Möglicherweise Verschmutzung aus der Umgebungsanatomie?
Zur Harnwegsdiagnostik:
Zu Harnwegsinfekten:
Das Thema ist schwieriger als man denkt.
Symptome: Brennen beim Wasserlassen,häufiges Wasserlassen,eventuell Bauchbeschwerden,Fieber weitaus nicht immer,aber bei Säuglingen häufig als einziges Symptom(oder nur Unruhe).
Das zeigt schon einige der Probleme.
So auch die Diagnostik: brauchbar ist eigentlich nur ein Mittelstrahlurin(Becher erst während des Pinkelns drunter halten und vor Beendigung wegnehmen).Bei den ganz Kleinen gehts natürlich einfach nur per angeklebtem Beutel(und da können schon irreführende Verunreinigungen drin sein).
Verläßlich ist eigentlich nur die Untersuchung eines per Blasenpunktion (durch die Bauchdecke) unter Ultraschall-Sicht gewonnenen Urins.Die Punktion ist harmlos und kaum schmerzhaft.
In der Praxis kann man zunächst eine aussagekräftige Teststreifen Untersuchung mit 8 Parametern machen.Die entscheidende zusätzliche Untersuchung ist dann die Bakterienkultur(Uricult),die eventuelle Keime zählt,identifiziert und bezüglich passender Antibiotika austestet.Das ist schon eine feine Sache(die uns bei anderen Erkrankungen überwiegend gar nicht möglich ist).Allerdings dauert das ein paar Tage.
Ich mache es dann so: wenn die Symptomatik deutlich ist und der Teststreifen klare Hinweise auf eine Infektion gibt,behandele ich sofort mit dem Antibiotikum ,das allermeist das richtige ist(Cotrim oder auch Amoxicillin).Wenn dann nach ein paar Tagen der Uricult was anderes aussagt,richte ich mich danach: wenn es keine ausreichende Keimzahl gibt,wird die Behandlung beendet.Wenn der Infekt nachgewiesen wird,aber der Uricult ein anderes oder besseres Antibiotikum ausgetestet hat,wird das Mittel umgestellt.
Nach Ausbehandlung einer ersten Harnwegsinfektion ist m.E. immer eine Ultraschalluntersuchung von Nieren und Harnwegen erforderlich,um als Ursache nicht gerade seltene angeborene oder
neu entwickelte Harnabflußstörungen auszuschließen,die schlimmstenfalls zu einer unbemerkten Dauerschädigung/Zerstörung der Niere(n) führen können.
Bei Erwachsenen wird da meines Wissens zu wenig Diagnostik betrieben.