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hema postete
[/b]@ Infosoph:[/b]
Sie schrieben:
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Das Wort „Karma“ assoziiert in vielfach falsche Vorstellung, es weist ja im Kontext der Philosophie und Psychologie des Ostens auf nichts anderes als gesetzmäßige Ursache-Wirkungsbeziehungen hin, die selbstverständlich nicht ideologisch vorausgesetzt werden können, sondern im Einzelfall darstellbar sein müssen. Bei vielen Krankheiten findet auch sich keine kausale Erklärung – egal ob man sie anthroposophisch oder konventionell betrachtet.
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1. Wie kann man sich bei Krankheit K und Krankheit L, die dem Anschein nach unterschiedlich behandelt werden, die "gesetzmäßige Ursache-Wirkungsbeziehungen" herstellen?
Ich wollte ausdrücken: Wer von "Karma" spricht (ich selbst habe das ja nicht getan), sollte in der Lage sein, die mit diesem Begriff gemeinte Ursache-Wirkungsbeziehung im Einzelfall darzustellen. Ich denke, darin stimme ich mit Ihnen überein. Persönlich bin ich der Überzeugung, dass sich die wenigsten Krankheiten auf eine einheitliche Ursache zurückführen lassen. Da können "karmische" Gesichtspunkte (z.B. frühkindlicher Streß -> Anpassungsstörungen im Erwachsenenalter -> krankheitsfördernde Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit genetischen und exogenen Faktoren zur Entwicklung von Funktionsstörungen und chronischen Erkrankungen führen) nur ein Baustein in einem umfassenden, systemischen Erklärungsansatz sein.
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2. Welche Schlüsse zieht der anthroposophische Arzt aus dieser Herleitung?
Dass es neben der medizinischen Behandlung mit klassichen Methoden wie z.B. der Arzneimitteltherapie auch hilfreich sein kann, die psychosoziale Situation mit einzubeziehen und gemeinam mit den Patienten nach Porblemlösungen zu suchen: Meiden von krankheitsauslösenden und Herstellen von gesundheitsfördernden Bedingungen, Änderung von Einstellungen usw.
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Wie sieht denn die Methodik einer "anthroposophischen Studie" aus, wenn Patienten mit der Krankheit K unterschiedlich zu behandeln seien, während die Krankheiten K und L evtl. die selbe Vorgehensweise "erfordern"?
Es kommen unterschiedliche Designs zum Einsatz, angefangen von der Einzelfallkasuistik bis hin zur randomisierten und prospektiven Studie, die alle ihre Vor- und Nachteile haben und jeweils nur einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit abbilden.
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Zu Mistelpräparaten: Bitte um Literatur.
Kienle/Kiene: Die Mistel in der Onkologie, Fakten und konzeptionelle Grundlagen, Schattauer-Verlag 2003 (749 Seiten, 3261 Lietraturangaben, u.a. auch grundlegende Darstellungen über die methodischen Probleme der Wirksamkeitsbeurteilung von komplementärmedizinischen Verfahren)
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Nehmen wir einmal an, das mit den Mistel-Präparaten wäre so, wie Sie schreiben. In 100 Jahren NUR EIN PRÄPARAT? Von den GANZEN "Forschern" der Bewegung, die Sie so anführen? Also mit Verlaub, da haben schon Einzelpersonen in der Garage mehr zustande gebracht. Ist das Ihr Beitrag zur "medizinischen Entwicklung im Großen"? Das ist dünn...
"Mein" Beitrag ist es nicht, sondern der von mehreren Ärzte-und Forschergenerationen, der sich - zumindest quantitativ - gegenüber dem Aufschwung der "Schulmedizin" im letzten Jahrhundert in der Tat "dünn" ausnimmt. Die komplementärmedizinische Forschung steht heute vergleichsweise bescheiden da, und nicht nur, weil sich die Vertreter dieser Richtungen zu lange auf der "Binnenanerkennung" ausgeruht hätten, sondern auch, weil das Interesse der Universitäten und Kliniken an komplementären und integrativen Therapiekonzepten zumindest in Deutschland noch sehr gering ist.
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Grüße
hema
Eine gute Nacht auch!
InfoSoph
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (13. Mai 2010, 19:02)
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (13. Mai 2010, 19:03)
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Biologe postete
[/b]Sybille-Christin Jacob
Anthroposophische Medizin
Noch immer leistet sich das Gesundheitswesen eine okkulte Heilkunst ohne Wirkungsnachweis
http://www.miz-online.de/archiv/miz303.htm#jacob[/b]
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (13. Mai 2010, 19:03)
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (13. Mai 2010, 19:03)
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hema postete
[/b]
@ Infosoph:
Mit Verlaub, Ihre Antwort auf 2. ist banal. Das hat nichts mit Anthroposophie zu tun.
Zitat
Haben Sie schon einmal überlegt, warum das Interesse der Universitäten an den genannten "Ansätzen" so gering ist?
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Vielleicht lesen Sie einmal den von Biologe in 361 vorgeschlagenen Text. Steht eigentlich alles drin. Dann können wir ja weiter diskutieren.[/b]
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (13. Mai 2010, 19:03)
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Infosoph postete
[/b]Was erwarten Sie denn: dass anthroposophische Ärzte handgestrickte Wollstrümpfe tragen, bei Vollmond Krötenschleim und Maulwurfsfelle sammeln und mit ihren Patienten Haleluja singen, wie in dem Text von Sybille-Christin Jacob nahegelegt wird? Den Gefallen kann ich Ihnen leider nicht tun - dann bin ich eben kein Anthroposoph.[/b]
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (13. Mai 2010, 19:04)
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Biologe postete
[/b]
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Frank Meyer: "... Große Bedeutung für die anthroposophische Medizin haben neben den pflanzlichen und mineralischen Arzneimitteln tierische Präparate. Potenzierte Präparate, die von ganzen, meist niederen Tieren stammen (z.B. von koloniebildenden Insekten wie Ameisen, Bienen und Hornissen, aber auch von Meerestieren, Spinnen oder Kröten) sind bereits in der Homöopathie sehr verbreitet. Eine Sonderstellung in der anthroposophischen Medizin haben jedoch so genannte Organpräparate von Säugetieren, hauptsächlich vom Rind. ... Die Verwendung von Organpräparaten, z.B. von Gehirn, Lunge, Leber, Herz, Milz oder Hoden bei Erkrankungen oder Funktionsschwäche der entsprechenden Organe ist schon sehr alt."
Soweit eine geschichtliche Betrachtungsweise, die zeigt, dass die Verwendung von Organpräparaten keineswegs auf die anthroposophische Medizin beschränkt ist, sondern beispielsweise auch schon in der Homoöpathie, der traditionellen asiatischen Medizin und bei Paracelsus einen Stellenwert hatte. Ich halte das nicht für etwas spezifisch anthroposophisches. Ihnen ist vielleicht auch bekannt, dass auch in der sog. "Schulmedizin" Produkte tierischer und sogar menschlicher Herkunft verwendet wurden und werden: Insuline und andere Hormone vom Schwein und Rind, Gallensäuren von verschiedenen Tierarten, Hormone aus Stutenurin - bis hin zur Injektion und Infusion von (menschlichem) Blut und Blutbestandteilen oder der Transplantation von embryonalem Hirngewebe. Auch mit Organtransplantationen (z.B. Niere, Leber) von Säugetieren wurden Erfahrungen gesammelt. Das alles steht in einer historischen Kontinuität.
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Matthias W. postete[/b]
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Im Sinne des "mehr Zeit nehmen" (solange er sich das leisten kann) und des Blicks auf verschiedene Fachbereiche ist eigentlich jeder (Allgemein)mediziner ein Antroposoph...
Das ist ein interessanten Gesichtspunkt, den ich ruhig so stehen lassen kann. Es gibt nichts Dümmeres in der Medizin als kleinkarierte Abgrenzung und Sektenbildung.
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worin KONKRET die antroposophische Ausrichtung ihrer Medizin ansonsten besteht, lassen die antroposophischen Ärzte ja gerne offen.
Offenheit und Integration finde ich gut. Ich kennen viele Ärzte, die, wie Sie schreiben, zu einem großen Teil Schulmedizin betreiben, auch eine ganz konventionelle und solide schulmedizinische Ausbildung mit Facharztprüfung durchlaufen haben und in ihrer Praxis oder entsprechenden Kliniken versuchen, nach besten Wissen, Können und Gewissen da, wo Patienten das wünschen, komplementärmedizinische Verfahren zu integrieren. Das bedeutet natürlich auch, dass sich diese Verfahren und Therapiekonzepte, wie hier mehrfach betont wurde, verstärkt einer wissenschaftlichen Untersuchung und Wirksamkeitsbeurteilung stellen müssen.
MfG
InfoSoph
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