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Freitag, 18. Juni 2004, 21:54

Hallo, auch ich möchte mir mal Rat holen. Mein Sohn, 3 1/2 Jahre hat seit gut zwei Jahren eine chronische obstruktive Bronchitis und immer wieder Pseudo Krupp. Je öter er ihn hat dest schlimmer kommt es mir vor (obwohl es immer heißt dass es mit dem Alter immer besser wird). Letzten September musste er ins Krankenhaus weil es ihm nach zwei Tagen immer noch nicht besser ging (4 Prectal 100, mehrmals Inhalation mit Pulmicort und Infekto Krupp). Im Frühjahr wurde dann ein Allergietest gemacht (positiv: sämtliche Gräser und Pollen früh und spät, Schimmelpilz, Hausstaub und Milben, Weizenmehl, Soja, Erbsen, Zwiebel, Tomaten usw). Vor 4 Wochen gekam er nach dem Essen ein Quincke Ödeme an der Oberlippe. Gestern wurden ihm die Polypen entfernt, in der Hoffnung das er danach besser durch die Nase atmen kann und nicht mehr so empfindlich ist (Polypen waren aber eher klein sagte der HNO. Kein ARzt sagt mir dass die Narkose bei ihm ein Risiko ist. Er sollte nur vorher noch mit Pulmicort inhalieren und bei der OP bekommt er etwas für die Bronchien. Als er aus dem OP kam war er sehr kurzatmig und gleich darauf bekam er seinen schlimmsten Krupp Anfall den er je hatte. Er bekam überhaupt keine Luft mehr und war schon ganz blau im Gesicht Die Sauerstoffsättigung war 70% (ab wann ist das ein Risiko?) Auch war sein Gesicht total geschwollen, vor allem die Oberlippe und die Augenlieder. Da das KH keine Kinderstation hatte, hatten die Ärzte auch gar keine Ahnung. Erst nach meiner Aufforderung wurde ihm Kortison und Adrenalin verabreicht. Ich hab noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt wie gestern. Ich dachte wirklich er würde ersticken und ich kann nur zusehen und ihm nicht helfen. Meine Frage, warum reagierte er so? Kann das wieder passieren?

2

Samstag, 19. Juni 2004, 14:53

Herzlich willkommen.

Das ist schwer zu sagen.

Es mag der Reiz durch den Beatmungsschlauch und/oder enie allergische Reaktion gewesen sein.

Ihn überhaupt in einer Klinik ohne Kinderklinik operieren zu lassen ,war nicht in Ordnung.

3

Samstag, 19. Juni 2004, 16:02

Danke erstmal.
Wir wohnen auf dem Land und bis zur Kinderklinik sind es 70 km. Da es sich ja nur um einen kleinen Eingriff handelt (laut Ärzte) und kein Arzt hat auch nur die geringste Andeutung von einem Risiko für ihn gemacht, gingen wir natürlich in das KH wo der HNO die Belegbetten hatte. Sonst wär ich natürlich mit ihm in die Kinderklinik. Meine 4 jährige Tochter wurde am selben Tag operiert und bei ihr verlief alles normal, obwohl sie auch schon mehrmals Krupp hatte. Nur nie so schlimm(hat auch keine Allergie)Mein Hausarzt meinte das es keine typische Reaktion auf eine Narkose ist.
Ich hab jetzt natürlich Angst das er bei einer erneuten OP wieder so reagiert.
Kann man das vermeiden?

4

Samstag, 19. Juni 2004, 16:06

Krupp verliert sich eh und die Bronchialsache mit ziemlicher Sicherheit auch.

Wenn in nächster Zeit eine OP anstünde,wissen Sie ja nun,was zu tun ist.

5

Samstag, 19. Juni 2004, 16:25

Naja, dann hoffe ich mal das Beste für ihn.
Aber was sagen sie zu den kleinen Polypen. Kann ich da jetzt trotzdem auf eine positive Änderung hoffen, oder war es im Grunde umsonst.

6

Samstag, 19. Juni 2004, 16:34

Das kann ich einfach nicht beurteilen.

7

Samstag, 19. Juni 2004, 19:16

Kleine Polypen machen zwar keine gravierende Nasenatmungsbehinderung, aber sie können durchaus Infektionsquelle sein! Auch in kleine Polypen passen Milliarden von Erregern!

Warten Sie also erst einmal getrost den OP-Erfolg ab! Die Beseitigung einer Infektionsquelle ist für Ihr kruppgeplagtes Kind sicher ein großer Vorteil.

Viele grüße
W. Vahle

9

Samstag, 19. Juni 2004, 21:46

Ok, dann warten wir ab. Im September fahren wir noch nach Rügen zur Kur. Und vielleicht sind wir ja dann ab diesem Winter schon (fast) Krupp frei.
Danke an alle

Mfg

10

Montag, 21. Juni 2004, 09:25

Bei wiederholten allergiscehen Reaktionen, auffälligem Anästhesieverlauf und Quincke Ödeme sollte man mal nach einem C1-Esterase-Inhibitormangel zu schauen. Die Kinder haben oft eine überschiesende Reaktion auf Allergene, machen oft Komplikationen bei der Anästhesie. Die erkrankung wird auch hereditäre Angioödem (HAE)genannt, wir autosomal dominant vererbrt, es gibt aber auch Neumutationen.
Im Blut sollte also der C1-Esterase-Inhibitor gemessen werden. Ist zwar eine seltene Erkrankung, kann aber zu ernshaften Komplikationne führen. Es ist auch wichtig zu wissen, den diesen fehlenden Faktor kann man, z.B. vor OP's per Infusion ersetzen.
Es gibt als Info auch eine Internetseite: http://www.c1-esterase-inhibitormangel.de/

11

Mittwoch, 30. Juni 2004, 01:06

hallo,
wollte nur mal anmerken, daß mir auch noch Latexallergie einfiel, da er ja echt allergisch zu sein scheint. bei einer echten latexallergie kann o.g. schon mal passieren, oder er ist gegen irgendwelche arzneien allergisch gewesen. In zukunft würde ich nur noch in eine sehr gute kinderklinik fahren, alles andere ist zu gefährlich.
hella

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Mittwoch, 30. Juni 2004, 01:16

Gute Idee mit der Latexallergie.

Kompliment.

Solche Leute braucht das Land.

13

Mittwoch, 30. Juni 2004, 01:24

Hallo,
auch noch wach?
Gelernt ist eben gelernt...
Aber im ernst, sieht am ehesten wie allergisch aus, paßt ja auch mit den dicken Lidern, lippe, atemnot.
Vielleicht hat es auch mit Narkosegas zu tun, aber Latexallergie kann man gut testen, mit Narkosegasen ist das ja so eine sache.
Dann gibt es ja auch relaxantien die häufiger zu allergien führen als andere, ebenso wie narkosemittel.
"braucht das land", tja: ich wohne ja in usa, schöne grüße also von hier!

15

Donnerstag, 1. Juli 2004, 09:08

Hallo!

Mein Sohn hat(te ?) auch massive Krupp-Probleme und schon 4 Vollnarkosen hinter sich.

Wenn die Anästhesisten auf die häufigen Kruppanfälle aufmerksam gemacht werden und es dann auch noch berücksichtigen, dann kann man die Kinder entsprechend auf das Intubieren vorbereiten und Zwischenfällen vorbeugen. Allerdings sollte der Anästhesist Erfahrungen mit Kindern haben.

Mein Sohn hatte 3 völlig unproblematische Narkosen (die waren geplant, er hat vor der Narkose inhaliert und hinter bei Bedarf auch) und eine, eine Notfall OP, bei der der Narkosearzt mich und meine Warnungen wohl nicht wirklich ernst genommen hat, was beim Extubieren zu einem Stimmritzenkrampf führte. Zum Glück war ich nicht in der Nähe - selbst hinterher beim Wachwerden auf Station hat mein Sohn noch schlimme Hustenkrämpfe gehabt, mit denen der Kinderchirurg offensichtlich überfordert war.

Ich lasse solche Eingriffe bei meinem Sohn nur in unserer Kinderklinik oder in einer bestimmten Tagesklinik machen, in der allerdings Narkoseärzte arbeiten, die vorher in unserer Kinderklinik gearbeitet hatten. Das Vorbereitungsgespräch mit dem Narkosearzt nehme ich sehr ernst und sehr intensiv wahr.

16

Freitag, 2. Juli 2004, 18:29

Hallo,

danke für eure Tipps. Auf eine Latexallergie werde ich den Arzt mal ansprechen. Er hat auch in seinem Bett eine solche Matratze.Bei leichteren Krupp anfällen ist mir auch schon aufgefallen das es ihm gleich besser ging wenn ich ihn zu mir ins Bett holte.
Bei der nachuntersuchung beim HNO meinte dieser das wenn er wieder Polypen bekäme dann sollte ich sie ihm wieder entfernen lassen. Meine Angst vor einer erneuten OP versteht er gar nicht. Er würde halt dann eine andere Narkose machen.
Aber wenn es unbedingt sein muss würde ich auf jeden fall in eine Kinderklinik gehen.

Dann möcht ich noch fragen ob Nahrungsmittelallergien wieder vergehen können?

17

Freitag, 2. Juli 2004, 18:49

"Nahrungsmittelallergien" sind nur allzuoft ein Phantom.

Selbstverständlich können Sie nur noch in einen Klinik mit Kinderklinik gehen.-Haben Sie das immer noch nicht verstanden?

Und Pseudocroup ist kein allergisches Symtom;aber anders verursachte Atemwegszuschwellungen gibt es natürlich.

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