Ich habe mit Paracetamol bei Otitis eher schlechtere Erfahrungen gemacht und habe mit Ibuprofen deutlich bessere Erfolge.
Für wichtig, vor allem bei größeren Kindern, an die das Vorgehen vermittelbar ist, halte ich die Autoinflation mittels Luftballonaufblasen oder auch anderen Möglichkeiten. Das Ganze in Verbindung mit einer zeitlich begrenzten Gabe eines nasalen alpha-Adrenergikums, auch wenn hierzu entsprechende Studien keinen Vorteil gegenüber der Gabe von Plazebo zeigen.
Bei kleinen Kindern ist eben die Technik einer Autoinflation schwer vermittelbar, ein freier Nasen-Rachenraum jedoch ebenfalls wichtig.
Wichtig für die Schmerzlinderung ist in jedem Fall eine Druckentlastung im Mittelohr und das eben über die Eustach`sche Röhre und nicht erst durch eine Trommelfellperforation, die wir ja alle vermeiden wollen.
Ich sehe dieses Phänomen oft, daß bei Kindern, die die Autoinflation gut durchführen können, die Schmerzen so rasch verschwinden, daß in dieser Zeit das Antibiotikum noch gar nicht zur Wirkung gekommen sein kann, auch wenn eine eitrige bakterielle Infektion durch einen erhöhten CRP-Wert untermauert ist.
Die Antibiose ist bei eitriger Infektion sicher wichtig, zur schnellen Schmerzbekämpfung halte ich aber die genannten Maßnahmen zusätzlich zu einer sinnvollen Analgesie für wichtiger.