Ich mache so seit 29 Jahren Kindermedizin und sage mir immer: was von seriösen Sachen hilft,hilft - zumal die Neurodermitis sicher verschiedene Ursachen haben kann,
auf die man aber meist nicht kommt.Das behaupten Homöopathen und andere Scharlatane aber dauernd.
Neurodermitis geht übrigens bei uns(100% der Kindergeimpft) in den letzten Jahren ganz stark zurück(bei gleichbleibender Alterszusammensetzung in der Praxis).
So behandeln wir die Erscheinungen der Haut(das nennt man dann böse Schulmedizin) mit Fett(z.B.Linola Fett N)und bei akuteren Zuständen mit Fett plus geringem Cortisonzusatz (z.B.Linola H Fett).Damit habe ich 98% aller Neurodermitiden "hingekriegt".
Auch der Rest wurde (so wars halt hier
glücklicherweise) geheilt oder hat harmlose Mini-Schübe)durch Haut-fachärztliche verfeinerte Salbenzubereitungen und/oder durch die Einnahme von Kapseln mit Nachtkerzensamenöl(z.B.Epogam).DAS WARS.
Wenn die Eltern oder die älteren Kinder selbst bemerken,daß die Haut nach bestimmten Nahrungsmittel schlechter wird,dann haben Sie den besten Allergietest der Welt gemacht und lassen diese Dinge einfach weg(viel zuverlässiger als die medizinischen Allergietests,die m.E. nur oft nur aussagen,was sein könnte und nicht,was IST.
Im Falle von Neurodermitis oder familiärer Belastung würde ich immer raten, bestimmte Allergen-"Bomben" wegzulassen: Nüsse,Kakao+Schokolade,Zitrus- und exotische Früchte (Mango,Kiwi)und vor allem Honig(den ich für einen gigantischen Allergietest halte.Denken Sie doch nur,was die Bienen da alles einsammeln.).
Wenns denn so ist,sage ich den Eltern 1.) Ihr Kind hat wahrscheinlich(!)eine Neurodermitis.Das heißt aber 2.) nicht,daß das schlimmer wird.3.) wird das jetzt behandelt und geht wahrscheinlich weg.4.)Es kommt wohl wieder,vielleicht erst in einem Jahr;
dann machen wir dasselbe und es geht wieder weg.Zwischendurch achten Sie darauf,was das Ganze noch beeinflußt.
Den Leuten also erstmal sagen,daß das ganze nicht ein unaufhaltsamer Zerstörungsprozeß ist(so wird es leider oft in der Presse und durch ungeratene
Kollegen dargestellt).Ich kenne wirklich Hautarztkollegen,die nichtmal hinter ihrem Schreibtisch hervorkommen,um sich die Haut des Kindes anzuschauen,sondern den Eltern,die beide leichte Allergien bzw.Heuschnupfen haben,sagen: IHR KIND HAT NEURODERMITIS und dann Horrorbilder dazu aus der Schublade ziehen.
Das sind MEINE Erfahrungen.
Natürlich gibt es schwere Neurodermitisfälle,die alle Beteiligten zur Verzweiflung bringen...aber auch dafür gibt es ausgefeilte Therapien und Spezialkliniken.
Es gibt auch so kleine,aber gute Tricks wie Klopfen statt Kratzen und vieles andere mehr.
Sehen Sie jedenfalls zu,daß man Ihnen nichts aufschwätzt..Vor allem keine quälenden Diäten,wenn vielleicht andere Sachen besser helfen.
Homöopathen und andere Scharlatane sprechen allzumal von Heilerfolgen,wenn es sich schlicht und einfach um eine Besserungsphase einer nun mal schubweise verlaufenden Störung handelt.Oder von einer Spontanheilung,wie ich sie in all den Jahren nun zig Mal gesehen habe.
Lasse Sie sich von diesen Leuten nichts vormachen.Die werden Ihnen auch bei der allerkleinsten Neurodermitis schon die Hölle heiß machen und endlose Sorgen einreden,wo unsereins vernünftig und beruhigend Sorgen zu nehmen versucht.
Neurodermitis ist ein Riesen-Geschäft.