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Freitag, 10. Dezember 2010, 23:45

Dauerschnupfen, Urtikaria

Hallo,

unsere 4j Tochter leidet unter recht häufigen Infekten und seit ca 2.5 Jahren unter einem unterschiedlich starken Dauerschnupfen. Dieser trat zuerst zusammen mit einer Urtikaria auf. Die Urtikaria brach immer wieder aus und schien damals das vordringliche Problem zu sein. Behandlung der Symptome mit Antihistaminika, später wurde auf einen versteckten Infekt in einer Nasennebenhöhle behandelt, ein AB für mehrere Wochen. Ergebnis: Schnupfen weg und Urtikaria weg.

Mit dem erstbesten Infekt kam der Schnupfen wieder und blieb seitdem wieder fast dauerhaft. Nur wenn ein heftiger Infekt mit AB behandelt wird, geht er wieder und schleicht sich nach Ende der Behandlung langsam wieder ein.
Also eigentlich zieht sie ständig hoch, beim Naseputzen ist da aber nur relativ wenig klarer Schleim, dafür aber fast immer. Wenn sie den Schnupfen intensiv hat bemerkt man bei Ihr deutlichen Mundgeruch, sie hustet dann auch häufig, wohl um den herabtropfenden Schleim zu beseitigen. Manchmal im Sommer ist der Schnupfen ganz weg oder kaum merklich (ist ja auch eine Angewohnheit).
Die Urtikaria kam ungefähr ein Jahr lang in abnehmender Intensität zusammen mit den schlimmeren Phasen des Dauerschnupfens oder anderen Infekten, seither ist sie praktisch weg (ganz selten minimal dermographie oder einzelne quaddeln, aber nur kurzzeitig und ohneechten Juckreiz).

Vor ungefähr einem Jahr Vorstellung bei einem HNO zum Abchecken der Mandeln, recht wortkarg kam ein "Polypen müssen raus". War ein komischer Kautz in einer merkwürdigen Provinzklinik, daher zwei Wochen später zweite Meinung bei anderem HNO in anderer Klinik: "Keine auffälligen Polypen, ich würd da nichts operieren". Also genauso schlau wie vorher :-(
Die Nasenatmung ist ohne akuten Infekt auch unter Dauerschnupfen OK, schnarchen tut sie aber trotzdem gerne. Im Juni sowie seit ca. einer Woche starker Infekt und beidseitiger Paukenerguss mit deutlichen Höreinschränkungen, im Juni ging der aber binnen zwei Wochen weg (AB, Nasenspray und viel Kochsalzinhalation).
Sie selbst leidet nicht wirklich unter dem Schnupfen an sich, aber natürlich unter den Infekten und der Paukenerguss nervt sie.

Für den Gesamtkontext: Hautprobleme im ersten Lebensjahr mit Selbstheilung, mit 2j einen sehr großen, stark schmerzenden Achsel-Lymphknoten (Katzenkratzkrankheit, kein Bluttest glaube ich). Sonst das übliche was man halt als Kind so hat und aus dem Kindergarten mitschleppt. Sie ist vollständig durchgeimpft.

Irgendwie scheint es so, als würde sich allen Antibiotika zum trotz irgendwo ein kleiner Infektionsherd dauerhaft halten können und bei jeder Gelegenheit wieder aufblühen. Ein zwischenzeitlicher Nasenabstrich war unauffällig. Die Kinderärztin ist mit ihrem Latein am Ende, verweist auf den HNO.
Wie kommt man hier weiter? Wie kann man einem eventuellen Infektionsherd auf die Schliche kommen?
Können Polypen trotz guter Nasenatmung solche Probleme auslösen?
Natürlich würden wir gern alles abchecken bevor wir sie auf Verdacht unters Messer legen. Wenn die Polypen die wahrscheinliche Ursache sind dann raus damit, aber unnötig möchten wir ihr eigentlich keine OP zumuten (so eine tolle Erfahrung ist das ja nun auch nicht).

Vielen Dank!
Rainer

2

Samstag, 11. Dezember 2010, 06:11

Herzlich willkommen.

Das ist trotz aller Unklarheiten ein schöner und durchdachter Bericht.

Man kann ja mit einer feinen Optik die "Polypen" und die Kieferhöhlen spiegeln - also anschaun.-So ein Gerät hat nicht jeder.Am Ehesten eine Unikliniks-Abteilung.

Das wäre halt wichtig,um zu sehen,ob die "Polypen" nicht doch rausmüssen(wofür ich wäre) und ob in den Höhlen nicht irgendeine Anomalie ist,die die Problematik unterhält.

Da gibt es Polypen,anatomische Fehlbildungen und tumorartige sehr problematische Pilze (Aspergillom).

Die Alternative wäre,Bilder mit einer Kernspin-Untersuchung zu machen (alles in Sedierung/Narkose).


Entscheidend ist,wie sehr die Kleine das Ganze überhaupt stört.

War das Nasensekret denn mal irgendwie gefärbt ?

Was für Antibiotika wurden denn gegeben ? - Das müßte ich ganz genau wissen.

Wie ist denn die Sprache ? (kloßig ? undeutlich ?).

Wie sind denn Ohrenbefund und Hörtest jetzt ?


Ich hoffe,daß der hier mitschreibende sehr gute HNO-Arzt sich dazu äußert.

Wenn nicht,werde ich ihn darum bitten.


Ich würde bei Beschwerden mal auf Nasentropfen umsteigen,die möglichst erstmal in der Nase bleiben und nicht gleich hintenrunter fließen.-Kurz nach der der Eingabe sollte die Kleine mal jeweils für ein paar Minuten den Kopf abwechselnd minutenlang mal auf die eine und dann auf die andere Schulter legen,damit die NT möglichst in den Kieferhöhleneingang fließen.-Das Ganze mehrfach täglich.

Wurden eigentlich Allergie-Hauttests gemacht ?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (11. Dezember 2010, 06:53)


3

Samstag, 11. Dezember 2010, 11:10

Hallo und danke für die schnelle Antwort. Ich frag lieber nicht, was sie am Wochenende um 6:00 in das Internet treibt :-)

Der erste HNO hat nur reingeschaut, der zweite HNO hatte ein feines flexibles Endoskop durch beiden Nasenöffnungen eingeführt. Keine Ahnung, wie tief er damit kam, das hat jeweils nur ein paar Sekunden gedauert. Vorher gab es nur ein kurzes Spray vermutlich zur leichten Betäubung und Erweiterung, keine Sedierung o.ä.

Zu den Fragen:
Der Schnupfen selbst nervt sie nicht unbedingt, wenn er allein auftritt. Das Problem ist, dass sie sich eigentlich von einem Infekt zum nächsten hangelt. Nur im Sommer ist manchmal Ruhe. Das Nasensekret ist beim Dauerschnupfen klar / weisslich. Antibiotika hatten wir bisher Cotrim (beseitigte Infekte und Dauerschnupfen), Cefaclor (wirkte bei den Infekten, aber nicht gegen den Dauerschnupfen) und Amoxicillin (Wirkung gegen Infekt OK, aber wegen fiesem Ausschlag abgebrochen und an die Auswirkung auf den Schnupfen erinnere ich mich nicht).
Je nach Intensität des Schnupfens hat sie starken Mundgeruch und neigt zu Nachtschweiß. Ohne Schnupfen

Sprache ist normalerweise sehr gut, klar und akzentuiert. Im Zusammenhang mit den Paukenergüssen verschlechtert sie sich jedoch rapide und deutlich, wird kloßig, vernuschelt, viel zu laut und mit wackeliger Tonlage. Aktuell kein Infekt der Ohren, aber Nase und oberflächlicher Husten sowie voller Paukenerguss beidseits. Kein aktueller Hörtest, da erst seit ein paar Tagen wieder akut. Beim letzten Paukenerguß im Juni wurden drei Hörtests gemacht, Ergebnis zuerst ganz mies ("da schwingt nichts"), dann besser und nach 2 Wochen bereits einwandfrei. Ohne Paukenerguss hört sie das Knistern einer Gummibärchentüte auf 100m :-)

wegen der Urtikaria waren wir Anfang und Ende 2009 in einer Kinderklinik, Bericht liegt vor: umfangreicher Pricktest negativ. Abstrich vereinzelt Enterobacter cloacae, mäßig Moraxella catarrhalis. C13-Atemtest negativ. Autologer Serumtest negativ. Mycoplasmen Schnelltest negativ. Jetzt wo ich den Bericht nochmal lese, steht auch da die Empfehlung Adenotomie drin, aber kein hinweis warum. Spiegelung ist damals nicht erfolgt.

Dann haben wir also zweimal Adenotomie von Ärzten, die jeweils nur mal grob reingeschaut haben. Der einzige, der sich das per Endoskop angeschaut hat, rät davon ab. Obwohl er sicherlich auch gern Geld verdienen will (sie ist in der PKV mit Chefarztbehandlung und er ist zufällig der Chefarzt).

Wie gesagt, ich habe nichts gegen notwendige OPs, nur gegen nicht notwendige. So in etwa: Wir fangen mal hier an zu schneiden und wenn es das nicht löst machen wir weiter bis wir das Problem zufällig gefunden haben (so kam der erste HNO rüber). Daher will ich erstmal die Diagnostik ausreizen, die Skalpelle kann man immer noch wetzen.
Bringt ein Kernspin Hinweise auf Entzündungen? Wo findet man am ehesten einen Radiologen mit Erfahrung in dem Bereich (HNO Kind)?

Danke
Rainer

4

Samstag, 11. Dezember 2010, 15:52

Für sowas würde ich in eine Uniklinik gehen.

Je nach weiterem Verlauf denke ich schon,daß die "Polypen"(Adenoide) die Nasenatmung behindern und zu den unguten Paukenergüssen mit Hörminderung führen.

Mich stört halt auch die Nasen-Nebenhöhlensymptomatik.

Wolln mal hören,was der HNO-Kollege Dr.Vahle(wovapa) so meint.

Zu ihm :

"Polypen" und Paukenröhrchen,Rachen- und Gaumenmandeln,Nasen-Nebenhöhlen,Mastoiditis u.a. :

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Mittwoch, 22. Dezember 2010, 18:37

Update

Kleines Update: Unter längerer Cefaclor Behandlung und jetzt auch noch Nasonex ist sie praktisch Beschwerdefrei.
Kaum Schniefen, kein Husten, 1a Nasenatmung. Und der Paukenerguss zieht sich auch zurück.

Wiedervorstellung bei dem HNO, der schonmal gespiegelt und von einer OP abgeraten hatte. Wieder nix zu sehen (ist ja auch klar, man ruft an wenns gerade extrem ist und deshalb mit Antibiotika anfängt, bekommt einen Termin in 10 Tagen und bis dahin wirkt das Medikament).
Trotzdem wurde auch von ihm zu einer Polypenentfernung geraten. Also im Januar raus damit.

6

Sonntag, 26. Dezember 2010, 13:16

Das ist eine gute Entscheidung.

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