Ganz wichtig ist der letzte Satz.
Ein Depressiver hat krankheitsbedingt absolut keine Möglichkeit mehr,etwas für sich zu tun.
Man muß ihn durchaus auch mit mehr oder weniger sanftem Zwang zur professionellen Hilfe schleppen.-Ohne wenn und aber.
Es kann nach sorfältiger Diagnostik auch durchaus oft die rein medikamentöse Behandlung zu großem Erfolg führen.Die Auswahl der Medikamente ist absolute Facharzt-sache.
Aus der Seite einer psychosomatischen Klinik.
Depression
Depression ist eine alt bekannte, weit verbreitete und insgesamt sehr unterschiedlich auftretende Störung bzw. Krankheit.
Bekannt sind:
körperlich begründete Depressionen (durch Hirnerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Infektionen, Medikamentennebenwirkungen und Vergiftungen verursacht),
schwere Depressionen mit Psychosesymptomen,
manisch-depressive Störungen,
lebensgeschichtlich bedingte Depressionen und depressive Reaktionen,
chronifizierte (auf Dauer bestehende) Depressionen,
Depressionen als Folgen von Verlust, Katastrophen und Arbeitslosigkeit.
Alle Depressionen resultieren sowohl aus körperlichen wie auch seelischen Ursachen. Dabei sind die jeweiligen Anteile je nach individuellen Gegebenheiten unterschiedlich. Eine wesentliche und vorrangige Aufgabe des Arztes bzw. Therapeuten ist es diesen individuellen Gegebenheiten Rechnung zu tragen.
Symptomatik:
Die typischen Symptome einer Depression sind: Herabsetzung bzw. Verdüsterung der Stimmung, Müdigkeit, Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit, Verlangsamung, Minderung des Lebenssinns, Perspektivlosigkeit, herabgesetztes Selbstwertgefühl und vieles anderes mehr. Depressionen können sich verstecken in körperlichen Beschwerden: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Störungen der Ausscheidungs- und Sexualfunktionen.
Die Krankheitszeichen und Beschwerden können leichter oder schwerer ausgeprägt sein. Je nachdem gehört der Patient in die ambulante bzw. Niederlassungspraxis des Arztes für Psychiatrie und Psychotherapie, des Arztes für Psychotherapeutische Medizin, des Psychologen oder auch des Hausarztes. Die Schwere der Störung und die Lebenssituation des Patienten bestimmen, ob die Depression in der Praxis (ambulant), einer psychosomatisch-psychotherapeutischen Klinik oder einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt werden sollte bzw. muss.
Verlauf und Prognose:
Aufgrund der Tatsache, dass die Erkrankung sowohl körperliche als auch seelische Anteile als Ursachen hat, ist die Behandlung mit Psychotherapie, Medikamenten (Antidepressiva in erster Linie), Zusatzbehandlungsmethoden (Gestaltungs-, Körpertherapie u.a.m.) notwendig. Im Idealfall und am hilfreichsten ist die Kombination der Behandlungsmethoden, was aber nicht immer möglich ist. Psychotherapeutisch ist die Ausprägung und die Entstehung der Depression zu beachten: Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie müssen sich ergänzen und stellen in der Kombination der beiden Verfahren die moderne Behandlung und Methode der ersten Wahl dar.
Bei richtiger und rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose einer Depression günstig. Ein großes Problem besteht in der sozialen Nichtanerkennung der Depression durch Angehörige, Ärzte und in der Gesellschaft als Ganzes. Eine Depression ist nicht schuldhaft selbst verursacht, kein unbezwingbares Schicksal und keine hoffnungslose Angelegenheit für alle Beteiligten. Ein depressiver Mensch sollte in keiner Weise und auch nicht länger sich selbst überlassen bleiben oder nur durch die Familie gestützt werden.
Dazu auch:
www.depression.de