Papier hält still, Papier ist geduldig und diese Ratgeber sind nicht selten, sehr an der Praxis vorbei.
Ich kann nicht behaupten, dass es hier keine Sanktionen gibt, doch vom Prinzip her setze ich eher auf die postive Verstärkung.
Die Entwicklungsabschnitte sind mir durchaus geläufig. Nur, wissen Sie auch was sie bedeuten?
Der Gerechtigkeitssinn (nur mal als Beispiel) entwickelt sich erst ab ca. 7 Jahren.
http://www.focus.de/schule/familie/erzie…aid_328060.html
Ist das Ihre Definition von Kindheit :-/?
Altruismus
Erst Schulkinder lernen zu teilen
Kinder müssen das Teilen erst lernen
Vorschüler verhalten sich sehr egoistisch und teilen nur ungern. Sinn für Gerechtigkeit entwickelt sich bei Kindern erst zwischen sieben und acht Jahren.
Kinder teilen Süßigkeiten mit anderen vor allem dann, wenn sie diese kennen. Das haben Forscher aus der Schweiz und Deutschland in Experimenten nachgewiesen. Ihre Ergebnisse haben sie im britischen Fachjournal „Nature“ veröffentlicht.
Ernst Fehr von der Universität Zürich und seine Mitarbeiter hatten insgesamt 229 Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren zu einer Reihe spielerischer Experimente aufgefordert. Spieleinsatz waren Süßigkeiten. Ein Kind musste entscheiden, wie es eine festgelegte Menge von Süßigkeiten mit einem anderen Kind, das nicht im Raum anwesend war, teilte. Es bekam zum Beispiel die Wahl, zwei Schokolinsen für sich zu behalten und dem anderen Kind keines abzugeben oder die beiden Schokodrops zu teilen.
Altruismus ist zum Teil genetisch bedingt
Drei- bis vierjährige Kinder verhielten sich in diesem Versuch fast ausnahmslos selbstsüchtig und behielten die Schokolinsen für sich. Im Alter von fünf bis sechs Jahren teilte immerhin schon rund ein Fünftel. Aber erst mit sieben, acht Jahren teilte fast die Hälfte der Kinder gerecht. In dieser Altersgruppe begannen die kleinen Probanden mehr und mehr, an andere zu denken. Sie entwickelten einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und sorgten dafür, dass ihr Spielpartner nicht mehr, aber auch nicht weniger bekam als sie selbst.
Uneigennützig an andere zu denken und bevorzugt mit Freunden oder Familienmitgliedern zu teilen, seien für den Menschen kennzeichnende Verhaltensweisen, schreiben die Forscher. Schon die Gemeinschaften aus Jägern und Sammlern seien darauf angewiesen gewesen, ihre Beute miteinander zu teilen. Zumindest zum Teil ist die Entstehung solcher Verhaltensweisen vermutlich genetisch festgelegt. Andererseits förderten Kultur und Erziehung ihr Entstehen. So lernten kleine Kinder vom Kindergarten bis zur Schule, dass die Erzieher und Lehrer Gleichbehandlung und Gerechtigkeit gutheißen, diese Verhaltensweisen also gewünscht sind.