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Freitag, 27. Februar 2004, 01:31

Der Depressive ist nicht mehr auch nur ansatzweise dazu in der Lage,sich selbst zu helfen.
Leute aus seiner Umgebung sind verpflichtet,ihn zur Therapie zu schleppen.

Mehr als 7000 Depressive (eher mehr von den ca. 23.000 Selbstmorden in D) nehmen sich jedes Jahr in Deutschland das Leben. Die Zahl der vereitelten Selbstmorde liegt weit darüber. Die Weltgesundheitsorganisation zählt depressive Störungen zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Erkrankungen weltweit. Allein in Deutschland leiden mehr als vier Millionen Menschen daran. Jede vierte Frau kommt im Lauf ihres Lebens in einen Zustand, den der Facharzt als Depression diagnostiziert. Mit dem Kompetenznetz Depression ( www.kompetenznetz-depression.de ) versucht man, die Ignoranz zu durchbrechen und für eine bessere Versorgung der Patienten zu sorgen. Doch die Dinge ändern sich nur langsam. Für viele Männer ist Depression immer noch ein Mangel an Selbstdisziplin. „Okay, Männer. Gut. Lasst es uns nicht Depression nennen, sondern ein freudloses Leben. Aber lasst uns aufhören, so zu tun, als sei alles in Ordnung“, stand vor kurzem in der Zeitschrift Newsweek. Die Kosten für diese Verdrängung seien enorm. Männer seien nur halb so oft depressiv, begingen aber vier Mal so häufig Selbstmord wie Frauen.

www.neuro24.de

www.depression.de

Für Angehörige:

http://www.wyeth.de/pdf/Broschuere_Depre…V_Literatur.pdf

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (1. Mai 2010, 23:42)


2

Freitag, 27. Februar 2004, 21:45

Danke für den Text.
Das Problem wird häufig unterschätzt, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Man tut es als pubertäres Gehabe ab etc. und verlangt, dass sie sich nicht so gehen lassen sollen: "Reiß dich zusammen!" - Die Folgen sind fatal. Es stimmt, was oben steht: Der Depressive ist nicht mehr auch nur ansatzweise dazu in der Lage, sich selbst zu helfen. Eltern haben die Pflicht hier einzugreifen, zu helfen, Entscheidungen zu treffen, auch wenn das nicht immer leicht ist. Vor allem, wenn das Kind eine Therapie ablehnt, ist das wirklich eine Gradwanderung. Man muss dann wissen, dass man im Zweifelsfall sein Kind in die Psychiatrie zwangseinweisen muss, um einem Selbstmord zuvorzukommen. In jedem Fall muss man qualifizierte Hilfe in Anspruch nehmen.

3

Freitag, 27. Februar 2004, 22:55

Auf welche Signale sollte man denn bei Kindern achten

4

Freitag, 27. Februar 2004, 23:18

Im Prinzip auf das Gleiche wie bei Erwachsenen auch.

Rückzug,Unfähigkeit zur Freude,Desinteresse,im Bett bleiben wollen und Anderes mehr.

Ich habe da bei Kindern keine besonderen Erfahrungen.

6

Samstag, 28. Februar 2004, 01:57

Eine unerkannte/unbehandelte Depression ist eine lebensgefährliche Erkrankung.

Depressive stecken ohne Hilfe von außen total in der Klemme und haben dann auch echte Intelligenz- und Erkennungsmöglichkeiten-Defizite.

Und die Behandlungsmöglichkeiten sind heutzutage gut bis sehr gut.

7

Samstag, 28. Februar 2004, 10:01

Die häufig fehlende Krankheitseinsicht oder Krankheitseinsichtsmöglichkeit stellt eine große Schwierigkeit bei der Erkennung der Depression dar.

Der Kranke erlebt seine objektiv oftmals nicht nachvollziehbaren Versagens- oder Schuldgefühle ja als real und bedrohlich. Genauso real erscheinen ihm die gestörten Vitalgefühle und manchmal vorkommende Schmerzzustände (da wird dann oft von einem Arzt zum anderen gegangen, um "die Krankheit" zu finden, nur wird oft am falschen "Ort" gesucht). Gegen die häufig vorkommenden Konzentrationsstörungen und ein Morgentief wird manchmal eine "Selbstbehandlung" versucht, mit Unmengen Kaffee z.B. oder auch mit Alkohol.

Depression wird nach meiner Meinung auch deshalb bei Männern weniger häufig diagnostiziert, weil Männer oftmals noch beim Arzt (es sei denn, sie sind völlig am Boden) ihre Gefühle wenig zum Ausdruck bringen und meinen, auch dort noch keine Schwäche zugeben zu können. Depression wird als Schwäche und Unzulänglichkeit empfunden und manche Männer geben eher dem unausgesprochenen Gefühl nach und bringen sich aus ihnen logisch erscheinenden Gründen um, als beim Arzt eine "Schwäche" zuzugeben. Wenn ein schwer depressiver Mann noch beim Arzt den Starken, Aktiven vorgibt, hat dieser natürlich wenig Möglichkeit, das Krankheitsbild voll zu erfassen. Vergleicht man die Zahlen zu den diagnostizierten Depressionen und den Selbstmorden bei Männern, kann man schlußfolgern, dass die Betroffenen entweder dissimulieren, was das Zeug hält, oder sie erst gar nicht zum Arzt gehen.

Um so wichtiger sind da die Angaben den Angehörigen und ihr Wille, für den Kranken wirklich aktiv zu werden. Das mag zwar vom Patienten selber zunächst als eine Art "Verrat" bewertet werden. Davor dürfen die Angehörigen jedoch keine Angst haben, schließlich geht es im Zweifelsfall um das Leben des Betroffenen und bei einer anderen lebensbedrohlichen Erkrankung bestünden doch auch keine Vorbehalte, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Sichtweise des Kranken ändert sich zudem oft, wenn eine Behandlung erfolgt ist. Dann erkennt auch der Kranke den Unterschied in den Wertungen, die ihm vorher so real, logisch und unzweifelhaft erschienen.

Wer sich speziell für Kinder- und Jugendpsychatrie interessiert: als Einstieg oder zum Schmökern gibt es ein recht passables Buch aus dem Verlag Hans Huber, Fallbuch Kinder- und Jugendpsychatrie von F. Poustka und G. van Goor-Lambo.

8

Samstag, 28. Februar 2004, 11:55

Depressive stecken ohne Hilfe von außen total in der Klemme und haben dann auch echte Intelligenz- und Erkennungsmöglichkeiten-Defizite.
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So ist es. Ich denke, die Wahrnehmung der Realität kann sehr eingeschränkt sein, das ist ja der Grund dafür, dass manche letztendlich nur noch einen Weg sehen, wo andere locker mehrere Möglichkeiten sehen. Auch auf die sonst vorhandene Intelligenz kann man sich nicht verlassen, sie ist stark eingeschränkt. Alternativen werden nicht erkannt. Um so wichtiger ist ein vertrauensvolles Verhältnis zu Bezugspersonen. Sind Sie solch eine Bezugsperson, müssen Sie alles daran setzen, dass das Vertrauen bestehen bleibt. Im Zweifelsfall muss man jedoch auch gegen den Willen des Betroffenen handeln. Und das ist das, was das Ganze zur gefährlichen Gradwanderung machen kann, vor allem dann, wenn der Patient die Behandlung verweigert. Sie müssen sich informieren und genau wissen, was Sie im Notfall tun müssen. Dazu sollte man sich professionelle Hilfe suchen, und wenn der Psychiater/Psychologe Ihnen nicht zusagt (es scheint gar nicht so leicht zu sein, gute zu finden), dann muss man weitersuchen. Gerade Eltern scheuen diesen Schritt, einen Psychiater wegen eines Kindes aufzusuchen, aus der Angst heraus, dass man Ihnen Vorwürfe macht, Schuld zuweist etc. Das verleitet zur Untätigkeit.

9

Samstag, 28. Februar 2004, 18:43

Gute Texte.

Den Thread sollte man mal weiterverbreiten.

10

Montag, 5. April 2004, 09:35

Ich kenne Kirstin seit einigen Jahren persönlich, ihren Mann leider auch, aber wirklich helfen kann man nicht, wenn alles abgeblockt wird. Was raten Sie?
Ich bin über 500 km weit weg und nur über email kann man keine wirkliche Hilfe darstellen.

11

Samstag, 17. April 2004, 03:36

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (1. Mai 2010, 23:43)


12

Samstag, 17. April 2004, 09:35

Angst- und Panikhilfe Schweiz
Menschen mit Angststörungen

Furcht und Angst sind jedem Menschen bekannt und helfen, sich risikobewusst mit der Umwelt auseinanderzusetzen. Bei einer Angststörung handelt es sich jedoch um eine krankhaft veränderte Angst, meist begleitet von Panikattacken.

APhS vertritt die Interessen von Patienten, welche an einer Angststörung leiden, bietet Hilfe und Beratung, vielfältige Informationen und die Möglichkeit zur Diskussion zwischen Patienten, Angehörigen und Fachleuten an.
http://www.aphs.ch

Deutsche Angst-Selbsthilfe
http://www.sozialphobie.de/DASH/dash.htm

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13

Montag, 19. April 2004, 17:45

Zu Depressionen bei Kindern aus
http://www.netdoktor.de/nachrichten/inde…&d=14&id=110334

Teenager: Selbstmord Todesursache Nummer 2

Marburg (dpa) - Selbstmord ist nach Angaben von Jugendpsychiatern die zweithäufigste Todesursache bei den 15- bis 19-Jährigen. «Jedes Jahr nehmen sich über 200 Teenager das Leben», teilte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (DGKJP) am Dienstag in Marburg mit. Dazu kämen 30 bis 40 Suizide von Kindern zwischen 10 und 14 Jahren. Nur bei Unfällen sterben der Gesellschaft zu Folge noch mehr junge Menschen als durch Selbstmord. Die Zahl der Suizidversuche liege um ein Vielfaches höher: 30 Prozent der Jugendlichen hätten Selbstmordgedanken. Landläufige Auffassungen wie «Wer über Selbstmord spricht, macht keinen» sind aus Sicht von Prof. Andreas Warnke von der DGKJP «durch nichts belegte Vorurteile». Eine Selbstmorddrohung müsse immer ein «alarmierendes Warnzeichen» für Eltern sein. Ein Grund für Suizide sind aus Sicht des Verbandes Depressionen. «Etwa ein Prozent der Vorschulkinder, aber bereits zwei bis drei Prozent der Schulkinder und bis zu fünf Prozent der 15- bis 19- Jährigen haben Depressionen.» Kinder und Jugendliche litten damit weit häufiger unter Depressionen als bisher angenommen. Bis zur Pubertät erkrankten Jungen genauso wie Mädchen, später seien Mädchen zwei- bis drei Mal so oft betroffen.

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14

Samstag, 15. Mai 2004, 17:34

Ein langer Thread mit viel Unfug:

http://www.drmed.ch/phorum/read.php?f=1&i=3586&t=3586

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (2. Mai 2010, 02:37)


15

Samstag, 15. Mai 2004, 17:43

Ja, ein sehr langer Thread, da schreiben wir auch schon seit bald einem Jahr dran rum. Was ich aber in dieser Zeit festgestellt habe: Ich war 11 Monate in psychiatrischer Behandlung hatte div. Medikament die ich nehmen musste. Besser ging es mir nicht. Dann Ende März gab es mit dem Therapeuten einen Bruch. Ich setzte, mit einer Ausnahme, AD mit schlaffördender Wirkung, alle Medikamente ab. Ich kann aber überhaupt nicht sagen, dass es mir schlechter geht, als zur der Zeit in der ich noch in Behandlung war. Ich hab einfach festgestellt, und da muss ich dem ersten Satz in diesem Thread widersprechen. Einen Ausweg aus der Depression oder zumindest mal damit umgehen zu können, dass MUSS jeder Depressive selber schaffen. Und es geht. Alles andere funktioniert nicht.

16

Samstag, 15. Mai 2004, 17:45

Herzlich willkommen.

Das ist nicht richtig.

Haben Sie mal ein SSRI-Medikament genommen?

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Samstag, 15. Mai 2004, 18:06

Ich hatte Tolvon, Regenon, Fluctine, Risperdal, Dipiperon, Buspar, Zoloft. Kann sein, dass auch noch andere dabei waren. Weiss es nicht mehr. Ausser Regenon (Remergil in Deutschland) 15mg nehm ich nun nix mehr. Und eben, es geht mir auf keinen Fall schlechter als zur Zeit der Behandlung. Klar würde mich auch jetzt immer noch viel lieber im Bett verkriechen und nichts machen. Aber dann geb ich mir halt einen erneuten Tritt in den Hintern. Hab ja auch die Verantwortung für meine Tiere. Und das sind nicht wenige. Treffe auch mal wieder Verabredungen, auch wenn mir das überhaupt nicht gefällt. Mir ist es zu einfach mich hinter einer Diagnose wie Depression, Borderliner und Messie zu verkriechen. Auch schaffe ich es nun endlich abzunehmen. War ja auch so viel einfacher nicht gegen den Hunger anzukämpfen sondern einfach hinter den Kühlschrank zu gehen und sich vollzustopfen. Ganz sicher habe ich immer mal wieder einen Rückfall, aber ich denk mir, das ist normal. Wer hat nicht auch seine schlechten Tage? Auch könnte ich mir eine erneute Therapie gar nicht mehr vorstellen. Ich komme mir dabei so lächerlich vor. Halt als Jammerlappen und das mag ich weniger... Selbst ist die Frau

18

Samstag, 15. Mai 2004, 18:18

Das ist schon mal ganz gut.
Aber natürlich noch nicht das Gelbe vom Ei.

Wie wärs,wenn Sie doch nochmal einen neuen Psychiater(mit allen Vorbefunden) aufsuchten?

Man könnte ihn mal nach den neueren Mitteln wie Trevilor fragen.

19

Samstag, 15. Mai 2004, 18:31

Da sind halt leider einige Gründe die dagegen sprechen. Der Rausschmiss meines Therapeuten hat betr. Vertrauen sehr viel kaputt gemacht. Hatte ja dort schon sehr viel Mühe damit. Nun wer neues, fremdes. DAnn wieder den ganzen Müll von Vorne. Ich will den doch mal endlich hinter mich bringen und nicht immer wieder neu hervorrufen. Und es ist bei mir nun einfach mal alles zu, es geht nichts mehr raus. Ich bin öfters über Internet in Chats bei Beratungsstellen. Dort konnte ich früher gut "reden" geht auch nicht mehr. Auch wenn es mir mal nicht so gut geht, bring ich nicht mal diese Worte vor. Ist einfach nur noch Plauderei. Ich kann problemlos mitteilen, was ich alles so habe, aber sobald jemand dem auf den Grund gehen will, dann ist fertig. Dann macht irgend etwas in mir drin den Laden dicht.

20

Samstag, 15. Mai 2004, 18:36

Und das ist eben nicht gut.
Ich kann mir nicht vorstellen,daß Chats Ihnen was bringen könnte.

Und ich empfehle einen Neue,Guten,der nach Lage der Dinge eben nicht mit "Müll" anfängt.

Fragen müssen Sie sich schon gefallen lassen.

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