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1

Montag, 29. August 2005, 20:09

VORAB VON KINDERARZT :


Lovecraft ist eine Fachfrau dafür.


Hat man heute in der Physiotherapie ein ganz neues Verständnis von "Arbeit am Patienten"?

Aus einem Forum (hier ging es um Quack-Methoden wie die sogenannte Cranio-Sacral-"Therapie" etc.)


Krankengymnast/in:

"Ist es nicht egal, was hilft? Hauptsache es hilft! Ich bin mir sicher, daß es den Pat auch egal ist. Es sind nunmal nicht alle Dinge bewiesen und sie funktionieren trotzdem und das nicht nur in der Physiotherapie. Wozu würde es die Forschung geben, wenn jede Theorie schon bewiesen wäre?"


Lovecraft:

"Nein, es ist nicht "egal was hilft", wenn man in einem seriösen medizinischen Beruf arbeiten will.
Der Patient hat ein Recht darauf, wenn er in eine Krankengymnastik- oder Massagepraxis geht, von ausgebildetem Fachpersonal, welches sich an den Standards der wissenschaftlichen Medizin orientiert, behandelt zu werden.
Kurpfuscherei und Quacksalberei haben dort nichts zu suchen.
Außerdem steht der Patient nicht für Versuche im Rahmen pseudowissenschaftlichen Ausprobierens zur Verfügung.
Wer das dennoch tut, schadet dem Ansehen eines ganzen Berufsstandes und
macht sich u.U. strafbar.
Einige Therapeuten, die mit Reiki, Akupunktur, Handauflegen und ähnlichem Zeugs daherkamen, haben gewaltigen Ärger bekommen.
Nichts für ungut und

so long"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (18. Oktober 2010, 13:05)


2

Montag, 29. August 2005, 20:32

So ist es.

Man tue sich dies Pseudo-Forum an:

http://www.physio.de/forum/

Dazu(zu viele nicht ärztliche Medizinberufler werden zu Betrügern):

Nichtärztliche Medizinberufler werden zu Betrügern

Und(anmaßendes Dokterspiel von Ignoranten):

Kindisches Dokterspiel

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (23. Oktober 2010, 08:40)


3

Montag, 29. August 2005, 22:10

Weiter geht's mit dem ganz normalen Größenwahn:

"Du lieber Gott, was geht denn jetzt hier ab?

Hallo lovecraft,
offensichtlich lebe ich in einer komplett anderen Welt, denn meine Realität sieht ganz anders aus:
Ich habe viele Ärzte in aus unterschiedlichen Fachrichtungen in Behandlung (Orthopäden, Internisten, Augenärzte, Gynäkologen, Radiologen, Neurologen). Das ist ja auch nicht weiter verwunderlich, denn diese ausgebildeten Mediziner sind trotz ihres immensen Wissens weder vor Bandscheibenvorfällen, steifen Schultern, Meniskusverletzungen, etc. gefeit.
Ich empfinde es auch als ganz normal, dass diese von mir nicht nur praktische Hilfe, sondern auch fundiertes Wissen, Erklärungen, eine gute Differentialdiagnostik und eine Diagnosestellung erwarten."
Ich glaube nicht an den „Gott in weiß“, wie übrigens auch viele Ärzte selbst nicht. Viele Ärzte haben kein Problem damit zuzugeben, dass auch sie nicht allwissend sind, und denen ist klar, dass es Physiotherapeuten gibt, weil sie im Medizinbetrieb gebraucht werden, weil sie speziell für Probleme des Bewegungsapparates und hier speziell in punkto Diagnostik und Therapie ausgebildet worden sind.
Die Orthopäden, mit denen ich zusammenarbeite sind froh, dass es mich gibt, sie schicken mir Patienten mit den Worten „schauen sie sich doch bitte mal diesen Patienten an und sagen mir, was sie herausgefunden haben, denn ich komme mit diesem Patienten nicht weiter“. Diese Ärzte erwarten kein Blabla von mir, sondern eine gute ..."

Gaballte Gigantomanie gepaart mit Realitätsferne und Dummdreistigkeit!!!

4

Montag, 29. August 2005, 22:56

Ignarroganz.

Siehe obige Links.

5

Montag, 29. August 2005, 23:45

Arroganz ist i m m e r eine verbrämte Form von Minderwertigkeitskomplexen.
Damit müssen viele Therapeuten speziell gegenüber Medizinern gestraft sein.
Es will den Typen einfach nicht ins Hirn, daß sie im Auftrag (des Arztes) zu handeln haben und selber weder diagnostizieren noch
am Patienten Eso-Versuche machen dürfen.
Sie machen solange weiter, bis sie eine Anzeige an den Hals kriegen und u.U. ihren Job/Praxis verlieren!
Da krempeln sich einem die Fußnägel hoch!
Wo bleibt die Jurisprudenz?

6

Montag, 29. August 2005, 23:52

Die können Sie eh vergessen,was Scharlatanerie angeht.Sie haben keinerlei Durchblick und sind noch nicht mal in der Lage, die dazu bestehende Gesetze anzuwenden.

Die Gesetze sind alle da:

Die Gesetze gegen Scharlatanerie-betrug sind alle da


Um so wichtiger ist es,JEDEN Scharlatanerie-Betrüger anzuzeigen;dann wirds besser.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (18. Oktober 2010, 13:10)


7

Dienstag, 30. August 2005, 00:41

Wie siehts denn so mit harten Daten über die Erfolge der Physiotherapie aus?

Ich spreche von Physiotherapie und nicht von den überquellenden Haupt-Nebenerwerbszweigen des Scharlatanerie-Betruges.

8

Dienstag, 30. August 2005, 07:24

Was diese bescheuerten Zusatzangebote vieler Physiotherapeuten angeht, gebe ich Ihnen absolut recht. Reine Geldmacherei und man spielt mit der Hoffnung gerade chronisch Kranker.
Eine Frage habe ich an Sie. Sie scheinen auch nicht so unbedingt viel von Naturheilverfahren zu halten. Gerade in der Physiotherapie werden solche aber klassisch angewendet (Wärme- und Kältebehandlung zum Beispiel). Sehen Sie diese Dinge auch kritisch?
Ich persönlich habe aufgrund von Bandscheibenschäden oft Rückenschmerzen und der Griff zur Wärmflasche kann zumindest bei mir gerade die verspannungsbedingten Schmerzen lindern. Leider hilft es auch immer nur so lange, wie man gerade drauf liegt. Aber das ist ja schon mal was und spart auch gelegentlich ne Novalgin oder Voltaren ein.
Mein Physiotherapeut legt mich immer vor der Behandlung und nach der Behandlung auf Wärmeträger und ich finde es gut (mhh, vor allem macht er das auch noch ohne das es verschrieben wurde, einfach, falls noch ein Raum solange frei ist - ohne Rechnung).
Allerdings versucht er mich auch immer zu einer Magnetfeldtherapie oder Bioresonanz zu überreden - nicht mit mir... .

9

Dienstag, 30. August 2005, 09:47

Als Forenneuling zunächst einen guten Morgen in die Runde.

Kennt jemand wissenschaftlich anerkannte Studien über PHYSIOTHERAPIE?

PUBMED gibt nichts her. Was ist demnach in diesem Bereich wissenschaftlich seriös?

10

Dienstag, 30. August 2005, 12:00

Gegen eine vernünftige Wärme- oder Kälteanwendung ist überhaupt nichts einzuwenden.
Beides hat eine Mehrdurchblutung zur Folge,
kann entkrampfend auf die Muskulatur wirken,
besonders Wärme hinterläßt wie jeder weiß ein angenehmes Gefühl der Entspannung.
Als Vorbereitung für Massagen, gymn. Übungen
durchaus empfehlenswert.

zu Hepe: Moin, mir liegen leider keine Studien vor. Es ist wahrscheinlich auch besser so...

11

Dienstag, 30. August 2005, 12:14

Die Krankengymnastik-Fraktion schimpft und hetzt weiter, will unbedingt wissen, was ihre Kritiker beruflich machen, um sie dann besser abqualifizieren zu können.
Hatte denen drei wissensch. Stellungnahmen
zu dem Unfug Craniotherapie ins Forum gestellt.
Darauf wurde nicht mit einem Wort eingegangen.
Weil zwei davon in Englisch waren?

Lovecraft:

"Der Patient hat ein Recht darauf, wenn er in eine Krankengymnastik- oder Massagepraxis geht, von ausgebildetem Fachpersonal, welches sich an den Standards der wissenschaftlichen Medizin orientiert, behandelt zu werden.
Kurpfuscherei und Quacksalberei haben dort nichts zu suchen."

Antwort:

"Ich kann ja absolut nachvollziehen, dass dir die CST zutiefst zuwider ist. Aber du solltest dich davor hüten dies damit zu begründen, dass der theoretische Überbau und die Wirkungsweise der CST wissenschaftlich nicht nachweisbar ist. Denn dir ist offensichtlich entgangen, dass sich die Wirkungsweise der fast gesamten Physiotherapie bisher nur auf der Ebene von Empirie befindet. Von beweisbarer Wissenschaft ist die Physiotherapie noch weit entfernt. Bisher konnten wir PTs damit gut leben, haben zuversichtlich Massagen, Traktionen, PNF, Roll-Gleit-Techniken, etc. angewendet, ohne dass die Wirkungsweise wissenschaftlich bewiesen werden musste. Allein wegen der Finanzschwäche der KVs muss die Physiotherapie sich nun Richtung «Evidence Based Physiotherapy» entwickeln. Das ist gut und richtig so.
Würden wir aber ab heute nur noch – wie sagst du so schön – „wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden“ anwenden, unser Aufgabenfeld wäre ruck-zuck auf die Verwendung von Elektrotherapie und Durchführung von Gangschule reduziert. Und das kannst du nicht wirklich wollen, oder?"

Sollte dir wirklich ebenfalls entgangen sein, dass auch Ärzte, die – wie in einem anderen Beitrag von dir dargelegt – im Gegensatz zu den PTs eine wissenschaftliche Ausbildung absolviert haben, Therapien verabreichen, deren Wirkungsweise wissenschaftlich noch keinesfalls belegt werden konnte und die nicht von den KVs übernommen werden (z.B. Stoßwelle). Sind das auch alles leichtgläubige Kurpfuscher? Oder bewundernswerte Vorreiter, die ihren Patienten helfen wollen?



Was ich überhaupt nicht lustig finde, sind deine Angaben in deinem Profil:
Zitat:
Hauptschule, abgebrochene Kfz-Lehre, arbeitslos, Hobbys Game-boy, Party, Alko-Pops, Abhängen

Wenn die mit Fakten, Kritik, Infragestellungen konfrontiert werden, reagieren sie (hier besonders auch wieder die Damen) hyperaggressiv, cholerisch,
hysterisch und böse. Oder gar nicht.
Ironie und Witz geht denen völlig ab.
Verhärmt und verbiestert!
Bei der nächsten "Gesundheitsreform" kommen diese abgehobenen selbstherrlichen Tussies aber wieder ganz schnell auf den Boden zurück!

12

Dienstag, 30. August 2005, 15:38

Heute morgen habe ich in einer Lokalzeitung eine Anzeige von einer Physiotherapie-Praxis gelesen. Folgendes stand dort:

Tipp des Monats:

"Murmeltiermassage"
Rücken-Schulter-Nacken-Massage mit Murmeltiersalbe

15 Minuten 12,50 EUR
Murmeltiersalbeneinreibung 3,00 EUR

Bitte informieren Sie sich auch über unsere Therpie- und Wellnessangebote
Unser Physioteam berät Sie gern.

Das ist die Webseite dieser Praxis:

http://www.heikeszyszka.de/mainframeset.htm

Die Dame ist "Reiki-Meisterin" Was auch immer das bedeutet.

Also ehrlich wer für so einen Mist Geld ausgibt, ist doch selber schuld.


Aromatherapie

Moxibustionstherapie

Schröpfkopftherapie

Magnetfeldtherapie

Farblichttherapie

Entspannungstherapie

Shiatsu

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (27. November 2010, 21:12)


13

Dienstag, 30. August 2005, 16:26

Fatal ist dabei, daß so ein Schrott in "Gesundheitspraxen" angeboten wird.
Die ahnungslosen Patienten glauben, das Ganze sei medizinisch- und schon sind sie in der Kostenfalle drin.
Solche Figuren ruinieren den Ruf eines ganzen Berufsstandes!

14

Dienstag, 30. August 2005, 16:55

Oder auch nicht.

Die Bescheuerten und Verblödeten,findens doch oft genug ganz toll,daß Alternaiv-Schrott angeboten wird,den sie nicht erfassen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (29. Mai 2010, 13:00)


15

Dienstag, 30. August 2005, 19:33

Wärme - Kälte, auch so ein Thema, bei dem es viele unterschiedliche Meinungen gibt.

Seriöse Medizin ist evidenz basierte Medizin. Seriöse Physiotherapie, was zählt dazu.

In Post 006 wird gefragt: Wie siehts denn so mit harten Daten über die Erfolge der Physiotherapie aus?

Wo sind genau die Standards der an der wissenschaftlichen Medizin orientierten Physiotherapie?

Selbst bei Krankengymnastik auf sogenannter neurophysiologischer Grundlage wie Bobath und Vojta berichtet PUBMED nur über Untersuchungen der familieren Schwierigkeite behandelter Kinder während der Therapie. Daten über die Wirksamkeit = 0.
Gleiches gilt im übrigen auch für die Massage.

W A S ist also seriöse Physiotherapie?

16

Dienstag, 30. August 2005, 19:43

Das war meine Frage.

Ich weiß es nicht und verordne kaum noch welche (Babies),ohne daß es irgendwelche Probleme gegeben hätte.

17

Dienstag, 30. August 2005, 22:16

Zitat

Kinderarzt.Kinderarzt postete
[/b]Das war meine Frage.

Ich weiß es nicht und verordne kaum noch welche (Babies),ohne daß es irgendwelche Probleme gegeben hätte.[/b]


Gibt es denn bei Babies wenigstens valide Daten; und geben sie den Therapeuten in diesen seltenen Fällen konkrete Behandlungshinweise?

18

Dienstag, 30. August 2005, 23:02

Das ist im Einzelfall schwierig zu beantworten.

19

Mittwoch, 31. August 2005, 09:49

Herr Kinderarzt, haben Sie irgend was seriöses,
Kritisches über Bobath und Vojta?

Thanks in advance

20

Mittwoch, 31. August 2005, 12:35

Es gibt scheins noch einige wenige Physiotherapeuten, die kritisch reflektieren!

Hier die Therapeutin Monika Aly:

"Ich möchte kurz auf die gängigen Methoden eingehen: Es sind die nach Bobath und nach Vojta. Beiden Methoden ist gemeinsam, daß die Pathologie im Vordergrund steht, daß sie nicht auf eine genaue und abwartende Beobachtung der Krankheit setzen, sondern auf überstürzte therapeutische Maßnahmen, um richtige normale Bewegungen anzubahnen.



Das Problem dieser Methoden liegt nicht darin, daß es sie gibt, sondern daß sie kritiklos von vielen Therapeuten als unanfechtbare einzige Möglichkeit angewendet werden, um cerebralbewegungsgestörten Menschen zu helfen. Das geht soweit, daß sich Krankengymnasten minderwertig und unqualifiziert fühlen, wenn sie noch keinen Kurs haben. Der Run zu diesen Fortbildungen ist dementsprechend.
Mir ging es auch so. Ich glaubte vor dem Kurs nicht meinen eigenen Beobachtungen, da ich meinte, zu wenig Pathologie zu sehen, somit unqualifiziert zu sein. Ich meine trotz meiner Kritik, die ich nicht falsch verstanden wissen möchte, daß wir uns als Krankengymnasten alle Techniken und auch eine Methode, wie die der Bobaths aneignen müssen, um aber dann nicht nach Bobath behandeln, sondern nach der uns eigenen immer neu durchdachten Weise. Das setzt viel mehr voraus, als nur richtig erlernte Griffe.



Die Methode Vojta lehne ich ab, weil das Kind hier nur als Reflexmaschine vorkommt und keine seiner Bewegungen selbst bestimmen kann. Eine Erfahrung der eigenen Möglichkeiten wird beim Kind unterbunden. Die Eltern werden zu Co-Therapeuten degradiert, die unter einem ständigen Leistungsdruck stehen. Dabei sind die ca. viermal pro Tag durchzuführenden Zwangsübungen meist auch noch vergeblich.

Hat es sich deshalb trotz oder wegen der Therapie weiterentwickelt? Unsere Therapieerfolge lassen sich meines Erachtens damit erklären, daß es zum einen vielleicht eine Fortentwicklung therapeutischer Möglichkeiten gibt, daß aber zum anderen durch den Frühbehandlungsboom von Risikokindern viel zu viele Kinder therapiert werden, die nichts haben.



Ich glaube in letzter Zeit immer weniger an einen wirklichen Therapieerfolg.

Ich konnte oft feststellen, daß die Kinder auch nach längerer Urlaubszeit oder Unterbrechung nicht mehr Probleme hatten und sich durchaus, in ihrem Rahmen, auch ohne Therapie fortentwickelt haben. Es spricht viel dafür, die Therapie gelegentlich auszusetzen, um zu sehen, ob sie notwendig ist. Vieles, was wir machen, ist ja auch nicht Therapie, bzw. wir haben keine therapeutischen Ziele. Bei näherem Hinsehen handelt es sich oft um rein pflegerische Maßnahmen."

Dem ist nichts hinzuzufügen!

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