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Mittwoch, 8. Oktober 2003, 02:25

Die sogenannte Kinesiologie ist völlig absurd und nichts anderes als Scharlatanerie-Betrug.

Man behauptet,durch reines Armdrücken gegen Widerstand so ziemlich alles "analysieren" zu können und zum Beispiel "geeignete" "Medikamente" und Allergien austesten zu können.

Mieser Scharlatanerie-Betrug!


Von Abzockern für total Verblödete:

http://www.kinesiologie-hirzel.ch/html/u…uebersicht.htm#

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (8. Juni 2010, 14:43)


2

Mittwoch, 8. Oktober 2003, 12:36

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (5. Mai 2010, 21:32)


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Mittwoch, 8. Oktober 2003, 14:27

"Das war's dann. Hat 45 Minuten gedauert. Sie meinte das es zunächst zu einer Verschlimmerung kommen kann und es kann auch sein, das es für das Symptom Bettnässen auch noch weitere Ursachen geben kann, die sich aber erst zeigen, nachdem diese familiäre Ursache quasi beseitigt wurde."

Ja, das war wohl die einzige richtige Aussage. Damit ist sie raus aus der Verantwortung und hat sich jetzt schon mal ihren Grundstein für ihr nächstes Gespräch mit der Mutter gelegt, um ihr Versagen zu erklären.

4

Mittwoch, 8. Oktober 2003, 14:58

Wie bei Comöopathetikern und anderen Scharlatanen auch.

5

Montag, 26. Januar 2004, 23:07

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (5. Mai 2010, 21:33)


6

Dienstag, 27. Januar 2004, 00:20

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (5. Mai 2010, 21:33)


7

Dienstag, 27. Januar 2004, 00:28

Dazu auch:

Die "kinesiologie"-abzocker

Kinesiologie

http://home.t-online.de/home/s.schuhbeck/kinesiologie.htm

Eine völlig absurde und KRIMINELLE Scharlatan-"Methode".

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8

Dienstag, 27. Januar 2004, 01:16

Das wäre für mich ein Grund den Kindergarten sofort zu wechseln

Re: kinesiologie? wer kennt sich aus? [re: pauls mama] Antworten




in unserem kindergarten werden kinesiologie-kurse für vorschulkinder angeboten, und ich habe meinen sohn dort auch angemeldet. ob es was bringt oder nicht, kann ich nicht sagen, ich weiss ja nicht, wie er wäre würde er es nicht machen, aber im grunde finde ich es nicht schlecht.
es ist mehr oder weniger eine *bewegungslehre*, man kann es fast wie eine turnstunde mit ruhephasen sehen. vor allem lernen die kinder, die probleme mit links und rechts haben, eine bessere koordinierung, kommt mir zumindest so vor.
es heisst ja auch, das die kinesiologie die verknüpfung zwischen der rechten und linken gehirnhälfte vebessert. ich muss für mich sagen. ich habe das gefühl das mein sohn davon schon profitiert, einfach gewisse bewegungsabläufe besser funktionieren, aber wie gesagt, ich weiss nicht wie er sich in der hinsicht entwickelt hätte würde er das nicht machen. das mir den energieblockaden, naja, glaubt man daran(oder will man daran glauben), wird man sicher das gefühl haben die "energieströme" fliessen jetzt besser.
was mir persönlich daran gefällt ist, das die kinder auch lernen, sich ruhig hinzulegen, sich zu entspannen, aber trozdem zuhören lernen.
wenn du mehr wissen willst, oder mal ein paar übungsblätter sehen willst, schicke mir ein mail.
sisi171@hotmail.com
gruss doris

9

Montag, 2. Februar 2004, 14:32

http://www.eltern.de/community/foren/sho…t=1#Post1995640


pauls mama
(old hand)
2004/02/02 14:17
kinesiologin.... ich war da...... erfahrungsbericht Antworten




also ich habe es tatsächlich getan.
allen unkenrufen zum trotz habe ich mich zu dieser kinesiologin aufgemacht....

ursprünglich wollte ich sie wegen meines monsters aufsuchen, aber sie meinte, ich solle mich mal zuerst vorstellen und überprüfen lassen, ob denn mit mir alles "im fluss" sei.

also, ich kam da an, wurde erst von einer dicken fetten katze begutachtet, woraufhin die kine. erstmal meine aura reinigen musste. sie schwang lustig mit einem bio-meter hin und her uns drückte hier und dort, legte ihre hände über meinen kopf und befand mich nun für gereinigt genug um zu beginnen. die katze sieht sowas....

sie fand blockaden im basis-chakra, woraufhin ich 3 minuten lang die hand auf meine mumpfel halten sollte um die energien wieder fliessen zu lassen. schien dann auch geklappt zu haben. dann gabs ne störung im kreuzbeinmeridian, die wurde auch behoben.
dann fand sie durch eine altersrückführung heraus was mich im moment am meisten hemmt und es nicht zuläasst, dass mein kind von mir positive energien empfängt:

MÄDELS, JETZT KOMMT DER KLOPFER:

ich war unbewußt als ich 16 war schwanger, und die seele diese kindes sei immernoch bei mir und will erkannt und gesehen werden und blockiert meine energieflüsse!!!!!!
es ist wütend, weil ich es übersehen habe und es gehen lassen hab.

diese seele übergaben wir dann feierlich dem großen universum, auf dass sie sich einen anderen platz suchen möge, entschuldigten uns bei ihr und wünschten ihr alles gute.

dann wurde ich noch mit angenehm duftenden wässerchen besprüht und sollte dann frischen mutes wieder nach hause fahren und in den nächsten wochen solle sich dann wohlbefinden, ruhe, entspannung und überhaupt ein ganz anderes leben einstellen.

habt ihr schon mal eine derartigen humbuk gehört???

also, ich kann euch sagen, ich glaub ja an allem möglichen scheiss von wiedergeburten bis hin zu poltergeistern, aber DAS war selbst mir zu durchgeknallt!!!

so und jetzt reib ich meinen rosenquartz und lasse die energie fliessen *gggg*

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (5. Mai 2010, 21:33)


11

Montag, 2. Februar 2004, 16:02

seriös:
http://www.sgipt.org/schulpsy/kines0.htm

Nach einer knappen Klärung des Begriffs "Kinesiologie" bezieht der Beitrag kritisch zu dem Verfahren Stellung, das derzeitig immer größere Verbreitung im "Raum Schule" findet. Insbesondere werden die fehlende Evaluation des Verfahrens, seine unrealistischen therapeutischen Ansprüche sowie eine Vermengung von Wissenschaft und Glaube kritisiert. Eine unreflektierte Übernahme kinesiologischer Diagnose- und Therapiepraxis in der Schule wird infragegestellt.

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12

Mittwoch, 5. Mai 2004, 18:42

http://elternforum.hebammen.at/showthrea…&threadid=59270

Dümmer gehts nicht.

Oberplump auch wie sich die Abzocker-Scharlatane und ihre debilen Nachbeter gegen einen seriösen Schreiber wehren.

Leute;ich sag euch: das ist alles noch viel schlimmer als ihr denkt und ich mal dachte.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (23. Juni 2010, 16:08)


13

Dienstag, 18. Mai 2004, 12:48

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14

Freitag, 4. Juni 2004, 12:11

Kinesiologie
Die Health-Kinesiologie, wie sie von J. Scott in den USA in den 1960iger Jahren entwickelt worden ist, gehört zu den unkonventionellen alternativmedizinischen Diagnoseverfahren.

Die Methode ist zur Zeit vor allem bei niedergelassenen Ärzten und Heilpraktikern weit verbreitet und ihr Bekanntheitsgrad und ihre Akzeptanz ist im Steigen begriffen.


Verwirrung durch Namensgleichheit
Die Bezeichnung Kinesiologie ist verwirrend, denn auch in der Hochschulmedizin nimmt die Kinesiologie (engl. Kinesiology), als Bewegungstherapie u.a. im sportmedizinischen Bereich einen breiten Raum ein. Man versteht darunter gymnastische Übungen, Leistungstests für ausgewählte Muskelgruppen oder allgemeine Funktionstests zur körperlichen Leistungsfähigkeit. Der hochschulmedizinische Begriff der Kinesiologie hat jedoch mit der alternativmedizinischen Health-Kinesiologie oder der in esoterischen Kreisen einfach als Kinesiologie bezeichneten Pseudo-Diagnostik nichts zu tun.


Der Sinn der Kinesiologie
Der gesamte Körper soll im Hinblick auf seine Reaktion auf eine Substanz durch die Beurteilung der Haltekraft eines als Indikator wirkenden Muskels beurteilt werden. Da diese Methode eine nicht-invasive und wenig belastende Untersuchungsform ist, wird sie häufig auch bei Kindern angewendet. Obgleich die Methode verbreitet ist, haben sich nur wenige unabhängige Untersuchungen mit ihr befasst.


Klinische Überprüfungen zeigen Wirkungslosigkeit der Methode
Im Rahmen einer ausführlichen Studie zur diagnostischen Wertigkeit der Health-Kinesiologie nach Scott klärte die Hautklinik der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Methode bei Patienten mit allergischen Erkrankungen.

Von September 1993 bis August 1994 wurden 42 Testpersonenen mit gesicherter Wespen- oder Bienengift-Allergie (gesichert durch Prick- u. Rast-Test) vor dem Beginn einer Hyposensibilisierungsbehandlung auf folgende Allergene getestet: Acetylsalicylsäure, Hausstaubmilbe, Katzenhaare, Laktose, Graspollen, Wespen- und Bienengift, Candida albicans. Als Kontrollsubstanzen wurden Histamin (erzeugt stets eine Reaktion) und Kochsalz (erzeugt keine allergische Reaktion) mitgeprüft. Die mittels Prick- und Rast-Test durchgeführten Allergie-Tests wurden von zwei Assistenzärzten der Hautklinik Hamburg vorgenomen, so dass zwei unabhängige Befunde vorlagen.

Beide Assistenzärzte führten auch die kinesiologische Untersuchung durch, wobei sie beide unter der Qualitätskontrolle von zwei externen, seit Jahren kinesiologisch tätigen Ärzten standen. Der erste Assistenzarzt hatte bereits vor Untersuchungsbeginn eine Grundausbildung (Touch for Health) sowie einen Aufbaukurs (Health Kinesiologie) durchlaufen, der von J. Scott selbst geleitet worden war. Der zweite Assistenzarzt wurde vor Beginn der Studie in die Methodik eingewiesen. Die kinesiologischen Tests wurden nach dem Verfahren von Jimmy Scott (Health Kinesiologie) durchgeführt. Die Testung erfolgte im Stehen am Musculus deltoideus anterior. Dabei versuchte der Tester, den Arm der Testperson herabzudrücken, während die Testperson versuchte, den Arm in der Ausgangsposition zu halten, ohne selbst Gegendruck auszuüben. Durch diesen Test wurde der Bewegungsablauf trainiert. Um festzustellen, ob der Indikatormuskel erwartungsgemäß reagierte, wurden die Testpersonen aufgefordert, dies mit JA (starke Reaktion) oder NEIN (schwache Reaktion) zu bewerten. Die weitere Testung wurde im Liegen durchgeführt. Zunächst erfolgte eine Überprüfung der Meridianbalance anhand der um den Nabel angeordneten Testpunkte für die Meridianpaare. Der Korrekturmodus für schwache Elemente wurde nach der Methode von Scott festgelegt. Begonnen wurde in solchen Fällen mit der Austestung der neurovaskulären Punkte. Bei einer starken Reaktion folgte die Testung der Meridian- Endpunkte und in der Folge die der neurolymphatischen Punkte und die der Sedierungspunkte. Schwach testende Punkte wurden entsprechend korrigiert. Zum Abschluss der Vortestungen wurden eine Nabel-Balance (Hand der Testperson wird über den Bauchnabel, d.h. sämtliche Meridianpaare gelegt) vorgenommen. Dann erfolgte die Testung des Indikatormuskels. Anschließend wurde die Testung des Allergietestpunktes (kleine Knochengrube vor dem Ohr, die die Testperson selbst während des Tests komprimiert halten muss) durchgeführt.

Für die anschliessende Testung wurden die Allergene in kleine Glasfläschen verpackt und dem Tester in einer kleinen Pappschachtel gereicht. Alle Glasröhrchen waren gleich schwer. Die Reihenfolge der Allergene und der getesteten Allergene war für den Tester und die Testperson unbekannt, da die Pappschachtel undurchsichtig war. Die Pappschachtel wurde vom Tester unterhalb des Bauchnabels der Testperson auf die sog. Substanztestzone aufgelegt und der Indikatormuskel erneut geprüft. Eine Unsicherheit im Halten des Armes oder das widerstandslose Nachgeben des Armes unter Druck wurde als schwache Reaktion bewertet. Das stabile Halten des Armes in der Ausgangsposition wurde als starke Reaktion bewertet. Die schwache Reaktion steht im kinesiologischen Testsystem nach Scott für eine Allergie gegenüber der Testsubstanz.

Um die später folgenden Ergebnisse zu verstehen, müssen die Begriffe Sensitivität und Spezifität erläutert werden.

Unter Sensitivität (=Empfindlichkeit) eines Verfahrens versteht man die Häufigkeit des Eintretens eines positiven Testergebnisses. Weisst ein Allergietest bei der Testung von Bienengift-Allergen z.B. eine Sensitivität von 100% auf, so zeigte jeder dieser Tests eine allergische Reaktion auf das Bienengift-Allergen. Ist die Genauigkeit eines alternativmedizinischen Testverfahrens ebenso groß wie jene eines schulmedizinischen Verfahrens, so entspricht seine Sensivitität 100%. Es erkennt also genauso häufig den gleichen Befund wie das schulmedizinische Verfahren. Ist der Wert kleiner, erkennt die Kinesiologie weniger.

Die Spezifität sagt aus, wie häufig das Testverfahren bei einem gesunden Patienten eine fehlende Reaktion richtig erkennt. Hier sollte die Spezifität ebenfalls 100% betragen. Liegt sie niedriger, erkennt das Verfahren fälschlicherweise einen nicht vorhandenen Befund. So kann ein Patient Bienenstichallergiker sein und gleichzeitig nicht auf Candida albicans reagieren. Wenn eine Methode nun eine Sensitivität von 100% und Spezifität von 100% aufweist, wird das Bienenstichallergen sicher gefunden (Sensitivität), und auch das Fehlen einer Reaktion auf Candica albicans-Allergen wird richtig erkannt (Spezifität).

Die Ärztegruppe der Hamburger Hautklinik fanden im Vergleich zur Prick-/Rast-Allergietestung bei Bienen- und Wespengift für die Kinesiologie eine Sensitivität von 44% und eine Spezifität von 70%. Die Kinesiologie erkannte also nur 44% derjenigen Patienten, die eine Bienen- bzw. Wespengiftallergie hatten (Sensitivität) und nur bei 70% der Untersuchungen konnte die Kinesiologie richtigerweise das Fehlen einer entsprechenden Allergie feststellen. Für alle anderen Allergene wurde von den Autoren der sog. Cohens- Cappa-Wert angegeben. Dies ist eine Zahl, die die Stärke der Übereinstimmung von Messergebnissen beschreibt. Sie schwankt zwischen Null und Eins. Dabei bedeutet 0 keinerlei und 1 eine perfekte Übereinstimmung zwischen den alternativ- und schulmedizinischen Untersuchungsverfahren.

Als Untersuchungsmethoden waren der schulmedizinische Prick-/Rast- Test auf der einen Seite und die Health-Kinesiologie auf der anderen Seite zu vergleichen. Die Cappa-Werte zeigt die nachfolgende Tabelle.

Cappa-Werte des Vergleichs von
hochschulmedizinischem Prick-/Rast-Test
versus Health-Kinesiologie nach J. Scott
Allergen Cappa-Wert
Laktose 0.16
Hausstaubmilbe 0.11
Katzenhaare 0.31
Graspollen 0.02
Acetylsalicylsäure 0.16
Wespengift 0.14
Bienengift 0.47
Candida albicans 0.25
Kochsalz 0.42
Histamin 0.21
alle Allergene insgesamt 0.17

Der Zusammenhang von Kinesiologie und schulmedizinischen Testergebnissen war sehr gering, zum Teil (s. Graspollen) fast nicht vorhanden. Man hätte Mindestwerte von 0.9 erreichen müssen, um halbwegs akzeptable Übereinstimmungsraten erzielen zu können.

Um die Reproduzierbarkeit der Kinesiologie zu untersuchen, wurde im Januar 1995 in der Hautklinik bei fünf Wespengiftallergikern (gesichert mit Prick-/Rast-Test) vor einer Hyposensibilisierungsbehandlung erneut eine mehrfache kinesiologische Untersuchung vorgenommen.

Ein externer, erfahrener niedergelassener Kinesiologe führte eine 20fache Testwiederholung durch. 10 mal testete der Arzt mit Wespengift, 10 mal nur mit Kochsalzlösung. Auch hier waren die Proben für diesen Arzt unkenntlich (verpackt, gleich schwer), so dass weder Proband noch Kinesiologe wussten, ob gerade Allergen oder Placebo getestet wurde. Bei den Wespengift-Proben erreichte der Kinesiologe eine übereinstimmende Diagnose in nur 24%, jedoch immerhin 68% bei den Kochsalztestungen. Ein im Parallelversuch ebenfalls kinesiologisch diagnostizierender Arzt, der das Verfahren im Schnelldurchlauf von zwei Ärztinnen demonstriert bekam, die selbst nur einen Standardkurs in Kinesiologie erhalten hatten, brachte es immerhin beim Wespengift und beim Kochsalz auf eine Reproduzierbarkeitsrate von 61%. Da die Ärzte der Hamburger Hautklinik trotz der separaten Auftrennung von Patienten mit Candica albicans bzw. Patienten ohne Cancida albicans keinen Unterschied in der Reproduzierbarkeit der Messungen finden konnten, konnte das Argument der Kinesiologen, dass eine ordnungsgemäße kinesiologische Testung bei Candica albicans-Befall nicht möglich sei, als faktisch wiederlegt angesehen werden.


Die Kinesiologie ist unbrauchbar
Die Hamburger Hautärzte stellten fest: Aus unserer Sicht besteht daher derzeit kein wissenschaftlich begründbarer Anhaltspunkt dafür, die Kinesiologie in der Allergiediagnostik einzusetzen.

Eltern, die ihre Kinder Health-Kinesiologen oder analogen Kinesiologen zur Diagnostik überlassen, gehen ein hohes Risiko ein, wenn aus dieser unbrauchbaren Wundermethode therapeutisch relevante Folgen resultieren sollen. Es besteht dann die Gefahr der Fehldiagnose und Falschbehandlung. In jedem Fall geht man das Risiko ein, dass das Kind/der Patient verzögert zu einer wirklich wirksamen therapeutischen Einrichtung gelangt. Vor allem in Heilpraktikerkreisen wird die Kinesiologie als sicher propagiert. Man sollte die Praxen von Therapeuten, die diese Methode anbieten, sofort verlassen.

Es gibt im übrigen noch weitere Abwandlungen der Kinesiologie, die vom amerikanischen Chiropraktiker George Goodheart ebenfalls in den 1960iger Jahren entwickelt wurde. Dabei wird auf das aus der chinesischen Mythologie/Gesundheitslehre stammende Chi oder Ki abgezielt - ein geheimnisvoller Energiefluss im menschlichen Körper, der in Wirklichkeit nicht existiert und religös-magischen Ursprungs ist. Der Patient wird dadurch geprüft, dass dieser einen Arm im rechten Winkel von Körper zur Seite ausstreckt. Der Kinesiologe legt seine eigene Hand auf das Handgelenk des ausgestreckten Arms des Patienten und drückt nun den Arm gegen den Widerstand des Patienten nach unten. Der Energiefluss ist dann in Ordnung, wenn der Patient dem Druck des Therapeuten widersteht. Da dieses Phänomen aber von der Aufmerksamkeit des Patienten abhängt und somit vom Therapeuten sehr leicht beeinflusst werden kann, kann auf diese Weise dem unbedarften Patienten eine Scheinerkrankung angedichtet werden, die in der Realität nicht existiert.


Quellenverzeichnis
Lüdtke R, Seeber N, Kunz B, Ring J: Kinesiologie in der Allergiediagnostik. in: Jahrbuch der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, Band 2, Hippokrates Verlag, Stuttgart, 1995, 54-64


Zu dem Autoren:
http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=5398 1086373349



KOMMENTAR: es ist völlig unsinnig,daß sich die Medizin überhaupt mit solchem ganz offensichtlichen Unfug befaßt.

Und die Carstens-Stiftung ist schwerstkriminell.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (24. November 2010, 23:38)


15

Donnerstag, 17. Juni 2004, 13:05

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (5. Mai 2010, 21:34)


16

Sonntag, 20. Juni 2004, 16:19

Verlogener Schwachsinn von einem Unheilpraktikerverband:

http://udh-bundesverband.de/Therapieverf…nesiologie.html

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (23. Juni 2010, 16:09)


17

Samstag, 26. Juni 2004, 21:34

Übelster Betrug.
Von Idioten für Idioten:

http://www.lighteye.de/?session=FYn5uCudeac2s1Jcq8190LT01P

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (23. Juni 2010, 16:09)


18

Samstag, 26. Juni 2004, 22:07

Ein guter Übersichtsartikel zur Kinesiologiekritik findet sich auf der website von Claudia Goldner: http://www.beepworld.de/members47/logopa…terikkritik.htm

19

Sonntag, 27. Juni 2004, 01:32

Zu 017:

Erst kommt Unlesbares>>>weiter nach unten scrollen.

20

Sonntag, 27. Juni 2004, 12:54

Stimmt, der link [17] funktioniert nicht wie gewünscht. Hier also der Text zur Kinesiologie von Claudia Goldner:

Erdknöpfe und Denkmützen: Dubiose Angebote auf dem Nachhilfe- und Lernförderungsmarkt

Immer mehr Schülerinnen und Schüler fallen dem stetig steigenden Druck in der Schule zum Opfer. Schon in den unteren Klassen leiden Kinder unter teils massiven Streßsymptomen, sie halten der permanenten Leistungsanforderung, die an sie gestellt wird, auch der ständigen Disziplinierungs- und Verhaltensdressur, der sie ausgesetzt sind, nicht stand und werden ´auffällig´. Nervosität, Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsschwächen sind dabei die geringsten der auftretenden Probleme, viele Kinder, oftmals die Sensibelsten, entwickeln teils schwere neurotische Störungen und/oder psychosomatische Erkrankungen.

Was tun? Eingespannt in die Vorgaben eines zu erfüllenden Lehrplanes und in gesellschaftliche Zwänge, aus denen diese sich in ´logischer´ Folgerichtigkeit herleiten, sind Lehrer und Eltern gleichermaßen rat- wie hilflos. Dies umso mehr, je deutlicher ihnen - simple Dialektik - das Problem als strukturbedingtes Dilemma klar wird: Jede Gesellschaft hat das ihr gemäße Schulsystem, über das die in ihr herrschende Doktrin - Stichwort: Rosa Luxemburg (´Die herrschende Doktrin ist immer die Doktrin der Herrschenden´) - fest- und fortgeschrieben wird.

Eine Heerschar an pädagogischen und therapeutischen (Laien-)Helfern dient sich an dieser Stelle an, aus dem Leistungs- und Auslesesystem der Schule herauszufallen drohende oder herausgefallene Schüler so sonderzubehandeln, daß sie den an sie gestellten Anforderungen (wieder) entsprechen: Der private Nachhilfe- und Lernförderungsmarkt boomt wie nie (die Umsätze allein im deutschsprachigen Raum liegen bei über einer Milliarde €URO pro Jahr).[1]

Zu den weitestvereiteten Verfahren auf diesem Markt zählt die sogenannte ´Angewandte Kinesiologie´, genauer: deren als ´Edu-Kinestetik´ bekannter pädagogischer Zweig. Entwickelt in den 1970er Jahren von dem Amerikaner Paul Dennisen besteht das Verfahren - der Kunstbegriff ist zusammengesetzt aus educatio: lat.= Erziehung, kínesis: griech.= Bewegung und aísthesis: griech.= Wahrnehmung - aus einem Set simpler Gymnastikübungen, beispielsweise: ´Schwingen mit dem Oberkörper´, oder ´Mit den Armen eine liegende 8 in die Luft malen´. Zweck dieser Übungen sei ein Ausbalancieren des sogenannten ´Schwerkraft-Antischwerkraft-Energieflusses´ und damit eine ´Verbindung der beiden Gehirnhälften´,[2] was unverzügliche Hilfe bringe bei ´emotionaler Belastung, Streß, körperlichen Auffälligkeiten, Lernstörungen, Konzentrationsschwächen und Lebenskrisen´.[3]

Was mit besagtem ´Energiefluß´ gemeint ist, erschließt sich aus Dennisons Bestseller ´Befreite Bahnen´ nur vage: In Anlehnung an die Meridianlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist wortreich die Rede von der ´Auflösung energetischer Blockaden´ oder der ´Wiederherstellung eines harmonischen Gleichgewichtes´. Über die Gymnastikübungen hinaus findet sich insofern eine Art Akupressurmassage (´Touch for Health´) im kinesiologischen Verfahrenssortiment, mit der auf irgendwelchen ´Akupunkturpunkten´ der zu behandelnden Kinder herumgedrückt wird. Für jede Störung gibt es eigene ´Meridianpunkte´ (´Buttons´/´Knöpfe´). Werden die Kinder angewiesen, selbst an sich herumzudrücken oder herumzuziehen, firmiert das Ganze unter dem Begriff ´Brain-Gym´. Mit Übungen der folgenden Art sollen ´Lernblockaden´ und gar ´legasthenische Störungen´ abgebaut werden: ´Mit je 2 Fingern den Rand des Schambeins und mit weiteren 2 Fingern die Unterlippe für 30 sec. halten. Dies hilft, besser geerdet zu sein, hält den Körper entspannt und den Geist wach. Es ermöglicht, nach unten zu sehen, ohne daß die Augenenergien abschalten (´Erdnöpfe´, Zentralmeridian); Mit 2 Fingern das Steißbein und mit 2 weiteren Fingern die Oberlippe für 30 sec. halten. Dies verhilft zu einer besseren Raumorientierung und hält dich offen für Informationen von außen (´Raumknöpfe´, Gouverneursmeridian); Dehne und ziehe die Ohren sanft von innen nach außen und von oben nach unten. So kannst Du besser zuhören (´Denkmütze´).[4]

Das Bayerische Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung, ausnahmsweise einmal Vorreiter in Sachen Esoterikkritik, hat Ende 1997 in einer eigenen Aufklärungsbroschüre Kinesiologie bzw. Edu-Kinestetik (alias: ´Educational Kinesiology´) als ´derartige Versimplifizierung und Verfälschung der Vorgänge des zentralen Nervensystems´ bezeichnet, daß die ´Aufnahme so erklärter diagnostischer und therapeutischer Techniken zum Umgang mit Kindern in hohem Maß beunruhigen muß´. Es handle sich um gänzlich unseriöse Praktiken, die unter dem Deckmantel einer ´praktischen Pädagogik´ unbrauchbares esoterisches Gedankengut verbreiteten. Höchst ´befremdend´ sei es, wie damit ´bei Betroffenen nicht erfüllbare Hoffnungen´ geweckt würden.[5] Der Deutsche Bundesverband Legasthenie wies in einem eigenen Rundschreiben darauf hin, daß die von Dennison und seinen Anhängern behauptete Wirksamkeit kinesiologischer Übungen bis heute ohne jeglichen ernstzunehmenden Nachweis geblieben sei. Die Gemeinde gläubiger Edu-Kinesteten erinnere im übrigen an eine ´sektenähnliche Vereinigung´,[6] eine Einschätzung, die der Schulpsychologe Hermann Meidinger ausdrücklich bestätigt: ´Werden Sekten auch an dem Ausmaß gemessen, mit dem sie ihre Anhänger verführen, so können die Versprechen, mit denen Kinesiologen ihre Jünger ´fangen´, durchaus nahelegen, die Kinesiologie zu diesen Gruppierungen zu zählen´.[7] Weniger umständlich Seminarrektor Wolfgang Hund vom Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband: ´Edu-Kinestetik ist schlicht ein faules Ei´.[8] Insbesondere das Herumgedrücke oder -geziehe an irgendwelchen Akupunkturpunkten ist absurd: zum einen widerspricht es in seiner simplen Mechanik (zur Behebung eines Problems sei nur ein bestimmter Knopf zu drücken) dem vorgeblich ´ganzheitlichen´ Selbstverständnis der Kinesiologie, zum anderen sind die Meridianbahnen und Akupunkturpunkte der Traditionellen Chinesischen Medizin, auf die ´Touch for Health´ und ´Brain Gym´ abstellen, bestenfalls als Metaphern zu verstehen: tatsächlich existieren diese Bahnen und Punkte nicht.[9]

Ungeachtet der vorgetragenen Kritik - der Berufsverband Deutscher PsychologeInnen (BDP) etwa warnt Eltern und Schulen, Kinesiologie sei nicht nur unnütz und teuer, sondern auch schädlich, wenn damit wertvolle Zeit für wirkliche Hilfe vertan werde[10] - finden kinesiologische bzw. edu-kinestetische Praktiken zunehmende Verbreitung. Zahllose, pädagogisch in der Regel durch nichts qualifizierte ´Lernberater´ oder ´Lerntherapeuten´ bieten - in privater Ordination - ihre Dienstleistungen an. Vielerorts findet Kinesiologie allerdings auch, mit oder ohne Wissen und/oder Einwilligung der Eltern, im ganz regulären Schulalltag statt: in mehr oder weniger kaschierter Form ist Edu-Kinestetik bis heute Teil der Ausbildung an pädagogischen Hochschulen, in Lehrerfortbildungsseminaren stehen allenthalben ´Brain-Gym´-Übungen auf dem Programm.[11] Vor allem im Bereich der Heil- und Sonderpädagogik greift Kinesiologie - neben einer ganzen Reihe weiterer unhaltbarer Verfahren wie Audio-Psycho-Phonologie, NLP, Qi-Gong und dergleichen[12] - rapide um sich. Es vollziehe sich, wie der österreichische Szenekritiker Heinz Zangerle anmerkt, ein von wirtschaftlichen Interessen angekurbeltes ´roll-back´ zu alten, wissenschaftlich längst überwunden geglaubten´ Konzepten: Unter Rückgriff auf angestaubte Theorien aus den 1950er Jahren würden nahezu alle kindlichen Störungen mit ´mangelndem Zusammenspiel der beiden Hirnhälften´ oder einer ´Blockade des Energieflusses´ erklärt; insofern werde bei der Diagnose wie auch bei der Behandlung ´unter Verzicht auf eine Anamnese vorschnell allein am Kind als dem Symptomträger´ angesetzt. Der werbewirksam eingesetzte Begriff der ´Ganzheitlichkeit´ sei auch vor diesem Hintergrund ´glatter Etikettenschwindel´.[13]

Erwartungsgemäß sind auch die Münchner Paracelsus-Schulen für Naturheilverfahren - mit über sechzig Dependancen im gesamten deutschsprachigen Raum die mit Abstand größte Ausbildungseinrichtung für alternative Heilpraktiken - in den profitablen Lernhilfemarkt eingestiegen: seit Anfang 2001 steht eine ´Ausbildung zum/zur Lernberater/in und Lerntherapeut/in´ im Angebot, die, basierend wesentlich auf Kinesiologie, den ´praktischen Umgagn [sic!] mit folgenden Problembereichen´ vermitteln will: ´Teilleitsungsstörungen [sic!] - Konzentrationsschwäche (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADS) - Handschriftenproblematik - Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) - Dyskalkulie (Zahlen- und Rechenschwäche) - Hyperkenetisches Syndrom [sic!]´.[14] Neben den kinesiologischen Übungen wird vor allem mit Knete gearbeitet, dazu gibt es laut Ausschreibung ´homöopathische und Bachblüten-Anwendungen´ (d.h., die Kinder werden mit therapeutisch gänzlich wirkungslosen Zuckerkügelchen und Wasser-/Alkohol-Tropfen ´behandelt´, die ihnen vielleicht nicht unmittelbar schaden, die indes eine seriöse Anamnese sowie die Entwicklung eines seriösen Behandlungskonzeptes zumindest verzögern; vielfach werden Eltern über kinesiologische bzw. edu-kinestetische Praktiken in ein magisch-esoterisches Weltbild hineingezogen, das sie für ihr Kind nur noch in entsprechenden Nischen - von Astrologen und Karmadiagnose hin zu Reiki, Silva-Mind-Control oder Tibetan Pulsing - nach Hilfe suchen läßt.[15] Viele Kinder werden einer Unzahl alternativheilerischer ´Behandlungen´ unterzogen, teils über Jahre hinweg, bis die erste richtige Diagnose erstellt wird.) Die Paracesus-´Ausbildung´, zugängig für Laien ohne die geringste pädagogische oder psychologische Vorbildung, umfaßt sechzehn Wochenenden und kostet knapp 5.000 €URO.

Zum Belege der Wirksamkeit edu-kinestetischen Vorgehens wird von Dennison und seinen Mitstreitern stets der sogenannte ´Muskeltest´ angeführt. Dieser Test, entwickelt in den 1960er Jahren von dem amerikanischen Chiropraktiker George Goodheart, stellt die zentrale (und einzig ´originelle´) Technik der ´Angewandten Kinesiologie´ dar: mit diesem Test steht und fällt das kinesiologische Selbstverständnis. Der Therapeut fordert den Klienten - in edu-kinestetischem Kontext: das zu behandelnde Kind - auf, einen Arm im rechten Winkel zur Seite zu halten; anschließend legt er seine Hand auf das Handgelenk des Klienten und versucht, den Arm geen dessen Widerstand nach unten zu drücken. Normalerweise kann solchem Druck ohne weiteres standgehalten werden, der Arm bleibt im Schultergelenk ´eingerastet´. Halte der Klient nun in der anderen Hand eine ´schädliche Substanz´ - ein giftiges Nahrungsmittel (z.B. Zucker) oder ein ungeeignets Medikament -, so lasse sich der Testarm leicht nach unten drücken. Der ´Stressor´ blockiere die durch den Körper fließende Energie, sämtliche Muskeln -der Test wird nur aus Gründen der Praktikabilität am Oberarm durchgeführt - würden schlagartig geschwächt. Krankheiten jedweder Art könnten auf diese Weise ´blitzschnell´ diagnostiziert werden: der Klient legt seine Hand auf einen möglichen Problembereich seines Körpers und läßt den Armtest an sich vornehmen; bei tatsächlicher Störung erweise sich der Muskel sofort als ´schwach´. Allein der Gedanke an ein möglicherweise erkranktes Organ schwäche den Testmuskel, sofern diese in der Tat erkrankt sei. Der Therapeut befrägt hierzu den Klienten detailliert nach seinem körperlichen Gesundheitszustand und führt zugleich den Muskeltest durch: ein geschwächter Muskel signalisiere allemal ein Problem in dem fraglichen Bereich, denn: ´Der Körper lügt nie´.[16] Selbstverständlich könnten auch seelische Befindlichkeitsstörungen auf diese Weise diagnostiziert werden: so erlaube etwa die Aufforderung, an den Ehepartner zu denken, über einen gleichzeitig durchgeführten Muskeltest eine exakte und objektive Aussage über den Zustand der Beziehung, unabhängig davon, wie der Kinesiologe jeder störende oder schädigende Einfluß - meßbar durch den Muskeltest -, ungeachtet der Frage, ob der Betroffene ihn überhaupt realisiert und/oder tatsächlich als solchen empfindet.

Der Muskeltest - über einen Bestseller des australischen Goodheart-Schülers John Diamond Anfang der 1980er zu weltweiter Popularität geführt (und seither auch als ´Diamond-Methode´ bekannt) - wird von zahllosen Heilpraktikern und Alternativmedizinern zur Diagnose sowie zur Indikationsstellung bestimmter Medikamente und Heilverfahren eingesetzt. ´Kinesiologie´, so ein einschlägiger Werbetext, ´heißt nicht zu raten, zu vermuten, aus Erfahrung zu empfehlen, sondern sich über den Muskeltest Gewißheit zu verschaffen. Dieses Höchstmaß an Objektivität gibt Sicherheit, daß das, was man tut, wirklich auf den Betreffenden abgestimmt ist und zum Erfolg führt´.[17] Zur Findung eines geeigneten (vorzugsweise homöopathischen) Medikaments, eines Bach-Blütenmittels, eines Heil-Edelsteins und dergleichen, nimmt der Klient ein Fläschchen beziehungsweise einen Stein nach dem anderen in die Hand und läßt den Muskeltest an sich ausführen: das Mittel, bei dem der Arm in der Schulter ´einrastet´ bleibe, erweise sich ebendadurch als geeignet.

In edu-kinestetischem Kontext wird der Muskeltest sowohl zur ´Diagnose´ der zu behebenden ´Energieblockaden´ als auch zur ´Validierung´ der eingesetzten ´Touch for Health´- oder ´Brain-Gym´-Techniken verwandt. Tatsächlich erschließt sich aus dem ´Muskeltest´ überhaupt nichts. Die renommierte Stiftung Warentest rät von kinesiologischen Methoden, gleich welcher Form, entschieden ab: ´Diagnostik mit Kinesiologie bringt das Risiko mit sich, daß Gesunde für krank und Kranke für gesund erklärt werden, daß unnötige Medikamente eingenommen, aber notwendige und wirksame Behandlungen versäumt werden´. Es gibt keinerlei Nachweis für die angebliche Aussagekraft des Muskeltests: dessen Ergebnisse, wie unabhängige Studien zeigten, sind in erster Linie abhängig von der suggestiven Einwirkung des Therapeuten auf den Klienten.[18]

Die ´Touch-for-Health´-Techniken ebenso wie die ´Brain-Gym´-Übungen haben über einen allemal möglichen unspezifischen Entspannungseffekt hinaus keinerlei nachweisbare Wirkung. Das szeneübliche Vorgehen, die ´Effizienz´ alternativtherapeutischer Verfahren oder Heilmittel über kinesiologische Vorher-/Nachher-Muskeltests zu ´belegen´, ist reine Augenwischerei (und ebenso unbrauchbar wie all die sonstigen - meist zirkelschlüssig aufeinander verweisenden - ´Belege´ via Kirlianphotographie, Radiästhesie, Elektroakupunkturelle Hautwiderstandsmessungen etc.).[19]

Zum kinesiologischen Verfahrenssortiment zählen überdies die sogenannten ´Three-In-One-Concepts´ (entwickelt von den Kaliforniern Gordon Stokes und Daniel Whiteside): ein- bis viertägige Workshops, in dene zu bestimmten Schwerpunktthemen jeweils Sammelsurien teils groteskester Vorstellungen nebst dazugehörigen Übungen präsentiert werden: ´Advanced One Brain´ führt in Bach-Blüten, Chakren- und Edelsteinarbeit ein und ´Structural Neurology´ soll zur ´Arbeit mit Phobien, Suchtverhalten, Zwangsvorstellungen und Formen der Schmerzarbeit´ befähigen. Weit über hundert derartige Themen-Workshops finden sich im Angebot der Kinesiologen, darunter ´Childhood, Sexuality and ´Aging´ oder auch ´Taking Care of Business´. Die Kosten eines Vier-Tage-Kurses liegen bei knapp 350 €URO (zuzüglich Scriptgebühren).[20] Tatsache ist: Die ´Three-In-One´-Kurse sind zur Vermittlung pädagogischer oder therapeutischer Kompetenz gänzlich ungeeignet; sie befähigen und/oder befugen in Hinblick auf seriöse Arbeit mit anderen Menschen zu gar nichts.

Eine ´Ausbildung´ zum Kinesiologie-Lehrer (´Certified Instructor of the International Kinesiology College´) dauert zwölf Tage und kostet rund 1.250 €URO. Sehr viel einfacher und billiger geht´s über einen zweiteiligen Video-´Intensivkurs´ um 450 €URO, nach dessen Absolvieren man völlig legal eine Praxis als ´Kinesiologischer Lernberater´ aufmachen kann.

Anmerkungen [1] Vgl. AG Autismus/Alternativ-Therapien (kritisches Infopapier zu Edu-Kinestetik) Biberach, 10/1995 [2] Vgl. Dennison, P.: Befreite Bahnen. Freiburg, 1994 (10.Aufl.), 83f. [3] Praxis für Pädagogik und Kinesiologie, München (Werbeannonce) in: BISSS, 3/2000 [4] Institut für Angewandte Kinesiologie (Merkblatt für Schüler). Freiburg, o.J. zit.in: AG Autismus/Alternativtherapien a.a.O. [5] Walbiner, W.: Edukinesiologie: Ein neuer Heilsweg in der Pädagogik? (Arbeitsbericht Nr.290 des Staatsinstituts für Schulpädagogik und Bildungsforschung) München, 1997, 56f. [Der Bericht ist erhältlich über: Staatsinstitut für Schulpädagogik, Arabellastr. 1, 81925 München] [6] Vgl. LRS: Zeitschrift des Bundesverbandes Legasthenie, 2/1996 [7] Meidinger, H.: Kinesiologie: eine neue Therapieform in der Schule? in: Bayerische Schule, 9/1996, 321f. [8] Hund, W.: Ein merkwürdiges Ei im pädagogischen Nest: Edu-Kinestetik. in: Bayerische Schule 1/1997, 156f. [9] Vgl. Unschuld, P.: Die chinesische Medizin im China der Neuzeit und Gegenwart. in: ders.: Chinesische Medizin. München, 1997, 37f. [10] Vgl. Zangerle, H.: Mythos Legasthenie: Ein kindliches Lernproblem am esoterischen Supermarkt. in: Intra, 41, Herbst 1999, 37f. [11] Vgl. Goldmann, A.: Forscher gegen Esoterik auf der Schulbank. in: Süddeutsche Zeitung vom 27.10.1997 [12] Vgl. Goldner, C.: Die Psychoszene. Aschaffenburg, 2000 (2. Aufl.) [13] Zangerle a.a.O., 34 [14] Ausschreibungsunterlagen der Paracelsus-Schulen für Naturheilverfahren. München, 2/2001 (Schreibfehler im Original) [15] Vgl. Goldner a.a.O. [16] Vgl. Diamond, J.: Your Body Doesn´t Lie: Behavioral Kinesiology. New York, 1980 [17] Münchner Institut für Angewandte Kinesiologie MIAK (Programm) 1991/92, 5 [18] Stiftung Warentest (Hrsg.): Die Andere Medizin. Berlin, 1991, 265 [19] Münchner Institut für Angewandte Kinesiologie a.a.O., 27f.

aus: Ribolits, E./Zuber, J. (Hrsg.): Karma und Aura statt Tafel und Kreide: Der Vormarsch der Esoterik im Bildungsbereich. Schulheft-Verlag, Wien, 103/2001

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