Hoppe: Schwarzbuch beweist völlige Inkompetenz des Gesundheitsministeriums
Als letzten Beweis für das eklatante Versagen der Informationspolitik von Regierung und Gesundheitsministerium bezeichnete der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, die Anschuldigungen im gestern veröffentlichten "Schwarzbuch". Hoppe warf dem Ministerium vor, es versuche, sein Imageproblem auf dem Rücken der Gesundheitsberufe zu lösen.
Die völlige Inkompetenz des BMGS bei der Kommunikation der Reforminhalte werde nun deutlich. Nachdem vergeblich versucht worden sei, die 100-Tage-Bilanz der Gesundheitsreform zu schönen, müsse nun mit den billigsten Methoden aus den 70er Jahren nachgelegt werden. "Nichts von dem, was jetzt populistisch formuliert und selbstgefällig verkündet wird, kann über die handwerklichen Fehler des Gesetzes hinwegtäuschen", sagte Hoppe. Die erhebliche Verunsicherung der Menschen bei der Einführung der Praxisgebühr sowie der Umgang mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss zu Beginn des Jahres hätten dies jedermann vor Augen geführt. "Wir hätten uns ein Kursbuch Gesundheit gewünscht, das einmal darlegt, wie wir mit den durch das Gesetz programmierten Rationierungen umgehen sollen", kritisierte Hoppe.