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Die letzten 10 Beiträge

9

Donnerstag, 16. Juni 2005, 15:09

Von Dani11

Hallo,
"Ob die Rachenmandel zu groß ist oder nicht: dass erkennt man nicht an einem Oberflächenblick, sondern an den Folgen: zu große Rachenmandeln behindern die Nasenatmung! Ist die Nasenatmung behindert, ist die Rachenmandel also zu groß!" Bei meinem Sohn ist die Nasenatmung NICHT behindert, wenn er infektfrei ist. Deswegen bin ich ja so skeptisch, ob bei ihm die Polypen wirklich so stark vergrößert sind, dass man sie entfernen muss.
"Ich habe das Gefühl, Sie wollen Ihr Kind nicht operieren lassen und suchen nun verzweifelt nach Gründen, die OP zu vermeiden."
Dazu möchte ich folgendes bemerken: Für mich kam es nun sehr plötzlich, dass mein Sohn operiert werden soll. Und wer möchte sein Kind nicht lieber erst einmal anders als operativ behandeln lassen, wenn möglich? Deshalb habe ich Sie danach gefragt.
Und zu Dr. Kinderarzts Link bzgl. Infekthäufigkeit: Den hatte ich bereits die letzten Tage gelesen und auch das führte dazu, dass ich nun der OP skeptisch gegenüber stehe. Er schreibt dort von durchschnittlich acht Infekten pro Jahr, manchmal nur fünf, manchmal auch zwölf. Je nachdem, wie lange so ein Infekt dauert, hat ein Kind demnach "fast dauernd etwas", wie Dr. Kinderarzt schreibt. Tja, was ist also nun noch normal in Sachen Infekthäufigkeit und was ist zu viel?
Trotz allem wird mein Sohn natürlich operiert, da der Sekretstau im Ohr schließlich nicht von alleine verschwindet und wir alle (natürlich vor allem mein Sohn) mittlerweile sehr genervt sind von den Infekten. Auch habe ich den Eindruck, dass seine Entwicklung dadurch gehemmt ist.
Vielen Dank nochmals für Ihre ausführliche Erklärung. Sie konnten einige Unklarheiten bei mir beseitigen, wenn auch nicht alle. :-)
Viele Grüße
Dani

8

Donnerstag, 16. Juni 2005, 14:11

Von myriam

>Ist das Kind dann endlich operiert, dann sitzen die gleichen Mütter bei mir und fragen mich, warum ich nicht schon viel eher auf die OP gedrängt habe, wo ich doch wisse, wie schnell die Kinder nach der OP wieder fit - und vor allem gesund! - seien. Immer wieder auch die gleichen Selbstvorwürfe: "Wenn ich doch nur mein Kind schon früher hätte operieren lassen! Wieviel Sorgen, Krankheiten, Ärger und Nerven hätten wir uns dann erspart!".

Viele Grüße
W. Vahle

das unterschreibe ich "gg".
Ich gehoere auch zu den Muettern, die sich solche Selbstvorwürfe gemacht haben.

myriam

7

Donnerstag, 16. Juni 2005, 00:40

Von Kidmed

Zur NORMALEN Infekthäufung bei kleinen Kindern steht was in meiner Übericht über häufige Störungen bei Kindern:

Über sinnvolle Kindermedizin

6

Donnerstag, 16. Juni 2005, 00:21

Von wovapa

Es ist nicht so kompliziert, wie Sie denken!

Erstens: man weiß, dass die Polypen krank sind, wenn die Krankengeschichte so häufige Infekte aufweisen! Man weiß das so gut, dass man nicht noch zusätzlich unter Quälerei der Kinder auf die Oberfläche einer Rachenmandel schauen muss, wo man ohnehin die Bakterien nicht sehen kann.

Die Rachenmandel sitzt im Nasenrachenraum. Es kommt nun nicht auf die absolute Größe der Rachenmandel an, sondern auf die relative! Das heißt: wenn die Rachenmandel "nur" mittelgroß ist, der Nasenrachenraum aber sehr eng: dann ist die Rachenmandel "zu groß".

Ob die Rachenmandel zu groß ist oder nicht: dass erkennt man nicht an einem Oberflächenblick, sondern an den Folgen: zu große Rachenmandeln behindern die Nasenatmung! Ist die Nasenatmung behindert, ist die Rachenmandel also zu groß!

Mit den Infekten ist es ähnlich: ist die Rachenmandel Infektionsquelle und nicht mehr Abwehrorgan, dann ist die Infekthäufigkeit außergewöhnlich hoch! Bei hoher Infekthäufigkeit ist also die Rachenmandel Infektionsquelle! Einschränkung: manchmal ist sie nicht die einzige Infektionsquelle! Auch die Gaumenmandeln können chronisch krank sein! Das merkt man, wenn die Polypenoperation die Infekthäufigkeit nicht senken kann. Dann gilt der Satz: zu kurz gesprungen bedeutet ebenfalls, das Ziel verfehlt zu haben!

Überdies wird jede Rachenmandel eingeschickt. Und die Pathologen haben bisher jedesmal nach der Operation bestätigt, dass die Rachenmandel krank war. Erfahrungswissen ist auch Wissen! Und letztendlich müsste man ja eine alternative Erklärung bieten, wo die häufigen Infekte herkommen, wenn man die Erklärung mit den kranken Polypen nicht akzeptieren mag. Und sehen Sie: da fällt mir dann nichts Gescheites mehr ein! Ich werde jedenfalls nicht jeden Tag zwischen 10 und 20 Kinder in ein Ganzkörper-CT oder -MRT schicken oder in einer Spezialambulanz für Immunkrankheiten vorstellen: ich hätte nämlich in 20 Jahren Praxistätigkeit noch nicht einen einzigen "Treffer gelandet"!

Also: Erfahrungswissen ist Wissen! Das Häufige ist häufig und das Seltene ist selten.

Zum Thema Paukenröhrchen und Parazentese: auch dazu habe ich bereits sehr viel geschrieben. Bitte benutzen Sie mal die Suchfunktion oder schauen Sie auf meiner Homepage auch noch die Informationen zu diesem Thema an http://www.hno-vahle.de .

Ich habe dort dargelegt, nach welchen Kriterien ich Paukenröhrchen lege oder nicht lege. Ich muss aber zur Kenntnis nehmen, dass es Kollegen gibt, die andere Prioritäten setzen und andere Kriterien wählen. Ich kann diese Kollegen nicht zwingen, meine Sichtweise zu übernehmen. Also kann ich auch im Internet nicht schreiben, wie man in solchen Fällen immer entscheidet.

Ich habe das Gefühl, Sie wollen Ihr Kind nicht operieren lassen und suchen nun verzweifelt nach Gründen, die OP zu vermeiden.

Ich hingegen muss täglich mehrfach lange Zeit mit Müttern sprechen, die die gleichen "Argumente" und Einwände wie Sie haben.

Ist das Kind dann endlich operiert, dann sitzen die gleichen Mütter bei mir und fragen mich, warum ich nicht schon viel eher auf die OP gedrängt habe, wo ich doch wisse, wie schnell die Kinder nach der OP wieder fit - und vor allem gesund! - seien. Immer wieder auch die gleichen Selbstvorwürfe: "Wenn ich doch nur mein Kind schon früher hätte operieren lassen! Wieviel Sorgen, Krankheiten, Ärger und Nerven hätten wir uns dann erspart!".

Viele Grüße
W. Vahle

5

Mittwoch, 15. Juni 2005, 22:04

Von Dani11

Vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten.
Da ich bislang immer der Meinung war, dass in diesem Alter häufige Infekte einfach dazu gehören, bin ich letzten Winter/letztes Frühjahr recht selten mit meinem Sohn beim Arzt gewesen. Erst als immer häufiger auch ein hartnäckiger Reizhusten (?) dabei war, bin ich zum Arzt. Den Husten hat er übrigens immer wieder bekommen seit seinem ersten Pseudokrupp-Anfall. Vor dem Pseudokrupp nie Husten. Ob das wohl Zufall ist oder ein Zusammenhang besteht?
Und wovon hängt es ab, ob Paukenröhrchen gelegt werden oder nur ein Schnitt ins Trommelfell gemacht wird?
Wenn ich das in Ihrer zweiten Antwort richtig verstanden habe, ist also allein durch den Bericht der Mutter über häufige Infekte eine Indikation zur OP gegeben, obwohl man nicht weiß, ob die Polypen krank sind und ob sie tatsächlich die Tuben verschließen. Mmmmhh, das stimmt mich nun doch nachdenklich...
Und nein, ich möchte meinem Kind keine Toleranz gegenüber den ständigen Infekten abverlangen, mein Sohn leidet nachts sehr, wenn er so lange husten muss und wir mal wieder nur mit Silomat lindern können, was ja keine Dauerlösung sein darf und kann.
Viele Grüße und nochmals herzlichen Dank
Dani

4

Mittwoch, 15. Juni 2005, 14:40

Von wovapa

Unsere beiden letzten Beiträge haben sich wohl überschnitten.

Für die OP habe ich ja drei Gründe aufgezählt: eine Nasenatmungsbehinderung, häufige Infekte und nicht abfließende Paukenergüsse. Diese drei Gründe müssen nicht alle gleichzeitig vorliegen! Ein einziger Grund reicht aus, um die OP durchzuführen!

Mit "komplett verlegend" ist der ganze Nasenrachenraum gemeint. Das hätte dann natürlich auch Auswirkungen auf die Durchgängigkeit der Tuben.

HNO-Ärzte können die Polypen und ihre Größe sehen! Es gibt Spiegel und Endoskope. Die Frage ist, ob man bei so typischen Krankheitsverläufen routinemäßig die Polypen immer erst endoskopisch nachweisen muss. Ich meine nicht, denn ich will den kleinen Kindern unangenehme Untersuchungen ersparen. Eine Endoskopie mit flexibler Optik und Lokalanästhesie in Nase und Rachen ist für die Kinder ein einschneidenderes Erlebnis als die ganze Polypenoperation in Narkose! Und ob die Polypen krank sind oder nicht: das kann man ohnehin nicht sehen! Da reicht es völlig aus, wenn die Mutter berichtet, dass das Kind ständig krank sei ...

Viele Grüße
W. Vahle

3

Mittwoch, 15. Juni 2005, 14:31

Von wovapa

Abgesehen davon, dass im Kindesalter Atemwegsinfekte ohnehin sehr häufig sind, ist eine kranke Rachenmandel als Infektionsquelle die wahrscheinlichste - und harmloseste Ursache!

Unter die "Käseglocke" können Sie Ihr Kind nicht setzen. Eine chronische Mandelentzündung ist auch möglich - aber nicht so harmlos wie eine kranke Rachenmandel! Eine Mandeloperation "spielt" auch in einer anderen "Klasse", sprich sie ist aufwändiger und belastender.

Ein echter Immundefekt ist glücklicherweise selten. Und es sind meistens nicht nur die Atemwege allein betroffen. Solche Kinder sind schwer krank. Wenn das auf Ihr Kind zuträfe, dann wäre es längst vom KA in einem entsprechenden Zentrum vorgestellt worden. Also bei Ihrem Kind glaube ich an diese Hypothese nicht.

Die Polypenentfernung ist die kleinstmögliche Operation! Eine alleinige Paukenröhrcheneinlage beseitigt nicht die Ursache der Infekte, sondern lediglich eine der Folgen.

Eine medikamentöse Therapie haben Sie schon mehrfach durchgeführt. Das Langzeitergebnis kennen Sie besser als ich! Also kein Erfolg.

Alternativen im Bereich der Homöopathie oder Anthroposophie können - und sollten Sie! - ganz schnell vergessen! Da kennt jemand Ihren Wunsch (bzgl. der Gesundheit Ihres Kindes) und nimmt Geld dafür, dass er vorgibt, Ihnen den Wunsch zu erfüllen!

Homöopathie ist nichts als Aberglaube!

Otowowen und Euphorbium sind solche Homöopathika. Ein zweites Mal sollten Sie für sowenig Wasser nicht mehr so viel Geld ausgeben!

Es kommt nur sehr selten vor, dass operative Behandlungsmöglichkeiten durch nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten ersetzt werden können. Bei den kranken Polypen ist definitiv nicht so: die Polypenoperation kann durch nichts ersetzt werden! Es geht nur "operieren" oder "tolerieren". Bedenken Sie aber, dass Sie - falls Sie sich gegen eine OP entscheiden - die Toleranz nicht sich selbst abverlangen, sondern Ihrem Kind, das sich dagegen nicht wehren kann!

Viele Grüße
W. Vahle

2

Mittwoch, 15. Juni 2005, 14:17

Von Dani11

Hallo,
hier noch ein Nachtrag...
Ich habe gerade mal auf Ihrer HP über die Adenotomie gelesen.
Also, mein Sohn atmet eigentlich nur bei Infekten durch den Mund, sonst durch die Nase. Er schnarcht auch nur, wenn er Infekte hat.
Im Brief des HNO steht "Adenoide - komplett verlegend". Bedeutet das, dass sie die Tuben quasi komplett verschließen? So ähnlich hat er es jedenfalls im Gespräch mit mir ausgedrückt ("wie ein Korken"). Aber kann der HNO denn so weit mit den Instrumenten schauen oder ist das eine Vermutung, weil bei meinem Sohn das Sekret nicht mehr abfließt?
Schmerzen äußert er übrigens nicht. Ach ja, er ist zwei Jahre und acht Monate alt.
Vielen Dank.
Viele Grüße
Dani11

1

Mittwoch, 15. Juni 2005, 13:55

Von Dani11

Hallo Dr. Vahle,
wir haben eigentlich schon einen Termin zur Adenotomie und Paracentese, allerdings kommen mir doch immer wieder Zweifel, ob es nicht noch eine andere Möglichkeit für meinen Sohn gibt?
Bei ihm wurde vor zwei Wochen beim HNO ein Tubenkatarrh links und ein Paukenerguss rechts festgestellt, der HNO rät zur OP. Wir hatten es noch mit Otovowen und Euphorbium-Nasenspray zehn Tage lang versucht, brachte aber keine Veränderung.
(zur Vorgeschichte: Mein Sohn hat seit Mitte November ständig wiederkehrende Infekte und da unsere ehem. Ärztin (die den Paukenerguss übersehen hat) ihm vor drei Wochen versuchsweise ein Antiallergikum verordnet hat, bin ich glücklicherweise mal mit ihm zum HNO.)
Können die ständigen Infekte auch andere Ursachen haben als nur die Polypen und welche Therapiemöglichkeiten gibt es denn als Alternative zur OP?
Vielen Dank im Voraus.
Grüße
Dani11

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