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Wie Positionen verschwimmen- und wie andere dafür sorgen, daß es so bleibt.
Foren folgen einer seltsamen Psychologie. Jeder Teilnehmer will immer und zu jeder Zeit gut aussehen. Jeder will seine Kompetenzen zeigen. Dies wäre ja zunächst einmal nichts grundsätzlich Schlechtes, gäbe es nicht Leute, die eben diesen Umstand schamlos für ihre Zwecke ausbeuten. Diese Leute wollen etwas verkaufen, was sich Paramedizin und Esoterik nennt. Beste Werbevoraussetzungen schaffen sie sich ausgerechnet unter Zuhilfenahme ihrer Gegner. Gegner sind eben keine Gegner mehr, wenn man sie sich zurechtgebogen hat. Zurechtbiegen tut man sie, indem man sie zwingt, ständig zu reagieren statt zu agieren. Das klingt kompliziert, ist aber die einfachste Sache der Welt.
1.) Zwinge Deinem Gegner Deine Sprache auf
Dies wird von den Esoterikern erreicht, indem sie ihre Sprache zur einzig gültigen hoffähigen Sprache erklären. Eine Art Neusprech, um es mit George Orwell auszudrücken. Zu diesem Zwecke führt man Neusprech am Besten so lange vor, bis alle Teilnehmer eines Forums davon überzeugt sind, daß es sich dabei um die allgemeingültige Forensprache handelt.
Ein alter Trick aus der Kiste des NLP (neurolinguistisches Programmieren): vorführen, vorführen, vorführen ...
Zunächst machen es diejenigen nach, die eigentlich nicht am Disput beteiligt sind. Dabei handelt es sich in der Regel um die fast überall vorhandenen unpolitische Forenmasse, die nur zum Pläuschchen erscheint. Diese sind wichtig. Die sorgen dafür, daß die eingeführte Sprache auch später verteidigt wird.
Nun kann man sich dem eigentlichen Ziel zuwenden. Dem Gegner. Unter dem Druck der Masse hat dieser sich vielleicht schon der Neusprech angepaßt. Ist dies nicht der Fall, tritt Plan B in Kraft
2.) Diffamierung
Jedesmal, wenn der Gegner die Sprache nicht verwendet, wird er als unhöflich, nicht forenkonform oder sonstwas erklärt. Heftige Unterstützung gibt es da von der bereits umgekrempelten Forenmasse.
Der Angegriffene muß zurückschrauben und sich der geforderten Sprache anpassen. Tut er dies nicht, läuft er Gefahr, daß der Moderator eingreift und den Störenfried entfernt.
Moderatoren blicken zu diesem Zeitpunkt meist schon nicht mehr durch- oder sind am Spiel beteiligt. Und weil, wie oben beschrieben, jeder gut dastehen will, erfolgt die Anpassung wie gewünscht.
Ein paar Wenige haben keine Probleme damit, nicht "everybodies darling" zu sein. Diese werden eben entfernt.
Irrtum 1: Wenn ich mich anpasse, kommen meine Texte an
Das ist nicht der Fall, denn Esoteriker sind Demagogen. Sie bieten einfache Konzepte, die schnell einleuchten. Dazu loben sie fleißig, wenn das Opfer die Lektion kapiert hat. Das berühmte Wort "Tellerrand" ist durchaus von Bedeutung. Damit läßt sich vortrefflich der Gegner diffamieren, welcher sowieso schon im Forenmatsch farblos dahindümpelt. Das eigentliche Ziel ist der Mitleser. Dem suggeriert dies Wort, er habe Weitsicht.Und die Community bestätigt ihn darin.
Irrtum 2: Wenn ich höflich bin, fliege ich nicht raus
Das stimmt nicht. Rausfliegen tut man nur dann nicht, wenn man sich Neusprech angepaßt hat und zur Unkenntlichkeit vergammelt ist.
Am Abgrund hängt man in jedem Fall, wenn man die Frechheit besitzt um Neusprech rumzukurven. Spannende Beobachtungen konnte ich da machen.
Richtig Wind bläst einem ins Gesicht, wenn man einfach nur unerwartet reagiert. Damit läßt sich vortrefflich eine Massenhysterie auslösen, welche man freilich virtuell nicht überlebt, da man zügig als böser Provokateur entlarvt wird und umgehend rausfliegt, denn: Ruhe ist die höchste Bürgerpflicht. Auch im Internet.
Was mich aber viel mehr erschreckt als all dies, ist die Tatsache, daß Neusprech forenübergreifend zur einzig gültigen Sprache erklärt wird. Irrwitzigerweise auch von vielen Gegnern der Paramedizin.
Ich muß an dieser Stelle definitiv fragen: Geht es wirklich darum etwas rüberzubringen, oder will man sich profilieren?
Ist es wirklich erstrebenswert, nicht aus einem Esoterik-, Impfgegner- oder Heilpraktikerforum zu fliegen- und als Preis dafür, seine Sprache zu verkaufen?
Soll man seine Sprache so deformieren, wie es einem aufoktroyiert wurde, von den Leuten, die kräftig davon profitieren?
Das Ganze dann auch noch fortgeführt im eigenen Forum, in welchem man doch eigentlich frei sprechen könnte, ohne daß das Damokles-Schwert "Löschung" über einem schwebt?
Die Dressur klappt verdammt gut. NLPler haben für diese Beziehung zwei Begriffe, die Einem eigentlich das Blut in den Adern gefrieren lassen müßten: Rapport und Leaden.
http://www.nlp.at/lexikon_neu/show.php?input=216
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Rapport Ein Ausdruck, den NLP aus der Hypnose übernommen hat. "Rapport ist eine positive Beziehung zwischen Individuen. Sie basiert auf Verständnis und Vertrauen. Rapport mit einem Klienten ist dann ereicht, wenn er / sie das Gefühl hat, verstanden zu werden und wenn er / sie fühlt, daß die Bedeutung und Komplexität seiner / ihrer persönlichen Erfahrung wertgeschätzt wird." (Yapko 1995, 52). In der Arbeit mit Hypnose oder Trance ist Rapport die Vorbedingung, damit jemand in Trance gehen kann.
NLP verwendet den Ausdruck für jede Art von Kommunikation. Rapport bezeichnet einen "unmittelbaren Kontakt zwischen zwei Personen" (Mohl 1996a (1993), 55). Rapport beschreibt eine intensive Beziehung in der Kommunikation, das Erleben einer Verbindung, eines Gleichklangs, manchmal auch Resonanz genannt. Das Ziel der Kommunikations-Techniken von NLP ist die Herstellung von Rapport in Kommunikation.
Rapport basiert auf der inneren Einstellung von Respekt für den anderen. Im Alltag kann man oft beobachten, daß Menschen, die sich in dieser Haltung begegnen, ganz automatisch die "Techniken" des Spiegelns (pacing) anwenden, die NLP zur Herstellung von Rapport empfiehlt. Spiegeln (pacing) bedeutet, dem anderen ähnlich zu werden, sich ihm anzugleichen, seine Welt zu betreten. Je tiefer der Rapport zwischen zwei Menschen, desto mehr gleichen sich ihre Körper und Stimmen "wie von selbst" einander an: sie "schwingen auf der gleichen Welle", sie sind in Kontakt, in Resonanz.
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http://www.nlp.at/lexikon_neu/show.php?input=80
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In einer spezifischeren Bedeutung beschreibt Führen im NLP einen Prozeß, bei dem eine Person ihr Verhalten ändert (z.B. langsamer redet), worauf eine andere Person mit ihrem Verhalten folgt (d.h. ebenfalls im Reden langsamer wird). Führen dieser Art kann nur gelingen, wenn eine bestimmte Intensität an Kontakt mit dieser Person vorhanden ist. (Im NLP wird das Rapport genannt). NLP basiert auf dem Prinzip des Pacing und Leading, des Angleichens und Führen, des Spiegelns und Führen.
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Diese Texte sprechen eigentlich für sich selbst: Gleichklang und Manipulation sind erwünscht. Anderes Verhalten ist böse, anderes Verhalten ist schlecht. Denn anderes Verhalten ist nur schwer zu beherrschen und möglicherweise kommt man damit nicht zufriedenstellend klar.
Sie glauben dies Alles nicht. Ich will Ihnen einen weiteren Link liefern, der diese Vorgehensweise noch viel besser beschreibt. Jörg Haider und NLP:
http://www.nlp.at/lexikon_neu/show.php?input=216
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"Haider light" - Gebrauchsanleitung für Demagogen
"Haider light" - der Titel suggeriert: Haider ist entschärft. Und genau das will dieses Buch: den Wissensvorsprung der Haiderschen reduzieren. Der Autor ist dabei so trickreich wie das Objekt seiner Beschreibung. Er schlüpft in die Rolle eines Demagogen-Coachs, gibt Handlungsanweisungen und lädt den Leser ein, die Gedankenwelt eines Jörg Haider zu betreten. ("Reden Sie von den WIR in Liebessprache, von den ANDEREN in Haß-Sprache", "Erfinden Sie Sünden-Böcke", "Demütigen Sie Abtrünnige" aus den eigenen Reihen). Ötsch zeichnet rhetorische Traditionslinien zwischen Haider, dem österreichischen Antisemiten Lueger und Joseph Goebbels nach ("Propaganda heißt wiederholen, ewig wiederholen"). Wie in einem Baukasten fordert der Coach spielerisch auf, Haider mit den eigenen Mitteln zu schlagen: "Basteln Sie einen Haider-Spruch". Lernen durch das Schlüpfen in die Demagogen-Rolle, Lernen durch persönliche Erfahrung.
Ötsch entzaubert so den Volkstribun aus Österreich. Und er wundert sich, daß der sonst so klagefreudige Jörg Haider nicht gegen die Veröffentlichung des Buchs vorgegangen ist. Eine gut gepflegte Internetseite inklusive Diskussionsforum runden dieses Meisterwerk ab. Pflichtlektüre für jeden, der das Geheimnis um den Mythos Haider lüften will
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Der Rat den Ötsch hier gibt, ist freilich völlig indiskutabel. Es kann keinesfalls Ziel in einem demokratischen Staat sein, sich derartig hinterhältigen Tricks anzupassen. Vielmehr ist es wichtig die Menschen auf diese hinzuweisen. Es muß verstanden werden, daß es soetwas gibt. Wer weiß, daß es soetwas gibt, enttarnt das schnell- und Enttarnung ist der beste Schutz vor Demagogie.
Genausowenig, wie es erstrebenswert ist, daß sich Politiker aller Parteien in NLP-Demagogie üben, ist es erstrebenswert, daß Esoterikgegner sich dieser Sprache anpassen -oder noch schlimmer- etwas übernehmen, das ihnen gezielt aufgezwungen wurde... von Seelendieben.