"Ich tu und mache;aber bis auf gewisse Ausnahmen sülzen die Herrschaften ineffektiv und depressiv rum."
Das mag sein, Herr Kinderarzt.
Aber was soll man machen, wenn man die AiP-Zeit zur Vollapprobation braucht?
Das kann man einfach nicht verweigern.
Im Gegenteil-
zu meiner Zeit (ein halbes Jahr vor meinem dritten Staatsexamen wurde diese Unsäglichkeit eingeführt) musste man froh sein, eine dieser damals noch selten Stellen zu bekommen.
Wenigstens hate ich einem verständnisvollen Chef, der mich nicht nur übertariflich bezahlte, sondern seinen ersten AiP noch vor Nachtdiensten bewahrte (dafür durfte ich gleich an meinem ersten Arbeitstag als Assistenzarzt gleich Nachtdienst schieben...).
Dass man sicherlich auch ohne AiP-Zeit ein guter Arzt werden kann, sieht man ja in der Schweiz.
"Auf Niedergelassenenseite siehts nicht unbedingt besser aus..."
Da habe ich als Lieblingsbeispiel immer meinen Hausarzt:
Er bekam seine (übernommene) vollausgestattete Allgemeinarztpraxis als Hochzeitsgeschenk von seinem Schwiegervater, er muss also nur die Miete zahlen,
zum Einzugsbereich gehören ein Blinden- und ein Altenheim in unmittelbarer Nähe.
Dennoch verdient er nicht viel mehr als das, was er auch seinen Arzthelferinen zahlt.
Ein zweites Beispiel ist ein Radiologe, bei dem ich meine Praxisfamulatur machte.
Er hatte das erste CT Südwestdeutschlands,
als ich ihn kennenlernte, war er "Herr" über zwei CTs, einem NMR und einem digitalen Subtraktionsangiographiegerät (damals das Neueste vom neuen)-
natürlich alles damals gekauft,
Leasing kannte man noch nicht.
Dieser Kollege verdiente (nachweislich) deutlich weniger als seine RTAs...
Doc