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Donnerstag, 8. April 2004, 10:55

hallo wir nochmal

emely hatte vor 6 wochen eine starke erkältung und eine moe
nach einem hno besuch wurden mehrere ergüße festgestellt
wohl auch irgendein rotblauer ring am trommelfell der durch einen zu starken druckausgleich zustande gekommen sein soll?
ist das schlimm?
das tympanogramm ist seeeeeeeehr schlecht ausgefallen und mir fällt mitlerweile immer mehr auf wie schlecht sie hört
wenn ich flüster hört sie mich garnicht wenn ich aus einem andren zimmer rufe kann sie es nichtmehr orten
fernseh oder radio müßen immer super laut sein das mir bald die ohren platzen
nun hat sie wieder eine moe und wieder antibiotika
ich mache mir nun doch einige sorgen um die entwicklung wenn das mit dem gehör so schlecht ist und die ergüße ja wohl auch mit einem antibiotika und massiver nasentropfen therapie nicht wegzukriegen sind
nun wollte ich wissen wie schnell man so eine polypen op anberaumt nach der erstdiagnose
ich würde das doch gerne so schnell wie möglich machen
sie ist 2,5 jahre also noch sehr klein ich weiß das sie wieder kommen können aber dieser zustand jetzt ist ja auch nich tragbar
oder?
und setzt man bei einer polypen op auch immer ein t-röhrchen ein? oder bei jedem paukenerguß? oder wartet man wie sich die lage entwickelt nach der polypen op?
bin hier immer wieder von der qualität der antworten begeistert
freue mich schon auf eine stellungnahme
lg luna + emely

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Donnerstag, 8. April 2004, 11:19

Es gibt sicherlich unterschiedliche Vorgehensweisen bei "Polypenkindern". Ich kann deshalb auch immer nur für mich sprechen.

Die "Polypen" sind ja eine Rachenmandel, die die Kinder mit auf die Welt bringen. Die bloße Tatsache, dass Polypen vorhanden sind, berechtigt also nicht zur OP.

Polypen können drei Probleme verursachen: erstens eine Nasenatmungsbehinderung (sie sitzen hinter der Nase im Nasenrachenraum und können dort entscheidenden Platz wegnehmen), zweitens häufige Infekte (Polypen können Infektionsquelle sein) und drittens Paukenergüsse, die innerhalb von 3 Monaten nicht zur Ausheilung gelangen.

Eine OP ist sinnvoll, wenn einer der drei Gründe vorliegt; es ist nicht nötig, darauf zu warten, dass alle drei Gründe vorliegen.

Das heißt: auch wenn bei Ihrem Kind der Paukenerguss noch keine drei Monate besteht, ist eine OP sinnvoll, weil Ihr Kind - so wie Sie schreiben - häufige antibiotikumpflichtige Infekte hat.

Die Entfernung der Polypen führt etwa bei 4 von 5 Kindern zur Ausheilung der Paukenergüsse, ohne dass Paukenröhrchen nötig wären. Ich lege deshalb bei der Polypen-OP normalerweise keine Paukenröhrchen. Zwei Monate nach der OP schaue ich nach, ob ein Paukenerguss vorliegt (dann kommen die Röhrchen) oder nicht. T-Röhrchen lege ich ich nicht gleich beim ersten Mal, sondern warte ab, wie sich die Paukenergüsse entwickeln und ob überhaupt neue Röhrchen nötig sind, wenn sich die alten Röhrchen abgestoßen haben.

Diese Vorgehensweise hat sich sehr bewährt. Sie wurde von Prof. Münker empfohlen, der damals an der Universität Freiburg über 20 Jahre die Paukenröhrchensprechstunde geleitet hat.

Viele Grüße
W. Vahle

Noch ein Nachtrag: lassen Sie mal mit Hilfe der Suchfunktion nach dem Begriff "Polypen" im Post suchen. Da werden Sie sicherlich noch einige Beiträge finden.

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