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Montag, 7. Juni 2004, 19:26

"Pluralismus" und "Methodenvielfalt" in der Medizin sind(ebenso wie die von Abzockern sinnverkehrten Begriffe "ganzheitlich" und "Salutogenese") verlogene Schlagworte von Scharlatanen und ihren Nachbetern gerade auch in der sogenannten "Politik",um diesen schädlichen und grauenhaft patientenfeindlichen Abzockerkram irreführend unter die Leute zu bringen.

Die Abzockerphrase von den "besonderen Therapierichtungen" hat dank emsiger Scharlatanerie-Lobbyisten und deren Polit-,Behörden- und Ärztekammer-Leute sogar Eingang in die Gesetzestexte gefunden.

Dazu vom HNO-Arzt Wolfgang Vahle:

Aktuell aus dem Ärzteblatt: Die Ärztekammer hat im Jahr 2000 eine Arbeitsgruppe gebildet mit dem Ziel, "einen strukturierten Dialog zwischen Vertretern unterschiedlicher Therapierichtungen zu initiieren und letztlich zu einer patientengerechten Integration verschiedener therapeutischer Schulen beizutragen. Bisherige Auseinandersetzungen zwischen Schul- und Komplementärmedizin, die gelegentlich Glaubenskriegen ähnelten, sollten in einen rationalen Diskurs überführt werden." Nachzulesen unter: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=41771 Ich halte die Unterscheidung zwischen Schul- und Komplementärmedizin für Augenwischerei! Alles, was wirksam ist, wird seine Wirksamkeit erklären und beweisen können. Wenn es das kann, gehört es zur "Schulmedizin". Der "Komplementärmedizin" bleibt therapeutisch gesehen nur noch die "leere Menge"! Patientengerecht ist es, den Patienten wirksame Methoden anzubieten. Ganz und gar nicht patientengerecht ist es, eine Wirksamkeit bei unwirksamen Methoden vorzugaukeln, damit man den Patienten nach dem Munde reden kann! Das Ziel darf diskutiert werden: möglichst die vollständige Heilung. Dass Patienten das wollen, ist ohnehin allen Beteiligten klar. Der Weg dorthin kann steht nicht zur Disposition! Niemand kann Weg und Ziel gleichermaßen frei wählen! Entweder ich will nach Rom: dann muss ich den Weg gehen, der nach Rom führt. Oder ich will nach Norden gehen: dann komme ich in Rom nicht an! (Dass bekanntlich "viele Wege nach Rom führen" gilt nur für viele Ausgangspunkte; von meinem Startpunkt aus führt nur ein richtiger - umwegfreier - Weg nach Rom!). Auch die Bahn lässt ihre Kunden das Ziel wählen - aber nicht die Weichen stellen. Und im Schiffsverkehr gibt es Lotsen, die den richtigen Weg kennen. Hat man jemals davon gehört, dass Schiffspassagiere mit dem Lotsen darüber verhandeln, woher (nicht wohin!) die Reise gehen soll? Und wer diese einfachen Tatbestände verinnerlicht hat, der weiß, dass es eine Integration nicht geben kann! Man kann nicht Sinnloses und Sinnvolles integrieren, bloß weil es gerade gesellschaftspolitisch gewollt ist! Ich finde es erschreckend, mit welcher Penetranz in letzter Konsequenz die Mitbestimmung über Naturgesetze gefordert wird. Ich finde es auch nicht richtig, diese Diskussion einen "Krieg" zu nennen - wo ist denn der Gegner? Da es keine Komplementärmedizin gibt, gibt es keinen Gegner! Es gibt nur Therapeuten und "Therapeut-Sein-Woller". Das Wort "Krieg" ist an dieser Stelle völlig fehl am Platze! Erschreckend, wie die - ich komme nicht umhin, es so zu nennen - Dummheit zunehmend die Majorität bekommt! Ich gebe zu, dass sich Gefühle von Resignation in mir ausbreiten

......


Dazu auch:

Zur kriminellen Anthropopsychopathie-Mafia,die Herr Hoppe und Konsorten gegen unseren Willen fördern:

Über Anthroposophie, Homöopathie und andere Sekten

"Ganzheitlich" als Unwort des Jahres:

Vorschlag für das Unwort des Jahres

Schauen Sie sich die Webseiten von solchen "Ärzten" mal an:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=2945 1086630993

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2

Montag, 7. Juni 2004, 21:08

Zu dem absurden und verkommenen "Artikel" im Deutschen Ärzteblatt ( http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=41771 )an dem natürlich auch zweifelhafte Leute aus der Scharlatanerie-Befürworter-Szene
mitgeschrieben haben :

Waubke, R.
Dialog: Spesenvernichtung zulasten der Ärztekammern
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 22 vom 28.05.2004, Seite A-1603
BRIEFE

Zu dem Beitrag „Schulmedizin und Komplementärmedizin: Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden“ von Dr. rer. pol. Wolfgang Klitzsch et al. in Heft 19/2004:

Der geschickt gewählte Ausdruck „alternativ“ suggerierte bisher, es gäbe eine Medizin, die anders, also alternativ, vielleicht schonender oder
sogar billiger, ähnliche Heilerfolge wie die stets inkriminierte so genannte Schulmedizin aufzuweisen hätte. Der neue Wein in alten Schläuchen heißt nun „Komplementärmedizin“. Komplementär bedeutet so viel wie ergänzend, und der Ruf nach vertieftem Verständnis zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin sowie ein Dialogforum Pluralismus klingen wie hohe Appelle an ethische Grundfesten ärztlichen Handelns. Wieder einmal wird verschwiegen, dass alternative oder komplementäre Medizin bisher nichts, leider gar nichts zur Diagnostik, Therapie oder Prävention von Krankheiten beigetragen haben. Nicht eine einzige davon, sei es eine Infektionskrankheit, eine Hormonstörung oder eine Neoplasie, profitiert nachweisbar von so genannter alternativer oder Komplementärmedizin. Dieser kommt lediglich zugute, dass in den letzten Jahrzehnten bei allen sonstigen Fortschritten die Schulmedizin der Anamnese- und klinischen Befunderhebung sowie der menschlichen Zuwendung nicht die unverändert notwendige Priorität eingeräumt hat, was aus berufenem Mund zu Recht immer wieder kritisiert wurde und wird.
Dies muss sich ändern, aber nicht so, dass z. T. sinistre diagnostische oder therapeutische Methoden zu einer so genannten Komplementärmedizin gebündelt werden, für die dann Verständnis und Zusammenarbeit eingefordert wird. Es gilt nichts anderes als die Einheit der wissenschaftlich begründeten Medizin zu verteidigen, der Schulmedizin, aus der seit nunmehr Jahrhunderten allein alle Fortschritte kommen, die uns besser und länger leben lassen. Ich bin von so wolkigen Aussagen wie „anthropologische Bilder, die sich teilweise aus tradierten Kulturen ableiten . . . oder auf der Grundlage einer Goetheanischen Erkenntnistheorie bestimmt und dem . . . ärztlichen Handeln zugrunde gelegt werden“ wenig beeindruckt und fürs erste beruhigt, dass der Artikel von einem Dr. rer. pol. und nicht einem Dr. med. verfasst wurde. Die geplanten Foren sind Spesenvernichtung zulasten unserer Zwangsbeiträge an die Ärztekammern.
Dr. R. Waubke

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3

Montag, 7. Juni 2004, 21:13

Und dann sowas zu dem ÄB-"Text":

Zerm, Roland
Dialog: Glückwunsch
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 22 vom 28.05.2004, Seite A-1602 / B-1331 / C-1284
BRIEFE

Zu dem Beitrag „Schulmedizin und Komplementärmedizin: Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden“ von Dr. rer. pol. Wolfgang Klitzsch et al. in Heft 19/2004:

Herzlichen Glückwunsch zu diesem, in meinen Augen längst überfälligen Schritt. Damit wird einer großen und m. E. wachsenden Zahl von Ärzten, vor allem aber vielen Patienten Rechnung getragen, die sich eine Annäherung der so genannten Schulmedizin und komplementären Medizin dringend wünschen.
Insbesondere dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Hoppe, kann man zu dieser Initiative nur gratulieren, gerade in einer Zeit, wo hoch emotionale Grabenkämpfe vor allem seitens einiger Schulmediziner die Diskussion innerhalb des Berufsverbandes zu beherrschen scheinen. Ich hoffe, dass hier der Anfang für eine anhaltende, konstruktive Debatte gemacht wurde, die zu einer größeren Offenheit und Unbefangenheit auf beiden Seiten führen wird.
Dr. med. Roland Zerm

4

Montag, 7. Juni 2004, 21:15

Und dann noch dieser Unfug:

Zang, Christof
Dialog: Abstimmung mit den Füßen
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 22 vom 28.05.2004, Seite A-1603
BRIEFE

Zu dem Beitrag „Schulmedizin und Komplementärmedizin: Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden“ von Dr. rer. pol. Wolfgang Klitzsch et al. in Heft 19/2004:

Nach fünf Jahren in der eigenen Praxis haben viele der niedergelassenen Kollegen Folgendes verstanden: Die meisten ihrer chronisch kranken Patienten sind beim Heilpraktiker in Behandlung, und sie sind für Notfälle und die Krankschreibung zuständig. Das Ausbildungsprogramm der Heilpraktiker für z. B. Homöopathie hat in etwa den doppelten Umfang der Ausbildung, die wir Ärzte in diesem Fach bekommen. So wurde es 2003 vom Deutschen Ärztetag, gegen den Einspruch des Berufsverbandes der homöopathischen Ärzte, beschlossen. Die Abstimmung mit den Füßen hat längst stattgefunden. Die Patienten gehen lieber zum Heilpraktiker. Der ist in Homöopathie, in der Regel, besser ausgebildet als wir Ärzte. Ein Dialog zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin ist nur möglich, wenn beide Seiten dialogbereit sind. Offensichtlich sind dafür die Weltbilder zu unterschiedlich.
Dr. med. Christof Zang

5

Montag, 7. Juni 2004, 21:23

Der wunderbare "Text",um den es hier geht(unter Mitwirkung des Präsidenten der Bundesärztekammer,die auch mit von meinen Zwangsbeiträgen lebt):

Willich, Stefan N.; Girke, Matthias; Hoppe, Jörg-Dietrich; Kiene, Helmut; Klitzsch, Wolfgang; Matthiessen, Peter F.; Meister, Peter; Ollenschläger, Günter; Heimpel, Hermann
Schulmedizin und Komplementärmedizin: Verständnis und Zusammenarbeit müssen vertieft werden
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 19 vom 07.05.2004, Seite A-1314 / B-1087 / C-1051
THEMEN DER ZEIT






Mit dem „Dialogforum Pluralismus in der Medizin“ soll ein Diskurs
auf gleicher Augenhöhe in Gang gesetzt werden.

Das Verhältnis von Schulmedizin und alternativen medizinischen Konzepten – hier zusammenfassend als Komplementärmedizin bezeichnet – ist im deutschen Gesundheitssystem seit langem von gegenseitigem Misstrauen, Abgrenzung, teilweise Ablehnung geprägt. Von einer systematischen Kooperation oder gar Integration verschiedener medizinischer Grundkonzepte kann bisher nicht die Rede sein. Allenfalls gibt es eine „asymmetrische Koexistenz“, bei der an medizinischen Fakultäten fast ausschließlich Schulmedizin vermittelt und angewandt wird, in weiten Bereichen der ambulanten medizinischen Versorgung dagegen die Nutzung von Komplementärmedizin verbreitet ist.
Enttäuschte Erwartungen an die Schulmedizin scheinen als Grund für die Inanspruchnahme von Komplementärmedizin eine geringere Rolle zu spielen als konzeptuelle Auffassungsunterschiede hinsichtlich Krankheit und Heilung (16). So bezieht sich die von Patienten gelegentlich geäußerte Kritik an einer antibiotischen Therapie zumeist weniger auf das Nebenwirkungsspektrum, vielmehr suchen diese Patienten nach Möglichkeiten, nicht nur die „causa externa“ (Rudolf Virchow) zu behandeln, sondern darüber hinaus salutogene Ressourcen in der Krankheitsüberwindung zu stärken (1). Ferner wird eine ungenügende Berücksichtigung seelischer Faktoren im schulmedizinischen Krankheitsverständnis kritisiert. Die alltägliche Erfahrung lehrt, dass zum Beispiel der auffallend geringe Umsetzungsgrad einer evidenzbasierten Betablockertherapie der koronaren Herzkrankheit in Deutschland (17) sicher nicht nur auf Informationsdefizite oder die (meist unbegründete) Sorge vor Nebenwirkungen zurückgeführt werden kann, sondern dass der Patient Hilfestellungen für den Umgang mit belastungsintensiven Lebenssituationen und Stressbewältigung erwartet. Der „Sense of Coherence“, der Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Handhabbarkeit gegenüber Erkrankung umfasst, findet sich im Wunsch an ein als ganzheitlich empfundenes medizinisches System wieder (6). Dem Patienten geht es nicht nur um Krankheitskontrolle und Einstellung pathogenetisch relevanter Parameter, sondern um eine aktive, ressourcenmobilisierende Rolle in Krankheitsbewältigung und Therapie.



Eine Reduktion der Schulmedizin auf den Begriff der „naturwissenschaftlichen Medizin“ ist nicht statthaft.

Eine Zunahme der Patientennachfrage nach komplementärmedizinischen Angeboten ist in vielen westlichen Industriegesellschaften zu beobachten. Dieser Trend ist per se nicht als Beleg für Wirksamkeit der Komplementärmedizin aufzufassen, aber deutet auf den Wunsch nach Erweiterung der therapeutischen Optionen seitens der Patienten und ihrer behandelnden Ärzte hin, insbesondere bei chronischen oder nicht heilbaren Krankheiten. Mehr als 40 Prozent aller Patienten in den USA nutzen alternative Therapiemethoden (5), und die Anzahl der Patientenbesuche bei komplementärmedizinischen Ärzten beziehungsweise Heilpraktikern übersteigt mittlerweile die Patientenbesuche bei Praktischen Ärzten. Für Deutschland liegen nur wenige zuverlässige Daten vor, allerdings dürfte die Inanspruchnahme mindestens so hoch sein (2). Beispielsweise liegt der Anteil von Krebspatienten, die Erfahrungen mit komplementärmedizinischen Verfahren angeben, mit mehr als 50 Prozent (3, 16) deutlich über den Angaben aus angelsächsischen Ländern (4, 12). Allgemein geht man davon aus, dass knapp drei Viertel aller Deutschen Erfahrungen mit Naturheilverfahren haben (7).
Auch Sekundärdaten sind aufschlussreich: Im Jahr 2000 gab es in Deutschland rund 35 000 Ärzte (das entspricht mehr als zehn Prozent aller Ärzte) mit Zusatzbezeichnungen in komplementärmedizinischen Bereichen, vor allem Chirotherapie, Naturheilverfahren und Homöopathie (7). Mehr als 50 Prozent der niedergelassenen Ärzte verwenden auch komplementärmedizinische Methoden der Krebsbehandlung, überwiegend aufgrund der Nachfrage von Patienten (9, 11). Nach Schätzungen der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur mit 11 000 Mitgliedern wenden 20 000 bis 30 000 Ärzte zumindest gelegentlich Akupunktur an. Jährlich werden in Deutschland pflanzliche Arzneimittel für circa zwei Milliarden Euro verschrieben, für ärztliche alternativmedizinische Behandlung werden seitens der Krankenversicherungen zwei Milliarden Euro aufgewendet, und privat bezahlte Behandlungen in diesen Bereichen werden auf fünf Milliarden Euro geschätzt (7).
Schulmedizin
Als Schulmedizin werden in diesem Kontext die dem heutigen Lehrgebäude der Humanmedizin entsprechenden Denkweisen und Verfahren bezeichnet, die an den Universitäten der hoch entwickelten westlichen Länder erforscht und verwendet werden. Diese Definition vermeidet bewusst eine Wertung gegenüber anderen Medizinrichtungen und deswegen die Verwendung von Kennzeichnungen wie „wissenschaftlich“, „technologisch“ oder Ähnliches. Die Reduktion auf den Begriff der „naturwissenschaftlichen Medizin“ ist nicht statthaft. Obwohl die Fortschritte in Diagnostik und Therapie in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen auf der Verbindung zwischen den exakten Naturwissenschaften und der klinischen Erfahrung beruhten, ist die heutige Schulmedizin durch Entwicklungen der Philosophie, Psychologie und Soziologie wesentlich mitbestimmt worden.
Das der heutigen Schulmedizin zugrunde liegende Menschenbild ist als das bio-psycho-soziologische Modell bezeichnet worden (15). Damit werden nicht getrennte Bereiche der Natur des Menschen bezeichnet, sondern Betrachtungsweisen, deren Trennung für die medizinische Forschung und die Tätigkeit medizinischer Spezialisten sinnvoll ist, die bei der ärztlichen Betreuung eines Patienten aber gleichwertig beachtet werden müssen.
Aus Sicht der allein biologischen Betrachtungsweise sind Gesundheit und Krankheit, gemessen an Parametern wie Lebenserwartung, Fitness, Infektabwehr oder Krebsrisiko, bei Mäusen und Menschen prinzipiell gleich. Trotz der weitgehenden Homologie des Genoms höherer Lebewesen ist jedoch jede Spezies, und darüber hinaus jedes Individuum innerhalb der Spezies, aufgrund der Genexpression einzigartig; dabei ist die Sonderstellung des Menschen auch bei rein biologischer Betrachtungsweise vor allem durch die hochkomplexe Ausbildung des Gehirns gekennzeichnet.
Die psychologische Betrachtungsweise ist im Wesentlichen auf den Menschen ausgerichtet. Die psychologische Forschung hat gezeigt, dass menschliche Empfindungen und menschliches Verhalten und seine als krankhaft bezeichneten Störungen sowohl genetisch als auch durch Weitergabe kultureller Informationen zwischen den Generationen und durch Umwelteinflüsse bedingt sind. Die auf der verbalen Kommunikation beruhenden diagnostischen Verfahren und Therapieformen (standardisierte Tests, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie et cetera) sind spezifisch für den Menschen.
Noch in höherem Maß als die psychologische ist die soziologische Betrachtungsweise auf den Menschen gerichtet. Ärztliche Entscheidungen, die allein auf der Erfassung der Biologie und Psychologie beruhen, werden dem Patienten nicht gerecht; sie haben immer auch den soziologischen Kontext zu berücksichtigen. Stärker als bei den beiden anderen Betrachtungsweisen ist soziologische Normalität (Gesundheit) kultur- und schichtabhängig. Sie ist darüber hinaus von historischen Variablen geprägt, zum Beispiel durch die für die Medizin relevanten Veränderungen im Bereich der Familie, der Sexualität, der Versorgung alter Menschen, der Betreuung Behinderter, der Gesundheitspolitik und Gesundheitsökonomie.
Innerhalb der Schulmedizin gibt es zum Heilungsbegriff keine einheitliche Meinung. Während bis vor 30 Jahren allgemein die Beseitigung biologischer Abweichungen (zum Beispiel Zusammenwachsen eines gebrochenen Knochens, Elimination pathogener Bakterien, Entfernung einer Krebsgeschwulst) als Heilungsdefinition betrachtet wurde, hat sich heute die Normalisierung der Lebensqualität oder Lebenserwartung, gegebenenfalls auch unabhängig von der Persistenz genetischer oder erworbener Veränderungen, als Heilungsdefinition durchgesetzt. Sie ist allerdings mit dem Problem der Definition von „Normalität“ belastet. In der Unsicherheit und der fortlaufenden Diskussion dieser Frage zeigt sich der diskursive Charakter der Schulmedizin im Gegensatz zur Dogmatik vieler, wenn auch nicht aller komplementärmedizinischer Systeme.
Komplementärmedizin
Unter dem Terminus „Komplementärmedizin“ wird eine Vielzahl unterschiedlicher Theorie- und Praxisansätze zusammengefasst, deren gemeinsames Merkmal es ist, dass sie nicht zur konventionellen, wissenschaftlich etablierten Medizin gerechnet werden und bei deren Vertretern nicht über hinreichende Akzeptanz verfügen (8). Diese Negativdefinition ist nicht zufällig. In ihr dokumentiert sich die Tatsache, dass mit dieser Bezeichnung auf ein weites Feld höchst unterschiedlicher und qualitativ heterogener medizinischer Systeme, Ansätze und Verfahren verwiesen wird und insofern eine trennscharfe und konsensfähige Definition nicht ohne weiteres möglich ist. Mit jeweils unterschiedlichen Bedeutungsnuancen wird dieser Bereich im deutschsprachigen Raum auch als alternative, unkonventionelle, ganzheitliche, biologische oder Außenseitermedizin bezeichnet. Im anglo-amerikanischen Sprachraum hat sich der Terminus „Complementary and Alternative Medicine“ (CAM) durchgesetzt (10).
Selbst wenn klinische Studien therapeutische Wirksamkeit belegen, führt dies in aller Regel keineswegs zu einer Akzeptanz der komplementärmedizinischen Ansätze, weil deren erkenntnistheoretischen Voraussetzungen aus Sicht der in der Medizin vorherrschenden Paradigmen als nicht plausibel erscheinen und insofern nicht sein kann, was nicht sein darf.



Heilung bedeutet in vielen komplementärmedizinischen Richtungen auch ein Lernen an und mit der Erkrankung. Fotos. Peter Wirtz

Bei aller Unterschiedlichkeit von Ansätzen wie etwa der Homöopathie, Anthroposophischen Medizin, Naturheilverfahren werden von ihren Vertretern die Prinzipien der Förderung, Unterstützung oder auch Stimulation beziehungsweise Provokation von Selbstordnungsleistungen des Organismus beziehungsweise des Individuums als therapeutisches Prinzip geltend gemacht.
Den meisten komplementärmedizinischen Ansätzen ist ein Bild vom Menschen gemeinsam, das über die somatische Ebene hinausweist. Werden mit dem bio-psycho-soziologischen Modell der heutigen Schulmedizin Aspekte beschrieben, die sich nicht auf eigenständige Seinsbereiche des Menschen beziehen, sondern lediglich Betrachtungsweisen entsprechen, so werden in vielen komplementärmedizinischen Richtungen anthropologische Bilder zugrunde gelegt, die eigenständige Bereiche des Lebendigen, Seelischen und Geistigen ausweisen. Diese leiten sich teilweise aus tradierten Kulturen ab (Traditionelle Chinesische Medizin, Ayurveda und andere) oder werden zum Beispiel bei der Anthroposophischen Medizin auf der Grundlage einer goetheanistischen Erkenntnistheorie begrifflich bestimmt und dem diagnostischen und therapeutischen ärztlichen Handeln zugrunde gelegt (13, 14).
Krankheit hat eine somatisch beschreibbare Symptomatologie, die sich jeweils in einem von seelischen und geistigen Faktoren mitbestimmten Krankheitsprozess manifestiert. Umgekehrt hat Heilung nicht nur eine somatisch interventionelle Ebene, sondern verlangt die Berücksichtigung der salutogenen Kräfte des menschlichen Organismus sowie seiner inneren seelisch-geistigen Ressourcen. Den pathogenetisch orientierten Therapieprinzipien der heutigen Schulmedizin (zum Beispiel Kontrolle oder Suppression eines Krankheitsprozesses, Substitution fehlender Organfunktionen) steht der Anspruch vieler komplementärmedizinischer Methoden gegenüber, bei dem erkrankten Menschen diejenigen Prozesse zu unterstützen, die der Organismus selbst in der Auseinandersetzung mit der Erkrankung aufruft. Heilung bedeutet unter diesen Gesichtspunkten nicht nur ein Zurückdrängen der Erkrankung in geringere Manifestationsgrade und damit in eine Zeit früherer Gesundheit, sondern auch ein Lernen an und mit der Erkrankung.
Entwicklung des Dialogforums
Im Herbst 2000 wurde auf Anregung des Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, eine Arbeitsgruppe gebildet (identisch mit den Autoren dieses Beitrags) mit dem Ziel, einen strukturierten Dialog zwischen Vertretern unterschiedlicher Therapierichtungen zu initiieren und letztlich zu einer patientengerechten und wirkungsvollen Integration verschiedener therapeutischer Schulen beizutragen. Bisherige Auseinandersetzungen zwischen Schul- und Komplementärmedizin, die gelegentlich Glaubenskriegen ähnelten, sollten in einen rationalen Diskurs überführt werden.
Als Initiativgruppe des Dialogforums Medizinischer Pluralismus hat diese Gruppe seitdem regelmäßig getagt. Bei mehreren Treffen wurde der gemeinsame Anspruch an explizite Klärung der wissenschaftlichen und anthropologischen Tragfähigkeit der den unterschiedlichen Ansätzen zugrunde liegenden Prämissen deutlich. Damit verbunden ist die Frage, ob und inwieweit die von der Solidargemeinschaft finanzierte und durch gesetzliche Regeln anerkannte Medizin von einem Dialog profitieren kann, der weit über den interdisziplinären Diskurs innerhalb der Schulmedizin hinausgeht.
Nach intensiver Diskussion der unterschiedlichen Vorstellungen, konkreter Arbeit an fallbezogenen Beispielen sowie strategischer und inhaltlicher Vorbereitung wurde im Frühjahr 2003 eine erste Klausurtagung mit Vertretern verschiedener komplementärmedizinischer Richtungen veranstaltet. Um der Gefahr zu begegnen, von vornherein einen dem Pluralismusgedanken entgegenstehenden „closed shop“ zu bilden, wurde zunächst eine Liste möglicher Diskussionspartner erstellt, die sich allein auf den Bekanntheitsgrad und die approximative Inanspruchnahme verschiedener diagnostischer und therapeutischer Verfahren stützte. Eingeladen wurden schließlich Vertreter von elf komplementärmedizinischen Richtungen: Akupunktur, Anthroposophische Medizin, Ayurvedische Medizin, Chirotherapie, Homöopathie, Manuelle Medizin, Naturheilverfahren, Neuraltherapie, Phytotherapie, Regulationsmedizin, Traditionelle Chinesische Medizin. Bei diesen bestand hohes Interesse an der Pluralismusdiskussion sowie aus Sicht des Initiativkreises die Aussicht auf einen fruchtbaren interdisziplinären Diskurs. Diese Einschätzung basierte auf einer ersten Stellungnahme der potenziellen Referenten zu folgenden drei Punkten, die bei der Tagung selbst in mehrere Fragekomplexe untergliedert wurden:
1. Vermittelbarkeit der jeweiligen medizinischen Richtung,
2. Verhältnis zu anderen medizinischen Systemen,
3. Wirksamkeitsnachweis.
Auswahl der Teilnehmer
Die Begründung für diese erste Auswahl der Teilnehmer und Strukturierung der Beiträge und Diskussionen beruhte auf folgenden Überlegungen:
Ad 1. Der Dialog zwischen unterschiedlichen medizinischen Ausrichtungen setzt eine intersubjektive Vermittelbarkeit des jeweiligen medizinischen Konzepts voraus. Diese umfasst vor allem Aussagen zu dem zugrunde liegenden Menschenbild sowie zu Wesen und Begriffsbestimmung von Krankheit in therapierichtungsimmanenter therapeutischer Zielsetzung und damit zu den in Betracht kommenden Dimensionen von Heilung. Hieraus lassen sich auch die therapeutischen Ziele und Therapieprinzipien der jeweiligen medizinischen Richtung ableiten sowie die spezielle Charakteristik des entsprechenden Patienten-Arzt-Verhältnisses.
Ad 2. Eine Diskussion des Verhältnisses der unterschiedlichen medizinischen Systeme untereinander setzt – über die intersubjektive Vermittelbarkeit hinaus – eine Standortbestimmung voraus hinsichtlich der inhaltlichen Beziehungen des jeweiligen medizinischen Konzepts zu anderen Methoden. Durch die Erfüllung dieser Forderung bleibt ein medizinisches Konzept nicht in einer inhaltlich isolierten Position, sondern kann in Verhältnis gesetzt werden zu den anderen medizinischen Systemen.
Ad 3. Medizinische Systeme müssen sich der Frage einer Nutzendokumentation und Wirksamkeitsbeurteilung stellen. Im Design konventioneller Studien hat sich eine Hierarchie der Beweiskraft entwickelt, bei der die prospektive, randomisierte, gegebenenfalls doppelblinde, kontrollierte Studie die höchste Wertigkeit beansprucht, gefolgt unter anderem von Beobachtungsstudien und retrospektiven Analysen. An das Ende dieser Skala sind die Einzelfallberichte gestellt. Aus Sicht der Schulmedizin gilt das methodische Defizit von Studien im Bereich der Komplementärmedizin als wichtiger Einwand gegen den objektiv nachvollziehbaren Nachweis der Wirksamkeit dieser Methoden, wenn überhaupt systematische Daten verfügbar sind. Die immanenten Schwierigkeiten zum Beispiel für Randomisierung oder Placebokontrolle bei Studien vieler komplementärmedizinischer Richtungen können nicht als Rechtfertigung für den Verzicht auf wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis dienen. Beobachtungsstudien und prospektiv erhobene Registerdaten gelten zunehmend auch in der Schulmedizin als anerkannte Basis für Wirksamkeitshinweise und haben gegenüber randomisierten kontrollierten Studien den Vorteil, die Realität medizinischer Routineversorgung besser abzubilden. Von den Teilnehmern wurde erwartet, dass Konzepte zum Wirksamkeitsnachweis darstellbar sind, die die jeweiligen systemimmanenten Gesichtspunkte berücksichtigen.
Die Erfahrungen dieser Tagung waren ermutigend. Die Strukturierung der Beiträge ermöglichte einen Diskurs zwischen Schul- und Komplementärmedizin „auf gleicher Augenhöhe“, darüber hinaus erstmalige Diskussion verschiedener komplementärmedizinischer Richtungen untereinander und dadurch überraschende Einblicke in inhaltliche und methodische Schnittflächen. Die Etablierung einer Erfolg versprechenden Gesprächskultur dürfte zwar ein langwieriger Prozess sein, aber auch dazu führen, einen Mittelweg zwischen statistisch erfassbarem Nutzen und der realisierbaren Heilserwartung des kranken Individuums zu finden. Heilung ist dabei nicht allein – und darüber waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung einig – die Normalisierung pathologischer Surrogatparameter, sondern Hilfe bei der Realisierung individueller, durch somatische oder psychische Erkrankung gefährdeter Lebensperspektiven.
Einigkeit besteht im Initiativkreis darüber, dass zunächst das gegenseitige Verständnis für die fundamentale Begründung verschiedener Medizinrichtungen durch Behandlung des Themas Medizin und Menschenbild zu vertiefen ist und ein methodischer Diskurs zur Evidenz und Nutzenevaluation jeder Diskussion über Forschungs- und Anwendungsentscheidungen vorauszugehen hat. Zu beiden Themen sind daher im Jahr 2004 Symposien geplant (Textkasten).
Die Erörterung direkter gesundheitspolitischer Konsequenzen, wie die Erstattungsfähigkeit von komplementärmedizinischen Verfahren durch die Gesetzliche Krankenversicherung, die Sonderkonditionen für die Arzneimittelzulassung der besonderen Therapierichtungen und die Bewertung unkonventioneller Verfahren in den Bundesausschüssen erscheint in der jetzigen Phase den eingeleiteten Diskussionsprozess behindern, ja vorzeitig beenden zu können. Eine längerfristige Behandlung der Thematik eines medizinischen Pluralismus muss allerdings auch diese für die Versorgungswirklichkeit und für die Patienten wichtigen Fragen aufgreifen.








zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2004; 101: A 1314–1319 [Heft 19]
Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das beim Verfasser erhältlich oder im Internet unter www.aerzteblatt.de/lit1904 abrufbar ist.

Anschrift für die Verfasser:
Dialogforum Pluralismus in der Medizin
c/o Dr. rer. pol. Wolfgang Klitzsch
Tersteegenstraße 9, 40474 Düsseldorf
E-Mail: wolfgang.klitzsch@aekno.de
www.dialogforum-pluralismusindermedizin.de

Briefe zum Artikel
Dialog: Glückwunsch


Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 22 vom 28.05.2004, Seite A-1602 / B-1331 / C-1284

Dialog: Spesenvernichtung zulasten der Ärztekammern

Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 22 vom 28.05.2004, Seite A-1603

Dialog: Abstimmung mit den Füßen

Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 22 vom 28.05.2004, Seite A-1603




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Literaturverzeichnis

Briefe zum Artikel


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6

Montag, 7. Juni 2004, 22:09

Aus dem "Text":

Mit dem „Dialogforum Pluralismus in der Medizin“ soll ein Diskurs
auf gleicher Augenhöhe in Gang gesetzt werden.


Gleiche Augenhöhe mit Scharlatanen gibts nicht.

7

Montag, 7. Juni 2004, 22:50

In diesem absurden "Text" ist zu jeder aberwitzigen Zeile was zu sagen(kommt noch):

Pure Demagogie und Transport von Scharlatanerie tonnenweise - massivst zu Lasten der Patienten.

Da der Präsident der Bundesärztekammer dieses Machwerk mitgeschrieben hat,braucht man sich bei der hiesigen Ärzteschaft über rein gar nichts mehr zu wundern.

Das Wort Salutogenese ist übrigens auch zu einem lupenreinen Scharlatanerie-Begriff deformiert worden.

Völlig hohl und zweckgebunden desinformierend-verlogen.

8

Dienstag, 8. Juni 2004, 00:57

Seriöse ,moralisch einwandfreie und am Patientenwohl orientierte Ärzte gibts trotz Alledem immer noch.

Zum Wissenschaftsbegriff in der Medizin:

http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/MedFak…K_M/vortrag.htm

Sehr guter Text eines Pharmakologen:

Schöner Text eines Erfahrenen 1076809999

Eine klare Stellungnahme der Arzneimittel- Kommission der Deutschen Ärzteschaft,die von den Ärztekammern ignoriert wird:

http://www.bundesaerztekammer.de/30/Rich…x/Altermed.html

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9

Dienstag, 8. Juni 2004, 01:10

Umfangreiche Materialsammlungen zum Thema:

1.) Über alternaive "methoden"(eine Übersicht) 1086649572

2.) http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=3845

3.) http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=2945 1086650533

Das mögen diese ganzen Schwätzer erstmal lesen,um dann überhaupt erstmal in eine Diskussion eintreten zu können,die den Namen verdient.

Das dargelegte Gefasel ist infam und völlig ohne jeden Wissenshintergrund..
Dabei reichlich "Professoren".

Der in dem unsäglichen Artikel federführende
Herr Klitzsch ist übrigens ein Dr.rer.pol.(was das auch immer ist)...und er firmiert unter Dr.Klitzsch,Ärztekammer Nordrhein.

Das ist dieselbe Ärztekammer,die die üble Oberscharlatanin "Dr.med." V.Carstens trotz eingehender Information meinerseits über sie schützt(so schließen sich die Kreise unter all diesen "ehrenwerten" Herrschaften).Ab wann darf man etwas MAFIA nennen?

Zur Carstens:

Oberscharlatanin läßt sich auch vom Bundespräsidenten feiern:

Oberscharlatanin läßt sich feiern 1061165459

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10

Dienstag, 8. Juni 2004, 02:48

Unter den Mitschreibern des besagten ÄB-"Artikels" sind etliche aus der Anthropopsychopathie-Sekten-Volksverblöder-Unterstützungs-Fraktion ( Über Anthroposophie, Homöopathie und andere Sekten 1086651491 ),mit denen sich der werte Herr Bundesärztekammerpräsident da gemein macht.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (16. Juli 2010, 15:44)


11

Dienstag, 8. Juni 2004, 12:11

Was der ganze Unfug kostet:

Jährlich werden in Deutschland pflanzliche Arzneimittel für circa zwei Milliarden Euro verschrieben, für ärztliche alternativmedizinische Behandlung werden seitens der Krankenversicherungen zwei Milliarden Euro aufgewendet, und privat bezahlte Behandlungen in diesen Bereichen werden auf fünf Milliarden Euro geschätzt

12

Dienstag, 8. Juni 2004, 12:34

Das "Pluralismus"-Gremium - äußerst "pluralistisch" besetzt (viele "gute" alte Bekannte ein und derselben Richtung):

Dr. Matthias Girke, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin

ANTHROPOSOPHIE-LADEN;Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte i.D. (GAÄD); http://www.anthroposophie-de.com/aag/fih.html

Zu dieser Figur:

http://www.google.de/search?q=Dr.+Matthi…9-1&hl=de&meta=


Professor Hermann Heimpel, Medizinische Universitätsklinik Ulm

MEIN EINDRUCK NACH EINER TV-SENDUNG MIT IHM: OBSKURER "FORSCHER" ÜBER ALTERNAIVES;UNTAUGLICHE METHODEN;SCHIEN ÄUSSERST PARTEIISCH.


Professor Jörg-Dietrich Hoppe, Bundesärztekammer Köln

IN DIESEN DINGEN GANZ OFFENSICHTLICH MISERABELST INFORMIERTER PATHOLOGE UND BUNDESÄRZTEKAMMERPRÄSIDENT.


Professor Robert Jütte, Robert Bosch Stiftung, Stuttgart

FRÜHER JAHRZEHNTELANG HOMÖOPATHIEVEREIN.
ZUMINDEST EIN BEKANNTER UND DANN SCHLIESSLICH DOCH KLAR DENKENDER DORTIGER HAT NACH DEM KRIEG DEN GANZEN MIST WIDERRUFEN

Zu dieser Figur siehe Text 024 in diesem Thread.

Dr. Helmut Kiene, Institut für angewandte Erkenntnistheorie und Medizinische Methodologie, Freiburg ; ANTHROPOSOPHEN-LADEN: http://www.ifaemm.de/info.htm

FREIBURG IST SOWIESO EINE FEINE ADRESSE FÜR SOWAS: Die Universität Freiburg macht sich mehr und mehr lächerlich

Dr. Wolfgang Klitzsch, Ärztekammer Nordrhein, Düsseldorf

KEIN MEDIZINER UND KLAR PARTEIISCH.QUALITÄT?
Klitzsch über Klitzsch:
Es ist objektiv wenig rational, sich mit langfristigen Linien von Entwicklungen zu befassen, da in der Regel die eigene mentale Kraft gerade ausreicht, die Turbulenzen des Alltages zu beherrschen.
Aus:
http://www.aekno.de/htmljava/a/kammerarc…zsch_220303.htm
Man bilde sich selbst ein Urteil.

Professor Peter F. Matthiessen, Medizinische Fakultät, Universität Witten-Herdecke

ANTHROPOSOPHIE-LADEN

Zu dieser Figur siehe Text 039 in diesem Thread.

Peter Meister, Universität Witten-Herdecke;Präsident EFNMU, Herdecke: http://www.google.de/search?q=EFNMU%2BHe…gle-Suche&meta=


WOHL KEIN MEDIZINER;ANTHROPOSOPHIE-LADEN.

Professor Günter Ollenschläger, Medizinische Fakultät, Universität zu Köln
FACHMANN FÜR QUALITÄTSMANAGEMENT ( http://www.geocities.com/~ollenschlaeger/ )
ZU DIESEM THEMA: "qualitätsmanagement":überflüssiger Abzockerschrott 1085970267


Professor Stefan N. Willich, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin

Zu dieser Figur siehe Text 025 in diesem Thread.

ÄÜSSERST ZWEIFELHAFTES INSTITUT.SPEZIALABTEILUNG FÜR IRRELEVANTE "STUDIEN" ZUGUNSTEN DER SCHARLATANERIE.Zu diesem Laden: Wieder Schrott aus der Ärzte-zeitung


Eine wahrhaft ehrenwerte Gesellschaft.

Hier finden sich schon mal einige der Herrschaften wieder:

http://www.zukunftsstiftung-gesundheit.d…_menschen_.html

Was man da z.B. so treibt:

http://www.zukunftsstiftung-gesundheit.de/html/projekte.html
Man hat also die Böcke zu Gärtnern gemacht.

Das Ergebnis dieses überwiegend parteiischen
Klüngels war also absolut vorhersagbar,zudem auch noch ein ganzer Schwung Scharlatanerie-Vertreter(siehe Text 004) dazu geladen wurde - aber keine seriösen oder gar kontroversen Ärzte,die diesen Namen verdienen.

Ein neutraler,rationale und praktische Medizin betreibender Arzt wurde an dem Gremium nicht beteiligt.

Fazit: eine Reklameveranstaltungs-Farce für Murks und Abzockerei in der Medizin und eine skandalöse Verschwendung von Zwangsmitglieder-Geldern.

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13

Dienstag, 8. Juni 2004, 16:32

Zum Artikel von Willich et al. (2004) im
Deutschen Ärzteblatt, 101, 1314, 2004

Die geforderte Kooperation zwischen naturwissenschaftlich orientiertem Handwerk (Hochschulmedizin/Zellularpathologie) und weitgehend der glaubensbasierten Säftepathologie des 19. Jahrhunderts zuzurechnenden "komplementären" Verfahren ist abzulehnen.

Ein Therapieverfahren, ein Diagnose-/Therapiegerät oder ein Arzneimittel haben nur dann eine Existenzberechtigung, wenn sie im Rahmen möglichst doppelblinder (crossover)
randomisierter (klinischer) Studien einen signifikanten Wirksamkeitsnachweis gegenüber konventioneller Therapie, Schein- und Nichtbehandlung erbracht haben.

Verfahren, die der Antroposophie, dem Vitalismus (Homöopathie) oder der einem Nischenbereich der traditionellen chinesischen Medizin (Akupunktur) entstammen, können erst dann auf gleicher Augenhöhe in die Reihen der Hochschulmedizin integriert werden, wenn jene Verfahren die gleichen Wirksamkeitsnachweise geführt haben.
Davon sind diese Methoden bisher aber weit entfernt. Ihr Wirksamkeitsnachweis basiert primär auf Glaubensaufforderungen, Unwilligkeit zur Selbstkritik der Anwender-gemeinschaft und z.T. radikalen juristischen Maßnahmen entsprechender Szenen gegenüber ihren Kritikern, die selbst keinerlei Lobby besitzen.

Die Hochschulmedizin hat sich seit etwa dem
Beginn des 19. Jahrhunderts sukkzessive von
der Glaubensmedizin eines Galen von Pergamen abgegrenzt. Bis heute ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. Willich et al. (2004) versuchen nichts anderes, als einen neuerlichen Versuch dahingehend zu unternehmen, Glaubensmedizin auf Schleichwegen in den Hochschulmedizinsektor zu integrieren. Offenbar geschieht dies aus Angst vor der eigenen Wirkungslosigkeit, die sich in immer mehr klinischen Studien zu zeigen beginnt.

"Ganzheitliche" Behandlung findet in der Hochschulmedizin längst statt. Dabei handelt es sich aber nicht um unbewiesene Glaubenssätze (obwohl so mancher Kliniker von der hierarchischen Struktur in dt. Kliniken ein Lied singen kann), sondern um wirksamkeitsbewiesene Methoden. "Ganzheitlich" bedeutet hier die Kenntnis möglichst aller Hintergründe und nicht das Abspulen eines unwirklichen Sammelsuriums von Glaubensphrasen aus dem intelektuellen Mittelalter.

Bezeichnend ist, dass die Autoren aus der Anwendungshäufigkeit von Wundermethoden auf deren Wirksamkeit zu schließen scheinen. Würde man diesen in der Komplementärszene üblichen pseudowissenschaftlichen Ansatz z.B. auf die Astronomie übertragen, würde wie selbstverständlich die Sonne um die Erde kreisen, die selbst wiederum eine Scheibe wäre. Aber bleibt man in der Realität, so genügt ein Blick in die USA. Dort wird z.B. vergleichsweise wenig Homöopathie betrieben. Darf man daraus in gleicher Weise schließen, dass die Homöopathie dort unwirksam, in Europa aber wirksam sei, weil sie unter-schiedlich häufig von Patienten angewendet wird?

Typisch erscheint die konsequente Vermischung zwischen Psychologie und Humanmedizin. Als ob ein Niedergelassener
keine psychologischen Fähigkeiten benötigen und diese nie einsetzen würde. Aber das Gegenteil sei auch nicht unterschlagen: es gibt beileibe nicht für alle psychotherapeu-tischen, psychiatrischen oder psychologischen Therapieverfahren (auch nicht jene, die als "ganzheitlich" kolportiert werden) glaubwürdige Wirksamkeitsnachweise.

Die Behauptung, Wirksamkeitsnachweise in der Komplementärmedizin seien mangels der Schaffung von Kontrollgruppen erschwert, ist falsch. So hat man z.B. in der Homöopathieforschung randomisierte, doppelblinde Cross-Over-Studien durchgeführt (z.B. die Münchner Kopfschmerz-Studie), in der die behandelnden ärztlichen Homöopathen freie Mittelwahl und ausreichende Therapiedauer in der Homöopathiegruppe hatten. Als Vergleichsgruppe dienten die gleichen Patienten, die nur zeitversetzt mit dem reinen Lösungsmittel ohne homöopathischen Zusatz behandelt wurden. Es zeigte sich keinerlei Unterschied zwischen Kontroll- und Verumgruppe. Nur bei jenen Studien, die mit tendenziösen Designs konzipiert werden, kann man für diesen vitalistischen Wunderglauben Wirksamkeitsnachweise erreichen, die aber einer Nachprüfung mit klinischen Studien in der Regel nicht standhalten. Dafür gibt es in der Fachliteratur genügend Beispiele.

Wieso antroposophische Tinkturen akzeptiert werden sollen - z.B. bei Krebspatienten - obwohl deren Verkehrsfähigkeit nur durch politische Intervention des ehemaligen Bundespräsidenten Carl Carstens beim damaligen Bundesgesundheitsministerium beruhte, bleibt im Trüben der Diskussion.

Immerhin ist Deutschland das einzige EU-Land, dass seiner großindustriell organisierten Wundermittelindustrie seit Jahrzehnten Erleichterungen verschafft, die jene in anderen Staaten so nicht genießt.

Mithin nimmt die Zahl derjenigen Studien zu, die ein bezeichnendes Licht hinter die wahren Ursachen des "Erfolgs" von Wunder-verfahren aufzeigen. Patienten, die keiner wirksamen hochschulmedizinischen Therapie zugeführt werden können (sei es aus politisch gewollter Verknappung der Diagnose- und Therapieressourcen wie dies bei Hypertonus, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, Depressionen oder
AD(H)S jedem informierten Therapeuten hinlänglich bekannt ist oder sei schlicht wegen nicht vorhandenen Therapiemethoden in der Hochschulmedizin), nehmen natürlich auch Wundermethoden an. Sie lassen von diesen ab, wenn sich deren Unwirksamkeit zeigt oder wenn sich wirksamere hochschulmedizinische Alternativen zeigen.

Der Komplementärmarkt ist primär ein privat-medizinischer Sektor mit hohen Gewinnen bei in der Regel niedrigen Investitionskosten. Dies ist eine der Hauptursachen für die starke Zunahme dieses Sektors. Er bietet den Niedergelassenen wie auch Kliniken den Vorteil, Privatliquidationsgewinne in den defizitären GKV-Sektor umzuleiten.

Krankenkassen, die mit der Erstattung dieser Methoden jüngere Klientel anziehen wollen, profitieren ebenfalls davon, obwohl u.a. die
schweizer HELSANA-Studie zeigte, dass von Methoden wie der Homöopathie und Akupunktur nur zusätzliche Kosten, aber keine Einspa-rungen zu erwarten sind.

Kritik an konkreten Methoden oder Wunder-mitteln oder an entsprechenden Anbietern ist in Deutschland für Organisationen und Privatpersonen aus juristischen Gründen gefährlich. Der Rechtsstaat schützt durch Unterlassung oder zivilrechtliche Nuancen, die noch aus der Zeit des III. Reiches stammen, entweder den Anbieter direkt oder benachteiligt den Aufklärer gezielt. Solange diese Probleme nicht reguliert werden, kann man mit Anbietern von Wundermethoden nicht auf gleichem Niveau argumentieren, denn man ist diesen Kreisen gegenüber klar im Nachteil.

Es ist eine Novellierung des Arzneimittel-gesetzes und des Medizinprodukterechts wie auch eine zeitliche Terminierung des Heilpraktikergesetzes angezeigt. Nur so kann die BRD hoffen, in einigen Jahrzehnten im Medizinsektor den Stand zu erreichen, den die EU seit Jahrzehnten fordert. Bis heute hat die BRD aber nur winzige Reformschritte unternommen, denn in allen politischen Parteien haben Anbieter von Wundermethoden und -mitteln bis hinauf in die höchsten Ränge ihre Befürworter.

Wenn
- der Bundespräsident Carl Carstens
Homöopathie und Antroposophie forcierte,
- die Ex-Gesundheitsministerin der B90/Grünen, Andrea Fischer, sich in einem Vorwort einer Buchpublikation des Zentralvereins der homöopathischen Ärzte lobend über diese Methode äußerte,
- sich hochrangige grüne Landespolitikerinnen wie Frau Griffahn als Mitglied im Kommitee des sog. "Alternativen Nobelpreises" nicht zu schade war, einem griechischen Homöopathen einen solchen Preis zu verleihen, obwohl dieser seinen "Grad" in einer indischen Homöopathenschule absolvierte und nie eine einzige Studie zum Wirksamkeitsnachweis publizierte
- sich der verstorbene, ehemalige Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann zu
Amtszeiten für einen Geistheiler stark machte
- die amtierende Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eine Menge unbewiesener Wunderverfahren auf die Liste von der Krankenkasse zu erstattender Mittel setzt
... dann braucht einem über die Zukunft dieses Landes keine Bange zu sein. Man weiß dann auf jeden Fall, in welcher Bananenrepublik man wohnt.

14

Dienstag, 8. Juni 2004, 17:59

Der Text triffts genau auf den Punkt,wohingegen das oben verworfene Machwerk des erlauchten Gremiums nur die altbekannten schamlosen Scharlatanerie- Nebelkerzen und -Ausflüchte kolportiert.

Und für solch einen Desinformationsschrott gibt sich ein Bundesärztekammerpräsident her,der damit in bester Gesellschaft mit dem Bundespräsidenten,der sogenannten Gesundheitsministerin und etlichen anderen sogenannten Politikern ist.

Der Innenminister steht der Anthropopschychopathie sehr nahe.

15

Dienstag, 8. Juni 2004, 19:05

Was so passiert,wenn Scharlatane "auf gleicher Augenhöhe" in Kliniken rumpfuschen und dem Rest der Welt (wie immer) die Hucke volllügen:

Scharlatanerie an Münchener Kinderklinik

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16

Dienstag, 8. Juni 2004, 21:58

Ursache:

Sammlung von Scharlatanen und ihren Webseiten: 1085350050


Und Wirkung:

Die homöopathischen Vollidiotinnen


Die geistigen Normalbürger sollten das langsam mal verifizieren(das belegende Material für diese zynische Volksverblödungs-Betrugs-und Beschädigungs-Misere ist nun überreichlich) und VIELLEICHT sogar was dagegen tun - wenn es die wirklich Verantwortlichen wie der Bundesärztekammerpräsident & Co (siehe oben) schon nicht schaffen und die Misere nach Kräften mit am Laufen halten.

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17

Dienstag, 8. Juni 2004, 22:09

Indoktrination mit immer den selben einseitigen Figuren:

http://www.dialogforum-pluralismusinderm…nstaltungen.htm

Wer zahlts?

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Mittwoch, 9. Juni 2004, 00:55

Das Ganze ist für einen seriösen und in korrekter Patientenverorgung tätigen Mediziner wirklich unerträglich.

Siehe auch die Texte der Kollegen Vahle und Waubke und von anonymouslog,die so sehr im Gegensatz zu dem wichtigtuerischen,verlogenen,patientenfeindlichen und völlig inkompetenten Gefasel Anderer stehen.

19

Mittwoch, 9. Juni 2004, 01:10

Die Privilegien der Abzocker ("politisch gewollt"):

Die Privilegien der Abzocker-scharlatane

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20

Mittwoch, 9. Juni 2004, 01:40

Der Skandal wurde hier ja schon mal Anfang Mai angesprochen: Pluralismus in der Medizin?

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