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www.gwup.org/
GWUP fordert Ende der Förderung von Pseudowissenschaften
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07.05.2002 - Anlässlich ihrer 12. Jahrestagung vom 9. - 11. Mai in der Archenhold-Sternwarte Berlin-Treptow fordert die GWUP ein Ende der Förderung von Pseudowissenschaften durch die Politik, vor allem in der Medizin. Sie ruft die Politik dazu auf, in der nächsten Legislaturperiode ihr Augenmerk auf den Schutz von Verbrauchern und Patienten zu legen und medizinische Therapieverfahren ohne Ausnahme den gleichen wissenschaftlichen Qualitätsstandards zu unterwerfen.
In den letzten Jahrzehnten sind international hohe wissenschaftliche Standards für die Medizin festgelegt worden. Sie sollen die Qualität von Diagnostik und Therapie sicherstellen und auch zur Arzneimittelsicherheit beitragen. Die GWUP betrachtet mit Sorge, dass weltweit Behörden und Politik sich dem Druck von Interessengruppen beugen, die bestehenden Standards in ihrer Wirkung abzuschwächen, abzuschaffen oder bestimmte medizinische Verfahren von dieser Form der Qualitätssicherung auszunehmen. Dies gilt auch und in besonderen Maße für Deutschland. Hierzu der GWUP-Geschäftsführer Amardeo Sarma: "Wir fordern den Gesetzgeber auf, in der nächsten Legislaturperiode die gleichen wissenschaftlichen Standards für alle medizinischen Verfahren durchzusetzen. Für die GWUP ist es völlig unverständlich, dass sich Verfahren wie Homöopathie und anthroposophische Medizin einer kritischen, wissenschaftlichen Prüfung nur deshalb entziehen können, weil sie zu den bevorzugten 'besonderen Therapierichtungen' gehören."
"Die Ansprüche der 'besonderen Therapierichtungen' sind verständlich", sagt Sarma, "denn diese Therapien widersprechen unseren heutigen medizinischen Kenntnissen. Versuche, von Interessenverbänden und Politik, deren Wirksamkeit nachzuweisen, sind in wissenschaftlichen Tests gescheitert." Die GWUP weist darauf hin, dass Tests immer wieder gezeigt haben, dass homöopathische und anthroposophische Medikamente nicht besser wirken als Placebos. Trotz solcher Ergebnisse wird das Wunschdenken der Betroffenen nicht gemindert.
Bei der Tagung werden neben medizinischen Themen wie anthroposophische Medizin und Magnettherapie auch Nahrungsergänzungsmittel behandelt. Hier werden laut dem Referenten Dr. Gregor Huesmann kurzlebige Produkte "mit massivem PR-Aufwand in den Markt geboxt, um möglichst schnell Kasse zu machen". Huesmann weiter: "Bis die Aufsichtsbehörden, die Wettbewerbsvereine und die Gerichte handeln können, ist der Gewinn bereits eingefahren. So wird sprichwörtlich jede Woche eine neue Sau durchs gutgläubige Verbraucherdorf getrieben."
Themen der Tagung sind:
Okkulte "Geisteswissenschaft" in einer modernen Gesellschaft? Beispiel: Anthroposophische Medizin
Wundermittel und Nahrungsergänzungsmittel: Wettbewerbsrecht kontra Verbraucherschutz
Klonen: Kann man Menschen kopieren?
Welchen Einfluss haben Steine, Minerale und Edelsteine auf den Menschen?
Sinn und Unsinn in der Elektro- und Magnetotherapie
Elektrosmog: Der aktuelle Stand der Diskussion und der Umgang mit dem Thema in Deutschland
Sind Zeitreisen möglich?
Wider jede Logik: Über den Umgang der "Prä-Astronautik" mit Fakten und Kritikern
Brauchen wir eine neue Physik?
Die GWUP ist ein Zusammenschluss von rund 630 Wissenschaftlern aller Disziplinen und beschäftigt sich mit Phänomenen, die von der Esoterik- Szene zumeist voreilig als "übersinnlich" oder unerklärlich eingestuft werden. Infos über die GWUP finden Sie unter
http://www.gwup.org, über die Konferenz unter:
http://www.gwup.org/ueberuns/konferenzen/2002/