Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Kidmed. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Dienstag, 31. Mai 2005, 15:56

Nasenbluten

Hallo! Mein Sohn Chris ist vor kurzem 6 Jahre alt geworden und hat seit dem letzten Jahr ziemliche Schwierigkeiten mit seinem Gehör. Er hat diese Woche die mittlerweile 6. oder 7. (hab aufgehört zu zählen) Mittelohrenzündung. Erst Ende vorletzter Woche war das Antibiotikum aufgebraucht, er bekam Amoxicillin weil er eine beidseitige Otitis Media hatte. Jetzt bekam er am Wochenende wieder starke Schmerzen, so das wir zum Notarzt mußten. Jetzt kriegt er wieder Amoxicillin. Der HNO will jetzt erstmal Tests machen, wenn die Entzündung weg ist. Ab wann werden Paukenröhrchen gelegt, und sind sie wirklich sinnvoll, oder nur Quälerei? Mein Sohn schwimmt sehr gerne und fängt jetzt an im Verein Fußball zu spielen, wird das ein Problem?

Er hat noch ein weiteres Problem: Er leidet unter wahnsinnigem Nasenbluten! Er fängt, meist nachts (ohne zu popeln!!!) an, wie wahnsinnig zu bluten! Die letzte Zeit ist es so schlimm, das wir ihn mit nach vorn gebeugtem Kopf in die Wanne stellen,um "auszubluten". Alles kühlen und Nasenloch zuhalten (Tip unseres HNO Arztes) hilft nix. Wir bekommen eine sog. Bremer Nasensalbe, die hilft aber auch nur bedingt.. Veröden würde man das nur, wenn wir mit ihm blutend zum Arzt gingen, nachts ist das allerdings nicht so einfach. Und wenn wir´s mal geschafft haben, hat man uns weggeschickt, mit der Begründung, man müßte die Nase mal untersuchen, wenn keine Borken vorhanden sind. Ich komme mir ziemlich verar... vor, mein Sohn leidet seht darunter! Wie könnte man ihm helfen?
Danke schonmal..

2

Dienstag, 31. Mai 2005, 17:28

Nasenbluten kriegt man ziemlich sicher zum Stehen,wenn man die vordere Nasehälfte GANZ FEST mindestens 2 Minuten lang OHNE UNTERBRECHUNG zudrückt(besser länger).

Das mit den Ohren muß vor Ort entschieden werden,aber eine OP wird wohl sinnvoll sein.

3

Mittwoch, 1. Juni 2005, 08:19

Guten Morgen, das Problem mit dem Zudrücken ist, das das Blut ihm dann immer in Hals läuft. Außerdem bekommt er Panik zu ersticken, fängt dann tierisch an zu heulen, worauf es noch stärker blutet. Mein Sohn hat große Ängste, wenn er meint, keine Luft mehr zu bekommen. Liegt wohl an den häufigen Krupp-Anfällen, die er früher hatte.
Wir versuchen ihn dann zu beruhigen, ist aber äußerst schwierig.

4

Mittwoch, 1. Juni 2005, 11:39

Man kann das Zudrücken ohne dabei die Naseneingänge zu verschließen.

5

Mittwoch, 1. Juni 2005, 14:00

Etwa 95 % aller Blutungsquellen beim Nasenbluten sind im vorderen Abschnitt der Nasenscheidewand lokalisiert.

Wenn man die Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger fest zusammenpresst, dann wird das Loch des blutenden Gefäßes erst einmal abgeklemmt. Das Blut, das nun im Loch des Blutgefäßes steht und nicht mehr fließen kann, beginnt nun zu gerinnen. Der Gerinnungsvorgang dauert einige Minuten. Nach dem Gerinnungsvorgang kann man die Nase wieder freigeben: das geronnene Blut ist nun zum Klebstoff geworden, der das Gefäß verschließt.

Sollte man zu früh loslassen, wird der "halbfertige" Klebstoff wieder herausgespült und es ist ein frischer, flüssiger Blutstropfen im Gefäßwanddefekt. Der braucht nun wieder die volle Zeit, um zu gerinnen. Wenn die Gerinnungszeit also z. B. 3 Minuten beträgt, dann hilft es nichts, erst einmal 2 Minuten die Nase zuzupressen und anschließend - wenn es weiterblutet - nochmal 1 Minute! Wenn es weiterblutet, muss man also statt 2 Minuten nunmehr 3 Minuten die Nase zupressen! Bei jedem Fehlversuch muss man eine neue - um eine Minute längere - Kompressionsdauer wählen!

Beim Zupressen beider Nasenlöcher kann man nicht mehr durch die Nase atmen. Man muss dann natürlich durch den Mund atmen.

Der Kopf soll nach vorn geneigt werden. Blut ist flüssig und fließt nach unten. Bei Kopfneigung nach vorn sammelt sich das Blut in den vorderen Nasenabschnitten, wo es aber wegen der zugepressten Nase nicht herauskann. Dieses Blut stört aber nicht bei der Mundatmung!

Sollte jedoch trotz Kopfneigung nach vorn Blut aus dem Mund abfließen, dann bedeutet das, dass die Blutungsquelle soweit hinten in der Nase liegt, dass man durch Druck auf die Nasenflügel die Blutungsquelle nicht abdichten kann! Das trifft aber nur auf etwa 5 % der Fälle zu.

Diese 5 % der Patienten können sich dann nicht mehr selbst helfen: es handelt sich um einen Notfall, der vom HNO-Arzt oder sogar von einer HNO-Klinik behandelt werden muss. In solch schweren Fällen muss dann eine Tamponade gelegt werden.

Die Blutungsneigung lässt erst dann wieder nach, wenn die Schleimhaut über dem ehemals blutenden Gefäß wieder verheilt ist. Das dauert etwa 2 Wochen. Aber Achtung: diese zwei Wochen zählen immer ab der letzten Blutung! Tatsächlich kann eine Blutungsneigung also viel länger bestehen!

Die Heilung der Schleimhaut kann man durch Nasensalben unterstützen. Diese Salben sind aber keine "Blutstill-Salben", sondern lediglich "Schleimhautpflege-Salben"! Es ist auch sinnvoll, für eine gewisse Zeit Nasenspray anzuwenden: Nasensprays sind "Vasokonstriktoren", das heißt, sie verengen den Querschnitt der Blutgefäße. Durch einen Strohhalm fließt halt weniger Wasser hindurch als durch einen Feuerwehrschlauch. Und wenn sich die Nase nach dem Nasenspray trocken anfühlt: was gibt es schöneres? Jeder "Nasenbluter" freut sich doch, wenn die blutende Nase endlich trocken wird ... Und das Trockenheitsgefühl geht ja durch die Anwendung der Schleimhautpflegesalbe wieder weg.

Eine "Verschweißung" blutender Gefäße im eigentlichen Wortsinn gibt es nicht. Man kann versuchen, eine blutende Schleimhautregion mit Säuren zu betupfen, um eine kleine Vernarbung auszulösen. Oft ist es aber leider so, dass ein zur Blutung neigender Patient, welcher gerade mal "trocken" ist, sofort wieder anfängt zu bluten, sobald man die Blutungsquelle berührt - und sei es nur mit einem Wattebausch! Ich bin mit Verödungsversuchen also auch ziemlich zurückhaltend. Mitunter kann man die Blutungen stoppen durch eine elektrothermische Koagulation oder durch den Einsatz eines Lasers. Aber das erfordert eine Lokalanästhesie. Und nicht jede Praxis hat einen Laser.

Bei starker Blutungsneigung und häufigen Blutungen sollte man auch mal die Blutgerinnung untersuchen. Bei Erwachsenen auch den Blutdruck: hoher Blutdruck kann zu Nasenbluten führen. Wie häufig Gerinnungsstörungen oder Bluthochdruck im Kindesalter sind, kann Herr Kinderarzt sicher besser beantworten.

Und bei Nasenblutungen sind Aspirin oder andere ASS-haltige Medikamente verboten! ASS macht eine "Thrombozytenaggragationshemmung", was nichts anderes bedeutet, als das die Blutstillung gestört wird und Blutungen länger dauern.

Viele Grüße
W. Vahle

6

Mittwoch, 1. Juni 2005, 14:07

Zu den Ohren und den Paukenröhrchen: Benutzen Sie bitte mal die Suchfunktion in Kidmed. Lassen Sie nach "Paukenerguss" oder "Paukenergüsse" oder "Paukenröhrchen" oder "Polypen" oder "Adenotomie" suchen (im Post, nicht im Betreff) - es wurde über dieses Thema schon viel geschrieben.

Viele Grüße
W. Vahle

7

Donnerstag, 2. Juni 2005, 09:45

Hallo Tanja!
Mein Sohn (6j., Flüssigkeit hinter dem Trommelfell nach wiederkehrenden Mittelohrentzündungen) ist um die OP herumgekommen: Mit leichtem Zweifel sagte der HNO-Arzt, wir könnten es erst mal mit einem Nasenballon versuchen. Den gibt es rezeptfrei in der Apotheke, ist nicht teuer.
Nach einigen Tagen regelmäßiger Anwendung sagte meine Sohn:"Mama, da hat etwas im Ohr geknackelt." Und das war's schon.
Vorraussetzungen:
-Alle Entzündungen müssen abgeheilt sein
-Nasenbluten ebenso
-funktioniert nur bei dünnflüssigem Sekret (ob dünn- oder dickflüssig weiß der HNO-Arzt)
So funktionierts:
Der Nasenballon sieht aus wie ein kleiner Luftballon (gibt's in verschiedenen Stärken), dieser wird über ein "Nasenstück" gezogen ("Mundstück" paßt hier ja nicht).
Man hält ein Nasenloch zu und bläst mit dem anderen den Ballon auf (mein Sohn lacht sich dabei schlapp!).
Hierdurch entsteht ein Gegendruck im Ohr, der im günstigen Fall die Verklebung der Eustachiosche Röhre löst. (Die Röhre, die die Nase mit dem Ohr verbindet) das Sekret kann dann abfließen.

Wir benutzen das Teil vorsichtshalber nach jedem Schnupfen. Die Ohren sind seit dem frei, und besonders gut: KEINE WEITERE MITTELOHRENTZÜNDUNG!!!
Alles Gute
Gretel

8

Donnerstag, 2. Juni 2005, 11:07

Ja, danke1
Werde mich mal bei meinem Arzt nach dem Nasenballon erkundigen.
Mit der Nase muss ich dann mal sehen... Vielleicht sollte ich auch mal die Meineung eines weiteren Arztes einholen.

9

Donnerstag, 19. Mai 2011, 10:59

Bitte lesen und weitergeben.

10

Mittwoch, 8. Juni 2011, 09:06

Das ist immer wieder ein Thema.

suche auf Kidmed