Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Kidmed. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

21

Dienstag, 2. August 2005, 14:29

zu 017

Also ich habe noch keinen Arzt kennengelernt (und es war in meinem Leben schon so der eine oder andere)der "einfach mal so" Antibiotika verordnert. Wenn ich eines bekomme, dann weil ich eines brauche.

Das wird ja gerne auch immer wieder behauptet das Ärzte bei Schnupfen oder einem leicht gerötetem Rachen sofort zu Antibiotika greifen. Ich denke mir das das so nicht stimmt. Und wie gesagt, ich hab das auch noch nicht erlebt.

22

Dienstag, 2. August 2005, 14:44

Das habe ich leider schon erlebt. Und auch habe ich es im Bekanntenkreis erlebt, das Leute OHNE Beschwerden nur wegen eines Blutbildes, das einen Infekt zeigte, von dem man aber nichts wußte einfach mal ein AB bekommen haben (versuch einer Laborkosmetik).
Auch habe ich schon gesehen, das jemand, nur weil ein paar Lymphknoten geschwollen waren, AB bekam - ohne sich auch nur krank zu fühlen.
Die Liste läßt sich weiter führen. Solche Ärzte gibt es, aber sie sind hoffentlich nicht in der Mehrzahl.
Bei vielen hängt es aber auch einfach mit der Erwartungshaltung des Patienten zusammen, die was "richtiges" gegen ihre Beschwerden wollen.

23

Dienstag, 2. August 2005, 20:32

Mittelohrentündungen machen BRUTALSTE Schmerzen und müsse ALLE korrekt antibiotisch behandelt werden.

Alles andere ist wichtigtuerischer,menschenverachtender und gefährlicher Unfug.

24

Dienstag, 2. August 2005, 20:47

zu 021

Das ganze ist ja irgenwie völlig paradox. Auf der einen Seite gibt es Patienten, die eine regelrechte Antibiotika-Paranoia haben und so einen "Mist" unter keinen Umständen nehmen wollen bzw. ihren Kindern beispielweise bei Mittelohrentzündung lieber einen heißen Föhnstrahl aufs Ohr halten (das muß man sich mal vorstellen, grausig sowas).

Und auf der anderen Seite gibt es das genaue Gegenteil davon, nämlich Patienten die bei Schnupfen "was richtiges" verlangen.
Ich verstehe alllerdings die Ärzte nicht, die sowas mitmachen. Wäre ich Arzt und ein Patient sitzt mit einem leichten grippalen Infekt vor mir, und es gibt keine Indikation für ein Antibiotikum, dann könnte dieser Patient den dreifrachen Rittberger in meiner Praxis machen, er würde es nicht bekommen.

26

Montag, 8. August 2005, 14:57

zu 022

war vor einige Zeit(Anfang des Jahres) mit meiner Tochter mehrmals beim HNO. Sie hatte KEINERLEI SCHMERZEN! Mir ist nach einer Infektion nur aufgefallen dass sie schnarchte, nicht gut hörte, die Mandeln etwas dick waren, zuerst verschrieb er Antibiotika, sagte sie hätte eine Mittelohrentzündung?????.......dann Kügelchen......die angeblich den Abfluss des Sekretes fördern sollten....?

1.Gibt es MOE OHNE Schmerzen?

2.Ist jede Flüssigkeitsansammlung im Ohr eine MOE?

3.Muss ich bei jedem Schnupfen bei dem ihr mal für 2 Tage die Ohren "zugehen" zum Arzt?

Danke
JS

27

Montag, 8. August 2005, 17:02

1.Gibt es MOE OHNE Schmerzen?

SELTEN.

2.Ist jede Flüssigkeitsansammlung im Ohr eine MOE?

NEIN.

Ansonsten muß das vor Ort beurteilt werden.

28

Montag, 8. August 2005, 20:39

Nochmal:

KEINE WÄRME/HITZE AUF MITTELOHRENTZÜNDUNGEN.

DAS IST FATAL UND LEBENSGEFÄHRLICH.

29

Dienstag, 9. August 2005, 13:19

Keine Wärme/Hitze überhaupt auf Entzündungen. Das kann in vielen Fällen fatale Folgen haben (z.B. Appendizitis).

30

Dienstag, 9. August 2005, 16:08

Genau:

Die Wärmflasche auf dem Bauch bei unklaren Bauchschmerzen kann fatal sein,ist aber total verbreitet.

31

Mittwoch, 10. August 2005, 22:55

Brutalster Dummfug von Pepe,einem Schatlatanerie-Betrüger-Propagator,der nicht die allergerigste Ahnung von Kindermedizin hat,aber die kommeriellen Internetforen ohne ärztliche Betreuung mit gefährlichsten Sachen vollmüllt:

http://www.onmeda.de/foren/index.html?s=…=0&thread=10746

32

Mittwoch, 10. August 2005, 23:31

Es ist eine menschenverachtende und antimedizinische Gemeinheit,die Leute mit schwersten Schmerzen und Gefahren der Weiterungen zur höchst problematischen Umgebung hin(neurloogisches Gehörorgan,Gegirn und umgebende Knochen;alles höchstgradig gefährlich bis tödlich) bei einer Mittelohrentzündung ohne kompetente Behandlung (ohne Antibiotika) zu lassen.

Das sind zynische Statistikspielereien zum schwersten Schaden von Patienten von anmaßenden Vollidioten und Scharlatanerie-Betrügern.

Menschenversuche der übelsten Art.

Dieselben Leute betreiben dann auch noch brutalste Fatalitäten mit Hitze und Wärme auf die MOE.

33

Donnerstag, 11. August 2005, 01:33

Eine MOE ist allermeist eine solche saumäßig schmerzhafte Sache,daß nur konkrete rasche und hilfreiche Behandlung in Frage kommt.

Pseudoakademische Klugscheißer und Scharlatanerie-Betrüger sind hier gleichmaßen nicht gefragt,sondern kompetente,hilfreiche und durchblickende Ärzte.

34

Donnerstag, 11. August 2005, 13:08

Das mit der Wärme verstehe ich sowieso nicht. Ich hatte es auch beim Blinddarm probiert und die Flasche innerhalb von Sekunden wieder im hohen Bogen vom Bett befördert, weil es einfach schlimmer wurde.
Aber ich war schon alt genug, um das zu merken. Ein kleines Kind ist dazu nicht in der Lage, zu merken, was gut tut und was nicht. Gerade daher sollte man doch vorsichtig sein, was man selbst an Behandlung vornimmt.

35

Freitag, 12. August 2005, 00:12

Transportieren Sie diesen Thread mal weiter auf Eltern- und Scharlatanerieseiten,was sich nicht wesentlich unterscheidet.

Es geht um die Kinder und auch Erwachsene.

Man quält die kleinen und die großen Leute ohne jegliches Erbarmen.

Es ist infam.

36

Freitag, 12. August 2005, 19:12

Nur zur genaueren Differenzierung, was unter einer Otits media verstanden wird in dieser Diskussionsrunde.
Viele Kinder werden vorgestellt mit Ohrenschmerzen mit bspw. nur leicht gerötetem TF im Randbereich und vielleicht noch einer leichten Gefäßinjektion, ohne Fieber, ohne sonstige Anzeichen für einen ausgeprägteren Luftwegsionfekt. Behandeln Sie diese Patienten sofort antibiotisch.
Oder ist bei dem Begriff MOE hier wirklich die eitrige Otitis media acuta mit entsprechend hohem Fieber usw. gemeint.

Zusatzfrage:
Welches Antibiotikum verwenden Sie als Mittel der ersten Wahl Herr Dr. Kinderarzt.
Welche Analgetika bevorzugen Sie ?

37

Freitag, 12. August 2005, 19:35

Es ist nicht so einfach,weil die KÄ per Instrumentarium wesentlich schlechter sehen als die HNO-Kollegen;deshalb schicke ich da im Zweifelsfalle auch hin.

Sie kriegen auch nicht immer den klassischen Befund einer MOE zu sehen;und das Kind jammert trotzdem vor eindeutig lokalisierbaren Schmerzen.

Da behandele ich antibiotisch und mit Schmerzmitteln und zwar mit Amoxicillin und Paracetamol.Dazu je nach Befund allermeist abschwellende Nasentropfen.

Bei starken Schmerzen(die Kinder sind wirklich arm dran) gibts in der Praxis erstmal Novaminsulfon (1 Tropfen pro Lebensjahr;oder auch mehr).Das wirkt in 5-10 Minuten.

Wem schadet diese Behandlung?

38

Freitag, 12. August 2005, 19:59

Ich habe mit Paracetamol bei Otitis eher schlechtere Erfahrungen gemacht und habe mit Ibuprofen deutlich bessere Erfolge.
Für wichtig, vor allem bei größeren Kindern, an die das Vorgehen vermittelbar ist, halte ich die Autoinflation mittels Luftballonaufblasen oder auch anderen Möglichkeiten. Das Ganze in Verbindung mit einer zeitlich begrenzten Gabe eines nasalen alpha-Adrenergikums, auch wenn hierzu entsprechende Studien keinen Vorteil gegenüber der Gabe von Plazebo zeigen.
Bei kleinen Kindern ist eben die Technik einer Autoinflation schwer vermittelbar, ein freier Nasen-Rachenraum jedoch ebenfalls wichtig.
Wichtig für die Schmerzlinderung ist in jedem Fall eine Druckentlastung im Mittelohr und das eben über die Eustach`sche Röhre und nicht erst durch eine Trommelfellperforation, die wir ja alle vermeiden wollen.
Ich sehe dieses Phänomen oft, daß bei Kindern, die die Autoinflation gut durchführen können, die Schmerzen so rasch verschwinden, daß in dieser Zeit das Antibiotikum noch gar nicht zur Wirkung gekommen sein kann, auch wenn eine eitrige bakterielle Infektion durch einen erhöhten CRP-Wert untermauert ist.
Die Antibiose ist bei eitriger Infektion sicher wichtig, zur schnellen Schmerzbekämpfung halte ich aber die genannten Maßnahmen zusätzlich zu einer sinnvollen Analgesie für wichtiger.

39

Freitag, 12. August 2005, 20:30

Das ist gut.

Und man sollte alle Ärzte,die fürs spekulative Zuwarten(dank idiotischer "Leitlinien") immer fragen,was sie mit ihren eigenen Kindern machen würden.

Der CRP-Wert und das Blutbild sind allenfalls was für die Klinik,wenn eh mehr oder weniger quälend Blut abgenommen wird.

Ich halte das für akademisch bis abrechnungstechnisch - und somit in der Praxis für fast immer überflüssig.

Wird aber oft sinnloserweise gemacht.

Ich komme so evident seit über 13 Jahren klar und in meiner Medizinzeit seit 1978.

Die Ohrentzündungen wurden effektiv behandelt und nach 1-2 Tagen war Schmerzfreiheit da.

Folgeprobleme/Rezidive waren selten und sind inzwischen eine Rarität.

Nur das zählt.

40

Freitag, 12. August 2005, 20:53

Stimmt. Bei meinen eigenen Kindern, die ich viel engmaschiger kontrollieren kann fange ich bei fieberfreien Ohrenschmerzen und entsprechend leichtem otoskopischen Befund sicher nicht sofort mit einer antibiotischen Behandlung an sondern mit den in 037 genannten Maßnahmen und habe damit eben auch innerhalb weniger Stunden meist Schmerzfreiheit. Es kam bisher selten vor, daß dann noch ein Antibiotikum notwendig wurde. Und von häufigen Rezidiven kann nicht die Rede sein.
Ich denke es ist eine falsche Vorstellung, die auch bei Patienteneltern häufig besteht, daß bei akut aufgetretenen Ohrenschmerzen sofort ein Antibiotikum gegeben werden muß zur Schmerzlinderung und hierfür womöglich nachts um 3 Uhr noch ein Notdienst aufgesucht wird. Das Antibiotikum ändert in dieser Akutsituation nichts an den Ohrenschmerzen. Wichtig ist eine sinnvolle Analgesie mit Ibuprofen, das Eltern möglichst immer zuhause haben sollten. Das Kind hingegen mitten in der kalten Nacht zu einem Notdienst zu scheuchen, nur um an ein Antibiotikum zu kommen, das halte ich für massive Kinderquälerei. Wichtiger ist es in dieser Situation abschwellende Nasentropfen zu verabreichen, das nimmt den Druck (der Hauptgrund für die akuten Schmerzen) sowie die Gabe von bspw. Nurofensaft. Am Tag kann dann bei weiterm Bestehen der Ohrenschmerzen der Kinderarzt aufgesucht werden, was sich dann oft auch schon erübrigt.

suche auf Kidmed