Hallo,
wie sie sehen Herr Kinderarzt, ich habe mich auch bereits ein bißchen in den anderen Forumsbeiträgen umgeschaut und bin nun hier gelandet.
Ehrlich gesagt, teile ich auch ihre Meinung zu diesem Thema. Auch ich empfinde es als ein zu großes Risiko nicht in ein Krankenhaus zu gehen, bzw. sich nicht die dortigen Möglichkeiten und Fähigkeiten der Ärzte zu sichern.
Zu diesem Schluss komme ich einerseits aufgrund der bis jetzt geposteten Diskussionbeiträge, aber vor allem auch durch meine eigene Erfahrung. Dies aber nicht mit einem eigenen Kind, sondern dies aufgrund meiner eigenen Geburt.
Die Schwangerschaft mit mir ist bei meiner Mutter soweit ich informiert bin relativ normal verlaufen. Von daher keine Anzeichen für etwaige Komplikationen.
Höchstwahrscheinlich aufgrund eines Umzugs, der wohl doch etwas stressig war, wurde ich ca. einen Monat zu früh geboren. Ob dies eh schon für eine Geburt im Krankenhaus spricht weiß ich nicht.
Die Geburt selber jedenfalls war auch normal.
Das wichtige was ich eigentlich sagen will, ich bin sehr sehr froh dass ich in einem Krankenhaus geboren wurde !!! Denn wäre dies nicht so gewesen, wäre ich wohl mit mind. 99,99 % Wahrscheinlichkeit tot. Vielleicht auch etwas weniger je nachdem, keine Ahnung.
Dies deswegen, da ich ein Loch im Zwerchfall hatte. Gezeigt hat sich dies durch nur einen einzigen kurzen Schrei bzw. Teilnahmslosigkeit o.ä. Dies ist den Ärzten natürlich aufgefallen, aber wahrscheinlich wäre es auch einer Hebamme aufgefallen. Sogar meine Mutter hat es gemerkt.
Nach Aussage meiner Mutter wurde ich sofort ins nahegelegene Kinderkrankenhaus gebracht. Auf der ganzen Fahrt dorthin, etwas 10 min, konnte ich nicht richtig atmen. Dies eben alles weil sich die Organe durch das Loch im Zwerchfell auf den linken Lungenflügel gelegt hatten, wodurch dieser nicht ganz aufgehen konnte.
Ich hatte deswegen Sauerstoffmangel und aufgrund dessen sind auch Zellen im Gehirn abgestorben.
Dadurch wurde ich, ich glaube auf der linken oder auch rechten Körperhälfte, spastisch gelähmt.
Im Kinderkrankenhaus kam ich bereits klinisch tot an und bekam dort einen Sauerstoffschock.
Es ist sogar extra ein Arzt, der eigentlich in Urlaub war, nur wegen mir, von dort nach Hause gefahren, um mich einige Stunden nach der Geburt zu operieren.
( was ich echt supernett fand und finde )
Meine Eltern waren natürlich total am Ende, nach ein paar Tagen war ich aber über dem Berg und nach ca. 5 Wochen konnte ich dann auch nach Hause. Ich hatte also ein saumäßiges Glück gehabt, und seitdem ich denken kann bin ich auch total !!! froh darüber. Wenn ich zuhause geboren wäre, wäre ich bestimmt gestorben, dies weil der Weg zum Kinderkrankenhaus mindestens ein paar Minuten länger gedauert hätte. Meine Eltern hätten sich sehr wahrscheinlich getrennt und meine Schwester wäre nicht geboren worden, ... ( dies nur am Rande erwähnt, sorry :) )
Jedenfalls, aufgrund all dessen werde ich ganz sicher in ein Krankenhaus gehen, wenn ich ein Kind bekommen werde, sehr wahrscheinlich werde ich aber versuchen es mir gut auszusuchen. Scheinbar ist es auch ganz gut, wenn in der Nähe ein Kinderkrankenhaus ist, bzw. das Krankenhaus auch für solche "Kinderfälle" ausgerüstet ist.
Auch werde ich versuchen mich vorher so gut wie möglich auf die Geburt usw. vorzubereiten um mich auch selber zu so gut wie möglich zu informieren.
Noch was, wegen dieser halbseitigen spastischen Lähmung, meine Mutter hat mit mir auch zum Glück diese Turnübungen nach der Bobbardmethode durchgeführt, so dass ich ganz normal laufen kann ( seit ich 10.5 Monate alt bin, es hat sich also alles wieder regeneriert. :)
Auch studiere ich, also von daher nehme ich an, dass außer einer Narbe am Bauch und angeblich auch eine im Gehirn nichts zurückgeblieben ist.
Dazu muss ich sagen, dass dies alles 1976 passiert ist; heutzutage kann man ja glaube ich ein Loch im Zwerchfell bereits im Mutterleib (?) operieren, aber zumindest schon vor der Geburt feststellen. Aber meine Geschichte ist ja auch nur ein Beispiel.
Insgesamt bin ich jedenfalls auch der Meinung, dass man sich zumindest eine fachärztliche sehr gute Hilfe sichern sollte, für den Fall, dass der Mutter oder dem Kind etwas passiert, bzw. falls etwas nicht in Ordnung ist. Alles andere ist finde ich wirklich zu risikoreich !
Der Preis kann eventuell zu hoch sein.
Aber ich glaube es wäre, wie auch schon im letzten Beitrag geschrieben wurde, wichtig, dass die Krankenhäuser die momentane Entwicklung zu den Hausgeburten ernst nehmen, bzw. dass versucht wird einen guten Mittelweg zu finden, der alle Bedürfnisse der Eltern und des Kindes so gut wie möglich deckt aber gleichzeitig auch die beste ärztliche Versorgung, die heute zur Verfügung steht, wahrgenommen werden kann.
Vor kurzem habe ich auch einige Geburtsberichte gelesen ( war nur zufällig ), da waren zumindest schon einige Kaiserschnitte dabei bzw. Komplikationen. Ich hoffe, dass ich, wenn ich ein Kind bekomme, dies nicht über Kaiserschnitt bekommen muss. Natürlich kann ich nicht wissen, ob dies unbedingt nötig ist oder nicht. Das wollte ich nur auch noch dazu schreiben, das ist keine Wertung.
Jedenfalls, es kommen wohl doch immer mal wieder Komplikationen während einer Geburt auf.
Grüsse, Ricki