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Die letzten 6 Beiträge

6

Samstag, 24. Juli 2004, 23:52

Von hella

Hallo Doktores,

vielen Dank für die ausführliche Antwort, vor allem an den HNO-Doktor!
Letztes Jahr sind wir gleich zum HNO-Arzt gegangen, der hat sich auch gut darum gekümmert, einmal haben wir es erst spät bemerkt, da ging es nur mit systemischer Antibiose.
Ich werde mal schauen, ob ich die Essig/Alkoholtropfen bekommebzw. anmischen lassen kann.
Diese Alkohol-glycerintropfen sind "The official product of The American Swimming Coaches Association", da habe ich mir gedacht, die probiere ich auch mal vorbeugend aus.
Ich werde mal berichten, ob es was taugt,wenn die Akutbehandlung abgeschlossen ist und ich die Tropfen benutze.
Gerade kommt mein Sohn reingerannt, ihm tut der Hals so doll weh und auf den Mandeln ist leider auch schon was zu sehen-- scheint so, daß ich ein Arzt-Abo dieses Jahr habe....

5

Freitag, 23. Juli 2004, 18:50

Von wovapa

Antiseptika wirken natürlich auch. Aber dann muss der Gehörgang wirklich ganz penibel gesäubert werden (Spülung allein reicht meistens nicht, sondern es ist noch ein zusätzliches Absaugen unter dem OP-Mikroskop notwendig): die Antiseptika haben einen sogenannten "Eiweißfehler". Bei anwesenden Proteinen (wie sie im Eiter vorkommen) ist die Wirkung der Antiseptika (zumindest von Betaisodona) nicht mehr so zuverlässig.

Im Prinzip ist die Wahl des Mittels zweitrangig. Wichtig ist, bei schweren und langwierigen Verläufen die Mittel zu wechseln, damit sich keine Resistenzen entwickeln. Normalerweise reicht aber eine einzige Substanz aus, um in kurzer Zeit die Entzündung zu beheben.

Auch Farbstoffe ("Castellani'sche Lösung", "Gentianaviolett", "Kresylgrün") wirken noch und werden auch vereinzelt noch angewandt. Ich verwende die Farbstoffe jedoch praktisch nicht mehr (wenn ein Fläschen Castellani-Lösung hinfällt, dann muss der Fußboden komplett erneuert werden!), weil sie bei schwieriger Handhabung weniger wirksam sind als die modernen Antibiotika. Betaisodona und auch Mercuchrom verwende ich noch, aber sehr selten - hauptsächlich als "Reservemittel", wenn sich Resistenzen gegen die üblichen Lokalantibiotika entwickelt haben.

4

Freitag, 23. Juli 2004, 18:28

Von Kidmed

Wie sind die Erfahrungen mit Antiseptika wie JVP(Betaisodona)?

Für die Anderen: Antiseptika sind nichts zum Einnehmen,aber äußerlich angewandt besonders wirkungsvoll.

3

Freitag, 23. Juli 2004, 17:24

Von wovapa

Wenn die Gehörgänge akut entzündet sind, dann bedarf es einer gründlichen Reinigung und einer lokalen Therapie mit Antibiotika und Cortison - am besten auf einem Mullstreifen, der in den Gehörgang gelegt wird. Dieser Streifen hat einen gewissen "Docht"-Effekt und hält die Medikamente fest. Der Streifen sollte 24 Stunden liegen bleiben. Falls die Entzündung nicht weg ist, kann die Streifeneinlage mehrfach wiederholt werden. Zur Nachbehandlung kommen dann auch Ohrentropfen infrage, die Cortison und Antibiotika enthalten.

Während eine lokalantibiotische Behandlung der Haut gewöhnlich nicht mehr praktiziert wird, ist das in den Gehörgängen anders. Die Gehörgänge sind eng und feucht: da beilden sich "feuchte Kammern", in denen die Erreger besonders gut gedeihen.

Wenn die akute Entzündung der Ohren beseitigt ist, ist der Gehörgang möglicherweise immer noch "anfällig" gegen neue Entzündungen.

Zur Vorbeugung: keine Wattestäbchen verwenden! Nur den Überschuss an Ohrenschmalz mit den Fingern und Papiertüchern entfernen! Der Ohrenschmalzfilm im Gehörgang ist normalerweise dünn und versiegelt die Gehörgangshaut gegenüber Wasser und Keime. Wenn man Wattestäbchen benutzt, dann "fräst" man damit den Schutzfilm heraus und man schmiert die Keime in die Gehörgangshaut, wie man mit einem Messer die Butter ins Brot schmiert!

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, dann empfehle ich zur Vorbeugung folgendes: an einem Tag in der Woche ein wenig Babypflegeöl in den Gehörgang träufeln (das kann mit einem Wattestäbchen geschehen, wenn die Watte getränkt und im Gehörgangseingang ausgedrückt wird). An einem anderen Tag der Woche kann man dann noch Alkohol-Essigsäure-Tropfen einträufeln.

Rezeptur:
Acid. acet. 98 % 0,4 ml
Äthanol 70 % ad 20,0 ml
c. pip.

Mit dieser Rezeptur habe ich recht gute Erfolge gesehen. Aber: eine zuverlässige Verhinderung von Gehörgangsentzündungen für alle Zeiten gibt es nicht! Es ist viel gewonnen, wenn man die Häufigkeit und die Heftigkeit der Entzündungen reduzieren kann!

Die von Ihnen genannten Alkohol-Glycerintropfen sind wahrscheinlich auch nicht schlecht; Erfahrungen damit habe ich jedoch nicht. Ich weiß auch nicht, ob die "Austrocknung" des Gehörganges durch Gylcerin relevant ist, glaube es aber nicht. Man muss diese Tropfen ja auch nicht täglich einträufeln. Und eine gewisse Abtrocknung ist ja auch erwünscht, weil man sonst ja die "feuchte Kammer" behält!

Sollte es unter dieser vorbeugenden Behandlung zur erneuten Gehörgangsentzündung kommen, dann suchen Sie bitte frühzeitig einen HNO-Arzt auf: je früher eine Behandlung erfolgt, desto weniger Schmerzen und desto kürzer die Behandlungsdauer.

Lesen Sie auch mal den Beitrag über die Gehörgangsreinigung:
Gehörgangsreinigung: wie ist es richtig?

Viele Grüße
W. Vahle

2

Freitag, 23. Juli 2004, 16:32

Von Kidmed

Ich denke,daß der HNO-Fachkollege Dr.Vahle (wovapa) was dazu schreiben wird.

1

Donnerstag, 22. Juli 2004, 19:23

Von hella

hallo an alle,

mein Sohn hat leider die Anfälligkeit, öfter mal diese Gehörgangsentzündung zu haben, letztes Jahr war es 3 mal auf beiden Seiten und dieses Jahr einmal (aktuell).
Behandelt wird das wie üblich mit Ohrentropfen (Antibiotika und Cortison) , er braucht keine oralen, wir habens schnell gemerkt.
Was halten Sie von den Ohrentropfen, die man vorbeugend in die Ohren tun soll nach dem Schwimmen/Duschen? Inhaltsstoffe sind :
95 % Alkohol und 5% Glycerin.
Das soll das Wasser in den Ohren trocknen .

Ob das nicht zu viel austrocknet, trotz Glycerin?
Ohren abtrocknen macht er, Fingernägel sind auch ganz kurz ( wenn es anfängt zu jucken fängt er sonst natürlich auch noch an zu pulen). Ich habe einfach keine Lust mehr auf diese Ohrengeschichten, zumal das ja auch schmerzhaft für mein Söhnchen ist.
Vorschläge erbeten ...

Gruß Hella

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