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Montag, 19. Januar 2004, 13:24

Nun habe ich doch einmal den Beipackzettel des Präparates Vigantoletten 500 gelesen und mir wurde ziemlich schlecht, als ich las, was ich meinem Baby da gebe. Bisher dachte ich immer, Vitamine sind doch in Ordnung...
Gerade Vitamin D ist doch so wichtig für die Rachitis-Prophylaxe...
Allerdings wird dieses Thema auch im Stillbuch von Hannah Lothrop thematisiert. Nachdem ich nun dieses gelesen habe, wonach es eh fraglich ist, ob die Zufuhr von Vitamin D bei voll gestillten Kinder erforderlich ist, bin ich nun total verunsichert. Gerne möchte ich mein Kind noch bis zum 6.Monat stillen, hoffe, daß ich solange genug Milch habe.
Allerdings möchte ich auch nichts versäumen, was Prophylaxe betrifft. Aber gibt es nicht ein verträglicheres Präparat als Vigantoletten 500??
Für eine Antwort bin ich sehr dankbar.

2

Montag, 19. Januar 2004, 14:29

Vitamin D Präparate in korrekter Dosierung sind prophylaktisch sinnvoll - lass Dich nicht verwirren.

Grundlagen:

http://www.dgk.de/cgi-bin/odis.exe?file='layout/iDoc.htm'&obj_id='173'&obj_tab='n2000doc'#A3


Beipackzettel:

http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/thema/medikamente/gebrauch_04.xml

"Leider ist der Beipackzettel sehr schwierig zu lesen. Dabei handelt es sich in erster Linie um eine Versicherung für den pharmazeutischen Hersteller, auf alles hingewiesen zu haben, auch auf komplizierte Begleiterscheinungen, die vielleicht nur einmal weltweit aufgetreten sind. Der Hersteller muss aber auf alle denkbaren und vorhandenen Daten hinweisen, die die unerwünschten Wirkungen betreffen."


Vigantoletten sind harmlos und verträglich -
bitte mache Dir die Mühe und schau Dir den Beipackzettel nochmal auf seine statistische Aussage an:

http://www.netdoktor.de/topic/Medikamente/keine_angst_vor_beipackzetteln.htm

Nebenwirkungen: Kein Grund zur Panik

Was helfen soll, muss nicht gleichzeitig schaden. Denn dass die aufgeführten Nebenwirkungen gerade bei Ihnen auftreten, ist relativ unwahrscheinlich. Wie viel Prozent der Patienten nach Anwendung des Mittels Schwierigkeiten hatten, können Sie in den Häufigkeitsangaben der Hersteller lesen. Hier bedeutet:



Sehr selten: in 0,1 Prozent der Fälle


Selten: in einem Prozent


Gelegentlich: in einem bis zehn Prozent


Häufig: in mehr als zehn Prozent


Auch Einzelfälle muss der Hersteller im Beipackzettel aufführen. Darunter versteht man zahlenmäßig noch nicht erfasste Ereignisse oder Verdachtsfälle, die dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin gemeldet wurden. Zu den peinlich genauen Häufigkeitsangaben ist der Hersteller seit 1978 per Arzneimittelgesetz verpflichtet, ebenso zur lückenlosen Angabe über Inhaltsstoffe, Wirkungen und jede mögliche, gegebenenfalls sogar weltweit aufgetretene Nebenwirkung.

Lassen Sie sich von keinem Beipackzettel abschrecken, auch wenn sich manch einer liest wie das Tagebuch eines Pathologen.

3

Montag, 19. Januar 2004, 14:52

Ausserdem:
was die von mir geposteten links angeht ->

ausser für das Grüne Kreuz bin ich mir nicht 100% sicher, ob auf netdoktor oder br-online nicht auch unkritischer medien-schrott zu finden ist.

ein blick auf
http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=4332
lohnt immer !
die info zu den beipackzetteln ist jedoch in ihrer kürze ok.

4

Montag, 19. Januar 2004, 15:22

allerdings habe ich so meine bedenken mit hannah lothrop und ihren weisheiten .... homöopathische Mittel, Bachblüten und Aromatherapie ... ziemlich viel "ganzheitlicher" hokuspokus ... märchenstunde

5

Montag, 19. Januar 2004, 21:15

Danke für die schnelle Antwort, hvs...
habe mir die Internetseiten angesehen und - nicht wirklich etwas neues gefunden. Klar, daß Nebenwirkungen nur prozentual gesehen werden können...
woher weißt Du aber, daß Vigantoletten unbedenklich sind... das würde mich interessieren. Der Beipackzettel dieses Präparates hört sich nicht gerade ermutigend an. Natürlich hat ein Medikament auch Nebenwirkungen, das ist wohl normal - aber müssen es ausgerechnet solche sein, die eindeutig zum Tode führen können. Ich habe nicht ein gesundes Kind zur Welt gebracht, um es "krank zu prophylaxieren"...
Hannah Lothrop ist wohl die Expertin, was Stillfragen und -probleme betrifft, ihr Buch ist ein Klassiker, selbst für Hebammen. Auch mir hat es in vielen Fragen schon weitergeholfen. Dennoch lese ich kritisch und nehme nicht alles als Dogma, was geschrieben wird, sondern hinterfrage, wo Zweifel bestehen.
Danke für Deine Anregung, ich hoffe, daß ich doch noch auf der einen oder anderen Seite etwas entdecke, was mir ein wenig weiterhilft.
Lieben Gruß

6

Dienstag, 20. Januar 2004, 10:07

Kein Grund zur Panik.

>>aber müssen es ausgerechnet solche sein, die eindeutig zum Tode führen können. Ich habe nicht ein gesundes Kind zur Welt gebracht, um es "krank zu prophylaxieren"...
Lass Dich nicht verwirren.
Die Vitamin D Prophylaxe ist sinnvoll.

Dass ist doch völlig überzogen - was soll der Quatsch ???

Lass Dir wissenschaftlich begründete Vitamin D Gaben nicht von alternativ-esoterischen
Märchentanten (H. Lothrop) mit Angst besetzen und damit die Gesundheit Deines Kindes gefährden.

Ich glaube Du solltest mal Deine (von mir vermuteten) alternativ-"kritischen" Zulieferanten Deines Weltbildes genauer ansehen.
Diese Seiten:
http://www.novo-magazin.de/67/novo6734.htm
http://www.novo-magazin.de/64/novo6436.htm

7

Dienstag, 20. Januar 2004, 10:21

Und hier solltest Du auch mal reinsehen - wegen
der diversen Elternseiten im web.

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=2402 1060270467

Herr Kinderarzt schreibt:
Kidmed ist nämlich dazu da,den Eltern überflüssige Sorgen zu nehmen,die ihnen vor allem von wichtigtuerischen Ignoranten und von Abzocker-Scharlatanen perfiderweise eingeredet werden....und sie gleichzeitig für echte Probleme zu sensibilisieren.

8

Dienstag, 20. Januar 2004, 16:48

Hi hvs,

Du hast eine Ansicht, die man akzeptieren muß. Ich bin ein durchaus toleranter Mensch. Herr Kinderarzt schreibt allerdings auch, daß hier keine persönlichen Anfeindungen geduldet werden... es verwundert mich allerdings, wie hier auf die Homöopathie eingehämmert wird. Sicherlich - ich habe auch so meine Erfahrungen mit dieser Art von "Behandlung", aber es ist nicht alles schlecht. Mir haben z.B. Arnika-Glubuli ganz gut gegen Rückbildungsschmerzen geholfen. Jedenfalls eine Weile lang. Aber von grundauf verteufeln würde ich homöopathische Alternativen nicht. Mich stört es allenfalls, daß die Anwendungsgebiete oftmals etwas schwammig formuliert sind und diverse Mittel als Allheilmittel eingesetzt werden (Pulsatilla)... obwohl sie manchmal so gar nicht der Charaktere eines Patienten entsprechen. So hat alles sein Für und Wider.
Dr. Kinderarzt ist ein netter Mensch, kompetent und in seinen Antworten kurz und präzise.
Gerne bilde ich mir mein eigenes Urteil - und wo ich nicht weiterkomme frage ich halt. Danke für die Tips, habe ich zum Teil schon gelesen.
Lieben Gruß

9

Dienstag, 20. Januar 2004, 16:54

Belesen Sie sich halt mal über Homöopathie und Co.

Hier steht ja nun reichlich dazu.

10

Dienstag, 20. Januar 2004, 17:57

Hi sini,

es gibt, zum Beispiel Vitamin D Prophylaxe, immer ignorante Leute, die erwiesenermaßen Sinnvolles nicht wahrhaben wollen und irgendwelche abstrusen Theorien verbreiten. Lass Dich von denen nicht zu überflüssigen Sorgen verführen.
Ich komm mir dann vor wie Don Quichotte in solchen "Diskussionen".

Bitte wirf doch mal nen Blick auf:
http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2001/3/homoeopathie.html

11

Mittwoch, 21. Januar 2004, 12:33

Sehr geehrter Herr Dr. Kinderarzt, lieber hvs... nun ratet einmal, warum ich für meinen Sohn eine Kinderärztin der klassischen Medizin ausgesucht habe... *schmunzel*. Homöopathie ist mir persönlich einfach zu schwammig. Es ist erstaunlich, welche Diskussionen man mit Denkanstössen auslösen kann. Ich habe ja nicht gesagt, daß ich Vigantoletten abgesetzt habe... ich gebe sie natürlich weiter, solange ich kein verträglicheres Mittel entdeckt habe... Eine Alternative wäre eines zu geben, was auch Fluor enthält. Aber darüber weiß man ja, daß dies, so gut es auch für die Zahnbildung zu sein scheint, u.a. zu Verfärbungen der Zähne führen kann. Es wird so viel geschrieben, daß man manchmal echt den Überblick zu verlieren droht.
Danke abermals für den Hinweis auf den äußerst interssanten Link.
Lieben Gruß

12

Mittwoch, 21. Januar 2004, 12:49

Ich habe in 23 Jahren Kindermedizin noch keine Zahnverfärbung durch Fluorid gesehen...und in Münder zu schaun ist ja nun schon fast meine Haupttätigkeit.

Für mich gibts nicht den geringsten Zweifel an dem Sinn der Vitamin-D und Fluorid-Prophylaxe.Die Zähne der Kinder hier sind ganz überwiegend phantastisch.

Das scheint den Zahnärzten nicht zu passen.

13

Mittwoch, 21. Januar 2004, 13:10

Hi Sini,

Bei diesen Quellen im Internet muß man immer ganz vorsichtig sein. Zu Flour und fleckigen Zähnen hab ich keine einzige seriöse gefunden. Nur solche hier: http://www.gesundbrunnen-net.de/aloe_mundhygiene.php

Mein Zahnarzt sagt: Flourid unbedingt, und meine Ma, die Zahntechnikerin, auch. Das hat in meinem Fall 35 Jahre lang keine Flecken auf den Zähnen gegeben. Nicht panisch machen lassen!

14

Mittwoch, 21. Januar 2004, 14:11

hi sini

du schreibst ->
Es wird so viel geschrieben, daß man manchmal echt den Überblick zu verlieren droht.

vielleicht hilft dir folgender link
http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/konfer/wissmed1.htm#index

eigentlich ist es nicht schwer den überblick zu behalten, wenn du dich mal mit den kriterien einer wissenschaftlichen medizin auseinandergesetzt hast

einleitendes zitat:
In vielen wissenschaftlichen Disziplinen besteht ein Defizit darin, ihre Ergebnisse und Theorien Nicht-Wissenschaftlern zu vermitteln. Dies hat sowohl mit der hohen Komplexität mancher Sachverhalte zu tun, als auch damit, daß Wissenschaftler, sogar wenn sie von der Bedeutung ihrer Arbeit zutiefst überzeugt sind, häufig wenig motiviert oder in der Lage sind, diese Überzeugung für Laien verständlich zu vertreten. Daraus resultiert eine sich zunehmend vergrößernde Kluft zwischen Produzenten und Konsumenten von Wissen mit der Folge, daß der Einfluß und die Präsenz seriöser wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Gesellschaft abzunehmen scheint.

15

Mittwoch, 21. Januar 2004, 14:19

http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/konfer/wissmed5.htm

Die heutige Medizin bzw. medizinische Wissenschaft ist von zwei Strömungen gekennzeichnet: Einerseits besteht das, was in dem Zeitalter der Aufklärung begann, fort, d.h. das Streben nach Erkenntnis, das Streben nach besserem Verständnis, das Herausarbeiten von Prinzipien und Wirkmechanismen, sozusagen als wertfreie Größen der Erkenntnis. Auf der anderen Seite setzt sich in den letzten Jahren zunehmend ein merkantiler Aspekt in der Medizin bzw. der biomedizinischen Forschung durch, bei dem nicht das primäre Streben nach Erkenntnis und besserem Verstehen im Vordergrund steht, sondern die möglichst schnelle Umsetzung neuer Erkenntnisse in eine unmittelbare Anwendbarkeit bzw. in einen finanziellen Profit. In Anbetracht des ständig zunehmenden, für den Laien - aber auch für den gebildeten Fachmann - nicht verständlichen oder nicht nachvollziehbaren extremen Expertenwissens, schlägt dies zurück in eine in der Bevölkerung steigende Akzeptanz nicht-wissenschaftlicher, vorwissenschaftlicher, alogischer und mythischer Vorstellungen was die Ursachen von Krankheiten betrifft, wie Krankheiten zu heilen seien und welche Wege man zu ihrer Heilung beschreiten müsse. Dies Verhalten ist umso nachvollziehbarer, als Erkenntnisse der "normalen" Wissenschaft kaum eine breite Resonanz finden, hingegen die durch moderne Technologie oder molekularbiologische Methoden bereits vorhandenen oder sich möglicherweise abzeichnenden Gefahren immer eine spektakuläre Meldung wert sind.

16

Mittwoch, 21. Januar 2004, 14:31

und noch was zum Gruseln

http://www.oekoworld.com/gesundheit/flkontrolle.htm

Noch alarmierender ist jedoch die Wirkung auf die menschliche Psyche. Fluor schaltet langsam, aber sukzessive den freien Willen des Menschen aus. Dies ist keineswegs Ausgeburt einer "Verschwörungstheorie", sondern einwandfrei beweisbar durch die Tatsache, das weltweit etwa 60 Psychopharmaka Fluor als wichtigsten Bestandteil enthalten:

18

Mittwoch, 21. Januar 2004, 15:28

Zum Thema Fluorid auch dies:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=2909

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Donnerstag, 22. Januar 2004, 07:48

Lieber hvs, 40_Fieber und Dr. Kinderarzt,

ach herrjemine... was hab ich da angerichtet *schmunzel*...
Zum Fluorid - selbst Sie, Herr Dr. Kinderarzt schließen in Ihren Statements nicht aus,daß es zu den sog. "weißen Flecken" kommen kann. Zwei meiner Freunde, beides Zahnärzte, haben mir von der VitD-Gabe in Verbindung mit Fluor abgeraten - sicherlich nicht, damit sie ihren Patientenstamm erweitern können, ich besuche eine andere Zahnärztin, mit welcher ich sehr zufrieden bin (übrigens wurde seit ca. 20 Jahren kein einziges neues Kariesloch an meinen Zähnen entdeckt). Es gibt durchaus auch andere wirksame Prophylaxen gegen Karies.
Lieber hvs, gibt es eine bessere Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Medizin, als acht Jahre lang mit einen Mediziner sein Leben geteilt zu haben??? *schmunzel* Sicherlich muß ich nicht Medizin studiert haben, um mich mit der wissenschaftlichen Medizin auseinandergesetzt zu haben... Arztrecht ist auch ganz nett. Den Überblick kann man durchaus verlieren, wenn man zu viel liest, wozu ich manchmal neige (eine kleine Schwäche von mir). Wenn ich mir zu unsicher werde, frage ich halt kompetente Menschen - wie Sie und Herrn Dr. Kinderarzt.
Keine Angst, ich lasse mich nicht verrückt machen und - so schnell grusel ich mich nicht, vor allem nicht, ohne gewisse Dinge zu hinterfragen.
Kann es sein, daß ich hier - ohne es beabsichtigt zu haben, eines der strittigen Themen der Medizin tangiert habe??
Lieben Gruß

20

Donnerstag, 22. Januar 2004, 11:15

hmm .. sini

Definition medizinisches Wissen: der produzierte Bestand an wissenschaftlich gesicherten Aussagen

Du willst Information (Weitergabe des Wissens) über Vitamin D /mit oder ohne Fluor

jetzt brauchst Du "nur" noch die Info von denen, die das Wissen (siehe Definition) abholen.

aber leider gibt es Mediziner, die Fortbildungsbedarf haben , deren Wissen also nicht dem aktuellen Stand entspricht und die dann Käse erzählen ..

also: es gibt keine begründeten Zweifel an dem Sinn der Vitamin-D und Fluorid-Prophylaxe

Du kannst natürlich weiter hausieren gehen und Dir die unterschiedlichsten Meinungen / Glaubensvorstellungen etc. abholen, je mehr Leute Du fragst ...

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