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Samstag, 13. März 2004, 14:41

Definition Gewalt laut Net-Lexikon:
"Gewalt bedeutet von der sprachlichen Wurzel her das Verfügen können über innerweltliches Seiendes, ohne dass damit schon ein Urteil über deren Rechtmäßigkeit gefällt ist. Die absichtliche Schädigung von Menschen durch Menschen ist Gewalt. Anders ausgedrückt: Gewalt liegt dann vor, wenn es Opfer gibt. Der enge Gewaltbegriff beschränkt sich auf die zielgerichtete, direkte physische Schädigung, der weiter gefasste Gewaltbegriff schließt neben der körperlichen auch die psychische bzw. verbale und mitunter auch die "strukturelle Gewalt" ein. Unter "struktureller Gewalt" wird dabei jegliche Beeinträchtigung der Persönlichkeitsentwicklung (z.B. durch Armut) verstanden. ... In einem weiteren Sinne meint Gewalt die (legitime) Ausübung von Herrschaft, z.B. in Form elterlicher oder staatlicher Gewalt, hier wird auch vom Gewaltmonopol des Staats gesprochen."

Wir sprechen dann von Gewalt, wenn es zu Schäden kommt.
Im letzten Satz wird klar, warum die Eltern-Kind-Beziehung eine andere ist als z.B. die Partnerbeziehung.


Nochmal zu Triple P: Was mich etwas bedenklich stimmt, ist deren Aussage bei der "ersten Ebene": "Koordinierte Information (Zeitungen, Internet, Broschüren, Bücher, Vorträge,...) zur Förderung der öffentlichen Wahrnehmung des Programms und zur Normalisierung der Teilnahme an Erziehungstrainings."
Ich mag diese Gleichschaltung nicht, wo Experten allen Eltern raten, sich ausbilden zu lassen, Stichwort Elternführerschein. Das ist doch genau das Schöne an der Demokratie, dass die Eltern ihre eigenen Wertvorstellungen vermitteln können mit ihrer individuellen Methode, ihrer ganzen Persönlichkeit.
Dass man bei Problemfällen ohne falsche Scham Hilfe in Anspruch nehmen sollte, versteht sich von selbst.

Gibt es eigentlich in diesem Themenkomplex nicht auch "etwas Wissenschaftliches"? Klar nachprüfbar, durch Studien belegt und so? Oder ist Erziehung so vielfältig, dass es sich wissenschaftlich gar nicht erfassen lässt? Hängt Erziehung immer nur vom Zeitgeist ab?

62

Samstag, 13. März 2004, 18:21

zu der Tatsache, dass schlagende Eltern schlagende Kinder produzieren gibt es eine Menge Untersuchungen...und dass ein Ohrfeige NIE eine gezielte Erziehungsmaßnahme sein kann, sondern immer eine Bankrotterklärung ist, ist auch einigermaßen klar

lies hier:

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_A…leme/s_694.html

Misshandlungen können spontan oder geplant auftreten. Meistens stellen sie eine Steigerung von Strafen (erst die Ohrfeige, dann die Tracht Prügel) dar. Es sei darauf hingewiesen, dass die Grenzen zwischen Strafen und Misshandlungen fließend verlaufen!
...

Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass jede Körperstrafe eine Herabsetzung des Kindes und eine Verletzung seiner Würde darstellt.

...

Aus Kindern, die geschlagen wurden, entwickeln sich meist wieder schlagende Eltern - die Gewaltspirale nimmt ihren Lauf. Tragisch ist, dass Eltern, die als Kind geschlagen wurden, sich nicht ihre seelischen Verletzungen aufgrund dessen eingestehen können bzw. wollen (nur 16% gestehen es sich ein!). Im Gegenteil: es wird sogar noch felsenfest behauptet, es hätte ihnen nicht geschadet (84%)! Ihnen ist beigebracht wurden, sich im Zweifelsfall mit Gewalt durchzusetzen, vor allem dann, wenn man körperlich Schwächere vor sich hat. Konflikte gibt es genug auf der Welt, im Leben, in der Familie.

...

Der § 1631 Abs. 2 BGB, der Züchtigungsparagraph, ist geändert wurden. Er lautet jetzt: "Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung" (§1631 II BGB): "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig." Bedeutende Erziehungsgrundsätze wie Förderung, Respekt und Fürsorge werden hier betont. Gewalt als Erziehungsmittel hat ausgedient.

...

Catherina

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (13. November 2010, 19:16)


63

Samstag, 13. März 2004, 18:24

zur Erziehung gibts auf der Seite auch was:

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_A…agen/s_223.html

Catherina

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kinderarzt« (13. November 2010, 19:16)


64

Samstag, 13. März 2004, 20:34

Getroffene Hunde bellen.
Wer sich hier also rechtfertigt zum Thema KLAPS, der hat wohl auch einen Grund dazu, sich Gewalt schönzureden.
Um nochmal darauf zurückzukommen:
Würde man auch die senile Oma schlagen, wenn sie einen nervt?
Die ist ebenfalls kein "gleichwertiger Gegner", aber eben erwachsen. Also behält man seine Pfoten bei sich. Und regt sich auf über so ein unmögliches Pflegeheim, in dem Rentner geschlagen wurden.
Warum haben wir grössere Hemmungen einen Erwachsenen zu schlagen als unsere eigenen Kinder?
Ich sprach von einer unsichtbaren Grenze, die man nicht überschreiten darf.
Aber anscheinend ist es für viele ganz einfach, die angeborene und eigentlich auch anerzogene Scheu vor Gewalt zu ignorieren.
Ich wünschte, diesen Leuten würde die Hand abfaulen.

65

Sonntag, 14. März 2004, 00:45

Menschen mit Altersdemenz zu schlagen wäre nicht anders, als wenn man Behinderte schlagen wollte. Sowas ist unethisch.

Ansonsten bringt eine Diskussion wenig, wenn man einen Klaps willkürlich mit 'Gewalt' gleichsetzt. Ich sehe vielmehr die Gefahr, daß auf diese Weise wahre Gewalt an Kindern verkannt wird.

66

Sonntag, 14. März 2004, 11:27

Misshandlungen können spontan oder geplant auftreten. Meistens stellen sie eine Steigerung von Strafen (erst die Ohrfeige, dann die Tracht Prügel) dar. Es sei darauf hingewiesen, dass die Grenzen zwischen Strafen und Misshandlungen fließend verlaufen!

Behinderte und Altersdemente sind also "unschuldig", sie zu schlagen ist "unethisch" - aber Kinder, die einen zur Weissglut treiben, die müssen ihre Grenzen auch mal geklapst bekommen?!

Catherina - ohne Worte!

67

Sonntag, 14. März 2004, 12:34

Leute, die Diskussion bringt doch nichts! Da stehen sich einfach zwei Lager gegenüber. Das hat im tiefsten Grunde auch etwas mit Weltanschauung zu tun:

a) Der Mensch=Kind ist von Grund auf gut: Also, Förderung dieses Guten, das Schlechte kommt erst durch die Umwelt (z.B. durch Gewalt) in den Menschen.

b) Der Mensch ist von Grund auf böse, Kinder bedürfen der klaren Führung, dass diesem Schlechten etwas entgegengesetzt werden muss, was auch immer.

So, und jetzt fetzt Euch weiter ...

68

Sonntag, 14. März 2004, 14:35

Zu Catherina:

Geistig Behinderte und Demente sind nur begrenzt zurechnungsfähig. Darin liegt der Unterschied.

Zu Simy:

Daß man Kinder nicht verwöhnen dürfe und ihnen von kleinauf mit Strenge und Disziplin begegnen müsse, ist die alte Sichtweise, wie sie bis in die 60er Jahre hinein existierte.

Irgendwann hat man das eine Extrem gegen das andere eingetauscht - mit dem Resultat, daß auch heute Erziehung immer noch ein stark ideologiebelastetes Thema ist.

69

Sonntag, 14. März 2004, 15:02

Hallo,

mit Verboten oder Strafen bewirke ich in der Erziehung meiner Kinder auch eher das Gegenteil von dem was ich möchte. Sie werden dann erst recht trotzig.

Ich versuche meine Kinder für positives Verhalten zu belohnen, d. h. im Restaurant bekommen alle ein Eis, wenn sie sich benommen haben, sonst nicht.

Oder bei der Kleinen: Wenn sie abends nicht ins Bett will, dann frage ich "möchtest Du morgen wieder in den Kindergarten (dort geht sie sehr gerne hin)? Dafür musst Du aber erst schlafen, sonst kannst Du da morgen nicht hin, dann bist Du ganz müde.
Oder sie steht im Treppenhaus und möchte die Treppen hochgetragen werden. Ich lasse mich da gar nicht drauf ein und frage einfach ob sie was trinken möchte (geht im Treppenhaus nicht). Dann sage ich: " ich geh schon mal hoch und schütt Dir was ein" und dann kommt sie auch hinterher (was soll sie auch alleine im Treppenhaus). Kommt sie nicht, dann sage ich z. B. dass ihr Bruder das austrinkt und dann kommt sie.
Das heißt ich gebe ihr auch immer Entscheidungsmöglichkeiten und versuche gleichzeitig in meinem eigenen Verhalten konsequent zu sein. (sie hat jetzt ausgeschlafen)

Gruß

marta1

70

Sonntag, 14. März 2004, 16:06

@ EP

Kinder werden erst mit 7 Jahren eingeschränkt geschäftsfähig und erst mit 14 Jahren strafmündig - über wie alte Kinder reden wir denn hier?

Aus Ihren Posts kommt einfach immer wieder raus, dass sie Kindern volle Berechnung bei deren Taten unterstellen und es ist aus Entwicklungspsychologischer Sicht einfach völlig eindeutig klar, dass kleine Kinder (im OP war das Kind glaube ich 4 Jahre alt) die Konsequenzen ihrer Aktionen *nicht* vollständig einschätzen können. Deshalb ist es wichtig, den Kindern eindeutige, konsequente Rückmeldung zu geben und die sollte *nicht* in einem "Klaps" oder stärkerem bestehen, sondern die natürlichen Folgen des Handelns des Kindes klar machen. Dabei geht es nicht darum, dem Handeln des Kindes zu bewerten (das war "gut", das war "böse"), sondern eben eindeutig zu beschreiben, damit das Kind begreift, welches Verhalten in welcher Situation angemessen ist und warum.

Haben Sie mal die von mir verlinkten aus dem Familienhandbuch gelesen? Schlagen ist nicht nur völlig unangebracht, sondern auch wirkungslos...

Catherina

71

Sonntag, 14. März 2004, 17:45

Wenn Sie 'nicht geschäftsfähig' und 'nicht strafmündig' mit 'unzurechnungsfähig' gleichsetzen, so ist das Ihre Sache. Nicht, daß man auf dieser Basis zu einem Ergebnis käme.

Wenn man hier so liest, wie manche sich über einen Klaps ereifern, dann kann man nur zu der Feststellung kommen, daß Mütter es heutzutage ungleich schwerer haben, eine Erziehung nach eigenem Stil durchzuziehen als vor einigen Jahrzehnten. Besonders schön, wenn sich Mütter mit lieben, braven Kindern in den höchsten Tönen über solche ereifern, die ihren Rabauken ab und an mal einen Klaps verpassen.

Ich kenne eine Mutter, die, wenn wir auf Besuchen zusammenkamen, ihren Kindern fast regelmäßig einen Klaps gab. Es ging fast nie ohne. Die beiden Kinder waren zeitweise so unerträglich, daß nichts anderes fruchtete. Als Alternative hätte sie es natürlich bei mahnenden Worten lassen können. Die Kinder hätten sich ein Ei drauf gepellt, ihren Unfug weiter getrieben und ganz nebenbei den anderen ihre Freude am Besuch verdorben. Auch solche Eltern gibt's, nur sind die bei Gastgebern aus verständlichen Gründen nicht sehr beliebt.

Wenn ich mir vorstelle, so eine genervte Mütter müßte ich jetzt auch noch Tiraden über 'Gewalt an Kindern' anhören...

72

Sonntag, 14. März 2004, 21:11

Die 10 Regeln gefallen mir sehr gut, ich werde sie mir immer vor Augen halten.

Man sollte in der erziehung immer bedenken, das ist ein Mensch der da vor mir steht, ich muß ihm mit Respekt behandeln genauso wie er mich.
Es ist doch immer ein geben und nehmen, ich mag es nicht wenn mein Kind mich anbrüllt, also darf ich das genauso wenig.
Er hat die gleichen rechte wie ich.

Ein Kind braucht in allererster linie liebe und kuscheln, mein Kind muß wissen das ich ihn liebe und das ich für ihn da bin, jetzt und für immer.
Was ich auch ganz wichtig finde, Kinder brauchen Regeln.
Regeln sind sicherheit.
Was ich oft beobachte, ein Kind will etwas die Mutter sagt nein, das Kind fragt noch ein paar mal, irgendwann gibt die Mutter auf und lässt dem Kind den willen und Warum?
Einfach um ihre ruhe zu haben, nein das ist falsch, Kinder testen ihre Grenzen und wenn sie merken, das die Eltern ja eh immer nachgeben dann tanzen sie ihnen irgendwann auf der Nase herum, das ist Fakt.
Mein Kind ist noch sehr klein aber ich gebe mir die allergrößte mühe ihn wirklich zu erziehen.
Ich schreie ihn nicht an , sondern, ich sage ihn ruhig aber bestimmt, was mir nicht gefällt und das zieht, er muß auch auf mich eingehen.
Wir kommen super aus, bei uns gibt es kein geheule wenn es ins Bett geht und wenn es Essen gibt wird nicht gespielt.
Aber wie gesagt er ist noch sehr klein und alles was ich von ihm will versteht er eh noch nicht.
Anders ist das bei meinen Neffen, wir haben ein sehr inniges verhältniss
Seine Mutter ist oft überfordert und schreit viel mit ihm, das juckt ihn inzwischen garnicht mehr.
Wenn ich auf ihn achte und er seine späßchen bei mir versucht, schreie ich nicht sondern ich geh zu ihm, gehe mit ihm auf Augenhöhe und bitte ihn damit auszuhören und erkläre das mich das stört und warum es mich stört, dann klappt das auch super hinterher ist alles vergessen, es nüzt nihcts ihn dann weg zu schicken oder der berühmte Satz "los, geh in dein Zimmer"
Ich will das er mir sagt warum er Sachen macht , ich will das er mir sagt was er denkt.
Er hört auf mich, das ist mir wichtig, ich bin nicht besser als er sondern , ich bin genauso ein Mensch mit stärken und schwächen wie er.
Genauso Kinder fragen viel,das ist aber doch normal sie kennen diese Wlt noch nicht und wollen alles darüber erfahren, wir müßen ihnen das erklären.
Was ich auch wichtig finde, ab und zu mal mit seinen Kind auf Augenhöhe gehen und ihm sagen wie sehr man ihn lieb hat.

Zum Thema klaps geben, ich mußte es bei meinen Kind noch nie, aber ich kann nicht ausschliessen das es mir jemals passiert.

Liebe Grüße
Ina

73

Sonntag, 14. März 2004, 22:13

Ich kenne eine Mutter, die, wenn wir auf Besuchen zusammenkamen, ihren Kindern fast regelmäßig einen Klaps gab. Es ging fast nie ohne. Die beiden Kinder waren zeitweise so unerträglich, daß nichts anderes fruchtete. Als Alternative hätte sie es natürlich bei mahnenden Worten lassen können. Die Kinder hätten sich ein Ei drauf gepellt, ihren Unfug weiter getrieben und ganz nebenbei den anderen ihre Freude am Besuch verdorben. Auch solche Eltern gibt's, nur sind die bei Gastgebern aus verständlichen Gründen nicht sehr beliebt.

Ach - jedes Mal musste die ihren Kindern einen "Klaps" geben? Merken Sie denn nichts, EP - es hat offensichtlich doch nicht gewirkt, oder? Wenn die Mutter vielleicht mal etwas anderes versucht hätte, hätte sie sich die "Klapse" sparen können und das Verhalten ihrer Kinder hätte sich dauerhaft gebessert. Ich kenne so eine schlagende Mutter auch - die Kinder waren auch echt unmöglich - haben zum Beipiel zu zweit meine Tochter vertrimmt. Meinen Sie, ich hätte mich besser gefühlt in dem Moment, wo ihnen die Mama dafür welche gewischt hat? Nein! Ich habe die Mutter auch gefragt, ob sie meint, das sei eine Erzeihungsmaßnahme. "Nein" sagte diese, "aber ich fühle mich hinterher besser". Sie hat ihre Kinder weiter geschlagen (nie besonders heftig, sicher ohne körperliche Spuren), ihre Kinder haben weiter gekloppt und wir haben den Kontakt zu dieser Familie abgebrochen, denn ich kann kein Gefühl der Gemütlichkeit empfinden, wenn anwesende Kinder zur Ruhe "geklapst" werden.

Wenn meine bei Besuchen ausgeflippt ist, sind wir gegangen (mit vorheriger Ankündigung)! Nur deshalb wissen meine Kinder sich bei Besuchen zu benehmen. Das kam nicht von Himmel geflogen, meine Kinder sind auch nicht besonders "lieb" (Sie scheinen immer noch zu glauben, dass ich mit angeboren einfachen, lieben, braven Kindern beschenkt bin!), sonders das ist die Belohnung für konsequente Erziehung. Das verlangt von den Eltern auch mal, sich von Gespräch ab und dem Kind zuzuwenden, aufzustehen und zum Kind zu gehen, um zu erziehen und nicht von Sofa zu grölen, dass man sich in Ruhe unterhalten will und dann auszuflippen, wenn diese "Erziehung um drei Ecken" nicht funktioniert.

Und in der Tat werde ich mich immer über Eltern "ereifern", die meinen "Klapse" hätten einen Platz in der Kindererziehung und seien eine Frage des "Stils". Ich kann verstehen, dass ein Kind einen so zur Weißglut treibt, das einem die Hand ausrutscht. Ich erwarte von den Eltern, als Erwachsene, die ihre Kinder zu unverbogenen, kompetenten Menschen groß ziehen sollten, dass sie Hilfe suchen und dieses Gewaltmuster durchbrechen, wenn sich der "Klaps" zur Regel entwickelt.

Was meinen Sie wie oft mir ein "wohlmeinender" Passant geraten hat, meinem tobenden Kind "einfach eine zu langen", wenn sie sich beim Nachhauseweg einen Anfall genommen hat? Auch nicht-schlagende Eltern müssen sich jede Menge Einmischung gefallen lassen. "Das Kind schreit ja so, dass man seinen Kaffee nicht in Ruhe trinken kann". Neulich hat ein Busfahrer sich über Lautsprecher lautstark über meinen tobenden Sohn beschwert und uns mitten beim Aussteigen die Tür zugeklappt - wäre zwischen meiner Tochter und mir zugegangen, wenn ich mir nicht sowas gedacht hätte und mein Bein dazwischen gelassen hätte, an einer Hand den Kinderwagen, unter dem anderen Arm den strampelnden und schreienden Sohn! Hätte ich ihm nur eine geknallt, dann wäre alle zufrieden gewesen ("da hast Du einen Grund!"). Wir haben das auf unsere Art geklärt (wer selber in den Bus steigen will, muss auch losgehen wenn Mama es sagt und nicht erst 3 Minuten auf die offene Bustür starren) und seitdem klappt es.

Empfehlen Sie ihrer Freundin doch auch mal Faber und Mazlish, oder das Familienhandbuch. Wenn die Kinder so furchtbar sind, dann wird es dringend Zeit, mal was anderes als "den Klaps" zu probieren. Irgendwann sind die Kinder so groß, dass sie sie nicht mahr schlagen kann, aber noch ein paar Jahre mit ihnen zusammenleben muss (so zwischen 13 und 18). Bis dahin sollte die Familie eine bessere Umgehensweise miteinander gefunden haben!

Viel Erfolg dafür

Catherina

74

Montag, 15. März 2004, 02:47

Catherina:

Der Klaps hat schon geholfen, wenn auch nur kurzfristig. Wenn die Mutter die Kinder hätte gewähren lassen, wäre es der reine Horror gewesen. Inzwischen sind die beiden im Jugendalter, so daß sich die Frage, Klaps oder nicht, erübrigt.

Ich würde mir übrigens nie anmaßen, daß ich selber mit so ein paar Rabauken viel besser hätte umgehen können. Die Oma der beiden (mütterlicherseits), eine herzensgute, einfühlsame und belesene Frau mit einem ausgeprägten Interesse an Erziehungsfragen, hat die beiden öfters bei sich gehabt und war nach wenigen Stunden fix und fertig. Ihr ist nie die Hand ausgerutscht, sie ist aber irgendwann zu dem Entschluß gekommen, daß nur immer eines der beiden Kinder bei ihr sein darf, weil sie das nervlich sonst nicht durchhält.

Ich bin auch überzeugt, daß die Mutter alle möglichen Alternativen ausprobiert hat und nicht nur aus Bequemlichkeit rübergelangt hat. Auch weil sie selber ganz anders erzogen worden war. Aber wie heißt es so schön - andere Eltern wissen immer besser, wie man seine Kinder erziehen sollte. Sie mußte sich übrigens auf der Straße anfratzen lassen, eben WEIL sie einen Klaps gab. Genau das Gegenteil von dem, was Sie sich haben anhören müssen. Daraus sollte man doch lernen, daß derlei Einmischung in Erziehungsfragen IMMER überflüssig ist.

75

Montag, 15. März 2004, 10:29

Ich frage mich, warum sich hier viele ausgerechnet an den schlechten Beispielen messen- ist ja auch viel einfacher zu sagen "Ich bin ein Gutmensch, weil ich meine Kinder nur schlage und sie nicht psychisch vernachlässige."
Aber es gibt tausende, die schlagen nicht nötig haben. Die RESPEKT vor ihren Kindern haben (und nur so können die Kinder ebendies lernen).
An DENEN sollte man sich ein Beispiel nehmen. Aber dann müsste man sich ja seiner eigenen Schwäche und Unzulänglichkeit bewusst werden.
Ich jedenfalls kann mit meinem Kind reden.
Wer das nicht schafft, sollte sich mal fragen, warum.

76

Montag, 15. März 2004, 11:25

Was soll ein gutes Beispiel sein? Die Familie mit dem netten Kind, das nie in seinem Leben einen Klaps kriegt? Oder die Familie, bei der trotz allem Respekt und Anwendung der ausgefeiltesten pädagogischen Tricks die Kinder außer Rand und Band geraten?

Ich kenne viele Eltern, denen nie oder äußerst selten mal die Hand ausrutscht. Die sind sogar in der Mehrheit. Aber deshalb erdreiste ich mich doch nicht, das zur einzig geltende Norm für alle Kinder zu erklären.

77

Montag, 15. März 2004, 14:10

EP,

natürlich orientieren wir uns an der Familie die nicht schlägt und das erträgliche Kind hat, denn auch dieses ist nicht "lieb" geboren (mir ist bewusst, dass es unterschiedliche Typen gibt, mein Sohn ist auch pflegeleichter als meine Tochter, trotzdem gibt es nicht das "immer liebe Kind" und das "böse geborene Kind"). Also richten wir uns nach denen, die es offensichtlich mit gutem Erfolg und ohne Schlagen hinbekommen, oder?! Wonach sonst!

Und die Familien, die auch mit psyhologischen Tricks nicht miteinander klarkommen und bei denen es immer wieder eskaliert, ganau die sollten sich professionelle Hilfe holen (das ist kein Stigma, sondern eben genau das - Hilfe von einer Fachkraft für Beziehungen)

Catherina

78

Montag, 15. März 2004, 14:53

Solange kein krankhafter Befund vorliegt, bin ich über die Wirksamkeit solch professioneller Hilfe sehr im Zweifel. Das Verhalten der Kinder wie auch das Verhältnis zu den Eltern ist (bzw. war) normal - wenn auch nicht leicht. Da würde ich mir von einem Psychologen nicht zwischenquasseln lassen.

79

Montag, 15. März 2004, 15:06

es ist NICHT normal, wenn Eltern regelmäßig zulangen müssen - zumindestens finde ich es bedenklich, wenn so etwas als "Normalität" angesehen wird. Das Ziel muss es sein, ohne Gewalt innerhalb der Familie auszukommen. Es ist mir klar, dass Sie das nicht erkennen (können? wollen? wie oft "klapsen Sie ihre Kinder?), ich kann nur wiederholen dass ich es für genauso absurd halte, Kinder zu schlagen wie Alte oder Ehepartner. Es MUSS ohne gehen! Ihnen ist klar, dass Sie, wenn Sie mit Menschen reden, die ihren Ehepartner schlagen oder auch die Oma im Heim, genau die selben Argumente hören würden, mit denen Sie hier versuchen, Gewalt an Kindern zu rechtfertigen (Grenzen setzen, unmögliches Verhalten, sonst den anderen das Kaffeetrinken verdorben...).

Wenn in einer Familie regelmäßig geschlagen wird, ist das krankhaft und eine glasklare Indikation für professionelle Hilfe (soll ich Ihnen eine entsprechende Seite raussuchen, bisher haben Sie das von mir verlinkte ja nicht besonders gründlich gelesen)

Catherina

80

Montag, 15. März 2004, 15:15

Zitat

Das Ziel muss es sein, ohne Gewalt innerhalb der Familie auszukommen.


Vollkommen unmöglich, wenn schon ein 'Klaps' unter 'Gewalt' subsumiert wird.

Was glauben Sie, wie die beiden Kinder miteinander umgegangen sind und was die z. T. an Blessuren abbekommen haben.

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