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Donnerstag, 7. April 2005, 03:48

"In den vergangenen fünfunddreißig Jahren haben wiederholte Prüfungen der Literatur keine sicheren Beweise dafür liefern können, dass die psychoanalytische Therapie einer Placebo-Therapie überlegen ist." (Terence Hines, "Pseudoscience and the Paranormal", S.133, 1990)

"Ich bin nämlich gar kein Mann der Wissenschaft, kein Beobachter, kein Experimentator, kein Denker. Ich bin nichts als ein Conquistadorentemperament, ein Abenteurer, wenn Du es übersetzt willst, mit der der Neugierde, der Kühnheit und der Zähigkeit eines solchen."
(Sigmund Freud, Brief an Wilhelm Fließ, 1. Februar, 1900).

"In den 50er und 60er Jahren war die Warnung des Meisters in einem Getöse aufgeregter Stimmen untergegangen. Psychoanalytiker und Psychiater behaupteten, sie könnten sogar die Schizophrenie, die gefürchtetste aller geistigen Krankheiten, heilen, und zwar durch bloße Gespräche mit ihren Patienten."
(Edward Dolnick, "Madness on the Couch - Blaming the Victim in the Heyday of Psychoanalysis", p. 12, 1998)



Die Psychoanalyse ist die Großmutter aller pseudowissenschaftlichen Psychotherapien. Als Lieferant falscher und irreführender Behauptungen über den Verstand, über geistige Gesundheit und geistige Krankheit wird sie nur noch von der Scientology übertroffen. So gelten Schizophrenie und Depression in der Psychoanalyse nicht als neurochemische, sondern als narzisstische Störungen. Autismus und andere psychische Krankheiten sind keine chemischen Probleme des zentralen Nervensystems, sondern Probleme, die ihren Ursprung im Verhalten der Mutter haben. Diese Krankheiten bedürfen also nicht pharmakologischer Behandlung, sondern lediglich einer Gesprächs-Therapie. Ähnliche Ansichten werden hinsichtlich der Magersucht und des Tourette-Syndroms vertreten (Hines, S. 136). Welche stichhaltigen Argumente sprechen nun für die psychoanalytische Lehrmeinung in Bezug auf geistige Erkrankungen und ihre Behandlung? Gar keine!

Freud glaubte das Wesen der Schizophrenie zu verstehen: Sie sei keine geistige Krankheit, sondern eine Störung im Unbewussten (häufig, aber inkorrekt als "Unterbewusstsein" bezeichnet), die ihre Ursache in ungelösten homosexuellen Regungen habe. Allerdings betonte Freud, dass die Psychoanalyse bei Schizophrenen nicht wirken könne, weil solche Patienten die Einsichten ihres Therapeuten missachteten und somit resistent gegen die Therapie seien (Dolnick, S. 40). Später erklärten Psychoanalytiker dann - mit gleicher Überzeugung und ebenso mangelhafter wissenschaftlicher Grundlage - dass Schizophrenie durch "erstickende Mutterliebe" verursacht würde. Frieda Fromm-Reichmann etwa prägte im Jahre 1948 den Begriff der "schizophrenogenen Mutter", also: eine Mutter, deren übertriebene Mutterliebe das Kind in die Schizophrenie treibe (Dolnick, S. 94). Andere Analytiker hatten diese Ansicht mit Anekdoten und Phantasien bereits belegt, bevor Fromm-Reichmann ihre Thesen formulierte. Und in den kommenden zwanzig Jahren sollten noch viele diesen irregeleiteten Vorbildern folgen.

Würde man einen Patienten mit gebrochenem Bein oder mit Diabetes qua Gesprächstherapie oder Traumdeutung behandeln? Natürlich nicht. Man stelle sich die Reaktion vor, wenn man einem Diabetiker erzählte, seine Krankheit sei auf "Selbstbefriedigungs-Konflikte" oder auf "verdrängte Erotik" zurückzuführen! Eine psychoanalytische Erklärung seiner körperlichen Krankheit oder Störung nützt dem Patienten genauso viel wie die Mitteilung, er sei von bösen Geistern besessen. Die Austreibung des Teufels durch einen Schamanen oder Priester oder die Austreibung der Kindheitserfahrungen durch den Psychoanalytiker: Worin liegt hier der Unterschied?

Aus welchen Gründen also sollte jemand heutzutage noch behaupten, dass neurochemische oder andere körperliche Störungen durch unterdrückte oder sublimierte traumatische oder sexuelle Kindheitserfahrungen verursacht werden? Wahrscheinlich aus denselben Gründen, die Theologen dazu bewegen, an ihren aufwendigen Glaubensschemata festzuhalten - trotz aller erdrückenden Beweise dafür, dass ihre Glaubenssysteme wenig mehr sind als gewaltige metaphysische Spinnweben. Ihre Institutionen geben ihnen den Rückhalt, der für die Aufrechterhaltung ihrer gesellschaftlichen Funktion und für ihre Ideen erforderlich ist: die meisten der letzteren jedoch halten einer empirischen Prüfung nicht stand. Gedanken, die nicht überprüft werden, können nicht widerlegt werden. Was nicht widerlegt werden kann und zudem die Unterstützung einer mächtigen Institution oder Einrichtung genießt, kann deshalb über Jahrhunderte hindurch als korrekt und stichhaltig gelten, ungeachtet seiner fundamentalen Leere, seiner Unrichtigkeit und seines Schadenspotenzials.

Das zentrale Konzept der Psychoanalyse ist die Vorstellung von einem Unbewussten, das als Speicher für verdrängte Erinnerungen an traumatische Ereignisse dient. Letztere nehmen ständig Einfluss auf das bewusste Denken und Verhalten. Diese Vorstellung einer unbewussten Verdrängung entbehrt jedoch sowohl jeder wissenschaftlichen Grundlage als auch jeglichen Beweises dafür, dass bewusstes Denken oder Verhalten durch verdrängte Erinnerungen beeinflusst würde. (Für diejenigen, die diesen letzten Satz nicht aufmerksam genug gelesen haben, möchte ich anmerken, dass ich weder die Existenz unbewusster Gedanken noch die der impliziten Erinnerungen abstreite.)

Parallel zu diesen fragwürdigen Annahmen der Psychoanalyse existieren zwei gleichermaßen fragwürdige Methoden, die dazu dienen, die angeblich im Unbewussten versteckten Erinnerungen zu untersuchen: "freie Assoziation" und "Traumdeutung". Beide Methoden können weder wissenschaftlich formuliert noch empirisch untersucht werden. So sind beide eine Art metaphysischer Blankoscheck, der dazu dient, beliebig zu spekulieren, ohne jeden Bezug zur Realität.

Wissenschaftliche Erkenntnisse, die im Hinblick auf die Funktionsweise des Gedächtnisses gewonnen wurden, liefern keinerlei Belege für das psychoanalytische Modell des Unbewussten, das sexuelle und traumatische Erinnerungen - ob im Kindes- oder Erwachsenenalter - verdrängt.

Es existieren jedoch reichlich Beweise dafür, dass es eine Art von Erinnerung gibt, derer wir uns nicht direkt bewusst sind, an die wir uns aber dennoch erinnern. Wissenschaftler bezeichnen diese Art der Erinnerung als "implizite Erinnerung." Es gibt viele Beweise dafür, dass das Speichern von Erinnerungen einer umfassenden Entwicklung der vorderen Hirnlappen bedarf, die Säuglingen und Kleinkindern fehlt. Außerdem müssen Erinnerungen kodiert werden, damit sie lange erhalten bleiben. Fehlt die Kodierung, folgt ein Erinnerungsverlust, wie es mit so vielen unserer Träume geschieht. Ist die Kodierung schwach, bleiben vom ursprünglichen Erlebnis möglicherweise nur bruchstückartige und implizite Erinnerungen zurück. Daher tendiert die Wahrscheinlichkeit, dass Säuglinge sich an Missbrauch - oder überhaupt an irgendetwas - erinnern, gegen Null.

Implizite Erinnerungen an Missbrauch treten zwar auf, aber nicht unter den Umständen, die angeblich der Verdrängung unterliegen. Implizite Erinnerungen an Missbrauch tauchen auf, wenn eine Person während des Angriffs das Bewusstsein verliert und das Erlebnis nicht vollständig kodieren kann.

Ein Beispiel: Ein Vergewaltigungsopfer konnte sich nicht an die Vergewaltigung erinnern. Der Vorfall ereignete sich auf einem mit Ziegeln gepflasterten Gehweg. Die Worte 'Ziegel' und 'Weg' kamen ihr immer wieder in den Sinn, aber sie brachte sie nicht mit der Vergewaltigung in Verbindung. Als man sie erneut an den Tatort führte, verlor sie völlig die Fassung, obwohl sie sich nicht an das Geschehene erinnern konnte (Daniel L. Schacter, "Searching for Memory - the brain, the mind, and the past", S. 232, 1996). Es ist unwahrscheinlich, dass Hypnose, freie Assoziation oder irgendeine andere therapeutische Methode ihr zu der Erinnerung an das Ereignis verhelfen könnte. Sie hat keine unmittelbare Erinnerung, weil sie wegen der Brutalität des Angriffs nicht imstande war, das Trauma zu kodieren. Ein Psychoanalytiker oder ein anderer Therapeut für "unterdrückte Erinnerungen" könnte höchstens eine falsche Erinnerung im Opfer erzeugen - was einem weiteren Missbrauch ihrer Person gleichkäme.

Wesentlich verknüpft mit der psychoanalytischen Ansicht der Verdrängung ist die Annahme, dass das elterliche Verhalten gegenüber Kindern, insbesondere die Mutterliebe, die Ursache für viele, wenn nicht für die meisten Probleme im Erwachsenenalter ist - ob es sich um Persönlichkeitsstörungen, emotionale Probleme oder Geisteskrankheiten handelt. Es besteht wenig Zweifel daran, dass Kinder, die während ihrer Kindheit grausam behandelt wurden, als Erwachsene sehr stark durch eine solche Behandlung geprägt sind. Es ist ein weiter Weg von dieser Tatsache hin zu der Vorstellung, dass alle sexuellen Erfahrungen in der Kindheit im späteren Leben Probleme verursachen oder dass alle Probleme im späteren Leben - sexuelle Probleme mit einbezogen - auf Kindheitserfahrungen zurückzuführen seien. Die Beweise für diese Annahmen fehlen schlicht.

Psychoanalytische Therapien stützen sich in vielerlei Hinsicht auf eine Suche nach etwas, das wahrscheinlich gar nicht existiert (verdrängte Kindheitserinnerungen), eine Annahme, die wahrscheinlich falsch ist (dass Kindheitserfahrungen die Probleme des Patienten verursacht haben) und eine therapeutische Theorie, die so gut wie keine Chancen hat, richtig zu sein (dass das Aufrufen verdrängter Erinnerungen ins Bewusstsein für die Heilung erforderlich ist). Und dies sind nur die Grundlagen jenes aufwendigen Gedankengebäudes, das vorgibt, tiefe Geheimnisse des Bewusstseins und Verhaltens zu erklären. Wenn aber die Grundlagen schon falsch sind, wohin soll dann die Therapie führen?

Trotz alledem hat die von Sigmund Freud (1856-1939) in Wien vor einem Jahrhundert entwickelte Methodik der Psychoanalyse auch Gutes gebracht. Freud sollte als einer unserer größten Wohltäter gelten - allein schon deshalb, weil er als erster den Wunsch verspürte, diejenigen zu verstehen, deren Verhalten und Denken die Grenzen der von Gesellschaft und Kultur geprägten Konventionen überschreiten. Dass es nicht mehr allgemein üblich ist, Verhaltens- und Geistesgestörte zu verurteilen und verspotten, ist nicht zuletzt auf die von der Psychoanalyse gepredigte Toleranz zurückzuführen. Und was auch immer an Intoleranz, Ignoranz, Heuchelei und Prüderie bezüglich des Verständnisses unseres sexuellen Verhaltens zurückgeblieben ist, kann kaum Freud angelastet werden.

Psychoanalytiker erweisen Freud keine Ehre, wenn sie blindlings den Doktrinen ihres Meisters in diesem oder irgendeinem anderen Bereich folgen. Und so schließen wir mit den Worten des Psychiaters Anthony Storr, der einmal sagte: "Die von Freud praktizierte Methode, leidenden Personen über längere Zeiträume zuzuhören, anstatt ihnen Befehle oder Ratschläge zu erteilen, bildet die Grundlage für einen Großteil der modernen Psychotherapien - was sowohl für den Patienten, als auch für den Therapeuten ein Gewinn bedeutet." (Storr, 120)



Nachtrag des Übersetzers

Freuds Problem war im Grunde - wie er selbst im Zitat am Anfang des Eintrags mehr oder weniger zugibt - dass er kein Wissenschaftler war oder besser: dass er bei der Psychoanalyse auf die Wissenschaftlichkeit verzichtete, die er zuvor als angehender Neurologe gelernt hatte. Verteidiger der Psychoanalyse, die diese Unwissenschaftlichkeit zugeben, weisen eher auf die therapeutischen Erfolge hin (Freud selber allerdings sah die Psychoanalyse als unteilbar an: Theorie und Therapie sollten sich gegenseitig stützen). doch gerade in diesem Bereich ist Freuds eigene Leistung minimal: Insgesamt veröffentlichte er sechs Fälle, die er zum Teil als "geheilt" betrachtete; aber diese Deutung hält einer kritischen Überprüfung kaum stand (Dewdney, S. 71f.). Gleichzeitig sagt ein Heilungserfolg nur wenig über die Richtigkeit der zugrundelegenden Theorien aus: Viele Menschen fühlen sich auch durch Homöopathie oder Scientology-Auditing "geheilt", ohne dass dies ein Urteil über ihr theoretisches Fundament zuließe.

Freuds eigenes Leben ist zweifellos faszinierend, und vermutlich ist die Annahme zutreffend, die Psychoanalyse sei zu einem großen Teil das Produkt von Freuds eigenen psychischen Problemen und seiner Kokainsucht (ähnlich wie sich vieles bei Marx auf seine permanenten Geldprobleme zurückführen lässt). Etwas verkompliziert wird eine Diskussion über Freud dadurch, dass er selber häufig in seinen Aussagen schwankte und auf diese Art viel Stoff für Zitatenjäger gab - sucht man lange genug, wird man schon fündig.

Die Psychoanalyse hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in zahlreiche "Schulen" zersplittert (darunter etwa Jungsche Psychoanalyse oder die von Jacques Lacan), die zum Teil wohl versuchen, zu retten, was zu retten ist, zum Teil (etwa bei Jung) ganz und gar in den mystischen Nebel gelenkt wurden (es ist nicht überraschend, dass sich Clarissa Pinkola Estés als "geschult in Jungscher Psychoanalyse" bezeichnet). Parallelen zu einer Religion drängen sich geradezu auf: Die heroische Gründerfigur, Abtrünnige, die ersten Schismen, Sektenbildung, Fehlen jeglichen Interesses am Wahrheitsgehalt der Theorien, geistige Abschottung der Praktizierenden, Initiation (Lehranalyse!), Exegese der Worte des Meisters ... Was auch immer die Psychoanalyse sein mag: Wissenschaft ist sie nicht.



Quelle: http://www.skeptischeecke.de/

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Donnerstag, 2. März 2006, 14:06

My Psychoanalyst is an Idiot

Georg Kreisler

Jarvis, scratch my back again
and pour another Rye!
If things continue on like this,
I'm surely going to die.
Business is falling off, you know,
and prices getting horrider,
I hardly have sufficient funds
to pay for a short stay in Florida.
And after all, a bank account
can only pay your way.
But nonetheless, with all my woes
I'd still be toujours gai
and forget about my troubles
that I have ad infinitum.
Oh, I could stand it all,
if it were not for one small item:

My psychoanalyst is an idiot.
The fellow has no feelings for my woes.
He asks about my childhood days,
and certain of my childhood ways,
but why I'm so distressed, he never knows.

My psychoanalyst is an idiot,
who never fails to get me all upset.
He makes me count from one to ten
and than from ten to one again.
Then feels my nose, to see if it is wet.

There's one thing that I must admit
regarding this affair:
Analysis has taught me things
I never knew were there.
I struggle now with concepts
that some genius invented.
Neurosis and psychosis
have me morbid and demented.

I'm serious, delirious,
I'm almost schizophrenic,
I'm notional, emotional
and highly neurasthenic.
My libido gets torpedoed
every hour and at length.
More perversions than the Persians'
keep on eating at my strength.

I enjoy a paranoia
that is simply homicidal.
Self-expression and aggression
just refuse to leave me idle.
I sit back at my haunches,
while he tears at my subconscious.
And he combs my super-ego,
while I watch another fee go.

He slams my ideology
with never an apology
and psychoanalytically
he handles me quite critically.

He dresses me, undresses me
and measures my reactions,
he badgers me unnaturally
and tears my soul to fractions.

He feels my head, he slaps my face,
he hits me on the knee,
he gives me tests, he draws my blood,
than wants another fee.
He pulls my ear, he tears my hair,
he throws me on the bed,
he pokes me ribs, he tabs my chest
and stands me on my head.

And when he's through investigating,
depredating, irrigating,
desecrating, contemplating,
irritating, estimating,
lacerating, iterating,
mediating, meditating,
aggravating, ennervating,
overrating, underrating,

and when he's got me fluidized
and alkalized and brutalized
and victimized and analyzed
and oversized and undersized
and ionized and mechanized
and totally demoralized
and when he's almost murdered me
in manner quite informal,
he rubs his forehead thoughtfully
and says: I think your normal.

(1947)

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3

Freitag, 3. März 2006, 15:54


WEnn ich mir anschaue, wie groß das Spektrum der Menschen, sprich Therapeuten, die analytisch arbeiten ist, die differenzierten Schulen, dann weiß ich gar nicht, wie über DIE Psychoanalyse gesprochen werden kann. So heterogen das ganze.

Es ggibt Analytiker, die wollen sich bewußt von den derzeit üblichen Tiefenpsychologien absetzen. Es gibt Tiefenpsychologien, die nicht analytisch orientiert sind; es gibt Analytiker, die zunächst tiefenpsychologisch oder kognitiv arbeiten und später mit dem Patienten eine Analyse machen (die ja nicht mehr aber auch nicht weniger ist als eine sehr lange selbsterfahrung im belohnungsarmen therapieraum).
Es gibt aber auch Analytiker, die sehr wohl empirisch forschen und als ich noch an der Uni war, erzählte mein Psychologie und Verhaltenstherapie Professor von methodisch anspruchsvollen Untersuchungen von Analytikern.
Es gibt schon viel Material zur Empirie von Analyse und Tiefenpsychologien, wohl am bekanntesten in psychologischen Fachkreisen sind die Veröffentlichungen von Klaus Grawe, der sich vor nunmehr über 10 Jahren (1994) sämtliche bis dato verfügbare Empirie zusammentrug und den Band herausbrachte "von der Konfession zur Profession".

Im Behandlungsalltag spielt auch die Psychoanalyse überhaupt keine praktische Rolle mehr hierzulande. Die übliche ambulante Psychotherapie wird doch als tiefenpsychologische Therapie mit ca. 50-100 Stunden bzw als Verhaltenstherapie mit etwa 45 bis max 80 Sitzungen durchgeführt.

Meiner Privattheorie nach (Gespräche mit Kollegen) nach ist das tiefenpsychologische Vorgehen in der ambulanten Praxis einer kognitiven Verhaltenstherapie gar nicht so unähnlich. Die Empirie wiederum zeigt auf, dass je mehr Berufsjahre ein Psychotherapeut hat, desto ähnlicher arbeiten sie, unabhängig von der therapeutischen Schule, in der sie ausgebildet wurden.

4

Freitag, 3. März 2006, 20:46

Ich wäre schon mal sehr beeindruckt, wenn die Herrschaften überhaupt einen Wirksamkeitsnachweis lieferten.

Eine Verhaltentherapie ist sicher sehr sinnvoll. Studien zeigen aber, daß beispielsweise Ängste damit nicht verschwinden. Sie sind nach wie vor da. Der Mensch lernt damit zu leben. Das ist gut und richtig.

Aber: Wenn es nicht irgend ein erlerntes Verhalten ist, daß sich durch Training beheben läßt, dann ist es etwas anderes.

Leider habe ich einen weniger guten Eindruck von "Tiefenpsychologen". Ich sehe Schwätzer, die jegliche menschliche Regung als krankhaft deuten. Oft werden ganz normale Menschen psychiatrisiert, die es wagen die gloreiche Psychoanalyse zu kritisieren. Ein Analytiker wagt es gar, mich als "auffällig" zu deklarieren, weil ich ihn als Scharlatan entlarvt hatte, und er seinen Unfug nicht erklären konnte.

Die Krankheit ist in diesen Systemen eingebaut. Egal was man macht: Man ist erstmal krank. Das kritisiere ich auf's Schärfste.

Jemand schrieb mir einmal: Der Unterschied zwischen einem Homöopath und einem Psychoanalytiker ist wie der zwischen Sau und Wildsau. Er hat nicht ganz unrecht. Ich sehe bei beiden ganz ähnliche Verhaltensweisen:

- Dogmatismus der Lehre
- Elendes Gepöbel im Falle der Kritik.
- Pathologisieren des Kritikers.

Die tun sich da praktisch nichts.

5

Freitag, 5. Mai 2006, 21:02

Über die "Hysterie"

http://de.wikipedia.org/wiki/Hysterie

Und so ein Schrott wabert immer noch durch Psyoanalytikerpraxen.

Man muß sich das mal klarmachen, was alles unter Hysterie gehandelt wurde:

Zitat


Die Hysterie gilt als die älteste aller beobachteten psychischen Störungen. Gängige ärztliche Behandlungsform der vermeintlich ausschließlich weiblichen Erkrankung war ab 15. Jh. bis hinein ins 19. Jh. die Auslösung einer hysterischen Krise, des damals offiziell unbekannten weiblichen Orgasmus, vergl. Orgasmus: Kapitel „Rollenklischees“. In England wurden Mitte des 19. Jh. operative Maßnahmen angewendet: den Frauen wurden die Klitoris entfernt, vergl. Verstümmelung weiblicher Genitalien. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. war auch die Entfernung der Gebärmutter üblich, medizinisch als Hysterektomie übersetzt. (Hyst griechisch für Gebärmutter und -tomie schneiden).


Es gibt keine "Hysterie" und Freud ist dahin zu verpacken, wo er hingehört: In die Ablage "Medizingeschichte".

Aber nein. Jetzt hat dieser Scharlatan seinen 150. Geburtstag, und die Welt feiert den Kokser, als habe er tatsächlich was entdeckt.

Er hat nicht wenigen Schwerkranken geschadet, weil dieser miese Medizinstudent, der keine Lust auf sein Studium hatte, schwere organische Krankheiten "psychoanalysierte" und sogar zu blöd war, eine Tuberkulose von einer "Hysterie" zu unterscheiden.

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6

Samstag, 6. Mai 2006, 21:37

@ Julius
"Die Empirie wiederum zeigt auf, dass je mehr Berufsjahre ein Psychotherapeut hat, desto ähnlicher arbeiten sie, unabhängig von der therapeutischen Schule, in der sie ausgebildet wurden."
-> dann ist die Frage berechtigt, ob Psychotherapeuten der verschiedenen Schulen überhaupt wirksamere Methoden als "Gesunden Menschenverstand", "Zuwendung" und "Placebo" haben.

Lesestoff:

Zur Wirksamkeit analytischer Psychotherapie

http://www.psychiatrie-und-ethik.de/infc/de/wirksamkeit.php

Gespräch zum Thema "Sigmund Freud - Genie oder Scharlatan" mit dem Psychologen Herbert Selg
erreichbar über http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/454091/

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7

Freitag, 2. Juni 2006, 23:50

Zitat

hvs postete
[/b]@ Julius
"Die Empirie wiederum zeigt auf, dass je mehr Berufsjahre ein Psychotherapeut hat, desto ähnlicher arbeiten sie, unabhängig von der therapeutischen Schule, in der sie ausgebildet wurden."

-> dann ist die Frage berechtigt, ob Psychotherapeuten der verschiedenen Schulen überhaupt wirksamere Methoden als "Gesunden Menschenverstand", "Zuwendung" und "Placebo" haben.
/454091/[/b]


Ist die Frage tatsächlich berechtigt??
WEM glauben sie? An was GLAUBEN Sie denn?
Der Empirie?

Sicher ist das Thema Psychotherapie und ihre Beforschung viel zu groß um hier zu diskutiert zu werden; und nicht jeder Einwand verdient es, beantwortet zu werden - das meiste ist schon gesagt und vieles wird oft nur aus dem Zusammenhang heraus rezitiert.

Aber ein paar Worte zur Empirie sollen schon sein. Im ersten genannten Link wird ja auch der allgemein anerkannte Klaus Grawe genannt, der sich ja immerhin die Mühe gemacht hat, sämtliche (!!!) zur Verfügung stehende wissenschaftliche Literatur aufzuarbeiten (1994). Wer mal im Studium mitgekriegt hat, wieviel publiziert wird, ahnt welch Aufwand das bedeutet, nämlich schlappe 897 kontrollierte Psychotherapiestudien wurden zusammengefaßt. Gucken wir uns das doch mal an ....


Zum "Placebo" Effekt etc - das ist ja schon lange kein Einwand mehr - den verzeihe ich Ihnen als Nichtfachmann, nämlich woher sollten sie auch wissen, daß man sich schon sehr früh in der Therapieforschung mit der Frage auseinandergesetzt hat, ob z.B. Gesprächstherapie wirksamer ist als das Gespräch beim Pfarrer !

Hier ein Ausschnit aus einer Grawe Rezension zur Frage, wer erzielt Effekte in der Therapie und wo sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Psychotherapieansätzen.

"Everyone has won and all must have prizes" - Das Dodo- Verdikt.
Mit diesem Zitat aus Alice im Wunderland, seitdem Dodo-Verdikt genannt, illustrierten Luborsky, Singer und Luborsky 1975 den Hauptbefund ihrer Übersichtsarbeit, der darauf hindeutete, daß die verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren alle etwa gleich wirksam seien (und zwar signifikant wirksamer als keine Behandlung). Man kann zur Erklärung dieses überraschenden Ergebnisses die sogenannten unspezifischen Wirkfaktoren heranziehen: Torrey beschrieb 1972 Parallelen zwischen moderner westlicher Therapie einerseits und schamanistischen Praktiken aus anderen Kulturen andererseits - wie z.B. die Errichtung eines gemeinsamen Erklärungssystems für die Ursachen der Schwierigkeiten des Patienten, die vom Behandelnden ausgestrahlte Überzeugung, helfen zu können, das Interesse, das er dem Leidenden entgegenbringt usw. Wirkfaktoren wie diese heißen unspezifische, weil sie in allen Formen psychotherapeutischer Hilfeleistung eine Rolle spielen. Die immer noch verbreitete Ansicht, daß alle Ansätze gleich gute Effekte erzielen, ist jedoch durch verschiedene Untersuchungen entkräftet worden. Murdock und Brody (1983) z.B. fanden einen mittleren Effektstärkenunterschied von 0.42 zwischen verschiedenen psychotherapeutischen und einer Placebo-Behandlungsgruppe, in der keine speziellen Interventionsmethoden angewendet wurden. Grawe et al. berechneten über die unbehandelten Kontrollgruppen aller in ihre Meta-Analyse einbezogenen Untersuchungen eine mittlere Effektstärke von 0.10; im Gegensatz dazu ergab sich für Behandlungen nach einer der grossen psychotherapeutischen Richtungen (Psychoanalyse, Gesprächspsychotherapie, Verhaltens- und Familientherapien) eine mittlere Effektstärke von 1.21, womit auch die generelle, über die Spontanremissionsquote hinausreichende Wirksamkeit von Psychotherapie als nachgewiesen gelten darf."



und weiter...

WAS MACHT PSycho-THERAPIE nun ANDERS ALS DER PFARRER??

Was sind eigentlich psychotherapeutisch SPEZIFISCHE Wirkfaktoren, die über das, was der wohlmeinende Pfarrer tut, hinaus gehen?

Dazu eine etwas längere Passage:


"Weit davon entfernt, einer bestimmten Schule das Wort reden zu wollen, sieht es das Autorenteam um Klaus Grawe als seine Aufgabe, die Grundfesten für eine zukünftige, alle bisher führenden Ansätze übergreifenden Psychotherapie zu legen. Die Zeit für eine auf den Ergebnissen der empirischen Psychologie basierende, umfassende Theorie der Psychotherapie sehen sie seit einiger Zeit gekommen. Der Tatsache, daß für so verschiedene Verfahren wie die kognitiv-behavioralen, die familientherapeutischen, die psychoanalytischen und das gesprächspsychotherapeutische jeweils signifikante Wirksamkeitsnachweise erbracht worden seien, deute darauf hin, daß der erfolgreichen psychotherapeutischen Behandlung andere Wirkmechanismen zugrunde liegen, als die sich teilweise gegenseitig ausschließenden Erklärungen der Schulen nahelegen möchten: "Wir hätten sonst so viele Wahrheiten wie wirksame Therapiemethoden, und das wären definitiv einige zuviel", schließen Grawe, Donati und Bernauer.


Im Schlußkapitel ihres voluminösen Werkes unterziehen sie daher die Wirkungsweise der einzelnen Therapieformen einer näheren Betrachtung und elaborieren drei zentrale Perspektiven, aus denen jeder Therapeut das Therapiegeschehen betrachten sollte:

die Problembewältigungsperspektive;
die Klärungsperspektive;
die Beziehungsperspektive."
Quelle: http://www.uni-tuebingen.de/psi/altevers…s/n2/wandel.htm


Das heißt im KLARTEXT:

Therapeuten sollten den Patienten aktiv bei der Problembewältigung unterstützen (z.B. durch Rollenspiele)= Problembewältigungperspektive


Therapeuten sollten ihren Patienten helfen, ihre (unbewußten !!) Grundeinstellungen und Handlungsmotive zu erkennen, damit sie nicht immmer wieder automatisch dasselbe tun, obwohl sie sich was anderes vornehmen ! Z.B. immer die falschen Männer suchen, ewiger Single sein - Depressiv sein und bleiben - sich für eine Pfeife halten KLÄRUNGSPERSPEKTIVE

Beziehungsperspektive: Therapeuten helfen ihren Patienten innerhalb einer Verläßlichen Beziehung Veränderungsschritte zu wagen, die sie sich nie zugetraut hätten. Oder es wird innerhalb der Therapeutischen Beziehung möglich, alte Unbewußte Beziehungsmuster zu identifizieren, die die Patienten in ihrer Lebensqualität stark einschränken.

Diese therapeutischen Qualitäten systematisch angewendet, ist eine ganze Menge mehr, als was der Pfarrer oder andere Menschen mit "Zuwendung" "Gesunden Menschenverstand" zuteil werden lassen !!!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. November 2010, 00:15)


8

Samstag, 3. Juni 2006, 00:07

Na,sicher.

Aber was ist mit diesen ewig schweigenden Psychoanalytikern?

Beziehungsperspektive: Therapeuten helfen ihren Patienten innerhalb einer verläßlichen Beziehung Veränderungsschritte zu wagen, die sie sich nie zugetraut hätten. Oder es wird innerhalb der therapeutischen Beziehung möglich, alte unbewußte Beziehungsmuster zu identifizieren, die die Patienten in ihrer Lebensqualität stark einschränken.


Julius ist Psychotherapeut.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. November 2010, 00:18)


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9

Samstag, 3. Juni 2006, 23:02

Zitat

Kinderarzt.Kinderarzt postete
[/b]Na,sicher.

Aber was ist mit diesen ewig schweuigenden Psychoanalytikern?

[/b]


Also, jetzt kommt meine Privatmeinung. Ich habe mir das mal von einer Analytikerin erklären lassen, wie ihre Sicht der Behandlung und dem therapeutischen Schweigen ist.

Das Schweigen tut der Analytiker, um die SElbstexplorationsprozesse des Klienten nicht zu unterbrechen. Es sollte immer ein achtsames Schweigen sein, kein Rumdösen, der Analytiker hört mit dem sog. dritten Ohr (Beziehungsohr).

1) Das reine Schweigen folgt erst spät im Therapieprozess, wenn sich Analytiker und Analysand gut kennen und keine dringliche Problematik eine aktivere Haltung des Therapeuten erfordert.

2) Es kommen "selbstveständlich" (?!) nur spezielle Patienten für eine psychoanalytische Behandlung im Freudschen Setting (auf der COUCH) in Frage. Die wesentliche Eigenschaft des PATIENTEN muß sein: er hat zwar einen Leidensdruck, kann aber Geduld aufbringen, damit er gesünder wird. Er ist also schon relativ reif und erwachsen. Für die psychoanalytische Behandlung braucht es also Patienten mit hoher Frustrationstoleranz und Bereitschaft zum Belohnungsaufschub !! (MAn stelle sich in der heutigen ZEit vor, daß man 3x pro Woche zum Analytiker geht. Wer ist dazu schon noch bereit ??").

D.h. für die meisten Kassenpatienten wäre die Analyse völlig ungeeignet, wenn sie aus Gründen reiner Krisenintervention oder Symptomreduktion kämen. Es ist absolut ungeeignet für Menschen mit CHIPKARTEN Mentalität bzw Drive-In-Mentality.

Wer wirklich profitiert, sind bereits sehr differenzierte (dennoch neurotische, leidende) Menschen.


für Patienten, die vornehmlich zur Symptomreduktion kommen (und eine passive Rolle bevorzugen) die sind bei Psychoanalyse völlig fehl am Platz. Das sehen auch die Analytiker so, schließlich binden sie sich bei jedem neuen Patienten auch über eine lange Zeit (z.B. wenn Ärzte zur Therapie gehen, machen sie gerne PsychoAnalyse).

10

Samstag, 3. Juni 2006, 23:10

Sie beten das Zeugs der hochstaplerischen Pseudotherapeuten nach,die damit die Versicherer und die Leute Abzocken.

Schweigen des hochbezahlten Pseudotherapeuten kann nie Therapie sein - das ist nur übelste Arroganz und eine abzockende Unverschämtheit.

Letzlich nur Betrug.

Manche "Therapeuten" schlafen ja sogar dabei oder lesen irgendwas.

Das sind Fakten.

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11

Samstag, 3. Juni 2006, 23:25

Zitat


Das Schweigen tut der Analytiker, um die SElbstexplorationsprozesse des Klienten nicht zu unterbrechen.


Dabei handelt es sich leider um eine ziemliche Lüge. Sie tun das, um nicht versehentlich einer sogenannten "Übertragung" zu unterliegen. Also dem Abbild der eigenen Probleme auf die des Patienten. Aber ehrlich: So einen Blödsinn würde ich auch möglichst nicht den Patienten erzählen.

Zitat


Es sollte immer ein achtsames Schweigen sein, kein Rumdösen, der Analytiker hört mit dem sog. dritten Ohr (Beziehungsohr).


Wie nennt man den Besitz eines dritten Ohres? Psychose oder Drogenrausch?

Zitat


1) Das reine Schweigen folgt erst spät im Therapieprozess, wenn sich Analytiker und Analysand gut kennen und keine dringliche Problematik eine aktivere Haltung des Therapeuten erfordert.


Prakuhren haben also auch einen therapeutischen Effekt?

Zitat


2) Es kommen "selbstveständlich" (?!) nur spezielle Patienten für eine psychoanalytische Behandlung im Freudschen Setting (auf der COUCH) in Frage. Die wesentliche Eigenschaft des PATIENTEN muß sein: er hat zwar einen Leidensdruck, kann aber Geduld aufbringen, damit er gesünder wird. Er ist also schon relativ reif und erwachsen.


Wer reif und erwachsen ist, braucht in der Regel kein solches Setting. Der kommt auch ohne klar.
Daß wir auf bestimmte Situationen entsprechend reagieren, ist eine banale Feststellung. Das hat Freud zwar ganz gut beschrieben, aber ein Hinweis zur Therapie psychiatrischer Erkrankungen ergibt sich daraus nicht. Das ist eine unzulässige Annahme, und Freuds "Erfoge" sind eben zum größten Teil auch nur Lügengebräu. Er hat keine "hysterische" Frau, Namens "Anno O." geheilt. "Anna O." litt weiterhin unter körperlichen Erkrankung, die ihr Hirn auffraß.

Zitat


Wer wirklich profitiert, sind bereits sehr differenzierte (dennoch neurotische, leidende) Menschen.


Was, um Himmels Willen, ist ein neurotisch leidender Patient? Gibt es dafür auch einen wissenschaftlichen Begriff?

Zitat


für Patienten, die vornehmlich zur Symptomreduktion kommen (und eine passive Rolle bevorzugen) die sind bei Psychoanalyse völlig fehl am Platz.


So elitär und intelektuell ist die Psychoanalyse mit Nichten. Das ist ein relativ einfaches Konstrukt, welches nahe an den banalen Deutungen der Homöopathie herumeiert. Das ist nichtmal schlimm, denn die Idee ist hundert Jahre alt und ich erwarte von Medizingeschichte nicht viel mehr. Verwerflich ist lediglich die Tatsache, daß es immer noch Leute gibt, die keinerlei wissenschaftlichen Nachweis brauchen, wenn sie dieses praktizieren.

12

Samstag, 3. Juni 2006, 23:34

Es sind selbstgerechte Hochstapler,die einer absurden Ideologie hinterherrennen.Noch nicht mal hinterherrennen,sondern damit erhaben,gemütlich und ineffektiv einen Haufen Kohle machen.

Sie sind überflüssig und schädlich und voller unglaublicher Ignarroganz.

13

Samstag, 3. Juni 2006, 23:45

Na ja, vielleicht solltest Du mal erklären, daß Du eine Menge darüber weißt. Das "Erlebnis", Schweiger hautnah zu erfahren, hat nun auch nicht jeder. Auch weiß nicht jeder, wie es ist, wenn Menschen trotz dieser vermeintlichen "Therapie" sterben, weil sie mit ihrer Krankheit nicht mehr leben können, und die Psychoanalyse keinerlei Hilfe brachte.

Letztendlich ist es auch ein logischer Prozess, wenn man sich gemeinsam die Thesen, die Ergebnisse und den Widerstand gegen rationale Argumente der Betreiber solcher Systeme ansieht.

Ich möchte gerne wissen, was "neurotisch" in dem Weltbild der Psychoanalyse ist. Mein Problem ist, daß ich die psychoanalytische Diagnose "neurotisch" nicht von völlig normalen Menschen unterscheiden kann. Genauso wenig, wie den Begriff "hysterisch".

14

Samstag, 3. Juni 2006, 23:50

Ich bin nicht damit aufgewachsen;es sei denn in Studienzeiten in den 70-iger Jahren.

Ich habe nur gewisse eigene Erfahrungen in einer zweiten und in diesem Fall ganz miserablen Balintgruppe bei so einem abzockenden Schweiger und bei eigenen 3 Probesitzungen bei einem ebensolchen "Analytiker",einem Setting das ich dann konsequenterweise fluchtartig verlassen habe.

Wer ist denn so blöd und masochistisch?

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Beruf: Psychologischer Psychotherapeut

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15

Freitag, 9. Juni 2006, 17:36

Zitat

Kinderarzt.Kinderarzt postete
[/b]Sie beten das Zeugs der hochstaplerischen Pseudotherapeuten nach,die damit die Versicherer und die Leute Abzocken.

Schweigen des hochbezahlten Pseudotherapeuten kann nie Therapie sein - das ist nur übelste Arroganz und eine abzockende Unverschämtheit.

Letzlich nur Betrug.

Manche "Therapeuten" schlafen ja sogar dabei oder lesen irgendwas.

Das sind Fakten.[/b]


Tatsächlich? Ich bete sicher nichts nach. Aufgrund von Ausbildung und Berufstätigkeit (Approbation und Kassenzulassung) sowie Zusammenarbeit mit verschiedensten ärztlichen und psychotherapeutischen Kollegen verschiedener Therapieschulen bin ich mit der Materie schon vertraut. Als Verhaltenstherapeut stehe ich auch nicht grundsätzlich der psychoanalytischen Methodik nahe.

Ob es Analytiker gibt, die bei der Analyse schlafen, kann sein. Aber es ist nicht lege artis.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. November 2010, 00:19)


16

Freitag, 9. Juni 2006, 17:47

Wie nennen Sie das?

Nicht lege artis ?

Ich bin mehr für klare Worte.

17

Montag, 2. Oktober 2006, 10:30

Der ganz normale Wahnsinn (aus dem Internet):

Zitat


momo
Grünschnabel


Dabei seit: 25.09.2006
Beiträge: 1


Ausfallhonorar in Psychoanalyse üblich?
Hallo,

ich suche Rat, da ich mich von meiner Psychoanalytikerin unter Druck gesetzt fühle. Ich habe ihr vor 5 Wochen vorher angekündigt, dass ich für 2 Wochen in Urlaub gehe - ein Drama von Anfang an, da Sie mündlich mal gesagt hatte, dass wir versuchen wollen zur selben Zeit Urlaub zu nehmen, und das wäre dann immer in den Schulferien, weil Sie da Urlaub nimmt. Ich hab das am Anfang nicht so ernst genommen, weil ich dachte, dass klärt sich dann von Situation zu Situation. Ausserdem hab ich bisher keine einzige Stunde abgesagt. Und ich meinte auch, dass eine Ankündigung Wochen im Voraus ok ist.

Trotzdem drängt Sie mich in die Ecke, dass ich aus psychischen Gründen eine Unterbrechung der Analyse wolle und Sie dann ja in der Situation ist, dass sie auf mich wartet... usw., also dass ich ihr dann zu spüren gebe wie es ist, verlassen zu werden, so nach dem Motto. Sie meint das alles auf "Freud´scher" Ebende, sag ich mal, aber ich finde es nicht fair, weil sie Organisatorisches und Psychoanalyse hier nicht trennt. Ist das ok so? Dazu würde ich mich über Meinungen und Wissen von Anderen sehr freuen.

Danke.


Wenn die Psychoanalytikerin nicht balla ist, was ist sie dann?
Zum Wohle des Patienten ist sie jedenfalls nicht tätig.

Ein Schund, mit dem es möglich ist, Patienten selbst den wohlverdieten Urlaub als Krankheit zu verkaufen, gehört abgeschafft.

18

Montag, 2. Oktober 2006, 11:48

Idioten-Terror übelster Art!

Üblich in diesem mafiösen Milieu.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (28. November 2010, 00:21)


19

Montag, 2. Oktober 2006, 14:58

Die sogenannte Psychotherapeutin ist schwerst gestört und beutet ihre Kunden aus - völlig unprofessionell und kriminell.

20

Montag, 2. Oktober 2006, 19:54

Das erfüllt den Straftatbestand der Nötigung und des Betruges;und je nach Fall der Körperverletzung.

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