.

Durch biologisch-naturheilkundliche Vorgehensweisen könnten nämlich das Verantwortungsbewusstsein und der "ehrliche Gesundungswille" eines Kranken gefördert werden. So könne etwa durch eine maximale Einschränkung symptomatischer Schmerz- und Schlafmittel bei kranken Patienten ein pädagogischer Effekt im Kampf gegen die "Flucht in die Krankheit" erzielt werden [134].


"Gesundheitspflicht" als Kostendämpfer
Bereits 1933 wurde ein Abbau von Fürsorgemaßnahmen gefordert, da diese "den Kampf um das eigene Gesundsein, den Gesundheitstrotz schwächen" [63]. Durch eine Stärkung der Gesundheitspflicht mit entsprechender Krankenvorsorge komme es zur Kostensenkung. Mit geringsten Mitteln am Individuum müsse die größte Wirkung für das Volksganze erreicht werden. Volksverbundenes Denken spare Volksvermögen [63]. Die nationalsozialistische Berufsauslese unter bereits praktizierenden Kollegen führe zu einer "selbstlosen Opferwilligkeit bis zum äußersten" [129]. Konkret umfasste der Versuch einer Kostendämpfung folgende drei Aspekte:

1. Einschränkung kostspieliger Behandlungsmaßnahmen von "Verantwortungslosen", lediglich Durchführung günstiger Minimaltherapien in Form von Zahnextraktionen (siehe oben) [63].

2. Wegfall kostspieliger Behandlungsmaßnahmen durch Kranheitsvorbeugung infolge Vermehrung der Eigenverantwortung bis hin zur Gesundheitspflicht.
Über einen Rückgang oraler Erkrankungen hinaus erwartete man von dieser Maßnahme auch wehrpolitisch günstige Effekte. So versprach sich Neuhäußer 1938 von einer ganzheitlichen Prophylaxe besonders eine Erhöhung der Wehrtauglichkeit: "Einmal wird sie dann bei der Musterung dieser Jahrgänge in einer starken Wehrfähigkeit zur Geltung kommen, und es ist nicht gleichgültig, ob die deutsche Armee eine Anzahl Regimenter mehr oder weniger aufstellen kann. Denn nur ein körperlich und geistig gesundes Volk ist unbesiegbar und ewig" [91]. Ähnliche Argumente wurden auch von Euler mehrfach vorgetragen [13, 14]. Für die Förderung der biologischen Zahnheilkunde mit einer daraus sich ergebenden natürlicheren Lebensweise machte Neuhäußer auch finanzielle Argumente geltend: "Für den einzelnen Volksgenossen bedeutet Gesundheit Glück, für die Gemeinschaft aber Bestand und darüber hinaus die Einsparung von Milliarden Volksvermögen" [91]. Steiner hob hervor, dass "ärztliche Gesundheitsführer" durch naturheilerische Maßnahmen ihre Patienten dazu verpflichten könnten, im Sinne der nationalsozialistischen Denkweise Eigenverantwortung für die Heilung mitzuübernehmen [140].

3. Vermehrte Anwendung von "einfachen" und damit kostengünstigen Naturheilmaßnahmen. An eine naturgemäße Ausrichtung der Zahnmedizin wurden vornehmlich folgende Anforderungen gestellt: Zum einen sollte sie auf den ganzen Menschen zielen, zum anderen aber sollte sie auch "einfach" und damit kostengünstig sein [78]. Nicht nur spezielle Naturheilmaßnahmen selbst, sondern die ganze deutsche Lebensführung einschließlich der Ernährung sollten einer "einfachen" Ausrichtung folgen. In seinen Ernährungsempfehlungen zielte Neuhäußer deshalb besonders auch auf die "einfache" Nahrung durch Erzeugnisse deutschen Bodens ab [91].


Metaphysische Ausrichtung
Die Forderungen nach einer metaphysischen Ausrichtung der Zahnmedizin und einer Abwehr "exakter" Wissenschaft ziehen sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Publikationen von Vertretern der "Neuen deutschen Zahnheilkunde".

Bereits 1933 wurde die Beseitigung der Vorrangstellung des Verstandes gegenüber dem blutgebundenen und arteigenen Gefühl gefordert. "Blut" und "Wille" müssten sich gegenüber "Verstand" und "Objektivität" konsequent durchsetzen [75]. Ein besonderes Anliegen war auch die Hervorhebung okkultistischer und kosmischer Einflüsse durch die "Vorsehung".


Ende der freien Diskussion
Klußmann forderte die Einführung einer politischen Zensur für wissenschaftliche Publikationen. Er vertrat die Auffassung, dass man selbst wissenschaftlich sehr hochrangige Arbeiten künftig nicht mehr publizieren dürfe, wenn sie "nicht von deutschem Empfinden getragen" seien oder gar "zersetzende Ideen" enthielten [75]. Die Leitung von Fachzeitschriften müsse unter Beachtung der nationalsozialistischen Ideologie im Sinne "gesunder" Wissenschaftlichkeit vorgenommen werden. Er zielte dabei offenbar besonders auf die Ausschaltung jüdischer Wissenschaftler ab [81].

Steiner würdigte 1936, dass die vor 1933 mögliche Kritik an umstrittenen alternativmedizinischen Vorstellungen inzwischen verstummt sei: "Solchen gehässigen Überheblichkeiten dürfte heute die Spitze ein für allemal abgebrochen sein, weil sie schon weltanschaulich durchaus nicht tragbar sind. Die Einheitsbestrebungen in der Heilkunde verlangen willige und objektive Einsicht von allen Seiten" [134].

Eine im Jahr 1936 in den Zahnärztlichen Mitteilungen vorgetragene kritische Äußerung Eugen Wannenmachers zu alternativ-ganzheitlichen Vorstellungen [159,160] wies Heinrich vor allem mit der Begründung zurück, dass derartige Kritik im Gegensatz zur "von autorativer Seite" festgelegten ideologischen Linie stehe [50]. Der Chefredakteur der Zahnärztlichen Mitteilungen beeilte sich daraufhin festzustellen, dass alle Beteiligten für eine "Neue deutsche Zahnheilkunde" kämpfen würden [127].

1936 wurde in der Deutschen Zahnärztlichen Wochenschrift eine kritische Äußerung zu homöopathischen Behandlungen abgedruckt [5]. Der angesprochene Autor erwiderte darauf in einer Replik, dass auch im "neuen Staat" die "Berufsgestaltung von Unerfahrenen" gehemmt werde. Die Homöopathie sei jedoch in der Zwischenzeit nicht mehr die persönliche Sache einzelner Homöopathen, sondern eine Angelegenheit des gesamten Zahnärztestandes geworden. Ein Urteil darüber sei nur im Rahmen eines Binnenkonsenses der praktischen Anwender möglich. Er verbat sich jegliche Kritik an naturheilkundlichen und homöopathischen Behandlungen durch Außenstehende, denen eine Bewertung solcher Verfahren nicht zustehe [3,4]. Weitere Äußerungen mit zurückhaltend vorgetragener Kritik an derartigen Verfahren [122,123] wurden mit dem Hinweis einer bewusst metaphysischen Ausrichtung der Alternativmedizin zurückgewiesen [64,86].

Prof. Dr. Dr. Hans Jörg Staehle
Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der
Mund-, Zahn- und Kieferklinik des
Universitätsklinikums Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg

Dr. Bettina Wündrich
Heinbuckel 8, 69257 Wiesenbach

Prof. Dr. Wolfgang U. Eckart
Institut für Geschichte der Medizin der
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 327
69120 Heidelberg


zm 18/2004, Seite 106

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16

Samstag, 16. April 2005, 09:36

Es gibt tatsächlich Leute, die Angst vor dem Adrenalin in der Betäubungsspritze haben und beim Zahnarzt nach der "adrenalinfreien Schwester" fragen.
Das ist das Ergebnis von Panikmacherei. Die Nebennieren des Menschen produzieren täglich das dutzenfache, von dem was in so einer Spritze enthalten ist.

naja, wers schmerzvoll mag bitteschön...

Über Amalgam streiten sich die gemüter. Ich habe da leider zu wenig Ahnung um beurteilen zu können ob da nun etwas dran ist oder nicht!

In unserer Gesellschaft sind perverse Trends zu beobachten. Die Einen flüchten vor Ärzten,Medikamenten und schulmedizinischen Maßnahmen und rennen zu den alternativen, während die andere Hälfte sich sofort bedenkenlos jede Schönheitsop angedeihen läßt.

Wie dem zu begegnen ist, weiß ich leider auch nicht.

renatencreme

17

Dienstag, 19. April 2005, 11:50

Es gibt keinen Nachweis,daß Amalgam problematisch sei.

Alles Geschäftemacherei.

18

Mittwoch, 20. April 2005, 12:29

http://www.gzm.org/

Ganzheitliche Zahnmedizin

Zähne, Herde, Störfelder und Meridiane
http://www.ganzheitliche-zahnmedizin.com

Die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche Zahn-Medizin e.V. wurde 1986 gegründet. Heute sind in ihr ca. 1.200 deutsche und europäische Zahnärztinnen und Zahnärzte zusammengeschlossen.
http://www.gzm.org/homeframe_patient.htm

Schweizerische Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin SGZM
http://www.sgzm.ch

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"ganzheitliche" Zahnmedizin-Scharlatanerie:
"ganzheitliche" Zahnmedizin-scharlatanerie

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19

Mittwoch, 20. April 2005, 12:52

Das Bundeskriminalamt wurde informiert.

20

Mittwoch, 20. April 2005, 22:28

die schweizerische zahnaerztegesellschaft bietet recht aktuelle und fachliche infos zum thema amalgam:

http://www.sso.ch/index.cfm?50B7160210F8…275F15B#amalgam

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