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Die letzten 10 Beiträge

135

Dienstag, 31. Mai 2011, 20:52

Von Kidmed

Der aufhörende,sehr langjährige unsägliche Präsident der unsäglichen Bundes-"Ärztekammer" :

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46…-Leistungen.htm


Hoppe warnt vor Missbrauch von IGel-Leistungen
[img]http://www.aerzteblatt.de/image.asp?id=43876[/img] Jörg-Dietrich Hoppe /Gebhardt
Kiel – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe, hat seine Berufskollegen aufgefordert, ihren Patienten keine Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL)aufzudrängen. „Ich weiß um die Not einiger Kollegen bei den IGeL-Leistungen, weil es nicht immer so einfach ist, eine genaue Grenze zu ziehen zwischen dem, was medizinisch notwendig ist, und dem, was von den Patienten als Wunschleistung gefordert wird und auch noch ärztlich empfehlenswert ist“, sagte Hoppe bei der Eröffnungsfeier des 114. Deutschen Ärztetags am Dienstag im Kieler Schloss.

Es dürfe aber auf gar keinen Fall passieren, dass der Eindruck entsteht, bei IGeL-Leistungen gehe es nur um zusätzliche Einnahmen. Hoppe forderte alle Ärzte auf, die Regeln für das Erbringen von individuellen Gesundheitsleistungen, die der 109. Deutsche Ärztetag in Magdeburg verabschiedet hat, konsequent umzusetzen. „Die Einhaltung dieser zehn Punkte - und das gebe ich Ihnen als kleines Vermächtnis mit – wird maßgeblich das Vertrauen der Patienten in uns Ärzte bestimmen“, sagte Hoppe unter dem Applaus der Delegierten.

[img]http://www.aerzteblatt.de/image.asp?id=43885[/img] Daniel Bahr und Jörg Dietrich Hoppe /Gebhardt
Im Beisein des neuen Bundes­gesund­heitsministers Daniel Bahr (FDP) lobte Hoppe die Zusammen­arbeit mit dem Ministerium.

„Über einen Erfolg bin ich auf diesem, meinem letzten Ärztetag als Präsident der Bundes­ärztekammer, besonders froh: die neue Dialog­kultur mit dem Bundes­ministerium für Gesundheit, die Offenheit, mit der wir jetzt endlich über die Probleme reden können.“

Das sei nicht immer so gewesen. Jahrelang sei der freiberufliche Arzt erklärtes Feindbild staatsmedizinischer Doktrin gewesen. „Wir sollten nur noch als Ärzte der Krankenkassen arbeiten dürfen. Stellen Sie sich das mal vor – Kassenarzt der City BKK", sagte Hoppe.

Den Entwurf eines Versorgungsgesetzes, den das Gesundheitsministerium Ende vergangener Woche pünktlich zum Deutschen Ärztetag präsentiert hatte, lobte Hoppe in einigen Aspekten: „Wir finden Ideen wieder, die zukunftsfähig sind, sei es zum Berufsübergang vom Medizinstudium zur Niederlassung, zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder zur Sicherung der ärztlichen Freiberuflichkeit“. Auch der Vorschlag zur Optimierung der Entscheidungsstrukturen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sowie zum Bürokratieabbau sei grundsätzlich zu begrüßen.

„Allerdings wünschen wir uns vor dem Hintergrund der Intransparenz der G-BA-Entscheidungen eine stimmberechtigte Beteiligung der Bundesärztekammer", erklärte Hoppe unter dem Applaus der Delegierten. Zudem könne es keine wirkliche Modernisierung der Bedarfsplanung geben, wenn die Landesärztekammern bei den sektorenübergreifenden Koordinierungsstellen nicht beteiligt würden.

„Nur die Ärztekammern bringen die notwendige sektorenübergreifende Perspektive zur Bedarfsplanung ein. Nur sie verfügen über die übergeordnete Definitionskompetenz der Qualitätssicherung, mit denen das Versorgungsangebot maßgeblich gesteuert werden kann", so Hoppe. „Nur die Ärztekammern können das zentrale Bindeglied zwischen allen Ebenen der ärztlichen Versorgung sein.“

Klare Ablehnung der GOÄ-Offnungsklausel
Mit aller Deutlichkeit wandte sich der Ärztepräsident in seiner Rede noch einmal gegen die vom Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) geforderte Öffnungsklausel in der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Er warf den PKV-Unternehmen vor, die Rechtsverbindlichkeit der GOÄ auflösen und über die Öffnungsklausel Ärzte gegeneinander ausspielen zu wollen, um so mit Dumpingpreisen für ärztliche Leistungen ihre Rendite zu steigern.

Der Wildwuchs und die Gier in dieser Branche seien mittlerweile so groß, dass die Unternehmen selbst das Bundesversicherungsamt als Aufsichtsbehörde um Hilfe gebeten hätten. Gleichwohl besäßen dieselben Leute die Unverfrorenheit, Ärzte täglich mit infamen Unterstellungen über Mehrausgaben an den Pranger zu stellen.

Hoppe erinnerte Bahr daran, dass dessen Amtsvorgänger PhilippRösler (FDP) der Bundesärztekammer nach einer gemeinsamen Sitzung im August 2010 erklärt habe, dass der BÄK-Vorschlag zur GOÄ-Reform die Grundlage der anstehenden Novellierung bilden solle. „Jetzt erwarten wir allerdings auch Taten. Wir brauchen die Reform der Gebührenordnung jetzt, in dieser Legislaturperiode“, forderte Hoppe.

Auch in seiner letzten Rede als Präsident der Bundesärztekammer scheute sich Hoppe nicht, heiße Eisen anzufassen. „Für meine Forderung, Priorisierung vor dem Hintergrund der Ressourcenbergrenzung und steigender Behandlungsbedürftigkeit der Menschen offen zu diskutieren, bin ich hart geprügelt worden – nicht nur von meinen Feinden", sagte Hoppe.




zum Thema
aerzteblatt.de
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Dennoch bleibe er dabei und wiederholte noch einmal: „Bei begrenzten Ressourcen und steigender Morbidität ist die Diskussion um die Priorisierung als Instrument der transparenten Verteilungsgerechtigkeit unabdingbar.“ Die Diskussion werde schon seit Jahren auf wissenschaftlicher Ebene geführt.

„Ich bin zuversichtlich, dass sie auch auf der politischen Ebene Platz greifen wird.“ Keiner, der ernst genommen werden wolle, leugne noch, dass es Rationierung in der Versorgung gebe. Bahr erklärte erneut, wie schon seit Amtsvorgänger Rösler vor einem Jahr, er wolle diese Debatte nicht führen: Die Finanzierung des Gesundheitswesens müsse so stabil gestaltet werden, dass Debatten über eine Rationierung oder Priorisierung unnötig werden, erklärte er.

Hoppe betonte, dass es bei der Hilfe für Sterbende zur Selbsttötung keine Kurskorrektur der Ärzteschaft gebe. „Es muss jetzt für jeden klar sein, dass Ärzte keinen Suizid unterstützen dürfen, denn Töten gehört nicht in das Handwerkszeug von Ärztinnen und Ärzten“, betonte er.

Dagegen hat die Bundesärztekammer ihre Position zur Präimplantationsdiagnostik (PID) verändert und plädiert nun für eine begrenzte Zulassung. „Ich habe immer wieder gesagt, dass es mir am liebsten wäre, es gebe weder die Pränataldiagnostik, noch die PID“, bekannte er. „Aber das eine bedingt das andere.“

Noch bis zum Freitag diskutieren die 250 Delegierten des Ärztetages über aktuelle und grundsätzliche Themen der Gesundheits- und Standespolitik, unter anderem über die Novellierung der (Muster-)Berufsordnung, Palliativmedizin und Präimplantationsdiagnostik.

Zudem wählen die Delegierten den Nachfolger von Hoppe als Präsident der Bundesärztekammer. Zum Schluss seiner Rede wünschte Hoppe seinem Nachfolger im Amt Kraft und Beharrlichkeit, für all das zu streiten, was diesen Arztberuf so schön macht – „und trotz der herausgehobenen Bedeutung dieses Amtes, Arzt zu bleiben.“ © fos/aerzteblatt.de

134

Freitag, 1. April 2011, 01:50

Von Kidmed

Die Ausschlachtung der vorher total verblödeten Kunden :

http://www.arzt-waldbronn.de/igel.htm


Als IGeL werden Leistungen angeboten, die

ï‚· nicht medizinisch notwendig sind (z. B. Untersuchungen
für Sport und Reise, ästhetische Eingriffe),

ï‚· zur Prävention jenseits der GKV-Vorsorge-Untersuchungen
(z.B. Check-Ups außerhalb des Turnus, Untersuchungen ohne
klinische Hinweise) dienen,

ï‚· eine möglichen Steigerung des Wohlbefindens hervorrufen
sollen (z.B. sogenannte "Wellness"-Angebote)

ï‚· allein der wirtschaftlichen Besserstellung der
anbietenden Praxis dienen (z. B. "Nachweismethoden",
mit denen nichts nachgewiesen werden kann)


Da es sich i.d.R. nicht um medizinisch indizierte
Leistungen handelt, sollten Sie sich keinesfalls unter
Zeitdruck setzen lassen. Wenn Sie eine Woche Bedenkzeit
einlegen, haben Sie die Möglichkeit, z.B. bei Ihrer
Krankenkasse nachzufragen, ob die Behandlung sinnvoll ist
und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.


Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn

ï‚· Ihr Arzt eine sehr große Angebotspalette an IGeL
im Programm hat

ï‚· Unter den angebotenen Methoden unsinnige oder nicht
belegte Nachweismethoden sind

ï‚· Unter den angebotenen therapeutischen Verfahren solche ohne
Wirksamkeitsbeleg sind

ï‚· Die Frage nach der Notwendigkeit ausweichend beantwortet
wird, das Verfahren aber gleichzeitig sehr angepriesen wird

ï‚· Die Frage, wofür oder wogegen die IGeL sein soll, nicht
konkret beantwortet wird, sondern Aussagen folgen wie:

- Das ist allgemein gut für Sie

- Das dient der allgemeinen Stärkung

- Das stärkt Ihr Immunsystem

- Das reinigt Sie von innen

- Das hilft Ihnen zu entschlacken

- Das sind Vitamine, die brauchen Sie in Ihrem
Alter/Zustand/Stress

- Das sollte Ihnen Ihre Gesundheit wert sein

- Das unterstützt Ihre Heilung auf sanfte Weise

- Ich habe da viele zufriedene Patienten/Kunden

- Sehr viele Patienten fühlen sich besser damit

- Meine Familie nimmt das auch

- usw.

Seien Sie skeptisch bei Infusionen, die Sie selbst
bezahlen sollen.

Denken Sie immer daran: Sie haben die Wahl, die Entscheidung
liegt völlig bei Ihnen. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrer
Krankenkasse nach, dort erhalten Sie einen Rat, der unabhängig
von der konkreten Beratungssituation beim Arzt ist.


Weitere Informationen:

http://www.ratgeberrecht.de/sendung/beit…2003042701.html

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/9/0,1872,2030953,00.html

http://www.geburtskanal.de/index.html?ma…m.jhtml?Banner=

http://www.aerztlichepraxis.de/aktuell/a…19/politik/igel

http://www.aerztlichepraxis.de/aktuell/a…52/politik/igel

http://www.krankenkassen-direkt.de/servi…&faq=7353255#06

http://www.abc-der-krankenkassen.de/IGEL.htm

http://www.synlab.de/laborleistungen.php


Zur Gebührenordnung für Ärzte:

www.medical-text.de/abrechnunggoae/goae_…AE_011-073G.PDF

133

Montag, 13. Dezember 2010, 22:01

Von Kidmed

ZAHLEN SIE DEM GANZEN DRECKSPACK NIEMALS WAS !

NIX UNTERSCHREIBEN !

DAS DA SIND IHRE FEINDE BIS AUFS BLUT :

Leute,die sich "Ärzte" nennen

132

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 23:41

Von Kidmed

Deutsches Ärzteblatt-Newsletter von heute :


Studie wirft Ärzten inkorrektes Verhalten bei IGeL-Verkauf vor

Berlin – Ärzte bieten ihren gesetzlich versicherten Patienten private Zusatzleistungen häufig formal nicht korrekt an. Das konstatiert eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Danach ist der Markt für die Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) auf mittlerweile 1,5 Milliarden Euro angewachsen.

Inzwischen werde mehr als jedem vierten Versicherten (28,3 Prozent) binnen Jahresfrist eine medizinische Leistung auf Privatrechnung verkauft. Die geforderte schriftliche Vereinbarung von Privatleistungen an gesetzlich Krankenversicherte unterblieb aber laut dem Institut in 54,4 Prozent der Fälle, die Einnahmen für jede siebte Privatleistung seien sogar ohne Rechnung entstanden. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen WIdOmonitors, einer repräsentativen bundesweiten Befragung von 2.500 gesetzlich Versicherten.

Nach Aussage der Patienten ging die Initiative für IGeL meistens vom Arzt aus.Die weitere Analyse zeige, dass Ärzte die IgeL vor allem Patienten mit höherem Einkommen anböten. Während in der unteren Einkommensgruppe unter 1.000 Euro nur jeder Sechste Privatleistungen angeboten bekam, berichtet bei Einkommen über 4.000 Euro mehr als ein Drittel der befragten Versicherten über entsprechende Erfahrungen in der Arztpraxis.

zum Thema

* Mehr Informationen des WidO

Die meisten IGel-Angebote entfallen laut WIdO-Analyse auf Ultraschalluntersuchungen (20 Prozent), gefolgt von Glaukomvorsorgeuntersuchungen (16,2 Prozent) und Verordnungen von Medikamenten oder Heil- und Hilfsmittel (11,5 Prozent). Auf diese drei Leistungsgruppen entfalle fast die Hälfte aller IGeL-Angebote.

Dabei bietet die Ärzteschaft private Zusatzleistungen mit unterschiedlicher Intensität an. An der Spitze liegen Augenärzte und Gynäkologen, sie bieten im Mittel sechs- bis siebenmal so häufig wie Allgemeinmediziner IGeL an. Es folgen Urologen, die fünfmal so häufig private Zusatzleistungen anbieten sowie Orthopäden und Hautärzte mit rund dem vierfachen Angebot im Vergleich zum Durchschnitt der Allgemeinmediziner.

Laut Gerhard Schillinger vom AOK-Bundesverband stellen Ärzte häufig auch Leistungen als IgeL in Rechnung, die eigentlich Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen seien. Das gelte zum Beispiel für medizinisch notwendige Ultraschalluntersuchungen oder das Hautkrebsscreening.

Die Analysen zeigten, dass der IGeL-Markt das Arzt-Patienten-Verhältnis belaste, so Klaus Zok, Studienleiter im WIdO. Drei Viertel der befragten Patienten (76,9 Prozent) befürchteten eine Verschlechterung des Vertrauensverhältnisses zum Arzt, 17,9 Prozent erwarteten eine Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung.

Dagegen wehrte sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). „Einzelne IGeL können für Patienten individuell absolut sinnvolll sein”, sagte der Pressesprecher der KBV, Roland Stahl, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Er betonte, Ärzte setzten IgeL behutsam zum Nutzen ihrer Patienten ein.

Das Wido räumte ein, dass „einige Angebote durchaus medizinisch sinnvoll sind”. Dazu zählt das Institut Impfungen vor Fernreisen. Andere Angebote würden dagegen „kritisch diskutiert”. Kennzeichnend für „IGel” sei vor allem professionelles Marketing. Inzwischen seien hier Unternehmensberater und Kommunikationstrainer aktiv. Die Verbrauchzentralen raten laut Wido, Angebote kritisch zu hinterfragen. © hil/aerzteblatt.de

131

Samstag, 28. Februar 2009, 07:27

Von Kidmed

http://www.monsterdoc.de/2009/meine-top-10-der-igel/

So läuft die Scharlatanerie-Betrugs-Gelddruck -Maschine.


Wir brauchen endlich ein Gesetz,das schwere Desinformation und Volksverblödung bei Höchststrafen verbietet - analog zum Holocaust-Gesetz.

130

Sonntag, 7. Dezember 2008, 12:40

Von Kidmed

Betrügerische selbst zu zahlende "Gesundheitsleistungen",die keine sind.
« am: Heute um 05:38:15 » Zitat Ändern Löschen

--------------------------------------------------------------------------------
Das betrifft Sie massivst selbst:

Die esoterische und völlig wirkungslose Pseudomethoden von krminellen Abzocker-"Ärzten" -IGel genannt.

So Igeln Schweine-igel 1100493206

Bitte unbedingt lesen.

Es ist wahrhaftig unglaublich.

Lassen Sie sich nicht reinlegen.

Nehmen Sie Zeugen mit.

Holen Sie sich Überlegens-Zeit und erkundigen Sie sich erstmal hier,bei Wikipedia,www.kidmed.info und den Krankenkassen

Rechnungen von Scharlatanerie-Betrügern muß man nicht bezahlen.-Der juristische Begriff ist die Unerbringbarkeit einer "Leistung".

Bitte NICHTS unterschreiben oder gar bar bezahlen.

Auch bei den wenigen seriösen IGe-Leistungen Rechnungs- und Steigerungs-Faktor vorher schriftlich fixieren lassen.

129

Sonntag, 7. Dezember 2008, 10:22

Von Kidmed

Leute,die sich "Ärzte" nennen:

Leute,die sich "Ärzte" nennen

128

Sonntag, 7. Dezember 2008, 10:11

Von Kidmed

Aus dem STERN:

GesundheitssystemSeiten 1 | 2 | 3

Rechnung folgt!

Allgemeinarzt Rainer Spichalsky aus Friedberg verdienst 180 Euro pro Stunde - indem er seinen Patienten teure Extras verkauft


Mit so genannten IGel-Angeboten machen viele Ärzte Kasse. Die Therapien sind oft wirkungslos - und die Patienten müssen sie selbst bezahlen.

Patienten, die zu Dr. med. Rainer Spichalsky zum "Check-up in der Früh" kommen, wird nicht nur ein Frühstück serviert - in der neuen Praxis des Allgemeinmediziners in Friedberg gibt es noch etliche Extras. Zum Beispiel die üppigen Angebotsmappen von Spichalsky und seinen drei Kollegen: Im Leistungskatalog stehen mehr als 50 Heilofferten. Alles, was irgendwie gesünder machen soll: von der Aufbauinfusion bis hin zur Modetherapie Kinesiology.

"Wer als Arzt nicht unternehmerisch denkt, wird keine Überlebenschance haben", sagt der Doktor und verweist auf seinen finanziellen Erfolg. 3.000 Kassen- und 1.000 Privatpatienten strömen pro Quartal in seine "kundenorientierte Dienstleistungs-Praxis" und den angegliederten Gesundheitsladen voller Tees, Vitamine und Fischölkapseln. Seinen Stundenlohn beziffert er auf 180 Euro, seine leitenden Arzthelferinnen fahren Dienstwagen. Der Geschäftssinn des Medizinmannes wurde jetzt mit einem Siegerpreis im "Ärztezeitungs"-Wettbewerb "Deutschlands beste IGel-Praxen" honoriert.



Teure Extras
Lassen Sie sich den Preis vom Arzt schriftlich geben
Nicht alle IGel-Angebote sind schlecht. Sinnvoll sind etwa: Reiseimpfungen, ärztliche Atteste, sportmedizinische Untersuchungen (z. B. für Taucher) oder Ernährungsberatung. Zu den umstrittenen Leistungen zählen Eigenblutbehandlungen mit Ozon, Sauerstoff- und UV-Bestrahlung, Bioresonanztherapie, Knochendichtemessung und Labortests etwa auf Umweltgifte. Fragen Sie Ihre Kasse, ob und warum sie die Therapie nicht zahlt. Der Arzt sollte eine schriftliche Preisvereinbarung auf Basis der ärztlichen Gebührenordnung vorlegen. Vorsicht: Er kann auf den Grundpreis ein Mehrfaches aufschlagen. Nehmen Sie sich Bedenkzeit vorm Unterschreiben.
IGel sind "Individuelle Gesundheitsleistungen", die jeder Praxiskunde selbst bezahlen muss. Die Krankenkassen übernehmen nur, was "medizinisch sinnvoll, notwendig, ausreichend und wirtschaftlich" ist. Viele Doktoren wollen sich damit nicht zufrieden geben und suchen nach Zusatzeinkommen. Sie pilgern zuhauf zu Spichalsky, um auch Behandeln gegen Bares zu lernen.

Mit IGeln haben niedergelassene Ärzte im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro zusätzlich erwirtschaftet, schätzen Branchenexperten. 30.000 bis 50.000 Euro pro Praxis extra seien jährlich drin - routinierte IGel-Verkäufer schaffen gut das Doppelte. Wie Uwe Tippmar, Facharzt für Innere Medizin aus Wesendorf, der auf einem Verkaufskongress in Bad Homburg mit seinem IGel-Jahresumsatz von 132.660 Euro prahlte. Tippmars Gewinnmaximierung begann bescheiden mit Diätberatung. Inzwischen betreibt er ein Vital-Center mit Verkaufsausstellung, propagiert sein eigenes Schlankheitsprogramm und bietet Anti-Aging-Beratung an.

Nicht jedem Arzt fällt es leicht, mit den Patienten beim Magenabtasten über Moneten zu reden. Über diese Hemmschwelle helfen IGel-Kongresse hinweg. "Raus aus der Ethikfalle", "Beauty und Wellness für den Hausarzt" oder "Leichter IGeln bei erektiler Dysfunktion" heißen die Themen für das "neue Praxismarketing mit System". Pharmawerber, Praxis-Coaches, Abrechnungsexperten und Zeitmanager weisen dort den versammelten Ärzten den Weg in die Welt der Selbstzahlermedizin. Die reine Behandlung auf Kassenkarte gilt in diesen Kreisen nur noch als "solidarische Wohltätigkeitsveranstaltung".

Jürgen Windeler von Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen warnt: "Die meisten IGel sind schlicht überflüssig, lediglich eine lukrative Einnahmequelle für Ärzte"


In angegliederten Verkaufsausstellungen wird für IGel-Seminare geworben: "Anti-Aging: heute gelernt, morgen angewendet". Oder "Thymus-Therapie, ein idealer Einsteiger-IGel". Weil "Wartezeit auch Werbezeit" ist, sollen die Patienten bereits im Wartezimmer mit Videos und TV-Spots animiert werden. Labore, die danach beim Diagnostizieren von Hormondefiziten, Stressschäden, allgemeiner Lustlosigkeit oder Haarausfall mit dem Arzt gemeinsam Kasse machen wollen, ködern wiederum die Mediziner: Nach Abrechnung der Laborkosten seien - beispielsweise beim Basis-Check - "noch mehr als 40 Euro für Sie" drin.

Medwell, eine Serviceagentur "für innovatives IGeln", trainiert seit Jahren Doktoren aufs Abkassieren. Erfunden wurden die Zusatzleistungen 1998 von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, um den Ärzten nach der Gesundheitsreform des damaligen Ministers Horst Seehofer (CSU) ein Schlupfloch für Zusatzeinnahmen zu öffnen. Seine derzeitige Nachfolgerin im Amt, Ulla Schmidt (SPD), hält das zunehmende IGeln für "eine Unsitte", der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses Klaus Kirschner für "üble Abzockerei".
"Die meisten IGel sind schlicht überflüssig", urteilt Professor Jürgen Windeler vom Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen. "Die Kassen zahlen sie nicht, weil der Nutzen nicht wissenschaftlich erwiesen ist." Wie Störfeldmessung des Körpers oder eine Bioresonanztherapie, bei der angeblich negative Körperschwingungen in harmonische umgewandelt werden. "Diagnoserituale auf Schamanenniveau", sagt Ellis Huber, Ex-Präsident der Berliner Ärztekammer. Die Stiftung Warentest stuft in ihrem neuen Sonderheft "Gesundheit" einen Großteil der IGel als "umstritten" und "nicht geeignet" ein.

Doch schon wegen der hohen Kosten - für manche IGel-Früherkennungstests sind bis zu 300 Euro fällig - glauben viele Patienten an die Wirkung obskurer Therapien. Die kostenlosen Präventionsangebote der Kassen - Vorsorgeuntersuchungen, Ernährungsberatung oder Bewegungstraining - nehmen hingegen nur 0,5 Prozent der Versicherten wahr.

Dabei kann man beim IGeln an den Nebenwirkungen erkranken, warnt Professor Windeler. Sauerstofftherapien, bei denen Eigenblut entnommen, bearbeitet und wieder eingespritzt wird, haben schon zu Hepatitisinfektionen und Embolien geführt. Und Hormonpräparate, die Gynäkologen und Anti-Aging-Doktoren gern verordnen, können Tumorrisiken erhöhen.

Diplompsychologin Andrea Schuhmacher aus Köln zeigt Ärzten in Halbtagesseminaren zu 1.500 Euro, wie man richtig "IGelt"


Inzwischen ist das Angebot so unübersichtlich, dass "kaum einer da noch durchblickt", klagt Thomas Isenberg vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Es gibt keine neutrale Bewertungsinstanz wie den TÜV für die Qualität von IGel-Leistungen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung äußert sich "grundsätzlich nicht mehr zu dem Thema", offensichtlich um das Geschäft der Kollegen nicht zu stören. Den Patienten bleibt nur eine Rückfrage bei ihrer Kasse.

Oft lohnt sich das, denn clevere Ärzte verkaufen auch Kassenleistungen als IGel. Wie die Glaukom-Augen-Untersuchung, die in begründeten Fällen von AOK & Co. übernommen wird. "Patienten müssen lernen, auch mal nein zu sagen", meint Verbraucherschützer Isenberg.

Das jedoch wird immer schwerer, denn Deutschlands Doktoren lassen sich neuerdings durch Kommunikationstrainer schulen. Auf "verkaufsunterstützende Wohlfühlfaktoren" setzt etwa die medizinisch erfahrene Diplompsychologin Andrea Schuhmacher aus Köln, die in Halbtagesseminaren zu 1.500 Euro lehrt, den Patienten als Kunden zu umgarnen, "sonst kauft er die Leistung woanders". Sie trainiert mit den Ärzten patientengerechte Verkaufskommunikation. Dabei werden - maßgeschneidert für jede Fachrichtung - Nutzargumente für IGel gepaukt. Die "Gelenkschmiere" Hyaluronsäure etwa preisen Orthopäden mit dem Versprechen an: "Damit können Sie wieder schmerzlos Fahrrad fahren, Tennis spielen oder joggen."
Damit die Mediziner ihre neue Therapie nicht vergessen, bekommt jeder ein Skript als Drehbuch für das gesamte Praxisteam mit. Denn mit verteilten Rollen sollen Arzt und Angestellte gemeinsam auf die Geldbeutel der Patienten zielen. Die Helferin am Empfangstresen wirft die ersten Köder aus. Sie weist die Kunden freundlich auf Zusatzangebote "für Ihre Gesundheit" hin. Das macht sie umso lieber, wenn es dafür vom Praxischef Provision, Gutscheine oder gar einen Firmenwagen gibt.

Manchmal geht es auch ungenierter ans Portemonnaie. So schwätzte ein Essener Hausarzt einer 85-jährigen Krebspatientin wenige Wochen vor ihrem Tod noch eine obskure Thymuskur mit 15 Spritzen zu 750 Euro auf. Als er mit der siebten Spritze auftauchte, hatte ein Rettungswagen die Todkranke gerade ins Hospiz gebracht. "Aber diese Spritze muss ich Ihnen auf jeden Fall noch in Rechnung stellen", erklärte der Doktor den weinenden Angehörigen und entschwand im roten Cabrio.
Brigitte Zander

127

Donnerstag, 16. Oktober 2008, 23:20

Von Kidmed

Die üble Rolle der Apotheken und der Apotheker:

Die üble Rolle der Apotheker und Apotheken

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