Nichts - die Dame blickt es nicht
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Komplementärmedizin – keine Konkurrenz, aber sinnvolle Ergänzung
Donnerstag, 11. Mai 2006
Berlin - Die Komplementärmedizin ist eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin – zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer der „Komplementärmedizinischen Gespräche“, zu denen die Hufelandgesellschaft und der „Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland“ (DAMiD) am Mittwoch in Berlin geladen hatten.
Die Morbidität der Patienten werde auch durch das Umfeld der Menschen bestimmt. „Darum brauchen wir die schulmedizinischen Verfahren, aber auch die Komplementärmedizin“, erklärte Dr. med. Helmut Sauer vom Vorstand der Hufelandgesellschaft. Ihr Vorteil liege darin, die Lebensumstände zu berücksichtigen und die Selbstheilungskräfte der Patienten zu stärken.
Unterstützung dafür bekam Sauer von Dr. med. Matthias Girke vom Vorstand der DAMiD. Schul- und Komplementärmedizin sollten nicht in Konkurrenz, sondern als Ergänzung betrachtet werden. Es gehe nicht darum, sich gegenseitig in den Schatten zu drängen.
Einige Bundestagsabgeordnete und -referenten sprachen sich für eine Stärkung der Komplementärmedizin aus. So stellte die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel (SPD), die Bedeutung der Therapievielfalt heraus. Wichtig dabei sei jedoch, dass auch für die komplementärmedizinischen Verfahren Daten über die Wirksamkeit gesammelt und ausgewertet würden. „Die Komplementärmedizin ist dabei auf einem guten Wege“, so Kühn-Mengel. Klar sei aber, dass die alternativen Behandlungsmethoden aufgrund der hohen Individualisierung der Behandlung nicht die gleichen „Möglichkeiten“ für Studien hätten.
Während der Abgeordnete der Unionsfraktion, Dr. Wolf Bauer, darauf hin wies, dass die Mittel in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) begrenzt seien, sprach sich der gesundheitspolitische Referent der Linksfraktion, Dr. med. Daniel Rühmkorf, für eine Übernahme komplementärmedizinischer Behandlungsmethoden in den Katalog der GKV aus. „Wir, die Linke, wollen, dass Komplementärmedizin Bestandteil des Leistungskatalogs wird“, so Rühmkorf. Dann habe der Patient die freie Wahl. Dies sei wahre Patientensouveränität. Zugleich dämpfte Rühmkorf allzu hohe Erwartungen. Mit der großen Koalition werde das Ziel „Komplementärmedizin für alle“ nicht zu erreichen sein. /TB