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1 681

Mittwoch, 20. Juli 2005, 17:35

Vernichtendes Urteil des Wissenschaftsrates über die Anthroposophen -"Universitätsklinik" Witten/Herdecke:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=7688 1121869278

1 682

Mittwoch, 20. Juli 2005, 22:29

Warnung vor Scharlatanerie-Betrug,inclusive Sekten:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=7724 1121877899

1 683

Freitag, 22. Juli 2005, 20:49

Anthroposophischer Unfug:

Schafgarbe soll wirken gegen "Schwäche des astralischen Leibes" - eine Seelenwirkung also. Die Eigenschaften dieser Pflanze, so sah es Steiner, sind außerdem förderlich für Prozesse in der Blase und den Nieren von Mensch und Tier. Er riet demgemäß, eine Handvoll zerdrückter Schafgarbe in eine Hirschblase einzubinden, dieses Paket erst in die Sommersonne zu hängen und im Winter dann zu vergraben.

Hirschblase, wieso denn die? Das Hirschgeweih, welches gewöhnliche Naturforscher für Dekor halten mögen, regte Steiner zu der Vorstellung an, man habe es hier mit einer Art Antenne für kosmische Strahlungen zu tun. Es existiert womöglich ein versteckter Zusammenhang zwischen diesem Bilde und alten Jägermythen. Vom Kosmos über das Geweih zur Wildblase, die Steiner "fast", wie er sagte, vorkam wie "ein Abbild des Kosmos" - so also läuft die Kettenreaktion anthroposophischer Ein- oder Hellsicht.

Und andererseits: vom Schwefel und Kalium über die Blase ins Astralische, Seelische des Menschen. Da kommt einiges zusammen, wenn der Bauer das Schafgarben-Präparat am Ende, vereint mit den auf ähnlich umständliche Weise in anderem Gekröse "verwandelten" Löwenzahn-, Baldrian-, Kamillen-, Brennessel- und Eichenrindenextrakten, so wie es verlangt wird, in den Komposthaufen versenkt oder im Leinenbeutelchen in die Seuche hängt. Für des Zweiflers Auge wird schwerlich sichtbar, wie das, und eben nur das, den Kompost verbessert, geistig veredelt und dynamisiert. Von einer "außerordentlich strahlenden Kraft" aus der präparierten Schafgarbe sprach Steiner 1924. Messen können die bloß Wünschelrutengänger. Doch ein strenger Steiner-Denker verabscheut in der Regel so etwas Irrationales wie das Rutengehen oder Pendeln. Dergleichen okkulten Häkelmustern verdanken die biologisch-dynamischen Landwirte oder die ihnen im Sinne Steiners dienenden "Berater" - in der Bundesrepublik sind das 20 - die "Präparate", ihre Schlüssel zur Bodenenergetik. Sie beharren darauf, daß dies für den spirituell Aufwärtssteigenden Wissenschaft sei. "All das erscheint heute wie verrückt", hat Steiner selber in Koberwitz gesagt, "aber denken Sie doch nur einmal, was alles den Leuten bis heute in der Welt verrückt erschienen ist und was nach ein paar Jahren eingeführt wird."

Sechs Jahrzehnte später haben die Verfechter seiner totalen Alternative noch immer keine den Anforderungen der Naturwissenschaft entgegenkommenden Erklärungen zur Hand. Wieso sprühen sie die stundenlang von Hand verrührten, millionenfach verdünnten Kieselmehlaufgüsse (4,8 Gramm auf 60 Liter Wasser pro Hektar) über eine Erde, die ohnehin überreich ist an solchem Stoff? Weil das feinverteilte Kieselige in den Pflanzen die Wirkkräfte der Planeten Mars, Jupiter, Saturn einfängt!

Wer sollte es messen? Und womit? Nur Ergebnisse lassen sich sammeln, die den Schluß nahelegen, daß es überhaupt eine - worauf auch immer basierende - Wirkung geben muß. Die Wirkung, nicht der Geist kann der skeptischen Mitwelt belegt werden.

Aus dem Bonner Bundesetat erhält das Darmstädter "Institut für biologischdynamische Forschung" immer wieder Mittel für einen hieb- und stichfesten Vergleich zwischen den eigenen Ergebnissen und denen der vorherrschenden Richtung. Wirkung in Form von Erträgen und Qualitäten, das ist das einzige, was sich rechnet; dazu gehört jetzt auch immer die unschätzbar wertvolle Minderung von Ökoschäden, die mit der Biodynamik einhergeht.

Wer aber ermittelt jenseits der großen Nutzkalkulation die tieferen Resultate, Wahrheiten oder Täuschungen? Der anthroposophische Tierarzt Wolfgang Schaumann, einer der Verantwortlichen des Forschungsrings, spricht da von "Forschung in bescheidenem Umfang". Auf manchen Höfen sei nach fünf Jahrzehnten Biodynamik im Boden mehr Phosphor, Kalium und Magnesium verfügbar gewesen, obwohl nichts zugeführt wurde außer Seuche mit "Präparaten". Auf anderen könne ein Mangel an solchen Stoffen festgestellt werden, der sich rätselhafterweise nicht in einer Minderung der Erträge oder ihrer Qualität niederschlage.

Auch in der anthroposophischen Landwirtschaft kennzeichnet die subtile Abwägung des letztendlich unvergleichlichen Einzelfalles den Weg der "Geisteswissenschaft". "Die Ergebnisse kommen", das räumt der Kenner Schaumann ein, "nicht mit Posaunen, sondern erfüllen den Menschen leise mit neuem praktischem Sinn." Anscheinend wirkt die Hingabe an diese umfassendste und anstrengendste Alternative zur heutigen Agro-Industrie auf die seelische Entwicklung der Menschen ähnlich anregend, wie die "Präparate" auf den Organismus von Pflanzen und Böden wirken sollen. "Das ganze Leben", sagt Schaumann, "wird zu einem Weg der Selbsterziehung in einem höheren Sinn." Für Naturbetrachter seiner Art gelte der Kernsatz: "Geist besitzt gegenüber der Materie selbständige Existenz."

Diese Einsicht erhält sie für viele materialistisch nicht nachvollziehbare Eingebungen empfangsbereit. Wer ihnen hinterfragend zusetzt, wird immer neu erfahren, daß sie, wo es ihnen begreiflicherweise selber an Durchblick und Erklärungen mangelt, sich lieber durch Vertrauen zu Steiner schützen, statt eine seiner Angaben als abwegig abzuhaken.

Er hat gesagt, ehe aus dem Samen, diesem genetisch unerhört geordneten Plan, eine Pflanze sprieße, zerfalle in ihm alles in ein "kleines Chaos". Erst durch die auf dieses "Samenchaos" einwirkenden Kräfte "aus dem Weltenall" baue sich auf, was nachher herauskomme: "der neue Organismus" und darin stets "das Abbild irgendeiner kosmischen Konstellation".

Für kosmisch orientierte Pflanzer handelt es sich da um einem zentralen Gedanken. Nur, wie kann der gutwillig Suchende erfahren, was daran Wahres ist? Wie konnte Rudolf Steiner es? Der Veterinär und Bücherschreiber Wolfgang Schaumann räumte mir 1983 unmutig ein: "Naturwissenschaftlich finden Sie das Chaos nicht."

Was freilich heißt das schon, Naturwissenschaft? Für Anthroposophen erschließt sie gerade die eine, die sinnenfällige Seite der Wirklichkeit. Das Samenchaos hingegen gehört auf die andere Seite - die der übersinnlichen Wirklichkeiten. Ich habe leider keinen einzigen Steiner-Leser gefunden, der sich dazu bekennen hätte wollen, daß er in dieses Jenseitige (beispielsweise die Region des "kleinen Chaos") in nennbarer Weise zu schauen vermöchte.

Unvergessen ist, was Rudolf Steiner als Wegweisung ausgab: "Nicht glauben sollst Du, was ich Dir sage, sondern es denken ..." An Nachdenken war damit nicht gedacht. Nicht im Sinne von Zweifel war das gemeint. Dementsprechend nehmen seine Schüler seine Gedanken, insbesondere die (noch?) unverständlichen, in sich hinein wie in einer Geisteskommunion und erwarten tätig, ohne Ungeduld, all das einmal selber so wahrnehmen zu können. Vielleicht ja erst in einem anderen Leben.

Bei Bad Vilbel, in der Aue der Nidda, liegt der Dottenfelderhof, eines der ältesten bäuerlichen Anwesen Deutschlands, ehemals Besitztum der Landgrafen von Hessen. Nach dem Krieg war dieser tausendjährige Hof mit seinen 150 Hektar Land vorübergehend in die Obhut einer Landessiedlungsgesellschaft geraten. Seit 1968 wird der Boden von einer Gruppe anthroposophischer Pächter biologisch-dynamisch bewirtschaftet. Die Ergebnisse, vom Institut für Bodenkunde der Universität Gießen begutachtet, waren ökonomisch und ökologisch so überzeugend, daß der hessische Staat diesen mittlerweile auf einen Marktwert von reichlich 300 Millionen Mark geschätzten Grund nahe von Frankfurt nicht hat Bauland werden lassen.

Der Staat half den "Biodynamischen", die damit überdies etwas "sozial Dynamisches" im Sinne hatten: nämlich ein Experiment mit dem überlieferten Verständnis von Eigentum und Grundbesitz. 1968 bereits, mit dem mühseligen Umschwung in der Landbewirtschaftung des damaligen Staatsgutes, hatten sie untereinander eine totale Wirtschafts- und Einkommensgemeinschaft begründet, mit einem Konto, das seither sieben Familien komplikationsfrei für ihre Bedürfnisse füllen und anzapfen. Doch das war erst der Anfang.

Ende 1979 konnten sie ein 20 Hektar großes Stück Kernland um den Hof sowie dessen Gebäude vom Staat um bescheidene 1,8 Millionen Mark als Basis der von ihnen schon fünf Jahre zuvor gebildeten gemeinnützigen "Landbauschule Dottenfelderhof e. V." bekommen. Die "Gemeinnützige Treuhandstelle" in Bochum, Hüterin aller erdenklichen den Anthroposophen vermachten Vermögenswerte, hat der Gruppe diese Summe zinslos gegeben, ohne einen Rückzahlungstermin. Für solchen "Freikauf" von Bauernland sind von ihr insgesamt an die 15 Millionen Mark abgezweigt worden.

1 684

Freitag, 22. Juli 2005, 21:28

Irrwitz aus einer anthroposophisch infiltrierten deutschen Zeitung:

Dort in Dornach vor allem wird gehütet, exerziert und gelehrt, was goetheanistisch Forschen heißt: Das in der Natur sich Formende, sei es nun ein Löwenzahn oder ein Milchzahn, gilt es in "anschauendem Denken" zu erfassen, keinesfalls in der Manier materialistischer Fliegenbeinzähler. Intuitiv sollte das sein und bestrahlt von Goethes Lehrsatz: "In der lebendigen Natur geschieht nichts, was nicht in Verbindung mit dem Ganzen steht."

Für das, was mit dem lebendigen Anthroposophen geschieht und in ihm, soll das natürlich ebenfalls wahr sein: Dem Ich begegnend, hofft er dem All-Einen zu begegnen. Wie mit seinen Augen Farben und mit den Ohren Töne, so will er mit seinem Denken die von Rudolf Steiner für gleichfalls wahrnehmbar erklärten Botschaften einer geistigen Wirklichkeit auffangen, erkennend, was die Welt im Innersten zusammenhält.

Ein Schulungsweg soll ihn auf dieses in einem Leben schwerlich erreichbare Ziel in geistiger Übung zuführen. Über die Selbstwahrnehmung weit hinaus, in den Bereich des "denkenden Selbstbestimmens" windet der Weg sich empor. Geduldige, regelmäßige Versenkung dient dazu, leiblich-sinnliche Einflüsse beim Denken zurückzudrängen.

Die dafür erforderliche Meditation unterscheidet sich fundamental von der indischer Gurus. Während jene ihre Schüler zum Ich-Vergessen anleiten, verlangt es die Anthroposophen nach Ich-Verwirklichung.

Rudolf Steiner hat viele dabei hilfreiche deutsche Meditationsworte (Mantren) hinterlassen, darunter geheime für die Mitglieder der "Ersten Klasse". Unberufen konnte die höchstens die Gestapo lesen, als sie Material für das Verbot der Anthroposophischen Gesellschaft sammelte.

Unter anderem riet Steiner zur wiederholten geistigen Versenkung in ein garantiert keimfähiges Samenkorn auf dem Tisch. Dabei, heißt es, könnten die im Korn gespeicherten Wachstumskräfte in der Phantasie zur Pflanze entfaltet und danach plötzlich eine "kleine Lichtwolke" um das Samenkorn wahrgenommen werden. In der Regel ist diese Erscheinung leider eine Selbsttäuschung.

Aus solchem Stoff besteht das Instrumentarium des Erkennens, mit dem Anthroposophie sich anheischig macht, die überprüfbare Methodik der materialistischen Wissenschaft jenseits des sinnlich Wahrnehmbaren zu ergänzen. Die auf diesem eigenen Wege erreichbaren Forschungsergebnisse, heißt es, seien "auf ihre Art so exakt wie die Ergebnisse der wahren Naturwissenschaft".

Wörtlich so steht es in den noch von Steiner mitgestalteten Grundsätzen der "Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft". Von Beweisen ist nicht die Rede. Was wahr ist und was nicht, darüber zu befinden erlaubt die, wie sie sich nennt, "durchaus öffentliche Gesellschaft" allein noch ihren in "stufenweiser" Schulung im Goetheanum aufwärts entwickelten Eingeweihten.

Weiter oben also ist die Gesellschaft geschlossen, und von mancher ihr erwünschten Wirksamkeit schließt sie sich damit selber aus. Geistiger Hochnebel zieht durch die kanonisierte Sprache dieser Goethe mitunter arg auswalzenden, ja manchmal sogar für kritische Anthroposophen nervgoethenden Denker. In ihrem Deutsch "kraften schaffende Wirklichkeiten", vom "schöpferischen Weltengrund" werden "Gedanken abgezogen", und der "Gottesgrund" ist "jeder Ichheit eingeborenes Eigentum".

Eine ohnehin esoterische Lehre bedient sich der Sprache oft ganz ohne Not wie einer Jalousie, mit der sie sich hermetisch abschirmt. Dabei hat der Gründer einst vorgelebt, wie einer mit so hohem geistigem Anspruch sich der übrigen Gesellschaft Schicht um Schicht erklären kann.

Von Weimar nach Berlin übergesiedelt, wandte Steiner sich erst im Klub der "Kommenden" den Literaten und Intellektuellen zu. Stefan Zweig hat ihn bewundert und beschrieben: "In seinen dunklen Augen wohnte eine hypnotische Kraft." Dann diente der "Geistesforscher" ein halbes Jahrzehnt lang in der von Wilhelm Liebknecht begründeten "Arbeiterbildungsschule". Er hat dort doziert, nicht agitiert, wie bald darauf Rosa Luxemburg, und die Proletarier drängten zu ihm, einem bilderreich erzählenden Geschichtslehrer.

Schließlich verdingte er sich der "Theosophischen Gesellschaft", wurde Vertrauter einer nach östlicher Geheimwissenschaft und Guru-Weisheit ausspähenden Bildungs-Bourgeoisie.

Übersinnliches, Mythisches, Magisches, dazu östliche Weisheit waren schon bei Goethe reichlich zu beziehen. Unter Theosophen lehrend, vollendete Steiner die Geistes- und Geistermischung seines abend- und morgenländischen Pandämoniums. Im Feuerofen seiner Phantasie vermengten sich Elemente der Alchimie und der christlichen Mystik, das Wissen von Freimaurern, Naturheilern und Darwinisten, Hinduistisches und Buddhistisches, alle Urmythen der Menschheit und Schlußfolgerungen der idealistischen Philosophie.

Luzifer und Ahriman samt ihren Urgeistern finden wir in der Besetzung seines Kosmos, dazu die Engel und Erzengel der Christenheit, unter denen die Anthroposophie Michael zur zeitgenössischen Bezugsfigur erhoben hat: den Bezwinger des Drachens (Materialismus).

Steiners esoterische Werke und Vorträge überfluten den denkwilligen Wegsucher mit Bildern, Schilderungen, Farben, Auren - einer vom hellsichtigen Lehrer geschauten "höheren Wirklichkeit". Sein Schulungsweg mutet den Schülern zu, all dies nicht so buchstäblich zu nehmen: eher für die anregende, in einem höheren Sinne gegenstandslose Wiedergabe einer Erkenntniserfahrung, die sich der Sprache wie der Bebilderung entzieht. Selber sollen sie sich mit Hilfe dieser Impulse meditierend und denkend neue, verfeinerte Begriffe bilden von einer "geistigen Welt", welche, fand Steiner, "aus Verstehen, aus Licht, aus Logos" besteht.

Viele Anthroposophen, aus gutem Grund, konsumieren Rudolf Steiners Schilderungen dennoch uneingeschränkt passiv und außerdem wörtlich. Sie berufen sich darauf, daß dem Geist Entkeimendes niemals bloß Sinnbild sein könne.

Und am Schnittpunkt aller Unendlichkeiten in sich suchen die Schüler Christus. Streit um ihn war es, was Steiner und seine inzwischen etwa 2000 Anhänger 1911 zum anthroposophischen Exodus aus der Theosophie getrieben hat. Den kurz zuvor entdeckten indischen Knaben Krischna (später Krischnamurti) hatten hellsichtige Theosophen, seiner Aura wegen, aufpäppeln wollen zur Reinkarnation Christi. Das war zuviel für Steiner.

Seines Erkenntnisweges sicher, war er längst zu seinem Damaskus gekommen, nämlich introspektiv, war einer dem Johannes-Evangelium entsprechenden Christos-Logos-Lichtgestalt begegnet. (Auf der Basis solch anthroposophischer "Christologie" gründete später ein Pastor namens Friedrich Rittelmeyer die "Christengemeinschaft" und wurde mit Steiners Segen deren "Erzoberlenker".)

Das Schisma von 1911 hatte ein Siechtum theosophischer Geheimzirkel zur Folge. Organisierte Anthroposophie nahm dafür ihren Anfang. Es beschleunigte sich die Verbreitung eines über viele Jahrhunderte hin in verschworenen esoterischen Zirkeln gehegten Geheimwissens. Steiner war ein Eingeweihter, der nicht schwieg.

Sogar in der "Akasha-Chronik" habe er gelesen, dessen sind sich viele gescheite Anthroposophen sicher. Zumindest hat er diesen angeblich nur mit Hilfe übersinnlicher Fähigkeiten aus dem All zu empfangenden Generalbericht über alle vergangenen wie kommenden Stufen und Taten der gesamten Menschheit in Bilder gefaßt und herausgebracht. Auch gedruckt liest sich das noch fremd genug: Als die noch mit dem Monde vereinigte Erde sich aus der Sonne herausspaltete, gab es noch nicht innerhalb der Menschheit ein männliches und weibliches Geschlecht. Jedes Menschenwesen vereinigte in dem noch ganz feinen Leib die beiden Geschlechter. Die niederen Triebe wirkten mit einer maßlosen Energie, und von einer geistigen Entwicklung war noch nichts vorhanden.

Wenige Wochen nach dem Ersten Weltkrieg hat der so Sehende in Dornach bei einer Erörterung der sozialen Frage sich zu einem Hinweis auf eine künftige "okkulte" Geburtenregelung veranlaßt gesehen. Diesen Text hat 1983 "die Drei", das Hausblatt der deutschen Anthroposophen, wohl seiner Aktualität wegen, präsentiert. Steiner 1918: Innerhalb der Bevölkerung des Ostens wird sich ein instinktiv helles Wissen entwickeln wie man im Einklange mit gewissen Sternkonstellationen die Empfängnis einrichtet, dadurch Veranlassung gibt, gutgearteten oder übel gearteten Seelen den Zugang zur Erdenverkörperung zu verschaffen. "

Diese nicht übermäßig sittlich anmutende Seelenauslese nennt sich "eugenetischer Okkultismus" und wird von kaum einem lebenden Anthroposophen verstanden.

Sehr viel diesseitiger und sozialer hatte der nämliche Geistes-Lehrherr ein Jahr zuvor sein unter heutigen Grünen immer noch nachwirkendes Rezept einer rettend anderen, nämlich naturgerechten Dreigliederung der Industriegesellschaft zu Papier gebracht: Kultur, Staat und Wirtschaft sollten auseinandergeflochten werden, ihrer Eigenart gemäß funktionieren dürfen. Im Bereich des Geistigen habe Freiheit, im Staat Gleichheit, in der Wirtschaft Brüderlichkeit einzukehren - und zwischen diesen Segmenten eine säuberlich geregelte Distanz.

Gerüstet mit dieser Idee des hellsichtigen Eisenbahnersohnes aus der Donau-Monarchie, sollten die Mittelmächte sich geistig und sozial der von Ost und West gleichermaßen dräuenden Umwälzungen innerlich erwehren können, der marxistischen wie der von Präsident Wilson angekündigten demokratischen. Vor letzterer scheute Steiner wegen der ahrimanischen Macht zurück, die er da vorab schmeckte. Eine Entfesselung von "Volksegoismus" sah er da kommen statt der von ihm, dem hehrsten aller Anarchisten, ersehnten "Menschenbefreiung".

Dreigliederung der ganzen Gesellschaft, so fand er, entspreche einer Trias, die er in der Natur des Menschen für vereint wirkend erklärte: dem "Nerven-Sinnes-System" (Denken), dem "Rhythmischen System" (Fühlen) und dem "Gliedmaßen-Stoffwechsel-System" (Wollen). Dieses menschliche Funktionsschema liefert eine Grundlage für die Pädagogik, Heilkunst und Heilmittelsuche der Anthroposophen.

Den Staatssekretär von Kühlmann aus dem AA Kaiser Wilhelms II. hatte die Einsicht in den Dreigliederungsvorschlag zu der richtigen Bemerkung veranlaßt: "Dann müßte ja Seine Majestät zurücktreten." Trotzdem trug er das, 1917, als eine Art Evolutions-Spickzettel in die deutsch-russischen Friedensverhandlungen zu Brest-Litowsk, ohne sich damit hervorzuwagen. Auf der Gegenseite saß immerhin Leo Trotzki, der an der marxistisch-materialistischen Beschaffenheit des von ihm bevorzugten Gesellschaftsentwurfes keinen Zweifel aufkommen ließ.

1 685

Freitag, 22. Juli 2005, 21:49

Lesen Sie mal "Erziehungskunst", Zeitschrift zur Pädagogik R. Steiners.
Hab' gerade die neueste Ausgabe vor mir.
Da springt Ihnen aber der Draht aus der Mütze!

1 686

Freitag, 22. Juli 2005, 21:55

Zitieren Sie mal.

Ich hab noch mehr davon.

Ich mußte aufhören zu lesen,weil das Metoclopramid nicht mehr gegen den Brechreiz half.

Das ist doch der blanke Wahnsinn!

1 687

Freitag, 22. Juli 2005, 22:19

Anthroposophen reklamieren ja in jedem 3. Satz für sich,daß sie "Geisteswissenschaft" und "Kunst" betrieben.

Was die Sektierer unter "Geisteswissenschaft" verstehen wurde hier in dieser Textsammlung in seiner kompletten Lächerlichkeit und Infamie dargelegt.

Alles eine ganz böse Farce.

Entsprechend absurd sieht es mit der anthroposophischen "Kunst" aus:


Eine nach Steiners Vorbild in Wachs oder Ton vormodellierte, somit ursprüngliche Form bedeutet den anthroposophischen Bauherren bei der Gestaltung von Säulen oder Trägern noch immer so viel, daß sie sich vom Beton kaum losreißen können, ja in ihm wider alle ihnen geläufigen Argumente der Baubiologie geradezu schwelgen. Säulen und Träger sollen die Schwere des auf ihnen Lastenden dem Auge plastisch mittteilen. Die ersichtliche Leichtigkeit heutiger Bauelemente gerät in Widerspurch zu dem von Steiner übernommenen Bedürfnis, "Gewachsenes" hinzustellen.

Er hatte einst bereits nach der eigenständigen Ausgestaltung der Säulen seines ersten Goetheanums die Überzeugung gewonnen, er handle so im Bunde mit "der schaffenden kosmischen Welt selber". Ornamente formend, fühlte er sich "in das Naturschaffen hineinverwoben" und glaubte, selber zu schaffen - "wie die Natur".

Metamorphose in Zement. Feierliches Wahrzeichen für die Gefahr einer kulturellen "Versteinerung". Gegen den gepriesenen Gestaltwandel, dem Spontaneität, Improvisation, das leicht Bewegliche dienlicher wären, sperren sich die von zu vielen nur nachgebeteten Kulturanweisungen eines Meisters, der, Ewigkeit im Augenblick ergreifend, auf sein Gesamtkunstwerk zustrebte. Wie er sich zutraute, das Elementare, das in ewigem Fluß Befindliche formend dingfest zu machen, so unternahm er seine Art von Durchstich zu dem, was er für die Ursprünge von Sprache und Bewegung erachtete. Vokale, fand er unter anderem, reflektierten innere Empfindungen, Konsonanten äußere Vorgänge. Und das wahre, urmenschliche Sprechen, das sei ein künstlerisches, ein rhythmisches.

Dokumente einer demgemäß bemühten Sprachkultur haben wir in den Texten seiner Mysterien-Dramen. Bei deren Aufführung verausgaben sich anthroposophisch geschulte Schauspieler heute noch in einer an längst vergangene Zeiten des Burgtheaters erinnernden Sprechtechnik. Die Wiedergabe eines jeden Vokals oder Konsonanten, jedes Hinauf oder Hinab der Stimme, jegliche Geste des Redenden oder Angeredeten sind vorbestimmt durch eine auf Steiner gründende Seelen-Dramaturgie. Den dabei im gewöhnlichen Zeitgenossen entstehenden Eindruck vollkommener Künstlichkeit hatte offenbar auch der Dramatiker Friedrich Dürrenmatt: "Es gibt nichts Komischeres, als uneingeweiht in den Mysterienspielen der Anthroposophen zu sitzen."

Ein aus ähnlichen Brunnenschächten gehievtes Kunstprodukt ist die Eurythmie.

Diese durch Rudolf Steiner erdachte Leibesbewegung soll Seelisches vors Auge heben und entstand auf Anfrage einer Verehrerin, die sich vom Meister für ihre Tochter eine Art musische Gymnastik gewünscht hatte.

Seine Antwort war unwiderstehlich: ein Kult. Für jeden Schritt, jede Bewegung von Haupt oder Händen war er überzeugt, zwingende Impulse aus Urquellen menschlichen Ausdrucksdranges beziehen zu können. Jeder Buchstabe wurde durch ihn übersetzt in den angeblich einzig gemäßen Körperausdruck. Daraus setzen die Eurythmisten, von farbigem Tüll ätherisch umflort, Gedichte in Szene.

Ein durch Steiners Sprachschule gegangener Rezitator trägt diese Poesie in lautmalendem Pathos wie ein Musikstück vor.

Entsprechend werden auch, Ton für Ton, musikalische Werke vorgeführt in streng gefügter Leichtigkeit, die auf körperlicher Schwerstarbeit beruht. Die Lauflinien künstlerischer Eurythmie-Darbietungen sind auf dem Papier vorgezeichnet und muten an, als habe man den Lebensweg eines Glühwürmchens mitgeschrieben.

Kranken und Behinderten beinahe jeder Art hingegen hilft die notfalls auf schwächste Handbewegungen therapeutisch reduzierbare Ausdrucksskala einer medizinischen Variante von Eurythmie. Tiefer eingeweihte Anthroposophen aus dem medizinischen und dem pädagogischen Bereich bedienen sich ihrer bei der Einschätzung von Seelenbefunden oder Charaktereigenschaften.

Bis zur mindesten Tauglichkeit im medizinischen Bereich oder sogar bloß zur eurythmischen Bühnenreife führt eine siebenjährige Ausbildung. Zu deren Übungen gehört es, mit den Zehen Spiegelschrift zu schreiben.

Wo sie Musik und nicht bloß pathetisch deklamierte Verse in Körpersprache übersetzt, erreicht Eurythmie allmählich über den Kreis der Anthroposophen hinaus ein allgemeines Publikum. Das Ensemble des Stuttgarter "Eurythmeums" etwa hat mit seiner Choreographie von Griegs "Peer Gynt" Erfolg wie ein Weltstadt-Ballett.

Selbst Japaner und Chinesen fangen an, sich nach den von Rudolf Steiner formulierten Ausdrucksgesetzen zu bewegen. Im Eurythmeum Stuttgart, unter der beschwingten Autorität der aus Neuguinea stammenden Mulattin Else Klink, schreiten und schweben sie zu einer im Tonfall des 19. Jahrhunderts zelebrierten deutschen Dichtkunst.

So ein zeitfremdes Pathos tönt aus zahlreichen Steiner-Jüngern bereits, sobald sie an ein Rednerpult treten, und sei es zu einem Rechenschaftsbericht. Der Drang zur Wortgebärde behängt noch das bürokratische Deutsch mit Schleiern der Gründerzeit. Öffentlich verklärt ein anthroposophischer Bankprokurist aus Bochum eurythmisch das Wort Risiko: "Im krönenden Schlußbuchstaben deutet das Allumfassende des O in seiner Stille auf etwas Überpersönliches hin."

Auch solch bewegte, an Stefan George gemahnende Abwendung von der Sprachwirklichkeit signalisiert, wie der zementierte Formen-Kanon anthroposophischer Architektur, Erstarrung; esoterische Abkapselung ohne Not. Kritische Anthroposophen beunruhigt das entsprechend. An sich selber beobachten sie einen geradezu unwiderstehlichen Drang zu diesem, neben ihrem tadellosen Umgangsdeutsch gravitätisch einherstolzierenden Herrschaftsidiom, einer Kunstsprache eben. Mit ihr verständigen sie sich untereinander als Eingeweihte in den subtilen Fragen höherer Spiritualität, doch nicht minder über Banalitäten.

Der Stuttgarter Waldorf-Spezialist Stefan Leber ist Absolvent des Berliner Otto-Suhr-Instituts. Mit seinen sieben Kindern oder mir spricht er völlig leger. Tritt er vor Kollegen hin, hebt, auch wo nur über Schulwerkstätten diskutiert werden soll, wie von selbst das Hohepriesterliche an: "In der muskulären Gestalt wirken vergangene Schicksale. Denn unser Gliedmaßen- und Muskelsystem ist es, das uns zur Begegnung mit anderen Menschen, zum schicksalmäßigen Ausgleich hinträgt ..."

Muß das so sein? Es müsse, sagt Leber. "Diese Sprache wird erwartet." Andererseits lobt der ebenso eingeweihte Schriftsteller Christoph Lindenberg vor Anthroposophen einen Autor: Der schreibe "wie ein Nichtanthroposoph ... und dadurch originell". Und der Münchner Altanthroposoph Walter Beck, der noch selber an Steiners Dramatischem Kurs teilgenommen hat, schwört sogar, dort sei dieses Pathos abgelehnt worden. "Das Gesäusel hat erst unter Steiners Witwe angefangen."

Die Beengung wird empfunden. Zur Metamorphose reicht das nicht aus. Allenfalls einem Original-Genie wie einst dem Steiner-Leser Wassily Kandinsky oder einem Joseph Beuys mag diese gelingen wie ein natürlicher Vorgang. Beuys insbesondere erweist Steiners Gesamtkunstwerk Reverenz, indem er einfach, ohne Rückspiegel, in sein eigenes fortschreitet. Darin werden wie von seiner berühmten "Honigpumpe" auf der Documenta 1977 Steiners Ideen umgewälzt - frei von Steiners Formalismus. Auf "Dreigliederung" als einen Schlüssel gesellschaftlicher Neubesinnung bezieht sich ein großer Teil der Arbeit von Beuys. Dies ist für ihn die längst wirkende "Grundgestalt allen sozialen Geschehens".

1 688

Freitag, 22. Juli 2005, 23:45

Die Bbsurdität der anthroposophischen Pseudo-Medizin:

Das Menschen-Modell der Schulmedizin, diese Nähr- und Geistes-Stoffe umsetzende und speichernde Maschine, verwandelt sich vor den Augen der Steinerianer in ein dreigegliedertes System von ineinanderwirkenden leiblich-seelischen Zuständigkeiten.

Da haben sie eine synthetische Dreieinigkeit, die für sich in Anspruch nehmen darf, ausschließlich Steiners Erkenntnis zu entspringen: Bewußtseinsvorgänge sind Sache des Nerven-Sinnes-Systems; Fühlen basiert auf dem rhythmischen Wechselspiel des Kreislaufs und der Atmung; der Wille schließlich entspricht dem, was sich im Stoffwechsel und im Bewegungsapparat ereignet. Dazu gesellt sich, wohlgemerkt, die bereits genannte (vierteilige) Leib-Seele-Ich-Verwebung. Im schlierigen Ineinanderschwimmen der Farben auf den Menschen-Darstellungen der anthroposophischen Kunst äußert sich diese Grundidee eines fortwährend vom Materiellen ins Geistige und vice versa wirkenden Gemenges.

Stets spielt da Evolutionsgeschichte hinein, wie sie Anthroposophen unter Zuhilfenahme von Goethe und Steiner sich denken. Auf- und absteigend aus dem Pflanzlichen haben sich danach Metamorphosen ereignet: hinab zum "Reich der Minerale", in Steigerungen empor ins "Tierreich" und zum Homo sapiens. Das, woraus in unendlich ferner Vergangenheit durch eine Reihe planetarischer Entwicklungsstufen die Wurzel des heutigen Ich-Menschen geworden ist, war von Anbeginn vorhanden. Und all diese Vergangenheiten befinden sich wie urzeitliche Hüllen mit dem Menschen noch immer auf dem Weg und können medizinisch angepeilt werden.

Die Frage, welches Mittel in welchen Bereich hinein wirkt, ist in einem generellen Schema gleichfalls geregelt. Im animalischen (seelischen, astralen) Bereich sollen pflanzliche, in den eher pflanzlich gedeuteten (ätherischen) Vital-Funktionen sollen von Tieren stammende Stoffe guttun. Das Ich, die geistige Oberzone, wird nach diesem Heils-Kanon durch Arzneien aus den zweifellos unverwelklichen, unverwesbaren Stoffen des Mineralreiches so oder so beeinflußt. Quasi von den Antipoden seiner Evolution her.

Wieder und wieder kehre der Wesenskern in immer neuen Verkörperungen. Anthroposophische Ärzte motiviert das, den Abbruch von Schwangerschaften abzulehnen.

Angesichts dieser selbst bei größtmöglicher Vereinfachung etwas verwirrenden Schicksals-Wanderkarte nach den Quellen ihrer Erkenntnis gefragt zu werden, irritiert Anthroposophen schon deshalb, weil die Antworten nur noch mehr Verwirrung stiften müssen. Wieso beispielsweise gibt es diese auf- und absteigenden Linien in ihrem Evolutionsplan? Antwort: weil für den Aufstieg des einen Gattungszweiges stets ein opferhafter Ausgleich sich ereignete, indem ein anderer sich abwärts wandelte.

Woher sie das wissen? Notfalls decken sich da die Verehrer Rudolf Steiners wie ein Sandwichman mit Zitaten aus seinem uferlosen Gesamtwerk oder stecken ihre Köpfe in diesen gedruckten Kosmos, den sie häufig für den eigentlichen zu halten gezwungen sind.

ER hat's gewußt. Von IHM wissen sie's. Die von IHM aber vor allem geforderte Denk- und Meditations-Disziplin führt keinen so weit, wie ER anscheinend damit kam.

Dennoch kann beispielsweise Hans Werner, ein Krebsarzt aus der anthroposophischen Klinik Öschelbronn, schon genau sagen, was übersinnlich nach dem Exitus vor sich gehen wird: "Wenn sich dann im Tode die Lebens-Zeitkräfte vom physischen Leib lösen und sich der Seele zuwenden, erscheint im nachtodlichen Bewußtsein das Zeittableau der Lebensrückschau."

So weit hinaus führen die Linien, an denen die anthroposophischen Heiler ihr Handeln adjustieren. Da wirkt es wie eine okkulte Bagatelle, wenn sie in Steiners "Akasha-Chronik" die Eingebung empfangen: "Nicht die Ursache, sondern die Folgen der Blutpulsation sind die Bewegungen des Herzens." Und weiter: "Seelisches ist die Ursache davon, wie sich das Blut verhält." Jene medizinischen Materialisten, denen das Herz bloß Pumpe ist, befinden sich womöglich in einem ähnlich unwägbaren Abstand zur Wahrheit. Nur liegen sie technisch eben richtig.

Die Dreigliederung der Physis gilt nicht bloß als Denkmodell. Eine bahnbrechende Erkenntnis sehen Anthroposophen in ihr. Ähnliches ließe sich womöglich von den Freudianern sagen. Die haben ja ebenfalls ihre Dreieinigkeit: von Es, Ich und Über-Ich.

Immerhin läßt sich allerlei sonst noch Dreigegliedertes bereits mit unbewaffnetem Verstand ausmachen: Ohr, Haut, Finger, Zehen, Arm oder Bein sind so aufgebaut. Jeder kann nachzählen. Ockult erst und entsprechend intuitiv betrachtet, das verspricht uns der heilpädagogisch erfahrene Anthroposoph Helmut Klimm, werde in diesem Bau an jeder Stelle das Ganze sich dartun.

Ein Gesamtbild wird gebraucht. Eines, in dem leibliche, seelische, biographische Schichten sich vereinen, eine eher deutbare als berechenbare Vielfalt von Faktoren, vergleichbar dem Durcheinander auf der Wetterkarte. Anthroposophisch lassen sich daraus die Begriffe von Krankheit und Gesundheit individuell bestimmen. Überflüssig zu sagen, daß zu der dafür nötigen ärztlichen Weisheit ein weiter Weg führt.

Auf diesem Weg droht allerlei mystischer Nebel. Wie sonst sollte man beispielsweise die Eingebung nennen, Diagnose anhand von Saugpapier zu betreiben, auf dem ein wenig Patientenblut sich zu unberechenbaren Klecksen verteilt? Manche anthroposophische Mediziner deuten aus solchen "Steigbildern" tatsächlich die Formen kranker Organe heraus. Andere weisen das von sich und vergleichen es mit der Leberschau bei antiken Opferritualen.

Mit den milliardenfachen Verdünnungen der 150 Jahre älteren homöopathischen Medizin des Samuel Hahnemann sind die anthroposophischen Ärzte einverstanden. Doch bei der Auswahl und Erklärung der Wirkstoffe bevorzugen sie die Perspektiven Steiners.

Einem Patienten mit nervösem Magenleiden, einem Ulcus-Kranken etwa, verordnen sie mit Vorliebe ein altmodisches Mittel mit Antimon, einem Halbmetall, das in der Natur vor allem im Antimonit, seiner Schwefelverbindung, vorkommt. Dabei handelt es sich erstens um eine Substanz aus den Urzeiten der Evolution. Zweitens ist das Antimonit so büschelförmig kristallisiert, daß einen geübten Interpreten von Naturformen beim Anblick dieses Minerals zwangsläufig der Gedanke an eine entsprechend versammelnde Wirkung auf den menschlichen Organismus befällt.

Der anthroposophische Psychiater Rudolf Treichler verspricht denn auch, Gaben von Antimon unterstützten "das Ich des Magenkranken", hülfen ihm, "den verzehrenden Ehrgeiz der Seele beherrschen zu lernen".

Was aber, wenn ein Magengeschwür zu bluten anfängt? Vor dem Koma oder der großen Chirurgie wird den Patienten dann gewiß nicht Antimon bewahren. Auch nach anthroposophischer Notfall-Betrachtung würde er dann besser eines jener neuen Cimetidin-Präparate der Pharma-Chemie einnehmen, die heute bis zu 80 Prozent der früher üblichen Magenoperationen überflüssig machen.

Nun zum Magnesium. Treichler findet, das habe, wie "im Blitzlicht sichtbar wird", eine "intensive Lichtbeziehung". Im Menschen führe es dazu, daß im Stoffwechsel "stagnierende Prozesse wieder in Fluß kommen" und sich eine mit ihnen vielleicht zusammenhängende depressive Stimmung "auflichte".

Magnesium, das weiß er einfach, rege das Ich an (was immer das sein mag), "sich wieder mit dem in Gang kommenden Fluß des Leber-Gallensystems zu verbinden und dadurch Willenskraft zu entwickeln".

Noch weit mehr werde im Menschen mit Hilfe von kristallisierender Kieselsäure intensiviert, lerne ich in einem Almanach der Firma "Weleda", für die Rudolf Steiner einst sogar Haarwasser und das dazu passende Werbebild entworfen hat. Kieselkristalle verbessern danach "Wahrnehmungsfähigkeit, Sinnestätigkeit, Bewußtseinsentfaltung".

Wie wär's mit etwas Schwefel dazu? Er befeuere "die Verbrennungsprozesse", heißt es, den Stoffwechsel. Fehlt nur noch Eisen, "das rhythmische Atmungsmetall", gut für Puste und Kreislauf.

Alle drei Stoffe, zermahlen und zusammen mit Honig (tierisch) und Wein (pflanzlich) zu einer harten Kruste eingedickt, dann abermals zermahlen, das ergibt bei der Weleda "Kephalodoron", ein altes Universal-Heilmittel. Es bringt etwas für den durch und durch dreigegliederten Menschen, speziell (Kiesel!) für dessen "oberen Pol".

Bei der Weleda in Schwäbisch Gmünd und Arlesheim, so wie bei der Firma "Wala" in Eckwälden, werden tausenderlei Natursubstanzen, von Arnika und Digitalis bis zur Rosenblüte, vom Amethyst bis zum Goldstaub, nach ähnlichen Harmonie-Konzepten zu Heilmitteln.

Das meiste ist seit Jahrzehnten in Gebrauch, einiges die Neuauflage von Jahrhundertealtem. Allein die Firma Weleda, die zu ihrer Kundschaft 15 000 anthroposophisch ahnungslose deutsche Ärzte rechnen darf, vertreibt 8000 alte Präparate, und sie stehen zumeist im Arzneienbuch der Homöopathie. Das verschont die Firma zumindest bis auf weiteres vor dem gefürchteten Zwang zur Anmeldung und Neuzulassung nach dem Bonner Arzneimittelgesetz. Das gesetzliche Verlangen, für neue Heilmittel normgerechte Dokumentationen vorzulegen, beunruhigt die Pharmakologen und Ärzte anthroposophischer Orientierung trotzdem. Eine von den Pharma-Giganten der Chemie souverän gehandhabte Prüfungs-Mechanik müßten sie fürchten wie eine ahrimanische Zangenbewegung.

Die Konzerne visieren mit ihren Medikamenten Krankheiten an wie Zielscheiben. In aufwendigen Labortests werden die Treffer maximiert. Das Resultat passiert die überzeugende Anzahl von Tierversuchen, Wirkungen und Nebenwirkungen ergeben sich belegbar, dann folgen die sattsam bekannten Blind- und Doppelblind-Versuche am Menschen. Das erbringt statistisch verwertbare Massen von Daten, wenngleich es einen Contergan-Fall nicht ausschließt. Dem zeitgenössischen "Wahrheits"-Bedürfnis dient eine blendende Wahrscheinlichkeits-Mathematik, während sich im Kleingedruckten der Beipack-Prospekte die Unberechenbarkeit noch spiegelt.

1 689

Freitag, 22. Juli 2005, 23:50

So wird der Scharlatanerie Tür und Tor geöffnet:

Doch über Heilmittel, welche für organisch und okkult zueinander stimmende Ausgleichswirkungen konstruiert wurden, über Mixturen, deren Anwendung eigentlich erst im Zusammenhang mit der Biographie eines Erkrankten sinnfällig erscheint, wie bringt man da ausreichendes Beweismaterial zusammen? Wie sollen sie getestet werden, da doch ihre Erfinder und Anwender ein anthroposophisches Bild vom Menschen und der Wahrheit verteidigen?

Zur Verblüffung der Pharma-Lobby haben die Anthroposophen in Bonn mit ihren ungewohnten Auffassungen von medizinischer Erkenntnisgewinnung Gehör gefunden. Der Mensch ist für sie nicht einfach "auch eine Art Tier". Tierversuchen messen sie erst Beweiskraft zu, falls eine mit ihrer Evolutionstheorie zu vereinbarende Beziehung zwischen menschlichen und tierischen Funktionen definiert werden kann.

Für verwerflich, einen Verstoß gegen das Selbstbestimmungsrecht, erklären sie Versuche an Menschen, bei welchen neben einem Mittel Scheinmittel gegeben werden (Blindversuch). Das schlimmste ist für sie das Ansinnen, auch noch dem Arzt zu verschweigen, wer ein solches Scheinmittel bekommt (Doppelblind-Versuch).

Statistische Beweis-Verfahren schließlich lehnen sie ab, weil diese nur Aussagen über Wahrscheinlichkeiten statt der individuellen Erkenntnis ermöglichen. Zur Erkenntnis gehört für sie anstandshalber die Erklärung der jeweils zu ihr führenden Erkenntnistheorie: eine Wegbeschreibung, ein Menschenbild, ein Weltbild.

Zum erstenmal seit ihrer Entstehung wurde Steiners medizinischer Schule, auf dem Umweg über das Bundesgesundheitsministerium, die Wissenschaftlichkeit solchen Denkens bescheinigt. Es änderte nichts an ihrer Not, für die künftige Zulassung auch ihrer Heilmittel dann eben auf andere Weise ausreichende Belege beizubringen.

Einen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Krebs und einem Zusammenbruch des Gleichgewichts innerhalb der Leib-Seele-Gliederung muß keine medizinische Schule so zwingend annehmen wie die anthroposophische. Friedrich Lorenz, Krebsarzt und Leiter der Medizinischen Sektion im Dornacher Goetheanum, ist nur einer von vielen, die es so sehen. Ebenso wie einzelne Zellen, meint er, könnten sich "Denken, Fühlen und Wollen aus dem Ganzen lösen und selbständig wuchern".

Psychose sei der Krebs der Seele, Krebs die Psychose des Leibes - so habe ich es noch und noch bei anthroposophischen Heilern vernommen. Doch wo im Mineralischen, Pflanzlichen oder Tierischen wäre eine Substanz, die helfen könnte, solchem Systembruch entgegenzuwirken.

Rudolf Steiner hielt die Mistel (Viscum album) für geeignet. Sie ist eine in ihrem Wachstum ausnahmsweise nicht der Sonne zugewandte, vom Jahresrhythmus offenbar unabhängige immergrüne Besonderheit, die vor dem Frühling blüht und im Winter fruchtet. Parasitär gedeiht sie auf Ulmen, Pappeln, Kiefern, Apfelbäumen und hat, anthroposophisch betrachtet, etwas von einem tier-pflanzlichen Zwischenwesen der Evolution.

"Gestaute Zeitprozesse", meint der Krebsarzt Werner, schlummerten in ihr. Schlicht gesagt: Ein Gewächs, das sich wider Evolutionssprünge seit Urzeiten sperrt, müßte ausuferndes Zellwachstum wie Krebs gleichfalls bremsen können: wieder einmal so ein Gegenpol.

Rudolf Steiner hatte die Sache nur nebenhin angetippt. Sechs Jahrzehnte danach trägt das nun unheimlich Früchte. Anthroposophische Forscher, Ärzte und Vermarkter konkurrieren plötzlich gegeneinander mit einem halben Dutzend aus der Mistel gewonnenen Krebs-Heilmitteln. Außer den Krebskranken in der unvergleichlich wohltemperierten Pflege anthroposophischer Spezial- und Gemeinschaftskrankenhäuser werden solche Präparate Zehntausenden von bloß Verängstigten regelmäßig zur Vorsorge gespritzt.

Daß Abwehrwirkung von Extrakten der Mistel ausgeht, räumt die Schulmedizin mittlerweile ein. Aber das ist alles. Professor Kurt Schumacher, Hämatologe und Onkologe am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus: "Viscum album als Psychotherapie halte ich noch für mäßig gut ein Gespräch ist für den Patienten effektiver."

Wissenschaftliche Stütze für diese von vielen namhaften Schulmedizinern geteilte Reserve sind Tierversuche. Das eben, was Anthroposophen so contre coeur geht. Der Medizin-Statistiker Professor Joachim Hornung von der Freien Universität Berlin, unbestreitbar ein schierer "Schulmediziner", erregt sich mit ihnen über den Vorwurf, die Mistel-Therapie sei im wissenschaftlichen Sinne nicht wirksam. "Mit einem hohen Grad von Wahrscheinlichkeit" sei eine "Verlängerung der Lebenserwartung" anzunehmen.

Doch wieder hapert es mit der Dokumentation aus der diffizilen anthroposophischen Praxis. In ihr erweist sich jeder Fall als eigentlich unvergleichlich. Begleitet wird die Mistelkur mit einem unendlich variablen Paket unterschiedlichster therapeutischer Impulse.

Diät und Eurythmie, Malen, Singen, Plastizieren, die Lektüre von Märchen, Heilbäder, Massage, ja sogar das Schreiben mit der linken Hand oder das umgekehrte Hersagen von Reimen kommen in Frage, Leib und Seele aufeinander wieder einzustimmen.

Die Therapie erster Wahl allerdings heißt auch für die anthroposophischen Ärzte: Operation.

Rudolf Steiner hat weder über die Mischung noch über die Anwendung des Extraktes von Viscum album eindeutige Anmerkungen hinterlassen. Einer auf ihn und Goethe eingeschworenen Forschung reichte das völlig zur Rechtfertigung für einen technologisch, gelinde gesagt, verblüffenden Aufwand. So werden im Haus Hiscia in Arlesheim bei Basel, einem der Firma Weleda zuarbeitenden Institut, Mistelsäfte in großen Zentrifugen mit 11 000 Umdrehungen pro Minute geschleudert. Teller aus Titan drehen sich unter einer mit Helium gefüllten Glocke.

Dabei ergeben sich Sicherheits- und Hitze-Probleme. Die zu bewältigen riefen die Ärzte und Ingenieure aus Arlesheim den Anthroposophen Professor Ernst August Müller, einen Physiker aus dem Göttinger Max-Planck-Institut für Strömungsforschung, zu Hilfe. Der Krebsarzt Friedrich Lorenz fürchtete schon, die ganze Sache werde "auseinanderfliegen".

Ursache für den Aufwand war eine beiläufige Anmerkung Rudolf Steiners: Es werde die Mistelwirkung vielleicht steigern, wenn man Sommerernte und Winterernte "ausziehe" und "spiralig" rühre. Seine Gefolgsmänner suchten einen Maßstab für die dazu anthroposophisch wünschenswerte Drehzahl. Aus der Erd-Anziehung wollten sie in Arlesheim die sich vereinigenden Säfte vorübergehend herausheben. Ein kosmisch orientierter Arzt wie Lorenz findet: "Dadurch wird es erst zum Heilmittel."

Das Erzeugnis heißt "Iscador". Damit eine so organische Substanz nicht in etwas so Anorganisches wie blankes Glas abgefüllt wird, entwickelten sie in Arlesheim ein Verfahren, das Innere der Ampullen hauchfein mit sterilem Bienenwachs zu überziehen.

In diesem geistigen Bezugs-System gebührt besondere Bedeutung der Frage nach dem Wirtsbaum der jeweils abgeernteten Misteln. Je nachdem sollen die Beeren-Extrakte dann gegen bestimmte Arten von Krebs besonders wirken.

Das alles, wie gesagt, ist Folge einer Steinerschen Marginalie. Dr. Lorenz gibt zu, da sei allenfalls die Rede gewesen von einer "spiraligen Durchkreisung bis in die kleinsten Kreise". Er ist stolz, Steiner in so extremer Weise Rechnung zu tragen. "Im Wärmekurs, Gesamtausgabe Band 321", das muß er bedauern, "hat ER einiges noch nicht Realisierbare gesagt."

Kann es sein, daß Steiner derlei wollte? Zweifel drängten sich mir auf. Zwei Autobahnstunden nordöstlich von Arlesheim geriet ich im schwäbischen Öschelbronn in eine Gruppe anthroposophischer Mistel-Forscher, die den Weg der Arlesheimer für einen in die Irre zu halten scheinen. In ihrem von Spenden zehrenden "Carl-Gustav-Carus-Institut" (Carus war ein Goetheanist des 19. Jahrhunderts) haben sie sich der Frage, wie Winter- und Sommer-Extrakt zu einer Einheit werden können, "goetheanistisch" genähert.

Eine Art Mistel-Metamorphose strebten sie an, eine im Sinne ihres Goethe und der von ihm und Steiner skizzierten Fortentwicklung von Natur geistig höhere Saftverbindung. Nach polaren Gegensätzen und Gegenkräften haben sie Ausschau gehalten.

Die "Sommerernte" auf den Wirtsbäumen ereignet sich bald nach der Blüte: Dazu, fanden sie, kontrastiere eine Ruhe wie die von spiegelglatten Wasserflächen (sogenannter "Rieselfilm"). Wintersaft, Planzenstarre: Als ein völliges Gegenbild dazu erschien ihnen eine Zerstäubung. So einigten sie sich auf das Resultat, den Wintersaft über eine spiegelglatte Fläche von Sommersaft zu sprühen, welche sich allerdings erst bei rund 7000 Umdrehungen pro Minute in ihrer Zentrifuge einstellen wollte.

Einer Hochleistungs-Schleuder müssen auch sie sich bedienen. Deren rasend rotierender Teller ist so geformt, daß an seinem Rand die vermengten Säfte wie Brandungswellen um und um rollen. So spielen Anthroposophen in Goethes Namen Natur.

Der Strömungsphysiker Müller hat der Gruppe in Öschelbronn ebenfalls helfen müssen. Stets wird ja die äußerste Möglichkeit der Technik in Anspruch genommen. Das beginnt bei der Ernte. Gleich unter den Bäumen werden die Mistelbeeren tiefgefroren.

Die Carus-Forscher gaben ihrem Krebsbekämpfungsmittel den Namen "Abnoba-Viscum". Thomas Göbel, ihr Senior, hebt hervor, daß diese anthroposophische Lösung bewußt einmal über Steiner hinausgedacht sei. Der habe nicht einmal verlangt, daß man die Säfte überhaupt mischen müsse.

Familiäre Nähe zum Kranken wünschen sich die Behandelnden in allen sieben anthroposophischen Krankenhäusern. Den Namen "Gemeinschaftskrankenhaus" führen nur die beiden größten: das in Herdecke (440 Betten) und das von den Kolben-Herstellern Ernst und Hermann Mahle gestiftete im schwäbischen Filderstadt (210 Betten). Der Name meldet ein Programm: Sozialer Wandel und der medizinische sind eins.

Den Nährboden dafür liefert Steiners Soziallehre ebenso wie seine Inspiration für die "Erweiterung der Heilkunst". Also: keine Chefärzte und Oberschwestern. Gearbeitet wird in Gruppen, unter Verzicht auf herrschaftliche Abgrenzungen und, was die Ärzte anbetrifft, das standesgemäße Abkassieren.

Folgerichtig gehören die Patienten zu diesem Bund. Ihr Leiden wird hier nicht bloß diagnostisch anvisiert und unter therapeutisches Punktfeuer genommen. Möglichst gemeinsam forschen Ärzte und Kranke bis in biographische, ja seelische Bereiche hinein nach tieferen, womöglich sogar schicksalhaften Ursachen. Dabei gedeihen oft Wechselwirkungen, die der Schulmedizin zunehmend nur noch abstrakt bekannt sind.

Die medizinische Technologie der Gemeinschaftskrankenhäuser, ihre Chirurgie oder Intensivmedizin weichen vom Repertoire großer Allgemein-Krankenhäuser keinen Deut ab. Mit manchen von ihnen haben sie das "Rooming-in" gemeinsam: Mutter und Kind im selben Zimmer. Bei der Geburt können Väter dabeisein.

Im übrigen aber hebt das anthroposophische Rezept des Miteinander sich mächtig vom Gebräuchlichen ab. Stimulierende Alltäglichkeiten, wie Wasch-, Weck- und Mahlzeiten, auch der Zimmerschmuck werden mit einer von der Einweisung bis zur Entlassung andauernd zuständigen Schwester nach Wunsch abgestimmt. Notfalls spielt sie einem Patienten, der selber nicht mehr Saiten zupfen oder flöten kann, seine spezielle Schlafmelodie.

Noch auf der Intensivstation sind Besucher prinzipiell erwünscht. Gestorben wird möglichst unter Begleitumständen, die sich dem Leitbild von gemeinschaftlicher Haltung untadelig unterordnen. Alle sollen dann zugegen sein, die behandelt und geholfen haben.

Vom Patienten, der in der Regel alles andere als ein Anthroposoph ist, wird erwartet, daß er seinerseits reine Konsum- und Erwartungshaltungen aufgibt, mit dem Vertrauensklima übereinstimmt. Andernfalls kann es Enttäuschung geben.


In den Rezepturen erst und in der Vermengung von Heilkunst mit Kunst glimmt unnachahmlich die andere Weltanschauung auf.

1 690

Samstag, 23. Juli 2005, 00:28

Die Texte sind allesamt Verkennung der Situation und des dringenden Handlungsbedarfs.

1 691

Samstag, 23. Juli 2005, 17:43

Vernichtendes Urteil über anthroposophische sogenannte Universitätsklinik:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=7734

1 692

Samstag, 23. Juli 2005, 20:41

Wahnsinn!
Was ist das nur für ein Wahnsinn?
Ich bin ehrlich platt.

1 693

Samstag, 23. Juli 2005, 21:03

Den Wahnsinn habe ich gefunden. Er stammt aus dem "Spiegel".

Der "Spiegel" ist das Blatt (ich beginne es "Gazette" zu nennen), der die Universität Witten-Herdecke in seinem Ranking auf Platz 1 gesetzt hat.

1 694

Samstag, 23. Juli 2005, 21:45

Und der STERN als seriöses Blatt in Sachen Medizin auf den letzen.

Ser SPIEGEL scheint anthroposophisch infiltriert zu sein - wie Vieles andere auch.

1 695

Mittwoch, 27. Juli 2005, 20:25

Vernichtendes Urteil:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=7734

1 696

Freitag, 29. Juli 2005, 16:18

In diesem Thread steht nur sehr viel über die absurde Idelogie der sogenannten Anthroposophie.Schon die Bezeichnung ist eine verlogene Unverschämtheit,bedeutet er doch Wissen/Wissenschaft vom Menschen.

An der sogenannten Anthroposophie ist absolut nichts wissenschaftlich und nichts hat Realitätsbezug.

Mit diesen Pseudogrundlagen maßt sich die sogenannte Anthroposophie auch "Medizin" an und überträgt ihre absurde Ideologie in die medizinische Praxis - mit fatalen Folgen.

1 697

Freitag, 29. Juli 2005, 19:38

Verkommenes Ideologen-Gelalle:

http://www.diedrei.org/Heft%208-9%2004/06%20Straube-%20Lebenskraefte.pdf

DAS ist die sogenannte Anthroposophie.

Man muß sich mal vorsrellen,daß solch ein psychopathischer Nonsense in der "Medizun" untergebracht und praktiziert wird.

Wir haben in D massivsten Psychiater-Mangel.

Auch Normalbürger,die das Ganze noch nicht so ganz durchschauen,sollten sich mit dieser Sektenmisere befassen und dagegen vorgehen.

Das ist massivst menschen- und gesellschaftsfeindlich.

Das Material darüber bei kidmed ist reichlich.

1 698

Freitag, 29. Juli 2005, 20:31

Material über pseudomedizinisches Zeugs:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=7559

1 699

Freitag, 29. Juli 2005, 22:43

Lesenswertes zur Misere:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=6794 1122651923

1 700

Freitag, 29. Juli 2005, 23:17

Über Sekten:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=7701 1122671477

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