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1

Sonntag, 8. Januar 2006, 22:57

Guten Abend Herr Dr. Beehrmann, ich wäre Ihnen dankbar für einen Rat bzgl. meiner 12 Monate alten Tochter. Sie kam in der 38. SSW per Kaiserschnitt zur Welt und hatte die ersten 2 Tage etwas Anpassunsschwierigkeiten, wir wurden aber am 4 Tag entlassen. An ihrem 11. Lebenstag sind wir per KW in die KK eingeliefert worden, Diagnose: obstruktive Bronchopneumonie mit partieller Atelektase, Z. n. respiratorische Insuffizienz. Nach 12 tägigen Aufenthalt konnten wir wieder heim. Dann hatten wir ca. 3 1/2 Monate Ruhe. Dann kam die erste Bronchitis, dann wieder banale Erkältung, dann wieder Bronchitis, wieder Erkältung, ... Erkältet ist sie eientlich laufend (mindestens alle 4 Wochen). In den letzten 3 Monaten kamen noch vier Mittelohrentzündungen dazu, 2 aufgrung Erkältung, die anderen ohne weiteren Indiz.
Jetzt meine Frage an Sie: Ist es wirklich altersgemäß normal, dass unsere Tochter so viele Infekte hat? Sie ist doch noch recht klein. Sicher fängt sie sich auch einiges von ihrem älteren Bruder (jetzt 3 Jahre) ein, bei ihm bleibt es aber immer bei einer Erkältung od. mal einem fieberhaften Infekt. Johanna hatte lediglich bei ihrer letzten Mittelohrentzündung mit Fieber reagiert. Mein Sohn wird ab Feb. in den KiGa gehen und jetzt mache ich mir natürlich Sorgen, dass das noch heftiger wird und sie noch mehr Atibiotika nehmen muss (haben schon 6 Anitbiotikagaben in einem Jahr hinter uns). So kann das doch nicht weiter gehen?! Mein KA sieht das alles nicht so dramatisch, meint das wäre alles noch im normalen Rahmen.

Außerdem leidet meine Tochter noch unter starken Blähungen und Bauchkrämpfen, vor allem nachts (ich führe es auf die vielen Antibiotikagaben zurück). Ansonsten ist sie ein propperes Baby und entwickelt sich gut.

Vielen Dank für Antwort im voraus.

Sabine

2

Sonntag, 8. Januar 2006, 23:05

Das ist in der Tat alles im normalen Rahmen und Mittelohrentzündungen bei einem so kleinen Kind sind von einem Kinderarzt allermeist sehr schwer zu diagnostizieren.Verlegenheitsdiagnosen sind da m.E. an der Tagesordnung.

Lesen Sie zur normalen Infekthäufung bei kleinen Kindern und zu häufigen Störungen bei Kindern mal diese Übersicht:

http://kidmed.info/forum/index.php?page=Thread&threadID=2280

3

Sonntag, 8. Januar 2006, 23:21

Herr Dr. Kinderarzt, danke für die schnelle Antwort, möchte aber noch anmerken, dass alle Ohrenentzündungen mit bakteriellen Abstrich nachgewiesen sind.

4

Sonntag, 8. Januar 2006, 23:25

Abstrich: wurde wirklich jedesmal das Trommelfell mit der Spritze unter Sicht durchstochen, Eiter/Fluessigkeit abgesaugt und dann mikrobiologisch untersucht?

5

Sonntag, 8. Januar 2006, 23:34

Gab es denn jedesmal eitriges Sekret aus dem Gehörgang?

Jam ist ein perfekter Kliniks-Kinderfacharzt aus England.

6

Sonntag, 8. Januar 2006, 23:40

Nein, auf diese Weise wurde es nicht gemacht. Aus den Ohren meiner Tochter ist Flüssigkeit ausgelaufen, drei mal beim linken Ohr, das letzte mal das rechte Ohr. Diese wurde vom KA mit so einem Tupferstäbchen ausgewischt und dann ins Labor geschickt. Es wurde eindeutig Erreger nachgewiesen u. jeweils ein Antibiotikum verordnet.

7

Montag, 9. Januar 2006, 00:19

Dann hat die Arme jeweils eine Spontanperforation des TF gehabt und eine Parazentese war nicht erforderlich.
Solche Kinder kenne ich allerdings auch; geringe TF-Roetung und nach 2 Std. ohne groessere Beschwerden laeuft das Ohr..

Machen Sie sich nichts daraus. Immer korrekt Antibiose, sobald mit 5-7 Jahren die Anatomie durch's Wachsen nachhilft, werden Sie Ihren Kinderarzt nur noch beim Sonntagsspaziergang sehen.

8

Montag, 9. Januar 2006, 00:23

Vielen Dank! Hoffe das Sie recht haben!

9

Montag, 9. Januar 2006, 00:29

Ganz sicher.
Bin auch betroffener Vater, somit kenne ich auch die andere Seite des Sprechzimmertisches.....
Machen Sie sich auf Vieles gefasst, insbesondere durch den Kindergartenbesuch (auch des Bruders) ist der Teufel los, aber danach Ruh' is'.

Denken Sie an mich in 5-6 Jahren, bitte.

10

Montag, 9. Januar 2006, 01:20

Man lese den Link in Text 001.

11

Montag, 9. Januar 2006, 21:49

Liebes Kidmed-Team,
ich habe da nochmal eine Frage!
Mein Mann hat sich heute unabhängig von mir mit einer Kinderärztin aus der KK Aschaffenburg unterhalten (hat sie von einem Bekannten empfohlen bekommen)und hat ihr den Fall unserer Tochter mal geschildert. Die Ärztin fand es schon ein bischen heftig, dass so ein kleines Kind schon so viel Antibiotika benötigt hat. Sie fragte noch, ob unsere Tochter ein Speikind war/ist, welches mein Mann bestätigen konnte. Die Ärztin hielt es nicht für ganz ausgeschlossen, dass ein Magensäurerückfluss evtl. bei den Infekten eine Rolle spielt. Sie schlug uns einen Untersuchungstermin i. d. Klinik vor, bei der man dann ggfls. nach Indikation so eine 24 Std. pH-Metrie machen könnte.

Was halten Sie von dieser Theorie?

Vielen Dank für Antwort.

12

Montag, 9. Januar 2006, 22:48

Ich kann da keine typische Vorgeschichte für einen Magensäurerückfluß erkennen.

Ich habe allerdings keine genaueren Daten von Ihrem Kind,als die von Ihnen.

Bei häufigen Lungen und Bronchialerkrankungen sollte man die harmlose Untersuchung allerdings machen.

13

Dienstag, 10. Januar 2006, 07:44

Vielen Dank für Ihre Mühe, werde Sie mal auf dem Laufenden halten.

Grüsse Sabine

14

Dienstag, 10. Januar 2006, 12:37

Von Professor Schrodt (Kinderklinik Frankfurt Höchst) weiß ich, dass Refluxkinder sehr häufig viele Mittelohrentzündungen haben. Wobei mir nicht so ganz klar ist, wie da der Zusammenhang ist.

15

Dienstag, 10. Januar 2006, 22:05

Hi Minerva,
vielen Dank für Deinen Hinweis. Habe heute auch im Netz über den Zusammenhang von Reflux und Mittelohrentzündung gelesen. Wahrscheinlich werde ich wirklich mal einen U-Termin i. d. KK machen.
Glaube auch die nächste O-Entzündung od. Erkältung ist schon wieder im Anflug. Die letzte Mittelohrentzündung u. Bronchitis ist ja auch schon eine Woche her. Habe heute erst den Pari-Boy weggeräumt. Viel fertiger machen mich aber ihre Bauchschmerzen, die vorzugsweise abens od. nachts auftreten. Hab schon an einen Darmpilz gedacht, wegen der vielen Anibiotika. Die Krämpfe waren aber auch schon viel schlimmer als meine Tochter noch kleiner war, da hatte sie die auch tagsüber echt heftig. Sie ist sozusagen nie aus den Dreimonatskoliken rausgewachsen.

Also, mal sehen was eine Untersuchung in der KK bringt.

Danke nochmal

Grüsse

16

Dienstag, 10. Januar 2006, 23:05

Lassen Sie sich nichts von wegen Darmpilz aufschwätzen.

17

Donnerstag, 12. Januar 2006, 07:07

Zitat

sabine1 postete
[/b]Viel fertiger machen mich aber ihre Bauchschmerzen, die vorzugsweise abens od. nachts auftreten.[/b]


Sodbrennen? Aufsteigende Magensäure tut ziemlich weh - versuch mal, ob Milch trinken hilft, oder Griesbrei, Joghurt, Quark (puffert) oder trockene Brot (saugt überschüssige Magensäure auf). Du kannst auch mal schauen ob es hilft Lebensmittel wegzulassen, die die Magensäureproduktion noch anregen: Citrusfrüchte, stark Fett oder Zucker haltige Lebensmittel, Kohlesäurehaltige Getränke, manchmal sind auch Früchtetees nicht gut. Abends im Bett den Oberkörper hochlagern.

Ihr solltet sie wirklich untersuchen lassen, bei einem Reflux sind solche Tips ganz nett, wirklich helfen tun aber nur entsprechende Medikamente.

Darmpilze sind eine Erfindung von Heilpraktikern, die an deren angeblicher Beseitigung ernom gut verdienen.

liebe Grüße

18

Donnerstag, 12. Januar 2006, 23:36

Hi Minerva,
vielen Dank für die Tipps. Habe für nächste Woche einen Termin in der Klinik ausgemacht. Ihr Ohr läuft schon wieder ...

viele Grüße
Sabine

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