Das ist schon unheimlich:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/38…ch_Gardasil.htm
HPV: Gardasil-Impfung sicher – Kritik am Marketing
Atlanta/New York City – Die HPV-Impfung hat sich in den ersten zweieinhalb Jahren ihrer Anwendung in den USA als sicher erwiesen. Nach einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 302: 750-757) waren Synkopen die einzige auf die Impfung zurückzuführende Komplikation. Public Health- Forscher kritisieren indes das Marketing des Herstellers.
In den USA sind die Hersteller von Impfstoffen verpflichtet, ihnen bekannt gewordene Zwischenfälle an das Vaccine Adverse Event Reporting System oder VAERS weiterzuleiten, das von den beiden Behörden Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und der Food and Drug Administration (FDA) eingerichtet wurde.
Zwischen Juni 2006, als der Impfstoff Gardasil® in den USA eingeführt wurde, und Ende 2008 sind 12.424 Meldungen zu “adverse events following immunization” (AEFI) eingegangen, darunter waren 772 schwere Zwischenfälle, einschließlich 32 Todesfällen.
Diese Todesfälle standen nach Einschätzung von Barbara Slade von der CDC jedoch nicht in einem kausalen Zusammenhang mit der Impfung. Bei insgesamt 23 Millionen Impfdosen, die bis Ende 2008 in den USA verabreicht wurden, ist rein statistisch mit einer gewissen Zahl von Todesfällen zu rechnen, die zufälligerweise nach der Impfung auftraten.
Ein Tod an einer diabetischen Ketoazidose oder einer bakteriellen Meningitis, um zwei Beispiele zu nennen, lässt sich nicht auf eine Impfung zurückführen. Schwieriger fällt die Entscheidung bei den 42 AEFI, die ein Guillain-Barré Syndrom betreffen, einer neurologischen Erkrankungen, die in der Vergangenheit mit Grippe-Impfungen in Verbindung gebracht wurde.
zum Thema
Abstract der Studie Slade et al.
Abstract der Studie Rothman
PDF eines Editorials
Pressemitteilung des Herstellers
Vaccine Adverse Event Reporting System
aerzteblatt.de
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Gardasil bald auch für Jungen
Aber auch hier kommen Slade und Mitarbeiter zum Schluss, dass ein Zusammenhang unwahrscheinlich ist. Sie begründen dies mit einer „proportional reporting ratio” (PRR) von 0,4. Die PRR setzt die Zahl der AEFI zu einem Medikament zur Zahl der AEFI zu mehreren anderen Medikamenten der Datenbank in Beziehung. Ein Wert unter 1 spricht gegen einen Verdacht oder in den Worten der Autoren: Die Screening-Kriterien für eine Signaldetektion waren nicht erfüllt.
Nur in zwei Bereichen sehen Slade und Mitarbeiter einen möglichen Zusammenhang: Dies war einmal bei Synkopen der Fall, die nach den Impfungen mit einer Rate von 8,2/100.000 Impfdosen gemeldet wurden und sich leicht als die Folge einer im Teenageralter erhöhten Nervosität deuten lassen. Dies dürfte auch auf Schwindelgefühle zutreffen, die mit eine Rate von 6,8/100.000 Impfungen gemeldet wurden.
Das zweite Signal war ein Anstieg der venösen Thromboembolien. Sie waren zwar selten (Rate 0,2/100.000 Impfdosen), aber doch häufiger als erwartet. Die Autoren führen diese Komplikation allerdings nicht auf die Impfung zurück, sondern auf die häufigere Einnahme von oralen Kontrazeptiva bei den Teenagern und Frauen. Das ist durchaus plausibel, da die Impfung ja vor einer sexuell übertragbaren Infektion schützt.
Dass es nach der Impfung gelegentlich zu lokalen Reaktionen an der Einstichstelle kommt, war zu erwarten. Die Häufigkeit war mit 7,5/100.000 Impfdosierungen allerdings gering – wobei man sicherlich annehmen muss, dass nur die wenigsten Reaktionen überhaupt gemeldet wurden.
Die Ergebnisse der Stelle stellen die Sicherheit der Impfung deshalb nicht infrage und Einschränkungen der Indikation sind nicht zu erwarten. Was aber nicht bedeutet, dass die Impfung in den USA nicht umstritten ist.
Zu den Kritikern gehört Sheila Rothman von der Mailman School of Public Health an der Columbia Universität in New York City. Sie beklagt in einem Beitrag (JAMA 2009; 302: 781-786) das Marketing des Herstellers, der nach der Einführung des Impfstoffs Fortbildungen von drei Fachgesellschaften (American College Health Association, American Society for Colposcopy and Cervical Pathology und die Society of Gynecologic Oncologists) mit 750.000 US-Dollar gefördert hat, was der Hersteller nicht bestreitet.
Er will allerdings keinen Einfluss auf den Inhalt der Botschaften der Fachgesellschaften genommen haben. Nach den Recherchen Rothmans haben die Fachgesellschaften jedoch die Impfung weitgehend unkritisch empfohlen und damit einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Herstellers geleistet, der im letzten Jahr nach Zahlen der Wirtschaftspresse einen Umsatz von 1,4 Milliarden US-Dollar mit Gardasil erzielt hat. © rme/aerzteblatt.de