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Tod in der Klinik : Die Ärztin sagte "Sorry" und ging - Aktuelle Nachrichten - Vermischtes - Berliner Morgenpost - Berlin
11.04.13Tod in der Klinik
Die Ärztin sagte "Sorry" und ging
Weil ihr eine Abtreibung verweigert wurde, starb
eine 31-Jährige in einer irischen Klinik an Blutvergiftung. Nun wird der
Fall vor Gericht verhandelt – und im katholischen Irland heiß
diskutiert. Von Stefanie Bolzen
Obwohl das Kind keine Überlebenschance
hatte, weil Savitas Fruchtblase gerissen war, und die Mutter um einen
Abbruch der Schwangerschaft bat, lehnten die Ärzte den Eingriff ab: Es
sei noch immer ein Herzschlag festzustellen und das Leben der Mutter
trotz des Risikos einer Sepsis nicht in Gefahr.
Eine Hebamme, die mit der
Schwangeren und einer Freundin im Krankenzimmer sprach, kommentierte die
Weigerung der Ärzte mit den Worten: "Das machen wir hier nicht, meine
Liebe. Das ist so eine katholische Sache."
"Dies ist ein katholisches Land"
Doch es war noch lange nicht
vorbei. Als die behandelnde Ärztin am folgenden Montagmorgen einen
Ultraschall durchführte, begann Savita beim Blick auf den Bildschirm zu
weinen. "Savita bat Dr. Astbury um einen Abbruch. Aber die lehnte ab,
weil der Fötus immer noch lebte.
Zwei Mal bat Savita um den
Abbruch, doch ihrem Mann zufolge verweigerte die Ärztin diesen Wunsch
mit dem Hinweis, "dies ist ein katholisches Land, wir sind an die
Gesetze gebunden. Wir können keinen Eingriff machen, weil das Kind noch
lebt". Eine Aussage, die Astbury am Dienstag vor Gericht bestritt.
"Dann ist sie gestorben"
Mittlerweile hatten sich
immer mehr Angehörige der indischen Gemeinde im Krankenhaus versammelt.
"Gegen ein Uhr am Sonntagmorgen kam eine Schwester angelaufen. Auf dem
Weg in die Intensivstation sagte sie nur zu mir: ,Ist es okay für Dich,
mit Savita in ihren letzten Minuten zusammen zu sein? Wir werden sie
verlieren.' Ich sagte, dass ich das wollte."
Praveen erinnert sich, dass
um das Bett seiner Frau ein ganzes Ärzteteam stand. "Sie versuchten noch
eine Herzmassage. Aber dann … ist sie gestorben."
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