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261

Samstag, 8. Juli 2006, 00:26

Um die Allergologen geht es hier eigentlich gar nicht so intensiv. Bestenfalls um die Tatsache, daß sie Zahlen konsumieren, die rein rechnerisch nicht sein können. Und vielleicht darum, daß viel mehr ausgebildet werden, als eigentlich Bedarf besteht, was einen enormen Konkurrenz- und Diagnosedruck auslöst.

Studienbetrug... oder nennen wir es mal vom Eifer geleitete Forschung, ist aber nun wirklich nichts Seltenes.
Und genau das gilt es letztendlich zu filtern. Wenn man Zahlen nicht unterstreichen kann, und dies trotzdem tut, weil sie überall so verbreitet werden, ist das schlicht Scharlatanerie.

Zulassungserweiterungen:

http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/07…sp?cat=/medizin


Zitat


[...]
Von dem Leukotrien-Antagonisten profitieren außerdem Säuglinge mit RSV-(Respiratory Syncytial Virus)-Bronchiolitis oder Vorschulkinder mit Asthma-ähnlichen Symptomen aufgrund viraler Infekte. In einer Placebo-kontrollierten Studie mit 116 Kindern im Alter zwischen drei und 36 Monaten, die wegen einer RSV-Bronchiolitis ins Krankenhaus eingewiesen wurden, verringerte die vierwöchige Behandlung mit 5 mg Montelukast die schweren Asthma-ähnlichen Symptome signifikant, sagte Price.
[...]

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262

Samstag, 8. Juli 2006, 00:35

Pharmanutten,die sich auf Hersteller-Werbe-Veranstaltungen und in Werbungen auslassen,die einem die idiotischen Pharmavertreter ins Haus tragen,gibts reichlich.

Das Zeugs ist sauteuer und der Zusatznutzen für mich schwer erkennbar.

Aber die Allergiebonzen pushen es ohne Ende.

263

Samstag, 8. Juli 2006, 01:31

Und es ist immer wieder das Selbe. Die angeblich "Seriösen" würden sich auch nicht einmal seriös zu Wort melden, und den Schrottverkäufern in ihren eigenen Reihen das Wasser abgraben. Die nicken alle nur mit dem Kopfe und wundern sich, wenn sie im Boot der Abzocker landen und ihnen niemand mehr traut.

Herr Otto, der angeblich Seriöse, ist sich seit 24.00 Std. zu schade, mir zu antworten. obwohl er offensichtlich schon einmal geschafft hat meinen Mailaccount anzufunken. Damit ist das abgehakt und es wird gewartet, bis ordentliche Zahlen auf dem Tisch liegen, die nachvollziehbar sind.

Es ist das Problem der Ärzte, da was zu ändern.

Ein seriöser Arzt muß schlicht sagen, es sei unbewiesenen, daß der Allergiker sich mediterran ernähren solle, und es sei unbewiesen, daß die Umweltverschmutzung in Indunesien geringer sei, als in Deutschland.

Das ist alles nicht weniger verworren, als die Diskussion um Magengeschwüre in den 70er Jahren. Da hätte ihnen aber auch jeder Psychotherapeut oder Magenchirurg erzählt, er sei ein seriöser Spezialist der wissenschaftlichen Medizin.

Aber manchmal weiß man in der wissenschaftlichen Medizin eben nichts Genaues. Das ist bitter, aber trotzdem kein Grund wilde Papers und Ratschläge zu veröffentlichen.

Auch so eine Schote: Jetzt rupft man in der Schweiz die Pflanze Ambrosia mit Handschuhen (das Ding ist eigentlich ungiftig) raus, weil jeder zweite Amerikaner (Heimatland dieses Gewächses) bei IgE-Tests Auffälligkeiten in Bezug Ambrosia zeigt. Die Pflanze sei extrem gefährlich für Allergiker.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/…,420856,00.html

Zitat


Einige davon regen die Produktion von körpereigenen Immunglobulin-E-Antikörpern an und können so eine Sensibilisierung verursachen.

Bei ausreichender Pollenkonzentration findet dies bei 80 Prozent der Menschen statt, von denen etwa die Hälfte anschließend eine Allergie entwickelt. Direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen könnte ebenfalls gefährlich sein. "Wahrscheinlich ist auch eine Sensibilisierung über die Haut möglich", warnt der Allergologe Gerhard Schulze-Werninghaus von der Bochumer Ruhr-Universität. Unkraut jäten würde dann zum Gesundheitsrisiko.


Vielleicht sollten wir die Amerikaner evakuieren. Das ist ja eine Biowaffe, mit der die da seit Jahrhunderten leben.
Die 30% Amerikaner, die laut ISAAC-Studie eine Allergie haben, wurden also alle nur durch Ambrosia geschädigt? Wobei dem Magazin Geo wieder Zahlen vorliegen, daß es in de USA 7,5% Allergiker gäbe. Was solls. So genau brauchen wir das ja alles nicht.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (7. Juni 2010, 15:18)


264

Samstag, 8. Juli 2006, 01:40

Doch: wir brauchen es genau.

Genau darum gehts.

Und was hat die Allergie-Mafia zu liefern?

Nur diffuse Spekulationen,die weitergebetet werden und mit denen die Leute neurotisiert und zu Dauerkunden gemacht werden.

Ein Riesengeschäft,das gewaltig stinkt.

265

Samstag, 8. Juli 2006, 01:41

Besonders traurig: Beim RKI, wo all diese Zahlen zu Allergien zu finden sind, findet man bei Masern auch noch immer die falschen Angaben zur Tödlichkeit dieser Krankheit.
Die Spezialisten dort sehen sich außer Stande diese zu korregieren, obwohl man sie mehrfach darauf aufmerksam gemacht hat. Nichteinmal der STIKO-Chef verwendet diesen Unfug in seinen Vorträgen, sondern nimmt das korrekte Zahlenmaterial.

Sie bleiben dabei. Die Todesrate von Masern sei 1:10.000, obwohl jeder weiß, daß sie 1:500 bis 1:1000 ist.

Das Dumme daran: Den Unfug schreibt dort jeder ab.

Es gibt Tage, da könnte man sich die Haare raufen.

266

Samstag, 8. Juli 2006, 01:46

1:81 und weniger und 1:400 gabs auch schon.

Vergiß diese ganzen aufgeblasenen Behörden,die noch nicht lesbare Internetseiten zustand kriegen und alles beamtenmäßig maximal umständlich und unbrauchbar machen.

Hab ich schon mal RKI,PEI oder das begnadete sogenannte Gesundheitsministerium zitiert?

Das macht absolut keinen Sinn.

Da klappts ja nicht mal mit den Telefonnummern - geschweige denn mit den Antworten auf einfachste Fragen.

Da sitzen nur hochbezahlte Knallchargen,oft genug mit Doktortitel.

Dr. Otto?

Wer ist Dr.Otto?

267

Samstag, 8. Juli 2006, 03:44

Trotz Rienpanikmache von allen Profiteuren über die diesjährige ach so fürchterliche Heuschnupfensaison,wars bei mir in der Praxis ausgesprochen milde.

268

Samstag, 8. Juli 2006, 09:57

Danke Herr Kinderarzt, Danke 40 Fieber ich finde gerade Ihre letzten Texte sehr aufschlußreich. Von diesem Dr. Otto werden wir wohl zu dem Zahlenmaterial keine Stellungnahme mehr erwarten können.

Aber Dr. Vahle? Was sagen Sie denn nun dazu?

Meine Tochter leidet an Neurodermitis. Sie ist aber das einzige Kind in ihrer Kindergartengruppe (25 Kinder) die darunter leidet. Wenn ich mir die Zahlen so angucke müssten doch theoretisch mehr Kinder Neurodermitis haben oder?

Ich weiß noch von einem einzigen anderen Kind in diesem Kindergarten das es unter Asthma leidet. Ansonsten ist dort (insgesamt 125 Kinder) "Allergie" auch nicht das Thema. Es geht in den Elterngesprächen (wir haben jeden Monat einmal ein sog. "Elterncafe" an dem eigentlich immer recht viele Mütter teilnehmen)meist um Mittelohrentzündung und Paukenergüsse aber so gut wie nie um Allergien.

Und dann wird einfach was behauptet, z.B. das ein Allergiker sich mediterran ernähren soll, ohne das es dafür fundierte wissenschaftliche Beweise gibt. Was soll denn sowas?

Mir wurde seinerzeit von einem "begnadeten" Kinderarzt, der sich Allergologe (das steht auf dem Praxisschild: "Facharzt für Kinderheilkunde, Allergologie und Naturheilverfahren)schimpft empfohlen wegen der Neurodermitis ein "Ernährungstagebuch" zu führen. Eine Cortisonsalbe wollte er nicht verschreiben, ich solle rausfinden worauf meine Tochter reagiert und es dann weglassen.

Ich bin dann zum Hautarzt gegangen und der sagte das sei dummes Zeug. Ich soll das mit dem Tagebuch mal schnell vergessen weil man eh meist nicht dahinter kommt, was genau der Auslöser für den Schub ist. Wir behandeln einfach nur mit Linola H den akuten Schub, pflegen die Haut mit normaler Hautpflegecreme und die beanspruchten Partien mit Linola Fett Creme. Fertig. Damit kommen wir sehr gut zurecht.

Ich verstehe das ganze trallala um die Allergien überhaupt nicht. Mein Mann ist Pollenallergiker und der reagiert sehr stark auf Birken- und Haselnusspollen. Ja was soll man denn nun tun? Alle Birken oder Haselnußbäume fällen? Das ist doch Unsinn. Also nimmt er Cetirizin und gut ist es.

Wenns nach diesem seltsamen Allergologen gegangen wäre hätten wir ja auch unsere Haustiere abschaffen müssen. Denn theoretisch wäre es ja möglich das meine Tochter noch zusätzlich eine Tierhaarallergie entwickelt. Wir haben unsere Tiere immer noch und von einer Tierhaarallergie ist weit und breit nix zu sehen.

Mit sowas werden die Leute völlig bekloppt gemacht, das kann doch nicht richtig sein.

269

Samstag, 8. Juli 2006, 09:58

Vorab: ich bin kein "Allergologe" - habe also keine Zusatzbezeichnung. Ich bin auch nicht Mitglied in einem Allergologenverband. Allerdings habe ich überdurchschnittlich viele Allergie-Patienten - etwas 2,5 mal soviel wie der Durchschnitt der HNO-Ärzte.

Diskrepanzen in den Zahlen epidemiologischer Studien interessieren mich nicht. Ich finde es nicht aufregend, wenn unterschiedliche Autoren in unterschiedlichen Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Metastudie. Ich werde die Studien ganz sicher nicht bis auf's i-Tüpfelchen durcharbeiten: meine Lebenszeit ist mir dazu zu schade.

Ich habe oben schon geschrieben: Wenn Sie gegen Panikmache sind, dann bin ich dabei. Ich hatte aber den Eindruck gewonnen, dass dieser Thread sich zu einem Rundumschlag ausgeweitet hat gegen alles, was mit Allergie zu tun hat. Und das kann ich nicht akzeptieren.

Ich möchte das mal aus Sicht einer HNO-Praxis darstellen: Ich sehe die leidenden Patienten. Ich sehe die blasse Nasenschleimhaut und die typische Sekretion. Dann folgt eine ausführliche Anamnese, die durchaus den üblichen Zeitrahmen sprengen kann, was dann zu Problemen mit den nachfolgenden Patienten führen kann (die müssen ja länger warten!). Wenn dann die Befunde vorliegen (Pricktest, ggf. IgE-Bestimmungen [IgE-Bestimmungen lasse ich in einem Fremdlabor durchführen; ich habe keinen Gewinn daran!], ggf. nasale Provokationstestungen), dann folgt wiederum eine ausführliche Beratung. Die Befunde müssen abgeglichen werden mit dem Beschwerdekalender und dem Blühkalender. Dann muss auch noch eine klinische Relevanz gegeben sein: "Schnüpfchen" werden von mir nicht spezifisch behandelt! Auch das kostet wieder Zeit, die nicht adäquat vergütet wird.

Wenn alles zusammenpasst, vereinbaren wir (der Patient und ich einvernehmlich) eine "spezifische Immuntherapie" (SIT), die früher "Hyposensibilisierung" und noch früher "Desensibilisierung" genannt wurde. Übrigens: die SIT wird auch gelegentlich "Allergieimpfung" genannt - die Nähe zur Impfung ist nicht zu übersehen. Und wie sinnvoll Impfungen sind, brauche ich gerade hier nicht zu erzählen!

Die Therapielösungen sind teuer und belasten mein Budget. Die Patienten müssen regelmäßig zur Spritze kommen - die ersten 16 Wochen einmal pro Woche, danach einmal pro Monat. Die Spritze piekt und es gibt keinen unmittelbaren "Benefit" - anders als bei Drogen gibt es nach der Spritze kein euphorisches Gefühl oder sonst ein Lustgefühl. Im Gegenteil: manchmal gibt es Schwellungen und/oder Rötungen um die Einstichstelle. Weil ein anaphylaktischer Schock nicht auszuschließen ist, müssen die Patienten 30 Minuten nach der Injektion noch in der Praxis warten. Patienten mit zwei Therapien gegen zwei Allergengruppen müssen 2x 30 Minuten warten.

Warum erzähle ich das?

Weil es von Seiten des Therapeuten keine großen Gewinne gibt. Weil es nicht möglich ist, Nicht-Allergiker zur SIT zu bewegen. Weil eine "Ausweitung in die Menge" nicht möglich ist.

Und trotzdem kommen die Patienten! Warum wohl? Weil die SIT die einzige Therapie ist, die diesen Patienten dauerhaft und wirksam helfen kann! Eine Patientin hat es so beschrieben: vor der Therapie hatte ich jedes Jahr 3 Monate lang "Hausarrest". Jetzt bin ich frei und kann jederzeit hingehen, wohin ich will!

Wenn Sie einmal sehen, wie aufwändig die Forschung im Allergiebereich ist, werden Sie staunen! Da werden aus den Pollen die Hauptallergene isoliert. Man versucht dann weiter, die Allergene weiter aufzutrennen in "allergene Molekülgruppen" und "immunogene Molekülgruppen". Man züchtet sog. "T-Zell-Linien", um monoklonale Allergene zu gewinnen. Die Pathophysiologie der Allergie wird erforscht, die Mechanismen des "T-Zell-Switches", die Kaskaden an chemischen Reaktionen unter Beteiligung vieler Mediatoren (diverse Interleukine etc.)

Das alles hat mit Scharlatanerie nichts - aber auch nicht das Geringste! - zu tun!

Die undifferenzierten Angriffe in diesem Thread gegen die Allergologie und gute Allergologen (z. B. Prof. Wahn!) fallen auf Sie zurück, Herr Kinderarzt!

Ich halte diesen Thread für ziemlich peinlich für Sie! In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Thread schnellstmöglichst sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden lassen - wo er hingehört. Von sachgerechter Information ist in diesem Thread schon lange nichts mehr zu spüren.

Ich werde jetzt meinen Teil dazu beitragen, dass dieser Thread stirbt: ich werde nicht mehr in diesem Thread antworten - jede Antwort holt ihn doch wieder nach oben, stimmts?

270

Samstag, 8. Juli 2006, 11:21

Der wird sowieso wieder nach oben geholt.

Aber ich denke, ich weiß jetzt was das Problem ist: Es bestreitet niemand, daß es Allergien gibt. Das Problem ist ein ganz anderes: Es gibt Allergiker die gar keine sind und die trotzdem durch diesen Therapiemarathon gezogen werden, von dem Sie selbst sagen er sei quälend. Ohne Not. Und weil es Kinder sind, können sie sich praktisch nicht wehren. Und das ist wohl ein Problem, mit dem sich weniger die HNOs herumschlagen, sondern die Kinderärzte - wenn ihnen das überhaupt sauer aufstößt und das Ganze nicht einfach hingenommen wird.

Was meinen Sie denn zu der Tatsache, daß der gute Allergologe Prof. Wahn gemeinsam mit dem Herrn Prof. Zielen Montelukast für alle Lebenslagen will:

http://www.zafes.de/institute/pneumologie/index-zielen.html

Das ist das Problem, mit dem man sich hier herumschlägt. Belagerungen von MSD Pharmavertretern, die einem erzählen es würde immer mehr Asthma geben, wenn man nicht frühzeitig mit Montelukast behandle. Kinder die auf Medikamente gesetzt werden, obwohl sie nichts haben. Und Allergie-Zahlen aus den selben Abteilungen, die einfach exorbitant sind und sich in der Realität nicht wiederspiegeln. Nicht nur in dieser Arztpraxis nicht, sondern eben auch sonst nicht.

Natürlich sind die Zahlen wichtig. Wahrscheinlich sogar das Wichtigste daran, denn diese öffnen die Taschen der Kassen, machen Budgets frei. Außerdem beeinflussen sie das Krankheitsempfinden der Menschen. Leute mit Hüsterchen und Pünktchen wollen plötzlich Allergietests.

Zitat


Diskrepanzen in den Zahlen epidemiologischer Studien interessieren mich nicht. Ich finde es nicht aufregend, wenn unterschiedliche Autoren in unterschiedlichen Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Metastudie. Ich werde die Studien ganz sicher nicht bis auf's i-Tüpfelchen durcharbeiten: meine Lebenszeit ist mir dazu zu schade.


"Jeder dritte leidet unter einer Allergie"... diese Aussage wird langsam aber sicher kostspielig und zieht Gelder dort ab, wo sie dringend gebraucht werden. Ein viel größeres Problem ist der soziale Abstieg von Kindern in allen Schichten, der sich irgendwann sicher auf deren Gesundheit und Lebensqualität auswirken wird. Schwerer Cannabiskonsum bis in die Gymnasien hinein. Im Gegensatz zu den Allergien ist diese Entwicklung auch sichtbar, wenn man einmal einen Schulhof betritt. Bevor Sie da einen Asthmatiker finden, haben sie 10 Cannabiskonsumenten an der allgemeinen Verlangsamung erkannt und von einer Sozialarbeiterin erklärt bekommen, daß das nicht schlimm sei, weil das doch fast jeder Jugendliche heute so mache.

So lapidar kann ich diesen Zahlendschungel dann nicht abtun.
Die Schweiz gibt nun Unmengen für die Vernichtung von Ambrosia aus. Seehofer will ein "nationales Aktionsprogramm". Feinstaubdikatoren bitten Städte zur Kasse die schon allein von ihrer geographischen Lage die geforderten Grenzwerte nie erreichen werden und deren Kassen sowieso leer sind, usw., usw.
Alles, weil da steht "jeder dritte leidet unter einer Allergie".

Natürlich ist es ein Geschäft. Das ist eine ganze Industrie.

Angefangen bei den Pharmaherstellern, über Filterproduzenten, Forschungseinrichtungen, Labore, Umweltbüros, Meßgerätelieferanten, Sanierungsfirmen, Bettwäschenähereien,Ökotrophologen, Zeitschriften, Fachbücherdruckereien, asthmaschulzentren...

... theoretisch ist es überhaupt nicht mehr möglich diese Zahlen zu korrigieren. Da würde ein ganzer Arbeitsmarkt zusammenbrechen. Da muß man sich schon ein bißchen vom eigenen kleinen Umfeld wegbewegen. Das ist eine Industrie, die wir einem weniger entwickelten Land sicher nicht finden werden.

Es bleibt trotzdem ausgeschlossen, daß Kinder eine Allergie- oder Asthmadiagnose bekommen, die nichts dergleichen haben. Und schon gar nicht werden Dauermedikamente an "Wheezer" verordnet, damit die Asthmastatistik stimmt. Sowas kann man verständlicher Weise nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, und sollte es auch nicht.

271

Samstag, 8. Juli 2006, 16:55

Zu 269:

Der Thread ist völlig in Ordnung und ich denke nicht dran,ihn wegzutun.

Außerdem habe ich wohl ein bißchen mehr Praxisahnung,was die Breite des Bereichs betrifft,als ein HNO-Arzt.

Gegen seriöse Allergologen und Pulmologen habe ich übrigens nie was gesagt.

Ich arbeite schließlich selbst mit einer davon zusammen.

Gegen panikmachende Pharmanutten habe ich allerdings etwas.

272

Samstag, 8. Juli 2006, 17:35

Der vorige Text wurde ergänzt.

273

Sonntag, 9. Juli 2006, 02:59

Der begnadete Allergieforscher Dr.Otto ist nicht gesperrt.

Aber er sieht offensichtlich keine Möglichkeit,solide Fragen zu seinem Thema zu beantworten.

274

Montag, 10. Juli 2006, 14:46

Zu den kleinen Kindern,denen ein "Asthma" angehängt wird,um sich wichtig zu tun und die Eltern in Panik zu versetzen:

Sie haben in den ersten so anderthalb Jahren 3-4 mal(manche 2x,manche 5x) eine spastische Bronchitis und auch mal eine Lungenentzündung.

Das wird fast immer ambulant behandelt - und zwar mit bronchialerweiternden Mitteln zum Einnehmen und zum Inhalieren,dazu gibt es 2-3 Tage lang je 1 Cortisonzäpfchen und immer ein Antibiotikum.

Die Phase bis zur deutlichen Besserung dauert 2-5 Tage.Dann finden sich nur noch Restbefunde und die Inhalationen können reduziert oder abgesetzt werden.Die Behandlung dauert selten länger als 8 Tage.

Bei deutlicher Atemeinschränkung wird immer eingewiesen.

Nach so anderhalb Jahren ist der Spuk vorbei.

Ganz wenige haben weiterhin ganz vereinzelte Phasen von spastischer Bronchitis und werden nach Bedarf korrekt behandelt.

Chronische Verläufe,die man Asthma nennen könnte sind hier seit 10 Jahren nicht mehr entstanden.Es gibt 4 ältere Kinder mit leichtem Asthma(wenn man das überhaupt so nennen will),die mit einem Kombinationsmedikament(Symbicort)hervorragend klarkommen und es noch nicht mal auf Dauer brauchen.

Allergien sind hier immer leichtest und extrem selten.

Eine einzige schwere Neurodermitis bei einem Säugling gibts.

Das ist hier die ganze Geschichte aus einer absoluten Durchschnittspraxis.

275

Montag, 10. Juli 2006, 14:58

Die Gemeinheit der Allergologie-Gurus und zuvieler Allergologen und Pseudoallergologen ist es eben,den Leuten Asthma einzureden,wo keins ist.

Scharlatanerie-Betrüger aus dem nichtärztlichen Bereich und homöopathische "Ärzte" machen das sowieso.

Man will Dauerkunden,die man ordentlich abzocken kann.

276

Montag, 10. Juli 2006, 20:35

http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/07…sp?cat=/medizin

Zitat


Asthma: bei Therapiebeginn klotzen statt kleckern!
Hohe Dosen demonstrieren Patienten die Wirksamkeit inhalativer Steroide / Dosis wird dann langsam reduziert

BRÜSSEL (ikr). "Inhalierbare Kortikoide sind in der Asthma-Therapie unverzichtbar, obwohl die Compliance der Patienten nach wie vor schlecht ist", sagte Professor Tari Haahtela vom Universitätsklinikum Helsinki in Finnland. "Wir können die Patienten besser bei der Stange halten, wenn wir die Kortikoide gleich zu Beginn der Behandlung hoch dosieren und dadurch ihre gute Wirksamkeit demonstrieren", so der Allergologe.

Es gibt vor allem zwei Gründe, warum die inhalativen Kortikoide bei Asthma-Patienten meist nicht sehr hoch im Kurs stehen: Die Patienten fürchten die möglichen unerwünschten Wirkungen der Substanzen, die vor allem bei langfristiger Behandlung zu erwarten sind. Zudem gehören die Kortikoide nur zur Basistherapie bei Asthma.

Das heißt: Sobald die Symptome nach der Erstbehandlung ausreichend gemindert sind, ist - anders als bei den bronchodilatierenden Medikamenten - kein unmittelbarer Therapie-Effekt mehr zu spüren. Kortikoide dienen als antientzündliche Mittel praktisch nur noch dem Schutz vor einer weiteren Verschlechterung der Symptome.

"Wir müssen meist eine große Überzeugungsarbeit leisten, um die Patienten für eine anhaltende Therapietreue bei den inhalativen Kortikoiden zu gewinnen", sagte der finnische Kollege bei einer Veranstaltung von MSD in Brüssel.

Hilfreich hierbei sei es, gleich zu Beginn der Therapie zu klotzen statt zu kleckern. Haahtela plädiert wie viele andere Kollegen für das "Step-Down-Prinzip": Zunächst sollte - unabhängig vom Schweregrad des Asthmas - vier Wochen lang zweimal täglich mit 400 bis 800 µg eines inhalativen Kortikoids (ICS) behandelt werden. Werde die Krankheit dadurch ausreichend kontrolliert, sollte die Dosis auf zweimal täglich 200 bis 400 µg reduziert werden.

Kommt der Patient auch damit gut zurecht, könne nach drei Monaten weiter bis auf eine individuell ausreichende Dosierung verringert oder auf eine andere Substanz wie Montelukast (Singulair®) umgestellt werden, so Haahtela. Bei diesem Vorgehen würden die Asthma-Symptome mit hoher Wahrscheinlichkeit rasch und ausreichend gelindert, und die unerwünschten Wirkungen der ICS kämen aufgrund der nur kurzzeitigen Hochdosistherapie kaum zum tragen, sagte der Allergologe zur "Ärzte Zeitung".


Offensichtlich kommt es auch bei Patienten zu Mißverständnissen und ganz viele sind der Meinung, daß sie kein Asthma mehr haben und setzen die Medikamente ab.

Ich bin sicher, daß Patienten mit "weiteren Verschlechterungen der Symptome" dieses auch bemerken werden und wenig Probleme mit der Compliance bereiten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (7. Juni 2010, 15:19)


277

Montag, 10. Juli 2006, 23:19

Eben:

Ich bin sicher, daß Patienten mit "weiteren Verschlechterungen der Symptome" dieses auch bemerken werden und wenig Probleme mit der Compliance bereiten.

Kommentar:

die Leute sind ja nicht blöd und die selbst Betroffenen schon gar nicht.

Wer es wirklich braucht,nimmt sein Medikament - auch auf Dauer.

Aber die Allergologie-Bonzokratie ergießt sich in Leitlinien,Stufenplänen und Trainings,die zum Teil nützen könnten,zum Teil aber auch regelrecht lächerlich und absurd dogmatisch sind,weil es daran mangelt,zu schauen,wer das alles überhaupt braucht und nur sinnvolle Dauertherapien anzusetzen.

Es herrscht Schrotschußmentalität.

Siehe Text 276.

278

Mittwoch, 12. Juli 2006, 20:16

Ein zirka 3 Jahre alte IGeL-Wirtschaftlichkeitsberechnung für verschiedene Angebote.

Auf Rang 1 Allergiecheck und Lungenfunktionsprüfung:

http://www.igelarzt.de/03/0301/rangliste01_01.html

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (7. Juni 2010, 15:20)


279

Mittwoch, 12. Juli 2006, 20:42

Der verlinkte Text ist entlarvend und bestätigt das,was ich auch hier bisher geschrieben habe: Allergie-Abzocker-Geschäft.

Das braucht kein Mensch.

Lassen Sie sich nichts aufschwätzen!

Wenn Sie wirklich ein Bronchial-/LungenProblem oder ein allergologisches haben zahlt das die Kasse.

Unnötige Allergie-"diagnostik" -und "therapie" ist ein Riesengeschäft.

Ich habe immer angeboten auch im Einzelfall zu Selbstzahler-"Leistungen" Auskunft zu geben,damit Sie nicht in die Betrugsmaschinerie der meisten IGeL-"Ärzte" geraten.

IGel soll "individuelle Gesundheitsleistungen bedeuten,was sie oft genug nicht sind.

Der Abzockerrahmen ist riesig.

Dazu auch:

So Igeln Schweine-igel

Ich habe mich schon oft gefragt,wie das ist,wenn man den ganzen Tag betrügt.

Aber für zu Viele scheint das überhaupt kein Problem zu sein.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (7. Juni 2010, 15:20)


280

Mittwoch, 12. Juli 2006, 20:56

Etwas neuere Zahlen:

http://igel-kalkulator.de/via-DocCheck/_…gliste_2005.pdf

Kurze Interpretation der Zahlen für die zwei Testsieger "Lungenfunktionsprüfung" und "Allergiechecks":

- Bringt viel Geld
- läßt sich leicht verhökern
- macht sich gut in der Praxis
- Leider etwas aufwändig (schade, daß man die Helferin nicht dranlassen kann)

Interessant im Übrigen: Der "Hökerwert" ist mit den Jahren gestiegen. D.h. es wurde immer einfacher den Leuten diese Leistungen aufzuquatschen.
Dafür sind exorbitante Patientenzahlen natürlich außerordentlich gut geeignet.

Im Spiegel gab es diese Woche einen interessanten Artikel zu den sogenannten "Orphan Drugs". Das sind Medikamente, die unter Vereinfachung der Zulassung auf dem Markt gebracht werden. Das ist eigentlich eine Maßnahme, damit auch seltene Krankheiten medikamentös behandelbar werden, obwohl sich der Aufwand der Entwicklung eigentlich nicht lohnen würde, weil zu wenig Kranke existieren.
In diesem Artikel geht es speziell um Morbus Fabry. Die zwei Hersteller, die ein Medikament über diesen vereinfachten Weg entwickelt haben, basteln nun fleißig sowohl an der Ausdehnung der Indikation für die Medikamente, als auch an möglichst vielen Patienten.

Das ist schon sehr eindrucksvoll, wie eine so seltene Krankheit wie Mb. Fabry plötzlich ein Kongressthema wird.

Wer die Existenz eines solchen Pushings negiert, hat wirklich keine Ahnung vom Marketing. Ein ganz normaler Vorgang.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (7. Juni 2010, 15:20)


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