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Negativpreis für "Die große Show der Naturwunder"
"Saure Gurke" für Frauenkörper als Anschauungsobjekt
Naturwunder für jedermann verständlich im Fernsehen zu erklären, ist eine Herausforderung. Mit Hilfe von leicht bekleideten Frauenkörpern jedoch gehe das nicht in jedem Fall, entschieden die Medienfrauen von ARD, ZDF und ORF und verliehen der ARD-Wissenschaftssendung "Die große Show der Naturwunder" die "Saure Gurke". Der Negativpreis "prämiert" Beiträge in öffentlich-rechtlichen Sendern, die Frauen diskriminieren.
Die Wissenschaftssendung mit Frank Elstner und Ranga Yogeshwar habe sich die "Saure Gurke" damit verdient, dass sie leicht bekleidete Frauenkörper als Projektionsfläche wissenschaftlicher Erkenntnisse dargestellt habe. "Die Zuschauerin registriert beglückt, was sich an Frauenkörpern alles erklären lässt - wenn sie spärlich bekleidet sind oder in der Badewanne sitzen", heißt es in der ironischen Begründung der Jury, "die Kälteunempfindlichkeit des Eisbären ebenso wie die besonderen Selbstreinigungskräfte des Lotusblattes".
Seit 26 Jahren "Saure Gurke"
Die "Saure Gurke" wird seit 26 Jahren von den Medienfrauen verliehen und stellt Beiträge im öffentlich-rechtlichen Rundfunk heraus, in denen Frauen gar nicht vorkommen, klar unterrepräsentiert erscheinen oder diskriminierend dargestellt werden. Ziel ist nach Angaben der Gurken-Jury "ein kritischer Blick auf das eigene Programm".
Wie die Medienfrauen von ARD, ZDF und ORF zum Abschluss ihres Herbsttreffens in München mitteilten, erhielt zudem Sportmoderator Waldemar Hartmann für seine Sendung "Waldis WM-Club", die während der Fußball-Weltmeisterschaft in der ARD ausgestrahlt wurde, eine ironische "lobende Erwähnung" für sein darin vermitteltes Frauenbild.
"Frauen, strebt nach Macht!"
Zum Auftakt der Tagung hatte die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer vor Rückschlägen in der Emanzipation gewarnt. "Wir müssen sehr wachsam sein. Das, was wir erkämpft haben, ist nicht gesichert", sagte die Chefredakteurin der Zeitschrift "Emma". Als Besorgnis erregend empfinde sie den Mutterschafts- sowie den Schönheits- und Jugendwahn. Sie forderte die Frauen dazu auf, "in aller Gelassenheit nach Macht zu streben". Dabei meines sie nicht unbedingt die klassische Karriere. Vielmehr gehe es "um die Lust am Machen".
Stand: 15.10.2006 14:55 Uhr
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