Der Grübelzwang der Homöopathieanhänger.
Oder: So wirds gemacht.
Das arme Kind hat möglicherweise so dies und das ererbt,was Zwanghaftigkeit betrifft.In diesem Alter ists aber allemal völlig harmlos;bei Erwachsenen nicht so sehr.
Mit sowas verdienen die Comöopathetiker und andere Scharlatane ihre Kohle.
Aus einem Homöopathie-Forum:
Liebe Pat,
wir - besser gesagt, mein 1 1/2-jähriger Sohn Jonas - sind nun schon 1 Jahr u.a. in homöopathischer Behandlung. Trotz tausend Fragen an unsere Ärztin und Lektüre Unmengen von Büchern und Internetseiten weiß ich immer noch keine Antwort auf meine Fragen, die unseren Jonas betreffen.
Ich würde Dir gern seinen Fall einmal ganz kurz schildern:
Mein Sohn Jonas (1 1/2 Jahre alt; Neurodermitis – bezüglich der Haut ziemlich gut im Griff, aber auch nur, weil er nach wie vor eine karge Grunddiät hält, Symbioselenkung mit Prosymbioflor, Symbioflor 1 und seit 2 Wochen Symbioflor2, Sulfur C30 seit Mai 2001 1mal im Monat bis Weihnachten , Psorinum C30 1mal im März 2002, am 25.04.2002 Psorinum C200) ist eigentlich ein Sulfurtyp, wie er im Buche steht (Homöopathie für Kinder von Dana Ullman) - zumindest hat es bis ca. Weihnachten gewirkt.
Im März hat unsere Kinderärztin/Homöopathie ihm eben auch wegen der familiären Vorbelastung mit Allergien (mein Bruder, Schwiegermuttern, Schwägerin und ich), Neurodermitis (mein Bruder und ich), chronisches Bronchialasthma (mein Opa), Belastungsasthma (mein Bruder und "ein bißchen" ich), Neigung zu Depressionen (meine Mutti und ich - auch Unsicherheit -) Psorinum als Erbnosode einmalig in der C30 gegeben, was auch super angeschlagen hat: ab dem nächsten Tag Auflackern der alten Neurodermitissymptome für ca. 1 Woche, danach Besserung bis Erscheinungsfreiheit mit superglatter Haut, Juckreiz gleich weg, Jonas wurde ruhiger, ausgeglichener, schlief ruhiger.
Nach ca. 4-5 Wochen ließ die Wirkung merklich nach und unsere Kinderärztin
gab ihm das Psorinum wiederum einmalig, jedoch nun in der C200. Nun reagiert
er wie folgt: Nach ca. 2 Wochen Auflackern alter Neurodermitissymptome, Juckreiz wieder da, Schlaf unruhiger, unausgeglichen, nein-nein-nein und doch nichts richtig, weint und tobt jetzt noch schneller - schlimmer als vorher, und vor allem Angst vor anderen - auch bekannten - Kindern, welche er vorher nicht hatte.
Können diese Symptome - weil ja auch völlig neue wie die Angst da sind - noch eine Erstverschlimmerung sein? Wie lange kann eine Erstverschlimmerung bei
solchen Mitteln eigentlich andauern? Kann es auch sein, dass sich vielleicht ein neuer Konstitutionstyp bei Jonas ankündigt - wegen der Angst vor anderen kleinen Kindern, auch die er schon vorher kannte - obwohl Sulfur charakterlich
eigentlich nach wie vor paßt? Angst habe ich ja am meisten vor einer sich "festsetzenden" Erstverschlimmerung. Ist dies schon bei dieser Potenz (C200) in diesem Alter möglich? Sollten wir das Mittel nochmal nachgeben - und in welcher Potenz? Warum Psorinum nicht nochmal? Stimmt es, daß Tuberkulinum vielleicht noch tiefer geht?
Diese Fragen sausen mir mittlerweile schon ständig im Kopf herum, des wende ich mich wirklich ratsuchend an Dich wende.
Ich weiß nicht, ob ich Dir noch ein paar Besonderheiten von Jonas schreiben kann, darf, soll - ich mach´s einfach mal:
Jonas hat wie gesagt, erst seit kurzem diese Angst - aber eigentlich nur vor anderen (kleinen) Kindern. Melanie (genauso alt wie Jonas) z.B. "kennt" er eigentlich seit dem 2. Lebensmonat. In unregelmäßigen Abständen (ca. 4 Wochen manchmal) sehen sich die beiden. Er erkennt sie immer und fragt auch manchal nach "Nelle". Nur letztes mal eben war er wie ausgewechselt: Melanie kam (langsam) auf ihn zu (aus ca. 20 Meter Entfernung) und Jonas stand die Angst im Gesicht und rannte zu mir und klammerte sich an mir fest. Ein anderes Beispiel: Im Sandkasten kommt ein fremdes Kind zu uns, nimmt sich unsere Schaufel und schaufelt, Jonas möchte die Schaufel wiederhaben und schaut mich fragend an; ich sage ihm, daß er einfach "meine" sagen kann und sich die Schaufel wieder zurücknehmen kann (im Austausch gegen was anderes); Jonas tat´s ebenso - aber in dem Moment, als er seine Schaufel wieder hatte, sprang er regelrecht fast auf und wollte (wahrscheinlich hinter mich) wegrennen. Vorher (vor Psorinum) war er noch nicht so. Auch kletterte er erst aufs Klettergerüst/Podest und stellte sich ohne mit der Wimper zu zucken auf und lief die Wackelbrücke entlang - jetzt kriegen ihn keine zehn Pferde mehr zum Stehen auf diesem Podest.
Jonas hat die "Topf-sucht" ;-)) - seit einem Jahr spielt er mit Töpfen und hat mittlerweile eine "eigene" (Spiel-)Küche, an der er auch das wirklich allerkleinste Detail vom Küchenbetrieb (Kochen, Abwaschen, Tischdecken, Einschenken, Essen und Füttern, etc.) nachspielt. An manchen Tagen kann er sich wirklich ununterbrochen damit beschäftigen - übrigens das einzige, mit was er sich länger beschäftigt. An manchen anderen Tagen weiß Jonas manchmal einfach nichts mit sich anzufangen: mit allem spielt er - wenn überhaupt - nur einmal kurz (das Steckpuzzle einmal einsortieren). Er ist dann unausstehlich, ist dann wahrscheinlich unglücklich mit sich selbst. Manchmal ist er aufgezappelt, sitzt wirklich keine Sekunde still, ein anderes mal kann er tatsächlich mal 1 Minute lang schaukeln z.B.
Jonas schaut z.B. auf dem Spielplatz gern zu. Nach einer Weile will er auch auf die Schaukel oder die Rutsche oder an den Fußball.
Viele Dinge - wie Küche, Waschmaschine, Radio, Computer (sucht Autospiel selbst aus mehreren CD´s raus, schaltet PC an, öffnet CD-Fach, holt Joystick und versucht ihn am richtigen Ausgang anzustecken), etc. - sieht er einmal und macht sie das nächste Mal komplett richtig nach und immer wieder so, d.h. er vergißt es nicht wieder. Andererseits bricht die Welt zusammen, wenn die Kaffeekanne nicht in der Kaffemaschine sondern woanders steht - dann kann er nicht verstehen, daß diese eben auch mal woanders stehen kann. Dass beim Malen mit Wasserfarben der Becher mit Wasser nur zum Pinselauswaschen da ist und nicht zum Aufs-Blatt-stellen, um dann darin herumzurühren und zu kochen - ging neulich einfach nicht in seinen Dickschädel rein.
Türen, Fenster, Schränke - fällt mir jetzt auf - werden von ihm immer zugemacht, ein Topf ohne Deckel ist eine Katastrophe ;-) .
Jonas ist zwar mit 6 Monaten gekrabbelt und lief erste Schritte mit 8-9 Monaten, aber mit dem Rennen und dem Hüpfen hat er es bis jetzt immer noch nicht. Er rennt nicht, sondern läuft schnell, was dann aussieht, wie ein - nicht böse gemeint - Spastiker. Melanie (namentlich schon erwähnt) krabbelte z.B. mit 9 Monaten und fing mit einem reichlichen Jahr an zu laufen; sie allerdings rennt wirklich richtig niedlich seit fast 2 Monaten. Jonas ist auch irgendwie nach wie vor etwas tapsig beim Laufen, vor allem wenn Hindernisse auftreten.
Seine ersten 2 Zähne hat Jonas mit 7 Monaten bekommen, die nächsten 2 mit knapp einem Jahr, die nächsten 2 mit 14 Monaten und seitdem hängt es irgendwie ...
Mit dem Kauen haben wir´s auch noch nicht so, obwohl andere Kinder mit knapp einem Jahr und weniger Zähnen besser kauen können.
Jonas verträgt bislang nur Reis und Hirse, Kürbis und Pastinake sowie Apfel gekocht und Birne gekocht - das war´s - und das nach 1 ganzen Jahr. Ach so, unser Getränk ist Pregomin AS aus der Apotheke (1 Büchse mit 400g reicht knapp 2 Tage und 33,00 €), das sozusagen nur aus Aminosäuren besteht.
Mit einem Konstitutionsmittel wollte ich Jonas - vielleicht naiv - richtig heilen, also nicht nur die leidige Hautgeschichte, sondern auch Unterstützung wegen seiner Allergiegeschichte und wegen seiner verdammten Unruhe und Ablenkbarkeit.
Vielen, vielen, vielen, vielen, vielen Dank im voraus.
Liebe Grüße von I.