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Montag, 1. September 2008, 15:28

Es war nicht mein Ansinnen, hier einen Streit vom Zaume zu brechen.
Um es nochmal klipp und klar zu sagen:

- in unserer Generation gab's schnell und saftig Ohrfeigen, in der Schule und auch zuhause

- das lehne ich strikt ab; im übrigen ist es in Deutschland strafbar-

- wir wurden insgesamt ZU streng erzogen

- heute das genaue Gegenteil: viele Kinder werden GAR NICHT erzogen und tanzen Eltern, Lehrern und anderen Mitmenschen auf dem Kopf herum, sie BESTIMMEN!

"Aber nicht aus Verständnis heraus, sondern aus Angst. Dann doch lieber drei Versuche bei meinem eigenen Jungen aber das vierte Mal lässt ers, weil ers DANN VERSTANDEN hat."

- ANGST ist meistens ein falscher Ratgeber (nicht immer- vor der heißen Herdplatte oder einem heranrasenden PKW sollten Kinder ruhig Angst haben.)
Vor AUTORITÄTSPERSONEN (Eltern, Lehrern, älteren Menschen) RESPEKT.

Ich bin nicht der Meinung, daß Kinder für ALLES ellenlange Erklärungen bekommen müssen (gerade weil sie, wie Sie sagen keine KLEINEN ERWACHSENEN sind).
Manchmal muß ein klares und deutliches NEIN!
reichen--ohne großes Gesabbel.

"Und ob andere meine Kinder verzogen und unmöglich halten ist mir egal. Mir ist ein verzogenes Kind lieber..."

- kann ich so nicht unterschreiben;
außerdem muß ein selbstbewußtes Kind durchaus nicht "verzogen und unmöglich" sein!

"Ein Kind, dass lieb, brav, sauber und sich nicht bewegend in der Ecke sitzt ist krank."

-Das sich nicht bewegen ist maßlos übertrieben.
-Warum ist ein Kind mit den übrigen Attributen KRANK?

"Für meine Kinder kämpfe ich bis zum Umfallen."

-Ich verstehe den Kontext nicht.

22

Montag, 1. September 2008, 15:44

<<<heute das genaue Gegenteil: viele Kinder werden GAR NICHT erzogen und tanzen Eltern, Lehrern und anderen Mitmenschen auf dem Kopf herum, sie BESTIMMEN!

Steht WO geschrieben? Haben Sie vergleiche? Können Sie das wirklich beurteilen?
Ich behaupte, es gibt nicht mehr oder weniger verzogene Kinder als früher.

<<<Vor AUTORITÄTSPERSONEN (Eltern, Lehrern, älteren Menschen) RESPEKT.

Mit Autorität habe ich so generell meine Probleme, weil das Kind dann immer noch nicht versteht, warum etwas ist wie es ist.
Autorität ist oft gleich Angst.

<<<Ich bin nicht der Meinung, daß Kinder für ALLES ellenlange Erklärungen bekommen müssen

Man kann vieles kindgerecht erklären, man muss nur wollen.


Wie definieren Sie Kindheit?

Ich bin kein Kind, dass sich klipp und klar etwas sagen lässt und dann seinen Mund zu halten hat. Um es mal überspitzt auszudrücken.

Über etwas nicht mit einem Kind zu diskutieren, heißt noch lange nicht, es ihm nicht wenigstens versuchen zu erklären.

23

Montag, 1. September 2008, 16:26

"Kind

(MEYERS LEXIKON)

Die Entwicklungspsychologie unterscheidet je nach dem Stand der biologisch-physiologischen, psychischen und sozialen Entwicklung eines Kindes im Anschluss an die prä- und perinatalen Phasen folgende Entwicklungsabschnitte: Neugeborenes (bis 28. Lebenstag), Säuglingsalter (1. Lebensjahr), Kleinkindalter (2. und 3. Lebensjahr), frühe Kindheit (4.–6. Lebensjahr), mittlere Kindheit (7.–10. Lebensjahr) und späte Kindheit (11.–14. Lebensjahr). Auf die Kindheit folgt die Phase der Adoleszenz.‑"

aus www.familienhandbuch.de :

"Wie man sich sich durchsetzt
Lebhafte Kinder benötigen mehr Grenzen als ruhige, beobachtende. Manche Kinder sprechen schon auf die leiseste Warnung an, anderen dagegen kommt man mit Worten fast gar nicht bei. Wenn man sein Kind genau beobachtet, weiß man, wo angemessene Grenzen gesetzt werden müssen. Auch sollte man sich überlegen, wo man selbst ein Auge zudrücken möchte und wo man auf keinen Fall nachgeben möchte. Grenzen müssen ganz klar und vorhersehbar gesetzt werden. Man kann seinem Kind die Gründe erklären. Folgt das Kind dann nicht, muß man bestimmter auftreten, sehr ruhig und ganz klar "Nein!" sagen. Hilft das auch nicht, so kann man den Gegenstand wegbringen, das Kind wegtragen oder aber auch ablenken. Bei älteren Kindern hilft manchmal vielleicht nur eine leichte Drohung oder noch schlimmer nur die klare Strafe."




"Starke Eltern denken:
Ich bin genauso bedeutend wie alle anderen aus der Familie.
Von Kindern kann man fordern, daß sie sich auch anderen anpassen."

24

Montag, 1. September 2008, 17:03

Papier hält still, Papier ist geduldig und diese Ratgeber sind nicht selten, sehr an der Praxis vorbei.

Ich kann nicht behaupten, dass es hier keine Sanktionen gibt, doch vom Prinzip her setze ich eher auf die postive Verstärkung.

Die Entwicklungsabschnitte sind mir durchaus geläufig. Nur, wissen Sie auch was sie bedeuten?

Der Gerechtigkeitssinn (nur mal als Beispiel) entwickelt sich erst ab ca. 7 Jahren.

http://www.focus.de/schule/familie/erzie…aid_328060.html

Ist das Ihre Definition von Kindheit :-/?


Altruismus

Erst Schulkinder lernen zu teilen


Kinder müssen das Teilen erst lernen
Vorschüler verhalten sich sehr egoistisch und teilen nur ungern. Sinn für Gerechtigkeit entwickelt sich bei Kindern erst zwischen sieben und acht Jahren.
Kinder teilen Süßigkeiten mit anderen vor allem dann, wenn sie diese kennen. Das haben Forscher aus der Schweiz und Deutschland in Experimenten nachgewiesen. Ihre Ergebnisse haben sie im britischen Fachjournal „Nature“ veröffentlicht.

Ernst Fehr von der Universität Zürich und seine Mitarbeiter hatten insgesamt 229 Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren zu einer Reihe spielerischer Experimente aufgefordert. Spieleinsatz waren Süßigkeiten. Ein Kind musste entscheiden, wie es eine festgelegte Menge von Süßigkeiten mit einem anderen Kind, das nicht im Raum anwesend war, teilte. Es bekam zum Beispiel die Wahl, zwei Schokolinsen für sich zu behalten und dem anderen Kind keines abzugeben oder die beiden Schokodrops zu teilen.

Altruismus ist zum Teil genetisch bedingt

Drei- bis vierjährige Kinder verhielten sich in diesem Versuch fast ausnahmslos selbstsüchtig und behielten die Schokolinsen für sich. Im Alter von fünf bis sechs Jahren teilte immerhin schon rund ein Fünftel. Aber erst mit sieben, acht Jahren teilte fast die Hälfte der Kinder gerecht. In dieser Altersgruppe begannen die kleinen Probanden mehr und mehr, an andere zu denken. Sie entwickelten einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und sorgten dafür, dass ihr Spielpartner nicht mehr, aber auch nicht weniger bekam als sie selbst.

Uneigennützig an andere zu denken und bevorzugt mit Freunden oder Familienmitgliedern zu teilen, seien für den Menschen kennzeichnende Verhaltensweisen, schreiben die Forscher. Schon die Gemeinschaften aus Jägern und Sammlern seien darauf angewiesen gewesen, ihre Beute miteinander zu teilen. Zumindest zum Teil ist die Entstehung solcher Verhaltensweisen vermutlich genetisch festgelegt. Andererseits förderten Kultur und Erziehung ihr Entstehen. So lernten kleine Kinder vom Kindergarten bis zur Schule, dass die Erzieher und Lehrer Gleichbehandlung und Gerechtigkeit gutheißen, diese Verhaltensweisen also gewünscht sind.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (6. Juli 2010, 00:37)


25

Montag, 1. September 2008, 17:09

Lieber Herr Dr. Kinderarzt , ja genau da habe ich hin geschrieben,aber nicht schlimm. Sie liegen genau richtig lach. Genau die bin ich .

26

Montag, 1. September 2008, 17:25

Das ist ja toll.

Mir kommt das noch gar nicht zu lange her vor.

27

Montag, 1. September 2008, 17:29

Doch,die Kinder sind mittlerweile 17,16 und der kleine ist auch schon 11, die Zeit vergeht recht schnell.Habe heute in der Praxis angerufen, wegen Maria und habe mit Frau Bode gesprochen. Gibt es eine andere Möglichkeit ,ihnen eine Mail zu schreiben ?

28

Montag, 1. September 2008, 17:51

Ich möchte meine Privat-e-mail-Adresse nicht ins Netz stellen.

Schreiben Sie doch hier.

29

Montag, 1. September 2008, 17:56

Nein das wollte ich auch nicht,das sie ihre Private hier bekannt geben. Ich dachte es gibt so eine wie die von hier. Aber nicht schlimm. Wollte diesen Beitrag nur nicht mit Sachen vollschreiben, die nix mit dem Theam zu tun haben *lach*

30

Montag, 1. September 2008, 18:05

zu 025:

Liebe Frau Anne, scheinbar sind Sie lediglich auf Provokation aus.
Zuerst fragen Sie mich nach einer Definition von Kindheit; Sie bekamen von mir eine glasklare aus einem der bekanntesten deutschen Lexika...

jetzt fragen Sie mich polemisch nach meiner Def. von Kindheit...
Was soll das?

Es geht auch hier nicht darum, wie SIE Kinder erziehen oder daß Sie für Ihre Kinder sonstwas täten.

Der von KA Kinderarzt eingestellte thread hieß "Überschätzung" und bezieht sich auf die führende deutsche Psychologie-Zeitschrift.

Nochmal zur Erinnerung:

"Eltern überschätzen ihre Kinder und sich selbst"

"Eltern überschätzen ihre Kinder häufig. Das liege daran, dass die meisten Menschen dazu neigen, alles, was sie selbst betrifft, positiver und optimistischer zu sehen, als es dem gesunden Menschenverstand entspricht..."

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

31

Montag, 1. September 2008, 18:18

Und mir ging es um Ihre sehr provokative Ausführung dazu.

Ala, hätten wir uns früher getraut...
Und alle Kinder sind heute unmöglich...
(zumindest las es sich so)

Da kommt mir die Galle hoch.

Und etwas abschreiben, ist keine Kunst.

Ich erziehe auch anderer Leute Kinder :-)

Und nein polemisch wars nicht...

32

Montag, 1. September 2008, 19:32

Zu 030Mausi32

Liebe Frau Aguirre;

Sie können hier ALLES schreiben.

Ist doch ganz wacker,daß ich Sie mit 2 Buchstaben identifizieren konnte.

Mich freut es sehr von Ihnen zu hören.

Sie waren eine von den allerangenehmsten Patientenmüttern.

Denken Sie bitte dran,daß man die kinder mit 16 oder 17 gegen Diphterie,Tetanus UND Keuchhusten impfen sollte.Dann Diese alle 10 Jahre.Das ist alles in einer Spritze.

Bezüglich der Anti-Krebs-Impfung HPV für die jungen Mädchen bin ich immer noch etwas skeptisch: es gab danach in USA und 1x hier oder in Österreich einige Todesfälle.

Meine Partnerin,die in diesen Dingen sehr belesen ist,ist nach anfänglicher Skepsis jetzt der Ansicht,daß alles klar sei.

Viele Grüße auch an Ihren netten Mann.

Ihr Kinderarzt.

33

Montag, 1. September 2008, 19:59

Seriöses über Kinderentwicklung:

http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (6. Juli 2010, 00:37)


34

Montag, 1. September 2008, 20:05

Na das ist super das man hier alles schreiben kann

Ich soll sie zurück grüßen von meinem Mann und auch von den Kindern.

Ja ich weiß muß ich demnächst noch machen, die Impfungen (egal was alle anderen sagen), meinen 3 Kindern hat keiner der Impfungen geschadet und ich würde es immer wieder so machen.

Ja die Impfung für die Mädchen, wurde uns auch schon angeboten, ich finde es nur nicht so toll das man sie selbst bezahlen muß und erst dann das Geld dafür wieder bekommt,eine Impfung kostet 180 € .

Danke für das nette Kompliment, aber das kann ich nur wieder an Sie zurück geben.
So ist das wenn man seinem Kinderarzt 100%ig vertraut und das war ja in ihrem Fall so. Wir haben immer sehr viel Wert auf ihre Meinung gelegt. Weil den Kindern ist alle gut bekommen .
Ich nenne da nur mal ein Beispiel...weil meine Tochter so klein zur Welt kam und sie damals sagten machen sie sich keine Gedanken sie holt alles auf. Und das war dann auch so ,auch die geschätze Größe die sie erreichen sollte wie sie damals sagten ist so eingetroffen

35

Dienstag, 2. September 2008, 13:20

"Früher" war nicht alles besser, nur anders. Warum z.B. gabs vor etwa 50 Jahren keine Machtkämpfe ums TV gucken oder schreiende Kinder im Supermarkt? Weil die Eltern damals alle samt und sonders so unglaublich konsequent waren? Nein, weil es "damals" weder 24 h Kinderbespassung via TV oder Supermärkte gab.

Das es heute mehr Eltern gibt die sich und ihren Nachwuchs zu wichtig nehmen und sich für das Zentrum des Universums halten, ist aber sicher nicht so ganz falsch.

Eine Mutter beschwerte sich unlängst in einem Familienforum darüber das Kevin-Elias (2 Jahre) ständig die CD's aus dem CD Ständer holt und damit rumspielt. Auf die Frage ob die Mutter ihm denn mit einem klaren "Nein" die CDs nicht einfach wegnimmt kam die Antwort:"Oh nein, dann schreit er doch". Inkonsequenz durch Bequemlichkeit, da wundert einen nix mehr.

Zoobesuche sind auch immer extrem spannend. Am Terrarium der Boa Constrictor steht groß und breit "Nicht an die Scheibe klopfen". Und was macht Lenn-Jerome? Kloppt wie blöde an die Scheibe. Mama steht dümmlich grinsend daneben und säuselt, na Lenni-Maus, antwortet die Schlange Dir nicht? Heiliger Bimbam da geht einem der Hut hoch. Sowas regt mich dann auch auf.

Schreiende Kinder an Supermarktkassen dagegen belasten mich nicht. Schließlich stellen Manager die Süssigkeiten genau deshalb da auf, damit Justin-Noel die Welle schlägt weil er ein Ü-Ei will und Mama es kauft damit der hinter ihre Wartende gestresste Investment-Broker nicht die Nervenkrise kriegt. Und aus Kindersicht kann ich es verstehen, alles steht so verlockend zum greifen Nahe rum da frustriert es, das Mama "nein" sagt. Kinder müssen ja nun erst lernen das man nicht alles kaufen kann, das geht halt nicht ohne Reibereien ab.

36

Dienstag, 2. September 2008, 13:50

Welch wahren Worte piccolino. Das ist von Einzelhandel ganz gezielt geplant. Ich selbst habe auch im Einzelhandel gearbeitet und meinen Chef mal gefragt ,warum es so ist.....seine Antwort darauf reine Taktik !
Man muss als Mutter oder Vater so konsequent sein und NEIN sagen können.
Ich habe z.b meinen Kinder früh genug bei gebracht das es nicht immer was gibt.
Sie haben sich zwar geärgert aber irgentwann verstanden. Da bringe ich lieber mal was mit und dann ist die Freude wesentlich größer :)

Heutzutage ist einfach alles zu stark auf den Konsum von Pc,Markenware usw eingefahren. Wenn man sich mal umschaut, die Kinder laufen schon von klein auf in Markenklamotten rum, nur weil es andere auch haben. Da liegt es an den Eltern, den Kindern zu erklären das es nicht immer möglich ist und das auch andere Sachen durchaus genauso toll sind.
Man muß seinen Kindern einfach mal erklären warum wieso weshalb...die Zeit sollte man sich nehmen.Viele glauben die Kinder verstehen es nicht,aber sie tun es ...aus eigner Erfahrung spreche. Ich bin stolz auf meine Kinder das sie es verstehen und auch das Selbstbewusstsein haben zu sagen : Ich brauche nicht immer Marken Sachen um jemand zu sein !

Gruß Michaela

37

Dienstag, 2. September 2008, 15:11

Unsere Töchter bekamen nie etwas an der Kasse. Die wussten das und es gab kein Geschrei. Dafür hatten sie einen Papa, der Ü-Eier legen konnte. Das war doch viel besser.

38

Donnerstag, 3. Februar 2011, 19:09

Der Thread ist ganz gut.


Es hat mal Jemand den Begriff STRENGE LIEBE geprägt.

Den finde ich konstruktiv.

39

Freitag, 22. April 2011, 19:57

Thorben....Thorben!.....Liebling,komm jetzt doch bitte mal von dem Kronleuchter runter.

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