Es gibt sicherlich unterschiedliche Vorgehensweisen bei "Polypenkindern". Ich kann deshalb auch immer nur für mich sprechen.
Die "Polypen" sind ja eine Rachenmandel, die die Kinder mit auf die Welt bringen. Die bloße Tatsache, dass Polypen vorhanden sind, berechtigt also nicht zur OP.
Polypen können drei Probleme verursachen: erstens eine Nasenatmungsbehinderung (sie sitzen hinter der Nase im Nasenrachenraum und können dort entscheidenden Platz wegnehmen), zweitens häufige Infekte (Polypen können Infektionsquelle sein) und drittens Paukenergüsse, die innerhalb von 3 Monaten nicht zur Ausheilung gelangen.
Eine OP ist sinnvoll, wenn einer der drei Gründe vorliegt; es ist nicht nötig, darauf zu warten, dass alle drei Gründe vorliegen.
Das heißt: auch wenn bei Ihrem Kind der Paukenerguss noch keine drei Monate besteht, ist eine OP sinnvoll, weil Ihr Kind - so wie Sie schreiben - häufige antibiotikumpflichtige Infekte hat.
Die Entfernung der Polypen führt etwa bei 4 von 5 Kindern zur Ausheilung der Paukenergüsse, ohne dass Paukenröhrchen nötig wären. Ich lege deshalb bei der Polypen-OP normalerweise keine Paukenröhrchen. Zwei Monate nach der OP schaue ich nach, ob ein Paukenerguss vorliegt (dann kommen die Röhrchen) oder nicht. T-Röhrchen lege ich ich nicht gleich beim ersten Mal, sondern warte ab, wie sich die Paukenergüsse entwickeln und ob überhaupt neue Röhrchen nötig sind, wenn sich die alten Röhrchen abgestoßen haben.
Diese Vorgehensweise hat sich sehr bewährt. Sie wurde von Prof. Münker empfohlen, der damals an der Universität Freiburg über 20 Jahre die Paukenröhrchensprechstunde geleitet hat.
Viele Grüße
W. Vahle
Noch ein Nachtrag: lassen Sie mal mit Hilfe der Suchfunktion nach dem Begriff "Polypen" im Post suchen. Da werden Sie sicherlich noch einige Beiträge finden.