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1

Montag, 1. Dezember 2003, 19:38

http://elternforum.hebammen.at/showthread.php?s=b6bd80118cfe7b06ba76c0fbfa19b733&threadid=20409

2

Montag, 1. Dezember 2003, 19:45

Was für Tipps! Muttermilch in die Nase - na danke.

3

Montag, 1. Dezember 2003, 21:03

Und Idioten-Salbe in eine Nase,die eh schon zu ist.

4

Montag, 1. Dezember 2003, 21:10

Ich komme nicht dahinter, warum da so ein Aktionismus ausbricht.

5

Montag, 1. Dezember 2003, 21:17

Er ist natürlich fast alles nicht sinnvoll.
Aber, liebe Hema, werd erst einmal Mutter, und dann schauen wir, wie Du Dich benimmst, wenn es Deinem Kind schlecht geht. Wobei die Definition der Grenze von "schlecht" bei einigen Müttern zugegebenermassen sehr niedrig liegt.
Wenn das "Schlechtgehen" dann über Tage oder Wochen geht, bricht irgendwann der Aktionismus aus, da sorgt schon das liebe Umfeld für.

Wir hatten das gerade erst wieder, dass es einem unserer Kinder schlecht ging. Da kommt notfalls nachts um 23:00 Aktionismus auf.

6

Montag, 1. Dezember 2003, 21:39

1:0

Da kann ich natürlich nicht aus eigener Erfahrung mitreden. Aber für mich ist halt ein Schnupfen ein Schnupfen.
Mit Aktionismus meinte ich auch eher, dass nun unbedingt ein "Mittel" gegeben werden soll bei einer i.d.R. harmlosen Sache mit Selbstheilungstendenz.

7

Montag, 1. Dezember 2003, 21:45

also wenn die kleine Kröte röchelnd und am Schnotten würgend neben Dir liegt, dann ist Dir die Selbstheilungstendenz erstmal egal...Muttermilch wirkt übrigens abschwellend und leicht antibiotisch
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=12769734&dopt=Abstract

nicht immer sind solche Hausmittlchen Quatsch

Catherina, hat ihren Kindern trotzdem noch nie MuMi irgendwo hingetan als in den Mund

8

Montag, 1. Dezember 2003, 21:48

Muttermilch wirkt übrigens abschwellend und leicht antibiotisch.

Nachgewiesenermaßen nicht(Koletzko,München).

Eins der vielen (Heb-)Ammenmärchen.

9

Montag, 1. Dezember 2003, 21:57

Tja eigene Erfahrung hab`ich da allerdings.
Wenn`s mich auch nicht gerade "ehrt"...

In England - ich habe dort vier Jahre gelebt - ist die MM-Tinktur in verstopfte Säuglingsnasen DER Renner. Somit "musste" ich das, nach intensivem Anraten meiner Midwife, beim ersten Schnupfen meiner Tochter auch ausprobieren. Nun ja, das erste Kind, dann im Ausland lebend, ein komplett anderes Gesundheitssystem und doch auch selbst sehr unsicher, ließ nach vollbrachter Tat der Erfolg auch auf sich warten:
Das ganze Kind war verklebt und gebracht hat es, nebst den verzweifelten Versuchen mein Corpus Delikti wieder zügig aus ihrer Nase zu entfernen natürlich niemandem etwas.

Aber man kann ja aus seinen Fehlern lernen.

Eine Eigenschaft, die wohl nicht jeder zu besitzen scheint....


Jessica

10

Montag, 1. Dezember 2003, 21:59

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=12769734&dopt=Abstract

Und?

Müßte ich erst einmal im Volltext lesen.

11

Montag, 1. Dezember 2003, 22:00

tja, ich finde da nur diesen von Koletzko, in zu Muttermilch, in dem eindeutig steht, dass Muttermilch "antimicrobial factors" enthält:

Clin Perinatol. 1999 Jun;26(2):335-59. Related Articles, Links

Nutritional and biochemical properties of human milk: II. Lipids, micronutrients, and bioactive factors.

Rodriguez-Palmero M, Koletzko B, Kunz C, Jensen R.

Department of Pediatrics, Ludwig-Maximilians-University of Munich, Germany.

Human milk lipids contain preformed LCPUFA in considerable amounts, which serve as precursors for the formation of prostaglandins, prostacyclins, and other lipid mediators, as well as essential components in membrane-rich tissues (such as the brain and the retina), thus affecting functional outcomes. Besides a balanced nutrient composition and a number of conditionally essential nutrients, human milk provides different types and classes of bioactive factors, such as enzymes, hormones, and growth factors, many of which appear to have a role in supporting infantile growth and development. The bioactive agents include antimicrobial factors (e.g., secretory IgA, oligosaccharides, FA); anti-inflammatory agents; transporters (e.g., lactoferrin); and digestive enzymes (e.g., BSSL). Several nonpeptide hormones (thyroid hormones, cortisol, progesterone, pregnanediol, estrogens, and artificial contraceptive) and peptide hormones and growth factors (erythropoietin, hHG, gonadotropin-releasing hormone, epidermal growth factor insulin, insulin-like growth factor-I, nerve growth factor, transforming growth factor-alpha, gastrointestinal regulatory peptides and thyroid-parathyroid hormones) have been isolated and quantitated in human milk. Some of these components are also involved in the maturation of the gastrointestinal tract of the infant. In addition to the passive benefits provided by human milk, several data support the hypothesis that breastfeeding promotes the development of the infant's own immune system, which might confer long-term benefits for the newborn infant. The risk of IDDM, Crohn's disease, and atopic disease is lower in individuals who had been breastfed during infancy. Areas of major interest in human milk research include the study of human milk synthesis and the contributions of dietary composition and maternal metabolism to human milk composition, infantile utilization of human milk components, and the study of bioactive components, such as oligosaccharides, proteins and peptides, and lipids and their in vivo fate and biologic effects in the recipient infant.

ach ja und der:

Clin Perinatol. 1999 Jun;26(2):307-33. Related Articles, Links

Nutritional and biochemical properties of human milk, Part I: General aspects, proteins, and carbohydrates.

Kunz C, Rodriguez-Palmero M, Koletzko B, Jensen R.

Department of Pediatrics, Kinderklinik, Ludwig-Maximilians-University of Munich, Germany. Kunz@fke.uni-dortmund.de

Human milk provided by healthy and well-nourished mothers is believed to cover the infant's nutrient requirements during the first half year of life. It is composed of a mixture of nutritive components as well as other bioactive factors with relevant physiologic effects in the neonate infant. Human milk composition has a dynamic nature and varies with time postpartum, during a nursing, and with the mother's diet and certain diseases. The changes of human milk composition with time of lactation seem to match the changing needs of the growing infant over time. Human milk proteins are a source of peptides, amino acids, and nitrogen for the infant, but also in the protein fraction reside other properties of human milk that may benefit the breastfeeding infant. Specific whey proteins are involved in the development of the immune response (immunoglobulins), whereas others participate in the nonimmunologic defense (lactoferrin). In addition, human milk contains a complex mixture of oligosaccharides that are present only in minute amounts in other mammal's milk. They may act as inhibitors of bacterial adhesion to epithelial surfaces, and thus play an important role in preventing infectious diseases in the newborn infant. Oligosaccharides may also promote the development of a so-called bifidus flora. In the next years, future research will lead to improved characterization of human milk components and elucidation of their individual mechanisms of action, which will increase our knowledge about the properties of human milk and the benefits of breastfeeding for the infant.

Catherina

12

Montag, 1. Dezember 2003, 22:00

Die schmieren ja MM zu jeder Gelegenheit in sämtliche Körperöffnungen.

13

Montag, 1. Dezember 2003, 22:03

geht das schon wieder los? Also, meine erste Quelle UND Koletzkosind sich einig, dass Muttermilch antimikrobielle Eigenschaften hat. Jetzt können wirs doch dabei belassen und müssen nicht die Geschichte weiter zerhacken, oder?

Catherina

14

Montag, 1. Dezember 2003, 22:05

OK, danke, werde ich mir mal zu Gemüte führen.

15

Montag, 1. Dezember 2003, 22:15

Ich kenne eine Arbeit von jemandem mit dem Namen Koletzko,bei der herauskam,daß das ganze Rumgeschmiere Unfug ist.

16

Montag, 1. Dezember 2003, 22:16

Die Sache mit den Oligosacchariden habe ich nicht verstanden.

17

Montag, 1. Dezember 2003, 22:34

Ich hab Lorenzo auch nie Muttermilch in die Nase gegeben (waere auch nie notwendig, weil er selten krank war).

Ob eine Wirkung bei Schnupfen erwiesen ist, weiss ich nicht - es geht dabei, denke ich, hauptsaechlich darum, eine Fluessigkeit zu verwenden, die dem Kind nicht unangenehm ist (wie die Salzloesungen, die man in Apotheken bekommt), die warm ist und die die verstopfte Nase zu befreien hilft - also zum loesen.

Bezueglich der antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften der Muttermilch (die ja ein lebendiges Gewebe ist, wie das Blut) habe ich hier (unter anderem) einen interessanten Artikel, der in Scientific American erschienen ist:

http://www.kellymom.com/newman/how_breastmilk_protects_newborns.html

In einer wissenschaftlichen Sendung hier in Italien, wurde gesagt, dass Muttermilch in vitro Krebszellen toetet. Gegen verschiedene Bakterien wirkt sie auch keimtoetend (in vitro).

18

Montag, 1. Dezember 2003, 22:50

Schon wieder ein Krebsmedikament!
Es wird immer toller.

19

Montag, 1. Dezember 2003, 23:10

Jetzt mach aber mal halblang. Wie Du Dich auffuehrst, das ist ja schon laecherlich. Wer redet denn von einem Krebsmedikament! Es handelt sich um eine interessante Beobachtung - nichts mehr und nichts weniger. Was Du da schon wieder hineininterpretierst ist wirklich unglaublich.

20

Dienstag, 2. Dezember 2003, 19:20

@ Catherina und Ulrike S.:


Und noch eine Meinung ohne jeglichen Beleg (und ohne Recherche).

Also, ich habe jetzt eben noch mal drübergelesen (bei mir Abendmuffel hätte es gestern ja auch an der Uhrzeit liegen können). Nach der Ingestion erscheint mir das unproblematisch. Aber das war ja auch nicht in Abrede gestellt worden. Und nur darauf beziehen sich die sämtlichen Quellen, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber auf der Nasenschleimhaut? Antibakteriell? Das Lysozym vielleicht. Lactoferrin kann auch sein. Die anderen: müßte man anschauen. Und die Sache mit den Oligosacchariden (ich hatte da gestern Abend erst in die Richtung MS/MR-Rezeptoren gedacht, der von Ulrike eingestellte Artikel hat das aber einigermaßen geklärt, sorry), nun ja, Komplexbildung könnte was bringen. Auf der mütterlichen Mamille könnte ich mir durch eingetrocknete Muttermilch und den entstehenden Film einen gewissen, eher mechanischen Schutz vorstellen, der mir aber nur bei geschädigter Haut erwähnenswert erscheint. Auf der Nasenschleimhaut erscheint mir das eher kontraproduktiv. Bleibt die MM bei einer "Rotznase" überhaupt an Ort und Stelle? Und das mit der antiviralen Wirkung? Im Darm ok. Aber in der Nase? Da müßte man das ja entweder bei den allerersten Anzeichen ( "prophy-laktisch" sozusagen, konnte ich mir jetzt nicht verkneifen) einträufeln oder es gibt Stoffe, die penetrieren und mit der Virusvermehrung intrazellulär interferieren. Gut, sie könnten auch die weitere Adhäsion hemmen, vielleicht haben auch die freien Fettsäuren eine Rolle Das scheint mir en detail aus den Quellen nicht hervorzugehen. Aber ob das bei einer schon laufenden Rhino- oder Corona-Virus-Infektion was bringt?

Ansonsten: die antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften (wovon ich noch nicht überzeugt bin auf der NASEN schleimhaut) scheinen in-vitro ja auch nicht DER Kracher gewesen zu sein. Gäbe es sonst nicht schon mehr Interesse, Arbeiten und Artikel darüber (ich weiss, ein schwaches Argument)?

Dieses Argument ist jedenfalls auch sehr schwach:

Zitat

In many countries, particularly in the Middle East, western South America and northern Africa, women put milk in their infants' eyes to treat infections there. I do not know if this remedy has ever been tested scientifically, but there are theoretical reasons to believe it would work. It probably does work at least some of the time, or the practice would have died out.


Wie bekannt, gibt es vielerlei Praktiken im Volksglauben, die sich hartnäckig halten, obwohl sie nichts nützen oder sogar schädlich sein können.


Vielleicht ein (nicht ganz ernst gemeintes) kleines Experiment für die noch laktierenden Damen: eine Tasse abfüllen, stehenlassen und schauen, ob es wie bei der Milch der anderen Säugern auch zur bakteriellen (und pilzlichen) Vermehrung kommt... ;-)

Ach ja, noch eins für Ulrike: hatte die von Dir letztens zitierte Anthropologin nicht angemerkt, dass die Brust nur fürs Baby ist? Logisch, dass die Milch nur zum Trinken ist und nicht für andere "Anwendungsgebiete"?

Fazit: MÖGLICHERWEISE eine "Spinat-Story". Eine abschließende Beurteilung behalte ich mir vor.


hema (bei der MM weder "Fachgebiet" noch Hobby ist, auch nicht werden soll und die weiss, dass sie durchaus manchmal eine echte Pest sein kann...)

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