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Sonntag, 24. August 2003, 23:02

Hallo zusammen,

seit Freitag abend, den 22.08 bin ich Vater eines kleinen Jungen.
Leider war die Geburt alles andere als problemlos und während des Kaiserschnittes kam es zu unerwarteten Problemen. Das Kind erlitt einen "Geburtsschock", und hatte keine Eigenatmung. Eine Unterversorgung des Kindes bestand für ungefähr 2-3 Minuten. Nach der Entbindung wurde das Kind sofort(!) von den anwesenden Kinderärzten versorgt (Intubiert,Sauerstoffzugabe etc.)und in die klinikeigene Neugeborenen-intensivstation überführt. Dort macht sich mein Kleiner prächtig, wurde gestern extubiert und schaut munter durch die Gegend und strampelt mit Allen Vieren. Lediglich ein leichtes Antibiotikum und eine leichte Sauerstoffgabe (über die Nase)werden Ihm noch verabreicht. Stuhl- & Harndrang haben eingesetzt und schreien kann er auch. Ein Schädelultraschall ergab keine Besonderheiten. Morgen werden noch Gehirnstrommessungen (ich denke so hies es ) gemacht, hoffentlich ohne Befund.
Nachdem mich nun alle behandelnde OÄ und Ärzte beruhigt haben, mach ich mir trotzdem grosse Sorgen über die Gesundheit meines Sohnes. Wie kann ich feststellen ob mein Sohn während der Geburt, aufgrund des Sauerstoffmangels, Schäden erlitten hat ?
Auf welche Anzeichen muß ich achten ?
Welche vorsorglichen Therapien kann ich veranlassen um eine potentielle Schädigung entgegenzuwriken ?
Die Sache hat leider noch einen materiellen Hintergrund, denn noch kann ich meinen Sohn über die private KK der Mutter anmelden (bessere Versorgung) oder in der gesetzl. KK bei mir. Mir ist klar das ich keine eindeutige Diagnose erwarten kann, für Rat oder weiterführende Informationen währe ich
jedoch dankbar.

Mfg
derStolzeundSorgendePapa :)

2

Sonntag, 24. August 2003, 23:11

Herzliche Glückwunsch auch und vor allem an Ihre Frau und herzlich willkommen.

Machen Sie sich bitte keine Sorgen.Das ist doch alles ganz wunderbar gelaufen.

3

Montag, 25. August 2003, 14:15

Herzlichen Glückwunsch, Papa!

So eine Geburt, die nicht ganz nach Plan verläuft ist besonders für die Väter schwer. Mann kann ja nichts tun und ist hin und her gerissen zwischen der Frau auf der einen Seite und dem Kind, das dann auch noch schnell von den Ärzten in Beschlag genommen wird.

Ich fühlte mich bei dieser Geschichte ganz doll an die Geburt meiner Tochter erinnert. Sie kam per Notkaiserschnitt, nach 27 Stunden Wehen und atmete nicht. Ihr erster APGAR war 2 (von 10) und wie schlecht es ihr gegangen ist habe ich erst begriffen, als der Arzt bei der Entlassungsuntersuchung so erstaunt war, wie gut es ihr ging (4 Tage nach der Entbindung).

Heute ist sie ein großes, wunderschönes, pfiffiges Mädchen, eine der besten im Lesen und Schreiben (2te Klasse), zweisprachig, umgänglich (meistens).

So wie es sich anhört hat sich Ihr Sohn doch prächtig erholt...wenn der Muskeltonus und die Reflexe gut sind und er schreit und pinkelt und trinkt, dann gibt es wenig Anlass zur Sorge.

Das mit dem "Geburtsschock" ist auch so eine Sache - meine Tochter hatte offensichtlich schon länger Stress gehabt (das Fruchtwasser war ganz grün - ihre Haare und Fingernägel verfärbt), die Herztöne nicht ganz in Ordnung - da ist es schon klar dass sie nicht gleich tief durchgeatmet hat. Sicher gab es auch bei Ihrem Sohn Gründe für den Kaiserschnitt, die die schlechte Atmung mit begründet haben.

Lassen Sie sich ja kein schlechtes Gewissen machen, weil es ja "nur" eine Keiserschnittgeburt war...

Ein Tipp, falls Sie noch nicht haben, besorgen Sie sich, bzw Ihrer Frau ein Stillkissen, das beschützt die Kaiserschnittnarbe beim Stillen - meine Tochter hat immer beim Stillen mit den Füßen ausgetreten (autsch).

Ansonsten sind wir privat versichert (ging damals bei unserer Rückkehr aus den USA nicht anders). Am Anfang habe ich mich geärgert, inzwischen weiss ich die Besserbehandlung wohl zu schätzen...

Liebe Grüße auch an Frau und Sohn und nochmals herzlichen Glückwunsch!

Catherina

4

Montag, 25. August 2003, 19:42

Ich hatte heute ein neues Baby in der Praxis zur U3:
Apgar 2-9-10(nach 1,5 und 10 Minuten).
Kind völlig gesund.

Es wurde in einer korrekt ausgerüsteten Klinik geboren,Kinderarzt vor Geburt da.

Bei einer Hausgeburt/Geburtshaus wäre das schiefgegangen.

Dazu auch:

Zur Problematik von Haus- und Geburtshausgeburten 1061833505

Apgar sind 5 Parameter zur Zustandsbeschreibung des Neugeborenen: Atmung,Puls,Hautfarbe,Motorik und Reaktionen.
Für jeden kann man 0,1 oder 2 Punkte vergeben.-Apgar 2 ist also miserabelst.

Dazu auch (Tabelle):

http://www.babynews.de/infos/geburt/apgar/inhalt.htm

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (29. November 2010, 19:21)


5

Montag, 25. August 2003, 22:21

Charlotte hatte 2,8,9 und wenn ich versucht hätte sie zu hause zu bekommen, wäre sie jetzt tot...

Catherina

6

Montag, 25. August 2003, 23:29

@Chaterina:
Vielen dank für die kleine Tröstung und den Rat mit dem Stillkissen. ich werde es weitergeben ! Den Apgar Wert werde ich aus Interesse mal nachfragen und natürlich auch
über die weiteren Entwicklung meines Sohnes berichten.

@Kinderarzt.Kinderarzt
Bei diesem Thema bin ich voll auf ihrer Seite. Die Sache währe für meinen Sohn und für meine Frau bei einer Heim oder Alternativgeburt schlimmer ausgegangen.
Ich muss jedoch sagen, das das Zusammenspiel zwischen den Ärzten und Hebammen stets harmonisch, kooperativ und zum Wohle des Kindes und der Mutter ausgerichtet gewesen ist. Wir sind auch in den Monaten zuvor niemals auf den Gedanken gekommen, eine Heimgeburt als Alternative zu erwägen. Die Mähr vom klinisch kalten Kreissaal und der unpersönlichen Atmosphäre stimmt doch schon lange nicht mehr. Und auch Ärzte können einfühlend sein und Hebammen durchaus kompetent.

derPapa :)

7

Montag, 25. August 2003, 23:32

Natürlich ist das Gros der Hebammen kompetent und verantwortungsvoll.

Aber die anderen nehmen leider kräftig zu.
Das ist mal ganz sicher.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (29. November 2010, 19:22)


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