Guten Morgen,
zum Thema Hausgeburten möchte ich was beitragen.
Ich versuche mich kurz zu fassen.
Am 4. Januar 1998 war meine Schwester Ende 8. Monat schwanger. Sie hatte an diesem Tag eigentlich nur ein komisches "Gefühl" im Bauch und ist ins Krankenhaus gefahren.
Bis zu diesem Tag verlief die Schwangerschaft absolut ohne Probleme und Komplikationen.
Im Krankenhaus wurde festgestellt, daß die Herztöne des Babys sehr schwach sind.
Ihr müßt schon entschuldigen, ich habe selber keine Kinder und kenne viele Begriffe nicht.
Auf jeden Fall wurde sie an ein Gerät angeschlossen, welches die Herztöne permanent überwacht.
Als diese immer Schwächer wurden, entschied man sich zu einem Kaiserschnitt.
Das war der Beginn eines langen Albtraums.
Dennis wurde tot geboren.
Als ich im Krankenhaus eintraf, wurde er gerade wiederbelebt, und es warteten die Sanitäter und ein Arzt der Kinderklinik mit dem Brutkasten (heißt das so?) auf ihn.
Dennis hatte einen katastrophalen HB-Wert und mußte Blutkonserven über die Nabelschnur bekommen. Das war laut Aussage der Ärzte schon sehr schwierig.
In der Kinderklinik dann die brutale Wahrheit.
Unter anderem Lungenschock, Nierenversagen, mußte künstlich ernährt werden. Genaueres müßte ich in den Unterlagen nachlesen.
Die Aussage der Ärzte war damal: 1 Kind von einer Million überlebt das Ganze, und von einer Million, die es überleben, wird einer ganz gesund.
Es war eine schlimme Zeit, meine Schwester sehr jung (24) und schon einen 4-jährigen zu Hause.
Dennis war ca. 7 Wochen in der Kinderklinik und hat echt gekämpft, genauso wie die Ärzte.
Nach einiger Zeit konnte er selbstständig atmen, etwas später arbeiteten Blase und Darm selbstständig.
Zu guter Letzt klappte es dann auch mit dem trinken, und wie gesagt, nach etwa 7 Wochen kam er nach Hause.
Es war eine sehr schwere Zeit, da niemand sagen konnte, wie er sich entwickelt.
Natürlich waren wir alle sehr froh, daß er lebt und zu Hause ist. Aber die Angst und die Sorgen kamen auch.
Wir waren ja schon überglücklich als die Ärzte sagten, daß er hören und sehen kann.
Er konnte mit neun Monaten immer noch nicht krabbeln, sondern machte immer diesen "Flieger" auf dem Bauch.
Zum ersten mal stand er auf seinen Füßchen mit 1 1/2 Jahren.
Er lernte laufen, allerdings mit "Spitzfüßen" (??).
Ich habe echt Hochachtung vor meiner Schwester.
Sie mußte mit Dennis über zwei Jahre zur Krankengymnastik, nach Vojta (??). Es war Horror, zwei Jahre lang, jede Woche, und immer hat er eine halbe Stunde geschrien. Man bedenke, der vierjährige war fast immer dabei, da es anders nicht ging.
Dennis bekam dazu noch Orthesen, und nach zwei Jahren kam der Erfolg.
Mit etwas über drei Jahren lief er wie ein gesunder Junge.
Mit vier fing er an zu sprechen.
Und nun kürze ich mal ab, am 7. September wird er eingeschult und ist gesund!!!
Manchmal muß ich schmunzeln, denn meine Schwester ist ja immer noch besorgt und meinte letztens, er würde manchmal einiges nicht verstehen.
Ich als Außenstehende kann sagen, der ist inzwischen so intelligent und spielt Spielchen.
Wenn er nichts verstehen will, dann tut er es auch nicht.
In der Kinderklinik ist er heute ein gerngesehender Gast. Sie nehmen Dennis nun gerne als Beispiel dafür, was Ärzte, Apparate und Medikamente schaffen können.
Ohne das alles wäre Dennis nicht bei uns.
Gruß,
schnegge