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1

Dienstag, 16. September 2003, 12:31

Habe gerade meinen Großen zum Vertretungskinderarzt geschickt, weil er so Halsschmerzen und Ohrendrücken hatte. Bei seiner Vorgeschichte mit den Ohren zögere ich nicht mehr mit einem Arztbesuch. Nun kommt er wieder mit so einem homöopatischen Kombizeugs gegen vereiterte Ohren. Häh? Ich habe ihn gefragt, ob er eine Mittelohrentzündung hat oder nicht und er weiß es nicht, hat sie nicht gesagt. Mensch, wäre ich doch mit reingegangen, ich musste aber noch woanders hin.
Ist das Medikament o.k., oder so was, was keine Wirkung hat?

Ich ärgere mich schwarz und rufe da heute nachmittag noch mal an.

2

Dienstag, 16. September 2003, 12:44

ein 50% Auszug von verschiedenen Pflanzen, ich glaube es sind auf 100ml allein 7gr Echinacea drin - ich habe meine Flasche (auch von der Vertretung) ungeöffnet verlängert (in den Müll) und mein regulärer Kinderarzt meinte dann auch, das würde eh nichts helfen!

Bei uns hlfen im Vorstadium von Mittelohrentzündungen immer Nasentropfen (und zwar dreimal am Tag)

Gute Besserung

Catherina

3

Dienstag, 16. September 2003, 12:49

Na prima. Bei ihm sind die Mittelohrentzündungen immer ernstzunehmen. Er ist schon 4 Mal operiert worden und sein Trommelfell ist total dünn, so dass es sehr schnell reißt. Nächste Woche hat er zum ersten Mal Schwimmen (er freut sich wie wild) und ich will nicht, dass das Trommelfell dann wieder offen ist.

Ich probiers mal mit Nasentropfen. Ansonsten gehe ich zum HNO, wenns schlimmer wird.

4

Dienstag, 16. September 2003, 12:54

dazu auch noch folgende Studie (Kinderquäler!)

Konventionelle versus naturheilkundliche Behandlung der unkomplizierten Otitis media – eine prospektive Kohortenstudie

T. Wustrow1, E. Clapier2 für die Otovowen®-Studiengruppe
1HNO-Gemeinschaftspraxis München
2Pädiatrische Praxis Landsberg/Lech

Fragestellung: Vor allem aus Furcht vor Komplikationen wird in den meisten Fällen kindlicher Otitis media acuta (OMA) initial antibiotisch behandelt. Der Nutzen dieser Vorgehensweise wird jedoch gegenwärtig kontrovers diskutiert. Naturheilkundliche Verfahren haben eine lange Tradition in der Pädiatrie, größere Studien zum direkten Vergleich der verschiedenen Strategien bei OMA liegen jedoch bislang nicht vor.

Methodik: In einer großen prospektiven Kohortenstudie bei Pädiatern und HNO-Ärzten wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit einer naturheilkundlichen Therapiestrategie mit dem Arzneimittel Otovowen® (enthält pflanzliche Urtinkturen sowie homöopathische Potenzen) mit einer konventionellen Behandlung mit frühzeitigem Antibiotikaeinsatz bei Kindern im Alter von 1–10 Jahren mit OMA verglichen. Hauptzielvariablen waren die Krankheitstage, Ohrenschmerzen sowie die Fehltage in Kindergarten bzw. Schule (aus Patiententagebuch). Eine große Fallzahl, „matched pairs“ naturheilkundlicher und konventioneller Studienzentren, Dokumentation aller gescreenter Patienten, engmaschiges GCP-konformes Monitoring und eine nach Schweregrad stratifizierte und um Ausgangslagen-Unterschiede adjustierte statistische Analyse garantieren für eine hohe Validität der Ergebnisse.

Ergebnisse: 390 Kinder (Median 4 Jahre) wurden in die Studie aufgenommen. Von 97% aller Patienten lagen Tagebücher vor. Der Gebrauch von Sekretolytika und Nasentropfen war in der konventionellen und in der naturheilkundlichen Gruppe nahezu gleich, Analgetika (66,8% vs. 53,2%) und Antibiotika (80,5% vs. 14,4%) wurden erwartungsgemäß in der konventionellen Therapiegruppe signifikant häufiger angewendet. Die konventionell behandelten Patienten (n=193) waren zu Studienbeginn signifikant schwerer krank (Otoskopiebefund, Ohrenschmerzen). Dennoch war nach Ausgangslagen-adjustierter Analyse kein Vorteil für eine der beiden Behandlungen bzgl. der Zeit bis zur Heilung (5,3 ± 2,4 vs. 5,1 ± 2,2 Tage) oder der Fehltage (1,7 Tage in beiden Gruppen) nachweisbar. Lediglich bzgl. der Besserung der Ohrenschmerzen konnte eine leichte Überlegenheit der konventionellen Behandlung gezeigt werden. Die naturheilkundliche Behandlung war im Arzt- und Elternurteil signifikant beser verträglich als die konventionelle Therapie.

Schlussfolgerung: Das naturheilkundliche Arzneimittel Otovowen® kann bei unkomplizierten Fällen kindlicher OMA eingesetzt werden. Bei engmaschiger Überwachung der Kinder kann der Antibiotikagebrauch so auf ausgewählte Fälle beschränkt und damit insgesamt deutlich reduziert werden.

Prof. T. Wustrow
HNO-Gemeinschaftspraxis
Wittelsbacher Platz 1
80333 München


Übersetzung für Vernünftige: obwohl die mit Antibiotika behandelten Kinder vor Beginn der Behandlung schwerer krank waren als die mit Otovowen behandlten, wurden sie genauso schnell gesund und hatten sogar weniger lange Ohrenschmerzen. Bei der Behandlung mit Otovowen muss man im Prinzip täglich zum Arzt um auszuschließen, dass nicht doch Antiobitika angesagt sind...äh, diese EBM Anhängerin und liebevolle Mutter fragt sich, wofür man Otovowen denn dann bracht, den einfache Reizungen und auch Mittelohrentzündungen verheilen ja auch ohne Behandlung, bloß eben mit länger Schmerzen und höherem Risiko - aber die Kinder können ja ruhig mal 3 Tage unter Schmerzen leiden, wenn damit die "ach so schlimmen Antibiotika" vermeiden kann - wie schon gesagt: KINDERQUÄLER

Catherina, die vor 4 Jahren selber eine MOE hatte und weiss von welchen Schmerzen sie redet!

5

Dienstag, 16. September 2003, 12:56

wenn es so leicht so schlimm wird, würde ich bald zum HNO gehen um da nichts zu verschleppen - gute Besserung

Catherina

6

Dienstag, 16. September 2003, 13:00

Und so eine "Studie" macht ein"Professor"(eine Pharma-Nutte).

O. ist definitiv Schrott,wird aber von Ignoranten und Scharlatanen hektoliterweise unters dumme Volk gebracht.

7

Dienstag, 16. September 2003, 13:11

Ich hatte auch schon mehrere Mittelohrentzündungen und weiß, was das für Schmerzen sind.
Noch hat er keine Schmerzen. Vielleicht ist es ja wirklich nur eine Reizung und geht so weg. Ich ruf nachher mal diese Vertretung an und frage nach dem genauen Trommelfellbefund.
Nächstes Mal gehe ich mit ins Behandlungszimmer.

Ich frage mich nur: warum verschreibt eine gut angesehene Kinderärztin Schrott? Ich frag sie mal. :)))

8

Dienstag, 16. September 2003, 13:14

ihr seid aber nicht in Hamburg, oder?

Catherina

9

Dienstag, 16. September 2003, 13:23

Nein, leider (wäre gern in der Nähe des Meers :)

Wir sind im Frankfurter Raum.

10

Samstag, 1. Mai 2004, 18:44

Dazu auch: http://www.eltern.de/forum/showthreaded.…sb=5&o=0&fpart=

Und:

http://www.eltern.de/forum/showthreaded.…sb=5&o=0&fpart=

Theresas Selbstversuch mündete dann in einen wochenlangen komplikationsreichen Verlauf.

Dazu gibts noch einen Extrathread.

FAZIT: Otowoven ist ein wirkungsloses und gefährliches Schrott-Pseudo-Medikament,das längst aus dem Verkauf raus muß.

Scharlatane versprühen das Dreckszeugs hektoliterweise und nennen das dann "Therapievielfalt".

11

Samstag, 21. August 2004, 20:55

Zu diesem Schrott-Zeugs:

http://www.rund-ums-baby.de/kinderklinik…=6762&forum=120

Dazu die ahnungslose Antwort eines professoralen Klinikschefs (die blicken absolut nix aus der Praxis):

http://www.rund-ums-baby.de/kinderklinik…=6766&forum=120

Zum Thema auch:

Otovowen

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