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801

Sonntag, 1. Mai 2011, 19:00

Ein Schwerstverbrecher,der sich immer noch "Arzt" nennen darf :

http://www.dahlke.at/mediathek/mediathek.php

802

Montag, 2. Mai 2011, 11:42

Die Arzneimittelkommission steht in klarem Widerspruch zu den Gremien vor allem der Bundes-Ärztekammer,die für die durch absolut nichts zu begründenden Ausgabe der völlig überflüssigen und schädlichen Zusatzbezeichnung "Homöopathie" zuständig sind.

Viele Ärzte haben auch einfach keine Ahnung und machen das Ganze aus verschiedenen Gründen( dazu: Wie aus einem Arzt ein Scharlatan wird 1027790507 ).

Der von zu vielen schlicht und einfach mißachtete Text:

Außerhalb der wissenschaftlichen Medizin stehende Methoden der Arzneitherapie
Aus deutsches Ärzteblatt, Heft 14 vom 03.04.1998

Der folgende Beitrag ist das Ergebnis einer Diskussion im Rahmen der letzten Plenarsitzung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, einem Fachausschuß der Bundesärztekammer, im Dezember 1997. Er gibt in einer Zeit, die durch Qualitätssicherung, beleggestützte Medizin und knappe finanzielle Ressourcen gekennzeichnet ist, die Meinung der Arzneimittelkommission zu sogenannten alternativen arzneitherapeutischen Methoden wieder.

Situation

In einer Zeit, in der im Gesundheitswesen Fragen der Qualitätssicherung und Finanzierbarkeit zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist eine rationale, das heißt wissenschaftlich fundierte Nutzung der zur Verfügung stehenden Mittel zu fordern. Dies ist bereits seit langem im Sozialgesetzbuch V (§ 70 Abs. 1) formuliert: "Die Krankenkassen und die Leistungserbringer haben eine bedarfsgerechte und gleichmäßige, dem allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse entsprechende Versorgung der Versicherten zu gewährleisten. Die Versorgung der Versicherten muß ausreichend und zweckmäßig sein, darf das Maß des Notwendigen nicht überschreiten und muß wirtschaftlich erbracht werden." Die moderne Medizin wird im Rahmen der Qualitätssicherung das gesamte Spektrum diagnostischer und therapeutischer Methoden an diesen Kriterien messen müssen, um Überflüssiges und Veraltetes zu vermeiden. Hierbei kann die beleggestützte Medizin ("Evidence Based Medicine") einen wertvollen Beitrag leisten.

Im Widerspruch hierzu stehen Bemühungen verschiedener Interessengruppen, nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Behandlungsverfahren in der Öffentlichkeit einzuführen und gesetzlich zu verankern. Unterstützt wird diese Entwicklung durch Krankenkassen, die, um die Gunst ihrer Klienten ringend, die Kosten für derartige Methoden zu Lasten der wissenschaftlich begründeten Therapie erstatten,
Regelungen, die von einigen Kassenärztlichen Vereinigungen geduldet werden (1), Ärzte, die sich dieser Verfahren annehmen und dabei den Boden ihrer wissenschaftlich geprägten Ausbildung unbewußt oder bewußt verlassen, Politiker, die aus Furcht vor dem Verlust von Wählerstimmen diese Behandlungsverfahren fördern und für hoffähig erklären (Sonderstellung der "besonderen" Therapierichtungen im Arzneimittelgesetz, sog. Binnenanerkennung, Sozialgesetzbuch V, § 135 Abs. 1), aus mangelnder Sachkenntnis diesen Methoden vertrauen oder aus Kostenüberlegungen auf geringere Ausgaben hoffen (2), und das Marketing der entsprechenden pharmazeutischen Unternehmer, die ein direktes ökonomisches Interesse am Umsatz "alternativer" Therapeutika haben.

Die Arzneimittelkommission ist sich bewußt, daß "alternative" therapeutische Verfahren zahlreiche Anhänger in der Bevölkerung haben. Dies zeigen auch Umfragen, die aber eher den von vielfältigen Interessen beeinflußten Zeitgeist erkennen lassen als die medizinische Bedeutung dieser Verfahren beweisen. Die zunehmende Akzeptanz "alternativer" Heilmethoden in der Bevölkerung gleichzusetzen mit einer neu erworbenen Mündigkeit (3) würde bedeuten, die Popularität zur Bemessungsgrundlage der Mündigkeit zu machen.

"Öffentliche Diskussion ist ein wichtiges Element gelingenden Lebens, aber sie ist weder die Quelle sittlicher Verpflichtung, noch ist Konsens ein Wahrheitsbeweis. (. . .) Auch wenn wir uns leichtfertig über das Falsche verständigen, dann bleibt es doch das Falsche." (4)

Die Reflexion über Bedürfnisse am Markt, über die Gründe der Zuwendung zur "anderen" Medizin oder über das wahre Spektrum der Wünsche eines Kranken kommt oft zu kurz. Die Arzneimittelkommission, ein unabhängiges Gremium der verfaßten Ärzteschaft und daher der Vermittlung einer objektiv bestmöglichen Pharmakotherapie zum Wohle der Patienten verpflichtet, sieht im Grundsätzlichen Handlungsbedarf und Anlaß zur Kritik an Methoden, die sich einer wissenschaftlichen Analyse entziehen, aber gleichwohl dem
Kranken als "gleichberechtigt" entgegentreten.

Mahnungen

Die Politik mißachtet Mahnungen aus Wissenschaft und verfaßter Ärzteschaft. In der Vergangenheit hat es nicht an sachlich begründeten kritischen Stellungnahmen zu den sogenannten alternativen Therapierichtungen gefehlt, wie zum Beispiel die "Marburger Erklärung" von 16 Professoren als auch von wissenschaftlichen Gesellschaften, so
der Deutschen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie,
der Kommission für klinische Pharmakologie der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde,
der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie mit einer gemeinsamen Stellungnahme,
der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde,
der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), des Dachverbandes aller medizinisch-wissenschaftlichenFachgesellschaften sowie von Gremien der verfaßten Ärzteschaft wie
des Deutschen Ärztetages und
des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer (5-20).


In seinem Entschließungsantrag zu diesem Punkt formulierte der 100. Deutsche Ärztetag 1997 in Eisenach: "Diese Verfahren (gemeint sind die besonderen Therapierichtungen) halten einer Prüfung auf Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit nicht stand und sprengen somit die Grenzen des ohnehin bis an den Rand der Leistungsfähigkeit strapazierten
Sozialversicherungssystems. . . . Die Finanzierung dieser Wünsche kann jedoch nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung gehen, wenn man nicht die Grundlagen einer wissenschaftlich orientierten Medizin in Frage stellen will" (15). Mit großer Mehrheit verwarf das Europäische Parlament die im sogenannten Lannoye-Bericht (21) geforderte Finanzierung alternativer Therapiemethoden durch die Sozialsysteme (22). Deutsche Politiker hingegen mißachteten den Sachverstand der oben genannten Gremien und der gesamten medizinischen Wissenschaft, indem sie der "Binnenanerkennung" sogenannter alternativer Therapierichtungen zustimmten.

Besonders in Zeiten der knappen Kassen und drohender Rationierung ist auch zu überdenken, ob Mittel, die in die Erforschung alternativer Therapierichtungen investiert werden*, nicht bei Verwendung zur Erforschung ernsthafter und kostenträchtiger Erkrankungen, wie zum Beispiel von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Demenz, von immunologisch oder infektiös bedingten Erkrankungen, effektiver angelegt wären und einem humaneren Ziel dienen würden als die nach Maßstäben der wissenschaftlichen Medizin fragwürdige Suche nach einem wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit paramedizinischer Methoden.

Die in Deutschland existierende Integration alternativer Therapieverfahren in Aus- und Weiterbildung (zum Beispiel Zusatzbezeichnung "Homöopathie") ist nur historisch und berufspolitisch zu erklären, nicht aber wissenschaftlich zu begründen. Freilich spiegeln sich darin unleugbar auch bestehende Defizite in der Vermittlung und praktischen Ausübung der wissenschaftlichen Medizin.

Beispiel Homöopathie

Die Homöopathie ist die heute am meisten verbreitete Behandlungsrichtung außerhalb der wissenschaftlichen Medizin. Auch wenn in ihre Konzepte und Erklärungen Aspekte moderner physikalischer Theorien, wie zum Beispiel der Quantentheorie, aufgenommen wurden, basiert sie auch heute noch auf den Vorstellungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts: auf dem Vitalismus (Krankheit und Heilung sind immaterielle Prozesse) und einer mit modernen biologischen Konzepten schwer kompatiblen Definition des Krankheitsbegriffs (Krankheiten sind Regulationsstörungen, wobei nicht zwischen Symptomen und Krankheit unterschieden wird). Nachprüfungen an Gesunden ergaben, daß homöopathische "Arzneimittel" die ihnen früher zugeschriebenen Symptome beziehungsweise Wirkungen ("Arzneimittelbilder") häufig gar nicht zeigen (23). Der mehrfach und kürzlich nochmals wiederholte Schlüsselversuch von Hahnemann mit Chinarinde war nicht zu reproduzieren (24).

Das derzeitige Aufleben der Homöopathie im Umfeld anderer "naturgerechter" Behandlungsverfahren ist nicht ohne Beispiel in der Geschichte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die "Alternativmedizin" intensiv gefördert. In Berlin wurde ein Lehrauftrag für Homöopathie vergeben, in Stuttgart ein homöopathisches Krankenhaus, in Leipzig eine homöopathische Poliklinik gegründet (25-27). Das Rudolf-Heß-Krankenhaus in Dresden erhielt die Aufgabe, "Schul-" und Außenseitermedizin zu integrieren (26). Dort wurde unter anderem versucht, die Syphilis mit Saftfasten zu kurieren (28). Es sollte eine "Neue Deutsche Heilkunde" etabliert werden (26, 27, 29). Die vom Reichsgesundheitsamt verordnete Testung zahlreicher homöopathischer Verdünnungen verlief niederschmetternd, so daß die Homöopathen seinerzeit gegen die Fortführung der Untersuchungen beim Reichsgesundheitsführer intervenierten. Die Ergebnisse wurden bis heute nicht veröffentlicht (23, 26). Die homöopathische "Forschung" stagnierte nach 1945 über 40 Jahre.

Sie bedient sich nunmehr bei der Deutung des Wirkungsmechanismus von bis zur Wirkstofffreiheit verdünnten homöopathischen Lösungen andernorts nicht reproduzierbarer Versuchsanordnungen (30) oder physikalischer Thesen von der "Einführung des Wassergedächtnisses" (30) bis hin zur Bemühung quantenphysikalischer Erklärungen (31-34). Alle derartigen Untersuchungen zum Wirkungsmechanismus sind hier, wie auch in der wissenschaftlichen Medizin, nicht geeignet, die therapeutische Wirksamkeit zu belegen.

Wirksamkeit

Die in allen hochindustrialisierten Ländern erfolgreich praktizierte Arzneimitteltherapie als eines der tragenden Therapieangebote in der Medizin basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis von Gesetzmäßigkeiten (Arzneimittel-Rezeptor-Wechselwirkungen, Dosis-Wirkungs-beziehungen, Nachweis der Beeinflussung biochemischer bis hin zu psycho-physiologischen Regulationsstörungen) und der Prüfung ihrer Wirksamkeit anhand international akzeptierter klinisch-pharmakologischer und biometrischer Methoden.

Der "Goldstandard" zur Überprüfung der therapeutischen Wirksamkeit von Arzneimitteln ist der kontrollierte klinische Versuch mit einer ausreichenden Patientenzahl (35). Die nicht wissenschaftlich fundierten Therapierichtungen machen in der Regel Besonderheiten geltend, um sich der wissenschaftlichen Prüfung ihrer Hypothesen zu entziehen. Dies gilt für die im Arzneimittelgesetz explizit erwähnten Formen wie "Homöopathie", anthroposophisch begründete Heilverfahren und für die Therapie mit sogenannten traditionellen Phytopharmaka ebenso wie für die Vielzahl heterogener Methoden von Ayurveda bis zur Bach-Blüten-Therapie. Alle diese Verfahren haben einen gemeinsamen Nenner: Trotz jahrzehnte- bis jahrhundertelanger Anwendung derartiger Methoden liegen bislang für diese keine den modernen arzneitherapeutischen Heilmethoden vergleichbaren Wirksamkeitsnachweise vor. Seltene Ausnahmen, zum Beispiel im Rahmen der Phytotherapie, sollten Anregung zur Herstellung chemisch definierbarer Präparate sein und sind nicht als Beleg für diese Therapierichtung zu werten.

Der viel zitierte Satz "Wer heilt, hat recht" ist spätestens seit der 1932 erschienenen "Methodenlehre der therapeutischen Untersuchungen" von Paul Martini (36) um die Beweispflicht für die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Prinzipien zu ergänzen. Erst mit dem Instrumentarium der wissenschaftlichen Medizin ist eine in ihrer Wirksamkeit gesicherte Behandlung ernsthafter Erkrankungen, wie der arteriellen Hypertonie (zum Beispiel mit Betarezeptorenblockern, Diuretika oder ACE-Hemmern), von Stoffwechselerkrankungen wie dem Diabetes mellitus (mit Insulin) oder von Infektionskrankheiten (mit Antibiotika), möglich geworden. Ihren therapeutischen Werthaben große Studien belegt, was für Homöopathika nicht zutrifft (37).

Die Arzneimittelkommission stellt sich nicht gegen den berechtigten Anspruch, daß Begrifflichkeit und Qualität von Gesund- oder Kranksein in einem umfassenden Sinne immer wieder neu definiert werden müssen, und sie verschließt sich nicht gegenüber neuen theoretischen Zugängen, die den Menschen als biopsychosoziales Wesen begreifen. Jedoch kann dies nicht bedeuten, den Boden klinisch-pharmakologischer Bewertungskriterien für die Wirksamkeit von Behandlungsmethoden zu verlassen, wenn es um deren Stellenwert innerhalb der Solidargemeinschaft der Versicherten geht. Prinzipiell müssen auch "alternative" Therapieverfahren als mit moderner biometrischer Methodik überprüfbar angesehen werden (38), wie zum Beispiel die für Aurum D8
beziehungsweise Aconitum D8 reklamierte Senkung des Blutdruckes (39). In einer Entschließung des Europäischen Parlaments zur nichtkonventionellen Medizin wird im Gegensatz zu dem Kriterienkatalog der Aufbereitungskommissionen E und C des ehemaligen BGA (40) eine "Beurteilung mit Hilfe der in jeder Humantherapie üblichen Methoden" gefordert, "das heißt der Methoden, die sich auf die jeweils aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, insbesondere der Biologie und Statistik, gründen" (41).
Daß dies in praxi möglich ist, belegt zum Beispiel eine sauber geplante und durchgeführte plazebokontrollierte, doppelblinde Studie zur Behandlung chronischer Kopfschmerzen in einer homöopathischen Praxisgemeinschaft in München, bei der die Randomisierung unter Einbeziehung eines Notars erfolgte. Das Ergebnis wurde 1997 in der in Oslo erscheinenden Zeitschrift "Cephalalgia" publiziert und zeigt keinen Unterschied zwischen der homöopathischen Behandlung und der Plazebomedikation (42). Unkontrollierte Untersuchungen, wie zum Teil von Krankenkassen initiiert und gefördert (43), sind zum Nachweis der Wirksamkeit nicht geeignet.

Neuere Metaanalysen oder Reviews (44-46) zur Wirksamkeit der homöopathischen Therapie geben Auskunft über die mangelnde Qualität der zugrundeliegenden Studien oder erregen Verdacht auf nicht publizierte Studien mit negativem Ergebnis (Publikationsbias). Sie sind aber keinesfalls geeignet, einen Beleg für die Wirksamkeit der Homöopathie zu liefern. Gegen die Aussagefähigkeit dieser Metaanalysen spricht auch, daß zur Auswertung die verschiedensten Anwendungsgebiete unter Verzicht auf einen gemeinsamen Wirksamkeitsparameter zusammengefaßt werden. Daher fehlen in diesen Studien Erkrankungen, die anhand einer exakt reproduzierbaren Größe (zum Beispiel Blutdruck, Blutzucker, Entzündungsparameter) zu kontrollieren sind. Die verglichenen Ergebnisse stammen zum Teil von der gleichen Arbeitsgruppe. Da über 140 Jahre Existenz von und Erfahrungen mit Homöopathie einschließlich der Auswertung ihrer Ergebnisse mit modernen Metaanalysen nicht in der Lage waren, ihre Wirksamkeit wahrscheinlich zu machen, erregt es sogar kritische publizistische Aufmerksamkeit, und es ist bedenklich, wenn dennoch immer weitere kostenträchtige Studien gefordert werden anstatt Konsequenzen aus dem bisherigen Wissensstand zu ziehen (47, 48).

Komplementäre Therapie?

Einige Vertreter der Homöopathie oder anderer "besonderer" Therapierichtungen argumentieren, ihre Arzneimittel seien nur komplementär zur Unterstützung der Behandlung gedacht. Es erscheint nicht sehr überzeugend, einerseits bei ernsthaften Erkrankungen wie Tumorleiden und Infektionskrankheiten die Errungenschaften der modernen Medizin in Anspruch zu nehmen, andererseits aber deren Bedeutung zu relativieren. Da den wissenschaftlich begründeten und den allein von persönlichen Überzeugungen getragenen Behandlungsverfahren Paradigmen zugrunde liegen, die sich gegenseitig ausschließen, erscheint eine "ökumenische Gemeinschaft" beider undenkbar und alles Beschwören von "Gemeinsamkeit", "Ergänzung", "Komplementarität" oder "Erweiterung", wie zum Beispiel im Lannoye-Bericht (21), zwar politisch opportun, aber wissenschaftstheoretisch unhaltbar (49). Dies ist eigentlich auch eine originär von der Homöopathie vertretene Auffassung: "Es gibt nur zwei Haupt-Curarten: . . . die . . . homöopathische, und . . . die . . . allöopathische. . . . nur wer beide nicht kennt, kann sich dem Wahne hingeben, daß sie sich je einander nähern könnten oder wohl gar sich vereinigen ließen, kann sich gar so lächerlich machen, nach Gefallen der Kranken, bald homöopathisch, bald allöopathisch in seinen Curen zu verfahren; dieß ist verbrecherischer Verrath an der göttlichen Homöopathie zu nennen!" (50)
Wissenschaftliche Medizin und Paramedizin sind in ihren Konzepten unvereinbar. Dieser Aussage steht die Toleranz eines aufgeklärten Bürgers zum Beispiel verschiedenen Glaubensrichtungen gegenüber nicht entgegen. Die seitens der Politik eingeräumte Sonderstellung der besonderen Therapierichtungen entbehrt nicht nur jeder wissenschaftlichen Grundlage, sondern bedeutet außerdem, daß Wirksamkeit mit zweierlei Maß gemessen wird. Sie transferiert Konzepte des individuell oder staatlich praktizierten Wertepluralismus fälschlicherweise in die Bewertung der von wissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten bestimmten modernen Arzneitherapie.

Recht auf wirksame Therapie

Therapiefreiheit bedeutet nicht Therapiebeliebigkeit. Jeder Patient hat Anspruch darauf, mit nachweislich wirksamen Arzneimitteln behandelt zu werden, wie umgekehrt der Arzt die Pflicht hat, auch die Richtigkeit seines Tuns unter Beweis zu stellen (51). "Anhänger von medizinischen Außenseitermethoden und Neulandbehandlungen müssen darüber hinaus die konkurrierenden Verfahren der Schulmedizin sowie die wissenschaftlichen Grundlagen der eigenen Heilmethode kennen. Die Sachkunde über die Schulmedizin muß sogar so weit gehen, daß der Arzt genau zu wissen hat, wie die Schulmedizin den Kranken im konkreten Einzelfall behandeln würde. Der Patient, der sich der Behandlung eines medizinischen Außenseiters anvertraut, muß alle Umstände seines Falles kennen." (52) . . . "Je angefochtener oder umstrittener eine gewählte medizinische Methode, je stärker der Arzt von eingeführten oder als anerkannt geltenden Heilverfahren abweichen möchte, das heißt von dem, was der Patient erwarten darf, und je tiefer der Arzt in Neuland vorstoßen will, desto weiter reichen die Informationspflichten. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen Therapiewahl und Aufklärungspflicht." (53)

So erscheint der Einsatz von unter Umständen äußerst kostspieligen Verfahren mit unbewiesener Wirksamkeit anstelle gesicherter therapeutischer Methoden im Rahmen der Krebstherapie prinzipiell unethisch. Der bewußte Einsatz sogenannter alternativer Arzneimittel als Plazebo oder Pseudoplazebo in Einzelfällen ist nicht mit der Ausübung der entsprechenden "alternativen" Therapierichtung gleichzusetzen. Hier hat der verordnende Arzt, gerade bei der Behandlung von Befindlichkeitsstörungen, Raum für eine der individuellen klinischen Situation angemessene Entscheidung, die aber wie jegliche arzneitherapeutische Entscheidung zu begründen ist. Gerade bei der Behandlung von Befindlichkeitsstörungen mag es hinsichtlich des fehlenden Wirksamkeitsbelegs auch Berührungsflächen zwischen "schulmedizinischen" und "alternativen" Therapiemethoden geben. In derartigen Situationen muß der Arzt aber wissen, daß er sich auf wissenschaftlich ungesichertes Gelände begibt, und auch den Patienten darüber aufklären; er darf keine erforderlichen Therapien unterlassen, und er darf weder den Patienten noch das Sozialsystem ungebührlich belasten.

Die Arzneimittelkommission verkennt nicht, daß eine Vielzahl realer oder vermeintlicher Gründe den Patienten zum "alternativen" Therapeuten führt, wie zum Beispiel Situationen krankheitsbedingter existentieller Not, das jedem Menschen innewohnende Maß an Irrationalität, aber auch Defizite in der ärztlichen und mitmenschlichen Zuwendung, die mangelnde Beachtung von Befindensstörungen, die scheinbare, unerläuterte Dominanz technischer Untersuchungen oder "chemischer Therapien", die Suche nach weiteren therapeutischen Möglichkeiten, der Wunsch nach aktiver Teilnahme am Heilungsprozeß oder einfach nach einer zusätzlichen Meinung. Diese Anlässe, sich sogenannten alternativen Therapieverfahren zuzuwenden, können jedoch eine Kritik am Wesen der wissenschaftlichen Medizin nicht begründen. Sie sind aber gegebenenfalls als Kritik an der praktischen Umsetzung der Medizin als "Anwendungs- und Handlungswissenschaft" ernst zu nehmen und sollten für jeden Arzt Herausforderung und Verpflichtung zugleich sein, derartige Defizite nicht erst entstehen zu lassen, um damit unter Respektierung der Wünsche und möglicher Ängste von Patienten eine für sie wirksame und das Überflüssige in Diagnostik und Therapie vermeidende Therapie zu gewährleisten.

Gegenüberstellungen wie "menschliche" versus "wissenschaftliche" oder "Apparatemedizin", "chemische" versus "sanfte" Medizin, wie auch im sogenannten Lannoye-Bericht (21), werden ohne Sachkenntnis und oft mit dem Versuch der bewußten Diskriminierung der "Schulmedizin" vorgenommen. Die wissenschaftliche Medizin ist Grundlage für eine humane Medizin und - von ärztlichem Ethos bestimmt - immer auch eine Medizin für den ganzen Menschen. Auch die wissenschaftliche Medizin ist fehlbar. Ihr Erkenntnisstand ist vorläufig und bedarf der ständigen Verbesserung. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft dient dieser Selbstkontrolle. Sie prüft ständig, ob der Einsatz "schulmedizinischer" Mittel hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit den wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird, und muß, auch unter Umständen gegen den Widerstand von Kommerz und Lobbygruppen, stets auf rational begründete therapeutische Strategien dringen. Den besonderen Therapierichtungen fehlt ein vergleichbares Kontrollsystem. An diesem Mangel sind sie erkennbar.

Forderung

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft wendet sich mit dieser Aufforderung an Ärzte, Krankenkassen, Politiker und Patienten, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Medizin zu achten, Bemühungen um eine rational fundierte Therapie zu fördern und so Qualität und Bezahlbarkeit des Gesundheitswesens zu sichern. Eine solidarisch finanzierte Krankenbehandlung kann sich nur auf das nachweislich Wirksame stützen. Wollen Patienten wegen Befindlichkeitsstörungen oder aus anderen Beweggründen ergänzend mit alternativen Methoden behandelt werden, so ist das zu respektieren. Diese Kosten können aber nicht zu Lasten der Solidargemeinschaft gehen, weil diese sich zunehmend außerstande sehen wird, schon die Behandlung akut auftretender und schwerwiegender chronischer Erkrankungen noch hinreichend zu finanzieren (15). Auch Aus- und Weiterbildung müssen sich an den Kriterien einer wissenschaftlichen Medizin orientieren.


Zitierweise dieses Beitrags:
Dt Ärztebl 1998; 95: A-800-805
[Heft 14]


Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über die Internetseiten
(unter http://www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.


Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Knut-Olaf Haustein
Prof. Dr. med. Dietrich Höffler
Prof. Dr. med. Rainer Lasek

803

Dienstag, 3. Mai 2011, 17:02

EINE SEHR UMFANGREICHE ÜBERSICHT,DIE MAN SO NACH UND NACH LESEN SOLLTE :

Über alternaive "methoden"(eine Übersicht)

806

Samstag, 7. Mai 2011, 16:25

Wenn man in Kenntnis von den Kidmed-Texten sich immer noch den falschen Arzt aussucht,kann kann man nur noch sagen,daß nun wirklich Jeder DEN Arzt hat,den er verdient.

807

Samstag, 7. Mai 2011, 23:38

In den Knast gehört das ganze Dreckpack !

Wie der,der weder "Arzt",noch "Psychotherapeut" ist :

http://www.dahlke.at/mediathek/autorenportrait.php

Ein ganz besonderes Verbrecherschwein !

809

Dienstag, 10. Mai 2011, 22:14

So läufts mit diesen kriminellen Mistkäfern :

Oh,ich habe gerade......

810

Mittwoch, 11. Mai 2011, 17:27

Der infame Scharlatanerie-Abzocker-Betrug verbreitet sich massivst auch unter schamlosen "Ärzten"(unter Pseudoheilern bei Nicht-Ärzten sowieso und schon immer) und Sie können von Glück sagen,wenn Sie an einen ehrlichen,seriösen und wissenschaftsfundierten wirklichen Arzt geraten.

Noch dürfte es genug davon geben.

Aber die schamlosen,menschenverachtenden und völlig rücksichtslosen Betrüger sind gewaltig auf dem Vormarsch.

Wovor dringendst gewarnt werden muß,finden Sie in kidmed-Texten und -Threads.

Ich kann Sie gerne auch im Einzelfall beraten.

Sonst steht finanzieller Ruin,verspielte Gesundheit und früher Tod an.

Und so wie unfähige und sachunkundige Gerichte entscheiden,werden Sie ohne fachliche Hilfe niemals Schadensersatz und Recht bekommen.


Ich habe so an die 15 Jahre intensivste Erfahrung mit Kriminellen im Gesundheitsbereich.


Sie wurden gewarnt.

811

Mittwoch, 11. Mai 2011, 18:18

Das ÜBLICHE als Inhaltsverzeichnis des Threads Zu meinen Gegnern


KINDERARZT ist besoffen.

KINDERARZT ist süchtig und säuft die ganze Nacht lang.

KINDERARZT ist psychisch krank und braucht Fach-Therapie in einer auf Dauer geschlossenen Abteilung einen psychiatrischen Anstalt.

KINDERARZT ist gesellschaftsunfähig,weil er einen schlimmen Mangel an Zuwendung hat.

KINDERARZT hat nie eine Erziehung gehabt.

KINDERARZT hat keine eigenen Ideen und schreibt nur ab.

KINDERARZT ist korrupt und lebt nur von der Pharmamafia,die ihn besticht.-Für seine Praxis hat er keine Zeit.

KINDERARZT ist gar kein Kinderarzt.

KINDERARZT hat dicke Villen und einen fetten gelben Porsche und einen Privatjet und .....

KINDERARZT versteht nichts von moderner Medizin wie Homöopathie.

KINDERARZT gefährdet Kinder.

KINDERARZT : Zu diesem Arzt würde ich mit meinen Kindern nie gehen.

KINDERARZT verordnet nur und ständig massivst schädliche und nicht zugelassene Medikamente - meist Giftiges aus dem Ausland.

KINDERARZT impft bis zum Ende der Jugendzeit Alle mehrfach wöchentlich.

KINDERARZT macht pro Jahr über 256.000 Impfungen - eine schwere Schädigung der Volksgesundheit.

KINDERARZT hat gar keine Praxis (!) ,weil er an 365/66 Tagen im Jahr 24 Stunden am Tag im Internet rumpöbelt.

KINDERARZTES Sprache ist ja UNMÖGLICH.

KINDERARZT ist die Frau weggelaufen.

KINDERARZTENS Sohn ist auch ein Psychopath.

KINDERARZT hat mein Kind in seiner Praxis umgebracht.

KINDERARZT hat hunderte Pseudonyme und schreibt in allen Foren.

KINDERARZT ist sehr,sehr böse,weil er die ganzen netten Kriminellen kritisiert und beschimpft.


Diese Leute sind so bruchdumm geifernd,daß sie noch nicht mal erkennen könnem,daß ich in meiner Freizeit schreibe,es,morgends,abends,nachts,daß es Sonn- und Feiertage sowie Urlaub gibt und daß ich ab und an auch mal krank bin.

Da würden SIE noch höflich sein ???


Zu Einer für Alle :

Sie nennt sich "mündige" Patientin und liefert doch bloß das typische und stereotype Scharlatanerie-Nachbeter-Geschwätz ohne die allergeringste Ahnung von den Fakten.

Die Schwätzerin belese sich an seriöser Stelle und nicht bei Betrügern und den ihnen assoziierten fatalen Impfgegnern.

Hier bei kidmed findet sehr wohl korrekte(!)Aufklärung,Beratung und Austausch statt(und zwar reichlich),aber eben nicht das verlogene und völlig unaufgeklärte Absingen von Lobeshymnen auf alternaiven Scharlatanerie-Betrug - wie es diese Schwätzerin gerne hätte.

Ich habe solche miesen Lügner immer wieder aufgefordert,klar zu benennen,wo,wann und worüber ich was Falsches gesagt habe.

Da gabs NIE,NIEMALS eine Antwort.



Ein rauher Ton...

Muss das denn hier immer sein

Zu meinen Gegnern


Noch 3 Links zur Klarstellung:

Ein für allemal :

Und:

Die selbsternannten Pseudo-gutmenschen

Und:

Die sogenannten Andersdenkenden 1151598614

Hier geht es gut belegt um die Gesundheit und Sicherheit der Kinder und nicht um egomanes und debiles Geschwätz und seltsame Intelligenz-,Psycho- und Befindlichkeitsstrukturen von "Müttern",die sich der Verblödung durch Ignoranten und Betrüger anheim gegeben haben und dadurch ihre Kinder gefährden und schädigen.

Wodurch sich unsere Gegner,Spießer und Faschisten gleichermaßen hervortun :

Asozialität
Amoralität
Kriminalität
Ignoranz
Vollidiotie
Menschenverachtung
Schamlosigkeit
Wichtigtuerei
Primitivität
Psychopathie
Realitätsverlust
Egomanie
Faschismus


Die Querverbindungen :

Faschismus: Debilität,Geldgier,Menschenverachtung,Betrug/Kriminalität und Psychopathie :


Da gehts lang :

Was man auch wissen sollte :

812

Mittwoch, 11. Mai 2011, 18:29

Hochkriminelle Scharlatanerie-Betrüger(die selbst allzuoft Psychopathen sind) sind zu ihren abzuzockenden Kunden immer superfreundlich,reden ihnen nach dem Maul,fragen völlig bedeutungsloses Zeugs,lügen perfide das Blaue vom Himmel herunter und verarschen Sie hemmungslos nach Strich und Faden,damit Sie möglichst viel Geld dalassen und mit noch mehr Kohle wiederkommen.

Sie als Kunden sind da nur auszubeutendes Material - und sonst gar nichts.

Man verblödet die Leute total und macht sie mit allen miesen Tricks von sich abhängig.

Krankheiten und Störungen werden völlig übergangen.Es kommt nur zu absurden Pseudofragen und zu einer lächerlichen
und höchst gefährlichen Lügenkonstruktion dazu.

Die Leute werden abhängig gemacht,was psychisch krank macht und oft genug psychisch zerstört;bereits vorhandene psychische Störungen und Krankheiten werden massivst verschlimmert.

Bei Kindern werden Suchtverhalten und Verhaltensstörungen programmiert.

Das ekelhaft scheißfreundliche Einschleimen der schamlosen Scharlatanerie-Betrugs-Hochstapler ist brutale menschenverachtende und schamlose Methode.

Sie werden mit völlig unzulässigen und verlogene Heilungsversprechungen überschüttet und mit übelstem Lügekram zugekleistert.

Diese Pseudozuwendung (die infam und verlogen ist) erkauft man sich wie bei einer Nutte.

Nur,daß Nutten wenigstens einen Gegenwert bringen und im Allgemeinen nicht lebensgefährlich bis tödlich sind.

Man belese sich:

Verbreitete Pseudomethoden ohne Wirksamkeitsnachweis

Eine umfangreiche Materialsammlung zu der ganzen Misere mit dem kriminellen Dreckspack :

Zur Scharlatanerie-Misere im deutschsprachigen Raum


All das hat mit Medizin nicht das Allergeringste zu tun und ist lebensgefährlich.

Kriminell,das Ganze.

Eine Beleidigung des menschlichen Geistes - sofern man denn welchen hat.

Wer halbwegs intelligent ist und etwas auf sich hält,fällt auf sowas niemals rein.

813

Mittwoch, 11. Mai 2011, 19:26

An einen mir ganz gut bekannten Arzt im Gesundheitsamt als Chef der Kindermedizin in der Behörde der großen Stadt :


Hallo P. ;

Ich hatte mich ja eigentlich gefreut,daß wir plötzliche gemeinsame Themen hatten.

Zuletzt die Masern in FFM und diesen mir interessiert und brauchbaren erscheinenden Gottschalk als obersten Infektiologen.


Aber auch das funktioniert wie alles Andere natürlich auch wieder nicht.

Was hältst Du von dem Mann ?


Offensichtlich verstehen WIR jeder von Kommunikation etwas Anderes.

Ich wüßte nicht,was an meiner Definition falsch sein sollte;zumal ich diese Dinge auch noch intensiv studiert habe.


Meine Güte,Ihr und das Jugenamt seid doch wichtig und (leider) mächtige Behörden;aber die ambulante Kindermedizin ist für Euch

überhaupt kein Punkt des Interesses.


Was ich mit dem Jugendamt und "Ärztinnen" Deiner Abteilung erleben mußte,ist hart im Bereich des Kriminellen;nein - es ist definitiv kriminell !


Eure Strategie scheint Sprachlosigkeit/Kommunikationsblockade und Aussitzen zu sein.

Ich verstehe das Alles nicht und kann damit absolut nichts anfangen.

Es erschüttert mich auch ziemlich,weil ich mir unter Gesundheitsamtsleuten immer was völlig Anderes vorgestellt habe.


Das ist Alles sehr bedrückend und schadet Kindern und Eltern.


Es geht um gröbste medizinischen und sozialwissenschaftliche Fehler,die da passiert sind und ständig weiter passieren.


Bitte stell mir doch mal Deine Sichtweise der Dinge,die ich hier thematisiere,ohne Deine sonst übliche Faselei dar.


Viele Grüße .

814

Donnerstag, 12. Mai 2011, 16:21

Die Privilegien der kriminellen Abzocker-Scharlatane :


....gegenüber seriösen Medizinarbeitern:

1.)Keine Zugangsvoraussetzungen durch Ausbildung und Wissen.

2.)Keine kontrollierte und anstrengende Ausbildung.

3.)Keine Prüfungen der Qualifikation,Scheinprüfung oder gar keine.

4.)Keinerlei durchgesetztes Werbeverbot.

5.)Verbot von Heilungsversprechungen wird nicht durchgesetzt.

6.)Kontrolle der Versteuerung von Einkünften findet praktisch nicht statt.Also quasi Steuerfreiheit.

7.)Scharlatanmittel sind gegenüber seriösen Medikamenten von jeder Wirksamkeits- und Sicherheitsüberprüfung ausgenommen,was auch eine grundgesetzwidrige Ungleichbehandlung bedeutet.

8.)Keine Pflicht zu einer Haftpflichtversicherung,was für einen geschädigten (und abgezockten) Kunden äußerst fatal sein kann.

9.)Keinerlei Überprüfung der Scheindiagnostik und Scheintherapie auf Sinn und Zweck.

10.)Großzügige Unterstützung und Mittäterschaft seitens Politik,Gesetzgebung,,Behörden,Ärztekammern und verkaufsorientierter Medien.

11.)Fatale Gesetze zwecks Duldung von Dingen,
die auf anderen Gebieten der Strafverfolgung unterliegen: Betrug,unterlassene Hilfeleistung,Körperverletzung,Totschlag und Mord.

815

Donnerstag, 12. Mai 2011, 18:15

Betrieben von einem "Arzt" :


Falls Sie mal ein Komprimat der Scharlatanerie-Kriminellen-Stereotypien suchen sollten :

http://www.arcadia-eden.de

Es sind Enthirnte,die sich anmaßen IRGENDWAS zusammenzumischen,es verlogen hochjubeln und für einen Mondpreis verhökern.

https://www.arcadia-eden.com/Therapeuten-Liste/

Das ist Betrug,Nötigung und unterlassene Hilfeleistung !


Hilfreiches :

Scharlatanalarm!!!

Zum Thema kriminelle Schweine :

http://forum.esowatch.com/index.php?acti…age;topic=283.0


Kriminelles Gefasel eines "Arztes" :

http://www.erweiterte-medizin.de/startseite.html

Was für ein Betrugsdreck ! :

http://www.erweiterte-medizin.de/leistungen.html


Ein elender Betrüger :

http://www.erweiterte-medizin.de/lexikon.html

816

Mittwoch, 18. Mai 2011, 11:22

Noch ein lebensgefährlicher Schwerstkrimineller,der sich "Kinderarzt" nennt :

http://forum.esowatch.com/index.php?acti…age;topic=283.0

http://www.dr-scheel.de/scheel-vortraege.html


Und noch einer :

http://www.dr-martin-buendner.de/content/R_Home/M_Home.html

Er maßt sich tödliche "homöopathische Notfallmedizin" an(ein totaler Widerspruch in sich!).

Beides psychopathische Betrüger.

819

Freitag, 20. Mai 2011, 08:54

An eine kriminelle Vereinigung (DZVhÄ) :


Es schrieb Jemand :

Ich bin sehr froh, daß Homöopathie nichts mit Medizin zu tun hat.


Antwort :


Leider geben die Kriminellen das aber vor,was uns ekelhafterweise dazu zwingt,sich damit auseinanderzusetzen,was uns sonst erspart bliebe.

Ich finde es außerordentlich belastend,daß man sich mit solch offensichtlichem Mistgemisch aus Psychopathie und Kriminalität überhaupt befassen muß.

Es gibt auch keinerlei Forschungsbedarf über primären Unfug .

Forschungsbedarf über Homöopathie?

Bitte lesen Sie die verlinkten Texte.


Homöopsychopathie hat sich schon immer selbst widerlegt.

Weiteres ist nicht nötig.


http://www.esowatch.com/ge/index.php?tit…_%C3%84rzte_e.V.

820

Freitag, 20. Mai 2011, 16:31

Man nennt es Amtsmißbrauch,Aufruf zu Straftaten,Betrug,Bestechlichkeit,Vorteilsnahme und Unfähigkeit im Amt,usw.,usw. .........

Frankreich :

FRANKREICH

Daniel GRUNWALD
- Arzt
- Emeritierter Generalsekretär des Conseil national de l’Ordre des Médecins (Vorstand derArztekammer)
- Mitglied des Orientierungsrats der Mission Interministérielle de Vigilance et de Lutte contre les Dérives Sectaires (MIVILUDES) (Interministeriellen Mission zur Überwachung und Bekämpfung sektiererischer Auswüchse (MIVILUDES), frz. Regierungsorganisation

Die Französische Ärztekammer zu sektiererischen Bewegungen
und ihre Haltung zu deren medizinisch ungesicherten Praktiken

In der gegenwärtigen Gesellschaft durchdringen die verschiedenen Formen der Sekten unser soziales Leben, als beunruhigendes Zeichen der Ungesichertheit unserer modernen Welt.

Davon ist auch der Gesundheitsbereich nicht ausgeschlossen, sondern ganz im Gegenteil:

* die laufende Ausweitung der Verwendung von Gesundheitsthemen und der verschiedensten therapeutischen Methoden durch Sektenbewegungen,
* ihr öffentliches Auftreten, ihre Verbreitung und sogar Verharmlosung in den Medien,
* ihre Propagierung selbst innerhalb des Gesundheitswesens, was durchaus geeignet ist, auch Ärzte und anderes Gesundheitspersonal zu verunsichern,

werfen eine Reihe von Fragen auf.

Der Ordre des Médecins ist eine private Vereinigung von niedergelassenen Ärzten, die von ihren Kollegen gewählt wurden. Sie wurde vom Staat mit der Aufgabe betraut, eine Service-Stelle mit administrativen und juristischen Funktionen für die ausübenden Praktiker einzurichten.

Deshalb begann der Ordre des Médecins Français vor einigen Jahren , sich mit den komplexen Beziehungen zwischen den Sekten und den medizinischen Praktiken zu beschäftigen.

Verschiedene Entwicklungen, die im Laufe der Zeit an den Sekten beobachtet wurden, haben uns zunehmend veranlasst, diese Überlegungen in den viel größeren Rahmen der immer komplexer werdenden Verschachtelungen zwischen den «sektiererischen Auswüchsen» und der Vereinnahmung des «Gesundheitswesens » im weitesten Sinn ein zu beziehen.

Wir wollen daher zunächst besonderes Augenmerk auf die beobachteten Entwicklungen in jenen Fällen legen, wo schädliche sektiererische Praktiken als Gesundheitspflege ausgegeben werden, und sodann die Einstellung des Ordre des Médecins dazu erörtern.

Die beobachteten Fakten

1. Das Eindringen sektiererischer Auswüchse in medizinische Bereiche

Beobachtungen aus den letzten Jahren erlauben deutlich verschiedene Entwicklungen aufzudecken, wo sich schädliche sektiererische Auswüchse in das Gesundheitswesen eingeschlichen haben.
* Eine Angebotserweiterung in der Tätigkeit der Sekten

Der Zugang zum Phänomen der Sekten wurde in Frankreich erleichtert durch verschiedene Untersuchungen, mehrere parlamentarische Berichte, die Gründung einer Beobachtungsstelle, schließlich die Gründung einer Interministeriellen Mission zur Bekämpfung der Sekten, und vor kurzem die Errichtung einer « Interministeriellen Mission zur Überwachung und Bekämpfung sektiererischer Auswüchse » (November 2002).

o Man kennt die Schwierigkeiten der Definition und Erkennung sektiererischer Auswüchse; wichtig für unsere Arbeit ist, in den Strukturen mit exklusiver ideologischer Basis jene Fakten aufzudecken und heraus zu streichen, welche ihre Schädlichkeit für die Personen, die in ihrer physischen und psychischen Integrität verletzt werden, entlarven; man versucht die Verhaltenseigenheiten zu analysieren und das Augenmerk auf Schäden zu lenken, die für solche «schädlichen sektiererischen Auswüchse» charakteristisch sind.

o Die Themen der Gesundheit haben bei den verschiedensten Gruppen von Sekten immer eine Rolle gespielt. Heiler-Gruppen und psychoanalytische Bewegungen, deren Aktivitäten sich oft quer durch Scheinfirmen, ja sogar gänzlich unproblematisch erscheinende Behandlungszentren ausbreiten, wurden identifiziert.

o Die allgemeinen Entwicklungstendenzen , die im Rahmen des Gesundheitswesens an Strukturen mit schädlichem Sektencharakter beobachtet worden sind, kann man mit den folgenden Themen umschreiben :

+ starke Zunahme von Sektenaktivitäten im sogenannten « psychotherapeutischen » Bereich;
+ Vervielfachung von Aktivitäten, die auf Techniken beruhen, die aus transformierten « östlichen » Konzepten hervorgegangen sind;
+ Entwicklung von « Behandlungen », die sich auf die rational nicht erfassbaren Themen der Entwicklung und Stärkung des Individuums konzentrieren;
+ Eindringen in professionelle Organisationen und Ausbildungsstätten mit Hilfe von Scheinfirmen, um an alle mit der Gesundheitspflege Befaßten heranzukommen;
+ Manchmal werden Sekteneinflüsse bei humanitären Bewegungen beobachtet, z.B. bei gewissen Krankenpflegediensten oder Katastrophen-Hilfsorganisationen;

Diese verschiedenen Beispiele zeigen sehr gut, wie die Sekten versuchen, auf allen Gebieten der medizinischen Versorgung zu agieren.

Sie illustrieren zugleich eine sehr viel allgemeinere Problematik der Vermehrung der Aktionen mit Sektencharakter im Gesundheitswesen:
o wenn einige dieser Strategien sich immer auf die Übernahme von Krankenpflege und Betreuung quasi-pathologischer Probleme konzentrieren,

o so tauchen darüber hinaus in zunehmendem Maße viel weiter gefaßte Themen auf, nicht nur der Erhaltung, sondern auch der Entfaltung der Gesundheit, der Wellness, der physischen und mentalen Fähigkeiten, oder der Stärkung der Persönlichkeit, quer durch esoterische, pseudo-kosmologische und pseudo-religiöse Ideologien.

Und so wird diese Ausweitung der sektenabhängigen Organisationen auf Themen der Gesundheit immer klarer, indem sie ganz bewußt die Begriffe « Gesundheit » und « Krankheit » verkomplizieren und in den Augen ihrer Anhänger deren Bezug zu Gesundheit und Krankheit verändern.

Man darf auch die starken internationalen Beziehungen der Sekten nicht vergessen, die eine Zusammenarbeit der verschiedenen Länder, die mit Sektenproblemen konfrontiert sind, immer mehr rechtfertigen.
*

Die Entwicklung der Strukturen von Sekten
o die Aktivitäten der großen Gruppen « klassischer » Sekten auf nationaler und internationaler Ebene dauern an, ja einige davon zeigen gewisse Tendenzen zur Radikalisierung.

o Immer öfter gesellen sich assoziierte Gruppen mit eingeschränkter Zugehörigkeit dazu, die, um einen « begleitenden Guru –Therapeuten » geschart, manchmal für sich allein operieren (aber oft nach einer kostspieligen « Ausbildung », die von einer zentralen Stelle aus vorgeschrieben wird).

Und so unterscheidet heute im Sektenbereich vieles die absolut « klassischen » Sekten vom Sektierertum verschiedener eher diffuser Gruppen und Grüppchen, die man immer öfter beobachtet und die weniger leicht greifbar sind. Auf dem Gebiet der Beziehungen zur Gesundheit und der ärztlichen Praxis ist diese Unterscheidung auch gut angebracht, denn sie erlaubt es, die große Variabilität der durch die Sekten entstandenen Probleme genauer zu erfassen. Es ist zu betonen, daß man jede Vermischung vermeiden muß: Jede sektiererische Bewegung unterscheidet sich von den anderen und verlangt eine spezifische Untersuchung. Wenn also viele sektiererische Bewegungen versuchen, ihren Einfluß auszuweiten, indem sie sich der alternativen Medizinen und manchmal auch der Fachleute im Gesundheitswesen bedienen, so wird dieses Eindringen in Abhängigkeit von den angestrebten Zielen sehr verschieden sein.

2. Die Benutzung der verschiedenen «Medizinen»

Zwei Tendenzen charakterisieren die Verbindungen zwischen den Praktiken der Sekten und der Medizin: Einerseits Kritik und Opposition gegen die «moderne, offizielle» , die sog. Schulmedizin, besonders von Seiten der «therapeutischen» Sektenbewegungen, die mit der « westlichen » Medizin in Konkurrenz treten; andererseits, aber manchmal eng damit verbunden, werden Behandlungen und therapeutische Anwendungen präsentiert als « nicht offizielle » Medizin aus alter oder mystischer Tradition, hervorgegangen aus alten Kulturen oder auf esoterischer Basis.

Hier finden wir tatsächlich den Zusammenhang mit vielen Heilmethoden, die « sanft, alternativ, komplementär und unkonventionell » genannt werden, die wir aber lieber als « ungesicherte medizinische Praktiken » bezeichnen wollen. Der gemeinsame Nenner all dieser alternativen Therapiemethoden besteht darin, dass eine authentische wissenschaftlich anerkannte Validierung und Evaluation fehlt. Das Feld dieser « ungesicherten medizinischen Praktiken » ist sehr weit und vielgestaltig; es reicht von medizinischen Praktiken, die nach dem Bürgerrecht anerkannt sind, bis zu - im Einzelfall - total irrationalen und esoterischen Behandlungsmethoden. Die von den Sekten bevorzugten « Behandlungsarten », getragen von den Sektenideologien, berufen sich gerne auf die oben genannten extremen Kategorien der esoterischen therapeutischen Theorien, aber sie können auch Aktivitäten entsprechen, die auf einem modifizierten wissenschaftlichen Konzept aufbauen, oder auf erprobten Therapien, die verändert und adaptiert wurden. (Beispiele: verschiedene Zweige der Diät) .

Das Ineinandergreifen der Maßnahmen der Sekten und der « nicht anerkannten » alternativen Therapiemethoden ist nicht leicht zu durchschauen, denn die Ähnlichkeit der Form und Darstellung darf nicht über die Unterschiede der Gründe und besonders der Zwecke hinweg täuschen:

Schematisch (und historisch) gesehen erscheinen die « ungesicherten medizinischen Methoden » und die Sektenpraktiken tatsächlich verschieden:

* die unkonventionellen Medizinen wollen einzig und allein Krankheiten heilen oder pathologische Probleme lösen; sie werden von « Therapeuten » ohne andres angegebenes Ziel verwendet.

* Im Gegensatz dazu konzentrieren sich Sekten mit schädlichen Nebenwirkungen auf Personen, die nicht unbedingt krank sind, sondern die kein Gehör finden, die « Aufmerksamkeit » erregen wollen und denen sehr schnell eine Zwangs- Ideologie aufgedrängt wird, mit der Folge des Verlustes von sozialen Bindungen. Diese scharen sich als hierarchisch geordnete Gruppe um einen Guru und sind weniger auf die Gesundheit als auf Entfaltung und Wohlbefinden oder auf pseudoreligiöse und pseudo-kosmologische Ziele ausgerichtet.

Aber tatsächlich ist alles in Wirklichkeit viel nuancierter: Man trifft auf Sekten, die sich nur unter dem Mäntelchen der « Medizin » präsentieren, und dabei das Vertrauenspotential ausnützen, das viele unbewußt in die neuen Formen von sehr kleinen sektiererischen Gruppen setzen. Dazu kommt die Tendenz gewisser Therapeuten mit alternativen Therapiemethoden, Gruppen von Patienten zu bilden und sich dabei nicht nur um die Behandlung von Krankheiten, sondern darum zu kümmern, daß Gesundheit und Wohlbefinden wieder zurückkehren oder aufrecht erhalten werden! Es existieren also in Wirklichkeit viele mögliche Zwischenstufen.

Diese verschiedenen Tatsachen führen uns zu einer Strategie, wie wir die Unterscheidung zwischen ungesicherten medizinischen Praktiken und Praktiken der Sekten in unserer Analyse aufrecht erhalten können: wir versuchen alle Vermischungen zu vermeiden, indem wir in jeder konkreten Situation vor allem die Art und den eventuellen Grad einer für den Patienten «schädlichen» Praktik präzisieren; aber man muß sich auch vergegenwärtigen, daß sich hinter gewissen atypischen « Medizinen » schädliche sektiererische Absichten verbergen können. Natürlich sind nicht alle ungesicherten medizinischen Praktiken zu den Sekten zu rechnen, aber die Sektenbewegungen präsentieren sich oft und gerne als « Medizinen ».

Man kann auf der anderen Seite bemerken, daß es oft derselbe Typ Patient ist, - ja sogar mit derselben Sensibilität, die auch bei Fachleuten des Gesundheitswesens zu finden ist, - der von esoterischen alternativen Medizinen und auch Sektenideen fasziniert ist. Dabei soll nicht verheimlicht werden, daß Scharlatanerie und finanzieller Appetit der «Pfleger» oft sehr nah beisammen liegen.

3. Sektenagitatoren im Gesundheitswesen.

Vielgestaltige Sekten, die «Medizin» als Aushängeschild verwenden, führen zu einem dritten Aspekt der gegebenen Situation, der zu analysieren ist: Jenem der Teilnehmer an derartigen sektenähnlichen Aktivitäten, einschließlich derer aus dem Gesundheitsbereich. Das berechtigt den Ordre de Médecine, in diesem Bereich aktiv zu werden.

* Die Hauptakteure, verantwortlich für die «therapeutischen» Aktivitäten von vielen Sektengruppen, bleiben im wesentlichen die selbstgraduierten und selbsternannten «inspirierten Proselyten». In gewissen Fällen können ihre Praktiken illegalen Therapieversuchen der Medizin entsprechen (im Fall der Diagnose, die der angewendeten Therapie vorangeht.) Der Umstand, daß diese Proselyten Titel in Anspruch nehmen, ähnlich den Titeln authentischer professioneller Ärzte oder noch mehr, die Erfindung und Verwendung von Bezeichnungen, die nur auf die Ähnlichkeit mit Pflegefunktionen ausgerichtet sind, stellen eine Täuschung der Personen dar, die sich ihnen anvertrauen.

* Ärzte und anderes medizinisches Personal

Einige Ärzte wurden im Zuge einiger ebenso auffälligen wie bedauerlichen Affären angeklagt, sich fallweise sogar aktiv an den Machenschaften von sektiererischen Bewegungen zu beteiligen. Das ist eine heikle Materie, denn neben konkreten Affären, die dokumentiert und sanktioniert wurden, gibt es viele hochgespielte Fälle, mit Gerüchten, die von einer leidenschaftlichen Atmosphäre umgeben sind, die ihre objektive Beurteilung erschwert. Selbstverständlich ist es keine Frage, daß man die Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit für alle Bürger - die Ärzte natürlich eingeschlossen - garantieren muß, aber man sollte gegebenenfalls wenigstens die für Patienten schädlichen Unterschiede zwischen einer ärztlichen Maßnahme und der verwerflichen Aktivität der Sekten beachten.

So können praktische Ärzte von schwachem Charakter, die sich gegenüber dem Elend und dem Tod hilflos fühlen, durch die Freundlichkeit einer «mitfühlenden» Gruppe verführt werden, bevor sie von einer Sekte angeworben werden..... und man weiß sehr gut, wie sehr bestimmte sektiererische Bewegungen die Teilnahme (und Bürgschaft) von Ärzten suchen.

Leider wird in manchen Fällen der verführte Arzt aktiv, indem er die Aura seines Erfolges nützt, um neue Anwärter für die Sekte heranzulocken : sympathisierender Arzt, schließlich Anwerber bei seinen Patienten - Berater von gewissen Sektengruppen bestätigen die Qualität der vorgeschlagenen esoterischen «Behandlung». Derartige Fälle sind glücklicherweise nicht sehr häufig, aber beweiskräftige Beispiele sind bezeugt. Außerdem muß man immer wieder darauf verweisen, daß sich aus Mangel an Information (und Kritikvermögen) zahlreiche Ärzte durch Berichte über pseudowissenschaftliche Behandlungen, die durch Sekten verbreitet werden, mißbrauchen lassen. Sie geraten in Gefahr, deren Anhänger zu werden, ohne es, zumindest am Anfang, zu wissen. Nur wenn solche Praktiken über längere Zeit hin angewendet werden, wie Werbung für die Sekten durch Ärzte, liegt die allgemeine Vermutung nahe, daß die aktive Beteiligung von ihnen selbst ausgegangen sei, entweder im Rahmen von «Heiler»- Bewegungen, oder auf eigene Initiative.

In solchen Situationen wird die genaue Arbeitsweise der Ärzte in ihren Verschreibungen und Begründungen abzuwägen sein. Bei der Verwendung von gewissen ungesicherten medizinischen Therapiemethoden, ohne Verdacht auf Sektierertum, wird man die Art ihres Gebrauchs beachten: sind sie als Ersatz für eine erprobte Behandlung nach dem Stand der Wissenschaft verschrieben worden, oder mit einem rein kurpfuscherischen Ziel, wodurch manchmal richtiggehend eingebildete Krankheiten entstehen, so ist dies in hohem Maß zu verurteilen. Diese Situationen unterscheiden sich von der eventuell umsichtigen Verwendung von unkonventionellen Medizinen, sog. komplementären Therapien. Diese werden ohne Gefährdung der Patienten, komplementär zu den erprobten Behandlungen, in bestimmten Fällen und nach eingehender Information des Patienten angewendet. Sie haben kein anderes Ziel als die bestmögliche Behandlung, darin inkludiert auch die Erforschung eines Placebo-Effekts. Wenn dagegen mit Verschreibungen sektenähnliche Tätigkeiten oder sektiererisches Verhalten verbunden sind, wird sich diese Behandlung möglicherweise als für den Patienten schädlich und daher verwerflich und abnormal herausstellen.

Diese Überlegungen betreffen vor allem die Ärzte angesichts ihrer Funktion als Verschreiber von Medikamenten und ihrer besonderen Verantwortung. Aber von der Versuchung und der Werbung für Sekten ist in der Tat das ganze Gesundheitswesen betroffen: Zahnmediziner und paramedizinische Berufsgruppen, die manchmal auf irrationale Argumente leichter hereinfallen, (wie etwa gewisse Heilgymnastiker, Hebammen, Krankenpfleger, auch Sozialarbeiter). Diese Berufe könnten leichter durch Kontakte zu Gruppen betroffen sein, die von sektiererischen Ideologien beeinflußt sind. Als Beispiel seien die aktuellen Probleme angeführt, die durch bestimmte Bewegungen entstehen, welche rund um Schwangerschaft und Geburt Schulungen mit sektiererischen Nebengedanken entwickeln.
*

Die Patienten

Angesichts der Komplexität der Gesellschaft muß man bei mehr oder weniger freiwilligen Aufnahmekandidaten einige Fragen erörtern:

o Bestimmte Persönlichkeitsprofile oder Lebenssituationen machen - ebenso wie bestimmte pathologische Voraussetzungen - besonders anfällig für Propaganda oder Werbung durch Sekten. Ein erfahrener Arzt sollte eventuell mit seinen Patienten darüber sprechen. Andererseits ist die Behandlung von Patienten, die aus Sekten ausgetreten sind, oft sehr schwierig, da sie Beratung und spezielle Behandlungsmethoden verlangt.

o Oft ist auch das Umfeld der Kranken mitbetroffen: wenn z.B. ein Zeuge der Anwerbung seiner Eltern durch eine Sekte hilflos oder wütend gegenübersteht; manchmal ist auch die Verwandtschaft durch bestimmte Gruppierungen beunruhigt.

o Aber auch die Patienten (manchmal auch ihre Familien!) können von sich aus «Wunderheilungen» verlangen, von denen sie durch Reklame oder Mundpropaganda gehört haben!

o Es gibt viele Situationen, die das Verhältnis Arzt- Patient kompliziert machen, und die genaue Informationen erfordern. Diese müssen immer wieder von Hausärzten den Familien gegeben werden, im Bewußtsein, daß dabei bestimmte Ausrichtungen oder Glaubenshaltungen der Kranken oder ihrer Familien große Probleme hervorrufen können. Erinnern wir in diesem Zusammenhang an die sehr spezifische Fragestellung, die durch manche erwachsenen Patienten aufgeworfen wurde, die sogar bei zwingenden Indikationen jede Art der Bluttransfusion verweigert und damit ihr unmittelbares Überleben auf Spiel gesetzt haben.

Die Haltung des Ordre des Médecins

Wenn unsere Überlegungen auch nur auf Gutachten und Berichten über sektiererische Tätigkeiten einerseits und das Gesundheitswesen andererseits beschränkt sind, so ist die Materie doch sehr weit und komplex und Quelle verschiedenster Fragestellungen und zahlreicher Schwierigkeiten in der Praxis.
« Zur Kenntnis nehmen - Durchdenken – Handeln » ist der Leitspruch eines professionellen Vorgehens, eingeführt, um Stellung zu den durch Sekteneinfluß abweichenden Behandlungspraktiken nehmen zu können.

1. Analyse der derzeitigen Situation

Angesichts der Informationen oder Klagen, die von Patienten oder deren Familien oder von verschiedenen öffentlichen Organisationen und Vereinigungen kommen, die mit dem Kampf gegen schädliche sektiererische Bewegungen konfrontiert sind, ist es ein Gebot der Stunde, die sektiererischen Bewegungen, ihre Entwicklung, ihre immer komplexeren Wechselbeziehungen mit der Gesundheitspflege und möglicherweise mit den medizinischen Praktiken zu analysieren.

Dieses Vorgehen muß allerdings den vorhandenen Schwierigkeiten angemessen sein, um sie überwinden zu können, und das sind die unterschiedlichen Erscheinungsformen und die laufende Veränderungen der diversen sektenartigen Bewegungen, die emotional aufgeladene Atmosphäre, in der die Berichte der Sektenopfer oder ihrer Familien oft gegeben werden, die Notwendigkeit, nur über genügend dokumentierte Fälle zu sprechen, ebenso wie genau zu unterscheiden zwischen üblichem medizinischen Handeln und den Meinungen eines Arztes, was nicht immer einfach ist . Denn in gewissen Fällen kann die Verwendung des Arzt-Titels strafwürdige Taten gutheißen und selbst in seinen persönlichen Stellungnahmen bleibt ein Arzt gegenüber Dritten ein « Arzt ».

Eine Bewertung der Qualität von gewissen Praktiken und ärztlichen Verschreibungen kann, wie wir gesehen haben, schwierig sein und man wird sie zunächst aus der Sicht der Patienten zu beurteilen haben: Haben sie von der Behandlung des Arztes, die ihrem Zustand entsprechend notwendig und berechtigt war, Nutzen gehabt? Hat es Täuschung gegeben? Kurpfuscherei? Kann man schädliche oder gefährliche Behandlungen oder Verschreibungen vorwerfen?

Dies betrifft das Verhalten von Ärzten gegenüber ihren Patienten, wenn es unter dem bestimmenden Einfluß einer Sekte abnormal verändert ist, ebenso wie der Gebrauch von bestimmten ungesicherten Heilmethoden zu beurteilen ist.

2. Juristischer Zugang

Dieser kann auf verschiedenen Niveaus geschehen:

* Das Problem der verwerflichen Aktivitäten der Sekten betrifft in Frankreich vorwiegend das Straf- und Zivilrecht, das die ärgsten Vorkommnisse behandeln muß.

* Die fachliche Rechtsprechung des Ordre des Médecins hat nur in den Fällen einzuschreiten, wo mit dem Code de Déontologie médical [Code der medizinischen Berufsethik] nicht konforme Praktiken von Ärzten vorkommen. Zahlreiche Artikel dieses Codes beziehen sich auf die betreffende Fälle. Der Arzt muß wirklich unter allen Umständen die Prinzipien der Moral, der Redlichkeit und der Hingabe an die Ausübung der Medizin respektieren. Niemals darf der Arzt eine korrekte, aufmerksame Haltung und Respekt gegenüber der behandelten Person vermissen lassen; diese Bestimmungen gehören übrigens zum Artikel 3 der Prinzipien der Europäischen Medizinischen Ethik (herausgegeben vom ständigen Komitee der Europäischen Ärzte) die uns hier sehr passend erscheinen: « Der Arzt vermeide es in der Ausübung seines Berufes, seinen Patienten seine persönliche Meinung, seine Auffassung von Philosophie, Moral oder Politik aufzudrängen » Der Artikel 5 des Code Français de Déontologie médical bestimmt, dass der Arzt « in keiner wie immer gearteten Weise seine berufliche Unabhängigkeit aufgeben darf ».
In der Praxis betreffen die von der Disziplinarkammer des Ordre des Médecins erlassenen Bescheide sehr oft die Verletzung des Artikels 39 des Code de Déontologie: « Die Ärzte dürfen einem Kranken oder seinen Angehörigen ein Heilmittel oder eine Behandlung, die nur vorgetäuscht oder ungenügend erprobt sind, nicht als heilsam und ungefährlich vorschlagen. Jede Kurpfuscherei ist verboten ». Auch der Artikel 40 charakterisiert die gefährlichen Therapien: « In den Untersuchungen und Behandlungen, die der Arzt vornimmt und verschreibt, darf er für den Patienten kein ungerechtfertigtes Risiko eingehen ».
Aber andererseits können betroffen sein: Die Komplizenschaft eines Arztes mit einer illegalen Medizinausübung, eine Einmischung in Familienangelegenheiten, die Nicht-Respektierung von Maßnahmen, die den Schutz von Minderjährigen gewährleisten, ebenso wie der Schutz von «allen Personen, die wegen ihres Alters oder wegen ihres physischen oder psychischen Zustandes nicht in der Lage sind, sich selbst zu schützen». In diesen Fällen muß der Arzt «außer bei besonderen Umständen .... die richterlichen, medizinischen oder verwaltungstechnischen Autoritäten warnen.» Diese besonderen Situationen sind im Code de déontologie médicale français vorgesehen, die die Richtlinien des Strafkodex ergänzen.

* Nur in erwiesenen Fällen, die gegen den Codex de Déontologie verstoßen und nachweislich schädlich für die Patienten sind, kann die Kammergerichtsbarkeit befasst werden.

* Die Analyse der Klagen, die wegen schädlicher medizinischer Praktiken von Sekten bei den ordentlichen Gerichten eingebracht wurden, zeigt zwei Merkmale:

o Die Klagen sind nicht sehr häufig, sie kommen selten von den Opfern selbst, viel öfter wurden Informationen durch ihre Umgebung zusammen getragen (wenn diese Klagen berechtigt und bewiesen sind, kann der Ordre des Médecins die Ärzte direkt zur Verantwortung ziehen)

o Sie sind im allgemeinen sehr ungenau, aber oft besorgniserregend, da sie einer durch die Ideologie der betreffenden Sekte begründeten Systematisierung der strafbaren Praktiken entsprechen. Wenn solche Fälle erwiesen sind, werden sie mit disziplinären Sanktionen und meistens mit einem zeitlichen oder unbegrenzten Berufsverbot bestraft.

* Damit vergleichbar unterliegen auch die anderen Pflegeberufe (Zahnärzte, Hebammen, Apotheker und Heilgymnastiker) einer spezifischen professionellen Gerichtsbarkeit.

3. Information des medizinischen Personals

Diese Überlegungen erklären, warum wir auf ausreichende Information der Ärzte (und aller im Gesundheitsbereich Arbeitenden) im Hinblick auf die Sekten und die Gefahren, die von ihnen ausgehen, solches Gewicht legen:

* Allgemeine Informationen in Form von Artikeln im Bulletin des Ordre national des Médecins, die sich an alle ausübenden praktischen Ärzte wenden.

* Gezielte Informationen zu speziellen Fällen : wenn es sich etwa um aktuelle, aber unbestätigte Fälle handelt oder um «Gerüchte», die eine Untersuchung rechtfertigen, die eine Klarstellung ermöglicht, und wenn nötig, eine Beobachtung von Ärzten, was sehr oft vorbeugende Wirkung hat.

Mit einem allgemeinen Informationsblatt über die Existenz der Sekten, wie sie wirklich agieren, über ihre Verhältnis zu gewisser Werbung für nicht geprüfte medizinische Behandlungsmethoden zu informieren, erweist sich als unbestreitbar nützlich, und man kann feststellen, daß die Ärzte über die Risken, die davon ausgehen, daß sich die Sekten in das Gesundheitswesen hineingedrängt haben, jetzt viel besser informiert sind.

4. Teilnahme an Aktionen der Behörden

* Im Rahmen seiner Aufgaben wird der Ordre des Médecins regelmäßig vom Gesundheitsministerium um Stellungnahmen ersucht. Er ist im Schoß des Orientationskomitees der interministeriellen Missionen vertreten, die den Sektenphänomenen gewidmet sind: Der «Interministeriellen Mission für den Kampf gegen Sekten», die seit ihrer Konstitution Anfang 2003 «Interministerielle Kommission für die Überwachung und Bekämpfung sektiererischer Auswüchse» (MIVILUDES) heißt. In diesen Organismen sind verschiedene Verwaltungen, Vereinigungen und betroffenen Strukturen vertreten - was ja sein Hauptzweck ist.

* Das französische Parlament hat am 12.06.2001 ein Gesetz beschlossen, « das die Vorbeugung gegen und die Unterdrückung von Sektenbewegungen zu verstärken versucht, die die Menschenrechte und die Grundfreiheiten bedrohen ». Dieser Text, den man unter anderem auf die sektenähnlichen Vereinigungen im Bereich der Gesundheitspflege anwenden kann, sieht in seinem Wortlaut , «die Auflösung aller juristischen Personen vor, die das Ziel oder das Ergebnis haben ... die psychische oder physische Unterwerfung von Personen zu erreichen.» (Artikel 1); die Ausweitung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit von juristischen Personen für gewisse Übertretungen (Kap II); Maßnahmen, um die Werbung von Sektenbewegungen einzuschränken (Kap IV); und besonders, was unser Anliegen betrifft, im Kapitel V, Maßnahmen zur Verhinderung betrügerischen Mißbrauchs des Nichtwissens oder der Schwachheit eines Minderjährigen, oder einer Person, die auf Grund ihres Alters, einer Krankheit, einer Behinderung, eines physischen oder psychischen Defizits oder einer Schwangerschaft offensichtlich anfälliger ist, oder einer Person im Zustand psychologischer oder physischer Abhängigkeit, verursacht durch schwere oder wiederholte Unterdrucksetzung, oder durch Techniken zur Veränderung ihrer Urteilskraft, um diesen Minderjährigen oder diese Person zu einer Tat oder einer Verzichtleistung zu bringen, die schwer zu ihrem Nachteil gereicht.«

* In ihrem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht 2003 hat MIVILUDES nach einer Ausweitung des Konzepts «Sektiererische Auswüchse» verschiedene Vorschläge präsentiert, die unter anderem Themen der Gesundheit umfassen:

o Der Wunsch, der Situation von Opfern, deren Schwachheit ausgenützt wurde oder die psychologischem oder physischem Druck ausgesetzt waren, wirksamer (und leichter) entsprechen zu können;

o ein Vorschlag, die Generaldirektion für das Gesundheitswesen und die Berufsvereinigung der Gesundheitsberufe mögen Empfehlungen für gute Heilmethoden öffentlich bekannt machen;

o Eine stärkere Verbreitung der Richtlinien bezüglich der verpflichtenden Impfungen und ebenso einer Information betreffend die Verweigerung von Bluttransfusion.

5. spezielle Fragestellungen

Im weiten Bereich der Beziehungen zwischen der Gesundheit und der sektiererischen Unternehmungen bleiben noch einige spezifische Probleme zu behandeln:

* Die Träger von Medizinischen Diplomen
Besonders unter den verschiedenen « Gesundheitsberufen » ist es wichtig zu beachten, daß ihre Titel und Bezeichnungen geregelt und definiert sind und daß ihre Verwendung nur professionell Ausübenden zusteht, deren qualitätvolle Ausbildung geprüft ist. Daneben existiert eine nebulose Schicht von «Fachleuten», deren Qualifikation und Kompetenzbereich sich vom Ehrenhaften, Anerkannten und Nützlichen bis zu Titelträgern ohne Garantie erstreckt. Für jene, die sie konsultieren, verursachen sie Verwirrung und falsche Garantie, und dies wird oftmals ganz bewußt in Strukturen mit schädlichem, sektenhaften Charakter aufrecht erhalten. Es wäre wünschenswert, zur Information der Bevölkerung eine Klärung der dubiosen Titelträger vorzunehmen.

* Trügerische Werbungen:
Ebenso aufklärungswürdig wären bestimmte Werbungen, in denen die betrügerischen « Wunderbehandlungen » mit pseudowissenschaftlichen Argumenten gepriesen werden.

* Verweigerung von Behandlungen aufgrund von Sektenideologien, z.B. Impfungen.
Einige Sekten kämpfen gegen die « offizielle wissenschaftliche » Medizin indem sie die obligatorischen Impfungen, deren Wirkung doch gesichert ist, ablehnen. Das bringt manche Sektenanhänger dazu, von ihrem Hausarzt illegale Zertifikate zu verlangen, daß bei ihnen die Impfung kontraindiziert sei. Gewisse gleichgesinnte Praktiker erstellen dann «Gefälligkeitsgutachten» und werden bestraft, wenn sie « auffliegen ».
Es ist im Gegenteil Pflicht des Arztes, in diesem Fall seine Patienten über die Wichtigkeit der zeitgerechten Impfungen aufzuklären, um ihr Einverständnis für diese präventiven Maßnahmen zu erlangen.

* Der besondere Fall der Verweigerung von Bluttransfusionen
Diese Frage ist durch die in den letzten Jahren aufgetretenen Fälle aktuell geworden, in denen die Injektion von Blutderivaten verweigert wurde, obwohl man dadurch die Überlebenschance des betroffenen Patienten aufs Spiel gesetzt hat. Trotz der Bemühungen der Ärzte wurde für diese unerlässlichen und dringenden Maßnahmen keine Einwilligung gegeben.
Wenn es sich bei diesen Patienten um Erwachsene handelt (denn die Behandlung von Minderjährigen muß auf Basis der speziellen gesetzlichen Auflagen abgewickelt werden ), gibt es für den Arzt zwei zwingende gesetzliche Vorgaben, die er auf einen Nenner bringen muß: Einerseits die Berücksichtigung des Willens des Patienten, andererseits unverzichtbare lebensrettende Therapien, die seiner Verpflichtung, Personen in Gefahr zu helfen, entsprechen. Verschiedene Rechtsprechungen der letzten Zeit haben die juristische Realität dieses Dilemmas und die Verpflichtung, den Willen des Patienten zu respektieren, bestätigt. Nur in extremen Situationen, wenn das Leben auf dem Spiel steht, ist es erlaubt, entgegen der ursprünglichen Weigerung des Patienten die für sein Überleben unerlässlichen Massnahmen zu ergreifen.
In solchen Situationen kann die Verantwortung der Angehörigen eine große Rolle spielen, wenn sie trotz seiner Weigerung den vorgeschlagenen medizinischen Schritten zustimmen.

* * *

Das Eindringen schädlicher sektiererische Auswüchse in das Gesundheitswesen erscheint letztendlich um so besorgniserregender, als es immer heimtückischer wird und sowohl die Fortschritte als auch die Unsicherheiten unserer modernen Welt ausnützt. Parallel zu vielen anderen soziologischen Erwägungen sind zugleich zwei Tatsachen auf dem Gebiet der «Gesundheit» wichtig:

* Die neuen Möglichkeiten der Krankenpflege, die erst seit einigen Jahren außer Streit stehen, haben unbestreitbar Fortschritt durch die Klarstellung von wissenschaftlichen Regeln und Präventivmaßnahmen für Volksgesundheit und Gesundheitsvorsorge im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Sanitätsausbildung gebracht, der alle Ärzte nur zustimmen können.

* Aber diese noblen Ziele werden durch ihre Popularisierung sehr verwässert, sie erzeugen manchmal bei der Bevölkerung wahre Wahnvorstellungen in der Suche nach einer künstlichen Entwicklung des Wohlbefindens, der physischen und psychischen Erfüllung und persönlichen Leistungsfähigkeit. Dies machen sich die Sektenbewegungen, wie auch gewisse nichtkonventionelle und nicht erprobte Richtungen der Medizin zu nutze.

Es scheint uns daher immer unverzichtbarer, die Konsequenzen und die Entwicklung dieses gravierenden gesellschaftlichen Phänomens der sektiererischen Tätigkeiten für die Volksgesundheit bestmöglich abzuschätzen und alle jene gründlich zu informieren, die damit konfrontiert werden können.

Marseilles, März 2004

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