Ein paar Anmerkungen:
1. Wenn eine Behandlungsmaßnahme nicht ausreichend ist, dann muss man mehr tun - nicht weniger. Wenn die Entfernung der Polypen nicht zum Erfolg führt, dann ist eine Mandeloperation der nächste Schritt - nicht die Homöopathie (die funktioniert ohnehin nicht!).
2. Eine medikamentöse Verkleinerung der Polypen (oder auch der Mandeln) gibt es nicht. Nicht mit abschwellendem Nasenspray, nicht mit Cortisonspray, nicht mit Homöopathie.
3. Kein Kind ist zu jung oder zu klein, um gesund zu werden! Eine Mandeloperation ist natürlich auch bei kleinen Kindern möglich!
Da in diesem Fall die Beschwerden aber schon nur 5 Wochen nach der Polypenoperation aufgetreten sind, stellt sich die Frage, ob es eventuell ein akuter Infekt ist, der die Verschlechterung ausgelöst hat. Mit der Entfernung der Polypen entfernt man eine Infektionsquelle - aber laufende Infekte können dadurch nicht beendet werden (man kann auch kein Feuer löschen, indem man das Streichholz ausbläst, mit dem man das Feuer entzündet hat!). Also: wenn ein akuter Infekt vorliegt, sollte der natürlich behandelt werden. Dabei können durchaus Antibiotika und abschwellende Nasensprays nötig sein.
Es kann sein, dass Ihr Kind eine Mandeloperation braucht. Aber es fällt schwer, die Entscheidung 5 Wochen nach der Polypenoperation zu treffen. (Ohne das Kind gesehen zu haben, fällt mir das erst recht schwer! Es könnte natürlich auch gut möglich sein, dass ich - falls Ihr Kind mir in der Praxis gegenübersäße - ich sofort zur OP raten würde!)
Die Stellung der Operationsindikation und die Durchführung der Operation: das sind zwei Paar Stiefel! Ein guter Operateur macht sich die Entscheidung zur Operation nicht leicht! Aber wenn sie einmal getroffen ist, dann muss die Operation durchgeführt werden: nach den Regeln der Kunst (selbstverständlich!) und auch bei jungen Kindern (siehe oben, Punkt 3).
Eine Frage noch: gibt es in Ihrer Nähe keine HNO-Klinik?
Viele Grüße
W. Vahle